Operation Nacht und Nebel

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Helisande von Alsted
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Operation Nacht und Nebel

Beitrag von Helisande von Alsted »

Nach dem Bericht der eingesetzten Späherin und der Information seitens der Kaluren fegte ein Wind der Betriebsamkeit durchs Regimentskastell. Die Späher wurden bis auf Weiteres auf ihre Posten befohlen. Die taktische Besprechung erfolgte kurz und knapp.
Im Anschluss daran sah man jedoch einen Rekruten Briefe zu Rittern und Scharfschützen tragen. Andere Soldaten besuchten unauffällig in Zivil die Thyren und der Lagermeister belud ein Packpferd nach dem anderen. Auch schrieben sich einige Schreibkundige wohl in der Nacht die Finger wund.
Auf Nachfragen ob ihrer Umtriebigkeit brummten die Soldaten wohl nur was von 'Befehlen' und hasten weiter.
Die Oberst selbst verteilte ebenfalls kurze Notizen an den Rat, auch beim Konzil würde wohl ein Uniformierter aufschlagen. Zudem würde noch diskret an geeineten Stellen nach Seife gefragt werden. Abzuliefern bis zum morgigen Tag ans Regiment.
Die folgende Nacht würde die Rosthaarige schlaflos verbringen. Sir von Gipfelsturm war dem Alarm nach Nilzadan gefolgt, wie sie dem Rapport der in Berchgard stationierten Truppen entnahm.

"Nilzadan also."
Ein knappes Nicken erfolgte und an die Soldaten wurde das Zeichen zum Sammeln für Operation Nacht und Nebel am nächsten Tag zur achten Abendstunde ausgegeben. Sie selbst würde beten.

  • "Immer wenn du bemerkst, dass irgendeine Form von Negativität in dir entstanden ist, sieh das nicht als Versagen, sondern als ein hilfreiches Signal an, das dir sagt: "Wache auf. Lasse den Verstand zurück. Sei gegenwärtig"

    Eckhart Tolle
Gast

Beitrag von Gast »

*eine neue Depesche wird am Regiment der Frau Oberst eiligst überbracht, im Gegensatz zu anderen Berichten sehr hastig verfasst, die Schrift verschmiert und die Tinte nicht ordentlich eingetrocknet*

30. Rabenmond, am Abend.

Der Feind ist ausgerückt, sie ziehen schwer bewaffnet in Richtung Frostklamm. Erste Beobachtungen bestätigen die Anwesenheit schweren Belagerungsgeräts.

Weitere Beobachtungen ergeben nurnoch minimalste Verteidigungsposten der Burganlagen, Infiltration ohne grosse Risiken möglich, vereinzelte Patrouillen auf den Wegen.

Falle zurück zur Position Furt bei Varuna und erwarte weitere Befehle.

Temora mit uns!

*darunter ein Klecks aus blauem Wachs in welchen der Abdruck eines Falken hinterlassen wurde*
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 1. Dezember 2016, 14:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Keylon von Salberg
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Beitrag von Keylon von Salberg »

Antreten ...
Das war natürlich nichts Neues... nur das dieses Mal. Antorius, Arenvir, eine Schülerin des Praeceptors, Elinor Tiefenbruch, und Luniara dabei waren.
Es war schon komisch die Scharfschützin zu sehen ... ohne ihre Uniform, doch wenn es ernst werden sollte war es schon gut wenn sie den Trupp begleitete.
Vor der Frau Oberst sammelten sie sich wie immer.
Keylon, Rekrutin Jana Kira, Wachtmeister van Daske, Adrian Telon und zu guter Letzt Heinrik.
Keylon bekam immer noch ein komisches Gefühl beim Anblick des Wachtmeisters, auch wenn dieser ein guter Soldat war.
Als dieser sich eingereiht hatte, begann Lady Helisande, gleichsam Frau Oberst zu reden.

Kron und Reich zur Ehr, Einsatzgruppe Nacht und Nebel.
Wir werden gleich durch den Sumpf marschieren. An der Taverne nach dem Sumpf machen wir Halt und werden uns in unauffällig blaue Roben hüllen, die der Lagermeister noch ausgeben darf. Unser Ziel ist heute in einem Vorstoß mit geringem Feindkontakt die Festung der Schattenpanther einzunehmen. Hierfür wird das Konzil hoffentlich für genug Nebel sorgen um vor Ort unsere Anwesenheit ein wenig zu verschleiern. Der Angriff erfolgt möglichst in einem toten Winkel mittels Seilen und Sturmleitern, die Wachmannschaft ist ohne Aufsehen zu neutralisieren."

