In den Abendstunden wird von einem Botenjungen die Auflage verteilt.
- °) 4 Stück für Adoran.
°) 2 Stück für Berchgard.
°) 2 Stück für Schwingenstein.
°) 2 Stück für Junkersteyn.
°) 2 Stück für Bajard.
°) 2 Stück für La Cabeza.
°) 1 Stück für Herr Benjamin Acalon / Bajard.
°) 1 Stück für Herr Goswin Straub / Bajard.
°) 1 Stück für Frau Ailidia Wintereich / Bajard.
°) 1 Stück für Sir Ernst von Eichengrund / Schwingenstein.
Der Schnatterer
Ausgabe 6
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Die rahalische Fleckensuppe.
- Ein Einblick in den dunklen Gaumen. -
Die Angestellten des Schnatterers staunten nicht schlecht, als eines Tages ungefragt ein Brief des rahalischen Rathauses in der Redaktion eintrudelte. Was an sich natürlich schon eine seltsame Begebenheit war, intensivierte sich in der Absonderlichkeit nur noch weiter, als der Inhalt sich als Kochrezept, genauer der Leibspeise des dortigen Statthalters, herausstellte. Um den doch sehr unterschiedlichen Geschmack der dortigen Bevölkerung hervorzuheben, haben wir uns entschlossen den Inhalt zu veröffentlichen.
Rezept für die Fleckensuppe:
Wurzeln (Rüben und/oder Karotten),
Stangenlauch,
Sellerie,
Knoblauchzehen,
Salbeiblatt,
eine trächtige Kuh.
Das wunderbare an diesem Rezept ist, dass die Suppe zwar meistens flüssig, in manchen Fällen aber auch fest verspeist werden kann, je nachdem wie viel Glück man hat. Mit einem scharfen Messer beginnt man zunächst die Wurzeln, also Rüben, Karotten und Sellerie, in kleine Würfel zu schneiden; die Schale bleibt dabei bestehen um das Geschmackserlebnis nicht negativ zu beeinflussen. Nachdem die Würfel im Kochtopf bereits etwas angeschwitzt sind, kann auch der Lauch klein geschnitten und zugegeben werden. Zuletzt sind zwei Knoblauchzehen in der Hand zu zerquetschen um das brutzelnde Gemüse mit dem austretenden Saft zu würzen. Danach kann der Topf mit Wasser aufgegossen werden, damit das Gemüse gar kocht und den Geschmack an die Flüssigkeit abgibt. Bereits nach einem halben Stundenlauf ist es ratsam, etwas mit Salz- sowie Pfefferprisen abzuschmecken. Wenn alles fertig gekocht ist, stellt man den Topf ins Freie um zu warten, bis alles gut abgekühlt ist - erst dann wird die trächtige Kuh herangeführt [Auch eine normale Kuh ist möglich, bietet jedoch nicht die gleichen, feinen Geschmacknuancen]. Im Regelfall wird das Tier dem angebotenen Mahl nicht lange widerstehen können und beginnen die Suppe zu essen; das ist der Punkte, an dem das große Warten beginnt. Traditionell versammeln sich in Rahal nun schon Familie und Freunde mit Geschirr und gezücktem Löffel um gespannt darauf zu warten, auf welche Art und Weise das Tier die Mahlzeit servieren wird. Wenn dies erfolgt ist, wird die Suppe [oder der Eintopf] angerichtet und noch mit einem Salbeiblatt verziert. Das Reich Alatarien wünscht guten Appetit!
L. Landerwal
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Rubrik: Erdenblatts Erquickungen
- Ein Ratgeber. -
Es schnupft, es krächzt, es macht ganz fahl.
Es kommt, es bleibt, des Menschen's Qual.
Von außen frisst es sich hinein,
berührt Gedärm als auch Gebein.
Lässt kaum einen ohne steh'n,
nur wenigen wird’s besser geh'n.
Die Siech, die Siech das bös Getier,
frisst klein, frisst groß, frisst alles hier.
Doch sei gesagt, es gibt gleich vier,
die halten gegen, das sag ich Dir.
Drum nimm mein Rat von Herzen an,
damit an dich kommt nichts heran!
Wer kennt es nicht?
