Es war einmal...
... an einem wunderbar friedlichen Abend mitten im Winter. Die Tage wurden zwar langsam wieder länger, doch noch hatte die Sonne ihre Kraft längst nicht wiedergefunden und hüllte die Landschaft tagsüber in güldenes, doch eher kühles Licht. Der Schnee tat sein Übriges und durch seine frostige, kristallklar klirrende Kälte war es auch dem Boden nicht möglich ausreichend Wärme aufzusaugen, um jene wieder abzugeben. Doch hielt sich das Geschimpfe über Väterchen Frost und das Schneetreiben in diesem Jahr sehr zurück - man war irgendwie und irgendwo froh, dass er doch noch, wenngleich so seltsam spät, gekommen war.
So ruhte also an diesem Abend und in der kommenden Nacht die süße Natur selig unter ihrer reinweißen Daunendecke und träumte sicherlich vom nahenden Frühling.
Irgendwo in einem versteckten Hüttchen, weit hinter dem Rande des allgemeinen Interesse, schliefen einige junge Frauen nicht minder zufrieden und nach einem ereignisreichen Tag erschöpft den Schlaf der Gerechten. Eingekuschelt in mollig warme Wolldecken, gebettet auf weiche Felle ruhten sie friedlich und entspannt. Alle... bis auf das Nachthaar und die Kupferrote. Jene träumten miteinander. Was sicherlich nicht ungewöhnlich war, hatten sich die beiden doch gerade im Land der Träume bereits gegenseitig besucht und der jeweils Anderen Träume geschenkt, doch niemals hatten sie sich einander im Traum gesehen und somit haarklein exakt den gleichen Traum geträumt, den weder die Eine, noch die Andere auch nur irgendwie beeinflussen konnte.
Sie träumten, hilflos und eher unfreiwillig, einen höchst seltsamen, gemeinsamen Traum...
Du blickt in das Antlitz deiner Schwester, sie scheint verwirrt oder gar erschrocken und will dir etwas sagen, doch sobald sie den Mund öffnet, vernimmst du nur ein fernes Jaulen, wie der Ruf eines jungen Wolfes, der zum ersten Mal den Mond besingt. Statt in Panik zu verfallen, greifst du aber nach ihrer Hand, wie am gestrigen Abend und gibst ihr mit einem leichten Druck Zuversicht und Beistand. Was auch immer sie gerade verunsichert, du bist da und hast auch nicht vor wegzugehen. Da zeichnet sich ein Lächeln auf ihren Zügen ab, sie nickt, dreht sich dann aber ab und zieht dich behutsam mit sich.
Ihr wandert einen dunklen Gang entlang, eine Art Halle, die durch nichts, als ihre tristen, grauschwarzen Wände bestechen würde, wären da nicht diese großen, zauberhaft gezeichneten und konstrastiv farbenfrohen Bilder an den Wänden. Mit Faszination in den großen Augen und geöffneten Mündern bestaunt ihr eines nach dem anderen:
1. Sieben Spatzen sitzen auf einem verschneiten Ast und schmiegen sich eng aneinander, Federn geplustert, Schnäbelchen unter die Flügel gesteckt, doch der Vierte scheint im Begriff gerade das Gruppenkuscheln zu verlassen, denn er steigt kräftig und zielgerichtet aus ihrer Mitte auf, die Flügel bereits zum Flug gespreizt.
2. Inmitten einer Wiese aus saftigem Gras, gesprenkelt von zarten, kunterbunten Blüten, liegt eine einsame Sanduhr auf der Seite, als habe man sie umgestoßen. Zersprungen ist sie jedoch nicht, sondern vollends intakt und ohne den Verlust des kostbaren Sandes - nur rinnt jener aufgrund der Seitenlage nicht weiter.
3. Voller Stärke und ewiger Schönheit streckt ein prächtiger, einzelner Baum seine Blätter nahe an die Sonne heran, deren Strahlen über einen Berg spitzen und sich wie flüssiges, weißgelbes Licht in seinem Blattwerk brechen. Güldene Sprenkel zeichnen sie auf seine alte, doch kräftige Rinde.
4. Vor einem Spiegel steht eine etwas herabgebrannte Kerze. Genau der Docht mitsamt der Flamme sind direkt mittig vor dem Spiegel platziert und es scheint beinahe so, als würde das vorwitzige Flämmchen sich darin betrachten. Doch statt einer Flamme, blickt ihr erstaunt ein kleiner Wassertropfen entgegen - von der Form fast gleich, nur eben andersherum.
5. Mittig im Bild ist ein Mittsommerfeuer zu sehen und mehrere, junge Frauen in rotbraunen Röcken tanzen ausgelassen und lachend um die Flammen herum. Eine jede jedoch hat ein seltsam anmutendes, zartes Wesen auf den Schultern oder manchmal gar dem Kopfe sitzen. Zierliche, zerbrechlich wirkende, kleine Gestalten in verschiedenen Farben, welche allesamt Schmetterlingsflügel am Rücken haben.
6. Eines der Wesen wurde in diesem letzten Bild vergrößert dargestellt. Es wirkt besorgt, verwirrt und ein wenig verzweifelt - ähnlich wie deine Schwester ganz zu Beginn des Traumes. Als ihr euch gemeinsam aber nähert, blinzelt das Wesen auf dem Bild plötzlich und eine kleine Träne findet den Weg aus dem Bild zu Boden.
Pling...
Das Geräusch erinnert eher an ein helles, filigranes Silberglöckchen und scheint in diesem langen, düsteren Gang endlos zu hallen. Es wird sogar lauter, schwillt zu einer Art Schrei an und piepst in den Ohren.
Schrecklich!
Zwei junge Frauen erwachten in den frühen Morgenstunden nahezu zeitgleich in der Hütte irgendwo im Nirgendwo und sahen sich an.
Beide wussten, dass das kein gewöhnlicher Traum war - nur was dann?
[Quest] Wie Feuer und Wasser - anders in der Anderswelt!
-
Gast
'Wir sollten über gestern Nacht reden'.
Im ersten Moment musste Veilya unweigerlich an zwei Menschen denken, die sich zuvor stürmisch aufeinander eingelassen hatten, um eine wilde Nacht zu erleben, der am nächsten Morgen eine gewisse Reue und Peinlichkeit folgt.
Ein mattes Schmunzeln stahl sich auf ihr Gesicht, als sie auf das vertraute und geliebte Gesicht ihrer Schwester sah, dessen Zügen sich nun ebenfalls zu einem schelmischen Grinsen verwandelten, als sie der Doppeldeutigkeit ihrer Worte bewusst wurde.
Wie ein fernes Nachhallen summte das Geräusch eines hellen Glöckchens in Veilyas Bewusstsein auf und steigerte sich für ein kurzes, schrilles Crescendo zu eben jenem Schrei, mit der der Traum abrupt geendet hatte.
Sie rieb sich, untermalt von einem leisen Seufzen, die Schläfen, als könne das den dysharmonischen Laut in ihrem Kopf vertreiben.
Der intensive Traum und das kräftezehrende Ritual vom Vortag, als sie die verdorbene Saat aus dem Elfenwald gebannt hatten, steckten noch in den Knochen der beiden Schwestern.
Sie entschieden sich für einen wärmenden Tee und einigen Süßigkeiten vor dem gemütlich knisterndem Holzfeuer im Haus der Schwesternschaft - irgendwo im Nirgendwo, verborgen durch den magischen Irrweg.
Ellys, Nephele und Veilya saßen wenig später beisammen und schlurften Tee und schauten gleichermaßen euphorisch auf das Gelage an Süßspeisen und Leckereien. Vertraulich und in familiärer Atmosphäre tauschte man sich über die Ereignisse des Tages und den bekundeten Rückhalt der Thyren und Elfen vom Vortag aus, ehe Ellys und Veilya auf den Traum zu sprechen kamen.
