Wenn Schatten in ewiger Dunkelheit enden.
Der brennende Kopfschmerz war ihr ein stetiger Begleiter geworden.
Dass auch ihr Arm in vielen Situationen einfach taub wurde, und ihr schon einige Male das Schwert oder sogar ein Dolch aus der Hand gefallen waren, hatte sie jedes Mal vertuscht indem sie den anderen kurzzeitig das kämpfen überließ.
So war es nun gewiss das ihre Zeit ablief.
Der Sand aus der Lebensuhr lief aus.
Vielleicht war es die Strafe, die Temora ihr zuteil werden ließ, jetzt, da sie sich an Alatar gewandt hatte. Oder aber es war Sein Zeichen, dass sie zu schwach für ihn war, wer wusste das schon.
Die Schulter schmerzte ihr, und auch der Brief an Lille war unbeantwortet geblieben.
Die Übelkeit und der Schwindel, welchen sie zu verstecken versuchte, blieben nicht allen unentdeckt und so erwischte sie ihre Freunde manchmal dabei, wie sie sie eindringlich beobachteten.
Doch erzählen konnte sie ihnen noch nichts, sie würden sie nicht gehen lassen.
Die Öle, welche zur Linderung dienen sollten, hatte die Zigeunerin in Bajard ihr vielleicht auch nur verkauft um sich eine goldene Nase zu verdienen - wer weiß.
Doch gab es auch ein anderes Fläschchen welche sie von der dunkelgelockten Frau bekommen hatte. Eine Vielzahl an beschwichtigenden Worten und einige der vergilbten und schwarz gewordenen Karten, welche einen Ort zeigten, an dem meist ein Untier auf eine Kiste achtete, waren nötig, bis sie ihr das goldschimmernde Elixier über den Tisch schob.
"Nur drei Tropfen reichen aus meine Liebe, und wisset, es wird dann kein zurück für Euch geben.“
"Ein zurück wird es so oder so nicht geben.“, antwortete die Rothaarige ernst, und ließ das Fläschchen in der Manteltasche verschwinden.
Mit einigen eher schwächenden Schritten begab sie sich zurück in das derzeit schützende und sehnlichst erwartete Bett.
Mit einem Federkiel und dunkler Tinte, begann sie die nötigen und wichtigsten Pergamente zu schreiben, denn ohne jegliches Wort zu gehen, ertrug sie nicht.
So erreichte ein Brief kohlebeschmutze Hände in Adoran, und einer wurde in selbiger Stadt ins Hafenviertel getragen, wo ein dunkelhaariger Mann ihn entgegen nehmen sollte.
Ein besonders wichtiger wurde mit einem Siegel versehen und nach Nilzadan zu Thor geschickt.
Der letzte jedoch, wurde einfach auf dem Küchentisch hinterlassen.
In den Briefen würde folgendes.., und wahrscheinlich auch noch viele Einzelheiten mehr zu lesen sein:
______________________________
Heinrik,
dass du nichts von mir hörtest war stets ein gutes Zeichen hm?
Doch heute schicke ich dir etwas, damit du weißt das es
nicht mehr gut ist.
Die Zeit die mir bleibt ist eine kleine, und so werde ich
es in alter Manier selbst in die Hand nehmen.
Ich wäre damit zu dir gekommen,
doch weiß ich leider, dass du mich zu jedem Heiler in ganz
Gerimor geschleppt hättest, und das wollte ich
vermeiden.
Nimm es mir nicht übel,
aber es besser so.
In deinem Leben ist schon lange kein Platz mehr
für mich.
Dass ich dich hasse in dieser Verkleidung vom
Regiment muss ich dir sicher nicht sagen,
doch wisse, stolz war ich insgeheim immer auf dich.
Vergiss nur dich selbst dabei nicht.
Leb wohl.
In Liebe
L.
______________________________
Es ist soweit Nera,
es ist wie es kommen musste und kommen wird.
Und eigentlich wusstest gerade Du ja immer,
dass es einmal so passieren wird.
Ich bin froh dass du jemanden an
deiner Seite gefunden hast, der dich stärkt.
Sollte es anders sein, hätte ich
dem Göhr wohl vorher noch die Ohren
lang gezogen.
Leb wohl mein Lieber.
Lym.
______________________________
Mein liebster Kalure,
es bedarf sicher nicht viel Erklärung,
denn ich weiß Cirmias lässt dich verstehen.
