Wenn der Wind mit dem Sand tanzt
-
Sahar Taj
Mit einem gequälten Stöhnen riß sich die junge Bardin den Schleier vom Gesicht. Es war nicht nur heiß, es war unerträglich und das schon seit Tagen. Das Leben auf der Insel erstarb, und selbst im Morgengrauen und des Abends waren kaum noch Menekaner zu sehen. Selbst im Inneren der Häuser erlahmte jede Aktivität, die Frauen flüsterten leise miteinander während sie die Vorräte an sichere Orte brachten und die Männer betrachteten voll Sorge die immer mürber werdenden Wände. Auch die Häuser der Taj wurden langsam brüchig und die Sorge wuchs. Sahar fühlte sich auch unter normalen Umständen nicht willkommen, und dieses Gefühl wuchs nun umso stärker. Mit wenigen Handgriffen hatte sie ihre Habseligkeiten zu einem Bündel verschnürt und einen Atemschutz aus Leder vor Mund und Nase befestigt. Ihr Haar verschwand unter strapazierfähigem Tuch. Sehr viel umständlicher und sorgfältiger wurde ihre Laute verpackt, die mit vielen Tüchern völlig gegen den Sand abgeschirmt wurde. Danach verließ sie trotz der Bitten ihrer Tante das Haus, mühsam gegen die wütende Natur kämpfend. Sie musste zumindest die schützenden Mauern der Stadt erreichen, dort würde sie schon bei jemandem unterkommen der einen sicheren und stabilen Keller sein eigen nannte.
-
Fadi Yazir
Einige Zeit saß er nun schon an dem Schreiben und auch nach dem achten Anlauf war er mit dem bisher Erreichten kaum zufrieden. Aber wie sollte man sich auch hier konzentrieren können. Knirschen und Knacken...ununterbrochen. Dazu die Hitze, die einen kaum einen klaren Gedanken fassen lässt und die Sorge. Die Sorge was passieren würde, wenn die Hitze weiter anhält und der Wind immer weiter die Wüste in die Stadt treiben würde.
Er lehnte sich etwas zurück, zerknüllte den achten Anlauf und warf ihn achtlos zu weiteren Knäulen, die sich hinter seinem Pult mehrten. Er legt den Kopf in den Nacken und streckt seine Arme. Die Ärmel der Robe, die bei der Hitze der letzten Tage an seinen Armen klebten, rutschten langsam herunter. Hinauf zur Decke blickend, versuchte er einen neuen Ansatz zu finden. Einen neuen Gedanken, einen neuen Halbsatz, der seine Wünsche in eine Form bringen würden, die den Empfänger geneigt stimmen würden diesen nachzukommen. Doch plötzlich war er wieder raus aus seinen Gedanken. Da war er. So groß, dass er über die hohen Regale voller Schriften hinausragte, ein Riss.
Den Blick nicht von dem Riss ablassend erhebt er sich und tritt näher heran. Mißmutig und mit gerunzelter Stirn stand er einen Moment davor, besah ihn eingehend und lauschte dabei dem Knirschen und Knacken.
Langsam und bedächtig ging er die Wände des Statthaltersitzes entlang, keinen Gedanken mehr auf sein Schreiben verwendend, musterte er das Mauerwerk. Jeder weitere Riss den er entdeckte, ließ sein Gesicht etwas besorgter erscheinen. Immer schneller lief er die Wände ab, erst in dem Sitz, dann draußen die Häuser in den Gassen, sein Haus und selbst schon an den Stadtmauern waren sie zu sehen.
Wenige Schritte vom Eingang der Stadt entfernt vernahm er Stimmen. Einige Wortfetzen wehte der Wind ihm zu, meist jedoch nur unverständliches. Aber die Stimmen schienen ihm bekannt. Vorsichtig lugte er um die Ecke und erblickte die beiden Vermumten. Mit zusammengekniffenen Augen versuchte er auszumachen, wen er wohl vor sich habe. Als er wahrnahm wen er dort vor sich hatte, vollführte er schnell eine tiefe Verneigung, dem Sturme zum Trotz. So gut es möglich war, hielt er seinen Turban auf dem Kopf. Was einmal vom Wind erfasst wurde, war meist für immer verloren.
Nach der kurzen aber nicht weniger förmlichen Begrüßung schritt man schnell zum Haus des Volkes zurück. Neugierig war er, was aus dem Palast zu vernehmen sei. Ob der Erhabene selbst womöglich in all seiner Weisheit eine Erklärung wüsste für all das was derzeit geschah.
Die Unterhaltung war dann weniger förmlich als noch die Begrüßung. Nachdem die Lage in der Stadt recht zügig zusammengefasst war, fand man recht schnell geeignete Maßnahmen, die die Gefährdung für die Bevölkerung auf das Mindeste beschränken würden.
Doch auch zeigten sich die Unterschiede im Wesen der drei. Khalida war wie immer voller Tatendrang. Sie war eine Kämpferin durch und durch. Einige Zeit war sie bereit den vielen Worten zu folgen und saß eher still und geduldig neben der ihr zum Schutz befohlenen, doch dann merkte man die Unruhe in ihr aufsteigen. Immer wieder drängte sie dazu, schnell zur Tat zu schreiten. Die Gemahlin des Erhabenen hingegen war sehr beherrscht und ruhig. Es war wohl die stetige Gegenwart des weisen Emirs oder gar die Nähe zu Eluive selbst, die ihr als Angehörige der Omars zuteil wurde, die ihr die vielen weisen Ideen und Ansätze ermöglichte, die sie vorbrachte. Sichtlich beeindruckt sammelte er die vielen Ideen zu einem Gesamtpacket, welches er noch am gleichen abend erließ, nachdem die beiden wieder ihren Weg gen Palast antraten.
Er lehnte sich etwas zurück, zerknüllte den achten Anlauf und warf ihn achtlos zu weiteren Knäulen, die sich hinter seinem Pult mehrten. Er legt den Kopf in den Nacken und streckt seine Arme. Die Ärmel der Robe, die bei der Hitze der letzten Tage an seinen Armen klebten, rutschten langsam herunter. Hinauf zur Decke blickend, versuchte er einen neuen Ansatz zu finden. Einen neuen Gedanken, einen neuen Halbsatz, der seine Wünsche in eine Form bringen würden, die den Empfänger geneigt stimmen würden diesen nachzukommen. Doch plötzlich war er wieder raus aus seinen Gedanken. Da war er. So groß, dass er über die hohen Regale voller Schriften hinausragte, ein Riss.
Den Blick nicht von dem Riss ablassend erhebt er sich und tritt näher heran. Mißmutig und mit gerunzelter Stirn stand er einen Moment davor, besah ihn eingehend und lauschte dabei dem Knirschen und Knacken.
Langsam und bedächtig ging er die Wände des Statthaltersitzes entlang, keinen Gedanken mehr auf sein Schreiben verwendend, musterte er das Mauerwerk. Jeder weitere Riss den er entdeckte, ließ sein Gesicht etwas besorgter erscheinen. Immer schneller lief er die Wände ab, erst in dem Sitz, dann draußen die Häuser in den Gassen, sein Haus und selbst schon an den Stadtmauern waren sie zu sehen.
Wenige Schritte vom Eingang der Stadt entfernt vernahm er Stimmen. Einige Wortfetzen wehte der Wind ihm zu, meist jedoch nur unverständliches. Aber die Stimmen schienen ihm bekannt. Vorsichtig lugte er um die Ecke und erblickte die beiden Vermumten. Mit zusammengekniffenen Augen versuchte er auszumachen, wen er wohl vor sich habe. Als er wahrnahm wen er dort vor sich hatte, vollführte er schnell eine tiefe Verneigung, dem Sturme zum Trotz. So gut es möglich war, hielt er seinen Turban auf dem Kopf. Was einmal vom Wind erfasst wurde, war meist für immer verloren.
Nach der kurzen aber nicht weniger förmlichen Begrüßung schritt man schnell zum Haus des Volkes zurück. Neugierig war er, was aus dem Palast zu vernehmen sei. Ob der Erhabene selbst womöglich in all seiner Weisheit eine Erklärung wüsste für all das was derzeit geschah.
Die Unterhaltung war dann weniger förmlich als noch die Begrüßung. Nachdem die Lage in der Stadt recht zügig zusammengefasst war, fand man recht schnell geeignete Maßnahmen, die die Gefährdung für die Bevölkerung auf das Mindeste beschränken würden.
Doch auch zeigten sich die Unterschiede im Wesen der drei. Khalida war wie immer voller Tatendrang. Sie war eine Kämpferin durch und durch. Einige Zeit war sie bereit den vielen Worten zu folgen und saß eher still und geduldig neben der ihr zum Schutz befohlenen, doch dann merkte man die Unruhe in ihr aufsteigen. Immer wieder drängte sie dazu, schnell zur Tat zu schreiten. Die Gemahlin des Erhabenen hingegen war sehr beherrscht und ruhig. Es war wohl die stetige Gegenwart des weisen Emirs oder gar die Nähe zu Eluive selbst, die ihr als Angehörige der Omars zuteil wurde, die ihr die vielen weisen Ideen und Ansätze ermöglichte, die sie vorbrachte. Sichtlich beeindruckt sammelte er die vielen Ideen zu einem Gesamtpacket, welches er noch am gleichen abend erließ, nachdem die beiden wieder ihren Weg gen Palast antraten.
-
Aalina Yazir
Schweissperlen rannten ihre Stirn hinab, brannten in ihren Augen. Nicht nur die Sandkörner kratzten, die Sonne schien ihren Weg durch all die Ritzen im Haus zu suchen. Kraftlos und fast verloren ihrer letzten Hoffnung saß Aalina im Turm. Sie musste Raakin finden, doch würde sie rausgehen könnte das unter Umständen ihr Tod sein. Aber was war ihr lieber? Lebendig unter den Trümmern ihres einst schützenden Hauses begraben zu werden oder auf den passenden Moment warten und einfach zu rennen, so sehr ihre Lunge auch brennen mochte?
