Die Rückkehr
Etwa 4 Mondläufe waren Selim und Aylin mit einer kleinen Karawane auf Reisen und haben in dieser Zeit verschiedenen Städte und Dörfer im Norden und Osten Gerimors aufgesucht um ihr Wissen um die Heilkunst und der Alchemie zu vertiefen. Gespräche mit zahlreichen Gelehrten und Heilkundigen fremder Völker wurden geführt und sich untereinander ausgetauscht. Neue Kräuter und Rezepte verschiedener Arzneien wurden entdeckt und für das Reich der Sonne archiviert, so dass ihr Volk auch in Zukunft davon profitieren könnte.
In ihrer Abwesenheit hatte Nadim die Amtsgeschäfte des Oberhauptes übernommen und Razyr zu seinem vorübergehenden Stellvertreter ernannt. Selim vertraute den beiden und hatte keinerlei Befürchtung, dass es mit der Familie Azeezah zu weiteren Streitigkeiten oder gar einem Eklat kommen würde. Doch er sollte sich täuschen.....
Nach ihrer Rückkehr hatten die beiden bereits an den Grenzen Menek'urs ein ungutes Gefühl. Sie wurden während der Kontrolle durch die Janitschare zwar nicht unfreundlich behandelt, aber man vermittelte ihnen auch nicht das Gefühl, dass sie willkommen sind. Das Ganze sollte sich an den Stadttoren dann wiederholen, denn einer der beiden Janitschare wollte tatsächlich den Bürgerbrief von Selim und Aylin kontrollieren und machte im Verlauf des Gespräches verschiedene seltsame Andeutungen wie … „Ihr lebt nicht länger innerhalb der Mauern.“ oder „Es sind noch Häuser im Viertel der Hauslosen frei.“ … Zunächst dachten die beiden sich nichts dabei und taten diese Bemerkungen als einen üblen Scherz ab, doch sollten sie schon bald eines besseren belehrt werden.
Die strengen Blicke der am Straßenrand stehenden Menekaner, während sie durch die Straßen in Richtung Familienhaus ritten, waren befremdlich. Gelegentlich konnte man leises tuscheln oder auffälliges flüstern vernehmen und es fielen immer wieder die Worte … „Schande...“, „Ehrlose Menekaner...“ oder „Was wollen die beiden innerhalb der Stadtmauern...“
Ein letztes Mal bogen sie rechts ab und standen letztlich vor den Toren des Familienhauses. Doch standen dort nicht wie gewohnt zwei Wachen in den Farben der Familie Ifrey. Auch das Haus sah von außen gänzlich anders aus, als hätte man das alte dem Erdboden gleich gemacht. Die beiden trauten ihren Augen nicht, traten aber dennoch an die Tore heran und läuteten. Es dauerte eine Weile bis Zaraa, die Tuchweberin der Familie ihnen die Pforte öffnet und den beiden mit einem strahlenden Ausdruck auf den Zügen entgegentrat. Sie freute sich sichtlich über die Rückkehr, doch hielt jene nicht sehr lange an. Tiefe Trauer trat im Anschluss in ihre Augen und sie begann letztlich bei einer Tasse Mocca zu berichten. Leider bekam sie von dem was geschah nicht viel mit und konnte daher kaum Details nennen. Nur soviel, dass es zu einem Kampf zwischen dem Erhabenen und verschiedenen Janitscharen vor dem Familienhaus kam und dass sowohl Nadim, als auch Razyr und Faruk ihren Wunder erlagen. Der Name Ifrey wurde aus allen Aufzeichnungen und Archiven es Reiches entfernt und alle ehemaligen Mitglieder der Familie, die den Namen nicht abgelegt haben, müssten in Schande leben. Aus den verbliebenen Mitgliedern der Familie entstand eine gänzlich Neue, die sich fortan Ryzan nannte. Selim, neugierig wie er war suchte das Gespräch zu weiteren Menekanern. Unter anderem mit der Sekban des Reiches der Sonne Khalida, die ihm dann auch Details zu den Vorkommnissen nennen konnte und ihm riet, um eine Audienz beim Erhabenen zu bitten und den Namen Ifrey für alle Zeit abzulegen. So kam es dann letztlich auch, nur einen Tag später fanden sich Selim und Aylin im Palast wieder und schworen dem Namen ab um fortan als hauslose vor den Toren der Stadt zu leben. Einst stolzes Oberhaupt der Familie Ifrey und Hakim Basha des Reiches und nun ehrloser Menekaner am Rande der Gesellschaft, ohne Familie und wohnhaft draußen vor den Mauern der Stadt.... ohne Schutz.... Immer wieder stellten die beiden sich die Frage … „Warum?“ … „Wie konnte es nur dazu kommen?“ … „Hätten sie es verhindern können?“
Zu allem Überfluss erreichte sie dann noch die Nachricht, dass die Karawane mit der Shafiq, Inayah und weitere Familienmitglieder unterwegs gewesen sind bisher nicht zurückkehrte. Sie galten demnach als verschollen....