Mit vor Neugier funkelten Augen lauschte die Jüngste ihren beiden Schwestern, die abwechselnd über den Traum berichteten und verglichen, ob es wirklich der gleiche Traum war, denn sie gemeinsam erlebt hatten.
Das es kein gewöhnlicher Traum war, den keiner von beiden der anderen geschickt hatte wurde sehr rasch klar.
Ob es diese Fee aus dem letzten Bild war, deren Träne zu Boden fiel?
Hatte sie ihnen dieses nächtliche Mysterium geschickt?
Die drei Schwestern waren sich recht rasch einig, dass es ein Hilferuf war und dass die Bilder Botschaften enthielten, die es zu entschlüsseln galt.
Einige waren offensichtlich und klarer, als die anderen.
Die Frauen in braunrot waren Schwestern, die um das Lithafeuer tanzten und die Wesen bei ihnen waren Feenwesen.
Früher, so wussten sie von einer ihrer Ältesten, war es nicht ungewöhnlich, dass Feenartige die Feste der Schwestern besuchten.
Sie deuteten jenes Bild also als Verbundenheit, die bereits besteht und auch vielleicht wieder belebter werden sollte.
Das letzte Lithafest hatte auf dem Bergplateau stattgefunden, neben den Wurzeln des älteren Abkömmlings des Ahnenbaums.
Und so war das Bild mit dem Baum recht rasch als eben jener identifiziert - die Kulisse der Berge und der untergehenden Sonne recht eindeutig.
Die Kerzenflamme, die sich im Spiegel betrachtete und des Wassertropfens als Spiegelbild ansichtig wurde konnte nur für Ellys und Veilya stehen - auch wenn sich die Schwestern nicht ganz sicher waren.
Bei dem Spatzenmotiv mussten sie eine Weile grübeln.
Es strahlte eine Gemeinschaft und einen Zusammenhalt aus, der für die Schwesternschaft typisch war, doch den aufbrechenden vierten Spatz wusste man nicht recht zu deuten - würde jemand gehen?
Einige weitere Süßigkeiten wurden vernichtet, ehe die drei 'Hexen' beschlossen über die Zahlenmystik der '7' nachzudenken.
Prompt fiel es Veilya ein!
Sieben Tage des Wochenlaufes.
Der vierte Spatz machte sich zielstrebig auf...also der vierte Tag der Woche!
Es war eine Zeitangabe!
Die Sanduhr wäre wohl schwerer zu interpretieren gewesen, hätte Ellys nicht bereits die Sanduhr als 'liegende Acht' beschrieben, als die Wasser- und die Feuerschwester der Jüngsten abwechselnd vom Traum berichtet hatten.
Also die achte Stunde.
Am vierten Tag der Woche, zur achten Abendstunde, am Fuße des Ahnenbaums auf dem Bergplateau wurden Ellys und Veilya also von einem jener Wesen erwartet, die früher einst oft Gast bei ihren Festen waren;
einer Fee, die ihre Hilfe brauchte.
Glücklich über die Lösung des Rätsels und auch etwas bedrückt über das Leid der Fee, fühlten sie die Drei ermattet.
Doch huschende Füße auf der Treppe kündeten weitere Schwestern an.
Sie würden mehr Tee und Süßigkeiten brauchen!
Im ersten Moment musste Veilya unweigerlich an zwei Menschen denken, die sich zuvor stürmisch aufeinander eingelassen hatten, um eine wilde Nacht zu erleben, der am nächsten Morgen eine gewisse Reue und Peinlichkeit folgt.
Ein mattes Schmunzeln stahl sich auf ihr Gesicht, als sie auf das vertraute und geliebte Gesicht ihrer Schwester sah, dessen Zügen sich nun ebenfalls zu einem schelmischen Grinsen verwandelten, als sie der Doppeldeutigkeit ihrer Worte bewusst wurde.
Wie ein fernes Nachhallen summte das Geräusch eines hellen Glöckchens in Veilyas Bewusstsein auf und steigerte sich für ein kurzes, schrilles Crescendo zu eben jenem Schrei, mit der der Traum abrupt geendet hatte.
Sie rieb sich, untermalt von einem leisen Seufzen, die Schläfen, als könne das den dysharmonischen Laut in ihrem Kopf vertreiben.
Der intensive Traum und das kräftezehrende Ritual vom Vortag, als sie die verdorbene Saat aus dem Elfenwald gebannt hatten, steckten noch in den Knochen der beiden Schwestern.
Sie entschieden sich für einen wärmenden Tee und einigen Süßigkeiten vor dem gemütlich knisterndem Holzfeuer im Haus der Schwesternschaft - irgendwo im Nirgendwo, verborgen durch den magischen Irrweg.
Ellys, Nephele und Veilya saßen wenig später beisammen und schlurften Tee und schauten gleichermaßen euphorisch auf das Gelage an Süßspeisen und Leckereien. Vertraulich und in familiärer Atmosphäre tauschte man sich über die Ereignisse des Tages und den bekundeten Rückhalt der Thyren und Elfen vom Vortag aus, ehe Ellys und Veilya auf den Traum zu sprechen kamen.
Mit vor Neugier funkelten Augen lauschte die Jüngste ihren beiden Schwestern, die abwechselnd über den Traum berichteten und verglichen, ob es wirklich der gleiche Traum war, denn sie gemeinsam erlebt hatten.
Das es kein gewöhnlicher Traum war, den keiner von beiden der anderen geschickt hatte wurde sehr rasch klar.
Ob es diese Fee aus dem letzten Bild war, deren Träne zu Boden fiel?
Hatte sie ihnen dieses nächtliche Mysterium geschickt?
Die drei Schwestern waren sich recht rasch einig, dass es ein Hilferuf war und dass die Bilder Botschaften enthielten, die es zu entschlüsseln galt.
Einige waren offensichtlich und klarer, als die anderen.
Die Frauen in braunrot waren Schwestern, die um das Lithafeuer tanzten und die Wesen bei ihnen waren Feenwesen.
Früher, so wussten sie von einer ihrer Ältesten, war es nicht ungewöhnlich, dass Feenartige die Feste der Schwestern besuchten.
Sie deuteten jenes Bild also als Verbundenheit, die bereits besteht und auch vielleicht wieder belebter werden sollte.
Das letzte Lithafest hatte auf dem Bergplateau stattgefunden, neben den Wurzeln des älteren Abkömmlings des Ahnenbaums.
Und so war das Bild mit dem Baum recht rasch als eben jener identifiziert - die Kulisse der Berge und der untergehenden Sonne recht eindeutig.
Die Kerzenflamme, die sich im Spiegel betrachtete und des Wassertropfens als Spiegelbild ansichtig wurde konnte nur für Ellys und Veilya stehen - auch wenn sich die Schwestern nicht ganz sicher waren.
Bei dem Spatzenmotiv mussten sie eine Weile grübeln.
Es strahlte eine Gemeinschaft und einen Zusammenhalt aus, der für die Schwesternschaft typisch war, doch den aufbrechenden vierten Spatz wusste man nicht recht zu deuten - würde jemand gehen?
Einige weitere Süßigkeiten wurden vernichtet, ehe die drei 'Hexen' beschlossen über die Zahlenmystik der '7' nachzudenken.
Prompt fiel es Veilya ein!
Sieben Tage des Wochenlaufes.
Der vierte Spatz machte sich zielstrebig auf...also der vierte Tag der Woche!
Es war eine Zeitangabe!
Die Sanduhr wäre wohl schwerer zu interpretieren gewesen, hätte Ellys nicht bereits die Sanduhr als 'liegende Acht' beschrieben, als die Wasser- und die Feuerschwester der Jüngsten abwechselnd vom Traum berichtet hatten.
