Geprüft, versagt und für nicht gut befunden

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Baznuk Donnerfaust

Geprüft, versagt und für nicht gut befunden

Beitrag von Baznuk Donnerfaust »

Die Wochen häuften sich in den letzten Monaten in denen er seine Kalurin, die Ihn einst erwählte immer weniger in den oberen Stollen des Nilzadans angetroffen hatte. Vermutlich so glaubte Baznuk würde sie Aufgaben für Cirmias nachgehen. Er hatte in keinster weise was recht dies in Frage zu stelle und so tat er es natürlich auch nicht. Die Zeit verrann immer weiter, stetig voran. Ihre gemeinsame Tochter wuchs und der Berg war stetig im Wandel. Irgendwann in der Zeit kamen die Augenblicke wo er spürte das sich etwas verändert hatte. Eirin war fort und würde auch nicht wieder kommen. Zur Schande des einst liebenden Kaluren war er noch nicht mal sicher ob er es gleich merkte oder erst viel später, dass Sie die Kalurin nicht mehr wieder sehen werden.

Die Zeit verging und er würde bisweilen recht behalten das Eirin, aus Ihm nicht bekannten Gründen die oberen Stollen, Ihre Tochter, die Sippe und Ihn verlassen hatte. Traurigkeit war es die der Zwerg empfand. Hatte er so kläglich versagt die Zwergin glücklich zu machen das Vater sie retten musste vor Ihm? Hatte er sie am Ende doch zu sehr vernachlässigt? Viele offene Fragen die das fernbleiben der Kalurin auslöste. Fragen auf die es keine Antworten geben würde.

So stand er da, mit seiner Tochter im Sippenhaus der Donnerfäuste als gebürtiger Getwergelyn. Was würden sie wohl alle noch von Ihm halten als Bruder? Als Priester und Stimme des Vaters? Wird es das letzte Vertrauen brechen was sein Volk noch zu Ihm hatte?

Auf die Trauer folgte die Verbitterung des Versagens. Er Verstand es auch kaum, da doch Cirmias selbst Ihre Verbindung mit einer Tochter, mit Vilja segnete. Also bestand doch kein Zweifel daran das siezumindest einmal glücklich war oder sollte das auch nur ein kalurischer Irrglaube sein, dass nur die glücklichsten Cirmias Töchter Kinder bekommen.

Es war eine schlimme Zeit. Bisweilen kam es sogar vor das er es nicht mal schaffte seine Tochter anzusehen ohne dabei den Tränen nachgebend seinem eigenen Versagen genau bewusst zu werden. Was sollte er Ihr einmal erzählen? Sie würde Ihn sicher hassen sobald sie verstehen würde was geschehen ist.

Bei Cirmias schimpfte er. Neben all dem Dreck den er für Vaters Pflichten zu erledigen hatte. Die Prüfungen die er Ihnen stetig auferlegte war dieses, jetzt und hier nur noch abstoßend und mit größtmöglichen Undank zu empfinden den ein Kalure nur fühlen kann. Es hatte keinen Sinn, es machte keinen Sinn.

Was ist wohl dann seine nächste Prüfung? Er lässt den Berg ein wenig einstürzen weil es unterhaltsam ist? Das Bier verdampfen? Die Bärte möglicherweise etwas ankokeln? Auf die Trauer und folgende Verbitterung ist es am Ende die Wut die die Gussform des Zwergen gänzlich einnimmt. Zorn den er in seinen Adern brennen spürt. Er war nicht fair, nicht gerecht. Der Priester selbst erliegt seiner schwachen Zeit und sucht erstmals die Schuld bei anderen, bei Ihm, Cirmias.
Zuletzt geändert von Baznuk Donnerfaust am Sonntag 5. März 2017, 13:20, insgesamt 1-mal geändert.
Baznuk Donnerfaust

Beitrag von Baznuk Donnerfaust »

Gâr nâhl ûh en Dhûl


Schreit er den schlimmen Fluch im alt Kalur durch die Stollen des Nilzadans als er wütend, förmlich Funken stobend durch den Berg ging. Wütend auf alles, auf jeden. Zornig schnaubend flattern die Nüstern und Lippen des Zwergen. Lange war er unterwegs im Berg ohne ein bestimmtes Ziel zu haben. Einfach nur weiter...weiter..weiter.

