Ein gefährlicher Abend

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Keylon von Salberg
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Ein gefährlicher Abend

Beitrag von Keylon von Salberg »

Natürlich sorgten sie sich alle um Kiara aber am meisten nahm es wohl Amelie mit.
Aber auch Keylon machte sich Vorwürfe, das jede Spur der er gefolgt war ins Nichts geführt hatten und er keinen Erfolg aufweisen konnte.
So saßen er, Zak und Amelie auch an diesem Abend zusammen um zu überlegen wie es weitergehen konnte.
Niemand machte Keylon einen Vorwurf daraus das er sie nicht hatte finden können, aber es wusste auch keiner wie es weitergehen sollte.
Aufgeben wollte jedenfalls keiner von ihnen. Das war auch nicht die Mentalität der Familie.
Wie hatte Key seinem Bruder bei gemeinsamen Raufereien immer zugerufen?
„Kein Rückzug! Kein Aufgeben.“
Und irgendwie war das zwischen ihnen ein unausgesprochenes Versprechen geworden.
Amelie war so in Sorge das sie gar selber auf die Suche gehen wollte, was Keylon nicht guthieß und ein Blick zu seinem Bruder, zeigte ihm das dieser genauso dachte.
Im Gespräch mutmaßte man darüber wo Kiara noch sein konnte, und bei Amelies Aufzählungen schoss Keylon ein Gedanke durch den Kopf.
Drakhon.
Was wenn Drakhon mal wieder zugeschlagen hatte.
Nur zögerlich äußerte er seine Überlegung und Amelie war es die sofort zu dem Rabendiener aufbrechen wollte, aber Keylon wehrte ab. Auf keinen Fall wollte er seine Schwester in Gefahr bringen, sie war keine Kämpferin.
Aber das war sein Bruder eigentlich auch nicht, auch wenn er ein guter Athlet und Faustkämpfer war, und er sich nun ebenso meldete ihn zu Drakhon zu begleiten.
Gut immerhin war er einigermaßen guter Bogenschütze und auf der Jagd immer eine gute Hilfe.

Vor Monden schon, als der Rachedurst gegen den Rabendiener noch heiß in ihm brodelte, hatte er seinem Widersacher nachstellen und ausspionieren lassen.
So hatte er dessen Wohnort herausgefunden, und gemeinsam mit einigen Freunden auch die Umgebung genauestens sondiert.
Wo kam man am Besten ungesehen an das Haus ran.
Wo standen die nächsten Rahaler Wachen.
Noch aus dieser Zeit wusste Keylon alles darüber und Zak war nur zu gern bereit mit ihm dorthin zu gehen. Wenn Kiara dort war, würde es sich jedenfalls lohnen.
Amelie jedenfalls, war nur mit Mühe dazu zu bringen nicht mit zu gehen und so ritten die beiden Brüder alleine los.
Die Pferde ließ man abseits stehen, und schlich sich dann vorsichtig an das Haus Drakhons heran.
Zak hatte von Anfang an klar gestellt das man sofort den Rückzug antreten würde, falls es zu Schwierigkeiten kommen würde, und auch Keylon war nicht unbedingt daran interessiert Drakhon all zu Nahe zu kommen. Einen Kampf würde man auf alle Fälle aus dem Weg gehn wollen.

Die Nacht, war auf ihrer Seite.
Wolkenverhangen, spendete der Mond nicht zu viel Licht, und so kamen sie unendeckt an das Haus heran.
Durch ein Fenster konnten sie den Rabendiener sehen, wie er im Erdgeschoss an einem Tisch saß und irgendwelche Schriften verfasste.
Noch aus Kindertagen... von vielen gemeinsamen Schandtaten geprägt verstanden die beiden Brüder sich blind.
Keylon deutete nur auf den Balkon, dann auf sich, auf seine Augen und auf Drakhon und Zak verstand sofort.
Gemeinsam schlichen sie zu der Seite an dem der Balkon war und Keylon half seinem älteren Bruder hinauf.
Dann begab er sich wieder an das Fenster um seinen verhassten Widersacher zu beobachten, während Zak sich im Haus soweit als möglich umsah.
Wie gerne hätte Keylon gehandelt und nicht einfach dem Mann, der für den Tod seines „Sohnes“ und so vielen Anderen verantwortlich war , zugesehen.
Alte Begebenheiten, Erinnerungen nahmen wieder von ihm Besitz.
Die schlimme Verwundung seines Armes, das er fast nicht mehr hätte ein Schwert führen können. Die Narbe in seinem Gesicht, das eingebrannte „D“ in seinem Nacken ...
Drakhon.
Alles Drakhon.
Alleine der Name verursachte Übelkeit und ihn nun hier so friedich vor sich zu sehen, weckte erneut Zorn und Rachegelüste in ihm.
Doch Arwan... und auch Helisande hatten ganze Arbeit geleistet.
Rache war nie ein Weg.
Und jetzt und hier würde er nur seinen Bruder in Gefahr bringen.
Aber das ... war er längst.

Was genau Drakhon hatte aufschrecken lassen vermochte Keylon nicht zu sagen aber der Mann ... oder was immer auch er war, am Schreibtisch hob alarmiert den Kopf und sah in Richtung einer Treppe.
Zahrak war aufgeflogen.
Sofort hob Keylon beide Hände an die Lippen und wie ungefähr, harmlos anmutend ahmte er den Schrei einer Nachtigall nach, der Zak warnte.
Während der Rabendiener langsam die Treppe hinauf schritt, Keylon nervös unter dem Balkon wartete eilte sein Bruder schon heran.
Zum Glück war dieser durchtrainiert genug, behende über die Brüstung und mit Hilfe seines Bruders herab zu springen, denn Augenblick später stand auch ER schon auf dem Balkon.
Drakhon!
Unfähig sich zu bewegen, starrte Keylon ihm entgegen, während in seinem Kopf auf einmal die Stimme seines Erzfeindes zu hören war. „Keylon... wie schön.“ und schon begann sich der Mann in einen Raben zu verwandeln. Noch während sich bei Keylon die Nackenhaare aufstellten, griff Zak nach dem Arm seines Bruders. „Keylon... KOMM! Wir müssen weg.“
Doch es war zu spät.
Noch bevor sich Drakhon in einen Raben verwandelte, hatte er gehandelt.
Hinter den beiden Brüdern erhob sich ein schierer Wall von Untoten, und so fand ihre Flucht ein jähes Ende. Ohne es zugeben zu wollen ergriff Panik von Keylon Besitz.
Angst aber auch vor allem um seinen Bruder.