Also die achte Stunde.
Am vierten Tag der Woche, zur achten Abendstunde, am Fuße des Ahnenbaums auf dem Bergplateau wurden Ellys und Veilya also von einem jener Wesen erwartet, die früher einst oft Gast bei ihren Festen waren;
einer Fee, die ihre Hilfe brauchte.
Glücklich über die Lösung des Rätsels und auch etwas bedrückt über das Leid der Fee, fühlten sie die Drei ermattet.
Doch huschende Füße auf der Treppe kündeten weitere Schwestern an.
Sie würden mehr Tee und Süßigkeiten brauchen!
Zuletzt geändert von Gast am Mittwoch 18. Januar 2017, 03:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Ellys Fuchsbaum
Feen...
...von denen hatte Cara einmal erzählt und auch Majalin wusste von früheren Besuchen der kleinen, geflügelten Bewohner einer anderen Welt zu berichten. Wenn die erfahrenen Schwestern von derartigen Festen oder Gesprächen mit den wundersamen Wesen sprachen, dann leuchteten die Augen mit einer hellen Begeisterung und Freude, sowie tiefer, strahlender Weisheit und Wissen, dass sie selber sich immer ein klein wenig dumm oder vielmehr recht unwissend. Das war eine Welt, die ihr bisher verschlossen war. Keine Fee hatte sich bei den letzten Feierlichkeiten als spontaner Gast gezeigt, keine Gnome waren bei den Exkursionen mitgewandert - wenigstens der kleine Erdkobold hatte sich gezeigt, als er frech an Vaneas Rock zuppeln wollte. Doch fernab dieser einen Begegnung schien ihr die Anderswelt immer so dermaßen anders und fern, dass sie hier und da sogar begann, daran zu zweifeln.
Tja und nun saßen sie hier auf den Kissen, nippten am Tee, knabberten am Gebäck und ließen die Köpfe rauchen. Entschlüsselt wollten die Bilder werden und dank Nepheles und Veilyas Geistesblitzen gelang dies sogar relativ schnell. Ellys erinnerte sich zwar mit seligem Honigkuchenpferdstrahlen an die wundersamen, farbenprächtigen Bilder im Traume, doch noch während sie sprach wanderten die Gedanken immer wieder zurück zum letzten Stück der imaginären Ausstellung:
Die Fee.
Sie hatte nie zuvor ein derart hübsches Wesen gesehen. Zierlich und filigran, wie aus hauchfeinem Porzellan gefertigt, die großen Augen wie abertausend winzige Sterne in einem Meer aus verschiedenen Blautönen, welches sie wiederum an einen Lieblingsreim ihrer Großmutter Minna erinnerte:
"Blaue Augen, Himmelsstern - lieben und posieren gern."
Nur, dass in diesen Himmelssternen noch mehr als nur das Licht des Lebens glitzerte, sondern auch die klare Tränenflüssigkeit. Als die kleine, wunderbare Gestalt mit dem sowieso schon reichlich verzweifeltem Gesichtsausdruck die Träne vergossen hatte, wollte sich irgendetwas in Ellys Brust viel zu schnell zusammenkrampfen. Das helle Glöckchenklingeln, als die Träne zu Boden tropfte und das anschwellende Schrei-Geräusch machten den Eindruck natürlich kein Stück besser - im Gegenteil. Wenn man ein weiches Herz hat, sieht man niemanden gerne leiden und hier war der Kummer groß genug, um derartig weiche Herzen sehr rasch ebenfalls zu erfüllen.
So schlief Ellys trotz des Rätselslösung am Folgeabend spät ein und träumte wieder nicht besonders gut oder gar erquickend. Als dann die Nacht vor dem Besuch am Ahnenbaum gekommen war, wollte der sanfte Schlummer sie so genau gar nicht ereilen und gestattete damit den Gedanken, ihre wilden Sprünge zu machen, nur um doch am Ende immer wieder um die Fee und ihren Hilferuf zu kreisen, denn da war des Pudels Kern zu finden:
Was würde sie wollen?
Wer war bereit mitzuhelfen?
Und... waren sie überhaupt in der Lage, wirklich zu helfen?
Sie waren noch junge Schwestern und selbst wenn sie beide das Jahresrund im Kreise der Schwesternschaft erlebt hatten, so fehlte es ihnen noch an Erfahrung - wieso also, hatte die Fee gerade ihnen beiden den Traum geschickt und nicht Majalin und Cara, die doch beide sogar Erfahrungen mit Feen gemacht hatten?
Zweifel begannen an Ellys zu nagen und erst, als schon das erste Zwielicht einsetzen wollte, brachte sie es fertig, sich und den Gedanken selber einen verbalen Riegel vorzuschieben, als sie ächzend feststellte:
"Na, wir werden es ja in wenigen Stunden sehen. Sie wird wohl ihre Gründe für diese Wahl gehabt haben... hoffe ich!"
...von denen hatte Cara einmal erzählt und auch Majalin wusste von früheren Besuchen der kleinen, geflügelten Bewohner einer anderen Welt zu berichten. Wenn die erfahrenen Schwestern von derartigen Festen oder Gesprächen mit den wundersamen Wesen sprachen, dann leuchteten die Augen mit einer hellen Begeisterung und Freude, sowie tiefer, strahlender Weisheit und Wissen, dass sie selber sich immer ein klein wenig dumm oder vielmehr recht unwissend. Das war eine Welt, die ihr bisher verschlossen war. Keine Fee hatte sich bei den letzten Feierlichkeiten als spontaner Gast gezeigt, keine Gnome waren bei den Exkursionen mitgewandert - wenigstens der kleine Erdkobold hatte sich gezeigt, als er frech an Vaneas Rock zuppeln wollte. Doch fernab dieser einen Begegnung schien ihr die Anderswelt immer so dermaßen anders und fern, dass sie hier und da sogar begann, daran zu zweifeln.
Tja und nun saßen sie hier auf den Kissen, nippten am Tee, knabberten am Gebäck und ließen die Köpfe rauchen. Entschlüsselt wollten die Bilder werden und dank Nepheles und Veilyas Geistesblitzen gelang dies sogar relativ schnell. Ellys erinnerte sich zwar mit seligem Honigkuchenpferdstrahlen an die wundersamen, farbenprächtigen Bilder im Traume, doch noch während sie sprach wanderten die Gedanken immer wieder zurück zum letzten Stück der imaginären Ausstellung:
Die Fee.
Sie hatte nie zuvor ein derart hübsches Wesen gesehen. Zierlich und filigran, wie aus hauchfeinem Porzellan gefertigt, die großen Augen wie abertausend winzige Sterne in einem Meer aus verschiedenen Blautönen, welches sie wiederum an einen Lieblingsreim ihrer Großmutter Minna erinnerte:
"Blaue Augen, Himmelsstern - lieben und posieren gern."
Nur, dass in diesen Himmelssternen noch mehr als nur das Licht des Lebens glitzerte, sondern auch die klare Tränenflüssigkeit. Als die kleine, wunderbare Gestalt mit dem sowieso schon reichlich verzweifeltem Gesichtsausdruck die Träne vergossen hatte, wollte sich irgendetwas in Ellys Brust viel zu schnell zusammenkrampfen. Das helle Glöckchenklingeln, als die Träne zu Boden tropfte und das anschwellende Schrei-Geräusch machten den Eindruck natürlich kein Stück besser - im Gegenteil. Wenn man ein weiches Herz hat, sieht man niemanden gerne leiden und hier war der Kummer groß genug, um derartig weiche Herzen sehr rasch ebenfalls zu erfüllen.