Es waren die Grenzmarkierungen der Gjökal Festung die den Zwerg abrupt stoppen ließen. Die letzte Festungsanlage die den sicheren oberen Teil des Nilzadans vom unsicheren und offenen Teil tief im den Berg trennte. Sollte es das sein, dieser Schritt?

Eirin folgen...

Lange stierte der Zwerg den schmalen Pfad hinab der nur anfänglich noch leicht ausgebaut und beleuchtet war. Noch in Sichtweite ist es die endlose Dunkelheit des Nilzadan die den Weg sichtbar enden lässt. Noch während er vermeintlich grübelnd voraus schaute ging seine Gussform bereits den ersten kleinen Schritt zurück.

Nein. Keinesfalls würde es es seinem Vater so leicht machen. Wenn er Ihn haben wollte müsste er Ihn selbst holen. Niemals sollte es seine Entscheidung werden alles zurück zu lassen was er eigentlich liebte. Sein Volk im Stich lassen. Vilja. Es waren die letzten Blicke in die Dunkelheit hinab in denen er darüber nachdachte warum Eirin eine andere Entscheidung, gegen sie alle getroffen hatte. Jeder aus Cirmias Volk war bereits Vaters Werk zu tun, mit Inbrunst und Leidenschaft und einer genialen Meisterlichkeit. Doch alles dem was er liebt den Rücken kehren, würde der Zwerg nicht solange noch Feuer in seiner Gussform brennt.

Baznuk wusste nicht das er sich irrte. Seine Gedanken von Gefühlen umhüllt und von Zorn geschüttelt tut er Cirmias nicht wenig unrecht. Niemals würde es Vaters Wunsch sein die seinen zu verlassen, eigentlich...Eirin. Doch wurde Ihm auch klar das er darauf keine Antwort finden wird. Der Zwerg wandte sich ab und blickte zurück ins -Licht-. Endlich wieder erwartungsfroh seine Tochter zu halten, seine Sippe zu sehen und sich herzlich darüber auslachend wenn Tambar mal wieder nicht in die Rüstung passte. Die verschrobenen Gespräche mit seinen Bruder Geodiz und die des klügsten Langbeins der Sippe, Antorius. Doch war da noch jemand anderes, jemand dessen Leid schon lange im unausgesprochenen liegt. Im schweigen und zurückhalten. Im beobachten aber nicht hinsehen. Im fühlen aber nicht anfassen. Das Leiden einer Cirmias Tochter trieb in jede noch so starke Gussform Risse, hier war es nicht anders.
Zuletzt geändert von Baznuk Donnerfaust am Montag 6. März 2017, 12:14, insgesamt 2-mal geändert.
Baznuk Donnerfaust

Beitrag von Baznuk Donnerfaust »

Das strahlende lächeln seiner kleiner Tochter, die von Ihr, wie lange Zeit schon liebevoll auf dem arm gewogen wird. Das Glück im Blick einer liebenden Zwergin die selbst keine Mutter ist. Der Augenblick in dem das Leben nicht aus Prüfung bestand. Unbezahlbar.

Du weißt was es heißt
Du kennst den Preis
In diesem Spiel
Das Leben heißt


Dinge verändern sich. Mal langsam in alt hergebrachter Ruhe..mal schneller in einem Tempo der schnellsten Felsenbeisser. Veränderungen sind Teil jedes Leben. Jener leben die man liebt. Als der Zwerg im großen Eingangsbereich des Sippenhaus stand und sein Blick lange auf dem Treiben darin blickte hatte er noch keinen Schimmer wie es weiter geht.

Mach dich bereit
Es kommt die Zeit
In der du wissen musst
Wie's weitergeht


Von Krathor verschlissen, seinem ältesten Donnerfaust Freund beim sterben zugesehen und die Kalurin die Ihn einst erwählte fort. Das Misstrauen einiger Zwerge im täglichen Blick. So war es für den Zwerg für den Augenblick der Tiefpunkt seiner ersten 130 Jahre die der Vater Ihm das Leben schenkte.

