[Quest] Geschriebene Schätze aus vergangenen Zeiten

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Helisande von Alsted
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Registriert: Mittwoch 8. Mai 2013, 05:42

Beitrag von Helisande von Alsted »

Der gewittergraue Blick glitt über die Landschaft, die an ihr vorbeizog während das Pferd den Ausritt ohne Pflichten genoss und sich mehr oder minder seinen eigenen Weg bahnte. Die zerfressenen Mauern Varunas tauchten auf und mit ihnen das kalte Gefühl, welches sich wie eine Klammer um ihre Kehle legte. Auch stieg sofort wieder die Übelkeit auf, die sie dort verspürt hatte.Ausgelöst von... ja von was eigentlich? Gestank von faulem Fleisch, Gärung und Verwesung. Der Geruch, den nur Fett produziert wenn es ranzig wird und einen Nährboden für allerlei Sporen bietet.

Einige hatten sich an diesem Tag in Varuna übergeben.
Es war noch gar nicht lange her. Zwei Wochen erst.

Diakon Antorius hatte sie erneut nach Varuna geführt um der Quelle aller Alben auf den Grund zu gehen und ihm den Garaus zu machen. Eine dunkle Macht warf ihnen alle möglichen Hindernisse dabei in den Weg und doch führte der Geweihte sie zu ihrem Ziel. Ein merkwürdiger Kristall, der anscheinend pulsierte und auch ihr Verlockungen zuflüssterte. Doch die Streiter hatten den Kreis geschlossen aus freiem Willen. Man widerstand dem Ruf gemeinsam. Der Diakon führte seine Begleiter sicher und im festen Wissen um Temoras Gnade durch diese Prüfung.

So auch sie selbst.
Ein Opfer.
Das Schwert aus Mithril, welches Sir Fjalon ihr hinterlassen hatte.

Umgearbeitet für ihre Hand und oft im Kampf geführt. Es gab kein stärkeres Symbol für ihre Vergangenheit in Lichtenthal und den von ihr beschrittenen Weg. Dennoch stieß sie es ins Herz des Kristalls. Die Vergangenheit muss sich schließen und eine Lehre für die Zukunft sein.

Sie waren heimgekehrt und hatten sich insgesamt fünfmal gebadet und von oben bis unten abgeschrubbt. Jeder Fetzen Kleidung war von ihr verbrannt worden und die Rüstung mehrfach gereinigt. Doch der Geruch verfolgte sie noch eine Weile. Nun war er wieder vollkommen präsent.
Der Geruch nach altem Tod.
Ein schütteln durchlief ihren Körper und erfasste auch ihr Pferd. Fort von hier. Die Zukunft lag nicht hier, sondern in Lichtenthal. Die Träume hatten nachgelassen, die Nächte waren immer noch voller banger Erwartungen und dann doch von tiefen und ruhigem Schlaf. Doch die klamme Hand der Angst ergriff sie hin und wieder in der Erinnerung des im Traum erlebten. Das Kinn straffte sich und die Gestalt reckte sich auf dem Pferd gerade und zu ihrer vollen Höhe auf. Sie alle hatten es dem Kristall entgegengeworfen in diesem Moment der Heimsuchung. Sie alle hatten sich dem Schattendrachen entgegengestellt und waren alle an einem Stück heimgekehrt.
Temora mit uns - wir sind eins!

  • Das Vertrauen auf die eigene Kraft
    ist die Grundlage aller Tapferkeit
    !

    Friedrich II., der Große
    (1712 - 1786), preußischer König
Ernst von Eichengrund

Beitrag von Ernst von Eichengrund »

Er fühlte sich geschwächt. Grundlegend geschwächt. Es war nicht die Art der Schwäche die er aus seiner Knappenzeit kannte, denn nach den kräftezehrenden Übungen von Sir Vaughain hatte er sich auch oft geschwächt gefühlt. Das hier jedoch war etwas anderes. Der vorrangegangene Tag war durchaus anstrengend gewesen, doch im Grunde genommen nichts, das jemanden wie ihn hätte mitnehmen dürfen. Er war aufgrund seiner Funktion und seines Standes immer darauf bedacht gewesen aufrecht, stark und ausdauernd zu sein. Er neigte dazu früh aufszustehen und beim Sonnenaufgang schon den ersten Tee zu trinken, dann das schwere Holzschwert zu schwingen, zu laufen, oder zu klettern. Und jetzt?