Bald werden wir uns wiedersehen,
wenn deine Esse auf ewig glühen wird,
dort bei den Göttern welche uns unsterblich machen.
deine Lymmi.
______________________________
Seinen Segen ihr Zwei.
Wenn ihr den Brief hier findet, dann bin ich nicht mehr zuhause.
Und ja, ihr hattet Recht wenn ihr mich mit argwöhnischen
Augen betrachtet habt. Es ging mir schon lange Zeit nicht mehr gut.
Aber ich habe die Hoffnung dass es besser werden wird.
Ich werde allem ein Ende setzen und ich hoffe
ihr könnt mir eines Tages verzeihen.
Das Zuhause, welches ich bei euch hatte..
war wirklich einmalig.
Habt dank.
In ewiger Freundschaft
Lymeria.
*Nur auf den letzten Brief hatte sie eine Karte gezeichnet, welche an der
Rückseite zu finden war, und mit einem roten Tintenkreuz gekennzeichnet.
Dort sollte sich das kleine zerfallene Waldhäuschen befinden.
Außerdem hatte sie den beiden die Namen der drei
anderen hinterlassen, sollte etwas sein.*
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Heinrik,
dass du nichts von mir hörtest war stets ein gutes Zeichen hm?
Doch heute schicke ich dir etwas, damit du weißt das es
nicht mehr gut ist.
Die Zeit die mir bleibt ist eine kleine, und so werde ich
es in alter Manier selbst in die Hand nehmen.
Ich wäre damit zu dir gekommen,
doch weiß ich leider, dass du mich zu jedem Heiler in ganz
Gerimor geschleppt hättest, und das wollte ich
vermeiden.
Nimm es mir nicht übel,
aber es besser so.
In deinem Leben ist schon lange kein Platz mehr
für mich.
Dass ich dich hasse in dieser Verkleidung vom
Regiment muss ich dir sicher nicht sagen,
doch wisse, stolz war ich insgeheim immer auf dich.
Vergiss nur dich selbst dabei nicht.
Leb wohl.
In Liebe
L.
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Es ist soweit Nera,
es ist wie es kommen musste und kommen wird.
Und eigentlich wusstest gerade Du ja immer,
dass es einmal so passieren wird.
Ich bin froh dass du jemanden an
deiner Seite gefunden hast, der dich stärkt.
Sollte es anders sein, hätte ich
dem Göhr wohl vorher noch die Ohren
lang gezogen.
Leb wohl mein Lieber.
Lym.
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Mein liebster Kalure,
es bedarf sicher nicht viel Erklärung,
denn ich weiß Cirmias lässt dich verstehen.
Bald werden wir uns wiedersehen,
wenn deine Esse auf ewig glühen wird,
dort bei den Göttern welche uns unsterblich machen.
deine Lymmi.
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Seinen Segen ihr Zwei.
Wenn ihr den Brief hier findet, dann bin ich nicht mehr zuhause.
Und ja, ihr hattet Recht wenn ihr mich mit argwöhnischen
Augen betrachtet habt. Es ging mir schon lange Zeit nicht mehr gut.
Aber ich habe die Hoffnung dass es besser werden wird.
Ich werde allem ein Ende setzen und ich hoffe
ihr könnt mir eines Tages verzeihen.
Das Zuhause, welches ich bei euch hatte..
war wirklich einmalig.
Habt dank.
In ewiger Freundschaft
Lymeria.
*Nur auf den letzten Brief hatte sie eine Karte gezeichnet, welche an der
Rückseite zu finden war, und mit einem roten Tintenkreuz gekennzeichnet.
Dort sollte sich das kleine zerfallene Waldhäuschen befinden.
Außerdem hatte sie den beiden die Namen der drei
anderen hinterlassen, sollte etwas sein.*
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Nie war sie eine schwache Frau gewesen, zumindest nach außen hin nicht,
doch die Qualen die sie hier ertrug waren eine andere Art von Schmerz.
Der Kopf schien ihr jegliche Kraft zu rauben und wollte sie scheinbar leiden lassen.
Doch musste sie es selbst tun.
Die Zigeunerin hatte ihr Recht gegeben, es würde zuende gehen,
und so wollte sie sich diese Entscheidung nicht vom Schicksal abnehmen lassen.
Natürlich könne sie die Zeit genießen die sie noch hatte, doch nach und nach die Kontrolle über ihren Körper zu verlieren,
würde sie in ihrer Würde schwächen und ihr das Sein nehmen.
