Da war er nun also. Gestrandet auf dieser Insel. Gerimor. Abgebrannt, durch die Überfahrt seiner Habe beraubt, arm wie eine Kirchenmaus. Oder eben auch nicht, bedenkt man, mit welchen Reichtümern sich der Klerus üblicherweise zu schmücken pflegt. Pip hingegen hatte einen Satz Kleidung, ein dickeres Hemd gegen den Wind - Noelija sei Dank! - und die Reste dessen, was einmal eine mittelprächtige Schalmey war. Die Flöte hatte ihm bereits den Dienst versagt, von dem schönen Gefühl, die Saiten einer Laute zu zupfen, ganz zu schweigen.
Aber es ist kein Segen darin, sich über verschüttete Milch zu beklagen: Er musste etwas tun. Zum Glück scheint die Insel hinreichend zerstritten zu sein, dass es immer ein Mietmaul brauchen würde. Auf der einen Seite, oder der anderen. Wenn er es nur schlau genug anstellte, vielleicht sogar auf beiden Seiten. Man würde sehen müssen. Zunächst einmal musste eine Unterkunft her. Trocken. Regelmäßiges Essen wäre auch eine Verbesserung. Oh, und was kostete der ganze Kram auf dieser Insel. Ein Mäzen vielleicht, oder zumindest irgendetwas, wo er sich nicht den Rücken krumm arbeiten müsste...
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Rahal war eine komische Stadt. Viel ernster, düstrer, als viele andere die er gesehen hatte. Es war schon immer eine besondere Freude in den Ausläufern des alatarischen Reiches aufzutreten, aber dies hier. Oha! Aber eine klare Prägung hat auch ihr Gutes. Je einfacher ein Muster ist, desto leichter ist es zu mimen. Und außerdem gab es hier ein Stadtfest was so viel bedeutete wie kostenloses Essen. Gar nicht so übel, wenn man einen leeren Magen hat.
Vielleicht auch deswegen blieb Pip die ersten Tage im Rahaler Umland, mit seltenen Ausflügen nach Bajard, Berchgard und Adoran, um seine [url=http://forum.alathair.de/viewtopic.php?t=88028]Gesuche und Gebote - reichlich erfolglos, freilich -[/url] auf den Märkten bekannt zu machen. Die Suche nach einem Instrumentenbauer könnte noch zäh werden.
Außerdem gab es hier ein Heer. Ein etwas komisches, eine Melange aus Menschen und blauen Spitzohren, Letharen, die Kinder Alatars. Und, so sieht es aus, den Menschen überlegen. Na, sei's drum. Was sie nämlich nicht haben, das war ein Trommler. Was für ein Manko. Oder das Kapital des Opportunisten? [url=http://forum.alathair.de/viewtopic.php?t=88069]Ein Versuch[/url] konnte jedenfalls nicht schaden. Denn besser den regelmäßigen Sold eines komischen Kommandanten einstreichen, als ein gelegentliches Mahl von einem Geistlichen erbetteln. Nicht, dass Betteln in Rahal vermutlich gern gesehen wäre.
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24. Eluviar 259
"Imraan Mukthaar Omar. Feind des Reiches. Tot." Wie schön... für... das Reich. Vielleicht nicht so schön, für den Toten. Oder die Omars. Wer auch immer die waren.
Die halbe Nacht hatte Pip damit verbracht, im Hafenviertel und in den Schenken von den, erstaunlich gut gelaunten, Rahaler Bürgern in Erfahrung zu bringen, wer dieser Kerl war. Ebenso alles, was er über das Volk der Menekaner in Erfahrung bringen konnte. Viel war es nicht, aber es würde reichen müssen. Die Chance durfte er sich nicht entgehen lassen, wenn es sich um ein Ereignis handelte, dass sogar den Alka höchstselbst zu einer Handlung veranlasste.
Den Rest der Nacht saß er über dem flackernden Licht einer schmierigen Öllampe, einen Kohlegriffel in der Hand, die zerfledderte Kladde vor ihm auf dem klebrigen Tisch, der zur Zeit des Brudermordes das letzte Mal gewischt worden sein musste. So saß er da, und murmelte gegen die ersterbenden Stimmen der nächtlichen Taverne an.
"Omar... Omar... was reimt sich auf Omar? Oma? Nein, nein zu platt. So nah? Ach, Quatsch, das macht keinen Sinn... falscher Götter Lügenmär', ja das ist gut..."
Es dämmerte bereits am Horizont, als er sich auf den Weg zum Palast machte. Ein einfaches Schreiben, zusammengefaltet, in der Hand, trat er an die Wachen heran. Müde, mit geröteten Augen, gab er [url=http://forum.alathair.de/viewtopic.php?p=643938]seinen Brief an den Herold seiner Heiligkeit[/url] an die Palastwachen, ehe er zur Taverne schlurfte, ein Bett für den Tag bezahlte und alsbald den Schlaf der Selbstgerechten schlief.
Grenzenloser Opportunismus - opportunistische Grenzen
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Gast
Grenzenloser Opportunismus - opportunistische Grenzen
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