Eine königliche Depesche an Antorius

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Bote der Krone
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Eine königliche Depesche an Antorius

Beitrag von Bote der Krone »

*Ein mit dem Siegel des Königs verschlossenes Schreiben wird von einem Herold zum Kloster nach Schwingenstein gebracht.*




Seiner Gnaden

Antorius

Diakon der Kirche Temoras


Alumenas, 21. Hartung 260


Seine Majestät richten Euch zuvor wohlwollende Grüße aus, hoffen Euch bei guter Gesundheit zu finden und bleiben Euch mit königlichen Gnaden gewogen


Seine Majestät hat vor einigen Wochen die bedrückende Nachricht über den Tod Ihrer Hochgeboren von Nebelpass und Ihrer Gnaden Demarkes ereilt. Wie Euer Gnaden wissen, hat dieser Schicksalsschlag nicht nur Seine Majestät schwer betrübt, sondern eine große Lücke im Gefüge des Herzogtums hinterlassen. Hiervon betroffen ist nicht zuletzt der am Nebelpass gelegene Hort des Wissens, eine der großen gelehrten Einrichtungen unserer Zeit, der Seiner Majestät stets besondere Freude bereitet hat. Diese Lücke zu füllen ist eine hehre Herausforderung, der angesichts der gewaltigen Fußstapfen, die Ihre Hochgeboren von Nebelpass und Ihre Gnaden Demarkes hinterlassen haben, nur mit höchstem Respekt und in größster Ehrfurcht begegnet werden kann. Seine Majestät zögern deshalb, die Verantwortung für den Hort nur auf Grundlage flüchtiger Gespräche und oberflächlicher Eindrücke, wie sie eine gewöhnliche Ausschreibung der Bibliotheksleitung impliziert hätten, dauerhaft in dritte Hände zu geben.

Aus diesem Grund haben Seine Majestät beschlossen, zunächst einen Rat gelehrter Persönlichkeiten zu berufen und diesen damit zu beauftragen, Vorschläge zur Zukunft des Hortes zu erarbeiten und mögliche Kandidaten, denen die Leitung der Bibliothek zugetraut werden kann, in Augenschein zu nehmen und zu begleiten. Seine Majestät haben Euch für diesen Rat ausgewählt, da Ihr Ihm verschiedentlich als gelehrte und in vielfältigen Feldern des Wissens bewanderte Person genannt worden seid. Weiter haben Seine Majestät Euer Bemühen, den Bürgern Lichtenthals die Göttergeschichte und andere Themen des Glaubens zu vermitteln, durchaus mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen. Seine Majestät trauen Euch darob zu, in der Angelegenheit des Rates einen wertvollen Beitrag zu leisten.

Gleichwohl Seine Majestät auf das Urteil und die Umsicht der Gelehrten vertrauen, hegen S. Majestät doch gewisse Vorstellungen, die Zukunft des Hortes betreffend. Insbesondere wünschen Seine Majestät, dass der Hort in seiner jetzigen Rolle als sichtbarer Leuchtturm des Wissens, als Ort des Austauschs und des Lernens und als Refugium der Gelehrsamkeit erhalten bleibt. Eine teilweise Verlagerung der Bestände der Bibliothek oder gar deren Aufteilung auf unterschiedliche Einrichtungen liegen deshalb genauso wenig im Interesse Seiner Majestät, wie die gänzliche Eingliederung oder Unterordnung des Hortes unter eine andere Institution des Herzogtums.

Auch wenn ich selbstverständlich davon ausgehe, dass Ihr Seiner Majestät Ruf folgen werdet, bitte ich Euch höflich, der Kanzlei Eure Bereitschaft zur Teilnahme an diesem Gremium mitzuteilen.


Mit den gnädigsten Wünschen für Euer Wohlergehen

Hochachtungsvoll

Anselm von Eulenburg
Reichsgraf zu Eulenburg
Königlicher Hofkanzler


Bote der Krone
Beiträge: 163
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Bote der Krone »

Während er die Papiere auf seinem Schreibtisch ordnete, fiel ihm die Korrespondenz zum Hort des Wissens in die Hände. "Noch keine Antwort aus dem Kloster?", erkundigte er sich beiläufig bei seinem Sekretär, der ihm dienstbeflissen und ein wenig aufdringlich über die Schulter spähte. "Noch keine Antwort, Euer Exzellenz", gab dieser gewissenhaft zur Auskunft. "Hm", raunte er unter seinem buschigen Schnurrbart hervor, nahm dann aus einem Holzfach, das am Rande des schweren Eichentisches stand, eine leere Seite Pergament und versah diese mit wenigen Zeilen. Eine Prise Löschsand, einige Tropfen Siegelwachs und der Stempel der Kanzlei vollendeten das Werk. Mit den Worten "Ihr wisst ja wohin" überreichte er das Schreiben seinem Sekretär, der sich mit einer kurzen Verbeugung empfahl und bereits in Richtung der Botenstube entschwand.






Alumenas, 31. Hartung 260

Hort des Wissens



Um Antwort in der oben genannten Angelegenheit wird höflich gebeten.


Hochachtungsvoll

Anselm von Eulenburg
Reichsgraf zu Eulenburg
Königlicher Hofkanzler


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Antorius
Beiträge: 3962
Registriert: Mittwoch 5. August 2015, 23:21

Beitrag von Antorius »

*Nach all den Wirrungen, Prüfungen und schlaflosen Nächten der vergangenen Wochen fand er es war ein guter Gedanke den Frühjahrsputz in seiner Stube anzugehen. Seine Katze Melisande war davon weniger angetan, da er sie von einer Ecke in die Andere scheuchte und sie nie ihre Ruhe hatte. Irgendwann kam auch der Boden unter dem Bett dran und dort erwischte er ein etwas von Katzenpfoten und kleinen Beisserchen ramponiertes Pergament. Oh... meine.. Göttin... vom Ohje... und ihm wurde wirklich heiss und kalt während er ihn genauer studierte. Sofort machte er sich daran zu entziffern was zu entziffern war und nun endlich verstand er auch den zweiten Brief, den er aufgrund des Fluches von der Gebetsrolle vorerst zur Seite gelegt hatte. Etwas zerknirscht machte er sich noch am gleichen Abend an die Beantwortung des Schreibens, welches er dann im Palast abgab.*

"Der Herrin Segen mit euch, eure Exzellenz von Eulenberg

Ich entschuldige mich demütigst für ein Ausbleiben einer raschen Antwort
ob eures Schreibens.
Hiermit teile ich euch meine Bereitschaft mit, dem Ruf Seiner Majestät zu
folgen und meine Teilnahme an jenem Gremium zu bestätigen.

Möge die Herrin euch behüten und leiten.

Hochachtungsvoll,

gez. Antorius
Priester der Herrin Temora"
[img]http://fs2.directupload.net/images/150314/eoxhkbn3.png[/img]
Zuletzt geändert von Antorius am Sonntag 5. Februar 2017, 20:29, insgesamt 2-mal geändert.
"Der Adler fliegt allein, der Rabe scharenweise;
Gesellschaft braucht der Tor, und Einsamkeit der Weise."
Friedrich Rückert
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