Eine sternenklare Nacht, die glitzernden Punkte am Himmel waren einfach herrlich anzusehen. Das Rauschen des Flusses war gut zu hören und die Gischt klatschte Xinthra das ein oder andere Mal ins Gesicht. Moment. Wo kommt bitte die Gischt her? Lieg ich nicht im Zelt? dachte sie, fühlte am harten Bretterboden. Bretterboden?? Wo zum Geier bin ich hier! und raffte sich auf. Das Boot in dem sie nun saß und verdattert über die Reling blickte, schaukelte in der reißenden Strömung des Flusses, in dem es fuhr. "Greif dir das Ruder!" ertönte eine Stimme von Vorne, doch Xinthra konnte dort niemanden ausmachen. "Was soll ich tun?" fragte sie zurück. "Das Ruder in die Hand nehmen, verdammt noch mal oder willst du auf den Fels da krachen?" klang die Stimme sehr ungehalten. Wie aus dem Nichts erschien ein riesiger Felsbrocken mitten auf dem Fluß. Xinthra packte das Ruder und riß es herum, gerade noch rechtzeitig, um dem Hindernis auszuweichen. Gerade war es passiert, da schlagartig riß die Strömung ab und ließ nichts mehr an den wilden Fluß erinnern, der eben noch das Boot hin und her schaukelte. Einzig die Wasserlache am Grund des Gefährts erinnerte an die Gischt.
Das Ruder nun sich selbst überlassend, wandte sich Xinthra der Person zu. "Wer bist du und was mache ich auf diesem Schiff?" fragte sie. Die andere Person lachte, und sie erkannte das Lachen. "Dreh dich um, damit ich dir ins Gesicht blicken kann." forderte Xinthra. Einen Moment darauf blickte sie in ihr Antlitz. Die Person die ihr gegenüber stand, war ihr wie aus dem Gesicht geschnitten. Die Kinnlade klappte ihr herunter vor Verwunderung. "Na, überrascht?" klang die gar nicht verwunderte Stimme ihres Spiegelbildes, die darauf wieder lachte. "Bist du ein Geist? Ein Wesen das mich verwirren will?" erklang die zaghafte Frage, welche mit noch deutlicherem Gelächter quittiert wurde. "Entweder bist du blind, oder du erkennst dich selbst nicht". Mit einem mal war das Lachen verebbt. "Ich habe dir gesagt, dass wir uns wieder treffen. Hab ich es nicht gesagt? Wie ich sehe hast du dein Leben wieder schön verbogen, großartig". Erneut klappte eine Kinnlade herunter. "Aber.. ich habe dich nie zuvor.. ich meine.." "gesehen? Ha! Doch, hast du, und nicht nur im Spiegelbild." erwiderte diese und blickte sich um. "Nimm das Ruder" "wieso soll ich das Ruder nehmen?" "Nimm jetzt das Ruder!" "Aber wieso denn?" "Weil du es schon wieder verloren hast, das Ruder! Muss ich denn immer auf dich aufpassen? Da, schau ins Wasser!" und deutete auf den Fluß. Unzählige Holzsplitter schwammen um das Schiff herum, Xinthra schnappte sich eins. "Was ist das bitte?"
"Das meine liebe Xinthra, sind die Reste der Ruder, die ich dir gegeben habe und die du immer wieder verloren hast!" murrte die Person. "Also nimm jetzt endlich das Ruder, denn wenn ich es nehme, wird das häßlich für dich". Erschrocken griff Xinthra nach dem Ruder. "Und nun verrate mir, warum du nicht von Erinna lassen kannst. Was ist sie denn so Besonderes?"
"Sie.. ich.. wir.."
"hör auf zu stammeln!"
"Also wir haben uns wohl zerstritten und ich habe Schuld.."
"Schuld, soso. warum bist eigentlich immer du schuld?"
"Na weil ich ihr nicht rechtzeitig bescheid gesagt..."
"Ach du hast nicht, und sie hat sich aber auch nicht gekümmert um ihre Schwester obwohl die beiden sich noch wenige Tage zuvor besucht haben? Und sonst hat auch niemand ihr eine Nachricht geschrieben, oder? Der Clan? Diese Ritterin?"
ein sanftes Kopfschütteln. "Ich glaube nicht."
"Ach, und nun hast du ihr Bescheid gegeben und sie ist sauer?"
"So ist es."
"Und du bist daran schuld?"
"So ist es."
"Du spinnst."
"Was..?"
"Ich wiederhole mich nicht!"
"Aber."
"Ich kann deine Abers nicht mehr hören!"
"A..."
"Jetzt hör mir mal zu, Mädel. Du bist nicht verantwortlich, was andere tun oder nicht tun, wenn du nicht einmal auch nur die geringste Möglichkeit hast, Einfluß darauf zu nehmen, also rede dir nicht so einen bodenlosen Unfug ein!"
"A..."
"Was hab ich dir über das Aber erzählt?"
"Dass du es nicht mehr hören kannst."
"Und warum willst du mich dann immer wieder damit bombardieren?"
"Weil.. weiß ich auch nicht."
"Dann lass es doch."
"Aber..."
"Ruhe!"
Schweigen.
Das Spiegelbild grinste triumphierend, während Xinthra klein und zusammengesunken mit beiden Händen das Ruder hielt und schwieg. Dann plötzlich sprach das Spiegelbild wieder.
"Also, Erinna?"
"Nun.. sie ist weggelaufen."
"Na und?"
"Was soll das heißen, na und? Sie ist weggelaufen! Ich vermisse sie!"
"Das soll heißen, dass du selbst genau weißt, dass sie wiederkommen wird, aber das kriegst du in dein Spatzenhirn ja nicht hinein."
Xinthra wollte etwas sagen.
"Ich kann dein Aber förmlich spüren."
"Ich vermisse sie doch."
"Du vermisst sie? Was denn? Ihr beklemmendes Schweigen vielleicht?"
"Nein, ich vermisse ihre Liebe"
"Ihre Liebe, Ha. Damit war es doch auch nicht weit her."
"Sag das nicht noch einmal!"
"Und wenn doch, was dann? Willst du mich ins Wasser stoßen?" grinsend blickte das Spiegelbild zu Xinthra hin, die gerade vorschnellen wollte, um mit ihren Händen des Spiegelbilds' Kehle zusammenzudrücken.
"Du warst auch zu dumm, schon vorher zu erkennen, dass aus euch beiden nichts wird. Ihr seid einfach zu verschieden. Siehst du doch jetzt wieder."
"Jetzt habe ich es verstanden und will sie behandeln, wie jede andere Schwester auch"
"So, hast du das? Habe ich da nicht eben noch was gehört von Liebe?"
"Lass doch die Liebe aus dem Spiel"
"Warum dreht sich bei dir eigentlich alles um Erinna?"
"Tut es doch garnicht. Vorgestern habe ich doch erst mitgeholfen, Viola zu befreien.. obwohl ich eigentlich nur herumgestanden bin"
"Ach, und davor ging es nicht um Erinna die nicht mit jagen kommt? Und worum geht es nun? Um Erinna die sauer auf dich ist und weggelaufen ist. Erzähl mir nicht, dass sich bei dir nicht alles um Erinna dreht."
"Jetzt reichts aber!"
"Es reicht dir? Mir reicht es, dass du dich wieder krümmst und dein eigenes Leben den Bach heruntergehen lässt. Warum lebst du nicht so wie du das willst?"
"Tu ich das nicht?"
"Nein! Du windest und verformst dich, redest Erinna fast sogar schon nach dem Mund. Was soll denn das, hast du kein eigenes Leben?"
"Ich verändere mich, damit ich akzeptiert werde."
"Damit du was?"
"Akzeptiert werde."
"Du willst akzeptiert werden, dann hör auf, dich dauernd zu verändern. Zeig dich wie du bist!"
"Aber das ist doch nicht gut."
"Nicht gut? Was hat Ronya denn erst vorgestern zu dir gesagt? Und siehst du in den AUgen der anderen irgend was das dich vermuten lässt, sie hielten dich für schlecht?"
"Ich weiß nicht.."
"Verdammt noch mal, sieh es endlich ein. Dein Leben dreht sich um Erinna. Du musst endlich loslassen."
"Aber es tut so weh."
"Dann tut es eben weh."
"Du bist grausam."
"Ja. Grausam ehrlich." Wie wahr.
"Wie soll ich das machen?"
"Lasse die anderen Schwestern in dein Herz."
"Alle?"
"Alle."
"Ich werde es versuchen."
"Nein. Nichts da versuchen. Tu es einfach!"
"Aber.."
"Nicht schon wieder dieses Wort!"
"Du hast recht."
Nach diesen Worten blickte das Spiegelbild sehr ernst und tief in Xinthras Augen. "Du musst sie vergessen, diese Liebe. Entweder du, oder ich werde dafür sorgen." sprach es, kalt und fast schon befehlend.
"Schau, wie schön der Sonnenaufgang ist" merkte es an. Xinthra blickte sich um und bemerkte erst dann, wie sich das rötliche Licht der Morgensonne im Fluß spiegelte, das Gras der Ufer zum blitzen brachte und die Wälder, die das Ufer säumten, rot erstrahlen ließen. "Heute wird ein schöner Tag." meinte das Spiegelbild.
Xinthra erwachte.
Eine Bootsfahrt auf dem Fluß
-
Xinthra
"Und schon sehen wir uns wieder"
"Ja."
"Was ist es diesmal? Lass mich raten, Erinna?"
"Warum fragst du, wenn du es schon weißt."
"Ach, ich wollte nur eine Bestätigung haben für das, was ich gestern sagte"
"Jaja, es geht um sie. Sie ist fort."
"War sie das nicht Gestern auch schon?"
"Ja, aber nun ist sie ganz fort, hat ihr Zelt mitgenommen."
"Und?"
"Was 'und'?"
"Du bist doch sicher wieder dran schuld."
"Das weiß ich nicht."
"Natürlich bist du es, du bist doch an allem schuld." grinste das Spiegelbild.
"Wenn du das sagst"
Sie spürte einen Stoß an den Schultern und sie klatschte rücklings in den Fluss. Das Wasser war eiskalt und entriß ihr die wohlige Wärme, die sie eben noch gespürt hatte.
Eine Hand reichte ins Wasser hinab un zog sie wieder hinaus. Keine Anstalten einer Erkärung.
"Was sollte das?"
"Du bist es doch selbst schuld."
"Was bin ich? Du hast mich gestoßen!"
"Ach ja wirklich, hab ich das?" Wieder dieses Grinsen.
"Warum grinst du so?"
"Weil du lustig aussiehst, so tropfnass."
"Das ist nicht lustig, das ist kalt."
"Selber schuld." Das Grinsen hielt sich beständig.
"He, du hast mich gestoßen, jetzt bin ich nass und friere."
"Ja und, du gibst dir doch sonst für alles die Schuld, warum nicht auch daran?"
"A.. weil.."
"Na?"