Der Rabe landete vor ihnen und die Gestalt wuchs wieder zu dem Mann den sie kannten, der ihnen sich nun süffisant lächelnd näherte.
Mit einem Griff zog Keylon, den Zweihänder, den er Tatze getauft hatte vom Rücken und warf ihm seinen Bruder zu, der diesen eher ungelenk fing. Er wirkte nicht ungeschickt aber doch vermochte man zu erkennen das er definitiv kein Kämpfer war.
Keylon selber zog sein Schwert. Kampflos würden sie hier nicht untergehen, obwohl er eigentlich genau das vermeiden wollte.
Einen Kampf....
Nun gut... eigentlich hatte er ja auch Drakhon gar nicht erst gegenüber treten wollen.
Drakhon blieb mit gutem Abstand zu ihnen stehen und meinte schlicht. „Guten Abend.“
Etwas verdutzt blickte Keylon zurück. Aber was hatte er erwartet? „Willkommen?“ oder „Freut mich.“ oder „Stirb?“
Er jedenfalls fand es angebracht seine Unsicherheit zu überspielen und spie ihm ein „Wo ist Kiara!“ entgegen.
Die kurze Verblüffung des Rabendieners konnte nicht gespielt sein als er fragte „Kiara?“
Keylon begriff... Hier jedenfalls war ihre Schwester nicht. Dafür aber nun sie.
„Rede du.“ bat er seinen Bruder und drehte sich gen der Untoten, die still da standen, wohl auf Befehle ihres Herrn wartend.
Was genau Zahrak sprach, vermochte Keylon im Nachhinein nicht zu sagen, er suchte die Schwachstelle in dem Pul von Untoten hinter sich und befand das sie keine große Gefahr für ihn darstellten. Sie waren zahlreich aber es waren keine der wirklich gefährlichen Kreaturen.
Mit Glück würden sie durchbrechen können.

Erst als eine weitere Person hin zu trat, die er schnell als Ritter Bruchstein ausmachte, drehte sich Keylon wieder zurück.
Die Situation verbesserte sich nicht wirklich für die beiden Brüder.
„Fortuna... begleitet heute nicht..eure Wege.. Keylon..ich fürchte... euer Hier sein muss.. bestraft werden“ ließ sich Drakhon vernehmen und Keylon schüttelte den Kopf. „Wohl nicht nein“ antwortete er „aber wir wollten gerade ... gehen und bestrafen ... ich fürchte das heute kein guter Tag dafür ist.“
Und auch Zak ließ sich vernehmen. „Wie schade, dass.. der Herd im Heim noch brennt. Das muss wohl warten.“ damit wechselte er mit seinem Bruder einen Blick der ihm bedeutet die Flucht an zu treten. während in Drakhons Hand ein Stab materialisierte.
„Nun Herr Sokarth wird sich gewiss die Gelegenheit nicht entgehen lassen, seinen Wert unter
dem Herren zu beweisen.“ mischte sich nun auch der Rahaler Ritter ein.
Keylon fühlte sich sofort herausgefordert und fauchte „Ich kennen seinen Wert und seid euch versichert auch ein Rabendiener vermag zu bluten.“ denn auch Key hatte einmal mit dem Schwert über den Mann obsiegen können.
Der Blick mit dem Drakhon ihn nun bedachte war alles andere als Hoffnungsbringend.
Jetzt hatte er wohl die volle Aufmerksamkeit des Rabendieners und hatte damit ihre Situation nicht wirklich einfacher gemacht
Neben ihm stöhnte Zak auf und während Drakhon sich auf einen Kampf vorbereitete, scheidete Keylon zur allgemeinen Verblüffung sein Schwert.
„Was soll das werden?“ fuhr der Rabendiener ihn an. „ Ich bin enttäuscht.. ihr versucht nicht einmal..um euer leben zu kämpfen..?“
Und ob Keylon wollte, aber Kampf war nicht immer die Lösung, das hatte er gelernt, und Zahrak neben ihm bedeutete ihm sich auf eine Flucht vor zu bereiten.
Als Drakhons Stimme in seinem Kopf ihm ein „Zieht euer Schwert, wozu tragt ihr es sonst.“ zischte, zuckte er zusammen und zog es auch...
Doch nicht aus dem Grund den man wohl annehmen würde.
„Nun ich würde annehmen das man euch gewiss als Gast aufnehmen würde... es dauert ja einige Zeit einen Galgen auszubauen.“ Ließ sich der Ritter nun vernehmen, und Zak antwortete direkt darauf. „ Also ich bin für ein kleines Fangenspiel. Das macht viel mehr Spaß..“ „Eure Torheiten werden hier und heute ein Ende finden.“
Keylon bereitete sich auf den Lauf vor. „Viellicht können wir das vertagen?“
Zak, berührte ihn mit der Schulter, ein kleines Zeichen, dann rief er „Wie in alten Zeiten.“
Dann sprintete er schon los.
Die Untoten waren viel zu langsam und so brach er mit vollem Körpergewicht einfach durch sie hindurch.
Keylon folgte ihm, wenn auch Flucht nicht wirklich in seinem Naturell lag. Aber Selbstmord noch viel weniger.
Im Gegensatz zu seinem Bruder schlug er sich mit dem Schwert seinen Weg durch die inzwischen reagierenden Untoten, die ihnen nur langsam folgten, und so stoben sie so schnell es ging in Richtung ihre Pferde.
Zu ihrem Glück folgte ihnen kein Rabe.

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Zuletzt geändert von Keylon von Salberg am Freitag 12. Februar 2016, 04:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Keylon von Salberg
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Beitrag von Keylon von Salberg »

Als wäre Kra‘thor persönlich hinter ihnen her, preschten sie davon sobald sie ihre Pferde erreicht hatten. Wer wusste denn auch schon wie schnell Raben fliegen konnten, und sie wollten keinesfalls eine Spur zu ihrer Familie legen und so keuchte Zak auch schon ihrer beiden Gedanken.
„Adoran... weg von der Familie, irgendwohin wo viele Menschen sind.“
So wählten sie ohne sich absprechen zu müssen das Lehrhospital... oder Keylon wählte es, da er voran ritt.
Abends, selbst spät abends saßen dort immer noch der ein oder andere meistens sogar mit Gästen, auf einen Tee.
Alleine jedenfalls war man dort nie und genau das wollten sie ja in diesem Moment nicht. Torjan und Malena boten immer etwas Normalität und wenn dann vielleicht noch ein oder zwei Gäste da waren, würde das schon reichen. Ein Rabe jedenfalls, würde ihnen bis hier hin nicht folgen können, selbst wenn es sich dabei um einen verwandelten Drakhon handeln würde.
Noch bis zur Tür des Hospitals fühlten sie sich als würden sie verfolgt.
Ob dies wirklich so war? Bloße Einbildung da war sich Keylon sicher, doch Sicher war sicher, und so sprang er aus dem Sattel, noch ehe sein Pferd stand.