Aalina zog sich das lange Hemd aus, welches schon an ihrer Haut klebte. Ihr Oberkörper wurde nur noch von dem Drachenlederbüstenhalter geziert, auch aus ihren Stiefeln war sie geschlüpft. Turban und Maske zog sie sich ebenso ab, doch setzte sie die Maske sogleich wieder auf. Egal wie warm ihr war, die Maske würde auf bleiben. Der letzte Schutz um nicht an den aufwirbelnden Körnern zu ersticken. Wo waren alle? Niemand der ausfuhr und Alarm schlug. Gab es denn keine Lösung wohin sich all die Menekaner verziehen konnten? Aalina rannten die Tränen über die Wangen. Sie war noch so jung, sie hatte ihr Leben noch vor sich. Sie wollte nicht sterben. Nicht jetzt. Ihr Blick ging an ihr hinab. Vorsichtig legte sie ihre Hand auf ihren Bauch. "Wir schaffen das.. irgendwie werden wir das schon schaffen!" Ihre Stimme klang rau und krächzend. Ein jeder ihrer nächsten Schritte musste gut durchdacht sein. Gehen oder nicht gehen? Wenn sie nur wüsste wo Raakin war? Sicherlich war er im Palast. Er würde sich mit dem weisen Emir beraten, was zu tun war. Doch wieviel Zeit blieb ihnen noch ? Die Stürme ließen nicht nach, so hatte Aalina auch die Hoffnung verlassen, dass sie irgendwann aufhören würden ohne Menek'Ur nicht vollkommen verwüstet zu haben. Was hatten sie getan? Wodurch wurde Eluive so wütend, dass sie ihr eigenes Land zerstören wollte? War es die Rache dafür, dass Said Omar von diesem Ifrey vom Thron gestoßen wurde? "Nein, Aalina beruhig dich. Nicht wieder die alten Dinge, du musst lernen zu vergessen!" Aber jetzt, wo sie schon angefangen hatte darüber nachzudenken? Vielleicht war es wirklich so. Vielleicht saß der Schmerz Eluives so tief? Ließ sie ihre Trauer walten? Aalina kämpfte mit sich das sie ihre letzte Kraft nicht noch unnötig dafür aufbrachte sich ihren Wutausbrüchen nachzugeben. Stattdessen kauerte sie in ihrem Eck, Tränen liefen ihre Wangen hinab. Sie weinte bitterlich. So viel hatte sie schon durchgestanden, so viel hatte sie mitgemacht. Und verdammt nochmal, wo war Raakin? Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Sie wusste nicht, was geschehen würde. Sie wusste nicht, ob sie Raakin überhaupt noch einmal zu Gesicht bekam ...
Aalina zog sich das lange Hemd aus, welches schon an ihrer Haut klebte. Ihr Oberkörper wurde nur noch von dem Drachenlederbüstenhalter geziert, auch aus ihren Stiefeln war sie geschlüpft. Turban und Maske zog sie sich ebenso ab, doch setzte sie die Maske sogleich wieder auf. Egal wie warm ihr war, die Maske würde auf bleiben. Der letzte Schutz um nicht an den aufwirbelnden Körnern zu ersticken. Wo waren alle? Niemand der ausfuhr und Alarm schlug. Gab es denn keine Lösung wohin sich all die Menekaner verziehen konnten? Aalina rannten die Tränen über die Wangen. Sie war noch so jung, sie hatte ihr Leben noch vor sich. Sie wollte nicht sterben. Nicht jetzt. Ihr Blick ging an ihr hinab. Vorsichtig legte sie ihre Hand auf ihren Bauch. "Wir schaffen das.. irgendwie werden wir das schon schaffen!" Ihre Stimme klang rau und krächzend. Ein jeder ihrer nächsten Schritte musste gut durchdacht sein. Gehen oder nicht gehen? Wenn sie nur wüsste wo Raakin war? Sicherlich war er im Palast. Er würde sich mit dem weisen Emir beraten, was zu tun war. Doch wieviel Zeit blieb ihnen noch ? Die Stürme ließen nicht nach, so hatte Aalina auch die Hoffnung verlassen, dass sie irgendwann aufhören würden ohne Menek'Ur nicht vollkommen verwüstet zu haben. Was hatten sie getan? Wodurch wurde Eluive so wütend, dass sie ihr eigenes Land zerstören wollte? War es die Rache dafür, dass Said Omar von diesem Ifrey vom Thron gestoßen wurde? "Nein, Aalina beruhig dich. Nicht wieder die alten Dinge, du musst lernen zu vergessen!" Aber jetzt, wo sie schon angefangen hatte darüber nachzudenken? Vielleicht war es wirklich so. Vielleicht saß der Schmerz Eluives so tief? Ließ sie ihre Trauer walten? Aalina kämpfte mit sich das sie ihre letzte Kraft nicht noch unnötig dafür aufbrachte sich ihren Wutausbrüchen nachzugeben. Stattdessen kauerte sie in ihrem Eck, Tränen liefen ihre Wangen hinab. Sie weinte bitterlich. So viel hatte sie schon durchgestanden, so viel hatte sie mitgemacht. Und verdammt nochmal, wo war Raakin? Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Sie wusste nicht, was geschehen würde. Sie wusste nicht, ob sie Raakin überhaupt noch einmal zu Gesicht bekam ...
-
Fadi Yazir
Leicht gereizt saß er im Keller des Statthaltersitzes, wo man ihm sein Pult aufgestellt hatte. Er saß in einem Lock, abgeschnitten von Eluives Scheibe am Himmel. Es waren fast zwergische Zustände....
Aber es war derzeit alternativlos. Die Risse in den Wänden glichen fast schon zusätzlichen Fenstern, die ein unbegabter Handwerker hätte einsetzen wollen. Niemand der die Risse an den Häusern sah, konnte sich sicher sein nicht jederzeit von der herabfallenden Decke erschlagen zu werden.
Am gestrigen Tage hatte er für einige Stunden die Heimat verlassen. Aushänge wurden ihm gereicht, auf denen ein Fest zu Ehren Eluives angekündigt wurde. Auch wenn die Lage sehr ernst war und die angewiesenen Maßnahmen der Überwachung und Kontrolle bedurften, wollte er die Gelegenheit nutzen seine Worte, seine Bitten und auch seinen Dank an Eluive zu entrichten.
Als er an dem Platz nahe Bajard ankam war er doch recht überrascht. Zwar war die Anzahl jener, die sich Eluive angetan fühlten recht überschaubar, doch war es ein Ort geworden, der von ihrem Geist durchdrungen war. Einiges hatten die Nordländer geschafft. Stände, ein riesiges Feuer und eine Art Altar auf denen die Gaben niedergelegt waren, die die Schöpferin den Bauern gewährte.
Die relative Ruhe war ihm ganz recht. Kurz blieb er am Rand stehen und musterte die Menge. Von irgendwelchen hinterhältigen Wesen erschlagen zu werden, während er vor dem Altar knieend ins Zwiegespräch mit der Schöpferin gehen würde, war kein annehmbares Dahinscheiden. Doch die Leute schienen friedlich, wahre Gläubige der Eluives. So trat er hervor kniete nieder und entbrachte ihr seinen demütigen Dank. aber auch seine Fragen und bitten. Was war nur geschehen, weswegen wurde die Wüste, der schon an sich eher lebensfeindliche Raum langsam zu einer tödlichen Falle für sein Volk. Doch es kam keine Antwort. Sicher würde sie noch auf ihren weg die Antworten bringen. Nach einer bitte um Schutz und Segen für das Volk Menek'Urs erhob er sich wieder langsam.
Es folgte noch eine kurze Unterhaltung mit einem Mann, der tief vom Glauben erfüllt schien. Die Art wie er recht bedächtig sprach und die tiefe Verbundenheit, die er trotz dessen, das er kein Menekaner war, zu der Schöpferin zu haben glaubte, waren sehr beeindruckend. Selten waren solche Menschen geworden. Zumeist den Kindern Eluives angetan stritten sie gegeneinander und beachteten Eluive nicht, wo sie doch mit soviel Überfluss bedacht wurden. Auch ein Elf und die Bürgermeisterin Bajard konnte er kurz sprechen, doch dann kamen ihm wieder die Sorgen und Aufgaben in der Heimat in den Sinn. So sehr er die kurze Ruhe genoß, die er hier erfahren konnte, es musste weitergehen. Das Volk musste vor dem Untergang bewahrt werden.
Immer weiter trippelten seine Finger ungeduldig auf dem Schreibtisch. Die beiden Wachen, die nun ständig mit hier unten standen waren vermutlich schon recht entnervt. Alle Stunde schickte er einen der Beiden zu den Quatieren der Stadtwache, um zu erfahren, ob die zwei Trupps die angegebenen Orte inspiziert hätten, ein bewohnbarer Unterschlupf gefunden werden könnte. Er blickte auf die Uhr vor sich an der Wand. Gleich war es wieder soweit. Kurz musterte er die Beiden. Einer würde wieder losmüssen und der Rest war warten.
Aber es war derzeit alternativlos. Die Risse in den Wänden glichen fast schon zusätzlichen Fenstern, die ein unbegabter Handwerker hätte einsetzen wollen. Niemand der die Risse an den Häusern sah, konnte sich sicher sein nicht jederzeit von der herabfallenden Decke erschlagen zu werden.
Am gestrigen Tage hatte er für einige Stunden die Heimat verlassen. Aushänge wurden ihm gereicht, auf denen ein Fest zu Ehren Eluives angekündigt wurde. Auch wenn die Lage sehr ernst war und die angewiesenen Maßnahmen der Überwachung und Kontrolle bedurften, wollte er die Gelegenheit nutzen seine Worte, seine Bitten und auch seinen Dank an Eluive zu entrichten.
Als er an dem Platz nahe Bajard ankam war er doch recht überrascht. Zwar war die Anzahl jener, die sich Eluive angetan fühlten recht überschaubar, doch war es ein Ort geworden, der von ihrem Geist durchdrungen war. Einiges hatten die Nordländer geschafft. Stände, ein riesiges Feuer und eine Art Altar auf denen die Gaben niedergelegt waren, die die Schöpferin den Bauern gewährte.
Die relative Ruhe war ihm ganz recht. Kurz blieb er am Rand stehen und musterte die Menge. Von irgendwelchen hinterhältigen Wesen erschlagen zu werden, während er vor dem Altar knieend ins Zwiegespräch mit der Schöpferin gehen würde, war kein annehmbares Dahinscheiden. Doch die Leute schienen friedlich, wahre Gläubige der Eluives. So trat er hervor kniete nieder und entbrachte ihr seinen demütigen Dank. aber auch seine Fragen und bitten. Was war nur geschehen, weswegen wurde die Wüste, der schon an sich eher lebensfeindliche Raum langsam zu einer tödlichen Falle für sein Volk. Doch es kam keine Antwort. Sicher würde sie noch auf ihren weg die Antworten bringen. Nach einer bitte um Schutz und Segen für das Volk Menek'Urs erhob er sich wieder langsam.
Es folgte noch eine kurze Unterhaltung mit einem Mann, der tief vom Glauben erfüllt schien. Die Art wie er recht bedächtig sprach und die tiefe Verbundenheit, die er trotz dessen, das er kein Menekaner war, zu der Schöpferin zu haben glaubte, waren sehr beeindruckend. Selten waren solche Menschen geworden. Zumeist den Kindern Eluives angetan stritten sie gegeneinander und beachteten Eluive nicht, wo sie doch mit soviel Überfluss bedacht wurden. Auch ein Elf und die Bürgermeisterin Bajard konnte er kurz sprechen, doch dann kamen ihm wieder die Sorgen und Aufgaben in der Heimat in den Sinn. So sehr er die kurze Ruhe genoß, die er hier erfahren konnte, es musste weitergehen. Das Volk musste vor dem Untergang bewahrt werden.
Immer weiter trippelten seine Finger ungeduldig auf dem Schreibtisch. Die beiden Wachen, die nun ständig mit hier unten standen waren vermutlich schon recht entnervt. Alle Stunde schickte er einen der Beiden zu den Quatieren der Stadtwache, um zu erfahren, ob die zwei Trupps die angegebenen Orte inspiziert hätten, ein bewohnbarer Unterschlupf gefunden werden könnte. Er blickte auf die Uhr vor sich an der Wand. Gleich war es wieder soweit. Kurz musterte er die Beiden. Einer würde wieder losmüssen und der Rest war warten.
-
Kamahir Bashir
Es erinnerte ihn an früher; einsam saß er in der Salzmine.