"Ich weiß keine Antwort"
"Soll ich nochmal?"
"Was nochmal?"
Wieder spürte sie die beiden Hände an der Schulter und klatschte erneut ins Wasser hinein. Sie zappelte und prustete, als das immer noch Eiskalte Wasser ihren Körper abkühlte. Sie packte den Bootsrand und hielt sich daran fest.
"Hol mich raus"
"warum sollte ich?"
"Weil du mich reingestoßen hast, schon das zweite mal"
"Ja und, du bist es doch selbst schuld"
"Sag mir endlich was du meinst!"
"Das wirst du selbst herausfinden. So lange bleibst du da im Wasser"
"Dann werde ich erfrieren"
"Dann erfrierst du eben, wenn du zu dumm bist zu kapieren, dass du nicht an allem die Schuld hast, was um dich herum passiert."
"Aber ich bin es doch auch."
"Na, wirds schon kalt?"
"Ja, sehr."
"Dann solltest du dich beeilen. Das Schiff lässt sich schwer steuern mit einem Eisklotz an der Seite."
"Aber wie soll ich das anstellen?"
"Denk nach."
"Es ist zu kalt zum denken."
"Ja, ich weiß." Und wieder dieses hähmische Grinsen.
"Was grinst du eigentlich?"
"Dein Gesicht wird ganz bleich. Dir muss wirklich schrecklich kalt sein."
"Was denkst du, spring doch auch ins Wasser und finde es heraus."
"Wer bin ich denn, dass ich in eiskaltes Wasser springe?"
"Du bist ich."
"Das, liebe Xinthra, ist nicht ganz richtig."
"Wieso ist das nicht richtig? Du siehst aus wie ich."
"Ja schon, aber Du bist da unten im Wasser, und ich bin hier im trockenen.
Nur ein Murren aus dem Wasser, das sich mit einem zähneklappernden Geräusch verband.
"Mach das nicht, das ist schlecht für die Zähne"
"Hol mich endlich raus hier."
"Hast du endlich kapiert was ich will?"
"Dass ich nicht an allem Schuld habe? Meinetwegen!"
"Frier weiter."
"Aber du hast doch gehört was du hören wolltest!"
"Jaja, weil dir kalt ist. Ich soll dich herausziehen. Aber so einfach mach ichs dir nicht."
"Dann erklär es mir!"
"Sieh endlich ein, dass du nicht daran Schuld hast, dass Erinna gegangen ist."
"Aber.."
"Arr! Schweig und frier!"
Das Zähneklappern wurde deutlicher, aber Xinthra schwieg.
"Fein so. Hast du Erinna in den letzten Tagen mal beobachtet, wenn sie da war?"
"Nein, nicht so wirklich."
"Aber ich habe es getan. Sie ist unglücklich gewesen. Nicht nur mit dir allein, sondern auch mit sich."
"Wie konntest du das herausfinden?"
"Schon vergessen, wir sind eine Person. Ich sehe durch deine Augen und sehe andere Dinge als du."
"Und weiter?"
"Da gibts nichts weiter. Das fragst du nur, weil du immer denkst, es müsse noch mehr zu erzählen geben."
"Aber das ist doch wichtig"
"warum ist es wichtig, mehr zu sagen als nötig? Sie war unglücklich nicht nur wegen dir, und hättest du das bemerkt, dann hättest du dir gar nie die Schuld für ihr Verschwinden gegeben." Eine Hand packte die ihre und zog sie an Bord.
"Also, hast du nun noch Schuld an Erinnas Verschwinden?"
"Ich glaube nicht."
"Du glaubst?"
"Ja, vorerst. Lass mich das verarbeiten, ja?"
"Na gut, genehmigt. Zeit zum aufwachen."
Wieder ein Ruck durch den Körper und Xinthra ging über den Bootsrand. Doch diesmal war das Wasser angenehm warm, es schwappte ihr das ein oder andere mal über das Gesicht.
Sie öffnete die Augen und blickte in die Augen von Gardo, der ihr das Gesicht abgeschleckt hatte.
"Ja."
"Was ist es diesmal? Lass mich raten, Erinna?"
"Warum fragst du, wenn du es schon weißt."
"Ach, ich wollte nur eine Bestätigung haben für das, was ich gestern sagte"
"Jaja, es geht um sie. Sie ist fort."
"War sie das nicht Gestern auch schon?"
"Ja, aber nun ist sie ganz fort, hat ihr Zelt mitgenommen."
"Und?"
"Was 'und'?"
"Du bist doch sicher wieder dran schuld."
"Das weiß ich nicht."
"Natürlich bist du es, du bist doch an allem schuld." grinste das Spiegelbild.
"Wenn du das sagst"
Sie spürte einen Stoß an den Schultern und sie klatschte rücklings in den Fluss. Das Wasser war eiskalt und entriß ihr die wohlige Wärme, die sie eben noch gespürt hatte.
Eine Hand reichte ins Wasser hinab un zog sie wieder hinaus. Keine Anstalten einer Erkärung.
"Was sollte das?"
"Du bist es doch selbst schuld."
"Was bin ich? Du hast mich gestoßen!"
"Ach ja wirklich, hab ich das?" Wieder dieses Grinsen.
"Warum grinst du so?"
"Weil du lustig aussiehst, so tropfnass."
"Das ist nicht lustig, das ist kalt."
"Selber schuld." Das Grinsen hielt sich beständig.
"He, du hast mich gestoßen, jetzt bin ich nass und friere."
"Ja und, du gibst dir doch sonst für alles die Schuld, warum nicht auch daran?"
"A.. weil.."
"Na?"
"Ich weiß keine Antwort"
"Soll ich nochmal?"
"Was nochmal?"
Wieder spürte sie die beiden Hände an der Schulter und klatschte erneut ins Wasser hinein. Sie zappelte und prustete, als das immer noch Eiskalte Wasser ihren Körper abkühlte. Sie packte den Bootsrand und hielt sich daran fest.
"Hol mich raus"
"warum sollte ich?"
"Weil du mich reingestoßen hast, schon das zweite mal"
"Ja und, du bist es doch selbst schuld"
"Sag mir endlich was du meinst!"
"Das wirst du selbst herausfinden. So lange bleibst du da im Wasser"
"Dann werde ich erfrieren"
"Dann erfrierst du eben, wenn du zu dumm bist zu kapieren, dass du nicht an allem die Schuld hast, was um dich herum passiert."
"Aber ich bin es doch auch."
"Na, wirds schon kalt?"
"Ja, sehr."
"Dann solltest du dich beeilen. Das Schiff lässt sich schwer steuern mit einem Eisklotz an der Seite."
"Aber wie soll ich das anstellen?"
"Denk nach."
"Es ist zu kalt zum denken."
"Ja, ich weiß." Und wieder dieses hähmische Grinsen.
"Was grinst du eigentlich?"
"Dein Gesicht wird ganz bleich. Dir muss wirklich schrecklich kalt sein."
"Was denkst du, spring doch auch ins Wasser und finde es heraus."
"Wer bin ich denn, dass ich in eiskaltes Wasser springe?"
"Du bist ich."
"Das, liebe Xinthra, ist nicht ganz richtig."
"Wieso ist das nicht richtig? Du siehst aus wie ich."
"Ja schon, aber Du bist da unten im Wasser, und ich bin hier im trockenen.
Nur ein Murren aus dem Wasser, das sich mit einem zähneklappernden Geräusch verband.
"Mach das nicht, das ist schlecht für die Zähne"
"Hol mich endlich raus hier."
"Hast du endlich kapiert was ich will?"
"Dass ich nicht an allem Schuld habe? Meinetwegen!"
"Frier weiter."
"Aber du hast doch gehört was du hören wolltest!"
"Jaja, weil dir kalt ist. Ich soll dich herausziehen. Aber so einfach mach ichs dir nicht."
"Dann erklär es mir!"
"Sieh endlich ein, dass du nicht daran Schuld hast, dass Erinna gegangen ist."
"Aber.."
"Arr! Schweig und frier!"
Das Zähneklappern wurde deutlicher, aber Xinthra schwieg.
"Fein so. Hast du Erinna in den letzten Tagen mal beobachtet, wenn sie da war?"
"Nein, nicht so wirklich."
"Aber ich habe es getan. Sie ist unglücklich gewesen. Nicht nur mit dir allein, sondern auch mit sich."
"Wie konntest du das herausfinden?"
"Schon vergessen, wir sind eine Person. Ich sehe durch deine Augen und sehe andere Dinge als du."
"Und weiter?"
"Da gibts nichts weiter. Das fragst du nur, weil du immer denkst, es müsse noch mehr zu erzählen geben."
"Aber das ist doch wichtig"
"warum ist es wichtig, mehr zu sagen als nötig? Sie war unglücklich nicht nur wegen dir, und hättest du das bemerkt, dann hättest du dir gar nie die Schuld für ihr Verschwinden gegeben." Eine Hand packte die ihre und zog sie an Bord.
"Also, hast du nun noch Schuld an Erinnas Verschwinden?"
"Ich glaube nicht."
"Du glaubst?"
"Ja, vorerst. Lass mich das verarbeiten, ja?"
"Na gut, genehmigt. Zeit zum aufwachen."
Wieder ein Ruck durch den Körper und Xinthra ging über den Bootsrand. Doch diesmal war das Wasser angenehm warm, es schwappte ihr das ein oder andere mal über das Gesicht.
Sie öffnete die Augen und blickte in die Augen von Gardo, der ihr das Gesicht abgeschleckt hatte.
-
Xinthra
Diesmal trieb das Boot auf einem ruhig dahinfließenden Fluß, die Mittagssonne ließ ihre Strahlen fallen und tauchte die Szenerie nicht nur in eine freundliche Farbe, sondern auch in eine angenehme Wärme. Xinthra saß am Ruder und hielt dieses, während das Spiegelbild ihr gegenüber saß. Beide blickten sich an, Xinthra lächelte, aber ihr Spiegelbild sprach.
"Du strahlst so" bemerkte es, sanft klingend.
"Ja.. es war ein schöner Tag und ein noch schönerer Abend" sprach Xinthra fast verträumt.
"Was war denn das schönste daran für dich?"
"Dass wir es endlich mal zu einer Gruppe geschafft haben.. ohne Ronyas zutun."
"Und du weisst, wem du das zuschreiben kannst?"
"Ja, das weiss ich"
"Ich bin stolz auf dich"
"Wieso stolz, wegen einer Sache die ich für die Gemeinschaft gemacht habe?"
"Nein. Weil du einen Tag mal nicht dir allem die Schuld gegeben hast, und deine Gedanken bei den anderen waren."
"Hm.. das ist mir gar nicht aufgefallen"
"Mir aber, glaub mir das."
"Warum sollte ich mir die Illusion machen, dir würde etwas aus meinem Leben entgehen"
Beide grinsten sich an.
"Es ist immerhin auch mein Leben, vergiss das bitte nicht"
"Verzeih, ich meinte natürlich unser Leben"
"Ich spüre, da ist noch etwas. Erzähl mir davon."
