Eine Armee für den Herrn

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Amylia
Beiträge: 104
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41

Eine Armee für den Herrn

Beitrag von Amylia »

Versuche deine Gedanken zu ordnen.
Auch wenn du zusehens höchste Schwierigkeiten damit hast, ist es unumstritten von Nöten,
herauszufinden, wie dein weiterer Weg verlaufen soll.


Nicht nur teures, gesprochenes Wort geisterte durch ihren überfüllt wirkenden Kopf,
auch bildhafte Erinnerungen an Mimiken und Gestiken hatten sich so sehr in ihr Hirn
gebrannt, wobei sie permanent versuchte, alles in Einklang zu bringen.
Jene trübe Frühlingsnacht wird eine der Langen und Schlaflosen sein.

Man erwartet eine Entscheidung von dir.
Fälle sie zeitnah und weise.
Als feste, ja gar unerschütterliche Gläubige des All-Einen, weißt du, was der richtige Weg ist.
Eine Armee für den Herrn.


Sicher war ihr klar, dass es keinen anderen Weg als diesen einen geben wird.
Dennoch fürchtete sich etwas in ihr, diesen Weg zu gehen, das Ungewisse,
das absolute Neuland, die Gefahr des Scheiterns.
Um all diese kreisenden, sie verrückt machenden Gedanken zu beenden,
saß sie inmitten der finsten Nacht am Sekretär nebst einer flackernden Kerze,
und verfasste ein Schreiben, welches direkt nach Vollendung, im Briefkasten
des Empfängers landete...


Des All-Einen Segen über euch,

wie gewünscht erhaltet ihr nun, schriftlich, meine Antwort
auf gestrige Unterhaltung und damit verbundene Frage.
Ihr wisst um meine Bedenken, weshalb ich Verständnis bei der Bitte
um Einräumung ausreichend Zeit erhoffe.
Nicht um etwa meine Entscheidung zu fällen, sondern in der Umsetzung jener.
Ich lebe für Alatar, meinen Herrn, meinen Gott; lebe nach den Geboten und Gesetzen.
Es gibt nur einen richtigen Weg, eben jenen den Alatar mich führt, bis ich den Platz finde,
an dem er mich sehen will.
Und ich danke ihm in jedem meiner Gebete, dass er mir zum Bestreiten dieses
sicher holprigen Weges, euch zur Seite stellte.
Niemanden anderen wüsste ich, mit dem ich jemals bereit wäre und den Mut hätte,
Alatars Wille und Geboten gemeinsam zu folgen.

Möge Alatar gefallen was er sieht,
und mögen wir ihn mit unserem Tun in seinem Willen stützen.

Amylia

*unten angefügt finden sich irgendwie privater wirkend noch ein paar Zeilen*
Ich hoffe Rigah hat die erste Nacht bei euch gut überstanden.
Meine Hoftore steht euch zweien jederzeit offen.
Zuletzt geändert von Amylia am Montag 22. Februar 2016, 20:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Geron Lichtwall
Beiträge: 28
Registriert: Donnerstag 28. Mai 2015, 22:24

Beitrag von Geron Lichtwall »

Wer fleißig ist verdient es Essen auf den Tisch zu bekommen, wenn auch wir davon überzeugt sind dem Reichtum abzuschwören. Sich völlig aufgeben und nur mit dem Nötigsten zurechtkommen, dass war das was man ihm beigebracht hatte. Denn nur unter dieser Bedingung kann man frei sein. Frei von dem Gefühl keinen Platz in Nileth Azur zu finden.
Das bedeutet aber auch sein Leben ganz dem All Einen zu widmen und ihm mit Loyalität bis zum letzten Atemzug zur Seite zu stehen. Viele junge Menschen in Rahal konnten diese Ansicht nicht teilen, konnten nicht verstehen warum man so Fanatisch nach den Geboten des Panthers lebt. Der Sinn dahinter, ein perfekter Gläubiger werden zu wollen wurde oft Missverstanden.
Die Vergangenheit vieler Menschen ist düster, gekoppelt an viele schlechte Erinnerungen. Er selbst ist zwar ebenfalls Opfer solcher Begebenheiten, doch konnte er stets den Sinn dahinter erkennen. Fortgeschickt von den Eltern, der Verlust seines Wolfes, die tanzenden Flammen über seiner Heimat. Doch all jenes führte ihn schließlich nach Gerimor. Wenn auch das Schiff brüchig wurde und Geron in Bajard strandete, führte der Herr ihn nach Rahal. In die Hauptstadt des All Einen selbst.
Nun aber gab es eine neue Situation. Ein guter Diener schenkt Alatar Kinder, und zwar nicht nur eins. Wenn man darüber nachdenkt könnte man von Bett zu Bett springen, doch in eine Beziehung zu investieren hält einige Vorteile parat. Man kann die Entwicklung beobachten, wissen dass man dem Herren auch gute Männer zur Seite stellt. Man kann direkt all die Werte vermitteln die es braucht um einen Platz in Rahal zu finden.
Wichtig aber war es, sich auf seinen Weg zu fokussieren. Das Ziel war bereits gesteckt. Ein jemand der Geron kennt wusste worum es sich dabei handelt. Doch hatte es auch jemand geschafft die Neugier des jungen zu entfachen. Ebenso Gläubig, ebenso fest in ihren Werten und Ansichten. Nicht auf den Mund gefallen und sicher auch Konfliktfähig. Jemand der es schaffte Geron in einem passenden Augenblick den Boden unter den Füssen zu stehlen und in den Schnee zu schubsen.
Mit eben jener Dame unterhielt er sich des Öfteren.. verbrachte Zeit mit ihr und lernte ihr Handwerk zu schätzen. Sie hatten etwas übrig füreinander, keine Frage. Doch als besagte Dame dann mit einem Wolfsjungen überraschte, stand Gerons Entscheidung bezüglich der Damenwelt fest. Umso mehr freute er sich über eingetroffene Nachricht die zugleich eine Entscheidung enthielt.
Mit schwungvollen Lettern begann er eine Antwort zu verfassen und lies sie alsbald zu ihrem Hof bringen.

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Des Herren allmächtiger Segen mit euch.
Euer schrieb erreichte mich mit großer Freude, und meinen Begleiter ebenfalls. Wenn auch Rigah seine erste Nacht mit großem wohlwollen hier verbracht hat, bemerkte er sogleich von wem dieser Brief entsandt wurde. Jene Zeit die ihr euch nehmen wollt, soll euch zuteil werden. Ihr wisst wo ihr mich finden könnt wenn es euch danach beliebt. Ich werde mich vorerst im Hintergrund bewegen.
Möge die schützende Pranke des Herren stets über euch wachen.


Geron Lichtwall
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