Ihr gehetztes Erscheinen im Hospital glich eher einem Überfall, als einem einfachem Besuch.
Balduin der gerade einen Tasse Tee an die Lippen führen wollte starrte sie somit natürlich auch alarmiert an. „Wassen los Jungs? Brennt was?“ fragte er sofort, und Keylon wurde mit einem Schlag klar das das Lehrhospital wohl doch keine so gute Wahl gewesen war und er und sein Bruder nicht gerade das Bild von friedlich spazieren gehenden Bürgern abgaben.
Zumal zwar wie gehofft einige Gäste anwesend waren, aber ebenso einige Wissbegierige, die gerade eine Lehr oder Diskussionsstunde im Hospital gelauscht hatten.
So sahen einige Leute mehr als gewünscht ihren unfreiwilligen Auftritt, und das darunter unter anderem wohl der Baron, die Frau Oberstleutnant waren, trug nicht gerade zu Keylons Frieden bei und so antwortete er so ruhig und neutral wie möglich „Alles gut.“
Auch Zahrak neben ihm nickte noch immer schwer atmend und stimmte ihm zu.
„Wir haben ... hatten ... alles gut..“
Nicht nur Balduin war aufmerksam geworden, auch Lucien sah den beiden Brüder argwöhnisch entgegen und meinte. „Jeder der das behauptet hat was ausgefressen.“
Wie Recht Lucien doch hatte, doch würde Keylon das sicher nicht zugeben.
Doch alleine schon ihr Aufzug war Geständnis genug.
Die weiten Mäntel vermochten kaum das Rüstzeug zu verbergen das sie trugen, und die Pferde draußen schweißnass.
Erneut versicherte man das alles Gut war, als genau die Person die Treppe herab kam, von der Keylon im stillen annahm das sie ihm schon an der Nasenspitze ansehen konnte, wenn er etwas ausgefressen hatte.
Frau Oberstleutnant, Lady Helisande von Senheit, auch der Drache genannt.
Die Person die für Keylon seinem Onkel Arwan in Respekt und Ansehen am nächsten kam.
Ihm wurde heiß und kalt zugleich.
Genau Ihr hatte er an diesem Abend sicher nicht begegnen wollen.
Blass werdend wisperte er gen seines Bruders „Eine ganz ganz dumme Idee.
Jener nickte und antwortete ihm genauso leise. „ Salbergtismus. Reicht das?“
Damit schielte er auch schon zur Ausgangstür als Helisande sie bereits mit ihrem Blick fixierte. „Herr Salberg?“ meinte sie nur und beide Brüder fühlten sich sofort angesprochen, und antworteten zeitgleich und mit einer Verneigung.
Während Zahrak ein „Lady Helisande..“ sprach, waren Keylons Worte „Krone und Reich zur Ehr. Lady Helisande.“
Auch er verspürt zum zweite Mal an diesem Abend den unbändigen Wunsch irgendwie die Flucht zu ergreifen.
Lucien der die ganze Situation schier amüsiert beobachtete ließ sich nun leise vernehmen.
„Alles in bester Ordnung, ja ja. Setzt nur die Flucht nach hinten an. Wenn es nicht so offensichtlich wäre, wäre es fast lustig.“
Keylon warf ihm ob dessen Worte einen fast bösen Blick zu.
„Wir wollten nur einen Tee trinken.“ versuchte er sich heraus zu reden, doch wusste im selben Moment das sie verloren hatten.

Ohne ihnen eines Blickes zu würdigen zog Helisande sich, wie nebenbei, ihre Handschuhe an, um mit einer eher betont ruhigen Stimme zu fragen
„Will ich in kurzen, präzisen Sätzen hören warum Ihr beide hier mit Unschuldsmienen auftretet?“
Oh, Keylon kannte diese Stimme nur zu genau und hätte am liebsten „Nein“ gerufen aber ihm fehlten sichtlich die rechten Worte, doch zum scheinbar schien sein Bruder inzwischen die Situation wieder im Griff zu haben, und bat die Ritterin um ein Wort, und so traten die Beiden ins Freie hinaus.
Keylon folgte stumm. Ein jeder konnte mal Mist bauen, aber wichtig war dann, das man auch dazu stand.
Er überließ seinem Bruder das Reden und beobachtete still die Ritterin, die noch immer den Eindruck machte, als würde sie die ganze Sache nur am Rande interessieren.
Doch Keylon kannte sie schon lange genug um zu wissen das Äußerlichkeiten bei Helisande nicht auf ihren Gemütszustand schließen ließen. So unaufmerksam sie auch scheinen mochte, bekam sie alles nur zu genau mit.
So ruhig sie sich jetzt gab ... oh es würde Ärger geben. Mächtigen Ärger.
Auch Adelena würde ihm Grollen wenn sie davon erfuhr.
Hatte er ihr doch einmal gesagt er würde Drakhon nicht mehr suchen. Sie würde sicherlich enttäuscht sein, das er sich und seinen Bruder in Gefahr gebracht hatte.
Enttäuscht? Wütend... und sie hatte ja Recht. Er hatte sich nie wieder so unüberlegt in etwas so Dummes stürzen wollen, aber anscheinend hatte er dieses Versprechen nicht einhalten können, war in alte Verhaltensmuster gefallen. Arwan würde ihm eine Standpauke halten und... gut... Arwan war nicht hier... dafür die Ritterin die mit genauso wenig Worten ihm die Schuldgefühle einbläuen würde.
„Also Salbergtismus heißt in diesem Fall, ... Drakhon...“ unterbrach Zahrak seine Gedankengänge und sofort ruckte der Blick der Frau Oberstleutnant hinauf.
„Ich höre?“
Keylon seufzte, es war ja klar das sie sich mit dieser Aussage nicht zufrieden geben würde, und Zahrak war daraufhin in Zugzwang gebracht, eine genauere Erklärung ab zu geben, was ihn ins Stocken brachte und etwas hilfesuchend zu seinem Bruder blicken ließ.