"Alassea hat uns begleitet."
"Ist sie denn eine Schwester?"
"Ja, das heisst nein, eigentlich nicht, aber ich sehe sie fast schon so an.. nicht nur, weil sie mal eine war. Meinst du, das ist falsch?"
"Ob das falsch ist, musst du selbst wissen. Klar muss dir nur sein, dass sie keine wirkliche Schwester ist. Sie hat andere Verpflichtungen hier. Früher mag sie mit Ronya gekämpft haben. Aber denk an ihr kaputtes Knie, an das Kind das sie nun hat und an jenes, das sie bekommen wird."
Ein sachtes Nicken.
"Die Vorstellung ist einfach zu schön, um wahr zu werden."
"Aber ich glaube, ihr hat es auch gefallen, Teil einer Jagdgruppe zu sein. Ich fand, sie blühte richtig auf. Vielleicht sollten wir mehr solche Jagden veranstalten?"
"Sicher, warum solltet ihr nicht?"
"Ich wüsste keinen Grund"
"Dann weiss ich keinen Grund für deine Frage" grinste erst ihr Spiegelbild.
"Hast ja recht" merkte Xinthra an.
"Komm und setz dich neben dich. Heute Nacht musst du das Steuer nicht festhalten"
Ihr Spiegelbild legte Xinhtra einen Arm um die Schultern, die wohlige Wärme der Geborgenheit machte sich sehr schnell in ihr breit. Sie schloß ihre Augen.
"Ich spüre wie gut es dir tut, wenn etwas klappt."
Nur ein sachtes Nicken von Xinthra.
"Ruh dich aus, heute gibt es nicht so viel zu besprechen. Und diesmal werde ich dich auch nicht ins Wasser schmeißen"
Ein leises Kichern von Xinthra war zu vernehmen, ehe sie letztendlich fest einschlief und nach Wochen endlich wieder einen sehr erholsamen Schlaf hatte.
"Du strahlst so" bemerkte es, sanft klingend.
"Ja.. es war ein schöner Tag und ein noch schönerer Abend" sprach Xinthra fast verträumt.
"Was war denn das schönste daran für dich?"
"Dass wir es endlich mal zu einer Gruppe geschafft haben.. ohne Ronyas zutun."
"Und du weisst, wem du das zuschreiben kannst?"
"Ja, das weiss ich"
"Ich bin stolz auf dich"
"Wieso stolz, wegen einer Sache die ich für die Gemeinschaft gemacht habe?"
"Nein. Weil du einen Tag mal nicht dir allem die Schuld gegeben hast, und deine Gedanken bei den anderen waren."
"Hm.. das ist mir gar nicht aufgefallen"
"Mir aber, glaub mir das."
"Warum sollte ich mir die Illusion machen, dir würde etwas aus meinem Leben entgehen"
Beide grinsten sich an.
"Es ist immerhin auch mein Leben, vergiss das bitte nicht"
"Verzeih, ich meinte natürlich unser Leben"
"Ich spüre, da ist noch etwas. Erzähl mir davon."
"Alassea hat uns begleitet."
"Ist sie denn eine Schwester?"
"Ja, das heisst nein, eigentlich nicht, aber ich sehe sie fast schon so an.. nicht nur, weil sie mal eine war. Meinst du, das ist falsch?"
"Ob das falsch ist, musst du selbst wissen. Klar muss dir nur sein, dass sie keine wirkliche Schwester ist. Sie hat andere Verpflichtungen hier. Früher mag sie mit Ronya gekämpft haben. Aber denk an ihr kaputtes Knie, an das Kind das sie nun hat und an jenes, das sie bekommen wird."
Ein sachtes Nicken.
"Die Vorstellung ist einfach zu schön, um wahr zu werden."
"Aber ich glaube, ihr hat es auch gefallen, Teil einer Jagdgruppe zu sein. Ich fand, sie blühte richtig auf. Vielleicht sollten wir mehr solche Jagden veranstalten?"
"Sicher, warum solltet ihr nicht?"
"Ich wüsste keinen Grund"
"Dann weiss ich keinen Grund für deine Frage" grinste erst ihr Spiegelbild.
"Hast ja recht" merkte Xinthra an.
"Komm und setz dich neben dich. Heute Nacht musst du das Steuer nicht festhalten"
Ihr Spiegelbild legte Xinhtra einen Arm um die Schultern, die wohlige Wärme der Geborgenheit machte sich sehr schnell in ihr breit. Sie schloß ihre Augen.
"Ich spüre wie gut es dir tut, wenn etwas klappt."
Nur ein sachtes Nicken von Xinthra.
"Ruh dich aus, heute gibt es nicht so viel zu besprechen. Und diesmal werde ich dich auch nicht ins Wasser schmeißen"
Ein leises Kichern von Xinthra war zu vernehmen, ehe sie letztendlich fest einschlief und nach Wochen endlich wieder einen sehr erholsamen Schlaf hatte.
-
Xinthra
"Da bist du ja wieder"
"Ist ja auch schon Nacht"
"Nein, was du nicht sagst"
Beide grinsen.
"Dann schieß mal los."
"Schießen? Ich kann keinen Bogen bedienen."
"Arr, Dummchen, du sollst sprechen"
"Tu ich doch"
Das Spiegelbild schlug sich die Hand vor die Stirn
"Was??"
"Erzähl von deinem Tag."
"Also.. ich bin aufgestanden.."
"Hast gegessen, dich angezogen und bist losgeritten.. und dann?"
"Wenn du es doch sowieso weisst, warum fragst du noch?"
"Weil ich es von dir hören will"
"Ich mag aber nicht erzählen."
"Ich mag aber nicht erzählen." äffte das Spiegelbild nach
"Was ist denn da für ein großes Geheimnis das du so unbedingt für DICH behalten willst?" fügte es noch hinzu.
"Kein Geheimnis. Finde es doch heraus"
"Ich habe keine Lust auf Ratespielchen"
"Versuch es wenigstens"
Ein resignierendes Brummen vom Spiegelbild
"Also lass mich raten, du hast Viola getroffen und ihr habt miteinander gesprochen und du hast erfahren, dass sie den Clan verlassen hat."
Verblüfft klappte Xinthra ihren Mund auf.
"Woher weisst du das?"
"Och hast du schon vergessen, wir sind rein zufällig eine Person." leicht grinsend legte ihr Spiegelbild den Kopf auf die Seite.
"Ah ja.. natürlich.."
"Du bist mir schon eine. Also, jetzt hab ichs erraten, dann erzähl mal"
"Ich habe sie gefragt, ob sie zur Gemeinschaft kommt. Aber das wäre ihr ein zu großes Risiko, ihre Freunde zu hinterlassen."
"Hast du ihr erzählt, wie sie hier leben könnte?"
"Natürlich hab ich das. Sie fürchtet, Ärger in der Gemeinschaft zu bewirken, durch ihre Art.. Und dass sie nicht bereit wäre, schon wieder Vertrauen zu verschenken."
"Hast du ihr von Erinna und dir erzählt?"
"Ach wo denkst du hin, natürlich hab ich das. Aber irgendwie hat nichts so recht gefruchtet."
"Irgendwas verbirgst du noch"
"Ja.. sie hat mir von ihrem Geliebten erzählt der inzwischen verschollen ist"
"Warum hat sie dir das erzählt?"
"Ich denke um mir ihr Risiko klar zu machen, welches sie eingehen würde, wenn sie zu uns käme. Denn ihre Freunde füllen momentan dieses Loch auf, das ihr Geliebter hinterlassen hat. Bei uns kennt sie niemanden und sie will nicht hinterher alleine dastehen, wenn sie merkt, unsere Gemeinschaft ist nichts für sie."
"Das ist durchaus zu verstehen, denkst du nicht?"
Ein sachtes Nicken zur Bestätigung.
"Aber schön wäre es doch."
"Es wäre auch schön, wenn Alassea in die Gemeinschaft käme. Beides ist nicht möglich."
"Lass mich doch träumen"
"Gerade du solltest wissen, dass die schönsten Träume unerfüllt bleiben."
"Wie meinst du das?"
"Meine Güte, bist du begriffsstutzig. Frag mal dein Herz, wie es sich fühlt."
"Mein Herz? Es ist.. einsam."
"Und warum ist es einsam?"
"Weil da ein Loch an der Stelle ist, wo Erinna war"
"Ah! Also welcher Traum ist wohl unerfüllt?"
"Hm.. Liebe?"
"Volltreffer!"
"Naja, aber ich hab doch die Gemeinschaft.."
"Die wird dir aber nie das geben können, was ein dich liebender Mensch dir geben kann."
"Und das wäre?"
"Bist du so dumm oder tust du nur so?"
"Sag es mir doch einfach und halt mir nicht dauernd vor, wie unerfahren ich bin!"
"Na wie wäre es denn mit Geborgenheit?"
"Ich fühle mich in der Gemeinschaft nicht minder geborgen"
"Arr.. du verstehst es nicht.. Die Gemeinschaft bietet dir eine andere Art von Geborgenheit. Dein Herz wirst du ihnen aber nie so öffnen können wie deiner Liebe."
"Hm.. vielleicht hast du recht"
"Natürlich hab ich recht."
Der Mond schien unterdessen den gesamten Fluß entlang, das fahle weiße Licht leuchtete auf dem sich leicht kräuselnden Wasser wie ein Pfad, auf dem das Schiff entlang trieb.
"Und was sagst du über Viola?"
"Was soll ich über sie sagen, sie ist eine Freundin, die Schwester von Erinna.."
"Schwestern sind sie nicht, erinner dich was Viola dir erzählt hat."
"Ja, ich weiß doch. Aber sie sehen sich irgendwo als Geschwister."
"Erkennst du die Parallele zwischen euch?"
"Was für eine Parallele?"
"Ihr beide habt Löcher im Herzen."
"Und was willst du damit sagen?"
"Versuch doch, dich ihr zu nähern."
Xinthras Mund klappte wieder auf.
"Gib acht, sonst verschluchst du noch ein paar Mücken."
"Du willst.. aber.. das geht doch nicht.."
"Wieso sollte das nicht gehen?"
"Na weil.. ich meine.."
"Sprich dich aus."
"Was würde Erinna denken? Was würden die anderen denken?"
"Was zum Krathor scheren dich die anderen? Sind die anderen einsam im Herzen oder bist du es?"
"Ich.." merkte sie kleinlaut an
"Also?"
"Viola.. ich weiss nicht. Sie ist nett, aber.." meinte Xinthra und blickte dem Spiegelbild in die Augen und schwieg.
"Aber was? Angst?"
Ein sachtes Nicken
"Angst, dass das Loch weiter aufgerissen wird?"
Ein gesenkter Kopf und noch leichteres Nicken
"Und wegen der Angst willst du es nicht versuchen?"
"Was, wenn ich auch ihren Kummer verschlimmere?"
"Was, wenn du es nie versuchst und dumm stirbst?"