Die unwirtlichen Bedingungen draußen hatten ihn hinein getrieben
und verschafften ihm so eine Menge Zeit zum Nachdenken.
Obwohl es soviele Dinge gab, über die er sich hätte Sorgen machen können,
beispielsweise wie lange seine mit hinein gebrachten Vorräte noch reichen würden,
hatte er stets nur sie im Kopf, Aalina.
Ihre langen schwarzen Haare, ihre ozeanblauen Augen und auch ihr Körper hielten ihn völlig im Bann.
Längst hatte er ein Portrait von ihr angefertigt, gezeichnet so wie er sie in Gedanken hatte.
Neben seinen Vorräten war es das einzige, das er außer seiner Kleidung mit hinein nahm.
Auch wenn er ihr Bild stets vor Augen hatte, war sein Blick stets auf jenes Portrait gerichtet,
das seine Hände festumklammerten. Es würde ihm helfen, die Zeit zu überdauern.
Die unwirtlichen Bedingungen draußen hatten ihn hinein getrieben
und verschafften ihm so eine Menge Zeit zum Nachdenken.
Obwohl es soviele Dinge gab, über die er sich hätte Sorgen machen können,
beispielsweise wie lange seine mit hinein gebrachten Vorräte noch reichen würden,
hatte er stets nur sie im Kopf, Aalina.
Ihre langen schwarzen Haare, ihre ozeanblauen Augen und auch ihr Körper hielten ihn völlig im Bann.
Längst hatte er ein Portrait von ihr angefertigt, gezeichnet so wie er sie in Gedanken hatte.
Neben seinen Vorräten war es das einzige, das er außer seiner Kleidung mit hinein nahm.
Auch wenn er ihr Bild stets vor Augen hatte, war sein Blick stets auf jenes Portrait gerichtet,
das seine Hände festumklammerten. Es würde ihm helfen, die Zeit zu überdauern.
-
Aalina Yazir
Der Weg zur Bank war mühsam, doch musste sie raus aus dem Turm. Die Mauern schienen sie zu erdrücken. In ihren Gedanken hing sie so an Raakin, wo war er nur? Hoffentlich war ihm nichts geschehen. Doch würde ihr Herz nicht spüren, wenn etwas mit ihm wäre? Sicherlich. Und ihr Herz klopfte ruhig, nur manchmal hebt es seinen Schlag zu einem rasenden Toben, wenn abermals ein Knacken durch die Mauern zog und ein tiefer Riss sich durch die Mauern arbeitete. Aber ihr Herz schlug ruhig an der frischen Luft. Die Sandkörner erschwerten zwar das Atmen, doch presste sie ihren Schleier enger an ihre Lippen. Schwerfällig wirkten ihre Spuren durch den Sand, gehalten von dem Wind, der sie wieder in ihr Haus treiben wollte.
Wie froh sie war, als sie endlich den Basar unmittelbar vor sich sah, konnte sie gar nicht beschreiben. Hastig drückte sie sich die Treppen hinauf und öffnete die Tür zur Bank. "Salam Liebes!" Aalina sah auf. Raakin? Er war es. Er stand vor ihr. Oh bei Eluive, wie lange hatte sie ihn nicht mehr gesehen? Am liebsten wäre sie ihm um den Hals gefallen, aber sie schien besonnen. Nicht in der jetzigen Zeit des Unmutes. Sie sah ihn an. Sie war so fassungslos und da wurde ihr bewusst, dass sie ihn eigentlich schon tot gesehen hatte. Doch er lebte, er stand vor ihr. Sie war so froh, dass ihr Liebster heil auf war. "Ich werde jagen gehen, geleitest du mich? Ich möchte mich auch ein wenig umsehen..." Er wollte jagen gehen. War es seine Art mit den Dingen umzugehen? Aber Aalina sagte zu. Ein wenig Bewegung konnte nicht schaden und sie musste in Form bleiben, sollte der Sturm noch stärker zunehmen.
Sichtlich geschafft nach der langen Jagd sank Aalina auf die Stufen hinab. "Du bist es nicht mehr gewohnt ... " Die Worte Raakins munterten sie ein wenig auf. Sie war es wirklich nicht mehr gewohnt so lange und ausgiebig unterwegs zu sein. Doch schien die Umgebung einfach depremierend auf sie zu wirken. Tief in Gedanken saß sie da, sah vor sich hin. "Aalina?" Sie sah auf. Sie hatte total abgeschalten, um sich herum nichts mehr realisiert. "Ja, was?" Er sah sie an, kniete sich zu ihr und griff nach ihren Händen. "Ich hab eine Überraschung für dich!"
- Eine Überraschung? Für sie? Was konnte das nur sein? Sie folgte ihm durch die Wüste zum Turm. Dort angekommen drückte er ihr ein paar Lederrucksäcke in die Hand. Fragend sah sie ihn an. "Na los, pack Kleidung zusammen, soviel wie du benötigst. Auch Kleidung, die dich wärmt! Und vergess die Waffen nicht, sollte es uns einmal nach einer Jagd sein!" Er grinste sie an. Aalina sah ihn nur noch verwirrter an. "Was bei Eluive..?!"
- "Wir holen unsere Hochzeitsreise nach!"
Hochzeitsreise? Jetzt? In dieser Zeit? Aber Raakin ließ sich nicht beirren. Wenn sie ihn suchen würden, würden sie ihn finden, auch fernab Menek'Urs. Aalina war glücklich ... sie war froh, endlich die Zweisamkeit mit Raakin genießen zu können. "Und.. wann?"
- "Gedulde dich, Anfang der nächsten Woche werden wir uns auf das Schiff begeben!"
Und für den Moment war sie einfach nur glücklich. So glücklich, dass sie fast die mildere Umgebung vergessen hätte ...
Wie froh sie war, als sie endlich den Basar unmittelbar vor sich sah, konnte sie gar nicht beschreiben. Hastig drückte sie sich die Treppen hinauf und öffnete die Tür zur Bank. "Salam Liebes!" Aalina sah auf. Raakin? Er war es. Er stand vor ihr. Oh bei Eluive, wie lange hatte sie ihn nicht mehr gesehen? Am liebsten wäre sie ihm um den Hals gefallen, aber sie schien besonnen. Nicht in der jetzigen Zeit des Unmutes. Sie sah ihn an. Sie war so fassungslos und da wurde ihr bewusst, dass sie ihn eigentlich schon tot gesehen hatte. Doch er lebte, er stand vor ihr. Sie war so froh, dass ihr Liebster heil auf war. "Ich werde jagen gehen, geleitest du mich? Ich möchte mich auch ein wenig umsehen..." Er wollte jagen gehen. War es seine Art mit den Dingen umzugehen? Aber Aalina sagte zu. Ein wenig Bewegung konnte nicht schaden und sie musste in Form bleiben, sollte der Sturm noch stärker zunehmen.
Sichtlich geschafft nach der langen Jagd sank Aalina auf die Stufen hinab. "Du bist es nicht mehr gewohnt ... " Die Worte Raakins munterten sie ein wenig auf. Sie war es wirklich nicht mehr gewohnt so lange und ausgiebig unterwegs zu sein. Doch schien die Umgebung einfach depremierend auf sie zu wirken. Tief in Gedanken saß sie da, sah vor sich hin. "Aalina?" Sie sah auf. Sie hatte total abgeschalten, um sich herum nichts mehr realisiert. "Ja, was?" Er sah sie an, kniete sich zu ihr und griff nach ihren Händen. "Ich hab eine Überraschung für dich!"
- Eine Überraschung? Für sie? Was konnte das nur sein? Sie folgte ihm durch die Wüste zum Turm. Dort angekommen drückte er ihr ein paar Lederrucksäcke in die Hand. Fragend sah sie ihn an. "Na los, pack Kleidung zusammen, soviel wie du benötigst. Auch Kleidung, die dich wärmt! Und vergess die Waffen nicht, sollte es uns einmal nach einer Jagd sein!" Er grinste sie an. Aalina sah ihn nur noch verwirrter an. "Was bei Eluive..?!"
- "Wir holen unsere Hochzeitsreise nach!"
Hochzeitsreise? Jetzt? In dieser Zeit? Aber Raakin ließ sich nicht beirren. Wenn sie ihn suchen würden, würden sie ihn finden, auch fernab Menek'Urs. Aalina war glücklich ... sie war froh, endlich die Zweisamkeit mit Raakin genießen zu können. "Und.. wann?"
- "Gedulde dich, Anfang der nächsten Woche werden wir uns auf das Schiff begeben!"
Und für den Moment war sie einfach nur glücklich. So glücklich, dass sie fast die mildere Umgebung vergessen hätte ...
-
Ismaael Masari
Sand im Mund. Die feinen Körner hatten sich beim tiefen Einatmen durch den Mund durch seine Zähne gefressen und es sich auf seiner Zunge gemütlich gemacht. Was für ein ekelhaftes Gefühl, was er jetzt fast täglich hatte. Er war es inzwischen wirklich leid seine tägliche Mahlzeit zusammen mit Sand zu verfeinern - natürlich unfreiwillig. Irgendwo war es doch früher so einfach Luft und Sand auseinander zu halten. Aber die letzten Tage vermischte sich beides immer mehr zu Einem.
Bald wusste er auch nicht mehr, wo er sicherer war. Die Mauern der Stadt zeigten Risse, draußen tobte der Sandsturm. Die letzten Tage hatte er sich einfach an die Stadtmauer geschmiegt, den Kopf zu dieser zugewandt und es war gut so. Ab und an kam ihm der Gedanke an Hadiya. Wie es ihr wohl gerade ging, vor allem aber, ob es ihr gut ging. Er hatte seine Aufgaben und die waren momentan sehr wichtig. Er half dabei Sachen herumzuschleppen, weggelaufene Nutztiere zusammenzusuchen und vieles mehr, was auf ihn zukam. Langsam verlor er auch die Motivation weiterzumachen. Am liebsten hätte er sich verkrümelt, alles hinter sich gelassen. Aber er war kein Mann, der vor etwas oder jemandem flieht. Manche nannten das vielleicht dumm, aber Ismaael hatte schon immer eine andere Einstellung dazu. Vielleicht mochte ihn Hadiya gerade deswegen so sehr - gerade deswegen...
Die meisten Gedanken, die ihn jetzt unnötig beschäftigten versuchte er auf vielerlei Art zu unterdrücken, oder ignorieren. Aber jeden Abend, vor dem Einschlafen, dachte er an die hübsche Tochter der Yazir. Sie war so traumhaft und gar nicht leicht zu verstehen. Sie war eine anspruchsvolle Herausforderung, die es zu zähmen und bewältigen gab. Es lohnte sich aber, es lohnte sich wirklich.
Wieder ein Knirschen, als ob sich Steine verschieben würden. Sand brökelte von der Wand herunter, benetzte kurz seine Wange, piekste ihn hier und dort. Ismaael zog sein Mundtuch enger, schob das Kopftoch tiefer über die Augenhöhlen, bis dann nur ein kleiner Schlitz freiblieb. Er musste weiterarbeiten. Bot seine Hilfe überall an, wo sie nötig war.
Wobei doch sein Kopf ständig woanders war.
