Wie Tag und Nacht
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Kila Rabbe
Wie Tag und Nacht
Seufzend lag Kila mit dem Kopf an der Zellentüre und starrte auf Heinriks Füße. „Was ist mit meinen Stiefeln?“ fragte er, als ihm ihr Blick auffiel. Sie sah zu ihm auf und hob die schmalen Schultern. „Nichts“. Es klingelte und Kila hob den Kopf an und sah in die Richtung, aus der sie wie immer Personen erwartete. „Moment...“ sagte Heinrik. „In Ordnung, ich warte einfach so lange hier.“ rief Kila ihm feixend hinterher. Seufzend legte sie wieder ihre Stirn an die Zellentüre, als sie nach einer Weile die Füße einer weiteren Person erblickte sah sie auf und Kilas Gesicht erhellte sich mit einem Mal. „Finaaaa“ sagte sie langgezogen. Kila hatte ihre Freundin schrecklich vermisst und war heilfroh, dass Frau Oberst ihr Besuch erlaubt hatte. Die beiden unterhielten sich unter den wachsamen Augen des Wachtmeisters und dennoch fühlte sich Kila, jetzt wo Fina hier war, um einiges besser. Sie konnte so unbefangen bei ihr sein, die ganzen Sorgen einfach mal hinter sich lassen und nur über alles reden und den Moment genießen. Kila freute sich bereits darauf, den Kerker verlassen zu dürfen und mit ihr wieder einmal schwimmen zu gehen. Sie musste ihr unbedingt den schönen Strand zeigen, den sie gefunden hatte...
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Gast
Nachdem sie an jenem Abend die kurze Gesellschaft der Freundin genossen hatte, war sie ein wandelnder Schatten geworden.
Einigen speziellen Leuten die ihr von Grund auf unsympathisch geworden waren, ging sie also von Vorn herein aus dem Weg, und wenn sie jemanden trotzdem sah, so verbarg sie sich in einer dunklen Ecke einer Hauswand oder Mauer.
Das Schwimmbecken brachte ihr tiefe Ruhe und tiefer liegende Gedanken.
Wenn sie Kila wiedersah, dann mussten sie dringend einmal zu diesem Strand abhauen, welcher umrandet vom heissen Sand an der Insel lag.
Allein der Gedanke, die nackten Füße im feinpudrigen Gold zu vergraben ließen sie träumerisch auflächeln.
Doch sie würde jenen Strand in jedem Fall das erste mal mit ihrer Freundin besuchen.
Irgendwann würden sie sicher auch mehr solch nette Leute treffen wie Tom es war. Außerdem hatte sie sich fest vorgenommen bald nach Drakan zu sehen, doch davon würde sie erst einmal nichts erzählen.
Den letzten Schaum im Badewasser verteilt, wurden die schulterblattlangen, roten Wellen ausgewrungen und mit einem dunklen Handtuch bedeckt.
Sie würde sich am heutigen Abend wieder ihrer Axt widmen.
Die Muskeln mussten trainiert werden.
Bevor Kila sie nicht wiedererkannte und sich über die fehlende Standhaftigkeit lustig machen würde.
Beim Gedanken an die fehlende Freundin, welche dass bisher ungewöhnlichste und beste zugleich in ihrem Leben geworden war, musste sie abermals schmunzeln, ehe sie nur halb abgetrocknet in ihre Kleidung stieg und sich in den dichten Wald aufmachte...
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Gast
Heilung.
Der Tag endete fast wie er begonnen hatte.
Einsam.
Zwar war sie nicht allein, doch hatte einsam sein nicht auch immer etwas mit dem allein sein zutun.
Natürlich hatte sie Kila. Doch wie hatten sie festgestellt?
Finn war der Schattenmensch. Kila strahlte vor Licht.
Wie Tag und Nacht.
Doch hatte Finn auch Recht gehabt. Der Alkohol löste Gedanken, machmal löschte er sie sogar. Er machte alles zu einem schlichten -Nichts-.
Sie sah tief in das thyrische Horn hinein welches sich wieder mit leere schmückte und streckte es zu Iggy aus.
''Mehr nichts, bitte.'', kam es aus der dunkleren Ecke des Zimmers.
Sofort schenkte er es wieder voll.
Was für ein scheiß deprimierender Abend war das eigentlich gewesen?
Was war denn verkehrt mit ihr?
Unerträglich musste man sich scheinbar vor ihr retten, oder von anderen gerettet werden.