"Das ist nichts was man mal eben so versucht"
Ein verblüffter Blick des Spiegelbilds.
"Diesen Satz hätte ich nie von dir erwartet."
"Ich stecke voller überraschungen" merkte Xinthra zurückhaltend grinsend an.
"Allerdings. Was gedenkst du nun also zu tun?"
"Ich werde mich wieder mit Viola treffen. Vielleicht können wir bessere Freunde werden."
"Glaubst du nicht, dass ihr das nicht schon seid?"
"Nein, denn.. das was ich getan habe, war selbstverständlich. Ich denke nicht, dass sie das dazu zählt, was Freunde so füreinander tun. Wohl eher das Gespräch das wir gestern hatten."
"Du überraschst mich schon wieder."
"Mag sein"
"Ist so. Also triffst du dich wieder mit ihr."
"Ja, das habe ich vor."
"Und wie gedenkst du es zu schaffen, dann aus der Freundschaft eine Beziehung zu machen?"
"Ich werde feststellen, ob ich das überhaupt möchte und dann, ob sie es möchte. Danach erst mache ich mir Gedanken darum."
"Das ist sehr vernünftig."
Nur ein sachtes Nicken
Xinthra erwachte.
"Ist ja auch schon Nacht"
"Nein, was du nicht sagst"
Beide grinsen.
"Dann schieß mal los."
"Schießen? Ich kann keinen Bogen bedienen."
"Arr, Dummchen, du sollst sprechen"
"Tu ich doch"
Das Spiegelbild schlug sich die Hand vor die Stirn
"Was??"
"Erzähl von deinem Tag."
"Also.. ich bin aufgestanden.."
"Hast gegessen, dich angezogen und bist losgeritten.. und dann?"
"Wenn du es doch sowieso weisst, warum fragst du noch?"
"Weil ich es von dir hören will"
"Ich mag aber nicht erzählen."
"Ich mag aber nicht erzählen." äffte das Spiegelbild nach
"Was ist denn da für ein großes Geheimnis das du so unbedingt für DICH behalten willst?" fügte es noch hinzu.
"Kein Geheimnis. Finde es doch heraus"
"Ich habe keine Lust auf Ratespielchen"
"Versuch es wenigstens"
Ein resignierendes Brummen vom Spiegelbild
"Also lass mich raten, du hast Viola getroffen und ihr habt miteinander gesprochen und du hast erfahren, dass sie den Clan verlassen hat."
Verblüfft klappte Xinthra ihren Mund auf.
"Woher weisst du das?"
"Och hast du schon vergessen, wir sind rein zufällig eine Person." leicht grinsend legte ihr Spiegelbild den Kopf auf die Seite.
"Ah ja.. natürlich.."
"Du bist mir schon eine. Also, jetzt hab ichs erraten, dann erzähl mal"
"Ich habe sie gefragt, ob sie zur Gemeinschaft kommt. Aber das wäre ihr ein zu großes Risiko, ihre Freunde zu hinterlassen."
"Hast du ihr erzählt, wie sie hier leben könnte?"
"Natürlich hab ich das. Sie fürchtet, Ärger in der Gemeinschaft zu bewirken, durch ihre Art.. Und dass sie nicht bereit wäre, schon wieder Vertrauen zu verschenken."
"Hast du ihr von Erinna und dir erzählt?"
"Ach wo denkst du hin, natürlich hab ich das. Aber irgendwie hat nichts so recht gefruchtet."
"Irgendwas verbirgst du noch"
"Ja.. sie hat mir von ihrem Geliebten erzählt der inzwischen verschollen ist"
"Warum hat sie dir das erzählt?"
"Ich denke um mir ihr Risiko klar zu machen, welches sie eingehen würde, wenn sie zu uns käme. Denn ihre Freunde füllen momentan dieses Loch auf, das ihr Geliebter hinterlassen hat. Bei uns kennt sie niemanden und sie will nicht hinterher alleine dastehen, wenn sie merkt, unsere Gemeinschaft ist nichts für sie."
"Das ist durchaus zu verstehen, denkst du nicht?"
Ein sachtes Nicken zur Bestätigung.
"Aber schön wäre es doch."
"Es wäre auch schön, wenn Alassea in die Gemeinschaft käme. Beides ist nicht möglich."
"Lass mich doch träumen"
"Gerade du solltest wissen, dass die schönsten Träume unerfüllt bleiben."
"Wie meinst du das?"
"Meine Güte, bist du begriffsstutzig. Frag mal dein Herz, wie es sich fühlt."
"Mein Herz? Es ist.. einsam."
"Und warum ist es einsam?"
"Weil da ein Loch an der Stelle ist, wo Erinna war"
"Ah! Also welcher Traum ist wohl unerfüllt?"
"Hm.. Liebe?"
"Volltreffer!"
"Naja, aber ich hab doch die Gemeinschaft.."
"Die wird dir aber nie das geben können, was ein dich liebender Mensch dir geben kann."
"Und das wäre?"
"Bist du so dumm oder tust du nur so?"
"Sag es mir doch einfach und halt mir nicht dauernd vor, wie unerfahren ich bin!"
"Na wie wäre es denn mit Geborgenheit?"
"Ich fühle mich in der Gemeinschaft nicht minder geborgen"
"Arr.. du verstehst es nicht.. Die Gemeinschaft bietet dir eine andere Art von Geborgenheit. Dein Herz wirst du ihnen aber nie so öffnen können wie deiner Liebe."
"Hm.. vielleicht hast du recht"
"Natürlich hab ich recht."
Der Mond schien unterdessen den gesamten Fluß entlang, das fahle weiße Licht leuchtete auf dem sich leicht kräuselnden Wasser wie ein Pfad, auf dem das Schiff entlang trieb.
"Und was sagst du über Viola?"
"Was soll ich über sie sagen, sie ist eine Freundin, die Schwester von Erinna.."
"Schwestern sind sie nicht, erinner dich was Viola dir erzählt hat."
"Ja, ich weiß doch. Aber sie sehen sich irgendwo als Geschwister."
"Erkennst du die Parallele zwischen euch?"
"Was für eine Parallele?"
"Ihr beide habt Löcher im Herzen."
"Und was willst du damit sagen?"
"Versuch doch, dich ihr zu nähern."
Xinthras Mund klappte wieder auf.
"Gib acht, sonst verschluchst du noch ein paar Mücken."
"Du willst.. aber.. das geht doch nicht.."
"Wieso sollte das nicht gehen?"
"Na weil.. ich meine.."
"Sprich dich aus."
"Was würde Erinna denken? Was würden die anderen denken?"
"Was zum Krathor scheren dich die anderen? Sind die anderen einsam im Herzen oder bist du es?"
"Ich.." merkte sie kleinlaut an
"Also?"
"Viola.. ich weiss nicht. Sie ist nett, aber.." meinte Xinthra und blickte dem Spiegelbild in die Augen und schwieg.
"Aber was? Angst?"
Ein sachtes Nicken
"Angst, dass das Loch weiter aufgerissen wird?"
Ein gesenkter Kopf und noch leichteres Nicken
"Und wegen der Angst willst du es nicht versuchen?"
"Was, wenn ich auch ihren Kummer verschlimmere?"
"Was, wenn du es nie versuchst und dumm stirbst?"
"Das ist nichts was man mal eben so versucht"
Ein verblüffter Blick des Spiegelbilds.
"Diesen Satz hätte ich nie von dir erwartet."
"Ich stecke voller überraschungen" merkte Xinthra zurückhaltend grinsend an.
"Allerdings. Was gedenkst du nun also zu tun?"
"Ich werde mich wieder mit Viola treffen. Vielleicht können wir bessere Freunde werden."
"Glaubst du nicht, dass ihr das nicht schon seid?"
"Nein, denn.. das was ich getan habe, war selbstverständlich. Ich denke nicht, dass sie das dazu zählt, was Freunde so füreinander tun. Wohl eher das Gespräch das wir gestern hatten."
"Du überraschst mich schon wieder."
"Mag sein"
"Ist so. Also triffst du dich wieder mit ihr."
"Ja, das habe ich vor."
"Und wie gedenkst du es zu schaffen, dann aus der Freundschaft eine Beziehung zu machen?"
"Ich werde feststellen, ob ich das überhaupt möchte und dann, ob sie es möchte. Danach erst mache ich mir Gedanken darum."
"Das ist sehr vernünftig."
Nur ein sachtes Nicken
Xinthra erwachte.
-
Xinthra
"Nun, was hast du zu sagen?"
"Ich wollte gestern Viola treffen"
"Du wolltest, das heisst du hast nicht?"
"Ja, das heisst es"
"Und warum hast du sie nicht getroffen?"
"Ich musste plötzlich an Erinna denken."
"An Erinna??"
"Ja, an Erinna."
"Warum denkst du an Erinna, wenn du dich mit Viola treffen willst?"
"Ich weiss nicht ob es richtig ist, sich Erinnas Schwester anzunähern."
"Du weisst, dass die beiden keine Schwestern sind."
"Ja und, aber sie waren sich eine ganze Zeitlang nah wie Geschwister."
"Was hat das nun wieder zu bedeuten?"
"Genau wie ich sage."
"Das heisst also, du bleibst lieber allein?"
"Ich sagte gestern schon, dass ich die Gemeinschaft habe!"
"Und ich sagte gestern schon, dass dir die Gemeinschaft nicht geben kann was dein Herz verlangt."
"Woher willst du wissen, was mein Herz verlangt?"
"Weil wir in demselben Körper stecken!?"
Beide brüllten sich gegenseitig an.
"Ich wünschte, du würdest nicht in meinem Körper sein!"
"UNSEREM! UNSEREM KÖRPER!"
"Nein, meiner! Du kommst doch nur her, um herumzumotzen!"
Das Spiegelbild raunte wütend und verschwand einfach.
"Ja fein, verschwinde doch einfach, genau wie Erinna früher!"
Stille.
"Jetzt streite ich schon mit mir selbst. He, komm wieder, ich habs nicht so gemeint."
Weiterhin Stille.
"Ach, dann bleib halt weg. Ich kenns ja nicht anders."
Am Himmel zogen sich dunkle Gewitterwolken zusammen und es begann zu regnen. Doch der Regen, der auf die Szenerie niederprasselte, war nicht aus Wasser. Die Tropfen waren trübe und rötlich gefärbt, und in ihnen spiegelte sich die Trauer wieder, die Einsamkeit, die in Xinthras Herzen wohnte und jetzt gerade wieder hervor kam.
"Du bist einsam, sieh es endlich ein." klang eine Stimme links von ihr.
"Du wirst einsam bleiben" klang es von rechts
"und einsam sterben" von hinten.
Ihr Herz wummerte, erschrocken blickte sie von links nach rechts, während die Tropfen sich wieder umfärbten in normalen Regen.
"Du wirst nie eine Familie und Kinder haben" klang es von vorne.
"Das ist es doch, was du dir gewünscht hast?" flüsterte ihr das Spiegelbild ins Ohr. Xinthra standen die Tränen in den Augen.
