Der Schnee lag schwer auf den Dächern Wulfgards, nicht einmal die vielen Feuer in der hölzernen Festung waren in der Lage, diese Last zu mindern.
Der Platz im Hof, wo das große Feuer die Reste des Lebens aus ehemalig stolzen Bäumen riss, war Skjar ohnehin lieber als die Halle selbst.
Den Himmel in Sicht und Wolken die blendendes Sonnenlicht abhielten. Ein kalter Luftzug, welcher die Düfte und Klänge der Welt mit sich trugen. Manches mal hatte Skjarlav sich schon gefragt, ob genau diese Eindrücke jene sein könnten, welche von den Städtern als "das Lied Eluives" bezeichnet wurden.
Auf dem Stamm sitzend, welcher stets vom Luftzug des Tores getroffen wurde und so die aufgewärmte Luft des Feuers mit sich trug, hatte Skjarlav Anndra zum ersten mal nach dem unsanften Treffer gesehen.
Nicht das Skjarlav sich an dem Treffer stören würde, war es doch viel mehr die Tatsache das Anndra ihn empfindlich traf, während hochrangige Gäste sich um das Feuer versammelt hatten.
Nicht der Schmerz war es, der Skjarlav dazu veranlasste mit mehr Kraft als notwendig zuzuschlagen.
Hoch gewachsen und für einen Wolfsheuler untypisch kräftig war Skjarlav und dessen war er sich durchaus bewusst. Das oberste Clansschwert wusste dem Hühnen dennoch etwas zu lehren im Ring. Größe bringt nicht nur Vorteile mit sich, die Beine und besonders die Knie des Mandre' waren angreifbar und empfindlicher als es Skjar bislang angenommen hatte. Wo immer er es konnte, hatte er den Nahkampf gemieden und stattdessen zu seinem Bogen gegriffen. Diese Tatsache hatte es dem Thyren lange Zeit verborgen, wie angreifbar er doch tatsächlich ist.
Abgelenkt war Anndra alle male, als Skjar gnadenlos seine Faust als Lehre in das Gesicht der Kriegerin schlug. Doch war sich der Kerl selbst zu sicher, was darin endete, das Anndra ihn direkt mit zu Boden riss.
Nachdem Anndra am Boden lag und Skjar sich wutentbrannt dazu aufbäumte um seine Fäuste sprechen zu lassen, waren es bloß Augenblicke, die aus dem wütenden Hühnen einen mitfühlenden Kerl machten. Auch wenn er ihr liebend gern noch weitere Schmerzen bereitet hätte, hatte er doch erkannt, das der Kampf mit einer Verletzung beendet wurde, welche nicht einmal beabsichtigt war.
"Trink 'n Schluck Met, der Jarl reyßt dey scho' nuad 'n Kopp ab!"
Es war die Sitte, die Skjarlav zu diesen Worten drang. Nach einer Meinungsverschiedenheit oder einem Schlagabtausch wurde gemeinsam getrunken und damit die Freundschaft unter einander wieder hergestellt.
"Trink für mey mit, wenn mey wieder darf, hol mey's nach"
So musste Skjar sich selbst den Regeln des Jarls unterstellen, selbst wenn sie nicht einmal ihn selbst betrafen. Doch Skjarlav wusste an jenem Abend, es würde erneut Zeit, sein Wort an die oberen des Rudels zu richten. Manches mal fühlte sich Skjar selbst schon als eine art Berater, doch würde man ihn als solchen nie anerkennen. Ärger machte sich im Kopf des Thyren breit, während er sich aufmachte um am selben Abend noch zum Regiment Adorans aufzubrechen und mit jenen Städtern auf eine Jagd zu gehen.
Jeder hatte seinen Teil zu erfüllen und sich in den Augen der Städter verdient zu machen, die Ehre zu erhalten, Schwert und Bogen selbst in den Mauern ihrer Stadt zu führen.
Aus dem Leben und Gesprächen von Thyren
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Gast
Wochenläufe gingen mal wieder ins Land. Eine Runde nach der anderen drehte das oberste Clansschwert um Sturmouve. Wache schieben war eine willkommene Abwechslung. Selbst wenn der Thain wollte, dass viele Kampfübungen auch von Händen vollzogen werden sollte, hatten nicht alle Zeit dafür.
Rannveig war mittlerweile ja schon von ihrem Meditationslauf zurück und hatte sich entschieden. Sie würde zum Schwert ausgebildet werden. Eine Herausforderung für Anndra, ihr gegenüber streng zu sein und sie nicht nur als Herzsistr zu sehen.
Es kamen neue Schwerter und einige Schwerter gingen zu ihrem Rudel zurück. Sie fragte sich immer wieder, warum sich einige bei ihnen nicht wohlfühlen würden. Sie waren doch ein Rudel. Ein Rudel was zusammenhielt.
"Schee zu sehen, wye dat Rudel am Feuer hock.", waren Anndras Gedanken als sie in ihr Methorn sah. Frisches Quellwasser. Und wie sehr dürstete es ihr nach nur einem Schluck Met. Ihr inneres Feuer gierte danach. Und als ob es die anderen wüssten wurde sie auf ihre Laune oftmals angesprochen. Zügle dey Berserker!" Wenn sie wüssten. Der Berserker war es nicht.
Der Thain hingegen sprach immer: "Fynde dey innere Mitte!" Nen Dreck würde Anndra gerade finden. Sie benötigte einen Anker, einen Gegenpol der sie jederzeit runterholen konnte, wenn sie mal wieder wie ein Pulverfass hochgehen könnte...