Die müden Augen wurden gerieben. Auch die dunkle Augenumrandung welche die grünen Irides zum strahlen brachten, wurde achtlos weggewischt.
Kila lag inzwischen im Bett und war zwischen der Decke völlig zerstreut eingeschlafen.
Sie hingegen war wach und setzte sich mit ihrem Apfelwein ans Fenster und blickte auf den schwach beleuchteten Marktplatz hinab.
Beim Geräusch des plätschernden Brunnen schloss sie kurz die Augen.
>>Männer..
scheiß Männer..
Tom war nur noch komisch. Der andere wollte scheinbar gerettet werden.
Und wo war überhaupt Drakan?, verdammt nochmal!!<<
Nochmals rieb sie sich über das Gesicht, und mit dem selben Handstrich auch die lästigen roten Haare aus jenem.
Rothaarige Frauen waren also aufregender und so.. blabla.
Sie sträubte sich gegen sich selbst, und damit hatte sie aufrichtig gesprochen. Und dabei dachte sie, dass auch Korisu aufrichtig gewesen war, bevor er scheinbar gerettet werden wollte.
Toni verstand das. Warum genau fremde Leute einen als Streunerin ansahen. Nicht gebildet oder edel, ganz normal und vom Leben gekennzeichnet.
Der Krug mit dem Apfelwein wurde geleert und zu Boden gestellt, wo sie sich einen neuen nahm.
Der viel zu gedankenschwere Kopf dann gegen die Scheibe gelehnt und der Blick weiter hinausgerichtet.
Alles würde irgendwann heilen.
Heilung.. ein beruhigendes Wort und auch für Kila hatte es eine neue Bedeutung.
Wie einige der alten Wunden würde alles heilen, auch wenn unsichtbare Risse zurückblieben.
Und wieso sollte sie noch einen Gedanken an Männer wie Tom oder Drakan verschwenden. Am Ende brauchte sie Heilung..
Von Sehnsucht, Begierde oder Verletzungen.
Doch an Heilung sollte es ihr dank Kila wohl nicht mehr mangeln.
Erschöpft schloss sie die Augen.
Sicher würde sich ihr Körper bald den Lohn zollen welcher er verdient hatte, und seinen Preis fordern.
Schlaf.
Zuletzt geändert von Gast am Montag 30. Januar 2017, 03:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Kila Rabbe
„Was für ein Narr!“ Sagte Kila, als Fina ihr erzählte, was Keylon in ihrem Beisein zu dem Gardisten gesagt hatte. Es war so taktlos gewesen, vor ihr, den Kameraden zu fragen ob er gerettet werden musste. Alles andere als Hilfreich. Fina war sauer, stinksauer und Kila konnte es sich nur denken, wie sie sich in jenem Moment gefühlt haben musste. Sie würde Keylon in einem ruhigen Moment sagen, wie taktlos er sich an jenem Abend Fina gegenüber verhalten hatte. Bis dahin versuchte sie die Freundin auf zu bauen. So etwas hatte Fina nicht verdient, sie war wie eine verblassende Blume im Wind und all zu gerne verkroch sie sich im Schatten, dort wo man ihre Tränen nicht sehen konnte. So vermutete sie es zumindest. Kila, welche laut ihrer Aussage immer im Licht stand, erhellte jene Dunkelheit und warf Licht, welches sich in Finas Tränen brach, auf die zerbrechliche Seele ihrer Freundin. Kila hatte gleich von Anfang an einen Draht zu ihr gehabt und sie ergänzten sich. Selbst wo sie doch so vollkommen unterschiedlich waren. „Das feine Fräulein“ … Fina hatte sie so bezeichnet und Kila war gekränkt, aber nicht wegen jener Aussage, sondern sie wollte keines Wegs, dass ihr beste Freundin und Vertraute neidisch auf sie war. Fina hatte versucht die Situation zu erklären und gemeint, dass sie in Kilas Schatten stand und kein Mann, die Streunerin der edlen Dame vorziehen würde. Kila wurde abermals bewusst, wie unterschiedlich sie doch waren und sie versuchte der Freundin klar zu machen, dass sie ihr niemals im Wege stehen würde. Sie wollte die Freundin nicht so sehen, sie konnte es nicht ertragen und sie würde sich ab sofort zurück halten, wenn ein Fremder die Damen antraf und ihre Gesellschaft genießen wollte. Sie wünschte ihrer Freundin alles Glück der Welt und eine starke Schulter an der sie sich anlehnen konnte. Kila hatte jenes Glück bereits gehabt und sie würde den 'Nicht'- Kennern den Vortritt lassen. Sie brauchte die Aufmerksamkeit von Männern nicht unbedingt, um glücklich zu sein. Solang es mehr gab, wonach sie zu streben pflegte, als Heim, Herd und Familie, gab sie Fina alles, was sie geben konnte. Und darüber hinaus noch viel mehr. Sie packte die 'Streunerin' nicht in Samthandschuhe ein, sondern gab ihr einfach das, was jeder suchte. Einen Ankerpunkt.