Keylon bekam einen schalen Geschmack im Mund. .... Ohne Aufsehen zu neutralisieren...
Was das hieß wusste jeder und ob es einem gefiel oder nicht ...
Es wurde ernst.

„Wir werden die Festung nicht lange halten können, aber ein Zeichen setzen.
Ab jetzt gilt je weniger Krach um so besser. Die Späherberichte zeigen das die Feste nicht stark besetzt ist. Man hat bei der Offensive gegen die Kaluren dort die Hosen runter gelassen.Ich rechne dennoch mit vereinzelten Wächtern im Ort. Jene wären durch die Magier abzulenken und zu binden."

Es ging also los.
Keylon zweifelte nicht einen Moment an den Worten Helisandes, wenn sie der Meinung war es würde sich lohnen los zu schlagen dann war es auch so.
Da gab es keinerlei Diskussionen.
Heinrik hatte das Tragpferd beladen und so marschierte man los in Richtung der Festung.

Unbemerkt kam man auch dort an, und so wie vorgeschlagen begannen die Magier die Wachen ab zu lenken während Heinrik die Leitern zusammensetzte und verteilte.
Kira und Telion nahmen die erste Leiter, während Keylon und Antorius die Zweite übernahmen um sie an die Festungsmauer zu lehnen und leise ... nun ja so leise es in einer Feldrüstung nun einmal ging die Sprossen zu erklimmen.
Oben wurden sie von Arenvir empfangen der sie in den Schatten winkte, wo sie sich dann der gesamte Trupp zusammenfand, wartete, währen der Praeceptor die Lage erklärte.
Maralynn Rengard, die als Späherin gewartet hatte, stieß zu ihnen und wartete ebenso, während man das erste Ziel bestimmte.
Der Wachmann voraus.
Kira und Maralynn nahmen den Mann aufs Korn der kurze Zeit später von Pfeilen durchsiebt, zum Glück lautlos zusammenbrach.
Helisande schob sich vor und zischte leise neue Befehle.

"Erst die Zinnen säubern.
Was sich nicht wehrt wird verschnürt und am Leben gelassen."

Dieser Befehl gefiel Keylon viel eher, wenn auch er das Gefühl hatte das es wenige geben würde die sich nicht wehren würden. Schließlich waren sie Alatar hörig.
Helisande verteilte die Aufgaben gemeinsam mit Arenvir und der Trupp trennte sich.
Die einen säuberten die Zinnen von der einen Seite, Keylon der Arenvir und Helisande folgte die Zinnen von der Anderen.
Auf der langen Seite trafen sie direkt auf zwei Wachen.
Arenvir erklärte kurz den Plan und nur für einen Moment blitzte Widerspruch in ihm auf.
Arenvir würde den hinteren lähmen und ausschalten und Keylon sollte den anderen Mann übernehmen.
Ausschalten.
Es gab keine Zeit zum Überlegen. Arenvir gab das Zeichen und stürmte schon los... Zeitgleich mit ihm.
Keylon stürmte auf den Letharen vor ihm. Die Hand auf dessen Mund, zog er ihn fort von den Zinnen hinein in sein Schwert.
Tot ...
Hätte ein Unschädlich machen nicht gereicht? Wäre es nicht auch seine Pflicht gewesen?
Zu Spät.
Er hatte getan was zu tun war, warum auch jemand anders? Wie hatte Arwan immer gesagt? Erwarte nie etwas von Anderen was du nicht bereit bist zu tun.
Auch Arenvir hatte sein Zielobjekt inzwischen ausgeschaltet, genauso wie der Trupp auf der anderen Seite.
Niemand war mehr da zum Verhören und Keylon verfluchte diese Tatsache sogar.
Vielleicht hätte man darauf aus sein sollen Gefangene für einen Verhör zu nehmen und nicht alle zu töten.

