[Event] Die unbekannte Gefahr

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Aerandir Elinlith
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Registriert: Montag 15. August 2016, 21:09

Beitrag von Aerandir Elinlith »

Gleich die erste Welle der Meereskreaturen erwischte ihn schwer. Er wurde eingekeilt, kam nicht mehr weg.. erhielt mehrere schwere Schläge und dann wurde es auch schon dunkel um ihn.. Zu seinem Glück wurden die Kreaturen die ihn angegriffen und niedergeschlagen hatten ihrerseits sofort angegriffen, sonst hätte der junge Lindil wohl die Nacht nicht überlebt. So lag er aber von Freund und Feind unbemerkt halb im Wasser, halb unter einem Busch bis er erst Stunden später wieder zu sich kam. Er lauschte und hörte Kampflärm im Westen... Vor dem Mieneneingang war eine größere Menge Lindil, Eledhrim, Kaluren und Menekaner im Kampf mit bösartigen Kreaturen verwickelt. Aerandir schleppte sich in die Höhle und bekam noch einige Treffer ab, bevor er dort erneut das Bewußtsein verlor. Shalaryl war es die ihn dann dort fand und ihn halbwegs wiederherstellte, doch bei den Kämpfen konnte er seinen Geschwistern kaum noch helfen.
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Amaethariel Saelind
Beiträge: 442
Registriert: Sonntag 16. Oktober 2016, 22:10

Beitrag von Amaethariel Saelind »

Die ersten Strahlen der Sonne erhoben sich gerade hinter dem Berg, senkten ihr müdes Licht auf das vollkommen zerstörte Tal, die noch immer dampfenden Ruinen dessen, was einst ihre Heimat gewesen war... Ered Luin, die blauen Berge, umgeben vom Nebelwald, in dem die Tiere und ihre elfischen Freunde in vollkommener Harmonie lebten. Keinem der Wesen hatte je Gefahr gedroht, verwirrte doch der weiße wabernde Nebel all jene, die sich unbefugt in die Tiefen der hunderte Jahre alten Bäume verirrten und verdrehte die Gedanken so lange, bis sie ihre eigene Hand vor Augen kaum noch erkennen konnten.
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Unter einer alten Eiche, deren Geäst von den herabfallenden Flammen des in der Nacht zuvor wütenden Drachen stark beschädigt worden war, saß kauernd und die Arme um die eigenen angezogenen Knie geschlungen eine junge Elfe. Das prachtvolle goldene Haare war im Kampf in Teilen vom Feuer verzehrt worden, das Gold in den Augen müde und wie von einem grauen Schleier überzogen, während kleinere Brandwunden die inzwischen nackten Arme wie kränklich rote Juwelen überzogen und der Geruch des Verbrannten an ihr wie an allem im Wald penetrant zu haften schien. Der Drache hatte gewütet, hatte, unbesiegbar, mit ihr, ihren Geschwistern und all jenen, die zu ihrer Hilfe herangeeilt waren, Katz und Maus gespielt, war gegen jeden Schlag und gegen jedes Wirken im Lied vollkommen erhaben gewesen, als habe ein Gott seinen Schuppenpanzer undurchdringlich für die vereinte Macht aus Menschen, Menekaner, Kaluren und Elfen gemacht. Nicht einmal die als solche herangetragene Schwachstelle unter dem Hals hatte auch für nur einen Wimpernschlag eine Chance geboten, ihm den letzten tödlichen Schlag zu geben. Hilflos hatte sie zusehen müssen wie sein Feuer ihre Freunde, ihre Familie verbrannt hatte, sich durch die Rüstungen unaufhaltsam fraß und offene Wunden an Körper und Seele zurückließ, die nicht so schnell würden heilen können.