Der letzte Atemzug
Am vierte Tage der Woche, dem 21. Wechselwind 259 machte sich Selim wie jeden morgen auf den Weg in den nahegelegenen Wald dicht an den Grenzen des rahalischen Reich, um dort Kräuter für seine Tinkturen und Heilmittel zu sammeln. Im Grunde fast schon Routine, war er doch fast jeden Morgen in diesem Bereich unterwegs. Doch nagten all' die tragischen Ereignisse und Geschehnisse in den letzten Wochen und Monaten sehr an ihm und er war für einigen Augenblicke unachtsam und in Gedanken versunken. Seine Familie mehr oder minder ausgelöscht und aus Menek'ur verscheucht oder in einer neue Familie, seine Rani galt als verschollen und er selbst am Rande der Gesellschaft und das nach all' dem was er in den vielen Monden vor seiner Abreise innerhalb des Reiches schon erreicht hatte. Lediglich Aylin ist ihm geblieben, sie gab ihm stetig Kraft und Mut, so dass er nicht aufgab. Mit seinem leicht gekrümmten menekanischen Dolch durchtrennte er einen weiteren Stengel und steckte sich das Johanneskraut im Anschluss in den kleinen Beutel, der seitlich an seinem Gürtel befestigt war. Das leise knacken im Unterholz, welches von zwei dunklen Gestalten direkt hinter ihm erzeugt wurde, bemerkte Selim nicht so dass diese sich weiter an ihn heranpirschen konnten. Einer der beiden mit einem Phantomdolch und in eine leichte Lederrüstung gehüllt, der andere mit einer auf Selim gerichteten einhändigen Armbrust, wobei der Bolzen bereits eingespannt und für den Abschuss bereit war. Selim selbst bewegte sich in hockender Haltung weiter vor und widmete sich weiteren Kräutern, Sträuchern und Pflanzen. Dann, ein leises klackendes Geräusch, verursacht von der Armbrust die den Bolzen blitzschnell in seine Richtung katapultierte. Zwar erregte es seine Aufmerksamkeit und er drehte seine Kopf relativ zügig in jene Richtung, doch leider zu spät. Der Bolzen hatte sich bereits tief in seine Rüstung gebohrt. Direkt unterhalb seines Herzens drang er in sie ein und bohrte sich tief in seine Haut. Ein leiser Aufschrei seinerseits ertönte und sofort riss er seine rechte Hand empor um diese auf besagter Stelle abzulegen. Die andere führte er an den Waffengurt auf der anderen Seite und legte seine Hand um den Griff seines Rabenschnabels, den er langsam aus der Scheide zog. Doch war die Zeit war leider nicht mehr ausreichend. Die zweite Gestalt hatte sich mittlerweile genähert und seinen Dolch direkt an die Kehle von Selim geführt. Leise gleichmäßige Atemzüge drangen an sein Ohr, gefolgt von zahlreichen Lauten und einer Stimme die er nicht verstehen konnte. Schrill und sehr hoch, so dass es in seinen Ohren schmerzte. Selim versuchte sich noch gegen den drohenden Angriff zu wehren, doch zögerte der Lethar nicht lange. Mit der Klinge seines Dolches durchschnitt er seinen Halsschutz wie Butter und letztlich ebenso seine Kehle und stieß ihn direkt im Anschluss an seine Tat von sich weg, so dass Selim in seiner leicht gekrümmten Haltung und voller Schmerz erfüllt direkt im nächsten Strauch landete. Dort lag er nun, hielt sich mit der einen Hand seine Wunde unterhalb des Herzens und die andere drückte er auf seine Wunde an der Kehle. Dem Lethar sah er schmerzverzerrtem Gesicht nunmehr direkt in die rötlich schimmernden Augen. Gelegentlich entrann ihm dabei ein leises keuchen und zahlreiche leise Schluckgeräusche aufgrund der großen Menge Blut, die in seine Kehle hinab lief. Man sah Selim förmlich an wie das Leben langsam aus seinem Körper weichte und seine Atmung deutlich langsamer wurde. Ein seichtes Zittern ging durch seinen Körper während sein Blick immer starrer wurde und die Farbe aus seinem Gesicht wich, ehe er letztlich gänzlich seine Augen schloss und sein Herzen zu schlagen aufhörte. Die Letharen verschwanden daraufhin im Dickicht des Waldes und der Morgendämmerung, auf leisen Sohlen in Richtung Norden.