Du hast den Dreck von der Gosse geleckt
Du weißt wie Scheiße schmeckt
Du hast die Straßen gesehen
Wie Freunde untergeh'n


Aber sie waren es...sie alle..ob Donnerfaust oder nicht. Dabei schaute er mit einem noch gequälten lächeln von seiner Tochter und er Kalurin weg zu den anderen hier. In der Werker Ecke wusselte Tambar mit einem Graufels herum um die beste Beschaffenheift von Krug Griffen zu ergründen. Dorlikin und der Donnerkeil waren über die Sammlung an Wissen der Mykologie zugange. Die Hammergrunds Tochter Berronan schimpfe Nurin als dieser wieder sehr viel Mithrill ruinierte. Es gab immer Gründe für neue Wege.

Mach Dich bereit, es kommt die Zeit, in der Du wissen mußt, wiés
Weiter geht.


Leben.Liebe.Freunde.Brüder.Familie. Der zweite Schritt zurück ins Sippenhaus war schon viel leichter wie der erste und die Distanz zu seiner kleinen Tochter wurde immer kleiner und auch die zur Kalurin auf dessen armen sie so oft liegen musste.
Baznuk Donnerfaust

Beitrag von Baznuk Donnerfaust »

Der Tag wurde mal wieder einfach nur lang an diesem Abend im Sippenhaus. Die schier endlose Energie die die kleinste der Sippe auf aller übertrug war grenzenlos. Bis in den frühen morgen stunde wurde gefeiert und gelacht. Für Ihn waren es gefühlt die besten Stunde in jener Sippe die Ihn vor vielen Jahren mit offenen armen empfangen hatte.
Donnerfäuste

Sie feiern härter wie Chirmit. Sie feiern lauter wie ein schlagender Amboss und Saufen mehr Bier wie der Ilmansunt Lava führt. Unglaublich diese rothaarigen Sipplinge. Als sich dann aber doch der schleier er Erschöpfung über sie legte war er der letzte mit Tambar am Tisch. Ein Bruder der Sippe den er sogar noch mehr wie einst Belgrom in sein Herz als Bruder geschlossen hatte. Er war herzlich einfach und offen gestrickt. Selbst für sein Volk war er ausgesprochen direkt und hatte nicht viel für Wortspielerei übrig. Dafür aber für anderes...

Tambar stelle den beiden letzten noch Wachen Kaluren im Sippenhaus noch ein paar Krüge Bier auf den Tisch bevor er ungewohnt für einen Kaluren die Hand des um viele Jahre älteren Kaluren festhielt. Eindringlich lag der Blick des bestimmt 50 Jahre jüngeren Bruder auf Ihm.
Du kannst nicht davor weglaufen Baznuk. Bezwingen lässt es sich nicht. Willst du noch länger warten und Zeit verschwenden? All das hier vergeuden, für Sie? Du hast zu tun, Aufgaben, Pflichten. Du musst funktionieren und dich nicht zerreißen für etwas worauf du niemals Antwort erlangen wirst.
Tambar war der erste in der ganzen Meute der das unaussprechliche über seine wulstigen Lippen kommen lies. Ganz sicher auch einmalig, dass in den letzten 1000 Jahren das Wort vergeuden mit einer Kalurin in einem Satz gebracht wurde. Offensichtlich wusste Tambar recht genau wovon er sprach, obwohl er bisher nicht erwählt wurde von einer Kalurin. Die Vermutung lag nahe das er die Sorgen aber von seiner Schwester Thona kannte. Ein Kalure umsorgte jede Kalurin und liebte sie, jede auf Ihre Art.

Eine schwere Steintafel schob der dicke Zwerg auf den Tisch. Auffordernd sollte Baznuk Gedanken an Eirin die er hatte auf dieser festhalten. Dinge die er gerne sagen würde zu Ihr aufschreiben. Gefühle die seine Gussform möglicherweise füllten.

