Als die Schritte der in giftgrünen Kleidern vermummte Gestalt sich wieder in Richtung Westen bewegen, kann man das Jammern des wuchtigen Echsenwesens noch in der Ferne hören. Nicht nur, dass sie schlimmen Hunger hatte, nein, sie wurde auch noch in Fesseln gelegt, wodurch jegliche Bewegungen eingeschränkt wurden. Ihr Atem ging schwer und nicht nur, dass der Geruch des Wesens generell fast unerträglich erschien, war es auch der Mundgeruch, der sich in die Nasen ätzte und verschnupfte Nebenhöhlen freiräumte wie Kräuter vom Schwarzmarkt. Doch sonst, sonst wirkte das Tier recht 'friedlich'. Es ergab sich Befehlen, Weisungen, folgte wenn man forderte, solange man ihm Nahrung gab. Nahrung in Massen, so würde vermutlich ein Reh nicht ausreichen um das Tier für einen Tag zufrieden zu stellen. Drei Rehe wären es schon eher, die seinen Hunger stillen und für einige Zeit so hörig machen, als wäre er nie in brutalen letharischen Händen gewesen.
Doch um so länger sich das Tier in der Gefangenschaft des Feindes, des Ostens, des Regimentes befand, um so seltsamer wurde das Ganze drumherum. Die ersten Tage konnte man nichts besonderes feststellen. Es war eben ein fremdes Wesen in einer fremden Umgebung, etwas womit man nicht oft zutun hatte, etwas Neues. Das es auch etwas Unsichtbares mit sich trug, verschleppt aus den Höhlen der Blauen, konnte nicht einmal ein Heiler erkennen. Krankheiten waren für die Letharen so fremd, dass nicht einmal ein Schupfen oder die Grippe die Kinder Alatars erreichte. So waren auch ihre Gefährten eher frei von körperlichen Schwächen. Doch dieses Tier schien nicht ohne Grund in gewisse Richtungen gelockt worden zu sein, dieses Tier trug etwas in sich, tief aus den giftigem Schlund des Axorns, was es nun verteilte, durch seinen Atem, in die Lungenwege des Feindes, bis hin zu den Knochen.
Wo es die ersten Tage lediglich unruhige Nächte waren, könnte es sich die nächsten Tage weitaus schlimmer entwickeln. Wo ein manches Immunsystem vielleicht gar keine Auffälligkeiten zeigt, wird ein Anderes regelrecht angegriffen. Das Essen fällt schwer und die Motivation an der Existenz sinkt ab. Man könnte depressiv werden, launisch, völlig am Boden zerstört. Wo schlechtes Wetter sonst ein Schulterzucken entlockte, kann es in diesen Tagen wie ein Zusammenbruch der Welt erscheinen. Man ist niedergeschlagen und jedes Ereignis ist wie eine Qual, eine Last und man wird zerfressen von Selbstzweifeln. Und das sollte wohl auch nur der Anfang des Unheils sein, welches das schwarze Vieh in den Osten bringen sollte. Sollte man denn nicht seinem Leben ein Aus setzen.
Magenknurren und das Regiment [Teilnahme erwünscht]
- Tarya Erskine
- Beiträge: 313
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Ich hatte an dem Abend anderweitiges zu tun gehabt, als die Palisade mit abzureißen.
Nichtsdestotrotz hatte man meiner bedacht.
Am Morgen hatte ich einen Zettel im Lazarett liegen, nur knapp bemessen, wie immer.
„Macht es nicht ganz kaputt, Feldheilerin“
Der frühmorgendliche Dienst war an sich schon schlimm genug, immerhin mochte ich das warme, weiche Bett, das ich verlassen hatte, nur um mich in Rüstung zu zwängen.
In solchen Momenten war die hochgelobte Dienstfresse die so mancher Soldat so unglaublich gerne an den Tag legte, auch Teil meines Gesichtes. Da ich lieber länger liegen bleibe, als aufzustehen und zu Frühstücken, hatte ich nicht mal meinen heiß geliebten morgendlichen Kakao gehabt.
„Spinner, allesamt“, knurrte ich, den Zettel in eine der Gürteltaschen schiebend, während ich mich umsah.
Kein Verletzter.
Also war am gestrigen Abend nichts sonderlich Schlimmes passiert, alle schienen ihre Hände und Füße noch zu haben (bei manchen Soldaten würde ich nicht gänzlich die Hand ins Feuer legen dafür), ein Glück für mich.
Keine Amputationen hieß, kein Blutgematsche am frühen Morgen.
Beruhigend!
Missmutig stiefelte ich also wieder aus dem Lazarett, vielleicht war jemand so klug gewesen…. Nein, das wiederfuhr nur Helisande.