Rannveig war mittlerweile ja schon von ihrem Meditationslauf zurück und hatte sich entschieden. Sie würde zum Schwert ausgebildet werden. Eine Herausforderung für Anndra, ihr gegenüber streng zu sein und sie nicht nur als Herzsistr zu sehen.
Es kamen neue Schwerter und einige Schwerter gingen zu ihrem Rudel zurück. Sie fragte sich immer wieder, warum sich einige bei ihnen nicht wohlfühlen würden. Sie waren doch ein Rudel. Ein Rudel was zusammenhielt.
"Schee zu sehen, wye dat Rudel am Feuer hock.", waren Anndras Gedanken als sie in ihr Methorn sah. Frisches Quellwasser. Und wie sehr dürstete es ihr nach nur einem Schluck Met. Ihr inneres Feuer gierte danach. Und als ob es die anderen wüssten wurde sie auf ihre Laune oftmals angesprochen. Zügle dey Berserker!" Wenn sie wüssten. Der Berserker war es nicht.
Der Thain hingegen sprach immer: "Fynde dey innere Mitte!" Nen Dreck würde Anndra gerade finden. Sie benötigte einen Anker, einen Gegenpol der sie jederzeit runterholen konnte, wenn sie mal wieder wie ein Pulverfass hochgehen könnte...
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Gast
Elof stand mal wieder im Fort und verkündete Neuigkeiten. So wurde auch auch das güldene Schreiben angemerkt, dass durch einen Boten dem Fort überbracht wurde. Es handelte sich hier um die Einladung zur Ehrung der Leistungen im Kampf gegen die Pantherfratzen bei Schwingenstein.
Anndra hob eine Augenbraue und schüttelte lediglich den Kopf, als Elof ihr von dem Inhalt des Schreibens erzählte. Daraufhin machte sie sich auf den Weg, ihren "Anker" zu suchen, da sie gerade ihre innere Mitte verloren hatte.
Als sie endlich Steyn im Fort gefunden hatte, prasselten die Worte über ihre Lippen:
"Dye Städder ham mal wyeder absolut key Ahnung. Mey führ dat Rudel durch de Schlacht un Rannveig hat als Schneiderin ihre Klynge geführt und bekommen nuadmal ne Eynladung zu dem Scheyss. Mal abjesehe davon, dat der Ulfrik sey Auge für de Städder verlor'n hat.
Drecksscheysse ehrley. Mey werd dem Norwin sage, dat er dat anmerke soll. Sollte sey nuad da wat von de Städder kommen, werd mey zukünftey 'nen Dreck für dye tun. Bey de Ahnen!"
Sie griff nach einem Met, vergoß den ersten Schluck in das Feuer und trank gierig aus dem Schlauch...
Anndra hob eine Augenbraue und schüttelte lediglich den Kopf, als Elof ihr von dem Inhalt des Schreibens erzählte. Daraufhin machte sie sich auf den Weg, ihren "Anker" zu suchen, da sie gerade ihre innere Mitte verloren hatte.
Als sie endlich Steyn im Fort gefunden hatte, prasselten die Worte über ihre Lippen:
"Dye Städder ham mal wyeder absolut key Ahnung. Mey führ dat Rudel durch de Schlacht un Rannveig hat als Schneiderin ihre Klynge geführt und bekommen nuadmal ne Eynladung zu dem Scheyss. Mal abjesehe davon, dat der Ulfrik sey Auge für de Städder verlor'n hat.
Drecksscheysse ehrley. Mey werd dem Norwin sage, dat er dat anmerke soll. Sollte sey nuad da wat von de Städder kommen, werd mey zukünftey 'nen Dreck für dye tun. Bey de Ahnen!"
Sie griff nach einem Met, vergoß den ersten Schluck in das Feuer und trank gierig aus dem Schlauch...
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Gast
"Wat hat dey denn erwartet, Weyb?" brummte der Hüne ihr entgegen. Offensichtlich missfiel es ihm genauso wie dem obersten Clansschwert. Zwar hatte er nicht bei Schwingenstein mitgekämpft, doch war es sein Rudel, welches nicht entsprechend ihrer Leistung behandelt wurden. Von Tag zu Tag schien er weniger von den Städdern zu halten. "Die sin un bleibe scheysse. Ehrley ma." er wand sich der Klippe zu und blickte von oben die steile Wand hinab. "Wurdet do nuad ma uff'n Met eyngelade, mh?" raunzte er weiter. Alsdann machte er einen Schritt zurück, wandt' sich der Thyrin zu und schmunzelte. Die Hacken gruben sich unter dem Gewicht des Riesen tief in den Boden. "Wölfin, es wird dye Zeit kommen wo sey uns wyeder um Hylfe bytten werden. Und denn schauen wey mal, vyelley kommt denn uch nur eyn thyrsche Kerl hyn. Oder wey schycken eynen Wachwolf." Er schnaufte, hob die Faust und donnerte sie der Frau auf die Schulter.
Dann setzte er sich wieder an den Rand der Klippe, ließ die Beine baumeln und grübelte über die derzeitige Situation. Sie stand hinter ihm und legte ihm ruhig die Hände auf die Schulter.
Zuletzt geändert von Gast am Mittwoch 30. März 2016, 21:06, insgesamt 3-mal geändert.