Nach einer weile und ein paar weiteren Krügen hatte er die Tafel auch restlos gefüllt. Der dicke Zwerg klemmte die Tafel unter den arm und zerrte den schon sichtlich Bier angeschlagenen Zwergen mit sich..durch einen kleinen Stollenabgang ging es tiefer in den Berg an dessem Ende sich bereits unheilvolles aber für Zwerge wohlbekanntes Flackern auftat.
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Wirf!
Es dauert einen Augenblick bis er erkannte was Tambar mit Ihm getan hat. Ein wirklich Kluger Zwerg. Langsam strichen die Finger nochmal über die Tafel, die Worte, Gedanken die er hatte. Erst ein wenig wehleidig, dann mit stetig wachsender Wut und Zorn im Bauch packte er die Tafel und schleuderte sie soweit er konnte vorran..weg..weg aus dem Leben aller die Ihm etwas bedeuten.
Gut gemacht! Jetzt Bruder...kümmer dich um Sie. Ich meine beide. Wenn ich dich noch einmal dabei erwische das du an -der Name der nicht mehr gesagt wird- denkst kann dich selbst Vater nicht mehr vor mir retten.
Mit diesen Worten stampfte Tambar den Weg zurück und ließ Baznuk einfach mit seinen eigenen Gedanken noch an dem Ort stehen wo alles Enden sollte. Beide. So naiv wie er war wusste er nichtmal sicher was Tambar meinte. Aber vermutlich war es für Thona mehr als offensichtlich und sie hatte wohl mit Ihrem Bruder darüber gesprochen.
Zuletzt geändert von Baznuk Donnerfaust am Mittwoch 8. März 2017, 14:39, insgesamt 5-mal geändert.
Tambar Donnerfaust

Beitrag von Tambar Donnerfaust »

Die letzten Wochen war er selbst ständig auf der Suche nach Antworten. Was könne er tun um sich noch nützlicher im Volke Cirmias zu machen? Viel Zeit verbrachte er in der Bauhütte um Ruhe zu finden und nach zu denken.
Es war Baznuk der ihm immer wider beistand mit Rat und Tat. Baznuk, der sich selber in einer schwierigen Lage seines Lebens. Und so wie er Tambars viele Fragen erkannte ohne das sie ausgesprochen wurden, so sah Tambar das er seinem Bruder nun auch beistehen müsse. Er wusste nichts darüber wie es ist von einer Kalurin erwählt zu werden. Doch er wusste wie schwierig es so manches mal war, die in seinen Augen nicht geeigneten Kaluren die seine Schwester Thona umwarben ab zu wimmeln.
Er wusste, das das Volk einen Priester braucht der für sie da ist und sich nicht in seiner Wut und Trauer einiegelt und damit seine Gussform schwächt.
Also musste er reagieren und der Abend nach der prächtigen Feier war in seinen Augen Perfekt dafür geeignet. Es floss das Bier in Strömen und wie so oft waren es Baznuk und Tambar die sich um die letzten Krüge im Fass kümmerten ehe es Schal würde bis zum nächsten Tag.
Vieleicht bemerkte es Baznuk nicht einmal, aber immer wider schob Tambar ihm einen weiteren Bierkrug zu ohne seinen selbst nach zu füllen.
Waren es die letzten Wochen doch immer von Baznuk gestellte Aufgaben an Tambar. War es nun an der Zeit seinem Bruder auch einmal eine Aufgabe zu stellen die er erfüllen sollte. Und so reichte er ihm die schwere unbemeisselte Steintafel.


[img]http://www.raab-verlag.de/blog-news/wp-content/uploads/2014/12/Raab-Verlag-AT_Vom-Federkiel-zur-E-Mail-2.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Tambar Donnerfaust am Mittwoch 8. März 2017, 10:55, insgesamt 1-mal geändert.
Thoria Donnerfaust

Beitrag von Thoria Donnerfaust »