Die Trägheit umgarnt den Körper, man fühlt sich kränklich und schwach. Wenn es soweit ist, ist die Krankheit schon im Körper verfestigt und in jener Situation hilft lediglich die unterstützende Therapie um schlimmeres abzuwenden. Hierbei empfiehlt es sich den Morgen mit einem frisch aufgebrühten Kamillentee zu beginnen, welcher mit Honig versetzt ist. Dann sollte man eine Scheibe Ingwer hineingeben und eine ganze Zitrone hineinpressen. Jenen Tee kann man den Tag über immer wieder, frisch aufgebrüht, genießen. Ebenso kann man um Halsschmerzen zu mindern oder die Nase etwas frei zu kriegen: Ingwer kauen. Die Schärfe jagt die bösen Geister hinfort. Etwas Honig lutschen nimmt das Brennen am Hals und die Süße wärmt das Herz.
Es gibt noch vieles mehr was man empfehlen kann doch sollte ein jeder den Heiler seines Vertrauens aufsuchen falls die Beschwerden schwerwiegender werden. Die vier Wundermittelchen können beliebig auch schon vor den Beschwerden eingenommen werden, gerade die Zitrone und der Ingwer haben eine belebende Wirkung.
Fragen zum leiblichen Wohlergehen oder seelischen Erkrankungen? Was auch immer das Dasein betrübt - eine Nachricht an den Schnatterer reicht aus, damit unsere Ratgeberin die Antwort in der folgenden Ausgabe veröffentlicht.
A. Erdenblatt
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Rubrik: Schnabeltier der Woche.
- Qy´lae, blasse Rose des Westens. -
Bekannt dürfte dem Leser sein, dass um die kalte Jahreszeit die Versorgung mit hübschen Pflanzen zur Dekoration des Innenraums naturgemäß und dem Willen der Götter folgend ins Stocken gerät. Lediglich die gute Ovelia trotzt Wind und Wetter, um ihre Blüten, die zum Preis einer Monatsmiete eines Adoraner Wohnhauses zu erstehen sind, an den Mann oder die Frau zu bringen.
Weniger bekannt dürfte aber sein, dass sich unter den bekanntermaßen recht lethragischen Bewohnern Rahals eine Blumenfrau befindet, die ihre Blumenzucht mit Herz und Herzlichkeit anbietet. Neben Sträuchern, deren Namen kaum auszusprechen sind, finden sich auch Zimmerpflanzen in ihrem Angebot, die an innerer Schönheit und äußerer Schlichtheit ihresgleichen suchen. Einzig kommt den Blumen in dieser Hinsicht wohl die Verkäuferin gleich, die, zunächst blass und unscheinbar, im Laufe des Verkaufs doch rasch auftaut und sich sogar, noch immer blass, dazu hinreißen lässt, dem Kunden einen ordentlichen Nachlass auf den Preis zu geben. Rasch wir deutlich, hier steht nicht der Profit im Vordergrund, sondern der Käufer mit all seinen Wünschen und Bedürfnissen.
Diese befriedigt die oft Maskierte nach eigenen Angaben nicht nur auf dem Gebiet der Pflanzenzucht, auch wenn die Zucht ihre große Leidenschaft ist.
Von so wenig Farbe, wie ihre Gewächse mag es zunächst verwundern, dass sie nach eigener Angabe nicht auf der Suche nach einem Mann ist. Schnell stellt sich aber, in Anbetracht ihrer Auslage, klar, dass kein wahrer Blumenfreund einer solchen Dame lang widerstehen kann. Der Schnatterer darf dem unbekannten Glücklichen an dieser Stelle seinen Glückwunsch aussprechen. Er möge die zarte Blume hegen und pflegen.
[Anm. d. Red.: Es ist dringend angeraten sich von Verkäuferin sowie deren Angebot fernzuhalten.]
F. Ahnheim
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Rubrik: Auf ein Wort ...
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Ein Spaziergang.
Da ging ich gen Nordtor zum Wald hinaus, um die Seele baumeln zu lassen, und fand dort einen Augenschmaus, eine Zauberlandschaft in Weiß. Es war ein wahrlich atemberaubender Anblick! Der ganze Wald, jeder Ast, jedes Zweiglein, ja sogar auf dem Boden die herab gefallenen Blätter des Herbstes waren mit Raureif bedeckt. Das gefrorene Eis folgte mit seinen zerbrechlich, filigranen Kristallen natürlichen Formen der Pflanzen. Bisweilen steigerte sich das Gefrorene zu schierer Kunst, wie sie ein Mensch kaum hervor zu bringen vermag, und türmte sich schief und spitz von den Ursprüngen auf. Dieser eisige Überzug bot meinem Auge ein wahrlich wunderschönes Bild.
Inzwischen ist alles mit Schnee überpudert und vermittelt mir ein neues Bild der Reinheit und Unschuld, das ich kaum zu beschreiben vermag. Die Intensität dieses Anblicks und mein Erleben in diesen eisigen Landschaften ist so intensiv friedlich und würdevoll, dass in mir der Wunsch erwächst, den Eindruck stets in meinem Herzen bewahren zu können.
