Reisen in die Vollkommenheit

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Saheeb

Reisen in die Vollkommenheit

Beitrag von Saheeb »

Prolog: Diese Zeilen erzählen die Vorgeschichte des Saheeb, Kind des stolzen und edlen Hauses der Bashir, Sohn des Nabil Asif und der Amina, Kind der Wüste, geboren in den Straßen der goldenen Stadt. Denn, verehrter Leser, halte dir stets eines vor Augen: Es ist nicht allein der Weg, der vor dir liegt, auf den du achten solltest. Nein, nicht minder zählt der Weg, auf dem du kamst, denn er allein macht dich zu dem, was du bist.
Al fasl al-awwal - Das Erste Kapitel
Ein Sandkorn im Wind
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Dies, meine Kinder, ist die Geschichte des Saheeb, eines Sohnes aus dem edlen Hause der Bashir. Ganz so wie ihr, Hazar's Durrah, wurde auch er in die Straßen unserer goldenen Stadt geboren, ein stolzer und kräftiger Junge mit dem heißen Temperament und der edlen Grazie unseres Volkes. Seinen Radeh, Nabil Asif, kannte ich dereinst noch selbst und wechselte viele Worte mit ihm. Ein guter, ein edler Mann, seiner Familie und dem ehrbaren Hause der Omar bis ins Blut ergeben. Aiwa, meine Kinder, er hätte sein Leben gegeben, um das eines Ehrbaren zu erretten. Ich traf ihn oft auf meinem Weg zum Bazar, mit geschundenen Händen, zerschlissenen Füßen und Beinen, denn für sein Volk und seine Familie stand er Tag um Nacht, Stund um Stund, ohne Unterlass in den heiligen Minen des Cantar, um dort nach den Tränen der Allgütigen, der Mara zu schürfen. Ihr hört richtig - er war niemand geringerer als ein Schürfer des weißen Goldes. Und ebenso traf ich einst seine Mara, Amina, eine edle und wunderschöne Blüte aus dem Hause der Masari, die vor langem an seiner Hand in die Räume der Bashir geführt wurde, verbunden im treuen und ewigen Bund der Ehe unter Maras Blicke.

Mit Fest und Feier, lauter Musik und wildem Tanz haben wir damals die Geburt ihres Sohnes gefeiert. Selten hat man den damals noch jungen Nabil Asif so glücklich gesehen, diesen ruhigen und zurückhaltenden Mann, wie an jenem Abend: Mit dem Feuer der gleißenden Liebe zu seinem Blute wirbelte er den jungen Saheeb durch die Lüfte, reichte ihn umher wie das güldenste Service, ließ keine Sekunde ab von seinen kleinen Händchen, den zarten Füßen, dem niedlichen Kopf. Nicht minder stolz war seine Natifah, erschöpft von einer schweren Geburt, doch voller Liebe für ihr Kind.

Saheeb blieb stets ihr einziges Kind, ganz gleich, wie sehr ihnen der Wunsch nach einer größeren Familie gestanden haben mag. Ich fragte sie neda, doch in den Augen des Nabil konnte man den Schmerz erahnen. So fiel ihre ganze Liebe, ihr ganzes Augenmerk jenem kleinen Jungen zu, den sie hatten, der ihr ganzer Stolz war und für den sie eine strahlende Zukunft inmitten der Durrah erarbeiten wollten. Der junge Saheeb hingegen ahnte gewiss neda, wie sehr er beinahe von der Liebe seiner Familie erschlagen wurde. Ach, ich vermag euch zu berichten, er war stets mit den wildesten und rauflustigsten der Hazar's Durrah unterwegs, jenen kleinen Jungen und Mädchen, die stets nur Unsinn im Kopf hatten und sich gegenseitig mit Datteln oder kleinen Steinen bewarfen, Nordländern das Bein stellten oder laute und wilde Gesänge anstimmten. Glaubt neda, dass Saheeb nur einer von ihnen war - er war vielleicht gar der ruhigste unter ihnen, blieb mitten im wilden Spiel mit einem Mal stehen und starrte in den Brunnen, minutenlang, bis einer seiner Freunde ihn hinein warf.