Die Augen verschlossen, von Anfang an zu wissen das nicht aussprechen zu können, aussprechen können was sie in sich trägt. Seine Blicke ließen Sie erkennen, welche Geschehnisse, welche Leiden in Baznuk vorgingen. Mitfühlend trug Sie Ihre Gedanken unter der Brust, verborgen. Wut, Traurigkeit und Zorn welches die sonst so fröhliche Kalurin nie zeigte, lagen tief in ihr verborgen. Wie der schönste Diamant im Herzen des Berges, tief im innern, ungeschliffen und umhüllt von Gestein. Nicht zu verstehen und in die Augen der kleinen Vilja zu blicken, offenbarten Ihr deutlich die Leiden des Bruder. Zu helfen und doch nicht zu bewirken, eine Schale so wunderschön, die schmerzende Risse die sich in seinen Leib trieben spürte sie. Das Baznuk nur seinen Pflichten als erwählter Kalure nach ging und dennoch ein stolzer und liebender Vater für Vilja war wurde Ihr immer klarer vor Augen.
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Sollte eine Kalurin doch stolz auf das sein was sie einst erwählte. Das was sie besitzt.... das zu schützen... zu behüten....zu lieben.....zu wertschätzen im höchsten Maße. Jenen Schatz der mehr Wert ist als alle Edelsteine und Schätze die der Berg in sich trägt. Liebe zu schenken, die auch ihr geschenkt wurden und vor allem der gemeinsamen Tochter.
Brummend und zerrissen mit all ihren Gedanken. Die junge Kalurin trug nicht selten ihre Wut in die Höhlen um die Kontrolle über die Wut, den brennenden Zorn zu behalten. Ihn und die Sippe, alle Kaluren, samt der kleinen Tochter Vilja einfach im Stich zu lassen.

Liebe zu schenken. Die kleine Vilja, die mit drei Jahren dies alles noch nicht versteht oder gar so mitbekommen würde. Bekam selbst Thoria, eine Erin selbst nur einige male zu Gesicht und war so gut wie nie anwesend. Selbst keine Mutter zu sein und doch Vilja immer beschützend und behütend ihre Liebe schenkend machte sie am Ende dennoch zu einer. Auch wenn die noch so fröhlich spielende Thoria mehr im Hintergrund für Baznuk blieb, schien sie immer da zu sein, doch sprach sie jenen Kaluren niemals drauf an.
Da zu sein, ihren Pflichten der Sippe gegenüber nachkommend. Dafür zu sorgen das es an nichts fehlte. Unendliche Stunden die Sie in der Küche oder im Braukeller verbrachte, doch immer mit einem lächeln auf ihre Lippen. Niemals zu zeigen wie sehr es auch ihr nahe ging, jenen Bruder so zu sehen. Wie unendlich dankbar sie war, zu wissen das Tambar seinem Bruder Baznuk sehr nahe steht. Ein Bruder der wusste, wie sehr Baznuk Ihn brauchte, mit seiner herzlichen und gütigen Art zur Seite zu stehen.
Baznuk Donnerfaust

Beitrag von Baznuk Donnerfaust »

Am Ende ist es die Sippe die Ihm halt gab und sein kleines Heiligtum die den Schmerz der gesprungen Gussform des Zwergen linderte. Er hatte zwar vieles aus seinen Gedanken verbannt, doch fühlte er das versagen, unvermeidbar. Doch waren es Sie, all jene seines Volkes mit Cirmias Feuer in der Brust. All jene der Fremd Völker die Rat suchten. Es dürfte keine Rolle spielen wie er sich selbst fühlte. Ein kleines Rad in einem Rudel aus Rädern. Er musste nur funktionieren.
Funktionieren.
Die Zeit verging in langen Tagen und Wochen. Doch allmählich wurde es leichter. Die neu entdeckte liebe zu seiner Tochter die fast verloren hätte. Seine Sippe, sein Volk. Sie. Ja, da war Sie. Jeden Tag voller Eifer und Tatendrang, steht bereit alle zu geben, alles zu Opfern was gefordert wurde. Wie alle von Cirmias Töchtern war sie eine Augenweide. Ein Prachtstück von Vaters Schaffenskunst. Es war offensichtlich, wie sehr Cirmias seine Töchter liebte, jede für sich Ihr eigenes Meisterwerk. Es waren Tambars Worte die dem Zwerge überhaupt ermöglichten es zu erkennen. Sie zu erkennen in all Ihrem sein. Vielschichtig. Verletzlich. Stark. Stur. Liebend. Eine echte Donnerfaust im Blute. Wer von Cirmias Söhnen würde da schon nein sagen? Doch war es nicht die Entscheidung der Kaluren sondern einzig die der feinen Kalurinnen.

