Reges Treiben an, um und in Grenzwarth.
Überall sind letharische mit menschlichen Handwerker Hand in Hand am Arbeiten.
Ab und an sieht man einen kleinen buckeligen, in grün gekleideten Letharfen herumrennen, welcher die Handwerker anmeckert und dabei wild gestikuliert. Man sagt sich er sei der Bauherr.
Rohstoffe werden angekarrt und in die nahegelegene Lichtung gebracht. Der bereits von Wurzeln, Gewächs und Gras befreite, freigeschaufelte Boden, lässt darauf schließen, dass hier wohl ein riesiges Gebäude erbaut werden soll.
Unzählige Steine werden aus ganz Alatarien angeliefert. Sogar aus dem Rakun ereilen Lieferungen. Teilweise wirken die Steine bereits alt, als hätte man sie aus bereits verbauten Gebäuden entnommen, um sie dort wieder einzusetzen. Auch die bereits danebenstehenden Dachziegeln sehen so aus als hätten sie bereits den ein oder anderen Regensturm erlebt so fad und marode wie sie aussehen.
Nach und nach wird man anhand des Gemäuers erkennen, dass es sich hierbei um eine mittelgroßes, befestigtes Gebäude handelt. Dabei wird ein größeres Gebäude, welches sich ins ringsherum gehende Gemäuer einfügt den Mittelpunkt bilden. In Richtung Grenzwarth deutend wird das Gemäuer durch zwei Aussparungen mit massiven Metaltüren versehen. Hier scheint wohl der Zutritt zu jenem Bollwerk zu sein.
Massiv erhebt sich das Gemäuer Stück für Stück, Tag für Tag weiter aus dem Erdreich bis es schließlich unüberwindbar scheint.
War es zuerst die Festungsmauer, welche gebaut wurde, so bleibt der innere Teil des Konstrukts für den bürgerlichen Blick verwehrt. Doch lässt sich auf das tagelange hämmern und dängeln der Handwerker darauf schließen, dass im Inneren noch weiteres gebaut wird. Von Außen lediglich noch deutlich erkennbar scheint auf dem Dach des Gebäudes ein hoher Posten zu sein. Eine breite ebene Fläche. Eventuell ein Späherposten oder das Plätzchen für ein üppiges Leuchtfeuer?
Die Tage und nicht zuletzt der bürgerliche Propagandaapparat werden sicherlich Informationen ans Licht bringen.
Doch eins ist klar. Es handelt sich hierbei um ein Projekt der Quuypoloth. Wedelt nicht schon seit Tag 1 das grüne Wimpelchen mit dem Buchstaben 'Q' an jener Baustelle.
Lange leuchteten die Fackeln durch die Dunkelheit hindurch, während die nahe Umgebung von rhythmischem Gleichschritt zu beben begann. Scheinbar waren auch hier übermenschlich große Füße eingereiht. Ein Weg der Verwüstung hinter sich her ziehend, große Steine, Stämme und Metallbrocken was tiefe Furchen von Rahal gen Grenzwarth hinterließ. An der Spitze der fleißigen ''Arbeiter' welche aus in Ketten gelegten Zweiköpfen und Ogern bestand flankiert von einigen mit bereits gezogenen Speeren ausgestatteten Lethrixoren die die Horde weiter antrieb und in Reih und Glied hielt, marschierte der ergraute Lethyr mit einem zusammengeschnürten Bündel auf seinem Rücken was wie eine schuppige, echsenartige Haut aussah voran.
Im Morgengrauen hatten die Gruppe von Effizienz, Hass und die meisten auch durch Schmerz getrieben wenn man bedachte wie oft man Oger und Zweiköpfe basslastig auf ihrem Weg aufschreien hörte das Ziel erreicht. Dort angekommen ging es gleich ohne Pause weiter das mitgebrachte Material und die Werkstoffe in das Bildnis einzubauen. Immer wieder hörte man Lethrixoren schnalzend die Peitschen schwingen, während die Oger und Zweiköpfe unter Schmerzen gigantische Massen von einem Ort zum Andren bewegten. So es einige von ihnen nicht durchhielten wurden sie schnell zu einigen Feuerstellen gebracht wo man ihre Körper ausschlachtete und daraus eine übel riechende Fleischbrühe kochte, welche wiederum dafür sorgen sollte das die anderen Arbeiter etwas zu Essen hatten.
Aron hingegen hatte es sich in einem Zelt eingerichtet, an seinem Tische mit dem Baumeister sitzend, wurden die einzelnen Abschnitte besprochen, Änderungen eilig noch eingeplant und Befehle an die Vorarbeiter weiter gegeben welche wiederum für größere Gruppen zuständig waren und ihre Befehle und Anweisungen an diese weiter gaben.