So schlief Ellys trotz des Rätselslösung am Folgeabend spät ein und träumte wieder nicht besonders gut oder gar erquickend. Als dann die Nacht vor dem Besuch am Ahnenbaum gekommen war, wollte der sanfte Schlummer sie so genau gar nicht ereilen und gestattete damit den Gedanken, ihre wilden Sprünge zu machen, nur um doch am Ende immer wieder um die Fee und ihren Hilferuf zu kreisen, denn da war des Pudels Kern zu finden:
Was würde sie wollen?
Wer war bereit mitzuhelfen?
Und... waren sie überhaupt in der Lage, wirklich zu helfen?
Sie waren noch junge Schwestern und selbst wenn sie beide das Jahresrund im Kreise der Schwesternschaft erlebt hatten, so fehlte es ihnen noch an Erfahrung - wieso also, hatte die Fee gerade ihnen beiden den Traum geschickt und nicht Majalin und Cara, die doch beide sogar Erfahrungen mit Feen gemacht hatten?
Zweifel begannen an Ellys zu nagen und erst, als schon das erste Zwielicht einsetzen wollte, brachte sie es fertig, sich und den Gedanken selber einen verbalen Riegel vorzuschieben, als sie ächzend feststellte:
"Na, wir werden es ja in wenigen Stunden sehen. Sie wird wohl ihre Gründe für diese Wahl gehabt haben... hoffe ich!"
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Der Erzähler
"Was lange weilt, wird endlich gut!"
So zumindest wollen es einem die Sprüche verkaufen und leider ist die Realität eine ganz andere. Es ist auch meist gelogen, dass die Warterei einem die Begegnung zuletzt nur versüßt, denn zumindest die beiden Mädchen, welche auf die versprochenen Träume der Fee warteten, mussten die nervlich so einige Höhen und Tiefen aushalten, bis es endlich soweit war.
In der letzten Nacht der Woche, vom Ende des einen Wochenlaufes in den neuen quasi hinein, träumten sie wieder recht eindringlich und klar, doch diesmal waren es verschiedene Traumsequenzen mit vollkommen verschiedenen, versteckten Botschaft, die es erneut zu ergründen gelten sollten:
***
Ellys:
Tiefe, undurchdringliche Dunkelheit streckt sich im ersten Augenblick allumfassend aus, ehe ein schwacher Funke geboren wird, der stetig an Kraft und Konturen zunimmt.
Spielerisch breitet sich das lohernde Feuer mit einem sanften Auffauchen aus und bildet einen Kopf mit spitz zulaufender Nase, vier Beinen mit Pfoten und einen langen, puscheligen Flammenschweif.
Die Lefzen heben sich zu einem listig-gewitztem Schmunzeln, ehe die Fähe kurz zwinkert.
Abrupt kommt erneut Bewegung in das Bild, als die Gestalt zu implodieren scheint und zu einem Häufchen Asche herabbrennt, dass nur noch leicht in der Dunkelheit glimmt.
Ein kurzer Moment der Ruhe tritt ein, ehe sich etwas in der Asche bewegt und sich langsam aus ihr hervorschiebt.
Eine Nasenspitze durchbricht die Asche und ein altersloses Frauengesicht drängt herauf und schiebt die Asche beiseite und richtet sich langsam auf. Rechts und links tauchen zwei weitere dieser Gesichter auf - die Augen der Drei sind geschlossen:
1. Das Frauengesicht zur Linken öffnet die Lider und ihre kohleschwarzen Augen werden sichtbar.
"Das flammende Herz in kreisrundem Schutz, tief geborgen im Schoß der Einen, saugt pochend am wärmenden Busen der Mutter"
Die Augen schliessen sich wieder.
2. Die Frau in der Mitte öffnet ihre Augen, glimmender Kohle gleichend, und öffnet den Mund und haucht aus.
Ihr flammender Odem verwandelt sich in eine drehende Spirale, ehe das Flammenrad stehen bleibt und drei Speichen ausbildet, die spiralförmig gedreht sind.
Mund und Augen schliessen sich wieder.
3. Das dritte Frauengesicht, das zur Rechten, öffnet zuletzt die Augen, die lavaartig aufglühen.
"Der krächzende Hahn ohne Herz weist den Weg.
Die Zukunft liegt zu Füßen der Wurzeln der Vergangenheit"
Ihre Augen schliessen sich.
Langsam kippen die Drei wieder zurück in die Asche und versinken.
Das Licht stirbt und die Dunkelheit nimmt wieder alles ein.
***
Veilya
Gleißende, grelle Helligkeit scheint einen im ersten Moment beißend zu blenden, ehe eine mildernde, angenehm grünblaue Woge über das Licht schwappt, es abdämpft und beinahe streichelnd und wiegend es in kleinen Wellen glitzernd bricht.
Sanft breitet sich diese Strömung immer mit einem leisen Rauschen weiter aus und bildet einen Kopf, der oval und schmal zuläuft und unter dessen beiden Nasenlochschlitzen eine schmale, lange Zunge rasch spürend aus dem Mund geschoben wird. Ein langer, aalartiger Körper vollendet das Wesen, dessen Schuppen in allen Farben des Blauspektrums leuchten.
Neugierig und beobachtend lugen die sanften Augen umher, ehe das Wesen noch einmal rasch nachforschend züngelt.
Abrupt kommt Bewegung in das Bild, als die Gestalt abzutauchen scheint und eine zischelnde Wasserfontäne hinterlässt, deren Tropfen kurz die Sicht einschränken.
Ein kurzer Moment des Tosens tritt ein, ehe sich etwas in der Fontäne bewegt und langsam aus ihr hervorschiebt.
Eine Nasenspitze durchbricht das Wasser und ein alterloses Frauengesicht drängt hinaus, schüttelt die Tropfen ab und sieht langsam hinab. Rechts und links tauchen zwei weitere dieser Gesichter auf - die Augen der Drei sind geschlossen:
1. Das Frauengesicht zur Linken öffnet die Lider und ihre oceanblauen Augen werden sichtbar.
"Am Ende suchen sie die warme Weite, doch entspringt der Anfang aus der engen, grauen Kälte"
2. Die Frau in der Mitte öffnet ihre Augen, weißer Gischt gleichend, und öffnet den Mund und spuckt aus.
Ihre spritzende Spucke verwandelt sich in eine eisige Skulptur, die aus mehreren Figuren zugleich zu bestehen scheint - langbärtig, mit Reißzähnen und Fell versehen, vielarmig. In jeder Hand ein anderes Werkzeug. Dann zerspringt das kristallklare Eis...
Mund und Augen schliessen sich wieder.
3. Das dritte Frauengesicht, das zur Rechten, öffnet zuletzt die Augen, die moorfarben grünblau aufblitzen.
"So fern und doch noch greifbar.
Die Ferne beginnt doch bereits nahe des Zentrums"
Ihre Augen schliessen sich.
Langsam driften die Drei wieder zurück in die Fontäne und gehen darin unter.
Die Dämpfung verschwindet und das grelle Licht nimmt wieder alles ein.
***
Und nun?
Nach dem Erwachen ist vor dem Erwachen und die Anderswelt heißt nicht ohne Grund so, Mädchen. Um-, quer, mit- und weiterdenken ist jetzt gefragt.
So zumindest wollen es einem die Sprüche verkaufen und leider ist die Realität eine ganz andere. Es ist auch meist gelogen, dass die Warterei einem die Begegnung zuletzt nur versüßt, denn zumindest die beiden Mädchen, welche auf die versprochenen Träume der Fee warteten, mussten die nervlich so einige Höhen und Tiefen aushalten, bis es endlich soweit war.