Bald wusste er auch nicht mehr, wo er sicherer war. Die Mauern der Stadt zeigten Risse, draußen tobte der Sandsturm. Die letzten Tage hatte er sich einfach an die Stadtmauer geschmiegt, den Kopf zu dieser zugewandt und es war gut so. Ab und an kam ihm der Gedanke an Hadiya. Wie es ihr wohl gerade ging, vor allem aber, ob es ihr gut ging. Er hatte seine Aufgaben und die waren momentan sehr wichtig. Er half dabei Sachen herumzuschleppen, weggelaufene Nutztiere zusammenzusuchen und vieles mehr, was auf ihn zukam. Langsam verlor er auch die Motivation weiterzumachen. Am liebsten hätte er sich verkrümelt, alles hinter sich gelassen. Aber er war kein Mann, der vor etwas oder jemandem flieht. Manche nannten das vielleicht dumm, aber Ismaael hatte schon immer eine andere Einstellung dazu. Vielleicht mochte ihn Hadiya gerade deswegen so sehr - gerade deswegen...
Die meisten Gedanken, die ihn jetzt unnötig beschäftigten versuchte er auf vielerlei Art zu unterdrücken, oder ignorieren. Aber jeden Abend, vor dem Einschlafen, dachte er an die hübsche Tochter der Yazir. Sie war so traumhaft und gar nicht leicht zu verstehen. Sie war eine anspruchsvolle Herausforderung, die es zu zähmen und bewältigen gab. Es lohnte sich aber, es lohnte sich wirklich.
Wieder ein Knirschen, als ob sich Steine verschieben würden. Sand brökelte von der Wand herunter, benetzte kurz seine Wange, piekste ihn hier und dort. Ismaael zog sein Mundtuch enger, schob das Kopftoch tiefer über die Augenhöhlen, bis dann nur ein kleiner Schlitz freiblieb. Er musste weiterarbeiten. Bot seine Hilfe überall an, wo sie nötig war.
Wobei doch sein Kopf ständig woanders war.
-
Raakin Yazir
Raakin war bei den ersten Anzeichen von unnatürlichkeiten ausgezogen und hatte sich lange in der wüste umgesehen. Er Stand einige Kilometer Südlich von der Oase entfernt, soweit das er gerade noch ihre Umrisse im Bebenden Schleier Von Luftiger Hitze am Horizont erkennen konnte, und harrte Regungslos und beobachtend aus.
Er versuchte mit seiner von Eluive geschenkten Gabe durch die Wüste zu blicken, mehr als seine Augen es vermochten, doch erkannte er in jedem Bröselnden Sandstein, in jedem Wirbel aus Sand und Wind nichts als unnatürliche Kräfte. Die Elemente hatten heirmit zwar entfernt etwas zu tun... wie sollte es auch anders sein, jedoch waren diese Vorgänge nicht mehr von Eluives Vorsehung geprägt. Es schien ihm das sich das Lied selbst in dieser Veränderung veränderte.
Und während er noch Stundenlang so da stand und sich kaum rührte und in die Hitze der Nacht und des Tages hineinfühlte, so umschlang ihn immer mehr ein Gefühl der Besorgnis. Würde seine geliebte Heimatstadt dies überstehen können? Er bezweifelte es. Es werden Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen die Umfassend alle Kinder der Stadt schützen sollten.
Er versuchte mit seiner von Eluive geschenkten Gabe durch die Wüste zu blicken, mehr als seine Augen es vermochten, doch erkannte er in jedem Bröselnden Sandstein, in jedem Wirbel aus Sand und Wind nichts als unnatürliche Kräfte. Die Elemente hatten heirmit zwar entfernt etwas zu tun... wie sollte es auch anders sein, jedoch waren diese Vorgänge nicht mehr von Eluives Vorsehung geprägt. Es schien ihm das sich das Lied selbst in dieser Veränderung veränderte.
Und während er noch Stundenlang so da stand und sich kaum rührte und in die Hitze der Nacht und des Tages hineinfühlte, so umschlang ihn immer mehr ein Gefühl der Besorgnis. Würde seine geliebte Heimatstadt dies überstehen können? Er bezweifelte es. Es werden Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen die Umfassend alle Kinder der Stadt schützen sollten.
-
Sharie Ifrey
Die Sandstürme wurden immer heftiger, gar aufdringlich, Tag für Tag wurde es schlimmer. Die Fassade ihres Hauses begann schon seid ein paar Tagen zu bröckeln, und nun war es schon so weit, dass das ganze immer bedrohlicher wurde. Das Wasserbecken was sich einst auf dem Dach befand, enthielt schon lange kein Wasser mehr, denn es hatte den Platz mit dem Sand getauscht. Bei jedem öffnen und schließen knarzte die Holztür mehr unter dem ganzen Sand. Der einzigste Ort der von dem ganzen gefreit war, war ihr Keller. Doch jener ließ sich auch bald nicht mehr aufsuchen, wenn die Sandmassen den Eingang verschütteten.
Selbst der Schleier in ihrem Gesicht der sich eng an die Haut schmiegte, vermochte kaum noch den Sand von ihrem Mund abzuhalten, wenn mal wieder einer dieser Wirbel an ihr vorbei zog, und sich fast Kreatur ähnlich neben ihr manifestierte, so als wolle er sie anspringen. Wäre in diesem Moment nicht Kemail gewesen, der schützend den Umhang um sie warf, so hätte sie erneut den körnigen Geschmack des Sandes auf ihrer Zunge gespürt. Was war das nur? Spielten die Augen ihr dabei nur einen Streich, oder hatte Eluive wirklich ihre Hand im Spiel, um ihr etwas zu zeigen?
Das Training mit Kemail und Ra’ed, der sich nach Tagen des verschwunden seins auch endlich mal eingefunden hatte auf dem Übungsplatz, so daß Kemail nun einen Trainingspartner hatte und nicht immer mit ihr alleine trainieren mußte, verlief soweit gut. Das Wind-Sand Gemisch war zwar störend, aber noch nicht so schlimm als hätte man das Training abbrechen müssen. Doch würde es so weiter gehen, würde das auch bald Geschehen müssen. Wenn die zwei trainierenden wieder von einem dieser Sandwirbel überfallen werden würden der peitschend über sie ein fiel. Sharie, die Lehrmeisterin der beiden, wägte die Situation ab. Würden die Tage immer öfters solch tosende Sandwirbel an der Arena vorbei ziehen, blieb keine andere Wahl, doch bis dahin würde sie ihre Schüler weiter in der Menekanischen Kampfkunst lehren.
Selbst der Schleier in ihrem Gesicht der sich eng an die Haut schmiegte, vermochte kaum noch den Sand von ihrem Mund abzuhalten, wenn mal wieder einer dieser Wirbel an ihr vorbei zog, und sich fast Kreatur ähnlich neben ihr manifestierte, so als wolle er sie anspringen. Wäre in diesem Moment nicht Kemail gewesen, der schützend den Umhang um sie warf, so hätte sie erneut den körnigen Geschmack des Sandes auf ihrer Zunge gespürt. Was war das nur? Spielten die Augen ihr dabei nur einen Streich, oder hatte Eluive wirklich ihre Hand im Spiel, um ihr etwas zu zeigen?
Das Training mit Kemail und Ra’ed, der sich nach Tagen des verschwunden seins auch endlich mal eingefunden hatte auf dem Übungsplatz, so daß Kemail nun einen Trainingspartner hatte und nicht immer mit ihr alleine trainieren mußte, verlief soweit gut. Das Wind-Sand Gemisch war zwar störend, aber noch nicht so schlimm als hätte man das Training abbrechen müssen. Doch würde es so weiter gehen, würde das auch bald Geschehen müssen. Wenn die zwei trainierenden wieder von einem dieser Sandwirbel überfallen werden würden der peitschend über sie ein fiel. Sharie, die Lehrmeisterin der beiden, wägte die Situation ab. Würden die Tage immer öfters solch tosende Sandwirbel an der Arena vorbei ziehen, blieb keine andere Wahl, doch bis dahin würde sie ihre Schüler weiter in der Menekanischen Kampfkunst lehren.
-
Der Erzähler
Der Sand erhebt sich unter den sengenden Strahlen der Sonne.. gleich auftürmenden Wellen des Meeres. Denn sind sie nicht gleich, die Wellen aus Wasser und die Wellen aus Sand der Wüstendünen, die mal hierhin und mal dorthin wandern, getrieben vom sonst milderen Wind?
Nunmehr ungebremst fegt er durch Teile der Wüste, nimmt die Stadt vollends ein, drückt gegen Mauern und Häuserwände, die ihm nun nicht mehr stand halten können.
So rieselt feiner Sand aus den Steinen, welche die Häuser bildeten und kleine, wie größere Brocken finden keinen Halt mehr, brechen aus den Wänden heraus.
Wind uns Sand machen keinen halt an der Küste.. am Hafen.
Die Masten des Schiffes, welches vor Anker liegt, haben sich dem Sturm ergeben müssen, nachdem die Segel bereits als unbrauchbare Fetzen von den Takelagen hängen.
Nur allzu deutlich die Schlagseite des stolzen Handelsschiffes, Küsten abgewandt.
Schiffe, die sich der Küste Menekurs nähern, drehen bei und nehmen Kurs auf Lameriast ohne Zwischenhalt.
Die stützenden Balken vor der Salzmine sind gebrochen und Sand fegt unaufhörlich auf den Eingang zu, stetig wachsend... der Zugang zum Ahnengrab verschüttet. Wohl würde es Tage dauern, ihn frei zu schaufeln, so der Wind endlich nachlassen würde.
Einige murmeln, eher zu sich selbst, der Sand nehme Formen an.. ein Streich der vom Sand verklebten Augen?
Nunmehr ungebremst fegt er durch Teile der Wüste, nimmt die Stadt vollends ein, drückt gegen Mauern und Häuserwände, die ihm nun nicht mehr stand halten können.
So rieselt feiner Sand aus den Steinen, welche die Häuser bildeten und kleine, wie größere Brocken finden keinen Halt mehr, brechen aus den Wänden heraus.
Wind uns Sand machen keinen halt an der Küste.. am Hafen.
Die Masten des Schiffes, welches vor Anker liegt, haben sich dem Sturm ergeben müssen, nachdem die Segel bereits als unbrauchbare Fetzen von den Takelagen hängen.
Nur allzu deutlich die Schlagseite des stolzen Handelsschiffes, Küsten abgewandt.
Schiffe, die sich der Küste Menekurs nähern, drehen bei und nehmen Kurs auf Lameriast ohne Zwischenhalt.
Die stützenden Balken vor der Salzmine sind gebrochen und Sand fegt unaufhörlich auf den Eingang zu, stetig wachsend... der Zugang zum Ahnengrab verschüttet. Wohl würde es Tage dauern, ihn frei zu schaufeln, so der Wind endlich nachlassen würde.
Einige murmeln, eher zu sich selbst, der Sand nehme Formen an.. ein Streich der vom Sand verklebten Augen?
-
Saheeb Masari
Ohne sich auch nur einen Moment der Ruhe zu gönnen, der übernötig war, suchte und fahndete Saheeb regelrecht nach seiner Familie und nach der jungen Frau, die sein Herz zu erobern im Stande gewesen war. In der Stadt war sie - nein, warEN sie - nicht zu finden, keiner der Wachleute hatte sie gesehen, in keinem Haus schienen sie sich verborgen zu haben. Wo bei Eluives großer Gnade konnten sie sein?