Weshalb ich euch all das erzähle? Aiwa, eine gute Frage! Es ist so, meine Kinder, dass man eine gute Geschichte immer dort beginnen sollte, wo sie beginnt. Am Anfang. Denn aus allem, was war, wurde das, was nun ist. Und jede der Entscheidungen, die ihr heute trefft, beeinflusst wiederum, wo ihr morgen sein werdet. Bedenkt dies, wenn ihr das nächste Mal am Palast des Geküssten vorüber lauft, und denkt an diese Last, die auf seinen Schultern ruht, doch die er sich nie anmerken lässt. Weshalb jedoch ausgerechnet die Kindheit des jungen Saheeb von Belang ist, um ihn zu verstehen, wie er heute ist, das will ich euch für heute noch verraten, ehe eure Maras kommen und euch in das Reich der Träume entsenden.

Es trug sich also zu, kaum dass Saheeb dem Jungenalter entwachsen war und an der Schwelle zu dem stand, was ihr einen Erwachsenen nennen mögt - und doch wird man nie richtig erwachsen, seht nur mich an - dass sich eine schreckliche Tragödie ereignete. Gewiss hat ein jeder von euch von den al-awasif ar-ramlia, den Stürmen aus Sand gehört. Hört auf mich, denn wann immer sich einer der gewaltigen Stürme am Horizont abzeichnet, schnappt euer Wichtigstes und sucht Unterschlupf! Bleibt neda in den Straßen, neda auf freiem Felde, sondern sucht Deckung und verbergt eure Köpfe, eure Nasen, eure Augen. Hart wie Stahl und so fein wie Rasiermesser schaben die Körner der Durrah über eure Haut, wenn ihr darin stehen bleibt.

Doch auch von diesen Unheilen der Durrah gibt es solche und solche. Es mag immer mal wieder ein kleiner Sturm durch die Dünen fegen, doch einen solchen wie den, von dem ich euch hier erzähle, habt ihr noch nicht erlebt. Eine schwere Katastrophe war er, der unser ganzes Volk aus den Häusern der Stadt trieb, tief in die Durrah hinein, um Zuflucht zu suchen unter der gütigen Hand der Eluive. So trug es sich zu, dass in eben jenem Moment, als der Schatten schon tief über das Schicksal des jungen Saheeb gesenkt war, die Allmara ihn erblickte und ihm Hilfe entsandte in Gestalt eines jungen Jemaat, der durch die Straßen lief und den einsamen Jungen, der angsterfüllt nach seinen Eltern rief, am Schopfe packte und aus der Stadt führte. Ihm und der Fügung durch die göttliche Mara hat er es zu verdanken, dass auch heute noch seine nackten Sohlen durch die Durrah wandern können. So wird die Schöpferin auch auf euch achten, wann immer ihr in Not seid, denn ihre Liebe ist grenzenlos.

Doch ein Opfer war zu bringen, und dieses Opfer war so schwer, so bitter, dass es mir schwer fällt, davon zu sprechen. Denn wenngleich der junge Saheeb auch gerettet ward und den Fängen des Sturmes entkam - seinen Eltern konnte auch die Mara keine Hilfe mehr senden. Wenige vergingen in den Straßen der Stadt, denn unser Volk ist schnell und gewandt, doch sie traf es. Und so verlor der junge Saheeb seinen liebenden Radeh und seine liebende Mara an ein Unheil, so schrecklich, so unerklärlich, wie es sich jemand neda auszudenken vermag.

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Ihr mögt mich nun fragen: Wie konnte das geschehen? Und ich vermag euch neda zu antworten. Ihr mögt mich fragen: Wo war die Mara, um dieses Schicksal abzuwenden? Ich vermag euch nur zu sagen: Die Mara ist überall, doch manches Leid vermag auch sie neda abzuhalten, und ihre Trauer darüber ist groß, größer als die eines jeden von uns. Ihr mögt mich fragen: Was fühlte er, der junge Saheeb, einsam und verloren? Ich vermag euch neda zu antworten, denn er spricht selten darob, und damals, als ihm zugetragen worden war, was geschehen, da trug er es mit einer Fassung und einer stoischen Ruhe, wie ich sie nicht erwartet hatte. La, der junge Saheeb verfiel neda in Trauer oder Schmerz, nicht äußerlich. Er kehrte in sich, zog sich zurück, diente seinem Hause, wie seine Eltern es ihn gelehrt hatten und trug den Schatten der Trauer tief in seinem Herzen. Es muss so sein, denn niemand, der solch Unheil durchleidet, kann ungezeichnet davoneilen.