In der letzten Nacht der Woche, vom Ende des einen Wochenlaufes in den neuen quasi hinein, träumten sie wieder recht eindringlich und klar, doch diesmal waren es verschiedene Traumsequenzen mit vollkommen verschiedenen, versteckten Botschaft, die es erneut zu ergründen gelten sollten:
***
Ellys:
Tiefe, undurchdringliche Dunkelheit streckt sich im ersten Augenblick allumfassend aus, ehe ein schwacher Funke geboren wird, der stetig an Kraft und Konturen zunimmt.
Spielerisch breitet sich das lohernde Feuer mit einem sanften Auffauchen aus und bildet einen Kopf mit spitz zulaufender Nase, vier Beinen mit Pfoten und einen langen, puscheligen Flammenschweif.
Die Lefzen heben sich zu einem listig-gewitztem Schmunzeln, ehe die Fähe kurz zwinkert.
Abrupt kommt erneut Bewegung in das Bild, als die Gestalt zu implodieren scheint und zu einem Häufchen Asche herabbrennt, dass nur noch leicht in der Dunkelheit glimmt.
Ein kurzer Moment der Ruhe tritt ein, ehe sich etwas in der Asche bewegt und sich langsam aus ihr hervorschiebt.
Eine Nasenspitze durchbricht die Asche und ein altersloses Frauengesicht drängt herauf und schiebt die Asche beiseite und richtet sich langsam auf. Rechts und links tauchen zwei weitere dieser Gesichter auf - die Augen der Drei sind geschlossen:
1. Das Frauengesicht zur Linken öffnet die Lider und ihre kohleschwarzen Augen werden sichtbar.
"Das flammende Herz in kreisrundem Schutz, tief geborgen im Schoß der Einen, saugt pochend am wärmenden Busen der Mutter"
Die Augen schliessen sich wieder.
2. Die Frau in der Mitte öffnet ihre Augen, glimmender Kohle gleichend, und öffnet den Mund und haucht aus.
Ihr flammender Odem verwandelt sich in eine drehende Spirale, ehe das Flammenrad stehen bleibt und drei Speichen ausbildet, die spiralförmig gedreht sind.
Mund und Augen schliessen sich wieder.
3. Das dritte Frauengesicht, das zur Rechten, öffnet zuletzt die Augen, die lavaartig aufglühen.
"Der krächzende Hahn ohne Herz weist den Weg.
Die Zukunft liegt zu Füßen der Wurzeln der Vergangenheit"
Ihre Augen schliessen sich.
Langsam kippen die Drei wieder zurück in die Asche und versinken.
Das Licht stirbt und die Dunkelheit nimmt wieder alles ein.
***
Veilya
Gleißende, grelle Helligkeit scheint einen im ersten Moment beißend zu blenden, ehe eine mildernde, angenehm grünblaue Woge über das Licht schwappt, es abdämpft und beinahe streichelnd und wiegend es in kleinen Wellen glitzernd bricht.
Sanft breitet sich diese Strömung immer mit einem leisen Rauschen weiter aus und bildet einen Kopf, der oval und schmal zuläuft und unter dessen beiden Nasenlochschlitzen eine schmale, lange Zunge rasch spürend aus dem Mund geschoben wird. Ein langer, aalartiger Körper vollendet das Wesen, dessen Schuppen in allen Farben des Blauspektrums leuchten.
Neugierig und beobachtend lugen die sanften Augen umher, ehe das Wesen noch einmal rasch nachforschend züngelt.
Abrupt kommt Bewegung in das Bild, als die Gestalt abzutauchen scheint und eine zischelnde Wasserfontäne hinterlässt, deren Tropfen kurz die Sicht einschränken.
Ein kurzer Moment des Tosens tritt ein, ehe sich etwas in der Fontäne bewegt und langsam aus ihr hervorschiebt.
Eine Nasenspitze durchbricht das Wasser und ein alterloses Frauengesicht drängt hinaus, schüttelt die Tropfen ab und sieht langsam hinab. Rechts und links tauchen zwei weitere dieser Gesichter auf - die Augen der Drei sind geschlossen:
1. Das Frauengesicht zur Linken öffnet die Lider und ihre oceanblauen Augen werden sichtbar.
"Am Ende suchen sie die warme Weite, doch entspringt der Anfang aus der engen, grauen Kälte"
2. Die Frau in der Mitte öffnet ihre Augen, weißer Gischt gleichend, und öffnet den Mund und spuckt aus.
Ihre spritzende Spucke verwandelt sich in eine eisige Skulptur, die aus mehreren Figuren zugleich zu bestehen scheint - langbärtig, mit Reißzähnen und Fell versehen, vielarmig. In jeder Hand ein anderes Werkzeug. Dann zerspringt das kristallklare Eis...
Mund und Augen schliessen sich wieder.
3. Das dritte Frauengesicht, das zur Rechten, öffnet zuletzt die Augen, die moorfarben grünblau aufblitzen.
"So fern und doch noch greifbar.
Die Ferne beginnt doch bereits nahe des Zentrums"
Ihre Augen schliessen sich.
Langsam driften die Drei wieder zurück in die Fontäne und gehen darin unter.
Die Dämpfung verschwindet und das grelle Licht nimmt wieder alles ein.
***
Und nun?
Nach dem Erwachen ist vor dem Erwachen und die Anderswelt heißt nicht ohne Grund so, Mädchen. Um-, quer, mit- und weiterdenken ist jetzt gefragt.
Zuletzt geändert von Der Erzähler am Montag 23. Januar 2017, 18:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Der Erzähler
Ein Lächeln umspielte die kleinen, zarten Feenlippen und der Funke Hoffnung konnte seit langem wieder kräftiger in den glitzernden Augen leuchten. Die beiden Mädchen hatten die Probe mit Hilfe so vieler Freunde bestanden.
Wie wertvoll eine Freundschaft war, hatte sie versucht ihnen zu erzählen und wie sehr sie nun hoffte, dass dieses Band zwischen den beiden und den anderen Helfern stark genug war, um dem zauberhaften Pilz ein geborgenes Plätzchen bieten zu können. Mit dessen Kraft und Wachstum würden die Feuerkobolde und Wassernymphen zur Raison kommen und endlich wieder miteinander sprechen. Der Streit hätte ein Ende, und... und irgendetwas hatte sie doch vergessen.
Freundschaft, klares Quellwasser, fruchtbare Vulkanasche, der Pilz - ach weh, der Pilz! Oh es war höchste Zeit noch einmal Träume auszusenden, die die beiden sicherlich vernehmen würden, wie auch schon zuvor.
Träumt schön und klar, liebe Schwestern!
Du bemerkst noch im Traum, dass du gerade träumst und ein kleines Glücksgefühl macht sich in der Brust bemerkbar, als du verstehst, warum dies so ist - es ist an der Zeit den geheimen, versteckten Ort zu sehen, an welchem der Pilz zu finden ist.
Schwaches, silberweißes Licht beleuchtet dich und die Umgebung nur sehr spärlich. Als du die Gestalt an deiner Seite bemerkst, greifst du wie selbstverständlich nach ihrer Hand, denn du hast schon zuvor tief in deinem Herzen gespürt, dass auch deine Schwester wieder mit von der Partie ist. Kaum ist die Berührung vollzogen, da flackert das Silberlicht ein wenig, nimmt dann aber urplötzlich an Intensität und Stärke zu, wird kräftiger und beginnt in vielen kleinen Funken quer an der Decke des Raumes entlang zu sprühen. Dort, wo die Funken auftreffen, setzen sie sich beinahe nistend fest und glimmen ganz alleine weiter. Nach und nach erschafft sich damit ein Netz aus Funken ganz wie von selbst. Erst, als einige davon zu einer runden, blassen Scheibe zusammenschmelzen, realisierst du staunend, dass damit ein ganzer Sternenhimmel mitsamt Vollmond geboren wurde.
Vollmond! Ein Stichwort für dich und eilig blickst du dich um.