Letzten Endes ähnelte das ganze Treiben hier gleichend eines Ameisenschwarms wo ein jeder seiner Aufgabe nach ging und Stückchen für Stückchen sich das Bild weiter formte.
Mittlerweile war es Nacht geworden und die zweite Schicht welche selbst unter Fackelschein weiter arbeitete war angetreten um die Arbeiter welche den Tag durch gearbeitet hatten abzulösen.
Berichten wurden an die beiden Statthalter aber ebenso an die Ahad verschickt welche darüber Auskunft gaben wie weit sie voran gekommen waren und diesen ebenso anboten sich selbst ein Bild von dem Voranschreiten zu machen.
Aron war mittlerweile müde und so machte er sich daran sein schuppenartiges Bündel auszupacken, dieses am Boden auszubreiten und dann kopfüber hinein zu krabbeln so das letzten Endes nur noch die Füße aus seinem neuen Schlafsack heraus spähten welchen ihm seine Lethra bei La'crok dem Lederbearbeiter besorgt hatte.
Mehr noch hiervon…. Mehr noch davon…. Bei Vater…. Wie sie es hasste. Kochen…. Nicht die Pantherklaue in der Hand, sondern den Kochlöffel schwingend stand sie nun in der Küche und hackte und schnetzelte die Fleischbrocken in unterschiedlich große Stücke. Alles in den Kessel geworfen und dann noch hiervon und davon und irgendwann schien die Pampe für die ungeübte Köchin doch halbwegs brauchbar.
Der Lethyr forderte, dass sie Essen brachte. Natürlich waren das auch ihre Aufgaben als Lethra, doch behagte ihr das Tragen dieses langen Stofffetzens und ohne Rüstung gar nicht. Doch Vater prüfte sie. Sein Wille soll geschehen. Der Bau musste voranschreiten…
Bepackt mit Runenlosen, die den Kessel trugen, Echsen, die weitere Baumaterialien schleppten und einer übelgelaunten Lethra ging es Richtung Grenzwarth. Endlich…. Endlich das Kleid gegen die Rüstung tauschen, den Kochlöffel an den Nagel hängen und die Peitsche über die Rücken der Bauoger und Bautrolle ziehen. Kontrolle war ihr nächstes Ziel. Kontrolle über ihren Zorn, nicht alles gleich herauszulassen, sollte doch die Mannschaft noch fähig sein das Bollwerk der Quuypoloth weiter voran zu treiben.
Im Fackelschein und dem stetig wachsamen Auge der angehenden Lethraxiae wurden die Arbeiten fortgeführt. Vater sollte zufrieden sein… Vater dein Wille….
Tag für Tag erhob sich mehr aufgetürmtes Gestein aus dem vorher noch so kargen Waldrandgebiet. Die Arbeiten an der Außenmauer verlagerten sich immer weiter ins innere der Zitadelle. Nur noch ab und zu wurden Feinabstimmungen an der Außenmauer getätigt. Hier und da wurden die Zinnen erhöht. An einer anderen Stelle wurde eine Vorrichtung für eine kleine Balliste errichtet.
Aus dem Inneren heraus war Tagtäglich als auch Nachts das Pochen und Hämmern der Handwerker zu vernehmen. Unermüdlich wurde gebaut, um die Baustelle alsbald fertig zu stellen. Eine Wache für das Gemäuer wurde bereits eingeteilt, welche nächtliche Rundgänge um die Zitadelle abhielt, so groß war das Bauwerk bereits geworden.
Nach mehreren Wochen ebbte das lautstarke Arbeiten auch im Inneren des Mauerwerks ab. Scheinbar ging es nun darum die Inneneinrichtung zu erbauen. Ab und an ein dumpfes, von den unendlich dicken Mauern aufgefangenes Wummern.
Plötzlich öffnete sich das Tor. Lange brauchte es um sich zu öffnen, so riesig und schwerfällig war es. Zwei Lethrixoren platzierten sich jeweils rechts und links des Tores. Schließlich eilten mehrere Letharfen und Lethraen mit Holzschubkarren aus der Zitadelle. Geladen hatten sie Erdmaterial. Seltsam. Wurde doch das obere Erdreich bereits vor dem Erbau der Mauern abgetragen und fortgeschafft. Was hatten sie nun schon wieder vor?
Soviel Erde wie aus der Zitadelle geschafft wurde könnte man denken, dass die Letharen einen Versuch starten sich bis nach Menek'Ur durchzugraben.
Zuletzt geändert von Szyr'dhar am Montag 7. November 2016, 18:04, insgesamt 1-mal geändert.