Es blieb nur das freie Feld. Die Wüste. Die Heimat der Wüstenkinder und die tödlichste Einöde, die es gab. Konnten sie dort sein? Vielleicht war Charis vom Sand überrascht worden, so wie er, als er vor wenigen Tagen noch mit großem Glück den Beginn des Unwetters überlebt hatte. Er würde sie suchen, und wenn es das letzte war, was er in seinem Leben zu tun vermochte. Mit wehendem Umhang und verschleiertem Gesicht trat er alleine in die Wüste hinaus.
Es war eien Kraftanstrengung, sich nun durch die Sandmassen zu kämpfen. Woge um Woge mit winzigen, stechenden Körnchen prasselte auf ihn nieder und nur schwer kam er voran. Einige Male knickte er regelrecht ein, musste kurz pausieren, um wieder Kräfte zu gewinnen. Und die ganze Zeit über blieb ihm nichts, als die Augen zusammen zu kneifen und mit lauter Stimme den Sturm zu übertönen.
"CHARIS!"
Stimmlos und ungehört verhallten die Rufe im einsamen Meer aus Sand und Wind.
Mutlos und entkräftet floh Saheeb schließlich an den Ort, der ihm wirklich Heimat und Zuhause war - die Salzmine, der Ort, an dem Eluive ihre Tränen vergossen hatte. Dort, am Berge Cantar, ruhte seine letzte Hoffnung - vielleicht hatte sie es dorthin geschafft, auch wenn er die letzten Tage ständig dort nach jemandem gesehen hatte. Er stand gerade halb im Dunklen der Mine, als die Wachmänner vor dem Eingang zu rufen begannen. Eine gewaltige Woge aus Sand brach über den Berg herein und mit einem Aufschrei rettete sich Saheeb in die hinteren Gefilde der Mine.
Tosend krachten Steinbrocken vor den Eingang, die Holzbalken des Einganges ragten gesplittert und zerstört dazwischen, durch die letzten Ritzen drang der tobende Sand in die Mine. Es war dunkel. Und still.
Es blieb nur das freie Feld. Die Wüste. Die Heimat der Wüstenkinder und die tödlichste Einöde, die es gab. Konnten sie dort sein? Vielleicht war Charis vom Sand überrascht worden, so wie er, als er vor wenigen Tagen noch mit großem Glück den Beginn des Unwetters überlebt hatte. Er würde sie suchen, und wenn es das letzte war, was er in seinem Leben zu tun vermochte. Mit wehendem Umhang und verschleiertem Gesicht trat er alleine in die Wüste hinaus.
Es war eien Kraftanstrengung, sich nun durch die Sandmassen zu kämpfen. Woge um Woge mit winzigen, stechenden Körnchen prasselte auf ihn nieder und nur schwer kam er voran. Einige Male knickte er regelrecht ein, musste kurz pausieren, um wieder Kräfte zu gewinnen. Und die ganze Zeit über blieb ihm nichts, als die Augen zusammen zu kneifen und mit lauter Stimme den Sturm zu übertönen.
"CHARIS!"
Stimmlos und ungehört verhallten die Rufe im einsamen Meer aus Sand und Wind.
Mutlos und entkräftet floh Saheeb schließlich an den Ort, der ihm wirklich Heimat und Zuhause war - die Salzmine, der Ort, an dem Eluive ihre Tränen vergossen hatte. Dort, am Berge Cantar, ruhte seine letzte Hoffnung - vielleicht hatte sie es dorthin geschafft, auch wenn er die letzten Tage ständig dort nach jemandem gesehen hatte. Er stand gerade halb im Dunklen der Mine, als die Wachmänner vor dem Eingang zu rufen begannen. Eine gewaltige Woge aus Sand brach über den Berg herein und mit einem Aufschrei rettete sich Saheeb in die hinteren Gefilde der Mine.
Tosend krachten Steinbrocken vor den Eingang, die Holzbalken des Einganges ragten gesplittert und zerstört dazwischen, durch die letzten Ritzen drang der tobende Sand in die Mine. Es war dunkel. Und still.
-
Fadi Yazir
Beschwerlich war er gewesen, der Marsch durch die Wüste. Nicht nur der Sturm, der die unsägliche Hitze und Unmengen an Sand mit sich führte, sondern ganz unerwartete Ereignisse erschwerten die Reise zur Oase. Sahlim wurde am Tor einer anderen Reisegruppe zugewiesen. Dieser fehlte es noch an jungen kräftigen Männern, so dass er dort mit dafür sorgen sollte, dass diese die strapaziöse Reise überstehen würde. So machte sich Fadi zusammen mit Faaris, Hakan, Zaina und Hadiya auf, als Amira noch zu ihnen stieß.
Gerade als sie losziehen wollten, fuhr ein kräftiger Sandwirbel durch den recht engen Eingang der Stadt, der diesen mit Sand füllte und die Gruppe auseinandertrieb. Und dann geschah etwas, was ihn kurzzeitig völlig von allen Gedanken losriss. Kein Gedanke mehr, an die bevorstehende Reise, die Räumung und der nahende Untergang der Stadt oder die verschüttete Mine. Der inmitten des Ganges tanzende Sandwirbel schien den Sand um sich herum aufzunehmen. Den in der Luft umhertreibenden Sand sog es auf, wie die Wüste einen Tropfen Wasser, so dass die Luft zwischen ihnen schlagartig aufklarte. Der Wirbel wurde immer dunkler, bis er den Erdwesen zu gleichen schien, die er selbst herbei zu rufen im Stande war.
Neugierig näherte er sich dem Gebilde und betrachtete es einen Moment fasziniert. Dann brach es unter einem ohrenbetäubendem Knacken einen Brocken Sandstein aus der Eingangspassage und schien diesen zu verschlingen. Ungläubig sah er dem Treiben zu, bevor er die Augen schloss und versuchte sich auf das Lied zu konzentrieren und das Wesen darin zu erspühren, um diesem zu gebieten. Doch so sehr er versuchte sich zu konzentrieren, es war ihm nicht möglich es im Lied Eluives zu erspüren, als wenn es nicht da war oder Eluive selbst nicht wollte, dass es ihm möglich war es zu erreichen.
Nach einigem Hin und Her konnten sich die Anderen an dem Wesen vorbeizwängen und sie verließen den Eingang gen Basar. Eilig rafften sie noch zusammen was man dort bekommen konnte. Ein bisschen Brot, Wasser, Kaktusschnaps, Matten und was noch an Vorräten vorhanden war, als laute Rufe aus dem Geschäft der Juwelierin drangen. Die Händlerin, die die abziehenden Massen sah schien stark beunruhigt. Schnell gingen Faaris und Hakan durch die Stände des Basars und schloßen ihn wie ihnen geheißen war. Wenn die Menekaner die Stadt aufgeben mussten, so waren auch sie an der Stelle von keinem weiteren Nutzen und sollten zu ihren Familien zurückkehren.
Als sie gerade im Begriff waren den Basar zu verlassen formierte sich auch dort wieder eines dieser Wesen, welches die Mauern zerbarste und einen Gesteinsbrocken in Richtung der Gruppe schleuderte. Ein Aufschrei war zu vernehmen. Amira wurde von dem Brocken getroffen und musste schleunigst hinausgetragen werden, bevor noch das Wesen selbst sie erreichen konnte. Mit schmerzverzerrtem Gesicht rang sie sich stolz ein Lächeln ab. Doch es war offensichtlich, dass sie so den weiten Weg nicht allein zurücklegen würde. Während Fadi Hadiya und Zaina mit sich führte, nahm Faaris Amira auf und begann sie zu tragen.
Der beschwerliche Weg durch Wüste und Sturm war unter keinem guten Zeichen gestartet. Der Marsch zog sich fast endlos und einige Male mussten sie Halt machen, bevor sie ihren Weg wieder aufnehmen konnten. Hakan lief ein Stück vorraus, er sollte den Weg gen der Oase weisen, hinter ihm Faaris mit Amira und zuletzt Hadiya und Zaina mit ihm selbst. Immer wieder schaute er nach den beiden. Alle waren von der Anstrengung gezeichnet, doch auch die Sorge um ihre Familie und Freunde sowie der unglaubliche Gedanke, das stolze und prächtige Menek'Ur verlassen zu müssen, waren auf ihren Gesichtern unverkennbar.
Erschöpft kamen sie an der Oase an. Der Sturm wütete hier tatsächlich weniger heftig, so dass es zwar auch hier stärkere Winde gab, jene doch im Vergleich zum Sturm der letzten Tage recht milde ausfielen. Wieder ergab sich Unerwartetes, doch diesmal eine eher angenehme Überraschung. Sahar und Khalida waren mit einer Karawane gen der Oase gereist, um ihren Zustand zu prüfen. Als sie dort auf die Beiden stießen, hatten diese bereits einen Windfang und einige Matten hergerichtet. Sie würden sich hier nun einrichten müssen für einige Zeit und so begann man zusammen zu tragen, was an Proviant vorhanden war.
Hiernach schickte er Hakan und Hadiya aus, Steine herbei zu schaffen. Schnell war ein kleines Feuer gemacht und mit den gesammelten Steinen konnte eine Feuerstelle errichtet werden, um die sich die Gruppe scharren konnte. Sie sanken entkräftet und gezeichnet auf den Matten um das Feuer nieder und man reichte sich Schläuche mit Kaktusschnaps. Kaum ein hörbares Wort wechselten sie miteinander. Hier und da ein kurzes leises Gespräch, was mehr geflüstert denn gesprochen wurde. Sahar nahm ihre Laute und spielte einige Lieder aus dem althergebrachten menekanischen Liedgut. So saßen sie um das Feuer, welches sich in den Gesichtern spiegelte, während sie in die Flammen blickten und Sahars Gesang lauschten, der in all seiner Traurigkeit etwas wie eine leise Hoffnung zu verbreiten schien.
Die Stimmung hatte etwas Eigenartiges. Da war Ernüchterung darüber, dass man die prächtige Stadt den wütenden Naturgewalten preisgeben musste. Die Sorge, um all jene die man kannte und die nicht, man hoffte nur noch nicht, um das Feuer versammelt waren. Etwas Ungewißheit, was die kommenden Tage bringen würden, wer noch den Weg durch die Wüste schaffen würde und die lichten Reihen füllen würde. Aber es gab auch Erleichterung. Erleichterung, nicht mehr das ständige Knirschen und Knacken zu hören. Nicht mehr darüber nachdenken zu müssen, ob gleich der Moment gekommen war, das einen das geliebte Haus unter sich begraben würde. Und selbst ein wenig Freude. Freude darüber, dass diejenigen, die es hierher geschafft hatten da waren. Kurz blickte er reihum. Er war froh, über jedes Gesicht, was er hier erblicken konnte und das er in Sicherheit wusste und bei manchen reichte froh nicht, um auszudrücken wie erleichtert er war sie um sich zu wissen.
Frühzeitig legten sie sich nieder zum Schlafen. Auch wenn ungewiß war, wieviele es noch schaffen würden und was noch alles passieren würde. Es würde viel zu tun geben. Das Lager müsste augebaut werden. Sie bräuchten mehr Matten und mehr als nur einen Windfang. Die nächsten Tage würden Arbeit bedeuten. Bevor er die Augen schloß, blickte er auf die Matte die rechts von ihm lag. Sie lag da, eingehüllt in seinen Mantel. Nachdem sie noch einige leise Worte wechselten, konnte er die Augen schließen und seinen Schlaf finden.