„Wir... „ begann er dann von Neuem. „...Ich hab ihn begleitet.. nach.. Grenzwarth. ... Um, mh.. „ ihm fehlten die Worte während Helisande ungewohnt freundlich eigentlich wiederholt.
„Grenzwarth ..."
Zahrak fuhr schnell fort „Dumme Idee ich weiß, aber wir hatten die Befürchtung das er was mit dem Verschwinden unserer Schwester zu tun hat.“
Keylon überkam das ungute Gefühl in einem Sumpf zu stecken in dem er tiefer und tiefer sackte, und so warf er wie ein Rettungsanker ein „Wir sind natürlich nicht offen hin. Von hinten kommt man ungesehen ans Haus, und dann sind wir bei im eingebrochen. Über den Balkon war es einfach.“
Das es genau die falschen Worte waren, bemerkte er sofort, als er sie ausgesprochen hatte.
Da änderte auch Zahraks Tritt nichts mehr.
Der Blick der Ritterin haftete auf den Beiden Brüdern und Zak fügte dann ausweichend hinzu,
„Aye, und das ganze ist nicht so wirklich nach Plan verlaufen.“ dann jedoch schwieg auch er schnell als der Blick der Ritterin bohrend wurde. „Plan? Ihr hattet einen Plan?“
Zahrak nickte. „Hmhm... Kiara finden, und unbeschadet wieder zurückkommen. Zumindest Teil 2 vom Plan hat funktioniert.“
Helisande holte ganz ruhig und tief Luft. „Und wer war der Urheber dieses ... Planes?“
Zak schien zu überlegen, wollte etwas sagen, schwieg um dann doch kleinlaut zu antworten.
„Keylon. Und ich hab ihn begleitet, weil ich ihn nicht allein gehen lassen wollte. Lady es....“

Diesmal ließ die Ritterin ihn nicht aussprechen. „Herr Salberg. Der Schönere von Beiden. Habt ihr einen Schild dabei?“
Die beiden Brüder mussten ich nicht mal absprechen wer gemeint war, und so antwortet Zahrak trocken mit einem Nein, habe ich nicht.
So wandte sich Helisande mit einem Lächeln an Keylon.
„Habt ihr Eines? Der nicht Schönere“ und als Keylon bejahte, forderte sie dieses Schild von ihm er übergab es ihr, Böses ahnend.
Die Ritterin wog das Schild nachdenklich in den Händen, dann holte sie aus und versetzte ihm und seinem Bruder damit je einen Schlag der nicht zu fest aber doch gut gezielt war, das es weh tat.
„ Ihr habt doch beide einen an der Pfanne!“ fauchte sie nun
„Ein Einbruch auf Feindesland bei einem Rabendiener und dann noch ohne Rückendeckung!„
Zak blieb Regungslos stehen während Key einen Schritt zurück taumelte.
„Jawohl. Dumme Idee. Lady Helisande.“ Ließ er sich schon fast automatisch vernehmen, während die Lady weiter schimpfte. „Ihr beide seid so dämlich Ihr würdet von dem Seuchenvogel glatt noch einen Sack schmutzige Wäsche stehlen. Flachpinselfarbklecksverschmierer! “
Zak schaute bei ihren Worten aus seinen vor Dreck starrenden Mantel und meinte nun fast patzig. „Der ist nicht gestohlen das ist verdammtes Untotenge... dreckse.“
Helisande ließ ihn nicht ausreden und meinte weiter „Ihr beide geht gründlich Baden und ihr werdet dieses Schelmenstück bei Akoluth Antorius beichten gehen.“ damit drückte sie Keylon dessen Schild mit einem einfachem „Danke“ zurück in dessen Hände, um dann mit einem
„Wohlen Abend noch, ich gehe jetzt ... Dinge tun.“ die beiden Brüder stehen zu lassen um sich auf ihr Pferd zu schwingen und davon zu reiten.
Keylon blickte ihr noch einen Moment etwas verdattert nach, während Zahrak wortlos auf sei sein Pferd stieg, und davon ritt um endlich die stinkende Kleidung los zu werden.
Keylon zögerte nur einen Moment, dann folgte er seinem Bruder.

<<< To be continued>>>
Zuletzt geändert von Keylon von Salberg am Freitag 12. Februar 2016, 13:24, insgesamt 1-mal geändert.
Zahrak Salberg

Beitrag von Zahrak Salberg »

"[...]wenn mir nochmal an die Ohren dringt, dass du mit deinem Bruder in Grenzwarther Häuser einbrecht, schwöre ich dir, dass das was du dir von Helisande anhören musstest ein Klacks ist, im Gegensatz zu dem, was dich bei mir erwartet.[...]"
Noch auf dem Heimweg grollte er beim Gedanken an diese Zeilen vor sich hin. Warum bei Kra'thor musste er nun dafür sorgen, dass Keylon sich endlich wie ein Erwachsener benahm? Warum glaubten alle, er würde so was freiwillig machen? Und warum frug niemand vorher nach, warum er es tatsächlich gemacht hatte? War es so schwer zu verstehen, dass er Keylon nur nicht allein dorthin und seine kleine Schwester nicht in der vermeintlichen Gefangenschaft lassen wollte? "Flachpinselfarbklecksverschmierer" Ihre genialen Wortneuerfindungen konnte Helisande sonst wo in die Welt hinaus posaunen. Oder ihre hochgradig produktiven Turmschildkeulen. Es war wirklich Glück, dass _das_ in der Öffentlichkeit passiert war und dass sie mittlerweile adelig war. "Ihr werdet dieses Schelmenstück bei Akoluth Antorius beichten gehen." Erwartete sie das ernsthaft von ihm? Nicht mal in zehn Jahren würde er zur Beichte dort antanzen!
An diesem Abend hatte es genau vier Dinge gebraucht, um ihn wieder gesellschaftstauglich zu bekommen. Ein zügiger Ritt ohne Rücksicht auf Verluste, ein Glimmstängel, ein paar Runden Faustkampf an der öffentlichen Trainingspuppe und schließlich eine Abkühlung im Adorini. Fast schon zu kalt, aber es wirkte, um den Hitzkopf des ältesten Salbergs sich beruhigen zu lassen. Nicht, dass er seine Meinung zur Situation und der Beichte dadurch geändert oder nur irgend was anders gemacht hätte. Aber immerhin waren die Folgetage wieder unbeschwert, wenngleich sich die erste Nacht noch erfolgreich um Drakhon drehte. Es war zu hoffen, dass Drakhon das dank des kalten Entzugs wieder aufbrodelnde Temperament des Familienoberhauptes nicht weiter strapazieren würde...
Die Hoffnung stirbt zwar zuletzt, aber wer zuletzt lacht, lacht am besten!

