Doch damit war es nicht genug, das war nicht das Ziel und so stellten sie sich auf, die im blutroten Gewandt Gehüllten und ein schwerer Dunst legte sich über die Körper. Die Sprache der Letharen hallte durch die kleine Einbuchtung des Berges, ein Schreien, Stille, ein weiteres Schreien. Und dann hörte man die Waffen durch die engen Felsspalten gehen, das Jaulen von den Tieren der Wüste, die anscheinend gewillt waren den Schrein zu schützen, der bereits hier und da in Flammen aufging, durch das Wirken der Templer. So waren ihre Leben auch recht schnell vergebens und zurück blieben die Gebete, die jedem menschlichen Leib das Blut gefrierten. Ein Donnern, ein Grollen und das Bröckeln der Felsen, beendeten das Ritual der Blauhäute und zurück blieb ein zerstörter Schrein der Mutter, von Flammen umarmt und klares Wasser, was auf den ersten Blick keinerlei Unstimmigkeiten aufweiste. Eventuell war es ein Zeitvertreib, eventuell nur die Wut seiner Kinder auf ihre Schöpfung oder aber das Ganze ging tiefer als der erste Blick vermuten ließ.
Denn was an diesem Abend geboren wurde, sollte Unheil über das Land Menek'Ur bringen. Wo das letharische Volk anscheinend dachte, die Wasserversorgung der Verbrannten mit Gift zu versehen, hatte es einen anderen Effekt. Auch wenn es so nicht geplant war, schienen die Folgen verheerend zu sein: In den ersten Tagen sollte all das gar keinen großen Wirkungen offenbaren, doch wenn alles lief wie es sollte, würden langsam die Kakteen von innen beginnen zu sterben, der Sand sich an manchen Stellen dunkel färben und der Unheil des Volkes Alatars sich wie die schwarze Pest auf dem hellen Land verteilen. Es wurde angegriffen, ihre Heimat, nur dieses Mal nicht mit offenen Waffen, offenen Brüdern, Schwestern, Kriegern - es wurde das attackiert, wo die Beseitigung mehr erforderte als starke Janitschare, Hadcharime oder Familien. - Doch dafür zahlte nicht nur der Tote, dessen Blut dafür vergossen wurde, seinen Tribut, auch die leitende Lethra musste ihr Laster für diesen Kraftaufwand tragen, doch dieser blieb im Verborgenen, genau so wie die Pest, die ersten paar Tage...