Torjan hatte sich so sehr auf das Fest des Nachtvolks gefreut. Als er hibbelig darauf wartete in jenem Festzelt, dass da Geschichten erzählt würden, erschallte ein Ruf über den Festplatz.
"TOOORJAAAN!"
Sofort sprang er auf.
Er erfuhr, dass eine Patientin ins Hospital eingeliefert wurde und seine Hilfe benötigt wurde. Auf den Ruf war auch seine Schülerin gefolgt.
Beide begaben sich auf schnellstem Weg ins Hospital.
Was er sah, erschreckte ihn, doch versuchte er, sich nichts anmerken zu lassen. Die Erinnerungen an Varla kamen in ihm hoch, die ähnlich malträtiert in seinen Armen starb. Nein, dieses Mäderl sollte nicht sterben, alles würde er daran setzen. Doch eine Behandlung in dem Bett war nicht möglich. So schob er die Möbel zur Seite um Platz zu kriegen, um das Mäderl behandeln zu können.
Das Mäderl, kaum bei Bewusstsein, stammelnd und dann wieder abdriftend in einen Zustand ohne mitzubekommen, was um sie herum passierte, nicht auf Fragen antwortend.
Eindeutig war sie verprügelt worden auf schlimmste Weise. Ein Auge völlig zugeschwollen, eine Kopfwunde, die Lippen verkrustet. Der geschwollene Knöchel war nebensächlich ob der fünf gebrochenen Rippen und des Fiebers, das diesen jungen Körper befallen hatte.
Lediglich hatte sie Kraft, ihren Namen zu stammeln. Silja Vandorkir.
Der Nachname kam ihm irgendwie bekannt vor.
Er, der sich doch keine Namen merkte, hatte im Hinterkopf - a Regimentler.
Als das Mäderl dermaßen versorgt war mit der Hilf den den beiden anderen, dass es sich kaum rühren konnte ob der 5 gebrochenen Rippen mit einem Verband aus Bandagen und Stäben, die den Brustkorb stabilisierten, überließ er seinen Schülerinnen die weitere Versorgung des Mäderls.
Er war sich sicher, dass diese beiden die Patientin beobachten und betreuen würden, also machte er sich auf zum Fest vom Nachtvolk. Ein Fest, das er genießen wollte - doch es kam ganz anders. Eben, wie es einem Heiler, einem Feldscher, immer wieder passieren kann. Die Versorgung eines Patienten geht vor vor Amüsement und Spaß.
Schnell schwang er sich auf sein getreues Pferd, das I-Tüpfelchen, wurde also zu Itüpferlreiter, was ihn wieder zurück zum Feste brachte.
Dort suchte er nach dem Regimentsobermäderl. Er wurde hin geleitet und auch der Baron war an ihrer Seite. Der hagere Alte teilte ihnen mit, dass er sie unter vier oder sechs Augen sprechen wollte. Beide, sowohl das Regimentsobermäderl als auch der Baron kamen mit ins leere Festzelt.
Dort berichtete er, was vorgefallen war.
Es tat ihm leid, die fröhliche Stimmung eines Festes zu trüben, doch es war unabdingbar.
Seine Botschaft wurde in allem Ernst zur Kenntnis genommen und es wurden ihm Befehle erteilt, die er nach Rückkehr im Hospital seinen Schülerinnen weitergab.
Als ihm sein Schülermäderl mitteilte, dass es der Patientin schlecht ginge, holte er die Sternensplitter aus dem Keller aus seiner Truhe. Legte sie auf den reglosen Körper. Hoffte, dass der Sternenvoda durch diese wirken würde.
Noch viel war an diesem Abend, was ungeklärt war, doch sein Lehnstuhl rief ihn, in den er in voller Müdigkeit - und auch in stillem Gedenken an Varla - niedersank, sich mit der Kuscheldecke zudeckte und nicht wie an anderen Tagen sogleich nach dem Schluck Zwergenbier entschlummerte. Noch einige Stunden war er wach, bis ihn endlich der Schlaf in seine wohlwollenden Arme schloss und er sich länger als gewöhnlich in seinem Lehnstuhl erholte.
Was geschah zu Bajard?
- Torjan Eichental
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Gast
Die junge Frau schlief, in kurzen Abständen fühlte Arys den unregelmässigen und schwachen Puls, kühlte die heisse Stirn und sorgte für ausreichend Wärme indem sie die Patientin sorgfältig zudeckte. Bajard schien für Frauen nicht mehr sicher zu sein, wie nur konnte man so ein junges Ding so brutal zusammenschlagen? Nachdem sich Torjan zurückgezogen hatte, übernahm Arys die erste Krankenwache, schlug sich eine wollene Decke über die Knie und machte es sich auf den Sofa neben der Verletzten bequem. Sie würde dafür sorgen, dass sie diese Nacht lebend überstehen würde... diese junge Frau durfte nicht sterben. Wer nur hatte ihr sowas angetan?
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Gast
Arys schreckte auf, sie muss doch auf dem Sofa eingenickt sein, der Tag war bereits angebrochen, allerdings traute sie ihren Augen nicht, als sie das Bett der Schwerverletzten leer und verlassen vorfand. Selbst der Pfefferminztee von gestern Nacht stand unangerührt neben dem Bett.
Panisch durchsuchte sie das Hospital nach der jungen Frau, sie in irgendeiner Ecke zusammengebrochen vermutend, doch es gab keine Spur von ihr. Hatte sie sich still und leise aus dem Staub gemacht?
Panisch durchsuchte sie das Hospital nach der jungen Frau, sie in irgendeiner Ecke zusammengebrochen vermutend, doch es gab keine Spur von ihr. Hatte sie sich still und leise aus dem Staub gemacht?