<<< To be continued>>>
Zuletzt geändert von Zahrak Salberg am Sonntag 14. Februar 2016, 22:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Keylon von Salberg
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Beitrag von Keylon von Salberg »

Es war am Ende nicht Akoluth Antorius, sondern Diakonin Demarkes die ihn im Kloster empfing und mit der er über die Geschichte sprach, oder wie es Helisande nennen würde, beichtete.
Ruhig hörte sie sich alles an um dann noch einmal zusammen zu fassen.
„Auf der Suche nach Informationen über Eure Schwester, habt Ihr Euch zusammen mit Eurem Bruder zu Drakhons Haus begeben, dass Ihr vor Monden einmal ausspioniert habt, inzwischen also Änderungen hätte aufweisen können, seid hin geschlichen, und während sich jemand, und zwar Drakhon höchstselbst, im Haus als anwesend befand habt Ihr Euch dennoch entschieden einzusteigen umzusehen, um dann doch in eine Konfrontation zu geraten wegen fehlender einbrecherischer Fähigkeiten. Und es gleich wohl eher Wunder oder Glück, dass man dem auch noch entkommen konnte.“

Florentine Demarkes, Diakonin der Kirche es lichten Pantheons hatte alles auf den Punkt gebracht, wenn auch Keylon eigentlich für seinen Bruder hätte sprechen können das dieser sich schon sehr geschickt angestellt hatte . Doch schwieg er lieber darüber und meinte nur in der Hoffnung das damit alles endlich vorbei war „Genau so trug es sich zu.“
Die Diakonin nickte nur verständig, ruhigen Gemütes meinte sie dann.
„Also Gut. Was denkt Ihr im Nachhinein über Eure Unternehmung?“
Keylon zuckte die Schultern und war eigentlich noch immer von der Ausführung nicht wirklich enttäuscht, dennoch zählte er seine alte Schwäche auf. "Ich war zu ungeduldig, Hitzköpfig und habe nicht genug darüber Nachgedacht.“ meinte er dann ehrlich und Florentine entgegnete

„ Drei Aufgaben für euch .. so Ihr willens seid sie anzunehmen.
Zum einen, nachdem Ihr nun selbst sagt, Ihr habt nicht gut genug darüber nachgedacht, denkt noch einmal genau darüber nach und schreibt nieder was Ihr alles nicht bedacht habt und hättet anders machen sollen.

Zum Zweiten werdet Ihr mit den Erkenntnissen der ersten Aufgabe einen ausführlichen Plan ausarbeiten, wie es hätte laufen sollen im besten Fall. Durchaus mehrere Ideen möglich. Eure Ausarbeitung eines vernünftigen und durchdachten Planes legt Ihr dann Lady Helisande oder der Frau Oberstleuntnant zur Prüfung vor. So sie zufrieden ist ist die Aufgabe abgeschlossen und ich seh mir das Ergebnis an. „

Keylon starrte die Diakonin entgeistert an. „Bitte was?“ er blinzelte etwas ungläubig.
„Lady Helisande? Die frisst mich wenn ich jetzt damit nochmal ankomme, der Baron meinte es wäre vom Tisch.“
Florentine schenkte ihm ein beruhigendes Lächeln. „Dann richtet Ihr bitte aus es wäre schön, wenn sie Euch nicht fressen würde. Falls es doch passiert, dann seid Ihr hoffentlich gut genug verdaut, dass es keine Spuren hinterlässt.“
Keylon lächelte nur schief und meinte nur matt „Gut, ich richte es ihr aus,“ worauf auch die Diakonin leicht schmunzelte und dann fortfuhr.

„Zum dritten, Herr Salberg ... da ich das untrügliche Gefühl habe ihr stolpert öfter in solche Dinge hinein... hätte ich gerne eine Ausarbeitung über die Tugend Geistigkeit von Euch. : Das muss kein Buch werden, aber es muss zeigen, dass Ihr Euch damit auseinandergesetzt habt. Sollte Lady Helisande oder die Frau Oberstleuntnant fragen weshalb sie bei euren
Planungsversuchen zu Rate gezogen werden soll, dann nennt gerne ihre langjährigen Erfahrungen als Grund, Sie wird wohl beurteilen können was ein guter und was ein schlechter Plan ist. Das sind jetzt keine Aufgaben die innerhalb weniger Tage erledigt sein müssen, aber ich hoffe doch es wird hin und wieder etwas darüber zu hören sein und auch einen Abschluss finden ehe mir das erste graue Haar wächst oder die Aufgaben von Euch vergessen gehofft sind. Ich vergesse sie nicht“
. versicherte sie ihm und richtete sich wieder auf um den junge Mann vor sich an zu blicken.
Keylon begegnete ihrem Blick ruhig, neigte den Kopf und entgegnete dann. „Jawohl eurer Gnaden.“
Die Aufgaben waren abgesteckt.
So ein einfacher ...Plan...
Das da jetzt so ein Rattenschwanz nachkam, damit hatte Keylon nun absolut nicht mit gerechnet, vor allem Helisande damit jetzt noch einmal mit zu belästigen.
Das würde er sich am liebsten so lang wie möglich aufbewahren, aber anders herum, es so schnell wie möglich hinter sich bringen wäre wahrscheinlich besser.
Fehler begehen ...konnte jeder, aber dann sollte man auch dazu stehen und die Suppe auch auslöffeln. Egal was dahinter noch kommen sollte.




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Drakhon Sokarth
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Beitrag von Drakhon Sokarth »

„Schlafende Raben soll man nicht wecken…“

Einen Moment lang betrachtete er das fälschlich zeitlose, maskengleiche Gesicht im kleinen Spiegel. Er war müde, eine Müdigkeit die kein Schlaf mehr zu lindern vermochte. Er war gelangweilt von einer Welt die sich in Belanglosigkeiten verlor, Freundschaft, Güte, Liebe, Habgier, Hass und Zorn. Es waren von Menschen geschaffene Worte um die Gaben der Götter zu beschreiben, unzulänglich.
Das Licht eines Menschen lodert hell aber kurz darin liegt ihre größte Stärke, ihre Anpassungsfähigkeit ihre Wandlungsfähigkeit ebenso wie ihre größte Schwäche, Vergessen.

Was waren die Menschen für ihn, Vieh, Behältnisse für das, wonach es seinem Herren verlangte. Er spürte seinen ewigen Hunger das unstillbare Verlangen nach den Essenzen der menschlichen Seele.
„Der Krieg ist vorüber und die Welt liegt im winterlichen Schlaf, doch ruht nicht meine Diener, wenn der Schnee taut erwacht und tragt meinen Willen in die Welt.“
Die Worte hallten in seinen Erinnerungen nach, der eisige Wind trug sie nach der letzten Schlacht vor Schwingenstein an die Ohren der Diener und er hatte sie über die vergangenen Monate beinahe vergessen, zumindest bis jetzt.

Wie so oft saß er auch an diesem Abend vor seinen Unterlagen, den Körper in den massiven Stuhl gelehnt betrachtete er das einzelne, im Glas schwebende Auge, dass einwenig Abseits auf der Arbeitsfläche stand. Die vergangenen Tage waren unerwartet ereignisreich, eine merkwürdige Aneinanderreihung von Zufällen, würde er an Zufälle glauben und sie alle hatten einen gemeinsamen Nenner, Salberg.
Ihr Besuch kam unerwartet, natürlich wusste er um die Risiken seiner bekannten Lebensweise als Rabendiener, doch seine Wachsamkeit ließ mit den Jahren nach, er war selbstgefällig geworden oder hatte er schlichtweg die Torheit dieser Menschen unterschätzt?
Wieder einmal war es Keylon und dieses Mal kam er nicht allein, auf der Suche nach dieser Kiara. War es nun Mut, Verzweiflung, Unvernunft oder war es gar Kra`thor selbst der ihnen einflüsterte ihre Schritte nach Westen zu lenkten, zum Haus des alten Rabendieners.