Irgendwo im Inneren der noch stehenden Baumhäuser hatte sie ihre Schwester Celeg'glin'magol und ihren Freund Ranulph liegen sehen, bewacht von Eonas müden aber noch immer fähigen Händen, die keine Mühe scheuten um die Wunden zu verschließen. Draußen waren ihr einige ebenso besorgt dreinblickende Geschwister begegnet doch war ihr Verstand so leer und dunkel, dass sich kein Bild ihrer Gesichter oder Namen vor ihrem inneren Auge zeigen wollte.
Leere...die große alles umfassende Düsternis dessen, was in den ganzen Wochen an ihr genagt, an jeder Faser ihres Körpers gezerrt, sie nach und nach ausgehöhlt hatte, wie der stete Tropfen den Stein. Sie fühlte sie wie eine stumme Hülle, der man das Licht der Seele genommen, sie zum erlöschen gebracht hatte.
War ihr Kampf nicht beinahe umsonst gewesen? Das Tal lag zerstört, gegen den Drachen hatten sie nichts, aber auch gar nichts tun können, egal wie verbissen sich jeder von ihnen in den Kampf gewagt hatte und auch ihr mehrfaches Flehen um Phanodains Hilfe war eine Weile ungehört verhallt, auf taube Ohren gestoßen. Welchen Sinn hatte ihre Existenz, wenn die Gemeinschaft so vollkommen nutzlos erschien, all ihre Mühen nicht auf fruchtbaren Boden gefallen waren.

Eine der schmalen Hände hebend betrachtete sie die dort gelöste Haut, das roh darunter hervor blitzende Fleisch und doch verspürte sie keinen Schmerz, als habe ihr Körper aufgehört zu existierend, als gäbe es nur noch den kleinen Funken ihres Gedankens, dessen leiser Gesang verzweifelt nach dem Rest ihrer selbst suchte, ihn jedoch nicht fand. Wenn die geballte Macht aus Liedwirkern und Kämpfern, aus Handwerkern und Barden nicht gegen einen Drachen ankam, ihm schutzlos ausgeliefert war, was würde es dann für ihre Zukunft bedeuten.
Boshaft leise, zuerst nur ein Wispern, das sich in ihre Seele grub, begann eine alte Stimme in ihrem Inneren zu flüstern: "Unfähig... nutzlos...eitel… konntest die Deinen nicht schützen." Sie sah vor ihrem inneren Auge den sterbenden Freund und Lehrmeister, spürte wieder den Schmerz ihres ersten Unterrichtes, indem sich Lharan hatte fallen lassen um ihre Fähigkeiten zu testen, folgte dem hallenden Gefühl der nach ihr greifenden eigenen Sinnlosigkeit in ihr wie ein von der Decke fallender Wassertropfen in vollkommener Stille. Die Schwärze dessen, was der nun verschwundene Drache in ihr zurückließ, war so groß, so weit, dass sich zu verlieren glaubte. Selten hatte sie sich so danach gesehnt, an der Stelle ihres Meisters nun bei den Sternen zu sein, nur einmal zuvor hatte sie sich so nutzlos und unfähig gefühlt. Die Stadt blieb zerstört, die Wunden geschlagen, ein anderer hatte am Ende die Schlacht für sie gewandt und auch wenn es ihrer aller Schöpfer Phanodain selbst gewesen war so schmeckte die eigene Niederlage bitter wie Galle.
Nutzlos…
Hilflos…

Immer laute prallten die Worte der leisen Stimme gegen ihr feines inneres Konstrukt, wie eisige Schneiden durchtrennten sie den Rest des Selbstbewusstseins, schnitten ihre wunde Seele in Fetzen bis sie sich mit einem Schrei aus der kauernden Position in die Höhe stieß, die Hände gegen die schlanken spitzzulaufenden Ohren drückend. Sie musste fort, musste weg aus dem Wald, dessen Äste ihr nicht mehr einladend und vertraut wirkten. Drohend, stumm ihr die eigene Nutzlosigkeit vorwerfend, erhoben sie ihre verwundeten Köpfe zum Himmel und streckten die gebrochenen und verbrannten Äste klagend in den Wind.
Fort…gepeinigt wie ein wildes Tier durchlief ihr Körper fast automatisch die Verwandlung zum Wolf und peitschend setzte sie durchs Unterholz, weg vom Wald in den dichten Nebeln, weg von der verbrannten weißen Stadt, weg von allem das in ihrer Seele verzweifelt aufschrie.
Weit entfernt nach Stunden des Herumirrens, in der die Wölfin in ihr die Oberhand gewonnen hatte, fand sie eine kleine Höhle, in deren Inneres sie sich kauerte um dort einzuschlafen, doch selbst in den Träumen verfolgte die Stimme sie, verdrehte dort das Geschehene und ließ die junge Elfe allein in der Dunkelheit zurück, in die sie sich selbst begeben hatte, umgeben von den ihr selbst geschaffenen Geistern die sie jagten.