Inzwischen war man ins Innere vorgedrungen.
Leer.
Die Festung war verlassen die Feinde aus geschwärmt. Es würde sicherlich eine nette Überraschung werden wenn sie zurückkamen und sahen das ihre Festung ausgeräumt ... undekoriert oder sonst was war.
Aber sie sollten sich beeilen oder ?
Der Freiherr befahl ihm die gefundene Waffenkammer zu sichern, während der Rest sich dann noch weiter umsahen.
Alles war ruhig aber natürlich blieb es nicht so, denn die Bewohner der Festung kamen zurück.
Zwar standen sie vor verschlossenen Toren ihrer eigenen Burg, aber so gab es auch nicht gerade einen einfachen Weg hinaus für den eigenen Trupp.
Aber sicher waren sie innerhalb der Festung allemal. Selbst Nahrung war genug vorhanden.
Helisande und der Anführer wechselten Nettigkeiten miteinander, die Keylon nicht mitbekam und er machte den Freiherren leise auf den Stall aufmerksam, in dem einige Pferde untergebracht waren, die Möglichkeiten zu einem Ausfall bieten könnten, aber der Praeceptor winkte ab.
Sie hatten also noch vor zu bleiben.
Das im Nachhinein noch einige Thyren zu ihnen stießen, die Festung plünderten, und dann wieder verschwanden, machte die Situation auch nicht klarer.
Sie blieben.

Der Trupp verteilte sich am Tor, auf den Zinnen wo sie Wachen schoben.
Essen war ausreichend vorhanden und sogar Glimmstengel wurden verteilt, die sich Keylon allerdings einsteckte.
Nach Rauchen war ihm im Moment nicht wirklich.
Der nächste Morgen würde kommen und er war gespannt was der Tag bringen würde.
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Helisande von Alsted
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Beitrag von Helisande von Alsted »

Die Offizierin konnte es selbst kaum glauben, auch wenn sie nach außen das Mahnmal der festen Überzeugung persönlich darstellte. Die Operation war gelungen und nun stand sie auf den Zinnen der Burg der Schattenpanther. So sah das Feindesgebiet also aus. So roch es, so schmeckte die Luft hier. Unvertraut und so wirklich wohl fühlte sie sich hier gewisslich nicht. Aber es war gelungen.

Einen kleinen Trupp hatte sie nur angeführt. Der Praeceptor und Candidata Tiefenbruch, Seine Gnaden Antorius und auch die Scharfschützin Luninara hatten sich zu dem Einsatztrupp gesellt. Ein ehrfurchtvolles Schweigen entstand, als das Ziel der Operation und das Vorgehen festgelegt wurde. Rengards vorbildliche Arbeit und Meldung war jedoch eindeutig. Die Festung der Schattenpanther war unterbesetzt zurück gelassen worden.
Es galt nun den Turm mit der Dame, dem Springer, einem Läufer und einigen Bauern zu schlagen. Gut getarnt in nebelblauen Roben schlich man sich durch den Sumpf, über das Niemandsland bis hin zum Schattenwinkel. Sturmleitern wurden verbunden und angelegt. Die Magier sorgten für Ablenkung, während man möglichst akustisch unaufflällig die Zinnen erklomm. Die wenigen Wachen waren dank der Schützen schnell ausgeschaltet.

Die Burg war nun fest in Lichtenthaler Hand.
Es dauerte nicht lange und die eigentlichen Burgherren kehrten zurück. Das pure Entsetzen im Blick als sie auf den Zinnen die Regimentler und Konzilisten erblickten. Der eigene Hort verloren. Es folgten natürlich die üblichen markigen Worte und Beteuerungen. Der Praeceptor antwortete darauf angemessen, während sie sich zurück hielt.
Irgendwann zog der Feind ab um sich zu sammeln und seine Wunden zu lecken.

Was nun folgte war das Sichern, Orientieren und Einrichten im fremden Gebiet. Neben Wache stehen und ein paar Stunden Schlaf verging die Nacht recht geschäftig. Emsig wurde die Burg ein wenig heimischer Gestaltet und auch in künstlerischer Feinstarbeit die Wandkarte im taktischen Raum geändert. Schattenwinkel wurde fein säuberlich in Gold schraffiert.

Da die Festung mit der geringen Mannstärke, die irgendwann im Verlauf des Abends noch Zuwachs durch Thyren erhielt, nicht auf Dauer zu halten war, hieß es den eigenen Abgang sichern. Dafür wurden nun die Rekruten eingeteilt. Jede, aber auch wirklich jede Treppenstufe in der Burg wurde mit der mitgebrachten Kernseife behandelt. Nach festem Muster wurden einige Bereiche ausgelassen um die eigenen Leute nicht ins Schlittern zu bringen. Ebenso wurde von jeder zweiten Leiter auf die Wachgeänge jede ungerade Stufe angesägt und von jeder ersten Leiter jede zweite Stufe.
Hier und dort noch ein paar Schnüre über die Laufwege gespannt und man war bereit. Auch die Magier waren nicht untätig gewesen und hatten eine Art magisches Warnschild über die Flächen und hinauf bis zum höchsten Punkt der Festung geschnürt. Wie das nun genau funktionierte war der Offizierin nicht klar. Hauptsache es funktionierte.