Diese infame Zurschaustellung ihres Leichtsinns, in gewisser Weise beeindruckten sie ihn, sie riskierten ihr Leben für eine bloße Vermutung, für die winzige Hoffnung sie würden hier finden wonach sie suchten, wenngleich vergebens.
Salberg, viel zu lange schon, viel zu oft schon kreuzten sich ihre Wege und mehr als einmal störte dieser Name seine Pläne.
Sie hatten ihm in den Federhandschuh entgegen geworfen, ob nun bewusst oder nicht und er würde diese Geste beantworten.
Doch sie sollen nicht der einzige Besuch bleiben in diesen Tagen. Malachai, ein Name den er seit vielen Jahren nicht mehr vernommen hatte und plötzlich stand auch er an seiner Schwelle. Wenngleich die Worte die gesprochen wurden keine direkte Drohung beinhalteten machte er klar worum es ihm ging. Die Fäden des Schicksal hatten ihn mit den Salbergs verknüpft und er stellte klar, dass wenn nötig auch er im kommenden seine Züge machen würde auch wenn er offen ließ auf welcher Seite und in welcher Weise. Ein gediegener Meuchler und Mörder, ein Wolf der sich zwischen den Schafen des Ostens verbarg und dessen Rolle wohl bedacht werden wollte.

Und dann die „Herrin Varunas“, ein Kind allein und schutzlos vor den Toren der toten Stadt, erfüllt von kindlicher Wut und Trauer, ein eigenwilliger Anblick. Und wieder dieser Name, Salberg. Er gab ihr ein Geschenk, einen kleinen Götzen des Raben selbst und wie er erwartete wurde es rasch entdeckt und vernichtet, doch es würde seine Wirkung nicht verfehlen, Angst war ein schlechter Berater und dieses Spiel hatte gerade erst begonnen und dieses mal würde er es nicht allein spielen.

„Der Blick des Raben bringt den Tot, der Blick des Raben raubt die Seele… der Blick des Raben richtet sich nach Osten.“
Nathelia Salberg

Beitrag von Nathelia Salberg »

Der Rabe war böse wurde ihr erklärt. Jeder Rabe ist böse. Sie sprach schon immer mit den Tieren, sie hörten zu, verurteilten sie nicht. Es gab keine Verbote und sie wurde nicht ausgelacht. Es war soviel einfacher als mit Menschen zu reden. Den Tieren konnte sie jeden Gedanken mitteilen.
Sie hatte so viele Gedanken. Sie konnte nicht aufhören zu denken. Am liebsten hätte sie ihren Kopf ins tiefe Wasser gesteckt und aufgehört mit dem Denken. Sie hatte auch versucht zu reden. Mit ihrer Mutter, ihren Onkeln, mit Taliara, mit Shyra mit den Tieren. Doch die Tiere sollen plötzlich auch nicht mehr alle freundlich sein. Sie hatte so viele Gefühle in sich. Sie wusste nicht wohin damit. Und der Ort für ihre Wut, war nun verboten worden. Reden sollte sie, damit sie besser schlafen würde. Sie schlief schon immer schlecht. Wie konnte Reden da helfen.

Ihrer Mutter machte sich immer so viele Sorgen. Sie selbst war jedoch froh, wenn sie am nächsten Morgen nicht wieder mit blauen Flecken und Beulen aufwachte. Denn die Träume begleiteten sie schon lange. Seit sie ihre Mutter gefunden hatte, waren weitere schreckliche Dinge passiert, und eigentlich erwartete sie auch immer weitere, denn sie kannte es nicht anders. Sie hatte große Angst, das all das Gute was jetzt da war wieder verschwinden würde. Wenn sie davon erzählte, wurde sie beschwichtigt. Ihr wurde erklärt, dass man schon auf sie aufpassen würde. Sie glaubte diese Worte eigentlich. Aber die Angst wich nicht. Ihre Familie hatte große Probleme, das konnte sie jedem ansehen, denn sie beobachtete auch viel. Mit großen Problemen konnten auch noch mehr Dinge passieren. Sie hasste Streit, sie hasste es, wenn jemand wegging. Und sie hasste ihre Gedanken. „Wer an Glück glaubt, dem passiert auch Gutes.“ - so oder so ähnlich hatten ihre Verwandten ein Zitat eines anderen Verwandten erzählt. War das richtig? Und wenn ja, wie konnte sie ihre bösen Gedanken loswerden? Und diese dummen Gefühle? Sie hatte versucht sich ihren Verwandten ein wenig mehr zu öffnen, mit der Hoffnung dann nicht mehr zum Kloster zu müssen um zu reden. Aber sie hatte keinen Erfolg damit gehabt. Sie hatte Angst vor dem Besuch im Kloster, sie wusste noch nicht genau warum, vielleicht weil ihr Onkel gesagt hatte, Temora sähe sie dann genauer an und auf sie herab. Oder weil man von ihr erwartete, das sie all ihre Gedanken und Träume mitteilte. Das hatte sie noch nie getan. Aber ihre Mutter hatte soviel Sorge und eigentlich ging sie nur wegen ihr dort hin.

Die Tage nach dem Abend mit der Begegnung eines Rabens, verbrachte Millie viel in ihrer kleinen Baumburg neben dem Haus und dachte nach. Jede Begegnung mit anderen Kindern verunsicherte sie, aber sie wünschte sich auch Freunde. Bei den Kindern in Bajard kam sie sich unfähig vor und bei den Kindern in Berchgard dachte sie, dass man sie nicht mehr leiden kann, weil alle die sie kennen, (eigentlich ja nur ihre Ma und Lili) rummeckerten, sobald sie etwas sagte oder tun wollte. Das hatte sie so wütend gemacht, das sie bis heute noch nicht wieder mit Liliana geredet hatte. Und es hatte sie nach Varuna getrieben. Und zu dem Raben. Und in den nächsten Ärger. Sie vermisste ihre Freunde von früher. Aber auch sie waren nicht lange bei ihr gewesen.