Ein Schmerz der nicht selten in seine Gebete eingeschlossen wurde. Solch leiden, dass versagen sollte keiner erleben müssen. Er betete dafür das Cirmias Töchter klüger wählen, richtig wählen. Das sie jenen Kaluren wählen, der sie wirklich glücklich machen könnte und nicht aus einer falschen Laune heraus.
Funktionieren.

Das Tagwerk wartet.
Vilja Donnerfaust

Beitrag von Vilja Donnerfaust »

Es gab keine Sonne die in ihr Zimmer scheinen konnte um sie zu wecken. Meistens waren es die Geräusche des erwachenden Sippenhauses, manchmal auch die der schnarchenden und im Schlaf brummelnden Bewohner, welche sie aus dem Traumland riefen um wieder einen Tag im behütenden Massiv des Nilzadans zu beginnen.

Vilja liebte es nach dem Aufwachen nocheinmal durchs Bett zu kugeln, ihre Kuscheltiere eins nach dem anderen zu herzen oder sich nochmal energisch bei Thoria anzuschmiegen, die viele Nächte bei ihr wachte und ihr Wärme schenkte. Die kleinste der Donnerfäuste war schon ganze 6 Jahre der Wusel der Kaluren und seit kurzem auch recht sicher auf ihren Beinen, dabei höchst erfreut wenn sie jemanden zum Plappern und Spielen fand.

Und wenn sie noch so viel Energie hatte, liebte Vilja neben dem Herumtollen vorallem die Gemütlichkeit, wie es bei den Kaluren nicht unüblich war und so ließ sie sich, gleich jedem Zwergenkind, mehr Zeit mit dem 'Groß-werden' als es der Nachwuchs der Menschen oder anderer Rassen von Kurzlebigkeit tat. Doch bei allem was Behaglichkeit Gutes brachte, konnte sie auch in Stagnation kippen und das war nunmal garnicht das, wozu Cirmias sie geformt hatte.

Der Winter war dabei sich von der Frostklamm zurückzuziehen. Das war auch gut so. Vilja hatte bemerkt wie es die Sippenbrüder und Schwestern fröstelte und auch ihre Spielfreude darunter litt. Ganz besonders aber spürte sie es bei ihrem Baba.
Er war seit einigen Monden zurückgezogener denn je und hatte, wenn auch Zeit, oft nicht die rechte Lust herumzualbern gehabt. Manches Mal sah er sogar nachdenklich, beinahe sehnsüchtig zu dem Spalt aus dem so oft Zwerge aus den Tiefen kamen, hin und wieder auch verschwanden.
Ob ihre Mama auch dahin gegangen war? Wollte Baba zu ihr?
Vilja musste sich schon arg anstrengen sich an herzliche Momente mit ihrer Mutter zu erinnern. Viel leichter fiel es ihr da mit Tori und den anderen Kalurinnen, die sie so oft kuschelten, bekochten und anderweitig bei Laune hielten.
Was machte da eine Eirin mehr zur Mama als die anderen?
Baba erklärte ihr einmal dass der Unterschied sei, dass die Kalurin einen Kaluren erwählte und Cirmias ihnen nur gemeinsam eine kleine Vilja schenken würde.
Aber wo ihre Mutter Baba, sie, ja den Nilzadan verlassen hatte... nahm der große Bär sie doch hoffentlich nicht wieder mit?

Nein! Sie mochte es hier!
Daran konnten auch die doofen Katzen nichts ändern die sie manchmal immer noch in Alpträumen heimsuchten. Viel war passiert was ihrem Baba sicherlich auch nicht gefallen hatte. Der Zorn unter den Kaluren war schrecklich, auch sie war unleidlich gewesen, aber es hörte einfach wieder auf, warum auch immer, es war bitter nötig gewesen. Dann das Mauzen der Katzen die ihr den Schlaf geraubt hatten.
Doofe Katzenbiester, die mochte sie nun garnicht mehr!
Dazwischen die große Unruhe in der Frostklamm die auch sie spürte, wenn immer mehr Verletzte in das Haus von den Heilern gebracht wurden und wonach Belgrom einfach nicht mehr wieder kam.
Vilja hatte all das nicht verstanden, aber gesehen und gefühlt, wie sehr die anderen bedrückt waren und unter dem Geschehen litten.