Es galt sich nun bereit zu halten.
Operation Nacht und Nebel musste weiter gehen.

  • Für den geschlagenen Feind baue eine goldene Brücke.
    Aus Dänemark
Arenvir von Kronwalden

Beitrag von Arenvir von Kronwalden »

Leises Schleichen. Der Arkebusier ist noch 6 Schritte entfernt. Jetzt nicht stolpern. Lautes Getrampel hinter ihm. Verdammter Krieger. Er hätte warten sollen aber hat zu spät reagiert. Der Arkebusier wirbelt herum, die schwere Armbrust wird in den Anschlag genommen, natürlich ist sie wie alle Waffen der Festung geladen, da eine Rumpfwache immer auf der Hut ist. Es hilft nichts. Eine rasche Geste, das Liedgeflecht um den Letharen zieht sich urplötzlich zusammen und fesselt ihn wie in einen Kokon. Jetzt keine Zeit verlieren, ehe der Posten auf der anderen Seite noch etwas mitbekommt, denn dann ist alles verloren. Die Waffe funkelt auf, die Augen des Letharen weiten sich als der Magier ihn passiert, ihm eine Hand fast sanft auf den Mund legt und ihn durchbohrt. Er kann nicht zu Boden sacken, auch wenn der Magier sich gewahr wird, dass so schwere Jungs im fortschreitenden Alter nicht eben leichter werden.

Doch er ist so im Kampf angekommen, dass er sich sehr viel jünger an Jahren fühlt, als er eigentlich zählt. Der Posten ist ausgeschaltet. Also gilt es weiter zu schleichen. Kein Freiherr, kein Praeceptor. Kein Firlefanz. Nur Arenvir und ein kleiner Trupp, der ein klar definiertes Ziel hat, dass es zu erreichen gilt. Talente, die es ihm unmöglich machen ein einfaches, friedvolles Leben zu führen, kommen zum Einsatz und erblühen zu neuem Glanz.

Was du einmal auf die harte Tour gelernt hast: Das vergisst du nicht.

Die Feste ist in eigener Hand. Doch statt zu Feiern heisst es jetzt, dafür zu sorgen, dass alles Effizienz zugeht. Die Oberst lässt ihm freie Hand, weil sie ohnehin weiss, das er weiss, was verlangt ist. Die Waffenkammer muss mit einem Posten gesichert werden, die Waffen und vor allem Munition sind schließlich eigens dazu da, einer Belagerung stand zu halten.

Dass die Belagerer die eigentlichen Besitzer sind, verleiht dem ganzen nur eine exquisite Schärfe...

___________________________________________________
Dienst an der Toranlage. Ausschau halten. Die Pflichten eines Soldaten. Das ist Dienst am Reich. Die Methoden waren die einer Kommandounternehmung, das Ziel aber ist hehr. Die Verbündeteten entsetzen, Druck auf das alatarische Reich ausüben. Die Stellung halten. Dafür wurde er einst Soldat. Und ist man einmal Soldat, ist man immer Soldat.
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Helisande von Alsted
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Beitrag von Helisande von Alsted »

Es gibt immer mehrere Wege in die Burg.

Diese alte Weisheit bewahrheitet sich immer und immer wieder. So natürlich auch dieses Mal. So sorgsam auch die Sappeure die Wände der Schattenfestung abgeklopft hatten, den Boden nach Schleifspuren verborgener Türen abgesucht - eine hatten sie nicht gefunden. Jene Tür, die als sie geöffnet wurde dann der Anfang vom Ende der Operation Nacht und Nebel wurde.
Natürlich hatten sie die Festung nicht vollständig fertig vorbereiten können. Die Fußangeln an den Engpässen fehlten noch, die Thyren waren nur halb eingewiesen. Der erste Ruf erklang. "Kontakt!". Dann ging alles sehr schnell. Der Kartenraum für das Manöver Salzfisch war von Feinden belegt, folglich wurde die Prinzessin ausgeführt. Sammeln im Nordostturm und Notabseilung. Einige der Soldaten kam nicht unverstaucht unten an. Der Rückzug durch das Tor zur Klamm geriet somit so langsam, dass die Verfolger aufschließen konnten.