Tatsächlich, da erstreckt sich eine prächtige, weite Wiese unmittelbar vor euren Füßen. Blumen, zeitlos und doch seltsam alt, als würden sie nie verblühen, zieren das immergrüne Gras und inmitten deren Reihen steht ein einzelner, verkümmerter, kleiner Pilz. Er hat nur noch wenig Kraft, wirkt schrumpelig, müde und kurz vor dem Abknicken, doch kannst du die letzten, fruchtbaren Sporen in der Kappe beinahe spüren. Dir bleibt wirklich nur noch wenig Zeit, jene auch außerhalb der surrealen Traumwelt zu finden und für das Mondscheinritual zu bergen... allerdings ist das Wiesenbild eine große Hilfe, denn es gibt nur wenige Orte auf Gerimor, die nicht wirklich von der Zeit und dem Winterhauch betroffen sind.
Mit neuer Zuversicht und einem Lächeln auf den Lippen erwachst du - Pilzjagd!
Wie wertvoll eine Freundschaft war, hatte sie versucht ihnen zu erzählen und wie sehr sie nun hoffte, dass dieses Band zwischen den beiden und den anderen Helfern stark genug war, um dem zauberhaften Pilz ein geborgenes Plätzchen bieten zu können. Mit dessen Kraft und Wachstum würden die Feuerkobolde und Wassernymphen zur Raison kommen und endlich wieder miteinander sprechen. Der Streit hätte ein Ende, und... und irgendetwas hatte sie doch vergessen.
Freundschaft, klares Quellwasser, fruchtbare Vulkanasche, der Pilz - ach weh, der Pilz! Oh es war höchste Zeit noch einmal Träume auszusenden, die die beiden sicherlich vernehmen würden, wie auch schon zuvor.
Träumt schön und klar, liebe Schwestern!
Du bemerkst noch im Traum, dass du gerade träumst und ein kleines Glücksgefühl macht sich in der Brust bemerkbar, als du verstehst, warum dies so ist - es ist an der Zeit den geheimen, versteckten Ort zu sehen, an welchem der Pilz zu finden ist.
Schwaches, silberweißes Licht beleuchtet dich und die Umgebung nur sehr spärlich. Als du die Gestalt an deiner Seite bemerkst, greifst du wie selbstverständlich nach ihrer Hand, denn du hast schon zuvor tief in deinem Herzen gespürt, dass auch deine Schwester wieder mit von der Partie ist. Kaum ist die Berührung vollzogen, da flackert das Silberlicht ein wenig, nimmt dann aber urplötzlich an Intensität und Stärke zu, wird kräftiger und beginnt in vielen kleinen Funken quer an der Decke des Raumes entlang zu sprühen. Dort, wo die Funken auftreffen, setzen sie sich beinahe nistend fest und glimmen ganz alleine weiter. Nach und nach erschafft sich damit ein Netz aus Funken ganz wie von selbst. Erst, als einige davon zu einer runden, blassen Scheibe zusammenschmelzen, realisierst du staunend, dass damit ein ganzer Sternenhimmel mitsamt Vollmond geboren wurde.
Vollmond! Ein Stichwort für dich und eilig blickst du dich um.
Tatsächlich, da erstreckt sich eine prächtige, weite Wiese unmittelbar vor euren Füßen. Blumen, zeitlos und doch seltsam alt, als würden sie nie verblühen, zieren das immergrüne Gras und inmitten deren Reihen steht ein einzelner, verkümmerter, kleiner Pilz. Er hat nur noch wenig Kraft, wirkt schrumpelig, müde und kurz vor dem Abknicken, doch kannst du die letzten, fruchtbaren Sporen in der Kappe beinahe spüren. Dir bleibt wirklich nur noch wenig Zeit, jene auch außerhalb der surrealen Traumwelt zu finden und für das Mondscheinritual zu bergen... allerdings ist das Wiesenbild eine große Hilfe, denn es gibt nur wenige Orte auf Gerimor, die nicht wirklich von der Zeit und dem Winterhauch betroffen sind.
Mit neuer Zuversicht und einem Lächeln auf den Lippen erwachst du - Pilzjagd!
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Gast
Wolken zogen gleich trägen Himmelsrochen über den Himmel und hüllten den Saum des Nebelwaldes in ein mystisches Wechselspiel aus Schatten und sanftem Sternenlicht. Der Mond, hoch oben am Zelt der Gestirne, versteckte sein Antlitz noch hinter einem Schleier aus Weiß.
Unten, auf der verschneiten Ebene, stapften zwei Gestalten auf den Elfenwald zu, der sich jüngst wieder vom Feuer zu erholen schien.
Von der Gestalt und den wage erkennbaren Rundungen, die in eine dichte Lage aus wärmenden Stoffen gekleidet wurden, waren es zwei Frauen.
Die leise knirschenden Schritte schienen die Ruhe des Ortes nicht zu stören. Es ging eher etwas friedvolles von den beiden Frauen aus, in deren vor Kälte geröteten Gesichtern eine unauslöschbare Freude geschrieben war.
Das winterliche Laken, in das sich die Natur dieses Jahr verspätet gekuschelt hatte, wurde dünner, je näher sie sich dem 'verwunschenen' Wald näherten.
Es hieß gemeinhin im Volk, dass der Wald alle Unwillkommenen abweisen würde oder tagelang in die Irre leite - einige würden nie wieder auftauchen.
Doch die beiden Schwestern aus dem Sumpf betraten unbeirrt den Wald und folgten eine Weile einem Wildpfad.
Es schien, als würde der Weg irgendwann abrupt enden oder sich ständig ändern, gleich einem Irrweg. Die Sterne waren jedoch ihr Geleit und so versuchten sie sich nicht von ihren Augen leiten zu lassen, sondern von ihren Gefühlen und ihrem Ziel- dem Pilz.
Wo, wenn nicht hier, an den Ausläufern des mächtigen Zauberwaldes, der seinen neuen harmonischen Ton wieder gefunden zu haben schien, würden sie Erfolg haben?
Der Schleier zwischen dieser Welt und der Anderswelt war hier dünner und von unzähligen Feenpfaden durchzogen - Kobolde, Nymphen und andere Naturgeister kehrten wieder in den Wald ein, nachdem sie vor dem Feuer flüchten mussten.
Ellys und Veilya griffen jeweils nach der Hand der Anderen und besannen sich auf ihre Mission - Pilzjagd, ehe sie ohne scheinbares Ziel weiterliefen.
In der Ferne hörte man mächtige Schwingen über dem Kronendach des Waldes rauschen; kurz stockten die Beiden und hielten lauschend inne - doch der Walddrache war auf der Jagd nach etwas Schmackhafterem und war bald in der Ferne verschwunden.
Mit einem glockenhellen Ton flackerte unweit ein silbrig-weißes Licht auf und tänzelte zwischen Dickicht und Bäumen umher!
Die beiden Schwestern sahen sich an und folgten sogleich dem Wink aus der Feenwelt.
Waren es Minuten, Stunden oder gar nur ein paar Herzschläge, die sie dem leuchtenden Geleit folgten?
Veilya hatte etwas das Zeitgefühl verloren und der unstete Schimmer aus dem wolkenverhangenen Himmel schien keinen Anhalt zu liefern.
Steigungen hoch und runter, mal auf einer Art Pfad laufend und dann wieder mitten durch das Unterholz.
Letztendlich, als sie gerade unter einem umgestürzten Baumstamm hindurchliefen, blendete sie beide das helle, silbrige Licht und und vor den Augen der Feuer- und der Wasserhexe eröffnete sich eine weite Blumenwiese in schmeichelnden Frühlings- und Sommertönen.
Waren sie noch im Nebelwald mit seinen jahreszeitlichen Eigenheiten oder gar irgendwo zwischem dem Hier und der Anderswelt? Der Ort hatte jedenfalls etwas Magisches an sich.