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Lharan Feyanthon

Beitrag von Lharan Feyanthon »

[img]http://silber-wolf.de/img1.jpg[/img]
Funken stoben durch das verqualmte Tal, das einst das Tal der Klänge gewesen war. Lharan hatte die Zahl der Geschwister und Verbündete nicht gezählt, deren Wunden er in den letzten Stunden versorgt hatte. Der Blick auf die Ruinen die in Flammen standen, war noch nicht einmal das schlimmste, dass das Herz des Elfen zum verkrampfen brachte. Es waren die gebrochenen Blicke seiner Geschwister, die einen scheinbar ausweglosen Kampf bestritten hatten und nun mit den seelischen Folgen zu kämpfen hatten. Viele Elfen waren gefallen und es würde eine Weile dauern, bis das stolze Volk der Elfen sich von dieser Katastrophe erholen würde. Lharan klopfte dem einen oder anderen jungen Elfen auf die Schulter und sprach einige aufmunternde Worte, auch wenn er genau wusste, dass dies allein nicht reichen würde um das Geschehende zu verarbeiten. Einzig bei seiner Seelengefährtin verblieb er etwas länger. Er hatte gespürt, dass sie dieses Chaos überlebt hatte, doch er fühlte auch, wie ein Sturm tief in ihr wütete. Sanft strich er über ihre Wange und befreite diese von dem störenden Ruß. Die blauen Augen stachen wie leuchtende Saphire aus den schwarzen Zügen hervor.

Er ergriff Ihre Hand und führte Sie weg von all dem. Ihre Schritte trugen Sie an die Bucht des Tales, sie streiften die Kleidung ab und traten in die Brandung des Meeres. Das kalte salzige Wasser brannte auf der verletzten rosigen Haut, als sie tiefer hinein stiegen.

Wortlos tauchten die beiden auf den Meeresboden hinab, sie orientierten sich an dem Fuße der felsigen Küste. An einer unauffälligen felsigen Stelle, berührte Lharan das Gestein. Sie spürte den grazilen Eingriff in die Klangstruktur des Felsen, der daraufhin einen Zugang zu einer kleinen Unterwasserhöhle freigab. Sie durchtauchten einen 10 Schritt langen Tunnel, der in einer mit luftgefüllten Unterwassergrotte mündete. Ein helles, blaues Leuchten erfüllte die kleine Höhle, dessen Ursprung ein großer unversehrter Klangkristall war.

[img]http://silber-wolf.de/img2.jpg[/img]

„Es ist nicht alles verloren, es wird einiges an Zeit dauern, die Erinnerungssplitter zusammen zu setzen, die wichtigsten Erinnerungen und Gefühle hat fey hier unten verborgen.“ Er ergriff ihre Hand und drückte sie fest. „Ein Jedes Ende bedeutet auch den Beginn eines Neuanfangs – Lass uns das Tal der Klänge wieder mit Leben, Schönheit, Harmonie und Anmut füllen.“

Als sie wieder dem Wasser entstiegen und die Steilklippe erklommen hatten, bemerkte Lharan ihren Blick, der wehmütig auf das Meer und die langsam treibenden Wolken gerichtet war, der Wind spielte mit ihren noch feuchten Haarsträhnen. „Lass uns hier verweilen Sturmgeborene“.
Lharan ging in die Hocke, ergriff etwas Asche und lies diese langsam gen Boden rieseln. Während die schwarzen Flocken zu Boden taumelten, veränderte er die Klangstruktur und eine einzelne weiße Fliese bildete sich auf dem Boden. Es war Zeit, den Grundstein für ein neues Zuhause zu legen und in die Zukunft zu blicken.
Zuletzt geändert von Lharan Feyanthon am Mittwoch 16. November 2016, 21:36, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Des Trauerspiels letzter Akt

Nachdem ein erstes Grollen die Stadt erfüllte, erklangen die Klangsteine der Eledhrim. Alle griffen zu den Waffen, brachten die schwächeren, älteren und kampfunerfahrenen Brüder und Schwestern in Sicherheit. So teilte sich das gelbgrüne Band der rennenden Eledhrim.
Der eine Teil rannte in den Nuya’tan. Und man meinte, dass auch dieser seinen Teil dazu beitragen wollte, indem er einen kleinen Weg öffnete, der die Fliehenden in den Schutz des Baumhausdorfes brachte.

Die andere Teil der großen gelbgrüne Elfenfamilie versammelte sich am Palast und schickte Schwalben zu ihren Verbündeten. Ein ganzer Schwarm stieg in aufgeregtem Gekreische, Geschnatter und Gefiepe in die Luft und teilte sich in drei Himmelsrichtungen an der Grenze des Nebelwaldes.