"Jaa..." und begann zu wimmern.
"Wenn du denkst dass ich dich jetzt bedaure, dann hast du dich geschnitten."
Wut brodelte in Xinthra.
"Halt doch einfach dein Maul und verschwinde wieder, quäl mich nicht weiter."
"Wenn du die Wahrheit nicht vertragen kannst.."
"Ich bin aber in der Gemeinschaft und ich fühle mich verdammt nochmal geborgen!"
"Du verstehst es immer noch nicht"
"Dann erklär es mir, verdammt!"
"Das Loch in deinem Herzen wird immer da sein. Immer. Vielleicht wird man es nicht sehen, wenn du es erfolgreich bedeckst und bedecken lässt von deinen Freunden in der Gemeinschaft, aber ausfüllen wird es niemand von denen."
Xinthra ließ ihren Tränen freien Lauf.
"Und jetzt hör auf zu wimmern, sondern nimm dein Leben in die Hand!"
Das Spiegelbild schubste Xinthra über Bord und sie erwachte, die Wangen rot von Tränen.
"Ich wollte gestern Viola treffen"
"Du wolltest, das heisst du hast nicht?"
"Ja, das heisst es"
"Und warum hast du sie nicht getroffen?"
"Ich musste plötzlich an Erinna denken."
"An Erinna??"
"Ja, an Erinna."
"Warum denkst du an Erinna, wenn du dich mit Viola treffen willst?"
"Ich weiss nicht ob es richtig ist, sich Erinnas Schwester anzunähern."
"Du weisst, dass die beiden keine Schwestern sind."
"Ja und, aber sie waren sich eine ganze Zeitlang nah wie Geschwister."
"Was hat das nun wieder zu bedeuten?"
"Genau wie ich sage."
"Das heisst also, du bleibst lieber allein?"
"Ich sagte gestern schon, dass ich die Gemeinschaft habe!"
"Und ich sagte gestern schon, dass dir die Gemeinschaft nicht geben kann was dein Herz verlangt."
"Woher willst du wissen, was mein Herz verlangt?"
"Weil wir in demselben Körper stecken!?"
Beide brüllten sich gegenseitig an.
"Ich wünschte, du würdest nicht in meinem Körper sein!"
"UNSEREM! UNSEREM KÖRPER!"
"Nein, meiner! Du kommst doch nur her, um herumzumotzen!"
Das Spiegelbild raunte wütend und verschwand einfach.
"Ja fein, verschwinde doch einfach, genau wie Erinna früher!"
Stille.
"Jetzt streite ich schon mit mir selbst. He, komm wieder, ich habs nicht so gemeint."
Weiterhin Stille.
"Ach, dann bleib halt weg. Ich kenns ja nicht anders."
Am Himmel zogen sich dunkle Gewitterwolken zusammen und es begann zu regnen. Doch der Regen, der auf die Szenerie niederprasselte, war nicht aus Wasser. Die Tropfen waren trübe und rötlich gefärbt, und in ihnen spiegelte sich die Trauer wieder, die Einsamkeit, die in Xinthras Herzen wohnte und jetzt gerade wieder hervor kam.
"Du bist einsam, sieh es endlich ein." klang eine Stimme links von ihr.
"Du wirst einsam bleiben" klang es von rechts
"und einsam sterben" von hinten.
Ihr Herz wummerte, erschrocken blickte sie von links nach rechts, während die Tropfen sich wieder umfärbten in normalen Regen.
"Du wirst nie eine Familie und Kinder haben" klang es von vorne.
"Das ist es doch, was du dir gewünscht hast?" flüsterte ihr das Spiegelbild ins Ohr. Xinthra standen die Tränen in den Augen.
"Jaa..." und begann zu wimmern.
"Wenn du denkst dass ich dich jetzt bedaure, dann hast du dich geschnitten."
Wut brodelte in Xinthra.
"Halt doch einfach dein Maul und verschwinde wieder, quäl mich nicht weiter."
"Wenn du die Wahrheit nicht vertragen kannst.."
"Ich bin aber in der Gemeinschaft und ich fühle mich verdammt nochmal geborgen!"
"Du verstehst es immer noch nicht"
"Dann erklär es mir, verdammt!"
"Das Loch in deinem Herzen wird immer da sein. Immer. Vielleicht wird man es nicht sehen, wenn du es erfolgreich bedeckst und bedecken lässt von deinen Freunden in der Gemeinschaft, aber ausfüllen wird es niemand von denen."
Xinthra ließ ihren Tränen freien Lauf.
"Und jetzt hör auf zu wimmern, sondern nimm dein Leben in die Hand!"
Das Spiegelbild schubste Xinthra über Bord und sie erwachte, die Wangen rot von Tränen.
-
Xinthra
"Ist ja wieder mal spät geworden"
"Aye, ist es. Ist auch viel passiert"
"Erzähl, ich bin gespannt"
"Abends noch haben wir drei neue Schwestern aufgenommen.."
"Drei?"
"Ja, drei. Alles Schützinnen"
"Na dann obacht"
"Ja. Und ich habe Viola getrofen"
Das Spiegelbild blickte nun interessiert.
"Na, rede, habt ihr gemacht?"
"Wir haben in Varuna in der Taverne gesessen und geredet.. hat mir erzählt, wie sie sich ihre große Liebe vorstellt."
"Ah, und willst du dich wieder verbiegen um zu passen?"
"Ich verbiege mich nicht mehr. Diesmal bleibe ich so, wie ich bin. Wenn es dann immer noch passt, schön. Wenn nicht, dann eben nicht."
"So gefällst du mir."
"Ich habe sie gestern verlegen gemacht"
Ein Grinsen
"Und wie?"
"Ich hab ihr ein Kompliment gemacht. Anscheinend mag sie Komplimente. Sie hat mir von ihrem Geliebten erzählt."
"Sie hat einen Geliebten?"
"Gehabt. Er ist verschwunden."
"Das ist bedauerlich. Hat sie dir erzählt, was er alles angestellt hat?"
"Ja, hat sie. Aber ich werde ihn nicht kopieren."
"Das könntest du auch nicht, selbst wenn du wolltest."
"Ach?"
"Ja. Du bist eine Frau, und er war ein Mann."
"Sie steht aber auch Frauen offen gegenüber"
"Na das ist doch wunderbar!"
"Ja.. aber ich werde abwarten. Sie ist nett und ich mag sie, aber mehr ist da noch nicht."
"Was nicht ist, kann noch werden."
"Eben. Es kann. Es muss nicht. Und ich werde nichts tun, was eine normale Entwicklung verhindern würde."
"Na vielleicht doch den einen oder anderen Schubs?"
Erst wog Xinthra den Kopf hin und her, dann huschte ein Grinsen über ihr Gesicht
"Najaaa... vielleicht das ein oder andere mal.."
Ihr Spiegelbild begann zu lachen und Xinthra lachte kurze Zeit später auch.
"Was ist noch passiert?"
"Nun, ich habe Viola mit zum Lager genommen.. ich wollte noch nach Alassea schauen, aber Viola nicht einfach sitzen lassen."
"Was macht Alassea bei uns im Lager?"
"Sie wurde von ein paar Banditen übel zugerichtet. Aber dann haben wir die Banditen übel zugerichtet."
"Oh?"
"Na tu nicht so. Du siehst doch sonst auch alles."
"Wohl wahr, aber ich sehe die Dinge nicht, wie du sie siehst."
"Jedenfalls war ihr Arm umgedreht und die Schulter irgendwie gebrochen.. eine Platzwunde am Kopf und eine Rippe gebrochen."
"Woher weißt du das alles?"
"Ich habe sie behandelt."
"Bist du eine Heilerin?"
"Nein, aber die Sachen waren so eindeutig.."
"Dann geht es ihr jetzt also besser?"
"Ich denke schon. Sie hatte auch die Befürchtung, in ihrem Bauch sei es ruhig, zu ruhig."
"Das Baby, was ist damit?"
"Es lebt. Wahrscheinlich hat es nur geschlafen und mein Griff in Alasseas Brustkorb hat es geweckt."
"Was hast du IN ihrem Brustkorb gemacht??"
"Na, die Rippe gerichtet.. Hätte doch ein kleines Kind gesehen, dass so wie das war, nicht passte."
"Und was ist mit dem Arm?"
"Ich hoffe den kann sie wieder bewegen. Der war einmal umgedreht, nicht nur ausgekugelt. Hab ihn gerichtet und dick verbunden damit sich da nichts bewegt."
"Was hat Viola währenddessen gemacht?"
"Weiß ich nicht."
"Wie, das weißt du nicht? Du hast sie doch mitgenommen."
"Ja, aber ich hatte sie zum Schiff gebracht, bevor ich Alassea... behandelt hab."
"Verstehe. Wie habt ihr euch verabschiedet?"
"Wir werden uns bald wieder treffen. Vielleicht zum jagen,"
"Was wird nun aus Alassea?"
"Das weiß ich nicht. Sie wollte gestern noch ihren Sohn holen."
"In ihrem Zustand?"
"Aye. Aber das lass ich nicht zu. Ich werde mit Felicia gehen und ihren Sohn holen. Zumindest mich kennt der Kleine."
"Ah ja, außerdem war Isara Nachts noch da."
"Diese Möchtegern-Tiefländerin?"
"Aye. Sie hat sich für ihr Verhalten entschuldigt."
"Na das ist doch was."
"Hoffentlich lernt sie daraus."
"Das tut sie bestimmt."
"Abwarten."
Beide saßen nebeneinander, das Boot trieb weiter den Fluss hinab, der Mond schien hell.
Bis sie am nächsten Morgen neben der fest schlafenden Zera erwachte.
"Aye, ist es. Ist auch viel passiert"
"Erzähl, ich bin gespannt"
"Abends noch haben wir drei neue Schwestern aufgenommen.."
"Drei?"
"Ja, drei. Alles Schützinnen"
"Na dann obacht"
"Ja. Und ich habe Viola getrofen"
Das Spiegelbild blickte nun interessiert.
"Na, rede, habt ihr gemacht?"
"Wir haben in Varuna in der Taverne gesessen und geredet.. hat mir erzählt, wie sie sich ihre große Liebe vorstellt."
"Ah, und willst du dich wieder verbiegen um zu passen?"
"Ich verbiege mich nicht mehr. Diesmal bleibe ich so, wie ich bin. Wenn es dann immer noch passt, schön. Wenn nicht, dann eben nicht."
"So gefällst du mir."
"Ich habe sie gestern verlegen gemacht"
Ein Grinsen
"Und wie?"
"Ich hab ihr ein Kompliment gemacht. Anscheinend mag sie Komplimente. Sie hat mir von ihrem Geliebten erzählt."
"Sie hat einen Geliebten?"
"Gehabt. Er ist verschwunden."
"Das ist bedauerlich. Hat sie dir erzählt, was er alles angestellt hat?"