Das die Soldaten ihr Mocca holten, wenn sie auch nur den leisten Anschein nach Missgunst ausstrahlte. Und das konnte sie zuweilen auf Kommando und in Perfektioneller Integrität.
Gut, aber vielleicht hatte Bensor Vorräte da gelassen, ehe er ausgetreten war.
Der Weg führte an einigen Kameraden, die schon ihren Dienst taten, vorbei: „Krone und Reich…zur Ehr…“, während ich mit meinem Koboldruf immer mal ein Lächeln abgreifen konnte (was ich eigentlich nett fand, lächelnde Menschen sind meistens umgänglicher, außer Helisande, mit der kann man am besten Arbeiten, wenn sie knitterig guckt, das darf ich nur nie jemandem sagen), musste ich den heutigen Anflug des Lächelns des Rekruten mit einem leisen brummen quittieren. Heute… zumindest um diese Uhrzeit, war kein Platz und keine Zeit zum Lächeln.
Vor Kakao ist vor jedem Lächeln.
Naja, außer…. Gut, Ausnahmen gibt es bekanntlich immer.
In der Küche angekommen, musste ich, nach vielem Gesuche und noch viel mehr Gefluche feststellen, es war alles da um Helisande mit Mocca zu überhäufen und ihr damit Glücksgefühle Intravenös einflößen zu können. Aber… wie zu erwarten… KEIN KAKAO!
Ich wandte mich mit noch viel schlechterer Laune ab und überlegte, ob ich mich eben aus dem Gebäude schleichen sollte, um mich am Kesselkakao gütlich zu tun. Ein paar Vorräte wären sicher nicht schlecht.
Allerdings musste ich die dann im Lazarett einschließen, sonst wären sie sicher innerhalb kürzester Zeit ….
Macht es nicht kaputt?
Der Gedanke, dass es sich vielleicht um einen Gefangenen handeln könnte, vielleicht… hm… welcher Herkunft auch immer, kam erst recht spät, aber die Anweisung war klar, immerhin musste ich mir die letzten Gefangenen auch immer angucken um deren Gesundheitszustand zu überprüfen.
Vielleicht hatte ich mal etwas Garstigeres als die Odstedt vor der Nase, was mich wirklich freuen würde.
Ich rieb mir die Hände und stiefelte – ein wenig besser gelaunt – in Richtung Zellentrakt.
Der Geruch und das Geräusch, das sich mir entgegen schlug, als ich die schwere Eisentüre aufschob, waren bombastisch.
Postwendend wurde mir anders.
„Was in Krathors Namen ist das?“, fluchte ich direkt erstmal los. Na, das erklärte warum es keine Aufzeichnung von gestern gab, die Name und Grund der Gefangenen Person angab.
„Macht es nicht kaputt, irgendwie…. Sinn… ja“, brabbelte ich und betrachtete das Echsenvieh erstmal von weitem.
„So, wir beide werden also für die nächste Zeit sowas wie…. Äh…. Spielgefährten“, auch wenn das Echsenvieh (natürlich) keine Antwort gab, erfolgte ein brummen, knurren und schnaufen.
Es kaute… kaute es da wirklich an einem Seil herum?
Hunger, gut.
„Was fisst’n du so?“, ich legte den Kopf schief und betrachtete die immer mal wieder aufblitzenden Zähne, während das Vieh so vor sich hin kaute.
„Fleischfresser, gut.“, Ein nicken erfolgte ehe ich mich abwandte und zur Türe hinaus stiefelte.
Einem der Rekruten wurde der Befehl erteilt, sich darum zu kümmern reichlich frisches, wenn möglich noch blutiges Fleisch und ein Haufen Fisch zu organisieren.
Manchmal hat es was für sich, Wachtmeister zu sein, jaja!
Ich wusste schon ganz genau, was ich wollte.
Der Rekrut, der eilig abstiefelte, wurde beauftragt, ins Lazarett zu kommen, wenn er alles fertig hätte.
Ich musste mich um gewisse Dinge kümmern.
Sedativa waren ein Anfang, jetzt begann das Forschen.
Trotz fehlendem Kakao und vorheriger schlechter Laune, legte sich nun ein Grinsen auf meine Züge.
Jetzt konnte der Tag nur besser werden.
Ein paar Stunden hörte man aus dem Labor nur leises Gemurmel, und Störungen werden mit lautem Keifen beantwortet.
Nichtsdestotrotz hatte man meiner bedacht.
Am Morgen hatte ich einen Zettel im Lazarett liegen, nur knapp bemessen, wie immer.