Gerade als sie losziehen wollten, fuhr ein kräftiger Sandwirbel durch den recht engen Eingang der Stadt, der diesen mit Sand füllte und die Gruppe auseinandertrieb. Und dann geschah etwas, was ihn kurzzeitig völlig von allen Gedanken losriss. Kein Gedanke mehr, an die bevorstehende Reise, die Räumung und der nahende Untergang der Stadt oder die verschüttete Mine. Der inmitten des Ganges tanzende Sandwirbel schien den Sand um sich herum aufzunehmen. Den in der Luft umhertreibenden Sand sog es auf, wie die Wüste einen Tropfen Wasser, so dass die Luft zwischen ihnen schlagartig aufklarte. Der Wirbel wurde immer dunkler, bis er den Erdwesen zu gleichen schien, die er selbst herbei zu rufen im Stande war.
Neugierig näherte er sich dem Gebilde und betrachtete es einen Moment fasziniert. Dann brach es unter einem ohrenbetäubendem Knacken einen Brocken Sandstein aus der Eingangspassage und schien diesen zu verschlingen. Ungläubig sah er dem Treiben zu, bevor er die Augen schloss und versuchte sich auf das Lied zu konzentrieren und das Wesen darin zu erspühren, um diesem zu gebieten. Doch so sehr er versuchte sich zu konzentrieren, es war ihm nicht möglich es im Lied Eluives zu erspüren, als wenn es nicht da war oder Eluive selbst nicht wollte, dass es ihm möglich war es zu erreichen.
Nach einigem Hin und Her konnten sich die Anderen an dem Wesen vorbeizwängen und sie verließen den Eingang gen Basar. Eilig rafften sie noch zusammen was man dort bekommen konnte. Ein bisschen Brot, Wasser, Kaktusschnaps, Matten und was noch an Vorräten vorhanden war, als laute Rufe aus dem Geschäft der Juwelierin drangen. Die Händlerin, die die abziehenden Massen sah schien stark beunruhigt. Schnell gingen Faaris und Hakan durch die Stände des Basars und schloßen ihn wie ihnen geheißen war. Wenn die Menekaner die Stadt aufgeben mussten, so waren auch sie an der Stelle von keinem weiteren Nutzen und sollten zu ihren Familien zurückkehren.
Als sie gerade im Begriff waren den Basar zu verlassen formierte sich auch dort wieder eines dieser Wesen, welches die Mauern zerbarste und einen Gesteinsbrocken in Richtung der Gruppe schleuderte. Ein Aufschrei war zu vernehmen. Amira wurde von dem Brocken getroffen und musste schleunigst hinausgetragen werden, bevor noch das Wesen selbst sie erreichen konnte. Mit schmerzverzerrtem Gesicht rang sie sich stolz ein Lächeln ab. Doch es war offensichtlich, dass sie so den weiten Weg nicht allein zurücklegen würde. Während Fadi Hadiya und Zaina mit sich führte, nahm Faaris Amira auf und begann sie zu tragen.
Der beschwerliche Weg durch Wüste und Sturm war unter keinem guten Zeichen gestartet. Der Marsch zog sich fast endlos und einige Male mussten sie Halt machen, bevor sie ihren Weg wieder aufnehmen konnten. Hakan lief ein Stück vorraus, er sollte den Weg gen der Oase weisen, hinter ihm Faaris mit Amira und zuletzt Hadiya und Zaina mit ihm selbst. Immer wieder schaute er nach den beiden. Alle waren von der Anstrengung gezeichnet, doch auch die Sorge um ihre Familie und Freunde sowie der unglaubliche Gedanke, das stolze und prächtige Menek'Ur verlassen zu müssen, waren auf ihren Gesichtern unverkennbar.
Erschöpft kamen sie an der Oase an. Der Sturm wütete hier tatsächlich weniger heftig, so dass es zwar auch hier stärkere Winde gab, jene doch im Vergleich zum Sturm der letzten Tage recht milde ausfielen. Wieder ergab sich Unerwartetes, doch diesmal eine eher angenehme Überraschung. Sahar und Khalida waren mit einer Karawane gen der Oase gereist, um ihren Zustand zu prüfen. Als sie dort auf die Beiden stießen, hatten diese bereits einen Windfang und einige Matten hergerichtet. Sie würden sich hier nun einrichten müssen für einige Zeit und so begann man zusammen zu tragen, was an Proviant vorhanden war.
Hiernach schickte er Hakan und Hadiya aus, Steine herbei zu schaffen. Schnell war ein kleines Feuer gemacht und mit den gesammelten Steinen konnte eine Feuerstelle errichtet werden, um die sich die Gruppe scharren konnte. Sie sanken entkräftet und gezeichnet auf den Matten um das Feuer nieder und man reichte sich Schläuche mit Kaktusschnaps. Kaum ein hörbares Wort wechselten sie miteinander. Hier und da ein kurzes leises Gespräch, was mehr geflüstert denn gesprochen wurde. Sahar nahm ihre Laute und spielte einige Lieder aus dem althergebrachten menekanischen Liedgut. So saßen sie um das Feuer, welches sich in den Gesichtern spiegelte, während sie in die Flammen blickten und Sahars Gesang lauschten, der in all seiner Traurigkeit etwas wie eine leise Hoffnung zu verbreiten schien.
Die Stimmung hatte etwas Eigenartiges. Da war Ernüchterung darüber, dass man die prächtige Stadt den wütenden Naturgewalten preisgeben musste. Die Sorge, um all jene die man kannte und die nicht, man hoffte nur noch nicht, um das Feuer versammelt waren. Etwas Ungewißheit, was die kommenden Tage bringen würden, wer noch den Weg durch die Wüste schaffen würde und die lichten Reihen füllen würde. Aber es gab auch Erleichterung. Erleichterung, nicht mehr das ständige Knirschen und Knacken zu hören. Nicht mehr darüber nachdenken zu müssen, ob gleich der Moment gekommen war, das einen das geliebte Haus unter sich begraben würde. Und selbst ein wenig Freude. Freude darüber, dass diejenigen, die es hierher geschafft hatten da waren. Kurz blickte er reihum. Er war froh, über jedes Gesicht, was er hier erblicken konnte und das er in Sicherheit wusste und bei manchen reichte froh nicht, um auszudrücken wie erleichtert er war sie um sich zu wissen.
Frühzeitig legten sie sich nieder zum Schlafen. Auch wenn ungewiß war, wieviele es noch schaffen würden und was noch alles passieren würde. Es würde viel zu tun geben. Das Lager müsste augebaut werden. Sie bräuchten mehr Matten und mehr als nur einen Windfang. Die nächsten Tage würden Arbeit bedeuten. Bevor er die Augen schloß, blickte er auf die Matte die rechts von ihm lag. Sie lag da, eingehüllt in seinen Mantel. Nachdem sie noch einige leise Worte wechselten, konnte er die Augen schließen und seinen Schlaf finden.
-
Zaina Masari
Kaum waren sie aus dem Keller draußen, konnte man sehen, was der Sturm bereits alles angerichtet hatte. Die Risse in den Häusern waren tiefer durchgezogen, die Wände waren teilweise schon recht zerstört und überall lag Sandsteingeröll auf den Straßen verteilt. Ein einziges Chaos herrschte über der Stadt, es war ein grauenvoller Anblick. Die aufkeimenden Sturmwirbel peitschten Zaina noch heftiger ins Gesicht, als zuvor, als sie auf dem Weg vom Salzberg zu Fadi war. Innerhalb kürzester Zeit hatte sich der Sturm über der Stadt und rund um den Hafen zu einem grauenvoll Bild gesammelt.
Die Gruppen wurden aufgeteilt, um dann den Weg zur Oase einschlagen zu können. Die Oase, windstiller sollte sie sein … kaum vorzustellen, wenn man die Ausmaße über der Stadt sah. Der Eingang des Salzberges sei laut Faaris Worten endgültig zusammengebrochen und verschüttet sein. War der Berg doch so stabil, allerdings versprach der Eingang in den heiligen Berg schon nichts gutes, als sie jenen noch begutachtete.
So machten sie sich auf den Weg, zusammen mit Faaris gingen sie die Gassen entlang, stiegen vorsichtig über das Geröll und versuchten sich im Wind zu halten, bis sie letztendlich an den Stadtmauern ankamen. Dort bot sich ein unglaubliches Bild. Am Eingang der Stadt bildete sich ein Sandwirbel von gewaltiger Größe, die Sandkörner flogen nur so durch die Gegend, man konnte kaum noch sehen, was vor einem war, bis sich jene zu einer Art Wesen zusammenzogen. Ein für Zaina seltsamer Anblick, sie glaubte ihren Augen kaum, als sie jenes Wesen, was es zu sein schien, ansah. Ängstlich drückte sie sich an die Stadtmauern, sie wollte nur noch hier raus, ebenso wie auch Hadiya, die es ihr gleich tat. Sie versuchte mit mühsamen Schritten sich an der Wand entlang zu drücken, irgendwie, nur um diesem Sandwirbel zu entkommen. Doch schien jener zu wittern, was sie vor hatten und dieses monströse Wesen aus Sand lies die Mauern bröckeln und einstürzen, gerade noch konnte Hadiya, Zaina darunter wegziehen, ehe die Sandsteine den Boden erreichten. Der Schreck saß tief in ihren Knochen und regelrechte Panik stieg in ihr hoch und sie klammerte sich an Hadiya fest, sie nicht mehr loslassend. Ebenso war auch bei Hadiya die Panik zu spüren. Wie gelähmt, starr vor Angst standen sie da und starrten auf die gebrochene Mauer und das Sandwesen. Jenes Wesen fand jeglichen Genuß daran, mit den Steinen um sich zu werfen, fast schien es so, wenn einen die Augen nicht täuschten. Das einzige was ihnen noch blieb war zu rennen, irgendwie da hindurch zu kommen. Zaina spürte nur noch einen Stoß im Rücken, der sie wohl dazu antrieb, da hindurch zu rennen … zusammen mit Hadiya an der Hand … und irgendwie gelang es ihnen, dem Sandwirbel unversehrt zu entfliehen, bis hin zum Basar … alles ging so schnell, es schien so unwirklich und doch war alles wahr.