Dem gegenüber erinnere ich mich an ein Zusammensein mit Fremden und Bekannten. Der Zauber, der anfänglich zaghaft im Gespräch mit der unbekannten Person erwuchs und mich ähnlich wie der Zauber einer schönen Landschaft berührte, ward jäh von nichtigen Plaudereien der Bekannten unterbrochen, deren Worte das filigrane, gerade erwachsende Gespräch sprengten. Statt der feiner Plaudereien mit schönsten natürlichen Formen, verkam das Gespräch zu nichtigen Plaudereien, die den Wert der Unterhaltung in den Boden und mit manchen plötzlichen Schlüpfrigkeiten noch tiefer stampften. Mein ursprüngliches Gespräch erstarb und belebte sich alsdann nicht wieder.
Vielleicht war ich, oder vielleicht bin ich überhaupt empfindlich. Vielleicht bin ich ja auch zu empfindlich - vielleicht aber auch nicht. Denn das war kein einmaliges Erlebnis. Egal an welchem Ort und in welcher Gesellschaft ich mich befinde, der Mensch scheint natürlicherweise nicht dafür geschaffen, die natürlichen Schönheiten auch natürlich zu erspüren und sich entsprechend einzubringen. Es scheint, als ob der Mensch lernen muss, was die Natur bereits kann. Und so drängt sich mir der Gedanke auf, dass manchen bisweilen ein genaueres hinschauen wie auch hinhören gut anstünde, um zur rechten Zeit das rechte von sich zu geben, oder einfach auch einmal zu schweigen.
Mit einem Gruß von
E. M.
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Gerüchteküche
Kohlestiftzeichnung
Amira(23) ist Magd auf einem lichtenthaler Hof; hier zu sehen bei der Selbstreflexion nach einem anstrengenden Arbeitstag. Am liebsten kümmert sie sich dabei um die Milchproduktion und alles was sonst mit Kühen zu tun hat. "Schon als junges Mädchen habe ich immer gern mit den prallen Eutern der Kühe gespielt!", erzählt diese noch euphorisch vor der Zeichnung. Eine Vorliebe, die viele Männer bei diesem Anblick teilen werden.
D. Knopf
Wiederholte Überfälle in Bajard
Verlässliche Quellen berichten, dass unlängst wieder ein Überfall in den Bajarder Wäldern stattgefunden hat. Diesmal war der Übeltäter jedoch kein Dracones, sondern eine vermummte, offenbar weibliche Gestalt, deren Identität zu diesem Zeitpunkt noch nicht festgestellt werden konnte. Fest steht, dass sie im Räuber-Handwerk noch unerfahren ist und so dementsprechend konstant eine gewisse Nervosität an den Tag legte. Bewaffnet mit einer Armbrust fordert sie sämtliche Goldvorräte ein und droht dabei mit zitternder Stimme, bei Missachtung der Forderung einen Bolzen in die Kniescheibe zu jagen. Überhaupt wurden die Knie auffällig oft erwähnt, so dass eine gewisse Anziehung dieses Körperteil auf die Wegelagerin zu wirken scheint. Sollten also Frauen mit einem Kniescheibenfetisch bekannt sein, liebe Leser, so wird dringlichst um Meldung gebeten um dieses Verbrechen schnellstmöglich aufzuklären.
L. Landerwal
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Stellenanzeigen & Angebote
Mitarbeiter des Schnatterers
Die Redaktion sucht weiterhin nach motivierten Schreibern zur Unterstützung der regelmäßigen und flotten Publikation neuer Ausgaben. Voraussetzung ist ein angenehmes Schriftbild sowie das Gespür für interessante Beiträge. Auch freie Mitarbeiter, die interessante Informationen gegen ein kleines Entgelt eintauschen wollen, sind jederzeit herzlich willkommen. Geboten wird eine magere Bezahlung, Anerkennung, bei Sympathie immerwährende Freundschaft und die Möglichkeit auf eine Unterkunft.
D. Knopf
Saalvermietung in Junkersteyn
Junkersteyn, an sich nicht besonders bekannt für sein heiteres Leben und den Unterhaltungswert, den diese Ortschaft bietet, hält es doch ein kleine Juwel bereit. Nur wenige hundert Schritt von der Küste entfernt findet sich der Junkersteyner Hof, der seit mehreren Götterläufen schon als Familienbetrieb der Familie Erdenblatt geführt wird. Die Eigentümer Ben und Enid Ehrenblatt werden dabei von ihrer Nichte Amanda Louise unterstützt, die sich insbesondere dem Wohl der Tiere und Pflanzen dort verschrieben hat.