Nach Jahren des Frühaufstehens war es die Mittagssonne die sich gleissenden Lichtes durch die Fenster in seine Augen brannte. Erholt... erholt hatte ihn der Schlaf kaum. Lucien schien es ebenso zu gehen, und in der Nacht darauf hatte er ihn noch paranoid genannt, zugegeben auch jetzt noch fand er seine Übervorsichtigkeit übertrieben, aber auch in diesem Fall "Gesund übertrieben". Majalin hatte ihnen irgendwie etwas zu essen und tinken zukommen lassen. Er hatte Aurea nur eine kurze Notiz zukommenlassen, irgendwie war er dennoch froh das sie nicht sofort aus Adoran herkam. Und auf eine gewisse Art und Weise hatte er auch eine Idee warum das vielleicht auch gar nicht gut wäre.
"Mein Herz, sorge dich nicht." murmelte er halblaut.

In der Zwischenzeit lehnt er seinen Hinterkopf an den Baum des Lichts. Die Augen hatte er geschlossen und ordnete seine Gedanken in einer Art Meditation. Meditation, ein komisches Wort für einen Ritter. Er war ja immerhin kein Magier oder Druide oder wer weiss was. Es war im Grunde genommen ein ruhiges Ordnen seiner Gedanken, kraftschöpfendes Sinnieren, heilendes Denken. Ja so könnte man es sagen. Sicherlich hätte er auch andere Begriffe dafür finden können, bei manchen würde sowas stumpfes Starren, gezwungenes Brüten, hitzköpfiges Schweigen oder dergleichen nennen. Komischerweise fiel ihm sowohl für die ersten als auch für die letzten Begriffspaare gleich eine Person ein zu denen sie passt. Er war eher jemand der ruhig ordnet:


Die Grabung war sehr erfolgreich und sogar einigermassen geordnet abgelaufen. Eine der alten Platten war zwar beim hochstemmen geborsten, aber im Anbetracht des Alters der Platten, konnte man sicherlich froh sein das es nur eine war und nicht mehr. Die Steinunterlage darunter wurde aufgehackt und daraufhin abgetragen um sie draussen vor dem Kloster in Eimern zu lagern, so erging es der abzuschöpfenden Erde ebenso. Am Ende... nachdem sie von einem Alarm zur Burg des Barons gerufen wurden und zurückkehrten - ohne Kampf, der Feind war durch das Leuchtfeuer des Klosters in die Flucht geschlagen - fanden sie eine versiegelte Platte mit dem Zeichen der Herrin. Im nachhinein könnte man diese Steinplatte auch Versiegelung nennen. Denn der Inhalt war, nach dem Buch was Diakonin Hohenhain fand, ein recht heikler. Es ging um einen Fluch, einen sehr alten Fluch aus dem Jahre 9. Ein Diakon war mit mehreren anderen gestorben, plötzlich und in der Blüte seines Lebens. Vielleicht kam er in Kontakt mit etwas womit er nicht in Kontakt hätte kommen sollte. Konnte es übergreifen? Offenkundig konnte es das, immerhin ging es Lucien ähnlich wie ihm. War es tödlich? Noch lebten wir beide, und der Zauber oder auch Fluch war immerhin schon 250 Jahre alt, aus Erfahrung wusste er das sogar mächtige Flüche abschwächten mit der Zeit. Vielleicht war es alles halb so schlimm. Er fragte sich ob Lucien und er die einzigen waren, oder ob es den anderen ähnlich ging. Sie würden kommen wenn es ihnen schlecht ginge. Im Grunde genommen blieb ihnen für den Moment nichts anderes übrig als zu warten. Das war eine Sache der Diakonin... und sie würde es zu einem guten Ende führen, soviel Vertrauen hatte er.