Am Basar angelangt suchten sie eilig noch einige Vorräte zusammen, alles was eben noch zu erstehen waren. Wasser, Brot, uvm., um das Leben in der Oase einwenig erträglicher zu machen. Leise hörte man die Juweliersdame aus dem Laden rufen, sofern es die Klänge des Sturmes zuließen. Schnell wurde von Fadi veranlasst, dass die, die noch am Basar weilten die Gebäude schnellst möglichst zu verlassen haben. Faaris, Hakan eilten über den Basar, und riefen alle dazu auf, mit den Wachen den Weg zur Oase aufzusuchen. Krachen und Gepolter war in der Nähe des Basar´s zu hören. Ein Stampfen machte sich bemerkbar, als würde fester Stein auf Sandboden schlagen … dumpf! Ängstlich zog sie den Kopf ein, und sachte drückte sie Hadiya´s Hand, die sie nichtmehr los hielt, fast krampfhaft hielt sie sich an ihr fest. Doch gab es ihr das Gefühl nicht allein zu sein. „Saheeb, Aalina“ schoss es ihr in den Kopf … „waren sie in Sicherheit?! Wo waren sie nur … warum fehlten sie ausgerechnet jetzt … warum hatte sie schon so lange nichts mehr von ihren Geschwistern gehört, genauso wie Najiya. Sorgenvoll wurde ihr Blick, und ein flaues Gefühl machte sich in ihrem Magen breit. Blässe und Übelkeit zeichnete ihr Gesicht, voller Sorge um die anderen. Saalih war in Sicherheit, das wusste sie … er ist aufs Festland, um Unterschlupf zu organisieren … dem Sandsturm auszuweichen, bis er vorbei war, es beruhigte sie einwenig, doch fühlte sie sich verloren, so ohne ihn … warum hatte sie nicht auf ihn gehört … und ist kurz nachdem er abgereist ist, nicht auch aufs Festland, dann müsste sie jetzt nicht diese Panik, diese Angst ausstehen. Doch konnte sie ihre Heimat nicht allein lassen … sie wusste nicht was schlimmer war, der Gedanke die Heimat im Stich zu lassen, oder die momentane Situation. Hadiya und Fadi beruhigten sie mit Worten, dass Saheeb schon wusste was zu tun wäre, in einer solch Situation, genauso wie Aalina, schließlich war sie mit Raakin verheiratet … sie hoffte, das alle in Sicherheit waren, was blieb ihr schon anderes übrig, als zu hoffen, auch wenn es ihr Angst machte, das jene Hoffnung sinnlos sein könnte.
Das Krachen wurde stärker, die Steine lösten sich von den Mauern und krachten auf den Boden, der Sturm suchte den Basar heim, man fühlte sich regelrecht verfolgt von ihm, sie eilten hinaus … ein Aufschrei! „Amira! … das hörte sich nach Amira an!“ sie eilte ein Stück zurück, doch hielten sie die Worte Fadis sowie auch die Angst zurück. Faaris und Hakan kümmerten sich um Amira. Mit schmerzverzerrtem Gesicht rang sie sich stolz ein Lächeln ab, doch war es offensichtlich, dass sie den weiten Weg nicht allein und ohne Hilfe zurücklegen konnte. Faaris nahm sich ihrer an, Besorgnis stand in Zainas Gesicht, doch war sie erleichtert, das die Verletzung nur gering war, im Vergleich zu dem, was hätte passieren können.
So trieb sie der Sturm hinaus, hinaus aus der Stadt, hinaus aus dem Basar. Sie ließen alles zurück. Der Weg war beschwerlich, immer wieder legten sie Pausen ein. Vorneweg lief Hakan, dicht gefolgt von Faaris und Amira … ein Stückchen dahinter … Fadi, der sich immer wieder nach Hadiya und ihr umblickte. Nur langsam kamen sie voran. Auch wenn die Wüste, der Sturm zunehmend ruhiger wurde, um so weiter sie in die Wüste hinausgingen. Dennoch wirbelte der Wind unentwegt umher und wirbelte einige Sandkörner auf. Irgendwann, es schien nach einer endlosen Ewigkeit, kamen sie dann an der Oase an. Alle erschöpft, erledigt und erschlagen.
Insgeheim glücklich über den Anblick der anderen, die sich bereits an der Oase befanden, lies sie sich erschöpft in das Grün sinken. Sie war froh zu sehen, dass es Sahar, Khalida und Ismaael gut ging. Ein kleines Lager hatten sie bereits aufgerichtet, doch es gab noch viel zu tun, aber wenigstens bot jenes einwenig Schutz.
Sie zog Fadi´s Mantel enger um ihren Körper, ihr Kleid darunter, vom Sturm zerrissen, war nicht mehr ansehnlich. Normal lief sie in Arbeitskleidung herum, ausgerechnet jetzt trug sie ein Kleid, äußerst unpassend, aber eigentlich war ihr das jetzt auch egal. Es gab wichtigere Dinge, die jetzt zu tun waren, als über ihr Äußeres nachzudenken. Gedankenverloren saß sie da, während Hakan und Hadiya Steine fürs Feuer sammelten … Sahar den Proviant verteilte und sich um die Lamas kümmerte, sie war wie gelähmt. Gelähmt von den Gedanken an die Stadt, die untergehen zu schien. Trauer, Besorgnis, Angst, Panik und noch ein eigenartiges Gefühl, es wirkte zufrieden fast schon wohlig … gemischt mit den anderen stieg es in ihr hoch. Nach einer Weile rutschte sie hinüber zu den anderen auf die Fellmatten. Sahar begann einige Lieder auf ihrer Laute zu spielen … und alle lauschten gebannt deren Klänge und ihrem folgendem Gesang. Eine eigenartige Stimmung legte sich über das Lager … es breitete sich Ruhe aus, zumindest schien es so. Sahar hatte doch eine wundervolle Begabung mit den Tönen und Klängen eins zu werden und sie alle zu verzaubern. Sie war bewundernswert, dass sie in dieser misslichen Lage noch Kräfte dafür hatte, einwenig Ruhe in das Unwohlsein aller, das ein jeder spürte, mit ihrer Musik zu führen.
Sie brauchten alle etwas Ruhe, die Erschöpfung von den Strapazen, dem langen Weg hierher, stand allen ins Gesicht geschrieben. Das konnte keiner leugnen, so stark sie sich auch nach außen hin gaben. Leise wurde es ihm Lager, nur noch leises Flüstern untereinander war zu hören. Fassungslos, ängstlich über die Ereignisse die sich über die letzten Tage hinweg zogen, schien jeder mit sich zu kämpfen, jene Gedanken und Gefühle zu verarbeiten. Wie würde es weitergehen? Es blieb nur abzuwarten und zu hoffen.
Müdigkeit breitete sich über die Anwesenden aus, und nach und nach schliefen sie ein. Sie lies den Blick über den ein oder anderen schweifen, froh darüber, jene in Sicherheit zu wissen. Amira war hier, verletzt, aber dennoch ging es ihr in gewissem Sinne gut … sie hoffte, das der Rest ihrer Familie ebenso noch den Weg hierher fand genauso wie all die anderen bekannten Gesichter, die ihr noch fehlten … fast hilfesuchend blickte sie zu Fadi, der noch wachte, die gleiche Besorgnis stand in seinen Augen. Leise unterhielten sie sich noch eine Weile, um die anderen nicht zu wecken. Sie war froh darüber, dass er hier war … ganz anders wie bei den anderen. Seine Worte schienen sie innerlich zu beruhigen, wenn auch er die gleichen Sorgen in sich trug, wie sie alle verspürten.
„Wir sollten auch ein wenig ruhen, wir werden die nächsten Tage viel zu tun haben.“ … waren irgendwann seine Worte … und er hatte Recht damit. Einwenig Ruhen genau das war das Stichwort, die Augen schienen ihr schon schwer, so sehr sie sich auch gegen die Erschöpfung sträubte, so sehr machte sich jene in ihr breit und lies sie einschlafen.
Die Gruppen wurden aufgeteilt, um dann den Weg zur Oase einschlagen zu können. Die Oase, windstiller sollte sie sein … kaum vorzustellen, wenn man die Ausmaße über der Stadt sah. Der Eingang des Salzberges sei laut Faaris Worten endgültig zusammengebrochen und verschüttet sein. War der Berg doch so stabil, allerdings versprach der Eingang in den heiligen Berg schon nichts gutes, als sie jenen noch begutachtete.
So machten sie sich auf den Weg, zusammen mit Faaris gingen sie die Gassen entlang, stiegen vorsichtig über das Geröll und versuchten sich im Wind zu halten, bis sie letztendlich an den Stadtmauern ankamen. Dort bot sich ein unglaubliches Bild. Am Eingang der Stadt bildete sich ein Sandwirbel von gewaltiger Größe, die Sandkörner flogen nur so durch die Gegend, man konnte kaum noch sehen, was vor einem war, bis sich jene zu einer Art Wesen zusammenzogen. Ein für Zaina seltsamer Anblick, sie glaubte ihren Augen kaum, als sie jenes Wesen, was es zu sein schien, ansah. Ängstlich drückte sie sich an die Stadtmauern, sie wollte nur noch hier raus, ebenso wie auch Hadiya, die es ihr gleich tat. Sie versuchte mit mühsamen Schritten sich an der Wand entlang zu drücken, irgendwie, nur um diesem Sandwirbel zu entkommen. Doch schien jener zu wittern, was sie vor hatten und dieses monströse Wesen aus Sand lies die Mauern bröckeln und einstürzen, gerade noch konnte Hadiya, Zaina darunter wegziehen, ehe die Sandsteine den Boden erreichten. Der Schreck saß tief in ihren Knochen und regelrechte Panik stieg in ihr hoch und sie klammerte sich an Hadiya fest, sie nicht mehr loslassend. Ebenso war auch bei Hadiya die Panik zu spüren. Wie gelähmt, starr vor Angst standen sie da und starrten auf die gebrochene Mauer und das Sandwesen. Jenes Wesen fand jeglichen Genuß daran, mit den Steinen um sich zu werfen, fast schien es so, wenn einen die Augen nicht täuschten. Das einzige was ihnen noch blieb war zu rennen, irgendwie da hindurch zu kommen. Zaina spürte nur noch einen Stoß im Rücken, der sie wohl dazu antrieb, da hindurch zu rennen … zusammen mit Hadiya an der Hand … und irgendwie gelang es ihnen, dem Sandwirbel unversehrt zu entfliehen, bis hin zum Basar … alles ging so schnell, es schien so unwirklich und doch war alles wahr.
Am Basar angelangt suchten sie eilig noch einige Vorräte zusammen, alles was eben noch zu erstehen waren. Wasser, Brot, uvm., um das Leben in der Oase einwenig erträglicher zu machen. Leise hörte man die Juweliersdame aus dem Laden rufen, sofern es die Klänge des Sturmes zuließen. Schnell wurde von Fadi veranlasst, dass die, die noch am Basar weilten die Gebäude schnellst möglichst zu verlassen haben. Faaris, Hakan eilten über den Basar, und riefen alle dazu auf, mit den Wachen den Weg zur Oase aufzusuchen. Krachen und Gepolter war in der Nähe des Basar´s zu hören. Ein Stampfen machte sich bemerkbar, als würde fester Stein auf Sandboden schlagen … dumpf! Ängstlich zog sie den Kopf ein, und sachte drückte sie Hadiya´s Hand, die sie nichtmehr los hielt, fast krampfhaft hielt sie sich an ihr fest. Doch gab es ihr das Gefühl nicht allein zu sein. „Saheeb, Aalina“ schoss es ihr in den Kopf … „waren sie in Sicherheit?! Wo waren sie nur … warum fehlten sie ausgerechnet jetzt … warum hatte sie schon so lange nichts mehr von ihren Geschwistern gehört, genauso wie Najiya. Sorgenvoll wurde ihr Blick, und ein flaues Gefühl machte sich in ihrem Magen breit. Blässe und Übelkeit zeichnete ihr Gesicht, voller Sorge um die anderen. Saalih war in Sicherheit, das wusste sie … er ist aufs Festland, um Unterschlupf zu organisieren … dem Sandsturm auszuweichen, bis er vorbei war, es beruhigte sie einwenig, doch fühlte sie sich verloren, so ohne ihn … warum hatte sie nicht auf ihn gehört … und ist kurz nachdem er abgereist ist, nicht auch aufs Festland, dann müsste sie jetzt nicht diese Panik, diese Angst ausstehen. Doch konnte sie ihre Heimat nicht allein lassen … sie wusste nicht was schlimmer war, der Gedanke die Heimat im Stich zu lassen, oder die momentane Situation. Hadiya und Fadi beruhigten sie mit Worten, dass Saheeb schon wusste was zu tun wäre, in einer solch Situation, genauso wie Aalina, schließlich war sie mit Raakin verheiratet … sie hoffte, das alle in Sicherheit waren, was blieb ihr schon anderes übrig, als zu hoffen, auch wenn es ihr Angst machte, das jene Hoffnung sinnlos sein könnte.
