(26.12.) Lehrstunde im Tempel - Von Familien und Familie

Moderator: Menekaner [Mod]

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Saheeb

(26.12.) Lehrstunde im Tempel - Von Familien und Familie

Beitrag von Saheeb »

Vergnügt summend ging Saheeb beschwingten Schrittes kurz vor der üblichen Mittagszeit durch die Stadt - unter dem einen Arm einige größere Papiere, fein säuberlich zusammen gerollt, in der anderen Hand einen Hammer und einige Nägel. An einem beliebten Anschlagsplatz zwischen Markt und Brunnenplatz hielt er inne, legte den Großteil der Plakate nieder, entrollte lediglich eines von ihnen und begann, es in Augenhöhe zu halten und mit zwei Nägeln sicher zu fixieren. Just, als er einen Schritt zurücktrat, um sein Werk in Augenschein zu nehmen, da stolperte er beinahe über einen kleinen menekanischen Jungen, der ihm mit großen Augen zugesehen hatte.

"Was tust du da, Onkel?", fragte der Kleine, wenngleich Saheeb sicherlich nicht sein Onkel war. Dieser blickte von dem jungen Anaan auf das Plakat und wieder zurück, und ein breites Lächeln schlich sich auf die markanten Lippen.
"Ich? Ich hänge ein paar Plakate auf, das siehst du doch, kleiner Sandfloh!"
"Aiwa, aber wozuuu? Ich kann das doch neda lesen!"

Da legte Saheeb den Hammer und die Nägel beiseite und hob den kleinen Menekaner empor, so dass er das Plakat selbst in Augenschein nehmen konnte - und las es ihm von oben bis unten vor:


  • "Zwischen Sandkorn und Wassertropfen, zwischen Berg und Tal, zwischen dunkler Nacht und gleißendem Sonnenlicht ist der eine Ort, an dem sich jeder sicher weiß, die Gemeinschaft des Blutes - die Familie."

    Haltet inne, stolze Anaan und Abla der Durrah, und lest diese Worte!

    In einem großen Fest beging unser Volk unlängst den anstehenden Wandel der Zeiten, und in tiefer Dankbarkeit und Verbundenheit erleben wir alle diese Tage in Besinnung und Miteinander. Nichts drückt den Zusammenhalt unseres Volkes stärker aus als die Gemeinschaft unserer Familien.

    So sei verkündet, dass ein jeder Anaan, eine jede Abla am ersten Tage der kommenden Woche in den Tempel eingeladen sei, um dort einer Lektion des Prekhaliq Saheeb von Familien und der Familie beizuwohnen. Zur siebten Abendstunde wird man sich in der Halle des heiligen Hauses unserer allmächtigen Schöpferin versammeln, um gemeinsam über eines der wichtigsten Fundamente unserer Gemeinschaft zu sprechen. Kommet zahlreich, denn aus großer Gemeinschaft erwächst größeres Wissen!

    Das Licht und die Güte unserer Schöpferin begleite unser Volk allezeit!

    Saheeb Bashir
    Prekhaliq der Eluive



[Montag, 26.12.2016, 19 Uhr - Tempel der Eluive zu Menek'Ur]
Saheeb

Beitrag von Saheeb »

Früh am Nachmittag macht sich der junge Prekhaliq dieses Mal bereits auf den Weg zum Tempel - zwar summt er auf seinem Pfad fröhlich, doch eine gewisse Nervosität kann man seinen Gesichtszügen durchaus ablesen. Ob genug Leute kommen würden? Ob er die richtigen Worte finden würde? Er hatte noch nie eine Lektion unterrichtet, hatte stets nur lernen dürfen - es war eine neue Erfahrung. Er würde sich noch einmal seine Gedanken notieren müssen, kurz zuvor.

Auf dem Weg in den Tempel ging er noch einmal an den Orten vorbei, an denen er die Aushänge angebracht hatte, und richtete diese gerade. Zufrieden betrachtete er sein Werk. Dann machte er sich an den Aufstieg auf den Cantar.
Safiye Nour Bashir

Beitrag von Safiye Nour Bashir »

Die letzten Tage waren ein wahres auf und ab gewesen. Viel Arbeit war angefallen, sowohl erfreuliche als auch bedrückende. Jetzt hatte sie sich endlich wieder auch einmal einen Moment genommen um einfach in Ruhe durch die Straßen der goldenen Stadt zu spazieren und das lebendige, summende Treiben dort zu genießen. Ein wenig am Basar stöbern vielleicht, oder in der Oase die Frische des Wasserfalls genießen, das waren die Überlegungen die ihr gerade durch den Kopf gingen.

Noch inmitten dieser Entscheidung hörte sie auf einmal ein rascheln zu ihren Füßen das sie inne halten ließ. Ein Papier lag dort, von einer Brise gelöst. Sie sank hinab und griff danach, las es aufmerksam und mit jedem der Worte erwärmten sich ihre dunklen Augen ein wenig mehr.

Entschlossen nickend strich sie das Papier sorgsam glatt und befestigte es gut sichtbar wieder an seinem Platz. Das war etwas was jeder Menekaner lesen sollte, der hier vorbei kam.
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