Dann lächelte er. In seinen Gedanken stand seine Verlobte vor ihm und blickte ihn streng wie mahnend an. Ohja, ein wenig Ärger würde er kriegen...
Johanna Hohenhain

Beitrag von Johanna Hohenhain »

  • Bleierne, müßige Schwere. Sie litten darunter, jene, die den Fluch aus der Dunkelheit mit sich hinauf getragen hatten. Aber sie taten es leise, sie taten es mit einem gewissen Vertrauen. Aber nicht unbedingt klaglos. Eine dauernde Müdigkeit senkte die Hemmschwelle der Beschwerden, auch wenn Shalaryl und Johanna sich ebenso mit etwas schwachen Witzen darüber austauschen konnten. Ein Lachen kam dabei jedoch nicht zustande und der Wunsch nach Kraft und Ruhe, nach einen Pol neuer Energie, wuchs zusehend.
    In allen Dingen war Johanna nicht allein gelassen und fühlte sich nicht herausgerissen, wenn aber auch führend in dieser Angelegenheit. An keiner Stelle stand es zur Diskussion, dass diese Aufgabe von ihr gelöst werden sollte und in keinem Ton begegnete ihr Zweifel, doch immer wieder eine warmherzige Hoffnung. Diese Bestärkung trieb sie an ihrer Verantwortung auch in dem bestmöglichen Maße gerecht werden zu wollen. Und ohne Zweifel musste es ein Ende finden, ehe der Fluch sich zu viel Kraft von seinen Spendern genommen hat.
    Zwei Tage lang dauerten die Vorbereitungen und nahmen ihren Höhepunkt am Tage vor der geplanten Reinigung der Gruft im Berg, die sich all die Jahre unbemerkt unter der Krypta des Klosters befunden hatte. Eine unvorbereitete Übersprungshandlung wäre falsch gewesen, so wie der Situation längerfristig auszuweichen und hinauszuzögern.
    Am Abend des siebten Eisbruch widmete Johanna sich, in der Annahme allein im Kloster zu sein, der Weihe einer Schale mit Wasser, die sie einst in Leethas Schmiede für genau diese Anlässe beschaffen hatte. Den Boden jenes flachen Porzellangefäßes zierte ein silbernes Abbild des Baum des Lichtes und nicht nur deshalb kniete die Diakonin unter den wahrhaftigen goldenen Ästen. Kein Ort im Kloster war so rein wie dieser, zwischen den Wurzeln jenes Baumes, so konzentriert von göttlicher Berührung. Die Annahme weitestgehend allein zu sein verlief sich, als ein freundlicher, respektvoller Kalure sich Zugang verschaffte und sich mit einem sanften Lächeln zur Rothaarigen gesellte. Geodiz von der Bauhütte des Nilzadan, ein gar mitfühlender Diener Cirmias. Unter müden, aber bewegten Zeilen tauschten sie sich über Weihwasser und den Göttertrunk des Berges aus. Doch wunderbarer denn dies war ihre gemeinsame Segnung.
    Man wollte glauben, dass Musik durch das Kloster wallte, als sich der tief-brummende Gesang des Kaluren mit den anrufenden Worten der Menschenfrau vereinte, wie ein mehrstimmiges für einander komponiertes Stück. Licht, Wasser und Gestein vereinten sich in der Schale und sollten am Folgetag gemeinsam gegen die krathorischen Schatten wirken.
    So bewegend es war, so erschöpfend war dieser Akt auch gewesen. Denn auch klerikales Wirken wurde aus einem Becken an Kraft gezogen und dieses erschöpfte sich sichtbar und unbestreitbar.
    Aber Johanna wusste, sie könnte an diesem Punkt nicht aufhören, wie sehr sie ihre schmerzenden Knie auch aus dem Schnee erheben und die Glieder in einem Bett ausbreiten wollte. Dieser Wunsch war stark, aber der nach dem Wohlbefinden der anderen größer. Und so verging noch mehr Zeit. Shalaryl unterstützte sie allein durch ihr Erscheinen, ihre Anwesenheit, den lockenden Tee, der als Belohnung ausstand. Die Schutzamulette trugen ebenso das Bild des Baumes, umrandet von einem symbolischen Strahlenkranz. Auf der Rückseite hatte der beauftragte Feinschmied die gewünschte Gravur aufgebracht: „Die Herrin ist mein Schutz, mein Schild, mein Licht. Anno 260.“
    Auch für sie musste der Segen durch die Herrin erbeten werden...Möge die Herrin ihnen beistehen.
Johanna Hohenhain