Eine Wache eilt zu Malik Zahit Ryzan und Maanika Ra`naa Yazir um die beiden zu informieren . i.A. Selim
Der letzte Atemzug
Moderator: Menekaner [Mod]
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Maanika Ranaa Yazir
Der letzte Atemzug
Zuletzt geändert von Maanika Ranaa Yazir am Sonntag 24. April 2016, 10:13, insgesamt 2-mal geändert.
- Aylin Iman Omar
- Beiträge: 116
- Registriert: Montag 29. Februar 2016, 22:05
*Seitdem Malik und Maanika ihr die tragische Nachricht übermittelt haben, liegt sie zusammengekauert in ihrem Zimmer im Hauslosenviertel. Das Haus gleicht einem Schlachtfeld, überall liegt zerbrochenes Geschirr herum.. Ihre Augen geschwollen und stark gerötet.. So lässt sie ihren Blick durch den Raum schweifen und wiederholt immer und immer wieder die Worte*
"Warum nur Mara .. hast du mir alles genommen, was mir lieb und teuer war...?
Meine Familie.. Meinen Ranim .. und nun auch noch meinen geliebten Fadrim
Mein Herz... meine Liebe... mein Leben..."
"Warum nur Mara .. hast du mir alles genommen, was mir lieb und teuer war...?
Meine Familie.. Meinen Ranim .. und nun auch noch meinen geliebten Fadrim
Mein Herz... meine Liebe... mein Leben..."
- Radeeh Bashir
- Beiträge: 115
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Radeeh wurde von Maanika aufgesucht und sogleich informiert als sie von Aylin zurückkehrte. Sogleich legte er daraufhin seine Werkzeuge beiseite und ging zurück ins Sandviertel um nach ihr zu sehen. Er nahm den Schlüssel zur Hand den er von beiden bekommen hatte und öffnete die Türe zu Aylin's Haus.
Ein Schlachtfeld tat sich vor seinen Augen auf. Überall lagen Scherben und auch einige Kisten und mittendrin kniete Aylin die sich daran machte unter Tränen die Scherben aufzuheben. Langsam trat Radeeh dann auf sie zu, hockte sich neben sie, seine Hände auf ihre Schultern legend und ruhigen Tones mit ihr sprechend.
Sie beruhigte sich ein kleinwenig und er schenkte ihr etwas nähe und ruhe damit sie wieder zu sich finden konnte. Nach einer weile der ruhigen Worte legte sie sich dann nieder und er verharrte wie er es versprochen hatte unten auf Abruf bereit falls sie ihn benötigen sollte.
Ein Schlachtfeld tat sich vor seinen Augen auf. Überall lagen Scherben und auch einige Kisten und mittendrin kniete Aylin die sich daran machte unter Tränen die Scherben aufzuheben. Langsam trat Radeeh dann auf sie zu, hockte sich neben sie, seine Hände auf ihre Schultern legend und ruhigen Tones mit ihr sprechend.
Sie beruhigte sich ein kleinwenig und er schenkte ihr etwas nähe und ruhe damit sie wieder zu sich finden konnte. Nach einer weile der ruhigen Worte legte sie sich dann nieder und er verharrte wie er es versprochen hatte unten auf Abruf bereit falls sie ihn benötigen sollte.
Zuletzt geändert von Radeeh Bashir am Sonntag 24. April 2016, 15:25, insgesamt 2-mal geändert.
- Thahida Atiika Yazir
- Beiträge: 874
- Registriert: Mittwoch 21. Mai 2014, 16:36
Nachdem ich die Nachricht von Maanika lass ging mein Weg sogleich in den Tempel, auf dem Weg dorthin traf ich auf Khalida.
Wir wussten beide neda ob wir nun weiss tragen sollten oder nicht, doch da vom Haus der Omars noch nichts dergleichen gesagt wurde, würde ich selber kein weiss tragen, ich kann meine Trauer auch im Tempel für ihn aussprechen.
Gemeinsam gingen wir beide zum Tempel um seinen letzten Weg zu begleiten, ein Gebet zu Mara könnte man ihnen neda verwehren, nur die Zurück gebliebenen haben hoffentlich genügend Kraft um dieses zu überstehen.
Möge Mara sie dabei Stützen und ihr viel Kraft schenken.
Wir wussten beide neda ob wir nun weiss tragen sollten oder nicht, doch da vom Haus der Omars noch nichts dergleichen gesagt wurde, würde ich selber kein weiss tragen, ich kann meine Trauer auch im Tempel für ihn aussprechen.
