Der Abend mit Naelija

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Gast

Der Abend mit Naelija

Beitrag von Gast »

Langsam führte er sie immer tiefer in den Nebelwald. Natürlich bemerkte er ihre unsicheren Blicke, aber er grinste nur innerlich. So ging es jedem Besucher, der das erste Mal durch die Heimat der Lindil marschierte. Bei jedem Lebenszeichen des Waldes, blickte sie erschrocken umher. Menschen verstanden nicht, dass sich der Wald auch dafür interessierte, wer in ihm verweilte. Hier ein Fuchs, der aus dem Dickicht linste, dort ein kleine Uhufamilie, die argwöhnisch mit kugelrunden Augen auf den Besuch blickte. Aus dem Schutz der Bäume, die an dieser Stelle besonders dicht standen, sah er am Rande einer kleinen Lichtung seine Schwester Elu’beth. Sie schien abgelenkt, gar so als beobachtete sie einen Bewohner des Waldes. Und so ließ der Lindil sie noch einen weiteren Augenblick in ihren Gedanken, ehe er dann auf die Lichtung trat und sie grüßte. Nach einem kurzen Plausch, mit einhergehender Vorstellung seines Besuches, begaben sie sich an den kristallklaren See, der unweit der Stadt Ered Luin wie ein silberner Spiegel im Wald schlief.

Sie unterhielten sich. Sie lachten. Sie aßen Kuchen.

Der Talagan der Lindil nutzte die wohltuende Stimmung und stimmte ein Lied an. Der Grund hierfür war so einfach wie misslich. Er hatte Naelija als Menschenkind betitelt. Auch, wenn die Bezeichnung dem Grunde nach stimmte, so war sie nicht glücklich über diese Bezeichnung. Und natürlich lag es ihm fern jemanden zu beleidigen. Und noch ferner natürlich, wenn eben diese Person zu Gast der Eledhrim war.

So bereitete er sich und seine kleine Korona, bestehend aus Elu’beth und der Tocher der Menschen, Naelija, vor. Da er sehr daran interessiert war, dass Naelija sein Lied gefiel, ließ er sie das Instrument wählen, mit welchem er spielte. Denn schließlich war dieses Lied ihr gewidmet.
Sie wählte den Schellenkranz (– und hierbei sei es natürlich den beiden überlassen, ob die Wahl richtig war.)

Er sang von großen und kleinen Bären. Er sang von Ansichten und Perspektiven. Er sang von Entschuldigung und Freundschaft. Dabei wirbelte sein Schellenkranz melodisch im Takt. Jede Strophe fand einen bestimmten Rhythmus. Jede Strophe fand eine anderen kleinen Rhythmus, der den zuvor bestimmten Grundtakt ergänzte und umspielte.
Rechts, links, links, links, rechts. Tak tak tak. Die Elfenhände ließen dem Schellenkranz freien Lauf. So ließ er jede Schelle tanzen und in die Melodie des Liedes einfließen.


Als er das Lied beendet hatte, sah er Naelija mit leicht gesenkten Lidern und Elu’beth mit einem riesen Stück Kuchen im Mund.
Er liebte es für beide einen kleinen Raum der Auszeit zu schaffen.
Naelija Nohlan

Beitrag von Naelija Nohlan »

Ein sonderbarer Abend war es gewesen, das musste Sie schon sagen.
Am Feuer hatte Sie auf Ihn gewartet und fast wie aus dem Nichts war er erschienen. Gleich hatte Er Ihr ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
Auch wie Er dann später an diesem Tage in Ihrer Stube saß und sich mit Ihrem kleinen Schützling angefreundet hatte... obwohl, was hieß angefreundet?, es war als würden die beiden sich schon längst kennen.


Sie selbst war eine wirklich selbstsichere Person, wenn Sie auch sehr zierlich erschien, so war Ihr Inneres alles andere als das.
Früh schon hatte Sie eine innere Probe bestehen müssen.. und schließlich war Sie ja noch da, hm?
Nichts ließ mehr darauf schließen was Sie hatte durchmachen müssen und das war auch gut so, denn die Zeit war die Zeit... und machte einiges vergessen.



Wirklich unsicher war Sie erst gewesen als sie Elu`beth über den Weg gelaufen waren.
Den ganzen Weg über war Sie sich ihrem Dolch in der Tasche mehr als bewusst und man konnte glauben, Sie würde ihn nutzen wenn es sein musste. Allerdings betraf das nur den Weg bis zum Nebelwald.
Sie wusste genau wie ungern die Elfen Ered Luin verließen, oder sagen wir besser sie kamen ungern nach Bajard.
Das Yalhaniir gern wissen wollte wie Sie lebte ehrte Sie.. und doch machte Sie sich Sorgen das etwas passieren könnte.
Das sie also den Dolch bei Sich trug hatte nichts mit den Elfen zutun, sondern war dazu gedacht den Grünen, den Sie seit diesem Tag als einen Ihrer Freunde bezeichnen würde, zu schützen.