Millie wusste das Wut nichts gutes bedeutet, aber sie konnte sie nicht so einfach wieder abstellen wenn sie da war. Vor Varuna rumzufluchen und Dingezu zerstören hatte ihr immer geholfen. Varuna und sie waren auch keine Freunde mehr. In den Stunden, die sie in ihrem Baumhaus verbrachte, setzte sie ihre Kuscheltiere um sich herum und redete leise mit ihnen. Sie wollte reden üben und ausprobieren, ob das überhaupt helfen könnte. Kuscheltiere waren doch nicht böse. Jedenfalls hatte davon noch keiner bisher gesprochen. Aber bei den Raben ja zuvor auch nicht. Wenn sie mit Menschen sprach, hatten ihre Worte oft irgendwelche Folgen. Das konnte sie nicht leiden, also sprach sie mit den Teddybären, Elchen und der Figur die sie von Torjan bekommen hatte, die Figur die immer alle Geschichten hören wollte. und sie sprach auch ein wenig mit ihrem Einhorn, das alle Worte an ihre Schwester Aries weiter trug. Sie vermisste Aries. Aries war immer bei ihr gewesen, alles war gut und sie hatte nicht soviel Angst. Da hatte sie auch noch nicht soviele Gedanken gehabt. Sie hatte immer Aries bei sich und sie haben viel unternommen. Damals hatte sie immer Ellie und Theresa bei sich. Ellie war seit kurzem wieder da, aber sie war noch so müde und Millie konnte ihr nicht sagen, das es hier vielleicht doch gefährlich und nicht alles gut war, denn sie wollte das Ellie für immer bei ihr blieb. Sie wollte, das alle die jetzt da waren, bei ihr blieben. Aber ihre Gedanken und Gefühle sagten ihr, das das nicht passieren würde. Irgendwann geht jeder weg. Oder man wird der Mutter geklaut und woanders hingebracht. Oder jemand musste woandershin zum lernen, wie Aries. Oder es gäbe Streit und alle gingen auseinander. Oder schlimmeres .. - wieder so viele Gedanken .. - wann hörte das nur auf?

Wenn ihr die Gedanken zuviel wurden, begann Millie durch die Gegend zu rennen, bis sie so müde und ausser Atem war, das sie nicht mehr nachdenken konnte. Sie war viel gerannt in den letzten Tagen und ihr taten schon die Beine weh. Sie musste Lucien unbedingt nach dem Ort für die Wut fragen. Aber dort durfte sie auch nicht alleine hin. Oder doch? Wäre ihr bloß dieser dumme Rabe bei Varuna nicht begegnet. Dann wäre alles nicht noch schlimmer geworden. Sie sollte rennen wenn sie einen sah. Aber ein bisschen drauf schießen ginge ja auch noch, oder nicht?
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Malachai Schwarzmourne
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Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

"Ernsthaft?", ging es Malachai nur durch den Kopf, als er auf die weiten des Meeres blickte. "Drakhon? Warum ausgerechnet Drakhon?", hallte es noch nach.

Wie schaffte Keylon es bloss immer, soviel Ärger anzuziehen? Hätte es nicht irgendein unbekannter Lethar oder Ritter sein können? Da wäre die Sache schnell aus der Welt geschaffen.

Doch so, musste Malachai anders vorgehen, besonnener, die Gedanken klar fokusiert. Er kannte Drakhon länger, als ihm vielleicht lieb ist. Er bewunderte zu einem gewissen Grad seine Gelassenheit, gepaart mit dem berechnenden Wesen, welches in ihm inne wohnte. Einige meinen, ihm wäre einfach alles egal, doch dies stimmte nicht. Er wusste nur, dass gezeigte Emotionen zuviel über einem Preis geben könnten.

Ein sorgenvoller Blick auf einem geliebten Menschen, und der Feind kennt die Archillesverse. Ein unüberlegter, aus Wut resultierender Angriff, ein lauter Schrei, und der Gegenüber weiß, dass das taktische Vorgehen zunichte gemacht wurde.

Und genauso musste Malachai nun vorgehen. Zuerst brauchte er die Beweggründe seiner alten Nemesis. Rein aus Spaß agierte Drakhon hier nicht, dafür waren die Aktionen zu kontinuierlich. Rache für das eigene Ego könnten der Grund sein. Und Malachai liess sich seine Überraschung nicht anmerken, als er im Hause des Rabendieners stand und seinen Worten lauschten. Der Tatsache, dass Keylon Salberg und Drakhons Wege sich schon mehr als einmal, sogar lange, bevor er das Land aufsuchte, kreuzten.

Als nächstes musste er die Mitspieler wissen. Wie auf einem Schachbrett, werden die Figuren gestellt und dann nach und nach gezogen. Malachai machte klar, dass, wenn die Seiden des Schicksals ineinander verworben werden, er auch das Spielfeld betritt. Auf wessen Seite...das ist die große Frage. So wie Drakhon bedacht war, nur zu erzählen, was erzählt werden muss, tat Malachai es ihm gleich.

Ja schon damals, ob im Wort- oder Schwertduell, waren beide sich ebenbürdig und jeder Kampf gegen ihn liess Malachais Kampfeslust in die Höhe schnellen, nur um ebenso zu verblassen und sich zu wünschen, dies möge der letzte Kampf gewesen sein.

Die beiden, nun doch in die Jahre gekommenen Männer, die einst auf sovielen Seiten gegen soviele Feinde antraten, verband die Vergangenheit umso mehr auch eine Person, dessen Erbe und das Zollen des Respekts jener ausreichte, dass noch keiner den anderen die Kehle durchschnitt. Noch nicht.

Malachai griff in die Tasche und holte zwei hölzerne Figuren heraus. Eine weiß, die andere Schwarz. Er liess sie durch die Finger gleiten.

Drakhons Worte gingen nicht einfach an ihm vorbei. Akkribisch merkte er sich jede Silbe, deutete heraus, was genau sie bedeuten könnten und agierten so. Einfaches schwelgen in Erinnerung war es schon lange nicht mehr. Der Rabendiener machte Malachai seine eigenen Facetten und seine Erfolge in den Schlachten für diverse Institutionen. Ja, Malachai stand schon in vielen Reihen, er tat törrichte Dinge, weil er sie tun konnte, weil er nichts fürchten musste. Er schlug Menschen, dessen alleiniges Widerwort einem den Kopf kosten konnte. So mächtig war sein Name unter den Reihen, soviele Verbündete standen ihm in den Schatten bereit.

Nun wird gewartet, der erste Zug muss geschehen. Doch wenn Drakhon mit dem Gedanken spielt, weitere Parteien und Menschen auf das Brett zu stellen, war Malachai eine Person schon bewusst, die er involvieren müsste. Einer, der sein stetiger Verbündeter war...jener, der als einziges Malachai die Kehle durchschneiden würde, wenn es sein müsste.