Temora jedoch war mit ihnen gewesen. Diakon Antorius hatte sich einige Stunden zu vor schon zu den Kaluren durchschlagen können und jene in Bereitschaft versetzt. Somit wurde der sich auf dem Rückzug befindende Trupp Lichtenthaler Soldaten zwar vom Feind gestellt, jener hatte dann aber einen Haufen marodierender Kaluren im Rücken.

Energieentladungen.
Bolzen.
Pfeile.
Ein Treffer mit einer Wurfaxt.
Ein Knall.

Eine Schlacht fordert Tribut und so sehr die Ritterin auch dem Feind selbst zusetzte und so sehr auch ihre Männer verbissen um jeden Meter kämpften, gegen eine Übermacht steht man nur solange bis man eine Alternative auftut. In die Hände der Truppe spielte die Tatsache, dass von den vorherigen Schlachten noch alle Gegner mehr oder minder lädiert waren. Der Rückzug der vereinten Streiter in Richtung Nilzadan wurde hingenommen und als Erfolg interpretiert.

Ihre linke Schulter war ausgekugelt. Jeder Teil ihres Körpers fühlte sich geprellt an, aber in ihr rauschte das Blut noch immer schneller durch die Adern.

"Ihr habt wirklich Spaß hieran?"
Die Frage hatte ihr der verunsicherte Diakon mit so etwas wie verwunderter Abscheu gestellt. Sie war einer Antwort ausgewichen. Doch jetzt in diesem Moment als sie ihre Soldaten musterte, den Praeceptor und seine feuergetaufte Schülerin sah, wurde ihr die Antwort in aller Klarheit bewusst.
Aye. Es macht mir Spaß. Soldaten fühlen sich nur so lebendig. Kämpfend.

Viel Später am Abend, als die Schulter wieder gerichet, der Körper gebadet und gesalbt war, stand sie noch trotz aller Müdigkeit auf den Zinnen des Regimentsgebäudes, den Blick fest nach Westen gerichtet. Die dicke Berta glomm regelmäßig in der frostigen Nacht auf. Trotz des Rückzuges war die Operation ein Erfolg gewesen. Keiner, der in die Minne Einzug halten würde und eher einer, den der Hochadel lieber totschweigen denn würdigen würde vermutlich. Aber ein Erfolg. Der Feind im Westen war unter Druck gesetzt worden. Eine saftige Ohrfeige auf eigenem Gebiet hatten sie hinnehmen müssen. Die Kaluren hatten genug Luft erhalten um ihr gefallenes Tor wieder zu richten und zu sichern. Somit war Berchgard ebenfalls wieder gesichert.
Der einzige bittere Nachgeschmack war, dass sie mit ihrem Vorgehen dieser unsäglichen Vereinigung von Schattenpanthern vermutlich mehr Geltung im eigenen Reich verschafft hatte. Die Garde um Bruchsteig herum hatte Unterhändler geschickt. Latent jämmerlich. Und so durchschaubar. Wofür hatte man Späher, wenn jene nicht spähten?

Mit dem letzten Zug der Zigarre malte sich die Offizierin noch aus, wie die Herren der Festung aussehen würden, sobald sie die Vorhänge abhängen und in irgendeiner Form verwenden wollten. Goldbronzepuder und rotes Eisenoxid waren so herrliche Pulver. Haften an Stoff, Haut, Kleidung, Steinen...
Ein goldig gepuderter Dracones wäre ein wundervolles Motiv für ein Standbild.

  • Rückzug ist prinzipiell auch eine Vorwärtsbewegung.
    Französiches Sprichwort
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Elinor Tiefenbruch
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Registriert: Donnerstag 9. Juni 2016, 20:11

Beitrag von Elinor Tiefenbruch »

Die schier riesenhafte, gepanzerte Gestalt – oder vielleicht erschien ihr der alatarische Kämpfer nur auf Grund ihrer Erschöpfung so unmenschlich groß – stürzte voller finsterer Entschlossenheit auf sie zu, setzte zum Sprung an. Die Zeit schien von ihrem normalen Lauf abzuweichen, sich zäh auszudehnen, um ihr höhnisch die vermutlich letzten Atemzüge ihres Lebens nur allzu deutlich vor Augen zu führen.
*