Sie suchten im Nilzadan die kräftigen Kaluren,
im Norden die stolzen Thyren,
Und im Süden die kampferfahrenen Menekaner auf.

Es zogen wieder diese abendlichen Schatten auf, die den Nebelwald verdunkelten. Wie ein Orchester, das das Podium füllt. ER machte sich bereit, sein letztes Stück anzustimmen. ER war im Begriff, die Trommeln der Vernichtung über der Stadt im silbernen Tal zu spielen. ER war willens das gesamte Ensemble der Vernichtung einzuspannen.

Während die Schwalben langsam am Himmelsband verschwanden, kräuselte sich die Wasseroberfläche der Seen, Flüße und Bäche Ered Luins. Unheimliche Meeresbewohner stiegen in nicht bestimmbarer Zahl empor und griffen ohne weitere Vorwarnung an.
ER fing sein Spiel also an.

1. Akt
Wie Geigen, deren Geigenbögen gerissene Saiten hatten, kämpften sich die Meeresbewohner in unbändiger Wut durch die Stadt. Ein schmerzendes Kreischen zog sich deren Kampflinie entlang. Anfangs gelang es den Maethyr, Taurandir und Ithryn sie in Schach zu halten, jedoch schienen sie immer mehr zu werden. Schriller und schmerzender wurde das Kreischen der schiefen Geigen und die Eledhrim wurden immer weiter zurückgeschlagen.
Jedoch schoben sich erst vereinzelt, dann immer häufiger, starke, aber nicht störende Klänge zwischen das dissonante Geigengekreische.

2.Akt
ER grollte, als Menekaner, Thyren und Kaluren eine Schneise in die Reihen der Meeresbewohner schlugen. Seite an Seite stritten sie und schlossen zu den zurückgedrängten Eledhrim auf. Im wahrsten Sinne des Wortes erklang die Ankunft der Verbündeten mit Pauken und Trompeten, gepaart mit deren leichteren Bratschenklängen ihrer Magier und Fuchtler.
Für kurze Zeit schien das Solostück der wässrigen Meeresbewohnergeigen durch das Terzett der Verbündeten gebrochen worden zu sein. So nutzen alle gemeinsam die kleine Verschnaufpause um sich zu Restruktuieren und einzelne, kleinere Kampfverbände zu bilden.
Bis tiefdunkle, polternde Trommelschläge durch das silberne Tal geschlagen wurden.

3. Akt
An der Zahl genau zwei.
Die linke und die rechte Hand von IHM. So kurz die zerstörerischen Trommelschläge geschlagen wurden, so lange hallten sie in den Körpern der Verteidiger nach.

Angst gegen Hoffnung.
Celli und Bratschen gegen Geigen.

Mut gegen Stärke.
Pauken und Trompeten gegen Trommeln.

Hell gegen Dunkel.
Hoffnung gegen Verzweiflung.
Wir gegen IHN.


ER hat wahrlich ein dissonantes Orchester ganz bitterer Couleur geschaffen, dessen Klang einzig in IHM Wohlbehagen auslösen konnte.
Bis.. weit entfernt, irgendwo, überhaupt hier? winzigkleine, fast unsichtbare Triangelschläge helles Licht entsenden.

Das Finale
Freche Picolloflöten trieben den Triangelklang voran.
Mutige Akzente einiger Querflöten spendeten Mut.
Mütterliche Klarinetten schenkten ihm Zuversicht.
In ein Meer aus Flötenklängen tauchte ein kleiner, weißer Fuchs auf. Und die feinen Triangelschläge schienen die Geigen, die Trommeln und schließlich ihn zur Ruhe zu bringen.

Plötzlich war der Fuchs der Dirigent. Plötzlich entschied er über den Einsatz und das Verstummen der Teilnehmer. Die Geigen mit den gerissenen Geigenbögen waren nunmehr kein Teil des Orchesters mehr. Auch die zerstörerischen Trommeln mussten weichen. Und schließlich auch ER.
In einer letzten Anstrengung schufen die Flötenfamilie um die Triangel einen hamronischen Einnklang und die Feinde des Tales wurden davongetragen.

Es blieben Überlebende und Tote, Verletzte und Unversehrte und.. eine komplett zerstörte Stadt zurück.
Aber auch... der Sieg.
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