Die ganzen Mühen umsonst... Der Kummer den sie ihr Leben lang ertragen hatte war umsonst geblieben, und auch Alatar konnte sie nun nicht mehr schützen.
Ihre Habseligkeiten hatte sie an Marinnia gegeben, so sollte jene alles gerecht an diejenigen aufteilen, welche es in der Not gebrauchen konnten.
Kleider, Rüsten, Schwerter und auch Essen und Gold, fand man sie an jenem Abend über den Tresen reichend, in der Bajarder Bank.
Bestimmte Erinnerungen aber, hatte sie an einen Boten gegeben und mit Zetteln versehen, damit er auch wusste, wo er sie hinbringen sollte.
Nur einen Stundenlauf später, machte sie sich auf den Weg zu dem Ort wo alles begonnen hatte.
Das kleine Waldhaus ihrer Eltern.
Zerfallen und bis aufs letzte ausgeräumt, fand sie hier nichts, außer verblassenden Erinnerungen, welche sie mit dem goldflüssigen Elixier ebenfalls auslöschen würde.
Ob es wieder ihr Kopf war der ihr einen Streich spielte, oder ob sie sich nach der langen Zeit einfach nicht mehr erinnern konnte.., das war ihr ungewiss.
Drei Tropfen…
Wie ihr geheissen gab sie jene drei Tropfen in den guten, mitgebrachten Rum und ließ ihn einen Moment stehen,
bis sie sich ein kleines Feuer gesammelt und angezündet hatte.
Die Haare zu einem strengen Zopf geflochten ließ sie sich an einer der feuchten Holzwände herabsinken und dachte einen Moment an die Menschen, die ihr begegnet und sie gezeichnet hatten.
Heinrik, Thorgasch, Neralon, Yoke, Rince und Hans, Ana, die beiden Kethyrr's,Torjan, und jetzt auch Kila und Drakan.
Der letzte Gedanke blieb an einem rothaarigen Mann hängen, welcher einen zerzausten Bart hatte und kohlrabenschwarze Hände aus der Mine, welche sich beruhigend auf ihr Handgelenk legten,
ehe sie den Rum in einigen Zügen und ohne sich Sorgen zu machen, leerte.
Dann schweifte sie zu dem kleinen Kaluren, welcher sie oft geschützt und behütet hatte. Das donnernde Lachen, wie Cirmias wenn er mit dem Hammer auf das Mithrill schlug, würde sie wahrlich vermissen.
Ein warmes Gefühl machte sich in ihr breit und schien in ihren Kopf zu steigen, welcher mit einem schmerzhaften Pochen antwortete, ehe sie bemerkte, dass bereits ein rotes Rinnsal aus ihrer Nase hinab lief.
Auch einige einzelne Tränen rannen ihre Wangen hinab, während sie hoffte, die geliebten Menschen und den Kaluren bald in einer anderen Welt wiederzutreffen.
Die Luft nach der sie zu schnappen versuchte, versiegte langsam,
denn scheinbar hatte das gar kostbare „Gold“ ihr nun die Kehle zugeschnürt und sorgte für das ersehnte und selbstbestimmte Ende.
Es schmerzte, ja, es brannte sogar, doch sie biss sich auf die Unterlippe und ließ sich auf die Seite sinken, um sich unter schmerzenden Krämpfen zu winden.
Sie würde keinen Laut von sich geben, ganz bis zum Schluss - sie würde stark bleiben - wie sie es immer versucht hatte zu sein.
Sie würde an die Menschen denken welche sie liebte und so sollte sie schon bald von ihnen träumen.
Eine Hand an ihren Hals gelegt, welcher es nun vollends unfähig machte zu atmen,
wurde jene von der Leblosigkeit erfasst und sank auf das Flügeltattoo hinab.
Die hellbraunen Augen zum ewigen Schlaf geschlossen,
sollte auch ihre Seele mit den Flügeln emporsteigen…
Irgendwo würde sie alle wiedersehen..
und dort, würden sie unsterblich sein.
*Jene, die sie in dem heimatlichen Ende finden mögen,
können noch den Hauch des letzten Lächelns an ihr ausmachen.
Auf der Seiten liegend, die Beine angezogen und das feuerrote Haar in einigen Strähnen aus dem geflochtenen Haarstrang gefallen.
Erst wenn man sie auf die Seite drehen sollte, werden die unschönen Dinge zu erblicken sein, wie das Blutrinnsal der Nase, oder einer leisen, fast durchsichtigen Spur der getrockneten Tränen.*