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Gast
''Typisch Mann!'', ärgerte sie sich brummend als die Tür am frühen Morgen eher unsanft in das Schloss fiel.
Die Stiefel von den Füßen gestriffen, die Hose auf den nächstbesten Stuhl in einer Ecke geschmissen ging sie zum Spiegel hinüber und starrte sich einen Augenblick an.
Wie immer hatte sie die grünen Augen am letzten Morgen umrandet, doch nun warf der Kohlestrich nur noch einen Schatten um die Augen, was sie etwas müde und trist wirken ließen. Ihre Lippen dankten ihr den nächtlichen Streifzug mit einer sanften Spröde,
welche ein leichtes Brennen hervorrief.
Als sie die Pupillen fixierte meinte sie leise zu sich selbst:
''Du bist eine starke Frau, und niemand hat dich zu verletzten oder zu täuschen. Du wirst dich nicht unterkriegen lassen,
sonst trete ich dir persönlich in den Arsch!''
Damit atmete sie tief durch und strich sich eine Hand Wasser in das Gesicht. Als sie das Bettzeug rascheln hörte, wendete sie sich um und sah sich das blonde Gewusel an, welches sanft und friedlich schlafend nur einige Meter entfernt lag.
Mit leisen Schritten ging sie zum Bett hinüber und setzte sich auf den Teppich,
der weich und flauschig vor dem riesen Schlafplatz lag.
Ein sanftes Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht und scheinbar beruhigte sich auch ihr Puls langsam wieder.
Wie sie doch die Freundin an ihrer Seite schätzte, und welchen Halt jene ihr gab.
Sanft strich sie ihr eine Strähne aus dem Gesicht und lächelte etwas weiter auf, als Kila sich selbst schlafend durch das Gesicht fuhr, als würde sie etwas kitzeln.
Sie griff unter das Bett, wo sie in der bekannten Ecke auf einen der Apfelweinkrüge stieß.
Was sollte sie nur ohne den Alkohol und vor allem ohne die Freundin machen? Auch hatte sie nervös den Heimweg angetreten nachdem sie das Gespräch mit Vidoc gehabt hatte.
Auf was hatte sie sich da nur eingelassen?
Das würde einige Zeit und vor allem Mut in Anspruch nehmen, sodass sie, wenn sie auch nur etwas Glück hatte, in die Sicherheit zurückkehren konnte. Sie musste noch einige Dinge erledigen, ehe sie sich neuerlich mit ihm traf und sie zusammen loszogen, und vielleicht sollte sie bei dieser Gelegenheit dann wirklich nach Drakan Ausschau halten.
Schon viel zu lange war er vom Rande ihres und auch Kilas Blickfeldes verschwunden. Der stämmige Hühne, welcher sich jederzeit auf einen Spaß verstand, wäre auch jetzt eine feste und starke Bereicherung für die Beiden.
Nachdem sie den Krug geleert hatte, wurde jener ordentlich in die Spüle der Küche gestellt, ehe sie sich nochmals das Gesicht wusch, und sich sogar die Haare kämmte, ehe sie sich zu der Freundin legte.
Noch eine Weile lang starrte sie an den Himmel des Bettes, ehe sie versuchte sich auf ihren Herzschlag zu konzentrieren.
Schon bald darauf würde auch sie seelig neben Kila schlummern.
Träumend vom zarten Pflänzchen der Freundschaft, welches tiefe Wurzeln geschlagen hatte,
und sich immer mehr zu einer starken Pflanze mit wunderschöner Blüte formte.
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Kila Rabbe
Der Tag war sehr kräftezehrend gewesen und Kila seufzte erleichtert auf, als sie in die kleine Wohnung über die Stadtstube eintrat, sich gegen die geschlossene Türe lehnte und einmal gut durch atmete. Das Gespräch bei den Rätinnen verlief genau so, wie es erwartet hatte. Schwierig. Kila hatte innerlich vor Wut gekocht, fühlte sich missverstanden und dennoch bewahrte sie ihre gute Erziehung, blieb förmlich und höflich. Sie wusste natürlich was man ihr vorwerfen würde. Wankelmut und Verrat, zwei Worte die Kila wirklich auf die Palme gebracht hatten. Und doch hatte man sie akzeptiert und wurde aus Luninaras Obhut entlassen.