Der Hof liegt in unmittelbarer Küstennähe und ist mit der Linienkutsche ohne weiteres zu erreichen. Der Hof der Erdenblatt, vor allem bekannt für die mehrfach ausgezeichnete Pferdezucht hat aber mehr zu bieten, als stramme Hengste und kaltblütige Stuten.
Seit einiger Zeit, wird der zum Festsaal ausgebaute Hauptraum des Anwesens für Feierlichkeiten aller Art vermietet und erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit.
Der heimelige und mit bäuerlichem Charme eingerichtete Raum lässt kaum einen Wunsch unerfüllt. Neben einer großzügigen Theke, an der unter anderem die herausragenden Weine des Hofes, unter Empfehlung der Weinkennerin Amanda Erdenblatt, ausgeschenkt werden, findest sich noch ein imposanter Kamin, der dem Saal eine heimelige Wärme verleiht und auch in kalter Jahreszeit zum verweilen einlädt. Unterstützung erfährt der Kamin von den dampfenden Kochkesseln, in denen offen zubereitet, die vorzüglichen Speisen von Enid Erdenblatt garen und schmoren. Die meisten Zutaten kommen vom eigenen Hof und aus eigenem Anbau.
An den hübsch dekorierten Tischen können ohne weiteres vierzig bis fünfzig Personen Platz finden, allerdings ist auch jederzeit eine andere Anordnung möglich, so dass auch mehr Personen unterkommen. Selbstverständlich steht auch genug Platz für den Tanz nach dem Essen zur Verfügung.
Wem die Feierlichkeit drinnen zu hitzig wird, kann sich im, von rosenumrankten, Vorgarten, der eigens für Feierlichkeiten mit Tischen und einer Theke ausgestattet wurde, abkühlen und sich vom Hühnergegacker und der Landluft verführen lassen.
Für den Veranstalter oder das Brautpaar hält die Familie Erdenblatt ein eigen eingerichtetes Zimmer bereit, das als Brautzimmer seinesgleichen sucht. Im, mit rotem und blauen Samt überzogenen, Himmelbett, umrahmt von menekanischen Teppichen können die Brautleute direkt über dem Festsaal in Zweisamkeit weiterfeiern und anschließend den Blick über den Hof und, lehnen sie sich weit genug aus dem Fenster, auf das Meer genießen.
Die Lokalität kann für den günstigen Preis von zehn Kronen angemietet werden. Enthalten sind in diesem Preis die freie Nutzung der Flächen, sowie auch die Bedienung und die Dekoration, die nach Wunsch mit den Betreibern abgestimmt werden kann. Insbesondere zeigt die Bäuerin im Umgang mit ihren Rosen, den bekannten Junkersteyner Zaunrosen, eine glückliche Hand und es gelingt ihr immer wieder, die Gäste mit ihren bisweilen ausgefallenen Dekorationsideen zu überraschen und zu erstaunen.
Wer den Junkersteyner Hof noch nicht kennt und in der nächsten Zeit eine Veranstaltung, sei es eine Hochzeit, eine Geburtstagsfeier, oder nur eine Versammlung, auszurichten hat, sollte dieses Kleinod bäuerlicher Gastfreundlichkeit der gehobenen Art unbedingt in seine Planungsüberlegungen einbeziehen.
F. Ahnheim
Lehrstelle: Schneiderausbildung bei A. Wintereich
Wann wären sie wichtiger als zur kalten Jahreszeit? Ohne die Schneider würde die Bevölkerung Gerimors bitterlich erfrieren und schon bald mit löchrigen Sohlen über die steinigen Straßen stolpern. Welch Glück, dass Ailidia Wintereich, bekannte bajarder Schneidermeisterin, nun für alle Interessenten eine Lehrstelle anbietet. Keine Technik die sie nicht beherrscht, kein Schnitt ist ihr zu kompliziert - wer dort lernt, dem steht einer erfolgreichen Karriere als Schneider nichts im Wege. Ihre Anforderungen sind dabei denkbar simpel: Zuverlässigkeit wird groß geschrieben und ist auch unbedingt mitzubringen; bei Alter, Geschlecht und Herkunft ist sie offenherzig, wie man es den Bajardern stets nachgesagt hat. Eine Möglichkeit zur Unterkunft ist bei Sympathie gegeben. Das, die Höhe des Lohns und vieles weiteres ist aber direkt mit der Schneidermeisterin zu verhandeln, die sich über jede ernst gemeinte Zuschrift freut.
L. Landerwal