Beitrag von Johanna Hohenhain »

  • Es war nun bald vier Wochen her. Ein ganzer Monat. Nicht länger als wenige Wimpernschläge, gefühlt wenige Tage und doch so fern wie Monate. An diesem Tage, welche die gefühlte und reale Zeitspanne zurücklag, hatte Johanna sich vorgenommen zusammen mit der Klosterwache und wenigen weiteren Freiwilligen die unterirdische Gruft zu reinigen und von den Schatten zu befreien, welche an so vielen ihr liebgewonnenen Leben nagte. Nicht minder auch an ihrem eigenen, aus dem sie bereit war zum Schutz und Einsatz noch mehr Kraft zu ziehen. Was ihnen dort unten aber begegnete übertraf alles, was man sich zuvor an Möglichkeiten erdachte hatte. Aus dem feuchten, modrigen Gemäuer löste sich eine mit Tentakeln behaftete Kreatur, dämonisch und mächtig – zu stark für die Befähigungen einer einfachen Diakonin, so kräftig um von einem Schwert oder Zauber abgehalten und gebannt zu werden. Andrin... immer wieder fragte sie nach Andrin... höhnte die Geweihten und das Licht der Herrin, das sich durch die Finsternis auszubreiten versuchte. Und dann war es ein heftiger Schlag, welche die Geweihte durch die Gruft schleuderte, Geodiz mit umriss und sie das Bewusstsein kostete. Schwärze umhüllte sie und sie hatte die Klosterwache, Geodiz, Sigarin und Nyome allein gelassen mit diesem Bluthund Kra'thors. Während ihr Körper angeschlagen und hilflos – jedoch nicht ungeschützt – auf dem kalten, feuchten Boden lag war ihr Geist wach, doch soweit fort, als habe sie das Diesseits hinter sich gelassen.
    Die Schmerzen waren eine Erinnerung, als sie statt von steinernen Boden sich aus einer weichen Wiese erhob und sie wurde willkommen geheißen, von diesem so wissenden, traurigen Lächeln, das sie seit fast gar einem Jahr nicht mehr gesehen hatte. Ehrliche, liebevolle Zuneigung, aus Demut gewonnen, aus dem Glauben und dem Zutrauen geschöpft, erfüllte Johanna, als sie die Heilige aus den Reihen der Sieben wiedererkannte – Jene erste Priesterin, die das Zeichen der Opferbereitschaft trug. Als Cherubim, als Botin der Herrin, war sie der Diakonin erschienen, und erfüllte den Willen Temoras, gab an Johanna den göttlichen Segen weiter. Und Brynn erwies selbst ein hohes Maß der Opferbereitschaft: Sie kehrte mit Johanna zurück um die Leben jener zu retten, deren Leben von einem Alb bedroht wurde. Doch konnten die anderen Brynn nicht sehen und spüren, berühren und sprechen hören, wie Johanna es konnte. Für sie erschien die erste Priesterin wie eine Lichtgestalt, die Konturen eines leuchtenden Geistwesens, welche über Johanna gelegt war. Sie wurde zum Anker, sie wurde zur Stimme, aber es war Brynn gewesen, welche die Kraft hatte im Willen Temoras den Alb zu bannen und zu vertreiben und allen Fluch aus den Hallen und allen Betroffenen zu nehmen.
    Dann folge die Zeit des Schlafes, der Erholung. Die Zeit um die Toten zu bestatten, ihnen die Ehre und letzte Würde zu erweisen, die Freiheit und Reinigung. Nun alles im Range einer Priesterin.
    Zwar hatten sich, bis eine junge Frau aus der Familie der Landerwals, keine Handwerker des Reiches gefunden um beim Wiederaufbau eines neuen Klosterraums zu helfen, doch hatten dafür die Priesterinnen und die Klosterwache angefangen die Räumlichkeiten zu entrümpeln, zu fegen, von Scherben, Spinnweben, mumifizierten Getier und anderem Unrat zu befreien. Viele Bücher waren nicht mehr zu retten, einige Gitter zu arg verrostet und hier und dort Regale zu vermodert um sie zu behalten, aber im Ganzen konnte wieder ein neuer Glanz in die dunklen Hallen kommen, damit sie von Licht und Frieden für die Toten und Trauernden erfüllt würden. Aber es kostete Arbeit, Schweiß und staubige Kleidung. Ein Ort, der 250 Jahre lang verborgen gelegen hatte würde bald wieder Teil des Lebens sein, nicht mehr Teil einer Bedrohung. Und sie war dankbar um die Hilfe...
Lya Landerwal