„Macht es nicht ganz kaputt, Feldheilerin“
Der frühmorgendliche Dienst war an sich schon schlimm genug, immerhin mochte ich das warme, weiche Bett, das ich verlassen hatte, nur um mich in Rüstung zu zwängen.
In solchen Momenten war die hochgelobte Dienstfresse die so mancher Soldat so unglaublich gerne an den Tag legte, auch Teil meines Gesichtes. Da ich lieber länger liegen bleibe, als aufzustehen und zu Frühstücken, hatte ich nicht mal meinen heiß geliebten morgendlichen Kakao gehabt.
„Spinner, allesamt“, knurrte ich, den Zettel in eine der Gürteltaschen schiebend, während ich mich umsah.
Kein Verletzter.
Also war am gestrigen Abend nichts sonderlich Schlimmes passiert, alle schienen ihre Hände und Füße noch zu haben (bei manchen Soldaten würde ich nicht gänzlich die Hand ins Feuer legen dafür), ein Glück für mich.
Keine Amputationen hieß, kein Blutgematsche am frühen Morgen.
Beruhigend!
Missmutig stiefelte ich also wieder aus dem Lazarett, vielleicht war jemand so klug gewesen…. Nein, das wiederfuhr nur Helisande.
Das die Soldaten ihr Mocca holten, wenn sie auch nur den leisten Anschein nach Missgunst ausstrahlte. Und das konnte sie zuweilen auf Kommando und in Perfektioneller Integrität.
Gut, aber vielleicht hatte Bensor Vorräte da gelassen, ehe er ausgetreten war.
Der Weg führte an einigen Kameraden, die schon ihren Dienst taten, vorbei: „Krone und Reich…zur Ehr…“, während ich mit meinem Koboldruf immer mal ein Lächeln abgreifen konnte (was ich eigentlich nett fand, lächelnde Menschen sind meistens umgänglicher, außer Helisande, mit der kann man am besten Arbeiten, wenn sie knitterig guckt, das darf ich nur nie jemandem sagen), musste ich den heutigen Anflug des Lächelns des Rekruten mit einem leisen brummen quittieren. Heute… zumindest um diese Uhrzeit, war kein Platz und keine Zeit zum Lächeln.
Vor Kakao ist vor jedem Lächeln.
Naja, außer…. Gut, Ausnahmen gibt es bekanntlich immer.
In der Küche angekommen, musste ich, nach vielem Gesuche und noch viel mehr Gefluche feststellen, es war alles da um Helisande mit Mocca zu überhäufen und ihr damit Glücksgefühle Intravenös einflößen zu können. Aber… wie zu erwarten… KEIN KAKAO!
Ich wandte mich mit noch viel schlechterer Laune ab und überlegte, ob ich mich eben aus dem Gebäude schleichen sollte, um mich am Kesselkakao gütlich zu tun. Ein paar Vorräte wären sicher nicht schlecht.
Allerdings musste ich die dann im Lazarett einschließen, sonst wären sie sicher innerhalb kürzester Zeit ….
Macht es nicht kaputt?
Der Gedanke, dass es sich vielleicht um einen Gefangenen handeln könnte, vielleicht… hm… welcher Herkunft auch immer, kam erst recht spät, aber die Anweisung war klar, immerhin musste ich mir die letzten Gefangenen auch immer angucken um deren Gesundheitszustand zu überprüfen.
Vielleicht hatte ich mal etwas Garstigeres als die Odstedt vor der Nase, was mich wirklich freuen würde.
Ich rieb mir die Hände und stiefelte – ein wenig besser gelaunt – in Richtung Zellentrakt.
Der Geruch und das Geräusch, das sich mir entgegen schlug, als ich die schwere Eisentüre aufschob, waren bombastisch.
Postwendend wurde mir anders.
„Was in Krathors Namen ist das?“, fluchte ich direkt erstmal los. Na, das erklärte warum es keine Aufzeichnung von gestern gab, die Name und Grund der Gefangenen Person angab.
„Macht es nicht kaputt, irgendwie…. Sinn… ja“, brabbelte ich und betrachtete das Echsenvieh erstmal von weitem.
„So, wir beide werden also für die nächste Zeit sowas wie…. Äh…. Spielgefährten“, auch wenn das Echsenvieh (natürlich) keine Antwort gab, erfolgte ein brummen, knurren und schnaufen.
Es kaute… kaute es da wirklich an einem Seil herum?
Hunger, gut.
„Was fisst’n du so?“, ich legte den Kopf schief und betrachtete die immer mal wieder aufblitzenden Zähne, während das Vieh so vor sich hin kaute.