Gemeinsam gingen wir beide zum Tempel um seinen letzten Weg zu begleiten, ein Gebet zu Mara könnte man ihnen neda verwehren, nur die Zurück gebliebenen haben hoffentlich genügend Kraft um dieses zu überstehen.
Möge Mara sie dabei Stützen und ihr viel Kraft schenken.
http://yazir.webnode.com/
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Maanika Ranaa Yazir
Als sie Aylin ihre tröstende Worte schenkte, ihr versicherte so sie Hilfe benötigt diese ihr zu Teil werden. Machte sie sich auf den Weg zu Radeeh, gab ihm Bescheid, um mit bittenden und besagten Worte, ein Augen auf Aylin zu haben, begab sie sich zum Tempel. Dort brach sie selber in Tränen aus, zu wissen was ihre Freundin nun durch machen würde. War Selim doch immer sehr nett zu ihr und sie selber dies unfassbar empfindet, was geschehen war. Wieder ein Anaan Durrah, ein guten Freund den sie mochte zu verlieren. Selbst Assamaril schenkte ihr tröstende Worte die sie im Tempel antraf, doch fühlte sie den Schmerz, um zu wissen das jenes einige Zeit ihr Wesen begleiten würde. Das lächeln aus ihrem Gesicht entschwindet, welches sie doch gerade erst wieder gefunden hatte.
Zuletzt geändert von Maanika Ranaa Yazir am Sonntag 24. April 2016, 16:30, insgesamt 1-mal geändert.
- Tahir Kemal Omar
- Beiträge: 898
- Registriert: Freitag 22. April 2016, 11:17
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Zuletzt geändert von Tahir Kemal Omar am Sonntag 24. April 2016, 22:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Nahlah Hibah Ryzan
Die Nachricht hatte auch die Familie Ryzan erreicht und Nahlah konnte an dem Abend Zaraas Trauer nicht nur sehen, sondern auch spüren. Zaraa war den Tränen nahe und fassungslos - die Frage nach dem Warum und warum Selim es sein musste blieb jedoch unbeantwortet im Raum. Selim war ein wichtiger Teil der Familie Ifrey gewesen und gleichwohl der Name zwar mit Schande behaftet war, so waren die Blutbande und die Gefühle von Liebe zur Familie rein geblieben. Deshalb hatten die Männer der Familie auch angeordnet als Bekundung Weiß zu tragen.
Nahlah fühlte nun, wie hilflos sich andere gefühlt haben mussten, als sie gerade Razyr verloren hatte und überlegte, was man versucht hatte um ihr zu helfen - das wollte sie auch für Aylin versuchen.
So hat sie einen Korb vorbereitet - mit Kleinigkeiten zu Essen, die keine zusätzlichen Mühen mehr brauchten. Und aus den Melissenblättern, die sie im Grünland von Enid geschenkt bekommen hatte, bereitete sie Tee vor. Auch eine weiche, warme Decke, an der sie ein paar Wochen abends gestrickt hatte, wurde liebevoll zusammengefaltet mit in das Körbchen gegeben. Irgendwann in der betäubenden Zeit der Trauer war zumindest bei ihr die Phase gekommen, wo etwas Nähe und Wärme erforderlich gewesen wäre.
Und natürlich noch ein Brief, ein paar Worte - vermutlich mehr eine Geste, als sie wirklich trösten konnten. Aber der Inhalt war der Familie Ryzan, in deren Namen die Zeilen verfasst wurden, sehr ernst.
Nahlah fühlte nun, wie hilflos sich andere gefühlt haben mussten, als sie gerade Razyr verloren hatte und überlegte, was man versucht hatte um ihr zu helfen - das wollte sie auch für Aylin versuchen.
So hat sie einen Korb vorbereitet - mit Kleinigkeiten zu Essen, die keine zusätzlichen Mühen mehr brauchten. Und aus den Melissenblättern, die sie im Grünland von Enid geschenkt bekommen hatte, bereitete sie Tee vor. Auch eine weiche, warme Decke, an der sie ein paar Wochen abends gestrickt hatte, wurde liebevoll zusammengefaltet mit in das Körbchen gegeben. Irgendwann in der betäubenden Zeit der Trauer war zumindest bei ihr die Phase gekommen, wo etwas Nähe und Wärme erforderlich gewesen wäre.
Und natürlich noch ein Brief, ein paar Worte - vermutlich mehr eine Geste, als sie wirklich trösten konnten. Aber der Inhalt war der Familie Ryzan, in deren Namen die Zeilen verfasst wurden, sehr ernst.
Zuletzt geändert von Nahlah Hibah Ryzan am Montag 25. April 2016, 11:45, insgesamt 2-mal geändert.