Dann schien alles zu schlafen... wie die Blumen unter dem Schnee und der Bär in seiner Höhle, der im Winterschlaf seine Wunden leckte.

Nun aber war endlich der Frühling da, denn sie wachten allesamt aus den Alpträumen auf, die sie so lange gejagt hatten. Es kehrte wieder Leben ein, es kamen neue Zwerge aus den Tiefen und auch ihr Baba schien sich wieder zu erholen. Er begann wieder zu Lachen, nahm seine Arbeiten neuerlich auf, zeigte abermals den Ehrgeiz den Cirmias so an seinen Kindern schätzte und ließ ihn auch sein Herz wieder öffnen für das Schöne im Leben.

Sie meinte zu erkennen, dass auch ihrem Baba nun bewusst wurde, wie nah Tori dieser kleinen Familie innerhalb der Sippe, bereits gekommen war. Sie unternahmen immer öfter etwas und fast immer war ihre Lieblingskalurin dabei. Sie brachte Baba dazu zu grinsen, wie sie selbst es nicht schaffte, mit so kleinen Funkelsteinen in den Augen. Auch bei Eirin hatte sie das nie gesehen. Er schaute nicht mehr in die Kluft zu den Tiefen und er lag auch nicht mehr stundenlang grübelnd unter dem Tisch.
Das musste ganz klar der Frühling sein!
Für Vilja konnte der gerne immer so bleiben, denn so wie Tori und Baba um die Wette rot wurden und strahlten, konnte der Sommer nicht mehr schöner sein.
Wenn Tori nun ihren Baba wollte, dann würde Cirmias auch sicher nichts dagegen haben, dieser neuen Verbindung eine Vilja zu schenken.
So zumindest dachte es sich die kleine Kalurin und hatte auch rein garnichts gegen eine neue Mama und diesen wunderbaren Frühling....
Baznuk Donnerfaust

Beitrag von Baznuk Donnerfaust »

Es hatte etwas von verliebten sehr jungen Menschen. Verstohlen glitten die Blicke durchs Haus auf der Suche nach Ihr. Gar Heimlich die Sehnsucht dabei erwischt zu werden. Aufstellenden Nackenhaaren, genau wissen das Sie einen gerade ansieht. Ein verbotenes Spiel? Spiel? Allein die Anwesenheit der Zwergin machten den sonst recht gestandenen Kaluren schon ein wenig nervös. Die Finger leicht schwitzig wie in einem Anfall von Fieberwahn. Sie war für immer da für Ihn, für Vilja und für alle anderen. Doch merkte der Zwerg das erste mal, dass Ihm das beweitem nicht genug war.
Es war eine fast unbekannte Gier die in dem Zwergen stetig mehr aufkeimte wie eine dunkle Saat. Es waren die leichten Berührungen wenn Sie im Vilja in die arme legte. An Ihm in der Enge Küche vorbei schritt. Der Wechsel zwischen Schnappatmung und leichtem Zittern zeigten dem Zwergen deutlich was Tambar genau meinte mit Ihren Leiden.

Doch all das stand Ihm nicht zu. Die Realität war weit weg von dem was Ihm seine Gussform zeigte. Schweigen. Warten. Funktionieren. In Arbeit und Pflichten abtauchend brachte er sich um die vielen Gedanken an Sie. Der Schmerz in der nähe seiner Tochter war gänzlich verflogen. Nicht gering war sein Wunsch auch Sie in seiner nähe zu haben. Doch es war ein Wunsch den auszusprechen schon verboten war.

Die Freie unvoreingenommene Entscheidung einer Kalurin ist unantastbar.
Baznuk Donnerfaust

Beitrag von Baznuk Donnerfaust »

Es waren die kleinen, vermeintlich ungewollten Berührungen die das Herz des Zwergen zum rasen brachte. Die kleinen Moment wenn Vilja von seinen in Ihre Arme oder andersherum wechselte. Der liebliche Strich Ihrer Finger über die seinen arme. Die drückende Enge in der Sippenküche, wenn man sich aneinander vorbei zwängte. Unvorstellbar wie sehr er sich nach diesen, kleinen wenigen Augenblick Ihrer nähe sehnte. Diese Gefühl wenn es wieder soweit war und seine Gussform vor Freude nur so zerbarsten könnte. Das schlagen des Herzen was in seinen Ohren hämmerte wie der mächtige Hammer Cirmias.