Und just in diesem Moment entschloss sich der Mond seinen Wolkenschleier abzuwerfen und seinen vollen Glanz gleich einem Strahl fliessenden Silbers auf die Wiese zu werfen. In seinem Fokus ein einzelner, kleiner Pilz, der bereits bessere Tage gesehen hatte.
Unscheinbar und ohne den 'Deut' des Vollmondes wohl in der Pracht der geschwisterlichen Blumen untergegangen.
Die Suchenden näherten sich dem Pilz und verspürten erneut dieses Glücksgefühl, dass sie auch schon im Traum gespürt hatten.
Der Pilz würde nun bald schlafen und ruhen, doch seine letzten Sporen würden in den Händen der beiden Traumwandlerinnen eine andere Bestimmung finden.
Unten, auf der verschneiten Ebene, stapften zwei Gestalten auf den Elfenwald zu, der sich jüngst wieder vom Feuer zu erholen schien.
Von der Gestalt und den wage erkennbaren Rundungen, die in eine dichte Lage aus wärmenden Stoffen gekleidet wurden, waren es zwei Frauen.
Die leise knirschenden Schritte schienen die Ruhe des Ortes nicht zu stören. Es ging eher etwas friedvolles von den beiden Frauen aus, in deren vor Kälte geröteten Gesichtern eine unauslöschbare Freude geschrieben war.
Das winterliche Laken, in das sich die Natur dieses Jahr verspätet gekuschelt hatte, wurde dünner, je näher sie sich dem 'verwunschenen' Wald näherten.
Es hieß gemeinhin im Volk, dass der Wald alle Unwillkommenen abweisen würde oder tagelang in die Irre leite - einige würden nie wieder auftauchen.
Doch die beiden Schwestern aus dem Sumpf betraten unbeirrt den Wald und folgten eine Weile einem Wildpfad.
Es schien, als würde der Weg irgendwann abrupt enden oder sich ständig ändern, gleich einem Irrweg. Die Sterne waren jedoch ihr Geleit und so versuchten sie sich nicht von ihren Augen leiten zu lassen, sondern von ihren Gefühlen und ihrem Ziel- dem Pilz.
Wo, wenn nicht hier, an den Ausläufern des mächtigen Zauberwaldes, der seinen neuen harmonischen Ton wieder gefunden zu haben schien, würden sie Erfolg haben?
Der Schleier zwischen dieser Welt und der Anderswelt war hier dünner und von unzähligen Feenpfaden durchzogen - Kobolde, Nymphen und andere Naturgeister kehrten wieder in den Wald ein, nachdem sie vor dem Feuer flüchten mussten.
Ellys und Veilya griffen jeweils nach der Hand der Anderen und besannen sich auf ihre Mission - Pilzjagd, ehe sie ohne scheinbares Ziel weiterliefen.
In der Ferne hörte man mächtige Schwingen über dem Kronendach des Waldes rauschen; kurz stockten die Beiden und hielten lauschend inne - doch der Walddrache war auf der Jagd nach etwas Schmackhafterem und war bald in der Ferne verschwunden.
Mit einem glockenhellen Ton flackerte unweit ein silbrig-weißes Licht auf und tänzelte zwischen Dickicht und Bäumen umher!
Die beiden Schwestern sahen sich an und folgten sogleich dem Wink aus der Feenwelt.
Waren es Minuten, Stunden oder gar nur ein paar Herzschläge, die sie dem leuchtenden Geleit folgten?
Veilya hatte etwas das Zeitgefühl verloren und der unstete Schimmer aus dem wolkenverhangenen Himmel schien keinen Anhalt zu liefern.
Steigungen hoch und runter, mal auf einer Art Pfad laufend und dann wieder mitten durch das Unterholz.
Letztendlich, als sie gerade unter einem umgestürzten Baumstamm hindurchliefen, blendete sie beide das helle, silbrige Licht und und vor den Augen der Feuer- und der Wasserhexe eröffnete sich eine weite Blumenwiese in schmeichelnden Frühlings- und Sommertönen.
Waren sie noch im Nebelwald mit seinen jahreszeitlichen Eigenheiten oder gar irgendwo zwischem dem Hier und der Anderswelt? Der Ort hatte jedenfalls etwas Magisches an sich.
Und just in diesem Moment entschloss sich der Mond seinen Wolkenschleier abzuwerfen und seinen vollen Glanz gleich einem Strahl fliessenden Silbers auf die Wiese zu werfen. In seinem Fokus ein einzelner, kleiner Pilz, der bereits bessere Tage gesehen hatte.
Unscheinbar und ohne den 'Deut' des Vollmondes wohl in der Pracht der geschwisterlichen Blumen untergegangen.
Die Suchenden näherten sich dem Pilz und verspürten erneut dieses Glücksgefühl, dass sie auch schon im Traum gespürt hatten.
Der Pilz würde nun bald schlafen und ruhen, doch seine letzten Sporen würden in den Händen der beiden Traumwandlerinnen eine andere Bestimmung finden.
Zuletzt geändert von Gast am Montag 30. Januar 2017, 18:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Ellys Fuchsbaum
So viele waren gekommen!
Sowohl auf dem gemeinsamen Rätselweg, als auch jetzt, am Abend des Rituals und wieder einmal spürte sie die tiefe Verbunden- und Dankbarkeit, welche das Herz kleine Sprünge machen ließ und selig den Brustraum beflügelte, wie abermillionen winzige Schmetterlinge oder Glühwürmchen. Dieses Gefühl kannte sie in etwas anderer Form bei Mikael und in der gemeinschaftlichen Intensität nur bei den Schwestern, doch das war noch ein größerer Kreis und in just diesem standen sie schließlich vereint und waren alle gewillt, der kleinen Fee und ihren Kameraden zu helfen.
Freundschaft, ein so starkes Wort.
Erst einmal liest es sich doch nicht so besonders und gerade geschrieben oder gesprochen war es sehr schnell, die Tragweite des Buchstaben- und Lautkomplexes erschloss sich aber erst, wenn es hart auf hart kam und nun flehte da jemand, den sie selbst bis dahin noch nicht einmal kannte, um genau diese Tugend und beschwor sie alle zusammenzuarbeiten, um genau die Saat "Freundschaft" und Frieden in eine andere Welt zu tragen.
Wer folgte einem solchen Ruf denn schon?
Die Antwort war sowohl erfreulich, als auch simpel:
Alle!
Ihr gegenüber standen Ozurr und Shala nebeneinander und hatten beide versprochen die Einstimmung in die Welt der "Geyster" und Träume zu übernehmen. Die Worte des Schamanen waren es, die ihr da bewusst gemacht hatten, wie stark ein solcher Bund der Völker und Traditionen, die Hand in Hand mit dem Lied und der Natur arbeiteten, doch im Grunde war. Ozurr hatte sie mit wenigen Sätzen wissen lassen, dass es alles andere als selbstverständlich war, diese Einstimmung für Andere zu vollziehen und doch war er bereit, es für diese kleine Gruppe zu wagen. Shala ließ sich kurz vor Beginn der Zeremonie sogar entschuldigen und sie eilte mit dem Wind und den Waldgeistern zurück in ihre Heimat, um einen prächtigen Traumkristall mit sich zu bringen, aufdass die Traumwelt wirklich in sanften Schlieren für kurze Zeit mit dem Hier und Jetzt verschmolz.
Über alledem schwebten die Segensworte der Brüder, welche ein Gebet an die Allmutter sprachen und so für einen besinnlichen und gemeinschaftlichen Auftakt sorgten. Dank der Schwestern und ihren Anrufungen, machten sich die Elemente im Hain bemerkbar und mal knisternd, dann wieder flüsternd oder plätschernd kamen sie alle herbei um den Ort, an welchem die Pilzsporen in die neue Wiege gebettet werden sollten, zu segnen.