Beitrag von Lya Landerwal »

Mit einem angestrengten Schnaufen wurde die kleine, steinernde Kommode in die Ecke gerückt, ehe die kleine Frau einfach über jene zusammenfiel, owbohl das Bett kaum zwei Schritt weiter entfernt war. Irgendwann schienen die unregelmäßigen Kanten und Ecke der Kommode unbequem zu werden, denn einem alten und kränklichen Walross gleich, robbte sie schließlich doch zum Bett.
Ein Murren, welchem man fast etwas genervtes abgewinnen konnte, drang an ihre Ohren und es war einfach es auf die schlafende Lynn zurückzuführen, die es sich nicht weniger breit und bequem im großen Bett gemacht hatte. Unsanft schob sie ihre Cousine ein Stückchen zur Seite, was jene nicht mal ansatzweise in ihrem Zustand störte, damit sie selber sich endlich dem erholsamen Schlag hingeben konnte.


In den letzten Umläufen hatte sie kaum ein Auge zumachen können, so viel Aufträge und Arbeit hatten sich angehäuft. Bereitwillig hatte sie Hochwürden Hohenhain Hilfe bei der Instandsetzung der Krypta in Schwingenstein zugesichert, was sie zugleich auch vor einer neuen Herausforderung stellte. Einige Bodenplatten mussten ausgetauscht und somit neu angefertigt werden – jedoch so, dass sie sich möglichst wenig von den alten unterschieden. Einige Risse und Fugen waren zu versiegeln und die wahre Herausforderung manifestierte sich in drei Kristallleuchtern, die wieder in ihren Originalzustand versetzt werden sollten und Lya wollte, das es auch wirklich so aussah. Neue Gitter für die absperrenden Zäune, waren da eine Kleinigkeit über die sich sich immerhin keine Gedanken machen musste.

~~

So war sie unzählige Male wie ein Staubmonster aus der Krypta gekrochen, die schweren Steinplatten anfangs ohne Hilfe hin und her zerrend, hatte sie letztendlich irgendwann dem grummeligen Blick der Klosterwache nachgegeben und sich helfen lassen. So wurden nach und nach die neu gefertigten Steinplatten in die Krypta geschleppt und mit äußerster Vorsichtig ausgetauscht – bis Lya mit einem guten Gewissen zufrieden sein konnte und sie sich optisch nicht großartig von den anderen unterschieden. Um die Kristallleuchter und Zäune würde sie sich zuletzt kümmern, wenn der Rest der Umgebung stimmte und so waren es noch unzählige kleine und größere Rissen die sie während einiger Nächte bearbeitete. Das Mittel zur Versiegelung der Risse und Fugen war auch rasch gefunden, auch wenn die Verarbeitung der zähen, gräulichen Masse alles andere als angenehm war. Das Ergebnis jedoch war zumindest für sie äußerst zufriedenstellend.