Nun geht, eilt, meine Kinder, denn eure Eltern nahen. Denkt an den Schmerz, den der junge Saheeb durchlebt haben muss, doch vergesst in euren Träumen nie das göttliche Wunder, die segenreiche Güte, mit der die Allmara wenigstens ihn zu retten vermochte. Gedenkt ihrer und legt eure Leben in ihre Hände, denn niemand liebt euch mehr als sie, niemand verehrt euch mehr als sie. Ma'asalema, meine Kinder, we sabah al'chair!
Saheeb

Beitrag von Saheeb »

Al fasl at-thani - Das Zweite Kapitel
Ein seltsamer Freund
Setzt euch, Kinder, Hazar's Durrah, nehmt Platz auf den Kissen und seid ruhig. Denn heute werden wir weiter der Geschichte lauschen des Saheeb, Sohn der Bashir, von dem ich euch schon das letzte Mal erzählte. Gewiss erinnert ihr euch noch, wie ich euch vom Tode seiner Eltern berichtete. Denn sowohl sein Radeh, der liebevolle und ehrbare Nabil Asif, als auch seine Mara, die liebreizende und anmutige Amina, waren bei einem Sturm der Durrah ums Leben gekommen. Schwer traf den jungen Saheeb, kaum der Jugend entwachsen, dieses gar grässliche Schicksal, dass er nun zwar nicht alleine, da wohl behütet vom Hause seines Blutes, und doch auf immer getrennt von seinen Engsten, leben musste.

Ich verbrachte zahlreiche Stunden seit unserem letzten Treffen damit, über den Sinn dieses Unheils zu denken. Denn wie mir, so wird sich auch euch gewiss die Frage gestellt haben: Wo war die göttliche Mara, als das Unglück mitten in der goldenen Stadt geschah? Wieso bewahrte sie nicht ihre geliebten Kinder vor dem Tode? Wie konnte sie es nur zulassen, dass einem jungen Menekaner die Liebsten entrissen und sein Leben über die Düne gekippt wurde?

Allein, ich muss euch sagen, es fällt mir neda leicht, darauf eine Antwort zu finden. Und wer wäre ich auch, den Willen und die Weisheit unserer Schöpferin zu interpretieren, zu lehren, gar infrage zu stellen? Vergesst nicht, Kinder, dass mich meine beiden Beine schon zahlreiche Jahre durch die Durrah tragen, und wenngleich ich in meinen jungen Jahren als Händler vieles gesehen habe, so vermag ich doch nicht alle Weisheit der Gelehrten für mich zu beanspruchen. So lasst mich euch stattdessen eine andere Weisheit auf den Weg geben: Eine Mara, gewiss auch eine jede der euren, liebt ihr Kind wie niemand sonst. Worin sollte sich die Liebe wohl unterscheiden, sei es nun eine irdische Mara oder die göttliche, die uns alle umgibt? Doch zu dieser Liebe einer Mara gehört mehr, als das Kind allzeit vor dem Schicksal zu bewahren. Man muss einem Kinde gewähren, Fehler zu machen. Wer von euch hat bereits Fehler gemacht, und dafür Schimpf und Schelte von den anderen der Familie erhalten?