"Ja, hat sie. Aber ich werde ihn nicht kopieren."
"Das könntest du auch nicht, selbst wenn du wolltest."
"Ach?"
"Ja. Du bist eine Frau, und er war ein Mann."
"Sie steht aber auch Frauen offen gegenüber"
"Na das ist doch wunderbar!"
"Ja.. aber ich werde abwarten. Sie ist nett und ich mag sie, aber mehr ist da noch nicht."
"Was nicht ist, kann noch werden."
"Eben. Es kann. Es muss nicht. Und ich werde nichts tun, was eine normale Entwicklung verhindern würde."
"Na vielleicht doch den einen oder anderen Schubs?"
Erst wog Xinthra den Kopf hin und her, dann huschte ein Grinsen über ihr Gesicht
"Najaaa... vielleicht das ein oder andere mal.."
Ihr Spiegelbild begann zu lachen und Xinthra lachte kurze Zeit später auch.
"Was ist noch passiert?"
"Nun, ich habe Viola mit zum Lager genommen.. ich wollte noch nach Alassea schauen, aber Viola nicht einfach sitzen lassen."
"Was macht Alassea bei uns im Lager?"
"Sie wurde von ein paar Banditen übel zugerichtet. Aber dann haben wir die Banditen übel zugerichtet."
"Oh?"
"Na tu nicht so. Du siehst doch sonst auch alles."
"Wohl wahr, aber ich sehe die Dinge nicht, wie du sie siehst."
"Jedenfalls war ihr Arm umgedreht und die Schulter irgendwie gebrochen.. eine Platzwunde am Kopf und eine Rippe gebrochen."
"Woher weißt du das alles?"
"Ich habe sie behandelt."
"Bist du eine Heilerin?"
"Nein, aber die Sachen waren so eindeutig.."
"Dann geht es ihr jetzt also besser?"
"Ich denke schon. Sie hatte auch die Befürchtung, in ihrem Bauch sei es ruhig, zu ruhig."
"Das Baby, was ist damit?"
"Es lebt. Wahrscheinlich hat es nur geschlafen und mein Griff in Alasseas Brustkorb hat es geweckt."
"Was hast du IN ihrem Brustkorb gemacht??"
"Na, die Rippe gerichtet.. Hätte doch ein kleines Kind gesehen, dass so wie das war, nicht passte."
"Und was ist mit dem Arm?"
"Ich hoffe den kann sie wieder bewegen. Der war einmal umgedreht, nicht nur ausgekugelt. Hab ihn gerichtet und dick verbunden damit sich da nichts bewegt."
"Was hat Viola währenddessen gemacht?"
"Weiß ich nicht."
"Wie, das weißt du nicht? Du hast sie doch mitgenommen."
"Ja, aber ich hatte sie zum Schiff gebracht, bevor ich Alassea... behandelt hab."
"Verstehe. Wie habt ihr euch verabschiedet?"
"Wir werden uns bald wieder treffen. Vielleicht zum jagen,"
"Was wird nun aus Alassea?"
"Das weiß ich nicht. Sie wollte gestern noch ihren Sohn holen."
"In ihrem Zustand?"
"Aye. Aber das lass ich nicht zu. Ich werde mit Felicia gehen und ihren Sohn holen. Zumindest mich kennt der Kleine."
"Ah ja, außerdem war Isara Nachts noch da."
"Diese Möchtegern-Tiefländerin?"
"Aye. Sie hat sich für ihr Verhalten entschuldigt."
"Na das ist doch was."
"Hoffentlich lernt sie daraus."
"Das tut sie bestimmt."
"Abwarten."
Beide saßen nebeneinander, das Boot trieb weiter den Fluss hinab, der Mond schien hell.
Bis sie am nächsten Morgen neben der fest schlafenden Zera erwachte.
-
Xinthra
Die letzten Tage waren einfach herrlich gewesen.
Die Gemeinschaft wuchs, und Xinthra verlor die Gedanken, die sie bis vor kurzem noch an Erinna hegte. Das nicht allein, weil zu viel zu tun war, als dass Zeit übrig wäre, an diese verflossene Liebe zu denken, nein vielmehr weil jetzt so viele neue Schwestern ins Lager gezogen waren. Ihr Zelt hatte sie aufgegeben, da sich der Hausbau verzögerte, damit die neuen Schwestern eine Lagerstatt und eine Kiste zum aufbewahren hatten. Nachdem die dritte Schwester sie darauf angesprochen hatte und ihr Zelt ohnehin schon von allen zum Schlafen verwendet wurde, und ihr der Gedanke eines gemeinschaftlichen Schlafzeltes sogar gefiel, räumte sie ihre Möbel aus dem Zelt, entriegelte die Türen und legte Fellbetten an die westliche Zeltwand, am Fußende des mittleren Fellbetts stellte sie ihr Kohlebecken und eine Kiste in die freie Ecke, einen Hocker daneben.
Diese Idee fand regen anklang und wurde begeistert genutzt, selbst als Marye ein eigenes Zelt bekam, wollte diese lieber in dem Gemeinschaftszelt schlafen. Xinthra konnte es ihr nicht verübeln, die vielen Felle waren wirklich schön weich und es war sehr angenehm, eine Schwester neben sich schlafen zu wissen, mindestens eine, meistens sogar zwei und mehr. Das leise beruhigte Atmen, dieses Vertrauen das sie alle sich gegenseitig schenkten, da sie sich alle nebeneinander schlafen legten und ihre Dinge unverschlossen in der Kiste aufbewahrten, und nie etwas weggekommen war, zeigte Xinthra, dass ihre Idee goldrichtig gewesen war.
Und in all der Zeit bis jetzt war etwas geschehen, an das sie nicht einmal im Traum gedacht hätte. Obschon sie mit Liebesgefasel nichts mehr zu tun haben wollte, kamen ihr dennoch wieder diese Gedanken. warum eigentlich nicht doch? fragte sie sich, doch den Gedanken verwarf sie schnell wieder. Nochmal die Schmerzen, nochmal der Kummer? waren die Fragen, die sie sich danach stellte. Doch was, wenn eine innige Freundschaft diesen Platz einnehmen könnte? Und ja, da war wirklich jemand der diesen Platz einnehmen könnte.
In diesem Moment schlief diese Schwester neben ihr, vielleicht etwas zu nah beieinander um einfach nur normal zu schlafen, doch war das nicht egal, die anderen Schwestern schliefen auch manchmal übereinander, wenn sich eine im Schlaf gedreht hatte. Woher sollte jemand ahnen, dass diese zwei Schwestern absichtlich so dicht aneinander schliefen. Etwas stach noch in Xinthras Herz. Dass diese eine jene Person nicht die war, von der sie es sich erhofft hatte. Doch das schöne warme Gefühl in ihr sollte dieses Stechen immer wieder übertrumpfen, vielleicht sogar irgendwann zum versiegen bringen.
Eine beste Freundin, ja.. das war sie ihr geworden. Und nichts würde sie unternehmen, dies zu stören. Und so begegnete sie wieder ihrem Spiegelbild, im Schlaf neben ihrer besten Freundin.
"Wer ist das dort?"
"Das.. ist meine beste Freundin."
"Und sie glaubst du füllt das Loch in deinem Herzen aus?"
"Ja. Es ist schon lange nicht mehr so groß wie es mal war."
"Und was ist mit deinem Kinderwunsch?"
"Ach vergiss das Kind."
"Vergessen soll ich es? Erinnerst du dich wie du noch kürzlich mir die Ohren vollgeheult hast deswegen?"
"Ja verdammt, vergiss es einfach bitte. Ich habe keine Lust darüber jetzt zu diskutieren!"
"Oh wir werden laut?"
"Ich kann noch viel lauter!"
"Dann probiers doch mal"
Schweigen.
"Ich sehe keinen Grund zum schreien."
"Ich auch nicht, aber du bist gerade trotzdem laut geworden." triumphierendes Grinsen auf den Lippen des Spiegelbilda, offenstehender Mund von Xinthra.
"Du kannst den Mund wieder zu machen"
Gesagt getan, wollte Xinthra gerade wieder anfangen zu sprechen.
"Erklär mir mal den Grund deines Sinneswandels"
Kaum war diese Bitte ausgesprochen und Xinthra atmete ein um zu antworten, schoß schon der nächste Satz aus dem Mund des Spiegelbilds
"Hast du Angst dass ich die Kontrolle sonst übernehme?"
Und wieder, gerade will Xinthra zur Antwort ansetzen..
"Oder bist du selbst auf den Trichter gekommen?"
Xinthra schloß den Mund und schaute auf den Fluß hinaus. Das Spiegelbild blickte ihr ins Gesicht und schien zunehmend ungeduldig zu werden. Es schaute ebenfalls in die Richtung, in die Xinthra ihren Blick gewandt hatte. "Gibts da was interessantes?" Wieder keine Antwort. "He, sag schon was!"
"Keine Lust."
"Wie- keine Lust"
"Du hast schon verstanden."
Diesmal ging das triumphierende Grinsen von Xinthra aus.
"Du weißt sowieso alles von mir, weil wir eine Person sind, warum muss ich dir denn dann immer alles erklären was ich denke?"
Betretenes Schweigen seitens des Spiegelbildes
"Da bist du platt, was?"
"Ja, mindestens so platt wie ein Spiegelbild es ist"
Beide lachten herzilch.
Das Traumbild verschwand und wich anderen Träumen, bis Xinthra erwachte.
Die Gemeinschaft wuchs, und Xinthra verlor die Gedanken, die sie bis vor kurzem noch an Erinna hegte. Das nicht allein, weil zu viel zu tun war, als dass Zeit übrig wäre, an diese verflossene Liebe zu denken, nein vielmehr weil jetzt so viele neue Schwestern ins Lager gezogen waren. Ihr Zelt hatte sie aufgegeben, da sich der Hausbau verzögerte, damit die neuen Schwestern eine Lagerstatt und eine Kiste zum aufbewahren hatten. Nachdem die dritte Schwester sie darauf angesprochen hatte und ihr Zelt ohnehin schon von allen zum Schlafen verwendet wurde, und ihr der Gedanke eines gemeinschaftlichen Schlafzeltes sogar gefiel, räumte sie ihre Möbel aus dem Zelt, entriegelte die Türen und legte Fellbetten an die westliche Zeltwand, am Fußende des mittleren Fellbetts stellte sie ihr Kohlebecken und eine Kiste in die freie Ecke, einen Hocker daneben.
Diese Idee fand regen anklang und wurde begeistert genutzt, selbst als Marye ein eigenes Zelt bekam, wollte diese lieber in dem Gemeinschaftszelt schlafen. Xinthra konnte es ihr nicht verübeln, die vielen Felle waren wirklich schön weich und es war sehr angenehm, eine Schwester neben sich schlafen zu wissen, mindestens eine, meistens sogar zwei und mehr. Das leise beruhigte Atmen, dieses Vertrauen das sie alle sich gegenseitig schenkten, da sie sich alle nebeneinander schlafen legten und ihre Dinge unverschlossen in der Kiste aufbewahrten, und nie etwas weggekommen war, zeigte Xinthra, dass ihre Idee goldrichtig gewesen war.