Zusammen mit einer der Klosterwachen wurden letztendlich die Gitterteile der Zäune gelöst und von Lya mitgenommen in ihre Schmiede – mal schauen wie viel davon sie weiterverarbeiten konnte.
Lya Landerwal

Beitrag von Lya Landerwal »

Ein prüfender Blick galt dem Notizbuch, welches sie sich mittlerweile angeeignet hatte um keine der Bestellungen zu vergessen. Mit einer gewissen Zufriedenheit wurde der Zustand zur Kenntnis genommen, das sie sich wieder ein wenig Luft geschaffen hatte und so führte ihr Weg sie erneut nach Schwingenstein um nochmal einen Blick in die Krypta zu werfen. Mit Sorgfalt prüfte sie die ausgebesserten Steinplatten und die verschlossenen Risse im Gestein, sie wollte sicher gehen, dass jene auch nach einiger Zeit noch von Dauer waren. Ein grüblerischer Blick galt den Stellen, wo die neuen Zäune eingesetzt werden sollten und auch hier wurden die Verankerungspunkte erstmal ausgebessert, ehe sie zurück nach Adoran ritt um in ihrer Schmiede weiterzuarbeiten.

Sie hatte sich letztendlich dazu entschlossen, die alten Gitterstäbe einfach einzuschmelzen und komplett neue anzufertigen. Stellenweise waren die Spuren des Zeitenzahns einfach zu hartnäckig gewesen, als dass sie jene ohne große Verluste wiederherstellen konnte. Das war nicht sonderlich schlimm, so konnte sie die Gitterstäbe die zur stellenweisen Abzäunung dienten neu gestalten. Es blieb bei schlichten Eisenzäunen, so das sie sich optisch auf den ersten Blick nicht zu sehr von ihrem Original unterschieden – doch ließ Lya es sich nicht nehmen kleine Ornamente, die stellenweise Federn glichen, gerade im oberen und unteren Zaunbereich zu verzieren.

Die fertigen Zaunelemente wurden sicher auf den breiten Pferderücken verschnallt und dann ging es erneut nach Schwingenstein. Natürlich hatte sie auch das Angebot für Hilfe von Lucien nicht vergessen und so klopfte sie vorerst an seiner Tür, sie vergewisserte sich, dass er nicht da war und hinterließ schließlich ein kleines Zettelchen mit der schlichten Notiz, dass sie in der Krypta sei. Spätestens bei den Kristallleuchtern würde er sicherlich dran glauben müssen und mit einem kleinen Schmunzeln tüdelte sie samt Packtier weiter in Richtung Kloster.

Es dauerte einige Zeit, doch letztendlich waren auch die neuen Gitterstäbe an ihrem Platz fest verankert, so das sie sich mit gutem Gewissen der neuen Herausforderung stellen konnte. Kristallleuchter! Drei Stück dieser seltenen Stücke standen insgesamt in der Krypta und Hochwürden Hohenhain hatte sich gewünscht, dass jene nicht komplett neu gemacht wurden, sondern restauriert werden sollten. Nachdenklich betrachtete sie jene einen Moment, ehe sie mit der Hilfe einer Klosterwache, diese nach und nach hinauf schleppten. Sie würde den Weg zweimal machen müssen, sie wollte nicht das einer der Kristallleuchter auf dem Weg kaputt ging, also wurden erstmal zwei nach Adoran geschafft und der Dritte stehen gelassen. So wie sie es sah, müsste sie sowieso mit Lucien reden, ob er ein Mittelchen zusammenmischen konnte um die Zeitenzahnspuren zu entfernen... da war es nur praktisch, wenn vorerst ein Kristallleuchter vor Ort blieb.

