Szyr´dhar hat geschrieben:*eine Nachricht wird beim Bankletharf hinterlassen, welche sich wohl vorrangig der Junglethry Viy'xrae widmet und auch an diese übergeben wird*
Vaters Hass, höhere Schwester, Junglethry Viy'xrae,
ich habe die Höhle ein wenig 'umgebaut' und eingerichtet.
Gerne kannst du dich von dem Höhlenzustand selbst überzeugen.
*die Nachricht wird knapp gehalten und mit einer zittrig, aufgeregten, krakeligen Unterschrift beendet*
*wird die Junglethry ihre Höhle betreten wird sie Wohl oder Übel auf ein sicherlich unerwartetes Hinterbleibsel treffen...*
„Was zum…“, waren meine ersten Worte als ich die Höhle nach einer kleinen, weniger zufriedenstellenden Jagd betrat. Sie war schon Grund genug, dass ich aufgeheizt und schlecht gelaunt war. Dann Szyr’dhars Brief, der mich dazu veranlasste die Höhle aufzusuchen.
Mein Blick fiel zuerst auf den ausgerollten Teppich, den er offenbar mit all seiner letharfischen Kraft ausgelegt hatte. Meine Augen sahen aber noch etwas, was mich extrem störte – es war tatsächlich wie ein Störfaktor in meinem Augenwinkel und in der Höhle. Es hatte eine grelle Farbe, es war klein und aus Stoff. Wollte er mich auf den Arm nehmen? – Ein Stofftier! Auf dem Teppich. Und daneben ein Beutel?
Ich riss mich zusammen, die Handschuhe knarzten durch den festen, geballten Druck meiner Fäuste. Meine schwere, tiefe Atmung kontrollierte meinen ansteigenden Zorn. Ich sah zum Beutel herab und zuckte leicht mit der linken Braue. Mir missfiel der Gedanke hinein zu schauen. Ich tat es also nicht und beließ die Gegenstände so, wie Szyr’dhar sie abgelegt hatte. Es war einfach nur seltsam. Die Situation grausam, in die ich merklich immer tiefer hinein zu rutschen schien. Ich spielte bereits mit dem Gedanken ihn wieder loszuwerden. Aber wie? Wenn ich Szyr‘dhar töten würde, wie ich es ihm schon androhte, so sich sein Verhalten als Rangniederer mir gegenüber nicht besserte, fiele das spätestens bei seinem Fehlen im Turm auf. Als Junglethry selbst zu entscheiden, dass er es nicht wert gewesen wäre, würde mein handeln nicht rechtfertigen. Ich musste mir also etwas anderes einfallen lassen, ehe die Situation tatsächlich einmal eskalieren könnte. Anscheinend war ihm das Erbrechen gestrigen abends nicht genug. Wie würde er auf Ignoranz meinerseits reagieren? Vielleicht eine Option. Oder ich umgehe ihn, indem ich mich zurückziehe und das Leth‘Axorn nur in den dringendsten Fällen aufsuchte. Ich gestand mir selbst ein, das es ihm schon gelang mich abzulenken. Aber meine Ausbildung hatte höchste Priorität. Zu viel hielt mich schon damals davon ab meinen Weg zu gehen. Nun er? Nein. Nur wenn der All-Eine entschied, mein Leben hätte nun ein Ende – nur dann.
Er gab mir mittlerweile das Gefühl von mir abhängig zu sein. Er schenkte mir seine ungeteilte Aufmerksamkeit. Er war auf mich fixiert. Es ermutigte mich ein wenig, mich nicht mit meinen hinterhältigen Gedanken zu befassen. Er war ein guter Schüler in unseren Reihen. Und ich herrschte über ihn. Ich konnte ihn beeinflussen und manipulieren, wann immer ich die Gelegenheit nutzen wollte. Ich hatte also zwei Möglichkeiten:
Die eine, mich dafür zu entscheiden ihn weiter von mir abhängig zu machen und ich zukünftig unser beider Wege bestimme, bis es aufgrund der Rangordnung nicht mehr möglich sein. Oder die andere, ihn so weit zu zerstören, dass er keine andere Wahl hat, als sich von mir fern zu halten.
Ich verließ das Nest noch ohne eine Entscheidung gefällt zu haben. Ich musste meine Gedanken ordnen.
Was könntest Du mir als Anreiz bieten, wenn alles,
was ich von Dir will, Du mir schon geben wirst...
was ich von Dir will, Du mir schon geben wirst...