In jedem freien, hoffentlich unbeobachtetem Augenblick lag sein Blick auf Ihr. Stolz und anmutig wie eine wahre Cirmias Tochter steht sie hier. Wild kräuselnden, feuerrotes Haar. Eine Pralle Gussform. Den Mund immer offen wenn sie was zu sagen hatte. Herzend. Herzlich. Liebend.

Mit vielen mitteln und Wegen versuchte er Ihr immer nahe zu sein. Nicht selten halft Ihm Vilja dabei unbewusst oder gar bewusst? Die gelegentliche Zweisamkeit die sie doch zusammen hatten waren seit langem das wunderbarste was Ihm widerfahren ist. Die Momente häuften sich auch in den letzten Wochen. Er war nicht naiv, etwas verstreut allenfalls, für das er sein Getwergelyn Blut in den Adern verantwortlich machte. Doch keimte durch die häufenden Zufälle die Hoffnung in dem Zwergen.

Doch es kam immer anders wie man dachte. In den stürmischen Wochen auf dem Gipfel entschied sich die Zwergin das Sippenhaus zu verlassen. Sie hatte sich von den Baumeistern einen kleinen, eigenen Stollen anlegen lassen den sie als weiteres Heim nutzen wollte. Keineswegs war es einer solch tüchtigen Zwergin verboten das zu tun. Doch war es nicht das was er hoffte. Ihre habe wurde stetig weniger und Ihr Stollen auf dem Klamm Gipfel wurde immer voller. Es verging viel Zeit, vielleicht Zuviel Zeit bis er den Schritt wagte auf sie zu zugehen, sie zu besuchen.

Verlegen und unsicher führte sein Weg an jenem Abend als die kleine Vilja in den Schlaf gefallen war zu Ihr. Ein verhaltenes schwaches Klopfen an der Tür, gar so als hoffte er sie würde es nicht hören und er könnte schnell wieder gehen. So unsicher. Schwierig. Doch sie hörte das klopfen und öffnete auch rasch die Türe. Es waren Augenblicke der Stille, die einzig durch Ihr liebliches lächeln erträglich gemacht wurden. Ihre Hände, die ihn herein winkten in die neue Behausung.

Gemeinsam verbrachten sie viele Stunden, mittig auf dem Boden Ihres neuen Heims sitzend. Recht zwang frei konnte sie sprechen, doch vermutlich noch nicht über alles was den beiden Gussformen heimlich inne wohnte. Erst das zögerliche näherrücken des Zwergen an die Kalurin entspannte die Situation ein wenig. Es waren Ihre Hände die sich zuerst auf die seinen legten. Es war ein gebannter Augenblick, als die beiden sich so nah waren, solange berührten.

Schon viele Schlachten geschlagen zu haben bereiteten einen Zwergen jedoch nicht auf das vor. Den Gefühlen nur wenig Ausdruck verleihen zu können. Worte offen zu sprechen wie es für sein Volk üblich war. Er war wie ein verhaltener kleiner junger, der durch die zärtlichen aufgelegten Hände der Zwergin auf die seinen Hände nur noch kleiner wurde. Es war der kleine Augenblick den er nicht kommen sah, so wild waren seine Gedanken am Hämmern. Doch dieser jene, eine Augenblick als Ihre Lippen die seinen das erste mal berührten. Lange küsste die Zwergin den Kaluren und Ihre Händen hielten dabei jeweils das andere Gesicht anschmiegend.

Es war der erste und vor allem wunderbarste Kuss, der aber für einige Zeit auch der letzte bleiben würden. Unvergessen jedoch in seinen Gedanken, in seinen Gefühlen. Ein unbeschreibliches Gefühl einer Zwergin so nahe zu sein. Dieser Zwergin, die ein solch unbändiges verlangen in den Zwergen trieb.
[URL=http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=31856c-1490008729.jpg][img]http://www.bilder-upload.eu/thumb/31856c-1490008729.jpg[/img][/URL]
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