Seht ihr. So ist das mit der Liebe. Manchmal heißt, einen zu lieben, ihn Fehler machen zu lassen. Denn aus Fehlern lernt man. Neda anders ist es mit der göttlichen Mara. Sie liebt einen jeden unseres Volkes, denn ein jeder von uns ist ihr Kind. Doch sie kann nicht allezeit ihre schützende Hand um uns halten, uns vor allem Übel bewahren. Wie schnell wäre unser Volk weich und schwächlich, neda fähig, ohne ihren Schutz zu bestehen? So sind es Prüfungen, die sie uns auferlegt, die wir zu bewältigen haben. Wie eine hohe Sanddüne, vor der ihr steht. Ihr blickt hinauf, und die Steigung scheint unmöglich zu sein. Ihr tretet die ersten Schritte hinauf, doch der Sand gleitet herab und ihr darauf gleich mit. Die ersten Meter, sie kosten Kraft, und mit jedem weiteren Schritt werden eure Glieder schwerer, eure Muskeln müder, euer Geist leerer. Die Sonne, sie brennt erbarmungslos auf euch herab. So manch einer von euch wird zweifeln. Das schadet neda, solange ihr nicht aufgebt. Denn wer erst einmal ganz oben an der Spitze steht, der blickt hinab auf seine eigene Leistung! Hat den Berg überwunden. Und ist daran gewachsen.

Eben eine solche Prüfung hatte der junge Saheeb zu bestehen, und ich verrate gewiss nicht zuviel, wenn ich euch verrate, dass dies keine einfache Düne war, die man an einem Tage zu erklimmen vermag. Manches Mal steht man gar vor Dünen, bei denen man nie richtig erkennt, ob man schon ganz oben ist. Oder ob es nicht doch noch ein Stückchen weiter geht. Jeden Tag. Aufs Neue.

Für den jungen Saheeb war diese Düne jedenfalls wie eine riesige, unüberschaubar hohe Mauer aus Sand, und keine Treppe, keine Rampe, nichts wies ihm den Weg hinüber. Ich erzählte euch schon das letzte Mal, wie leer, wie unendlich schwer sein Herz gewesen sein muss, und doch sagten mir viele, dass er es mit Fassung trug. Nie sah man ihn weinen. Nie sah man ihn klagen. Gewiss, neda sah man ihn mehr lachen, glucksen vor Freude, oder mit den anderen Kindern um die Wette laufen. Saheeb war gereift, von einer Minute auf die andere, vom schuldlosen Knaben zum sorgenvollen Manne.

Ausgerechnet eine alte Freundschaft seines Radeh war es, die ihm schließlich einen Ausweg bot. Denn wie sollte er hier, inmitten der Straßen unserer Stadt, jemals der Last seines Erbes entkommen? Jeder Winkel erinnerte ihn an glücklichere Tage. Bei jedem Haus gedachte er der endlosen Stunden, die er davor auf seinen Radeh warten hatte müssen, der Familien besucht und Handel getrieben hatte. Die Gerüche und Geschmäcker des Marktes vermochten sein Herz nicht mehr zu erquicken, denn er roch und schmeckte darin die Speisen seiner Mara, eine begnadete Köchin, eine Zauberin am Feuer. Allein die Pflicht hielt ihn aufrecht, das Andenken seiner Eltern nicht zu beschmutzen.

Einer der engsten Freunde seines Radeh war Asif, ein hausloser Karawanenhändler. Ich bin ihm vielleicht zwei oder auch drei Male begegnet. Ein verschlagener, listiger Mann, gedrungen und klein vom Wuchse, mit einem breiten Schnurrbart. Ich sage euch, dieser Mann war wahrlich ein Händler, verschlagen und gerissen gleichermaßen konnte er dir lächelnd seine Mara zum Tausch anbieten und im gleichen Augenblicke deine Taschen leeren. Mit geschickter Täuschung, bezaubernden Geschichten und einem gewinnenden Lächeln bezirzte er Frauen wie Männer in gleicher Weise. Man sagt, Asif hätte einem Sterbenden ohne Probleme das letzte Hemd abkaufen und ihm dafür ein Stück Land am anderen Ende der Welt verkaufen können. Nur, um ihm dann im letzten Atemzuge fürsorglich die Hand zu halten. Womit ich neda sagen will, dass dieser Mann keine Moral, keine Ehre kennt - oh neda! Doch es ist einfach so, dass manchen das scharfe Worte geradezu in die Wiege gelegt wurde, mit dem sie einen jeden Umstand in baren Reichtum zu verwandeln wissen. Ich wünschte, ich wäre dereinst so gut gewesen, und obgleich ich es zu einem beachtlichen Wohlstand brachte, dhabir Eluive, so stellt jener Asif jeden meiner Erfolge mit Leichtigkeit in den Schatten.