Wie wundervoll der Neblwald war... er war im Einklang mit allen Tieren die dort lebten, an manchen Stellen funkelte er.. überall knisterte etwas in den Gebüschen, und selbst die Irrlichter waren irgendwie wunderschön.
An manchen Stellen hörte man Stimmen, Lachen... was allerdings etwas unheimlich war, doch gefürchtet hatte Sie sich in Yalhaniir's Gegenwart keinesfalls.
Die auftauchende, anmutige Elfe jedoch machte nicht den Anschein als sei Sie erfreut ein ''Menschenkind'' zu sehen.
Nachdem Sie selbst allerdings den nötigen und respektvollen Abstand gehalten hatte, schien es Elu`beth nicht mehr ganz so schlimm zu stören, denn Sie entschied gleich uns zu begleiten und uns Gesellschaft zu leisten.


So verbrachte Sie also einen weiteren Abend in der behütenden Natur des Waldes, an einem silberschimmernden See.
Es machte Ihr wirklich Freude das Sie dort willkommen war.
Yalhaniir sang Ihr sogar noch ein Lied zur Entschuldigung.
Dabei hatte Sie keine von Ihm erwartet...
Lediglich unglücklich ausgedrückt hatte Er sich und es ganz bestimmt nur nicht besser gewusst.


Auf dem Weg nach Hause hatte Sie sich noch lange geborgen und sicher gefühlt.
Mit dem Blick auf den kleinen Fuchs der Zuhause auf seine nächste Mahlzeit wartete, musste Sie automatisch lächeln und an die wundersame Begegnung denken... mit dem quirligen, neugierigen, durch den Wald flitzenden Grünen, der Ihr eine große Freude gemacht hatte.
Selbst mit den kleinen Spatzen schon...

Wann Ihre Wege sich wohl nochmal kreuzen sollten?

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Elubeth Argwaeren
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Elubeth Argwaeren »

Gerade war die Elfe auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Geschöpf des Waldes, da hörte sie aus der Nähe die grüßende Stimme. Die Elfe blinzelte verwundert beim Anblick des ungleichen Paares, das ihr da im Nebelwald über den Weg lief. Jemand im Schlepptau des frohsinnigen Lindel Yalhaniir. Ein Waldelf war ihr ein sogleich willkommener, bekannter Anblick – nicht unbedingt aber eine Menschenfrau.

„Woher sie wohl kommt und warum? Was sie wohl gelernt' über das Elfenvolk?“
Sie sieht noch so jung aus. Eine zierliche Gestalt... hat sie etwa Angst?
„Eine Tochter der Edain im Nebelwald kann gefährlich sein.“
Yalhaniir ist bei ihr. Und der Wald ist stets auf der Hut.
„Vertrauen kann man ihr nicht.“
Calad war davon überzeugt, die Edain seien die Zukunft.
„Über die Absichten eines Menschen kann es keine Gewissheit geben.“
Nicht, wenn man schon die Mühe scheut, nachzusehen.

Sie wusste nicht, was diese beiden zusammengeführt hatte, und es erschien ihr auch nicht passend, in dem Moment danach zu fragen. Ohne zu wissen, wo es hingehen sollte, folge Elu'beth dem Waldelfen und der jungen Frau zu einer Stelle am Seeufer. Die Situation hatte etwas Zeremonielles mit der Auswahl eines Instruments für ein angekündigtes Lied und dem Austauschen von Gaben. Daher verhielt sie sich still und hoffte bei sich, dass jedes Lied wirklich, wie Yalhaniir gesagt hatte, etwas über die Anwesenden verraten würde. Vielleicht wäre ja eine Zeile dabei, die ihre Sorgen ausräumen würde?

Die junge Frau hatte für den Waldelfen ein Geschenk vorbereitet. Yalhaniir packte etwas davon aus, legte es sogleich an und begann daraufhin mit seinem Lied. Bei diesem Anblick und dem rhythmischen Klang von Kranzschellen begann Elu'beth endlich zu dämmern, weshalb sie beiden eigentlich begleitet hatte.
Ich hätte jederzeit gesagt, es sei um das Lied zu hören, oder um gemeinsam am See zu verweilen, oder für den Kuchen. So täuscht man sich noch nach über zweihundert Jahren.

Es war eine Erkenntnis: Naelijas Gabe war dem Empfänger mehr als nur auf den Leib geschneidert und nicht weniger „Kunst“ als dessen musikalische Darbietung. Das lag aber nicht an der Art, wie der Stoff gewebt oder die Verzierungen angefertigt waren. Die Elfe war berührt und beeindruckt von der Treffsicherheit, mit der die junge Frau den Lindel offenbar eingeschätzt hatte.
Das Geschenk beantwortete eine Frage, die am Abend zuvor drei elfische Augenpaare - ihr eigenes eingeschlossen - vergeblich beschäftigt hatte. (Unbekleidet stand einfach nicht zur Debatte.)

Vielleicht lag es dann doch ein bisschen an dem Lied über die Freundschaft, das Entschuldigen und den Respekt, dass die Edhel am Abschluss des Abends gerne anbot, den Gast auf dem Heimweg zu begleiten.
Als sie bis zum Rand des Nebelwalds vor Naelija her wanderte, hier und da selbst aufhorchend aufgrund der nächtlichen Geräusche, oder am Ärmel gezupft von einem anhänglichen Ast, ging ihr durch den Kopf:

Möge es nicht das letzte Mal sein.
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