„Immer will Elinor der Ritter sein, das ist gemein!“ Amari stampfte mit dem Fuß auf und verschränkte die Arme.
„Dabei kann sie nicht mal kämpfen“, spottete ihr ältester Bruder Jorne – immerhin schon elf - mit Blick auf Elinor.
Am Ende hatte es zumindest Jorne zum Soldaten gebracht. Elinor hingegen hatte ihren Kindheitstraum verschämt nach einem kurzen Intermezzo in einer der lokalen Garnisonen aufgegeben. Man konnte es drehen und wenden wie sie wollte: Sie würde tatsächlich nie ein kämpferisches Talent werden, das ewige Stehen in Reih' und Glied ödete sie an, sofern ihr der Sinn dahinter nicht klar wurde, und so viel Mühe sie sich auch gab, sie blieb zu langsam, zu ungeschickt, hing beim allmorgentlichen Dauerlauf keuchend noch hinter den lahmsten der Truppen zurück und hatte nicht die Eindruck, je die Kraft für das schwere Kettenzeug aufzubringen.
Ihre Talente mussten anderswo liegen, auch wenn sie bisher nicht wusste, wo.
Immerhin einen wachen Verstand attestierte man ihr, und setzte sie alsbald in verschiedensten Bereichen des Handelshauses der Familie ein. Ein anständiges Leben, wie es sich für eine Tiefenbruch geziemte. Keine Zeit für kindliche Träumereien.

*


Immerhin starb sie nun auf eine Art und Weise, die dem wohlverdrängten Kindheitstraum ansatzweise näherkam, huschte es Elinor durch den Kopf, in dieser seltsamen, ins Ewige gedehnte Sekunde. Wer hätte je gedacht, dass sie doch noch so eine Art Talent hatte. Oder zumindest Befähigung. Talent war wohl zu viel gesagt. Wie seltsam, wenn man es bedachte. Niemand in der Familie Tiefenbruch hatte je etwas mit Liedwirkerei zu tun gehabt.

Die erstaunlichen Wege, die ihr Leben plötzlich genommen hatte, hatten sie bereits zweimal in ernstliche Schlachten gebracht – eine ebenso erschreckende wie auch seltsam ermutigende Erfahrung, als sie in den Wellen der Angreifer bei Ered Luin stand und das Lied sich unter ihrem Geist und ihren Händen formte um sich dem Feind entgegenzuwerfen.
Doch gegen Menschen zu kämpfen, das war etwas anderes. Streng genommen war es wohl genau das gewesen, das sie sich als Kind in schillerndsten Farben ausgemalt hatte – mit Schwert und strahlender Rüstung voran und all das. Doch als sie über dem Tor der Festung zu Schattenwinkel gestanden hatte und Magister van Daske sie fragte, ob sie Angst habe, da wurde ihr die Bedeutung dessen, was bevor stand, erst richtig klar.
Angst war es nicht, das sie verspürt hatte. Aber tiefe, innere Anspannung. Sorge vor dem Unwägbaren. Davor, ob es zum Kampf kommen würde. Wie der Gegner vorgehen würde. Wie sie selbst reagieren würde – oder ob sie im letzten Moment feige das Weite suchen würde.

Dann hatte es gewirkt, als würde es kampflos ausgehen. Der Rückzug – herrje, das Militär war nicht ganz so, wie es das in ihren Träumen gewesen war. Kommando Prinzessin? Kommando Salzfisch?! - ging unerwartet glatt von statten. Doch dann, fast waren sie unangetastet entkommen – war ihnen der Weg abgeschnitten. Feinde auf beiden Seiten.
Das Krachen des konzentrierten Gewittersturms des Praeceptors geradewegs über dem Feind. Die Regimentler, die sich den Feinden entgegenwarfen, Lärm, Schreie, Waffenklirren.
Sie fand sich so unversehens im Kampf dreier Alataris mit dem Praeceptor wieder, dass nicht einmal Zeit für einen klaren Gedanken blieb. Nicht einmal die flüchtige Sorge, das Lied könnte ihr im entscheidenen Moment den Dienst versagen, war noch von Relevanz. Im Vergleich zu dem, was der Praeceptor oder Magister van Daske zustande brachten, mussten ihre Zauber lächerlich erscheinen – doch sie reichten, um sich gegen einen der Angreifer in seinem unheilvoll düsteren Rüstwerk zu wehren, zumindest irgendwie. Zum ersten Mal dachte sie nicht über ihre Zauber nach, sondern handelte, ohne sich darum zu scheren, ob sie ein lächerliches Bild abgeben mochte oder nicht. Doch als sie spürte, wie ihr Geist ihr erschöpft den Gehorsam versagen wollte, stand der finstere Hüne immer noch, und setzte zu neuerlichem Angriff an, dem sie kaum mehr als stolpernd auszuweichen versuchen konnte. Ein Baum unerwartet in ihrem Rücken versperrte ihr die Flucht.