Malachai steckte die Figuren in die Tasche, drehte sich vom Meer weg und entglitt nach und nach in den Schatten.
Vorher, würde er sich Keylon noch schnappen und ihn mit dem neuen Wissen konfrontieren. Er brauchte ein klares Bild, beider Seiten, wenn Malachai seine Ziele in diesem Spiel erreichen wollen würde.
Zuletzt geändert von Malachai Schwarzmourne am Donnerstag 18. Februar 2016, 18:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Christo
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Beitrag von Christo »

Müßig setzte sich Fames an seinen Tisch zurück nachdem er Drakhon die Türe hinter dem Rücken verschlossen hatte. Grade erst war er auf seinen eigenen Weg gegangen und schon kreuzten aufeinmal Wege den seinen die vorher nur parallel gelaufen waren.

"Kennst du die Salbergs.. du hast doch im Reich gelebt"

Dumme Frage, wenn auch notwendig wie er zugeben musste. Sicher kannte er die Salbergs von vielen Plakaten und von einigen Treffen. Er erinnerte sich sogar in Zusammenhang mit der Garde an sie und das war auch der einzige eche Knackpunkt warum er sich dann doch der Sache anschloss.

In Gedanken suchte er nach seinem Tintenfass, ging bereits jene Personen durch die Antwort auf Drakhons Frage für ihn vielleicht hatten, bedachte Orte an dennen er selbst die Finger ausstrecken konnte und welche Gefallen man vielleicht Einfordern könnte. Mit dem Tintenfass in der Hand kam ihm dann aber auch noch ein anderer Satz in den Kopf.

"Die alten Zeiten holen uns also mal wieder ein ?"

Oder ehr.. Personen aus diesen. Ob er einen gewissen Namen kennen würde... nein kannte er nicht. Vielleicht war es besser so ob der Beschreibung. Er selbst war als Meister des Raben wie Drakhon auch sicher ein gutes Gewicht in dem Konflickt und sollte man mehr brauchen.. würde man mehr Rufen.


Neben sich greifend... biss er in das frische noch leicht blutige Fleisch auf das Drakhon ihn Hunger gemacht hatte.
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Keylon von Salberg
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Beitrag von Keylon von Salberg »

Milli ...
Das es Drakhon war der ihr diese Puppe gegeben hatte, daran zweifelte Keylon keinen Moment lang.
Amelie war mit ihr zu ihm und Adelena gekommen, nachdem der RABE ihr etwas geflüstert hatte. Ihr eine Puppe gegeben hatte die sicher mehr als nur eine Puppe war.

Ausgerechnet Milli.
Er liebte die Kleine als wäre sie seine eigene Tochter, und wieder einmal kroch der Zorn in ihm hoch und er wäre natürlich am liebsten losgestürmt und hätte dieser verdorbenen Seele eines Rabendieners ein für alle Male den Gar ausgemacht.
Aber er hätte das letzte mal fast zu viel verloren um den Fehler noch einmal zu machen. Des weiteren war er inzwischen älter... besonnener, so hoffte er jedenfalls, um blindlings los zu stürmen. Rache war kein tugendhaftes Motiv,

Hatte er Angst vor Drakhon?
Schon lange nicht mehr ... Aber er hatte Angst. Angst um seine Familie und die die ihm Nahe standen.
Er konnte von Glück sagen das Drakhon noch nichts über Adelena wusste.
Aber das er Milli ausgesucht hatte war hoffentlich nur ein Zufall gewesen. Wenn er gewusst hätte wieviel sie ihm wirklich bedeutete, hätte er sich sicher gar nicht erst gehen lassen.
Doch was sollte er weiter tun.
Sie hatte lange darüber gesprochen, auch mit Adelena, Malachai und Zak, und man war zu dem Schluß gekommen das man sich nicht rühren würde.
Einfach der Hoffnung halber das das Ganze wieder einschlafen würde, und Drakhon die Sache Vergessen ließ.
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Keylon von Salberg
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Beitrag von Keylon von Salberg »

Lange hatte es gedauert aber endlich hatte er sich dran gesetzt.
Oder anders ... es hatte nicht gedauert, er hatte es schlichtweg vergessen gehabt, das die Diakonin Demarkes ihm eine Aufgabe gegeben hatte.
Einen vernünftigen und durchdachten Plan, wie es hätte laufen können. Einen Plan mit dem die Lady zufrieden gewesen wäre.
Ehrlich gesagt? Den gab es nicht.
Auch sein Bruder hatte ihm den wortwörtlichen Vogel gezeigt als er von ihm dazu Hilfe gefordert hatte, und er hatte die einzigsten Worte gesagt die er eh schon auf dem Blatt Papier gehabt hatte.

„Die will wahrscheinlich eh nur einen Satz hören. Helisande hat gar keinen Bock sich nen zweiseitigen Bericht über so viel Schwachsinn auf einem Haufen durchzulesen. Ein Satz, Key.“
Zahrak hatte Recht gehabt. Und so packte Keylon einige Pergamente, zusammen.
Ein Stapel von sicher 10 Seiten, doch nur auf die erste Seite schrieb er etwas.


„Temoras Segen Lady Helisande,

Ihr erinnert euch sicher an dem Abend als ihr den hübscheren von uns Salbers nach einem Schilde gefragt hattet und mir den Auftrag später übertrugt im Kloster zu beichten.
Dies tat ich und Diakonin Demarkes trug mir auf einen vernünftigen und durchdachteren Plan, wie es hätte laufen können Euch vor zu legen.
Auf meinen Hinweis das ihr mich fressen würdet wenn ich jetzt noch einmal damit ankommen würde, belächelte sie mit dem Hinweis ich solle euch ausrichten, das es schön wäre wenn ihr mich nicht fressen würdet, und falls doch, solltet ich mich gut genug verdauen, auf das es keine Spuren hinterließe.
Von daher meine Bitte, mich doch unverseht zu lassen.
Hier jedenfalls ist der einzigste Plan, außer sich gar nicht erst weiter um das Verschwinden meiner Schwester zu kümmern.

Erster Punkt.
Nochmals nachdrücklich auf das Verschwinden meiner Schwester hin zu deuten.
Zahrak hatte es gemeldet, aber es war nicht weiter weitergegeben worden.
Meine Pflicht wäre es gewesen diesen Punkt noch einmal an zu gehen, was ich jedoch nicht tat, da meine Schwester des öfteren über Wochen verschwand.

Zweiter Punkt:
Wir hätten das Regiment um Suchhilfe bitten sollen.

Dritter Punkt:
Wir hätten Drakhon niemals alleine Aufsuchen sollen.

Ich hoffe das dieses Darlegung eurer Wohlwollen finden wird.

Hochachtungvoll

Keylon Salberg.


Die Blätter dahinter ließ Keylon leer und strich sie einfach durch.
Einfach für Helisande der Hinweis das sie das Glück hatte nur einen Bogen Pergament lesen zu müssen.
So ausgestattet machte er sich auf um die Ritterin zu suchen.
Zuletzt geändert von Keylon von Salberg am Dienstag 29. März 2016, 16:46, insgesamt 1-mal geändert.
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