Es trug sich also zu, dass eben jener Asif erneut auf dem Marktplatz der goldenen Stadt zu Besuche war, in seinem Angebot ein breites Sortiment an teuren Waren aus dem hohen Norden. Kostbare Hölzer und fertige Möbelstücke, kunstvolle Bilder, Handwerksmaterialien, Kräuter zum Rauchen - all jene Dinge, die man bei uns nur schwerlich bekommt. Natürlich dauerte es nicht lange, bis Asif vom Tode seiner geliebten Freunde erfuhr, und somit auch vom Schicksal unseres Saheeb. So ging er zu ihm, und in einem lichten Moment, da umarmte er ihn, frei von Gewinnsucht, frei von Handel, denn er vermochte sich vorzustellen, wie der junge Mann zu leiden haben mochte. Groß war er geworden, der junge Saheeb, seitdem er ihn das letzte Mal gesehen hatte, ein stattlicher Junge, wohl gebaut, kräftig und mit markanten, anmutigen Zügen. Allein, zu reden vermochte er nicht viel, weigerte sich, sprach nur das Nötigste. Da beschloss Asif, ihm das Leid abzunehmen, und er nahm ihn mit zum Markte. Denn dort würde er nicht sprechen müssen, sprachen doch alle anderen so viel zu ihm. Er setzte ihn auf einen Hocker am Stande, ließ ihn Acht geben auf die kostbaren Waren, während er gleichzeitig den Menekanern das Gold aus den Taschen schwatzte. Den jungen Saheeb schien dies neda zu stören, ganz im Gegenteil - mit viel Disziplin harrte er einen jeden Tag am Markte aus, um auf seines Freundes Güter Acht zu geben.

Unweigerlich jedoch kam der Tag, an dem Asif erneut in den Norden aufzubrechen gedachte, diesmal beladen mit einer Vielzahl menekanischer Waren, die in aller Welt gefragt sind: Kräuter und Gewürze, kostbare Speisen und Getränke, wertvoller Schmuck, Kleider, Teppiche, ja selbst das ein oder andere Büchlein mit menekanischen Sagen. Reißen würde man sich um seine Waren in aller Welt, und Saheebs Herz verging ein weiteres Mal, auf diese Weise eines Freundes und einer Tätigkeit beraubt. Da packte sich Asif ein Herz - denn ich sagte ja, er besaß eines - und lud den Jungen zu sich ein. Mitzukommen, lud er ihn, damit er als Karawanenjunge mit ihm zöge. So könne er die ganze Welt erblicken, wie es wenigen Menekanern gelänge. Und er solle sich gewiss sein, er würde Dinge zu Gesicht bekommen, von denen er nicht einmal zu träumen wagen würde, er, der junge Menekaner, der die Durrah nie verlassen hatte. Saheeb zögerte lange, doch am Ende - was hielt ihn hier, in der Stadt seiner Pein? Ein Freund wies ihm den Weg aus dem Leid, er brauchte ihn nur zu gehen. Und so ging er ihn. In aller Eile packte er die wichtigsten Dinge, nur leichtes Gepäck, um als Karawanenjunge in die Ferne zu ziehen.

Und so, meine Kinder, begann die abenteuerliche Reise des Saheeb. Es ist jedoch spät, und meine alten Knochen schmerzen mich. Gönnt mir die Nacht zur Ruhe, und wann wir alle erneut Zeit haben, da werden wir zusammen kommen und ich werde euch erzählen, wie Saheeb gemeinsam mit Asif zum ersten Mal in eine der nordischen Städte einzog. Er erzählte mir ausgiebig davon, und ich verspreche euch, es wird eine spannende Geschichte. Bis dahin jedoch - ma'asalema, meine Kinder. Rennt nach Hause, umarmt eure Eltern, legt euch Schlafen. Vergesst nie: Allzeit segnet und bewahrt euch die göttliche Mara. Lauft schon los!
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