Und in all der Zeit bis jetzt war etwas geschehen, an das sie nicht einmal im Traum gedacht hätte. Obschon sie mit Liebesgefasel nichts mehr zu tun haben wollte, kamen ihr dennoch wieder diese Gedanken. warum eigentlich nicht doch? fragte sie sich, doch den Gedanken verwarf sie schnell wieder. Nochmal die Schmerzen, nochmal der Kummer? waren die Fragen, die sie sich danach stellte. Doch was, wenn eine innige Freundschaft diesen Platz einnehmen könnte? Und ja, da war wirklich jemand der diesen Platz einnehmen könnte.
In diesem Moment schlief diese Schwester neben ihr, vielleicht etwas zu nah beieinander um einfach nur normal zu schlafen, doch war das nicht egal, die anderen Schwestern schliefen auch manchmal übereinander, wenn sich eine im Schlaf gedreht hatte. Woher sollte jemand ahnen, dass diese zwei Schwestern absichtlich so dicht aneinander schliefen. Etwas stach noch in Xinthras Herz. Dass diese eine jene Person nicht die war, von der sie es sich erhofft hatte. Doch das schöne warme Gefühl in ihr sollte dieses Stechen immer wieder übertrumpfen, vielleicht sogar irgendwann zum versiegen bringen.
Eine beste Freundin, ja.. das war sie ihr geworden. Und nichts würde sie unternehmen, dies zu stören. Und so begegnete sie wieder ihrem Spiegelbild, im Schlaf neben ihrer besten Freundin.
"Wer ist das dort?"
"Das.. ist meine beste Freundin."
"Und sie glaubst du füllt das Loch in deinem Herzen aus?"
"Ja. Es ist schon lange nicht mehr so groß wie es mal war."
"Und was ist mit deinem Kinderwunsch?"
"Ach vergiss das Kind."
"Vergessen soll ich es? Erinnerst du dich wie du noch kürzlich mir die Ohren vollgeheult hast deswegen?"
"Ja verdammt, vergiss es einfach bitte. Ich habe keine Lust darüber jetzt zu diskutieren!"
"Oh wir werden laut?"
"Ich kann noch viel lauter!"
"Dann probiers doch mal"
Schweigen.
"Ich sehe keinen Grund zum schreien."
"Ich auch nicht, aber du bist gerade trotzdem laut geworden." triumphierendes Grinsen auf den Lippen des Spiegelbilda, offenstehender Mund von Xinthra.
"Du kannst den Mund wieder zu machen"
Gesagt getan, wollte Xinthra gerade wieder anfangen zu sprechen.
"Erklär mir mal den Grund deines Sinneswandels"
Kaum war diese Bitte ausgesprochen und Xinthra atmete ein um zu antworten, schoß schon der nächste Satz aus dem Mund des Spiegelbilds
"Hast du Angst dass ich die Kontrolle sonst übernehme?"
Und wieder, gerade will Xinthra zur Antwort ansetzen..
"Oder bist du selbst auf den Trichter gekommen?"
Xinthra schloß den Mund und schaute auf den Fluß hinaus. Das Spiegelbild blickte ihr ins Gesicht und schien zunehmend ungeduldig zu werden. Es schaute ebenfalls in die Richtung, in die Xinthra ihren Blick gewandt hatte. "Gibts da was interessantes?" Wieder keine Antwort. "He, sag schon was!"
"Keine Lust."
"Wie- keine Lust"
"Du hast schon verstanden."
Diesmal ging das triumphierende Grinsen von Xinthra aus.
"Du weißt sowieso alles von mir, weil wir eine Person sind, warum muss ich dir denn dann immer alles erklären was ich denke?"
Betretenes Schweigen seitens des Spiegelbildes
"Da bist du platt, was?"
"Ja, mindestens so platt wie ein Spiegelbild es ist"
Beide lachten herzilch.
Das Traumbild verschwand und wich anderen Träumen, bis Xinthra erwachte.
-
Xinthra
Kopfschmerzen.
Ihr Kopf wummerte.
Er hämmerte.
Kopfschmerzen? Vielleicht.
Vielleicht auch eher die vielen Probleme, die sie umgaben und auf sie einschlugen, wie zu kleine Hämmer auf zu große Nägel. Ihr Kopf war das Brett, in welches jeder munter einen Nagel hineintrieb, einige weniger weit, einige tief hinein.
Es schien niemanden zu interessieren, ob sie sich daran störte, von jedem die Probleme zu erfahren. Es schien sich genau so wenig jemand daran zu stören, dass sie gerade alleine irgendwo etwas machte. Willst du nicht mitmachen, und komm doch mit, ach es ist ja so langweilig, begleite mich doch, ich bin nicht so gern allein. Xinthras weiches Herz schlug nur selten eine Bitte ab und kassierte gern jeden weiteren Nagel nur um eine Schwester glücklich zu sehen und den Frieden im Lager nicht zu kippen. Und immer wenn zwei Schwestern sich stritten, litt die dritte, ganz im Gegensatz zum altbekannten Sprichwort, denn diese dritte war ofrmals Xinthra, die sich dann die Sorgen von beiden anhörte und sogleich den Wunsch hatte, zu vermitteln.
Man mag diese Eigenschaft der Kriegerin vielleicht positiv bewerten, Xinthra selbst hielt sie für einen Fluch. Sie war es leid, sich um Probleme Anderer zu kümmern, da Diese aufgrund ihrer Sturheit das Problem zwischen sich selbst heraufbeschworen hatten und sich nun mit derselben Sturheit einer Lösung verweigerten. War es nicht selbstverständlich dass, wenn man ein Problem hatte und Lösung wünschte, sich am ehesten zu dem begab, mit dem man das Problem hatte?
Nun war Xinthra in diese "Stellung" geraten, die sie für andere zur Schlichterin, Diplomatin und Vermittlerin machte. Doch wie sollte sie den anderen klar machen, dass sie sich selbst für eine Aufgabe nicht geeignet befand, die sie in den Augen eben jener anscheinend gut genug erledigte, um sie immer wieder aufzusuchen. Vermutlich spielte auch ihre Neugier eine große Rolle. Es gab etwas zu erfahren, also her damit. Sie konnte nicht wie Ronya sagen Dies interessiert mich nicht oder ist mir schnurz, soll es doch so sein, nein sie musste es erfahren, möglichst genau und haarklein. Dass sie dabei Dinge hörte, die ihr manches mal den Magen umdrehten ließ sie ihre Neugier verfluchen. Warum nur wollte sie alles wissen? Warum nur mischte sie sich ein?
Vielleicht, weil ihr das Leben bei den Gefährtinnen inzwischen so wichtig geworden war, dass sie sich darin wie in einer Familie fühlte. Vielleicht, weil sie jede einzelne Schwester so liebte als wären sie echte Schwestern.
Und für die Familie tut man doch alles.
Ihr Kopf wummerte.
Er hämmerte.
Kopfschmerzen? Vielleicht.
Vielleicht auch eher die vielen Probleme, die sie umgaben und auf sie einschlugen, wie zu kleine Hämmer auf zu große Nägel. Ihr Kopf war das Brett, in welches jeder munter einen Nagel hineintrieb, einige weniger weit, einige tief hinein.
Es schien niemanden zu interessieren, ob sie sich daran störte, von jedem die Probleme zu erfahren. Es schien sich genau so wenig jemand daran zu stören, dass sie gerade alleine irgendwo etwas machte. Willst du nicht mitmachen, und komm doch mit, ach es ist ja so langweilig, begleite mich doch, ich bin nicht so gern allein. Xinthras weiches Herz schlug nur selten eine Bitte ab und kassierte gern jeden weiteren Nagel nur um eine Schwester glücklich zu sehen und den Frieden im Lager nicht zu kippen. Und immer wenn zwei Schwestern sich stritten, litt die dritte, ganz im Gegensatz zum altbekannten Sprichwort, denn diese dritte war ofrmals Xinthra, die sich dann die Sorgen von beiden anhörte und sogleich den Wunsch hatte, zu vermitteln.
Man mag diese Eigenschaft der Kriegerin vielleicht positiv bewerten, Xinthra selbst hielt sie für einen Fluch. Sie war es leid, sich um Probleme Anderer zu kümmern, da Diese aufgrund ihrer Sturheit das Problem zwischen sich selbst heraufbeschworen hatten und sich nun mit derselben Sturheit einer Lösung verweigerten. War es nicht selbstverständlich dass, wenn man ein Problem hatte und Lösung wünschte, sich am ehesten zu dem begab, mit dem man das Problem hatte?
Nun war Xinthra in diese "Stellung" geraten, die sie für andere zur Schlichterin, Diplomatin und Vermittlerin machte. Doch wie sollte sie den anderen klar machen, dass sie sich selbst für eine Aufgabe nicht geeignet befand, die sie in den Augen eben jener anscheinend gut genug erledigte, um sie immer wieder aufzusuchen. Vermutlich spielte auch ihre Neugier eine große Rolle. Es gab etwas zu erfahren, also her damit. Sie konnte nicht wie Ronya sagen Dies interessiert mich nicht oder ist mir schnurz, soll es doch so sein, nein sie musste es erfahren, möglichst genau und haarklein. Dass sie dabei Dinge hörte, die ihr manches mal den Magen umdrehten ließ sie ihre Neugier verfluchen. Warum nur wollte sie alles wissen? Warum nur mischte sie sich ein?
Vielleicht, weil ihr das Leben bei den Gefährtinnen inzwischen so wichtig geworden war, dass sie sich darin wie in einer Familie fühlte. Vielleicht, weil sie jede einzelne Schwester so liebte als wären sie echte Schwestern.
Und für die Familie tut man doch alles.
-
Xinthra
Lang war's her, dass sie diese Träume hatte und plötzlich war wieder einer da. Einfach so, ohne besonderen Grund, keine Erklärung warum sie all die Zeit nicht waren und nun wiederkamen. Sie hockte wieder da, mit dem Ruder in der Hand und saß sich selbst gegenüber. Ihr Spiegelbild, mit dem sie im Traum selbst sprach, eigentlich mit sich selbst, vermutlich war dies dort ihr Gewissen. Zunächst sprachlos, dann stellte sie die erste Frage.
"Was hab ich wieder angestellt?"
"Als ob du das nicht selbst wüsstest."
Die Worte schlugen ihr so hart ins Gesicht wie der Ausdruck selbiges ihres Gegenübers. Wenig, nein gar kein Humor, nichts dergleichen blickte ihr entgegen.
"Sag du es mir, ich bin mir keiner Schuld bewusst."
"Willst du mich verarschen? Wo ist denn dein ach so großer Wunsch hin, Temoraritter zu werden?"
Xinthra überlegte.
"Na, reiß ich da frische Wunden auf?"