Sie war zuversichtlich, dass die Krypta rechtzeitig zur Segnung fertig sein würde.
Lya Landerwal

Beitrag von Lya Landerwal »

Luciens Mittelchen hatte wirklich wahre Wunder gezeigt und so erstrahlten auch die Kristallleuchter wieder in ihrem alten Glanz. Zusammen hatten sie die beiden Leuchter wieder vom Kelpie nach Schwingenstein zur Krypta geschleppt und sorgfältig platziert.

In einer ruhigen Minute kam sie nochmal in die Krypta um sich alles zum letzten Mal prüfend anzusehen, dann hinterließ sie an Johannas Haus eine Nachricht für diese.
  • Der Herrin Segen mit Euch Hochwürden Hohenhain,

    Ich darf Euch mit Freude mitteilen, dass die Arbeiten meinerseits an der Krypta abgeschlossen sind. Alle maroden Steinplatten wurden ersetzt, die Fugen und Risse geschlossen, die Zäune wurden komplett neu gemacht und die Kristallleuchter wiederhergestellt.

    Macht Euch ein Bild davon und falls es noch Anliegen gibt, bin ich natürlich jederzeit zu erreichen und für ein Treffen bereit.

    gez.
    Lya Landerwal
    Anwärterin der Klosterwache
    Schmiedin der Familie Landerwal
Zufrieden machte sie sich auf nach Adoran, wieder etwas von der Liste gestrichen und wieder etwas geschafft.
Johanna Hohenhain

Beitrag von Johanna Hohenhain »

26. Lenzing 260,
Schwingenstein,
Kloster der Lichteinigkeit


  • Der Herrin Segen mit Euch, Fräulein Landerwal.

    Ich freue mich wirklich sehr über das Ergebnis Euer mühevollen und liebevollen Arbeit, die Ihr in die Wiederherstellung der Krypta eingebracht habt. Schon Eure Zwischenschritte blieben nicht unbemerkt. Lasst uns bitte wissen, ob es etwas gibt, mit dem wir Euch die Bemühungen entgelten können.


    Möge Temora Euch Schild und Schwert sein,


Johanna Hohenhain
-Priesterin der Lichtherrin Temora-


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  • Sie freute sich tatsächlich über das Ergebnis und die Krypta war in ihrem aktuellen Zustand bei weitem nicht mit dem zu vergleichen, was sie damals nach der Öffnung der weißen Platte dort unten im Dunklen vorgefunden hatten. Die Feuchte und der Moder waren durch langes Lüften, Trocknen und Reingen herausgeholt worden - soweit es eben im Umfang möglich war. Staub und Dreck waren beseitigt und auch die Spuren der Zeit wurden retuschiert, wenn sie aber auch als Erinnerung an mancher Stelle geblieben waren. Auch die Modernisierung und die hinzugekommenen Kleinigkeiten sollten sich der Geschichte der "Gruft unter dem Berg" einreihen.
    Nachdem Lya ihr Werk dort unten vollendet hatte nahm nun Johanna ihre Arbeitsstunden ein, auf einige Tage verteilt. Es wurde geputzt und nachgereinigt, verräumt und verstaut.
    Vor allem war es ihr wichtig für die Statue der Heiligen Brynn einen gescheiten Platz zu finden und mit Kerzen und Blüten dem Raum mehr Nähe und Leben zu schenken, dem Tod damit einen Hauch des Schreckens zu nehmen, dafür aber Würde zu schenken.
    Auch die Weihe war weitesgehend vorbereitet. Zumindest hatten die drei Priester sich die Messe unter Johannas Organisation aufgeteilt. Schon nächste Woche, in vier Tagen, würde das Kloster die Gemeinde zu diesem denkwürdigen Moment einladen.
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