Nur all zu gerne hätte Kila das mit einem kräftigen Schluck Met begossen, aber sie war müde und der Abend lief alles andere als gut. Sie war ungeduldig und gereizt und war etwas enttäuscht darüber, als Fina an jenem Abend andere Pläne hatte. Gerne hätte sie den Abend mit ihr verbracht um einfach nur mal wieder zu quatschen. Insgeheim beneidete Kila Fina darum, dass sie kam und ging wie es ihr beliebte. Wie sie einfach tagelang wegblieb und niemanden Rechenschaft ablegen musste. Nicht einmal Kila bat um jene, sondern brachte ihr großes Vertrauen entgegen, auch wenn sie nicht immer wusste was die rothaarige Schönheit so trieb. Kila stand noch eine Weile mit einem Glas Wasser am Fenster und starrte auf den leeren Marktplatz. Plötzlich erregte irgend etwas Vorbeihuschendes ihre Aufmerksamkeit und Kila verengte die Augen um besser sehen zu können. War da gerade jemand durch die Schatten gewandert? Misstrauisch zog Kila den Dolch aus dem Stiefel und schob jenen unter ihr Kopfkissen. Wenn Fina nicht da war, tat sie dies eigentlich immer, nur dieses mal fühlte sie sich weniger bedroht, als es ihr sonst vorkam. Erschöpft ließ sie sich auf die Bettkante sinken und blies die Wangen auf, um die Luft auszustoßen. Cilia hatte recht gehabt, der ganze Trubel um ihre Person setzte ihr mehr zu als sie zugab und sich selber eingestehen wollte. Sie musste etwas zurück schrauben und einfach mal etwas Zeit für sich selber planen. Sie kam die letzten Tage nicht einmal mehr zum lesen und das wurmte sie etwas. Müde kroch sie unter die Bettdecke und war recht schnell eingeschlafen. Als Fina im Morgengrauen zurück kam, bekam sie das nicht wirklich mit, aber irgendwann dreht sie sich in ihre Richtung, schmiegte sich freundschaftlich an sie und vergrub ihr Gesicht in die rote Löwenmähne.
Nur all zu gerne hätte Kila das mit einem kräftigen Schluck Met begossen, aber sie war müde und der Abend lief alles andere als gut. Sie war ungeduldig und gereizt und war etwas enttäuscht darüber, als Fina an jenem Abend andere Pläne hatte. Gerne hätte sie den Abend mit ihr verbracht um einfach nur mal wieder zu quatschen. Insgeheim beneidete Kila Fina darum, dass sie kam und ging wie es ihr beliebte. Wie sie einfach tagelang wegblieb und niemanden Rechenschaft ablegen musste. Nicht einmal Kila bat um jene, sondern brachte ihr großes Vertrauen entgegen, auch wenn sie nicht immer wusste was die rothaarige Schönheit so trieb. Kila stand noch eine Weile mit einem Glas Wasser am Fenster und starrte auf den leeren Marktplatz. Plötzlich erregte irgend etwas Vorbeihuschendes ihre Aufmerksamkeit und Kila verengte die Augen um besser sehen zu können. War da gerade jemand durch die Schatten gewandert? Misstrauisch zog Kila den Dolch aus dem Stiefel und schob jenen unter ihr Kopfkissen. Wenn Fina nicht da war, tat sie dies eigentlich immer, nur dieses mal fühlte sie sich weniger bedroht, als es ihr sonst vorkam. Erschöpft ließ sie sich auf die Bettkante sinken und blies die Wangen auf, um die Luft auszustoßen. Cilia hatte recht gehabt, der ganze Trubel um ihre Person setzte ihr mehr zu als sie zugab und sich selber eingestehen wollte. Sie musste etwas zurück schrauben und einfach mal etwas Zeit für sich selber planen. Sie kam die letzten Tage nicht einmal mehr zum lesen und das wurmte sie etwas. Müde kroch sie unter die Bettdecke und war recht schnell eingeschlafen. Als Fina im Morgengrauen zurück kam, bekam sie das nicht wirklich mit, aber irgendwann dreht sie sich in ihre Richtung, schmiegte sich freundschaftlich an sie und vergrub ihr Gesicht in die rote Löwenmähne.