Das Krachen wurde stärker, die Steine lösten sich von den Mauern und krachten auf den Boden, der Sturm suchte den Basar heim, man fühlte sich regelrecht verfolgt von ihm, sie eilten hinaus … ein Aufschrei! „Amira! … das hörte sich nach Amira an!“ sie eilte ein Stück zurück, doch hielten sie die Worte Fadis sowie auch die Angst zurück. Faaris und Hakan kümmerten sich um Amira. Mit schmerzverzerrtem Gesicht rang sie sich stolz ein Lächeln ab, doch war es offensichtlich, dass sie den weiten Weg nicht allein und ohne Hilfe zurücklegen konnte. Faaris nahm sich ihrer an, Besorgnis stand in Zainas Gesicht, doch war sie erleichtert, das die Verletzung nur gering war, im Vergleich zu dem, was hätte passieren können.
So trieb sie der Sturm hinaus, hinaus aus der Stadt, hinaus aus dem Basar. Sie ließen alles zurück. Der Weg war beschwerlich, immer wieder legten sie Pausen ein. Vorneweg lief Hakan, dicht gefolgt von Faaris und Amira … ein Stückchen dahinter … Fadi, der sich immer wieder nach Hadiya und ihr umblickte. Nur langsam kamen sie voran. Auch wenn die Wüste, der Sturm zunehmend ruhiger wurde, um so weiter sie in die Wüste hinausgingen. Dennoch wirbelte der Wind unentwegt umher und wirbelte einige Sandkörner auf. Irgendwann, es schien nach einer endlosen Ewigkeit, kamen sie dann an der Oase an. Alle erschöpft, erledigt und erschlagen.
Insgeheim glücklich über den Anblick der anderen, die sich bereits an der Oase befanden, lies sie sich erschöpft in das Grün sinken. Sie war froh zu sehen, dass es Sahar, Khalida und Ismaael gut ging. Ein kleines Lager hatten sie bereits aufgerichtet, doch es gab noch viel zu tun, aber wenigstens bot jenes einwenig Schutz.
Sie zog Fadi´s Mantel enger um ihren Körper, ihr Kleid darunter, vom Sturm zerrissen, war nicht mehr ansehnlich. Normal lief sie in Arbeitskleidung herum, ausgerechnet jetzt trug sie ein Kleid, äußerst unpassend, aber eigentlich war ihr das jetzt auch egal. Es gab wichtigere Dinge, die jetzt zu tun waren, als über ihr Äußeres nachzudenken. Gedankenverloren saß sie da, während Hakan und Hadiya Steine fürs Feuer sammelten … Sahar den Proviant verteilte und sich um die Lamas kümmerte, sie war wie gelähmt. Gelähmt von den Gedanken an die Stadt, die untergehen zu schien. Trauer, Besorgnis, Angst, Panik und noch ein eigenartiges Gefühl, es wirkte zufrieden fast schon wohlig … gemischt mit den anderen stieg es in ihr hoch. Nach einer Weile rutschte sie hinüber zu den anderen auf die Fellmatten. Sahar begann einige Lieder auf ihrer Laute zu spielen … und alle lauschten gebannt deren Klänge und ihrem folgendem Gesang. Eine eigenartige Stimmung legte sich über das Lager … es breitete sich Ruhe aus, zumindest schien es so. Sahar hatte doch eine wundervolle Begabung mit den Tönen und Klängen eins zu werden und sie alle zu verzaubern. Sie war bewundernswert, dass sie in dieser misslichen Lage noch Kräfte dafür hatte, einwenig Ruhe in das Unwohlsein aller, das ein jeder spürte, mit ihrer Musik zu führen.
Sie brauchten alle etwas Ruhe, die Erschöpfung von den Strapazen, dem langen Weg hierher, stand allen ins Gesicht geschrieben. Das konnte keiner leugnen, so stark sie sich auch nach außen hin gaben. Leise wurde es ihm Lager, nur noch leises Flüstern untereinander war zu hören. Fassungslos, ängstlich über die Ereignisse die sich über die letzten Tage hinweg zogen, schien jeder mit sich zu kämpfen, jene Gedanken und Gefühle zu verarbeiten. Wie würde es weitergehen? Es blieb nur abzuwarten und zu hoffen.
Müdigkeit breitete sich über die Anwesenden aus, und nach und nach schliefen sie ein. Sie lies den Blick über den ein oder anderen schweifen, froh darüber, jene in Sicherheit zu wissen. Amira war hier, verletzt, aber dennoch ging es ihr in gewissem Sinne gut … sie hoffte, das der Rest ihrer Familie ebenso noch den Weg hierher fand genauso wie all die anderen bekannten Gesichter, die ihr noch fehlten … fast hilfesuchend blickte sie zu Fadi, der noch wachte, die gleiche Besorgnis stand in seinen Augen. Leise unterhielten sie sich noch eine Weile, um die anderen nicht zu wecken. Sie war froh darüber, dass er hier war … ganz anders wie bei den anderen. Seine Worte schienen sie innerlich zu beruhigen, wenn auch er die gleichen Sorgen in sich trug, wie sie alle verspürten.
„Wir sollten auch ein wenig ruhen, wir werden die nächsten Tage viel zu tun haben.“ … waren irgendwann seine Worte … und er hatte Recht damit. Einwenig Ruhen genau das war das Stichwort, die Augen schienen ihr schon schwer, so sehr sie sich auch gegen die Erschöpfung sträubte, so sehr machte sich jene in ihr breit und lies sie einschlafen.
-
Ra´ed Masari
der Junge Masari kämpfte sich durch die wüste
eingemumt in seinen Abgewäzten gewändern irgendwo durch die Wüste irrend fast wahnsinnig vor schmerz und angst.
Er konnte keine 3fuß weit schauen die ganze welt schien um ihn herum
vom sand verschluckt zu werden.
Er rief um hilfe so laut er konnte doch er vermochte den Erbarmungslosen
Getöse des Sturmes nicht über trumpfen zu können.
Er vergass wo er war, er vergass sogar wer er war, er wusste nur noch von der unerträglichen Pain die seine Kleider zerris, ihm seine Haut langsam aber sicher vom Fleisch trennte, ihn die luft zum ahtmen langsam nam und ihm an am rande des wahnsins brachte.
Nur noch sein wille zum überleben lies ihn voran treiben immer ein kleinen schritt weiter der ihn im wüstensand versinken lies,
die eine hand hielt er sich vor den augen die andere zog seinen umhang fester dennoch waren die schmerzen Unerträglich.
er Irrte weiter durch die wüste schrie paar mal um hilfe doch seine schreie wurden von dem erbarmungslosen Gejaule des Sturmes verschluckt.
ihm verliesen langsam die Kräfte und er viel in den heißen sand
eine ungewöhnlich schöne entspannung wurde in ihm breit und die schmerzen verschwanden langsam hinter einer Dicken Nebelmauer
und eine wunderschöne verlockene Müdigkeit durch zog seinen Geist.
Er wollte nachgeben um nur noch zu schlafen als Plötzlich eine stimme zu ihn sprach "Raéd! steh auf! du darfst nicht aufgeben!"
zuerst nur leise doch immer lauter werdend eine sanfte fürsorgliche stimme die dennoch hart und Stärke austrahlte die Stimme seines Vaters.
er bekämpfte das verlangen ein zuschlafen und die schmerzen kamen wieder, er drückte sich hoch sah in den beißenden wind genau an der grenze seines sehen sah er einen schatten nichts mehr als einen shemen der von dem sand verschluckt wurde,
mit seinen Letzten kraft reserven von denen er selbst nicht mehr wusste das er sie besas krabellte er auf allen vieren zu den shemen doch dieser
eilte ihm genauso schnell voraus er kam ihm nicht neher und entfernte sich nicht weiter.
Doch Plötzlich stürtzte er einen hügel herab wirbelte herum und blieb bewustlos liegen doch hinter diesem hügel war er wind geschützter und hatte vielleicht noch eine überlebens chance.
eingemumt in seinen Abgewäzten gewändern irgendwo durch die Wüste irrend fast wahnsinnig vor schmerz und angst.
Er konnte keine 3fuß weit schauen die ganze welt schien um ihn herum
vom sand verschluckt zu werden.
Er rief um hilfe so laut er konnte doch er vermochte den Erbarmungslosen
Getöse des Sturmes nicht über trumpfen zu können.
Er vergass wo er war, er vergass sogar wer er war, er wusste nur noch von der unerträglichen Pain die seine Kleider zerris, ihm seine Haut langsam aber sicher vom Fleisch trennte, ihn die luft zum ahtmen langsam nam und ihm an am rande des wahnsins brachte.
Nur noch sein wille zum überleben lies ihn voran treiben immer ein kleinen schritt weiter der ihn im wüstensand versinken lies,
die eine hand hielt er sich vor den augen die andere zog seinen umhang fester dennoch waren die schmerzen Unerträglich.
er Irrte weiter durch die wüste schrie paar mal um hilfe doch seine schreie wurden von dem erbarmungslosen Gejaule des Sturmes verschluckt.
ihm verliesen langsam die Kräfte und er viel in den heißen sand
eine ungewöhnlich schöne entspannung wurde in ihm breit und die schmerzen verschwanden langsam hinter einer Dicken Nebelmauer
und eine wunderschöne verlockene Müdigkeit durch zog seinen Geist.
Er wollte nachgeben um nur noch zu schlafen als Plötzlich eine stimme zu ihn sprach "Raéd! steh auf! du darfst nicht aufgeben!"
zuerst nur leise doch immer lauter werdend eine sanfte fürsorgliche stimme die dennoch hart und Stärke austrahlte die Stimme seines Vaters.
er bekämpfte das verlangen ein zuschlafen und die schmerzen kamen wieder, er drückte sich hoch sah in den beißenden wind genau an der grenze seines sehen sah er einen schatten nichts mehr als einen shemen der von dem sand verschluckt wurde,
mit seinen Letzten kraft reserven von denen er selbst nicht mehr wusste das er sie besas krabellte er auf allen vieren zu den shemen doch dieser
eilte ihm genauso schnell voraus er kam ihm nicht neher und entfernte sich nicht weiter.
Doch Plötzlich stürtzte er einen hügel herab wirbelte herum und blieb bewustlos liegen doch hinter diesem hügel war er wind geschützter und hatte vielleicht noch eine überlebens chance.