Alles was noch an Energie in ihr steckte, alles wandte sie auf, zerrte sich die nächstbesten Stränge von Elementarenergie aus der Umgebung heran, ohne Rücksicht auf den dumpfen, übermächtigen Schmerz in ihrem Kopf, der sie schier benommen machte. Dann schleuderte sie dem Gerüsteten den halbgaren Zauber, gebündelt aus aller ihr verbleibender Energie, entgegen, als er ihr im Sprung entgegenstürzte. Es krachte, als alles zugleich traf – der Zauber den Gepanzerten, der von der Wucht des Zaubers kurzzeitig bewusstlose Gepanzerte sie, sie und er mit vollem Gewicht den Baum.
Die Zeit nahm ihr gewohntes Tempo wieder auf. Der Praeceptor stand plötzlich neben ihr und zerrte mit der Hilfe der Regimentler den Körper des Alataris von ihr. Der Kampflärm war verklungen, der Abendwinde rauschte sanft in den Bäumen.

*


Die abendlichen Straßen Adorans erschienen still und freundlich, als sie vom Lehrhospital aus gemächlich nach Hause wanderte, den linken Arm in einer Schlinge, der dumpfe Kopfschmerz ein stetiger Begleiter, doch die Laune seltsam gehoben.
So furchtbar unterschiedlich sei ihre neue Bestimmung ja auch nicht von den Aufgabenfeldern eines Ritters, hatte Keylon Salberg bei ihrer Wacht in einem der Wehrtürme der Festung festgestellt.
Auch wenn sie sich bei genauerer Betrachtung nicht so sicher war, was genau es war, von dem sie geträumt hatte. Ruhm und Ehre, wie im schönsten Heldenepos? Der Kampf gegen die Feinde Alumenas'?
Eigentlich war es egal. Sie hatte in einem Zweikampf gegen einen Kämpfer Alatars bestanden, zwar nicht gerade gewonnen, aber doch bestanden. Sie hatte etwas gefunden, in dem sie womöglich ein winziges bisschen Nutzen bringen konnte. Etwas, das ihrem Leben den Anschein von mehr Bedeutung verlieh, als es das tägliche Rechnen von Bilanzen, das Aufstellen von Listen, das Organisieren eines Handelshauses taten.
Das waren die Kopfschmerzen und der sich langsam blau färbende, schmerzhaft pochende Arm in der Schlinge allemal wert.
Melgra

Beitrag von Melgra »

Der Rauch…sie sollten auf das Rauchzeichen warten. Warten…. Wer wollte schon warten….
Endlich, endlich hatten sie und Dorlikin den Auftrag erhalten zu spähen. Top versteckt mit einem Farn vorm Gesicht schlichen die beiden grazilen Kaluren durch das Dickicht um die SP Burg. Pantherwämser! „Hab akhs doch gewusst!“ und da hinten…. Da stand dieses widerwärtige Langbein mit seinem Hammer… Dieser vermaledeite Hammer, der den Schädel Belgroms zu Brei verarbeitet hatte.

Die Ereignisse überschlugen sich, als die kleine kalurische Gruppe vorstieß und mitten ins Schlachtengetümmel kam. Nicht mehr die Kräfte, die sonst in einer kalurischen Gussform waren, geschwächt von den letzten Tagen. Doch man gab das Beste und schwang die Keulen auf Teufel komm raus.

Dieses gehörnte Miststück, was war das für eine? Einer nicht mehr ganz so grazilen Furie gleichkommend und die Keule mehr wie eine Bratpfanne geschwungen lieferte sich die kleine Kalurin einen Kampf, den sie so schnell wohl nicht vergessen würde. Das Geschehen um sie herum war vergessen und mit Händen und Füßen wehrte sie sich gegen dieses gehörnte Etwas, das wohl auch nicht groß der Kampfeskunst mächtig war. „Na warte, wenn akh die erwische“ giftete sie noch nach, als die kleine Kalurin von einem Langbein weggezogen wurde.