"Lass das. Diese Geschichte ist vergangen."
"Ohja vergangen, ich erinner mich noch an die Worte, was du anfängst bringst du fertig und dann reicht eine Priesterin und du wirfst alles hin"
"Du hast doch selbst mitbekommen, was sie alles gefragt und gesagt hat!"
"Natürlich hab ich das, aber was hast du erwartet? Dass sie das Waldweib Xinthra mit Kusshand zum Knappen machen?"
Das Spiegelbild beugt sich etwas zur Seite und versucht, auf Xinthras Rücken zu schauen. Diese dreht den Kopf nach hinten und fragt
"Suchst du was?"
"Ja. ich such den Bären, den man dir aufgebunden hat."
"Da ist kein Bär".
"Doch, so groß."
Ihr Spiegelbild streckte beide Arme so weit auseinander, wie es nur geht.
"Und was willst du mir nun damit sagen?"
"Du törichtes kleines Ding, nur weil du Anführerin dieser Waldweiber warst bildest du dir was ein. Soll ich dir was sagen? Die hätten dich vielleicht als Kloputze angenommen. Damit ihre Toiletten blinken und blitzen, wenn die Temorasonne mal wieder scheint."
"Unsinn! Sie hätten mich als Kriegerin aufgenommen!"
"Wird der Bär nicht langsam schwer?"
"Du hast doch keine Ahnung davon!"
"Ehm, du weißt aber schon, dass ich du bin und so, oder?"
Grimmiges Schweigen seitens Xinthra
"Sind wir nun beleidigt?"
"Nein. Ich weiß, dass du Recht hast."
"Bischen spät die Einsicht, glaubst du nicht?"
"Besser jetzt als zu spät."
"Und was machst du jetzt?"
"Na, die Tiefländer, die haben da ein Problem.."
"Jetzt hängst du dich an die Tiefländer. Und wann kümmerst du dich um deine eigenen Probleme?"
"Ich hab doch keine Probleme."
"Nein hast du nicht? Und was ist mit den Schwestern?"
"Die gibts nicht mehr."
"Sag wirklich, ist mir gar nicht aufgefallen. Deine Stimmung geht seit einem Jahr den Bach herunter. Schau, da schwimmt wieder ein Stück."
Das Spiegelbild deutet auf einen leuchtenden Flecken im langsam dahintreibenden Fluß
"Und was soll ich nun daran ändern?"
"Zuerst fängst du mal damit an, nicht bei dir die Schuld zu suchen."
"Aber ich war ihre Anführerin und sie sind dran zerbrochen."
"Nein. Schuld war dieser Krieg. Und an dem sind die Schuld denen du dich anschließen wolltest. Irgendwie paradox, nicht?"
"Ich hätte es verhindern müssen."
"Und was hättest du dagegen gemacht?"
"Ehm..."
"Ich sags dir. Garnichts. Du kannst nicht gegen Temora antreten. Du kannst ja nicht mal einen Krieger in seine Schranken weisen. Du verlierst deine Argumente und danach die Geduld und wenn du Pech hast, noch dein Bewusstsein."
"Ich weiß doch auch nicht was los ist."
"Hör auf, dich selbst zu bemitleiden! Handle, wie du handeln willst und scheiß auf das was andere sagen oder meinen."
"Ich höre schon auf meine Schwestern."
"Ich dachte, die gibts nicht mehr?"
"Es sind wieder ein paar da."
"Ja, ich weiß. Und schon springst du wieder für sie und buckelst."
"Das bin ich ihnen wohl schuldig!"
"Wieso? Weil du die Schwestern hast untergehen lassen?"
"Ganz genau."
"Ich hab dir eben erklärt, dass das Unsinn ist."
"Ich werde sie nicht allein lassen!"
"Das verlangt auch niemand. Aber denk auch mal an dich"
"Tu ich doch. Jetzt bleibe ich mit Tajara bei den Hinrah."
"Du hast aber schon verstanden, was die eigentlich wollten?"
"Ja, sie werden uns in ihren Clan aufnehmen wenn die Jarls zustimmen."
"Eben nicht. Erinnerst du dich an den alten Pakt? Den haben sie erneuert, mehr nicht. Wenn ihr in den Clan wollt, dauert das noch lang."
"Na und, dann warte ich eben."
"Du klingst schon wieder so wie vor dem Besuch bei der Temorapriesterin"
"Mit dem Unterschied dass ich die Tiefländer kenne."
"Bist du dir da sicher?"
"Besser als die Temorianer."
"Das ist ja auch nicht schwer. Die hast du ja früher eigentlich immer bekämpft."
"Ich habe sie nicht bekämpft. Aber jetzt tue ich das, wo sie hier einen Schrein bauen wollen. Das ist immerhin mein Zuhause."
"Machst du das jetzt für dich oder wieder nur für andere?"
"Beides."
"Na gut. Dann stell dich nicht all zu dumm dabei an und bleib dabei, lauf nicht wieder davon. Das geht einfach nicht!"
"Hab ich nicht vor. Diesmal nicht."
"Schön. Schau, die Sonne geht auf"
Das Spiegelbild deutet in den Himmel, wo die Sonne gerade über den Horizent rutscht, verblasst dann und... der Traum ist vorbei.
"Was hab ich wieder angestellt?"
"Als ob du das nicht selbst wüsstest."
Die Worte schlugen ihr so hart ins Gesicht wie der Ausdruck selbiges ihres Gegenübers. Wenig, nein gar kein Humor, nichts dergleichen blickte ihr entgegen.
"Sag du es mir, ich bin mir keiner Schuld bewusst."
"Willst du mich verarschen? Wo ist denn dein ach so großer Wunsch hin, Temoraritter zu werden?"
Xinthra überlegte.
"Na, reiß ich da frische Wunden auf?"
"Lass das. Diese Geschichte ist vergangen."
"Ohja vergangen, ich erinner mich noch an die Worte, was du anfängst bringst du fertig und dann reicht eine Priesterin und du wirfst alles hin"
"Du hast doch selbst mitbekommen, was sie alles gefragt und gesagt hat!"
"Natürlich hab ich das, aber was hast du erwartet? Dass sie das Waldweib Xinthra mit Kusshand zum Knappen machen?"
Das Spiegelbild beugt sich etwas zur Seite und versucht, auf Xinthras Rücken zu schauen. Diese dreht den Kopf nach hinten und fragt
"Suchst du was?"
"Ja. ich such den Bären, den man dir aufgebunden hat."
"Da ist kein Bär".
"Doch, so groß."
Ihr Spiegelbild streckte beide Arme so weit auseinander, wie es nur geht.
"Und was willst du mir nun damit sagen?"
"Du törichtes kleines Ding, nur weil du Anführerin dieser Waldweiber warst bildest du dir was ein. Soll ich dir was sagen? Die hätten dich vielleicht als Kloputze angenommen. Damit ihre Toiletten blinken und blitzen, wenn die Temorasonne mal wieder scheint."
"Unsinn! Sie hätten mich als Kriegerin aufgenommen!"
"Wird der Bär nicht langsam schwer?"
"Du hast doch keine Ahnung davon!"
"Ehm, du weißt aber schon, dass ich du bin und so, oder?"
Grimmiges Schweigen seitens Xinthra
"Sind wir nun beleidigt?"
"Nein. Ich weiß, dass du Recht hast."
"Bischen spät die Einsicht, glaubst du nicht?"
"Besser jetzt als zu spät."
"Und was machst du jetzt?"
"Na, die Tiefländer, die haben da ein Problem.."
"Jetzt hängst du dich an die Tiefländer. Und wann kümmerst du dich um deine eigenen Probleme?"
"Ich hab doch keine Probleme."
"Nein hast du nicht? Und was ist mit den Schwestern?"
"Die gibts nicht mehr."
"Sag wirklich, ist mir gar nicht aufgefallen. Deine Stimmung geht seit einem Jahr den Bach herunter. Schau, da schwimmt wieder ein Stück."
Das Spiegelbild deutet auf einen leuchtenden Flecken im langsam dahintreibenden Fluß
"Und was soll ich nun daran ändern?"
"Zuerst fängst du mal damit an, nicht bei dir die Schuld zu suchen."
"Aber ich war ihre Anführerin und sie sind dran zerbrochen."
"Nein. Schuld war dieser Krieg. Und an dem sind die Schuld denen du dich anschließen wolltest. Irgendwie paradox, nicht?"
"Ich hätte es verhindern müssen."
"Und was hättest du dagegen gemacht?"
"Ehm..."
"Ich sags dir. Garnichts. Du kannst nicht gegen Temora antreten. Du kannst ja nicht mal einen Krieger in seine Schranken weisen. Du verlierst deine Argumente und danach die Geduld und wenn du Pech hast, noch dein Bewusstsein."
"Ich weiß doch auch nicht was los ist."
"Hör auf, dich selbst zu bemitleiden! Handle, wie du handeln willst und scheiß auf das was andere sagen oder meinen."
"Ich höre schon auf meine Schwestern."
"Ich dachte, die gibts nicht mehr?"
"Es sind wieder ein paar da."
"Ja, ich weiß. Und schon springst du wieder für sie und buckelst."
"Das bin ich ihnen wohl schuldig!"
"Wieso? Weil du die Schwestern hast untergehen lassen?"
"Ganz genau."
"Ich hab dir eben erklärt, dass das Unsinn ist."
"Ich werde sie nicht allein lassen!"
"Das verlangt auch niemand. Aber denk auch mal an dich"
"Tu ich doch. Jetzt bleibe ich mit Tajara bei den Hinrah."
"Du hast aber schon verstanden, was die eigentlich wollten?"
"Ja, sie werden uns in ihren Clan aufnehmen wenn die Jarls zustimmen."
"Eben nicht. Erinnerst du dich an den alten Pakt? Den haben sie erneuert, mehr nicht. Wenn ihr in den Clan wollt, dauert das noch lang."
"Na und, dann warte ich eben."
"Du klingst schon wieder so wie vor dem Besuch bei der Temorapriesterin"
"Mit dem Unterschied dass ich die Tiefländer kenne."
"Bist du dir da sicher?"
"Besser als die Temorianer."
"Das ist ja auch nicht schwer. Die hast du ja früher eigentlich immer bekämpft."
"Ich habe sie nicht bekämpft. Aber jetzt tue ich das, wo sie hier einen Schrein bauen wollen. Das ist immerhin mein Zuhause."
"Machst du das jetzt für dich oder wieder nur für andere?"
"Beides."
"Na gut. Dann stell dich nicht all zu dumm dabei an und bleib dabei, lauf nicht wieder davon. Das geht einfach nicht!"
"Hab ich nicht vor. Diesmal nicht."
"Schön. Schau, die Sonne geht auf"
Das Spiegelbild deutet in den Himmel, wo die Sonne gerade über den Horizent rutscht, verblasst dann und... der Traum ist vorbei.
Zuletzt geändert von Xinthra am Dienstag 27. Januar 2009, 23:15, insgesamt 1-mal geändert.