Die Gabe des Feuers versprach dem Flecklein Wärme und Licht.
Der Hauch des Windes wollte ewigen Atem dem Pilzlein eingeben.
Des Wassers Kuss kündete von erquickender Frische und flüssigem Leben.
Das Erdenreich hingegen formte die Wiege und schenkte Geborgenheit.
Nun waren sie alle gefordert und während die erste "Speise" des Pilzes in Form der Rätseltruhen-Gaben, also dem Schlauch voller frischem Quellwasser und dem Beutel angereichert mit nahrhafter Vulkanerde, die wenigen Sporen bedeckte, die sie aus der Anderswelt hatten mitnehmen können, sprach ein jeder gedanklich oder gar manchmal laut gute Wünsche und Erinnerungen an das feste Band der Freundschaft segnend über das winzige Geflecht aus. Sie selbst erinnerte sich an das erste Fest, an welchem sie so manch liebes Gesicht der Runde zum ersten Mal gesehen und kennengelernt hatte, während Veilya direkt von der ersten Begegnung mit Ellys zu berichten wusste. Gedanklich warf Letztere noch die Erinnerung an Freunde in der Ferne hinein. An Lilja, die ihr und Mikael vollkommen selbstlos ein Zuhause in Bajard und sogar eine kleine Familie geboten hatte, an das Nachtvolk und allen voran irgendwie Karawyn, die sie stets unterstützt und ihnen eine freundschaftliche Hand angeboten hatte, an die Hilfe durch die Diakonin und das Angebot seitens Hochwürden, in die Klosterwache zu kommen, ja sogar an die Cilia und die Matriarchin der Arcana - doch allen voran an jene Leute, die mit ihr nun in der Runde standen und die immer im Herzen dabei waren:
Schwestern, Brüder, Schamanen, Shala, Lucien und irgendwo Mikael.
Gemeinsam konnte man Großes vollbringen und eine Brücke zwischen dieser und der Anderswelt bauen, aufdass die Sporen des Friedens und der Freundschaft den Weg hinüber finden konnten.
Das leise Klingeln der Fee und das Lächeln auf ihren Zügen, als sie die Truppe betrachtete, kündete von Hoffnung und sogar ein wenig mehr als das - Zuversicht! Es war geschafft und vollbracht.
[img]http://image.prntscr.com/image/75fdc7c8c8df4ed0b58968bbd678d659.png[/img]
Sowohl auf dem gemeinsamen Rätselweg, als auch jetzt, am Abend des Rituals und wieder einmal spürte sie die tiefe Verbunden- und Dankbarkeit, welche das Herz kleine Sprünge machen ließ und selig den Brustraum beflügelte, wie abermillionen winzige Schmetterlinge oder Glühwürmchen. Dieses Gefühl kannte sie in etwas anderer Form bei Mikael und in der gemeinschaftlichen Intensität nur bei den Schwestern, doch das war noch ein größerer Kreis und in just diesem standen sie schließlich vereint und waren alle gewillt, der kleinen Fee und ihren Kameraden zu helfen.
Freundschaft, ein so starkes Wort.
Erst einmal liest es sich doch nicht so besonders und gerade geschrieben oder gesprochen war es sehr schnell, die Tragweite des Buchstaben- und Lautkomplexes erschloss sich aber erst, wenn es hart auf hart kam und nun flehte da jemand, den sie selbst bis dahin noch nicht einmal kannte, um genau diese Tugend und beschwor sie alle zusammenzuarbeiten, um genau die Saat "Freundschaft" und Frieden in eine andere Welt zu tragen.
Wer folgte einem solchen Ruf denn schon?
Die Antwort war sowohl erfreulich, als auch simpel:
Alle!
Ihr gegenüber standen Ozurr und Shala nebeneinander und hatten beide versprochen die Einstimmung in die Welt der "Geyster" und Träume zu übernehmen. Die Worte des Schamanen waren es, die ihr da bewusst gemacht hatten, wie stark ein solcher Bund der Völker und Traditionen, die Hand in Hand mit dem Lied und der Natur arbeiteten, doch im Grunde war. Ozurr hatte sie mit wenigen Sätzen wissen lassen, dass es alles andere als selbstverständlich war, diese Einstimmung für Andere zu vollziehen und doch war er bereit, es für diese kleine Gruppe zu wagen. Shala ließ sich kurz vor Beginn der Zeremonie sogar entschuldigen und sie eilte mit dem Wind und den Waldgeistern zurück in ihre Heimat, um einen prächtigen Traumkristall mit sich zu bringen, aufdass die Traumwelt wirklich in sanften Schlieren für kurze Zeit mit dem Hier und Jetzt verschmolz.
Über alledem schwebten die Segensworte der Brüder, welche ein Gebet an die Allmutter sprachen und so für einen besinnlichen und gemeinschaftlichen Auftakt sorgten. Dank der Schwestern und ihren Anrufungen, machten sich die Elemente im Hain bemerkbar und mal knisternd, dann wieder flüsternd oder plätschernd kamen sie alle herbei um den Ort, an welchem die Pilzsporen in die neue Wiege gebettet werden sollten, zu segnen.
Die Gabe des Feuers versprach dem Flecklein Wärme und Licht.
Der Hauch des Windes wollte ewigen Atem dem Pilzlein eingeben.
Des Wassers Kuss kündete von erquickender Frische und flüssigem Leben.
Das Erdenreich hingegen formte die Wiege und schenkte Geborgenheit.
Nun waren sie alle gefordert und während die erste "Speise" des Pilzes in Form der Rätseltruhen-Gaben, also dem Schlauch voller frischem Quellwasser und dem Beutel angereichert mit nahrhafter Vulkanerde, die wenigen Sporen bedeckte, die sie aus der Anderswelt hatten mitnehmen können, sprach ein jeder gedanklich oder gar manchmal laut gute Wünsche und Erinnerungen an das feste Band der Freundschaft segnend über das winzige Geflecht aus. Sie selbst erinnerte sich an das erste Fest, an welchem sie so manch liebes Gesicht der Runde zum ersten Mal gesehen und kennengelernt hatte, während Veilya direkt von der ersten Begegnung mit Ellys zu berichten wusste. Gedanklich warf Letztere noch die Erinnerung an Freunde in der Ferne hinein. An Lilja, die ihr und Mikael vollkommen selbstlos ein Zuhause in Bajard und sogar eine kleine Familie geboten hatte, an das Nachtvolk und allen voran irgendwie Karawyn, die sie stets unterstützt und ihnen eine freundschaftliche Hand angeboten hatte, an die Hilfe durch die Diakonin und das Angebot seitens Hochwürden, in die Klosterwache zu kommen, ja sogar an die Cilia und die Matriarchin der Arcana - doch allen voran an jene Leute, die mit ihr nun in der Runde standen und die immer im Herzen dabei waren:
Schwestern, Brüder, Schamanen, Shala, Lucien und irgendwo Mikael.
Gemeinsam konnte man Großes vollbringen und eine Brücke zwischen dieser und der Anderswelt bauen, aufdass die Sporen des Friedens und der Freundschaft den Weg hinüber finden konnten.
Das leise Klingeln der Fee und das Lächeln auf ihren Zügen, als sie die Truppe betrachtete, kündete von Hoffnung und sogar ein wenig mehr als das - Zuversicht! Es war geschafft und vollbracht.
[img]http://image.prntscr.com/image/75fdc7c8c8df4ed0b58968bbd678d659.png[/img]
Zuletzt geändert von Ellys Fuchsbaum am Samstag 4. Februar 2017, 11:46, insgesamt 1-mal geändert.