Der Zorn währte allerdings nicht lange, waren doch ihre Künste in der Heilkunst deutlich mehr gefragt, als ihre jämmerlichen Versuche mit Schild und Keule zu kämpfen. Doch meisterlich versorgte sie das Langbein Elinor. Nicht ohne zuvor der Patientin erstmal ein Bier zu empfehlen, stellte sich die Wirkung auf ein Langbein doch recht rasch ein und eine ordentliche, zumindest den Umständen entsprechende, Behandlung konnte durchgeführt werden.

Es war geschafft. Kein Mitstreiter verloren, keine Gliedmaßen blieben zurück. Was will man mehr….
Gast

Beitrag von Gast »

Die Befehle der Frau Oberst waren eindeutig, Auskundschaften. Und auf einmal fühlte sich die Rekrutin wieder wie Zuhause...

Zuhause? Noch in der gleichen Nacht schlich sie im Schutze der Dunkelheit nach Wetterau, suchte sich ein geeignetes Versteck... grub sich ein in eine Kuhle aus Erde und Dreck, abgedeckt mit Blättern und Astwerk... und sie wartete... nur des Nachts, wenn aus der Burg die Schreie und Rufe der Schatten ertönten, wenn diese ihre Übungen abhielten, wagte sie sich hinaus, das Gesischt mit Dreck und Schlamm verschmiert, die Kleidung in warmen Erdtönen und Grün... es würde schwer fallen die Späherin im Dunkel aus zu machen und so nutze sie die Gelegenheit und versuchte soviele Informationen wie möglich zu sammeln.

Sie war auf Feindesgebiet, sie war alleine, nur auf sich gestellt, konnte sich nur auf ihren Verstand und ihre Sinne verlassen... sie war... Zuhause!

Dann öffneten sich die Tore... da zogen sie aus... waren es Ketzer? Waren es Kriegstreiber? Es spielte keine Rolle... sie waren die Gefahr. Gefahr für die Krone, für die Ordnung welche es um jeden Preis zu erhalten gilt.

Nur eine Frau wusste noch, wo ihr Schatten und ihre Augen im Feindesland hockte... und wartete... auf Befehle, Anweisungen, Extraktion.

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Langsam, geduckt im Schatten näherte sie sich der Festung von Norden, ihre Kameraden erklommen bereits die Mauern über die Leitern als sie ein einzelnes Seil mit Enterhaken herunterbaumeln sah und noch bevor man sich versah, schlang sie das Seil gekonnt um die Füße und zog sich mit der Kraft ihrer Arme und Schultern am Seil hoch. Der Vorteil leichter Rüstung und jahrelanger Übung. Wenn Maralynn etwas konnte, dann dort reinkommen, wo sie nicht soll...

Es war still, lediglich das leise Rascheln der Roben, Waffen die aus ihren Scheiden gezogen wurden, dann wurde sie auch schon nach vorne gewunken. Wachposten...

Da war er wieder... dieser einzigartige Augenblick... Die Armbrust wurde durchgeladen und entsichert, hinter ihr stand Jana, die Armbrust bereits im Anschlag. Dieser Augenblick... der sovieles entscheiden konnte, dieser Augenblick, wenn das Herz zu rasen beginnt, der Herzschlag bis in den Kopf pocht und man das Rauschen seines eigenen Blutes in den Ohren hört. Dieser Augenblick, in dem man gegen die Anspannung ankämpft, den Adrenalinrausch mit kontrollierter Atmung zu bezwingen versucht.

Die Armbrust wurde angelegt, eine ungepanzerte Stelle ihres Ziels gesucht... "Wir sind ein Dolchstoß im Rücken unserer Feinde, wir sind die Speerspitze der Ordnung, wir sind Vergeltung und Gerechtigkeit!" Die Worte ihrer Ausbilder hallen in ihrem Verstand wieder, wie seit Jahren. Jahren der Qual, des Schmerzes, der Selbstzweifel und demütiger Unterwerfung. "Unser Handwerk ist das Töten, und wir sind gut in dem was wir tun...!" Ein Feuerbefehl... abdrücken... sehen wie das Ziel leblos zu Boden sinkt... und man fühlt sich selber so lebendig wie nie zuvor...
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