Die Sonne steht schon hoch am Himmel, als eine kleine, blonde Frau den Weg vom Osttor hin zum Westtor auf sich nimmt. Man könnte fast glauben, sie wäre auf dem Weg zum Unheilsberg, wenn sie nicht vorher halt machen und die beiden Wachen mit einem abschätzenden Blick bedenken würde. Dann klopft sie energisch an die Türen des Rathauses und gibt ein Schreiben ab. Es sei für Lady Sophia bestimmt. Und ja, wichtig sie es auch.
Dann wendet sich die Blonde wieder ab und stapft zurück, in Richtung der Kutsche. Wohl doch kein Besuch im Unheilsberg, sondern im Rathaus.
Wenn Lady Sophia den Brief öffnet, wird darauf wohl in hübscher, leserlicher Schrift zu lesen stehen:
Berchgard, 23. Schwalbenkunft 259
Der Gruß der lichten Götter sei euch entboten, Lady Sophia,
Mein Name ist Lavina Narin und die Schneiderei ist meine Berufung. Seit einigen Tagen weile ich nun auf Gerimor und hege die Absicht, mich im Herzogtum Lichtenthal, genauer gesagt innerhalb der Mauern Berchgards, niederzulassen um, mit eurer Erlaubnis, eine Schneiderei zu eröffnen. Zu diesem Zweck hoffe ich, dass ihr mir gestattet ein Gespräch mit euch zu führen, um den Bürgerbrief zu erlangen.
Da ich derzeit noch gezwungen bin, auf Herbergen auszuweichen, erreicht mich eine Antwort am Besten im Bankhaus zu Berchgard.
Voller Hoffnung auf eure baldige Rückmeldung verbleibe ich
Zuletzt geändert von Lavina Narin am Donnerstag 23. Juni 2016, 11:35, insgesamt 2-mal geändert.