„Fleischfresser, gut.“, Ein nicken erfolgte ehe ich mich abwandte und zur Türe hinaus stiefelte.
Einem der Rekruten wurde der Befehl erteilt, sich darum zu kümmern reichlich frisches, wenn möglich noch blutiges Fleisch und ein Haufen Fisch zu organisieren.
Manchmal hat es was für sich, Wachtmeister zu sein, jaja!
Ich wusste schon ganz genau, was ich wollte.
Der Rekrut, der eilig abstiefelte, wurde beauftragt, ins Lazarett zu kommen, wenn er alles fertig hätte.
Ich musste mich um gewisse Dinge kümmern.
Sedativa waren ein Anfang, jetzt begann das Forschen.
Trotz fehlendem Kakao und vorheriger schlechter Laune, legte sich nun ein Grinsen auf meine Züge.
Jetzt konnte der Tag nur besser werden.
Ein paar Stunden hörte man aus dem Labor nur leises Gemurmel, und Störungen werden mit lautem Keifen beantwortet.
Zuletzt geändert von Tarya Erskine am Donnerstag 4. Februar 2016, 12:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Gast
Um so länger man bei dem Tier forscht, um so deutlicher wird einem klar, dass die Letharen diese Tiere theoretisch auch als Kriegstiere nutzen könnten und sie so viel aushalten wie ein guter Soldat, auch ist kein Mangel an Körperkraft zu entdecken, wenn auch die Arme und Beine nicht so wirken, als hätten sie viel Muskeln in sich. Die Zähne können einen Schädel ohne Probleme zerbeißen, der Panzer dem Schnitt eines Schwertes gut entgegen und die Körperkraft einen vollgerüsteten Kämpfer schnell in die Schranken weisen. Man könnte fast meinen, dass diese Tiere keinerlei Schwachstellen besitzen, doch da trügt der Schein. Nicht das sie im Hellen fast wie blind sind, ist es auch die untere Seite ihres Leibes, die von diesem Schutzmantel an Schuppen nichts zu besitzen scheint. Sollte man also schaffen das Tier auf den Rücken zu werfen, wird man es schneiden können, ohne Probleme, wenn sich die Stelle auch nicht weit über seinen Leib zieht. Dazu kommt die Tatsache, dass sie nicht sonderlich klug sind, sie denken nicht wirklich eigenständig. Man kann sie führen, durch Nahrung und gewaltsame Zucht, aber sie würden sich wohl nie gegen einen auflehnen und eine Art Rebellion beginnen. Unterwürfig durch und durch und mit richtiger Führung die wahre Vernichter.
Doch das sollte nicht das Problem darstellen, was sich langsam wie eine dicke Schwade durch die Luft bewegt. Denn trotz der Tatsache, dass das Tier vollkommen gesund wirkt, trägt es diverse Krankheiten mit sich, die erst einmal nicht so in den Vordergrund treten, weil er selbst resistent gegen Gifte und Bakterien scheint. Was wohl daran liegt, aus was für einer Gegend er kommt. Doch die Realität sie anders aus. Wo es in den letzten Tagen für die, die dem Vieh zu nahe kamen, nur Depressionen waren, Missmut und negative Empfindungen, wirkt sich das Ganze mittlerweile mehr auf Psyche aus. Halluzinationen sind es mittlerweile, die sich in den Geist schleichen wollen. So sieht man statt dem engen Freund eventuell den Feind direkt vor der Nase stehen, eine Blauhaut, mit erhobener Klinge, die sich nur danach verzerrt das Blut des Gegenübers zu lecken. Oder aber man fühlt sich verfolgt, kommt sich vor als wäre man in einem fremden Körper und alles um einen herum frisst einen auf, wie ein Parasit. Eingeengt, uneinig mit sich selbst. Doch ist jeder Geist unterschiedlich, so wird sich das Gift, was sich lautlos verteilt und in Lungen, Herz und Seele schleicht, bei jedem einen anderen Effekt hervorrufen. Fakt ist allerdings, dass es nur ein Atemzug ist der ausreichen hätte können, in Beisein der Echse, der einem zu etwas vollkommen anderen formt - im Kopf. Denn abgesehen vom Verstand scheint nichts angegriffen zu werden.
Doch das sollte nicht das Problem darstellen, was sich langsam wie eine dicke Schwade durch die Luft bewegt. Denn trotz der Tatsache, dass das Tier vollkommen gesund wirkt, trägt es diverse Krankheiten mit sich, die erst einmal nicht so in den Vordergrund treten, weil er selbst resistent gegen Gifte und Bakterien scheint. Was wohl daran liegt, aus was für einer Gegend er kommt. Doch die Realität sie anders aus. Wo es in den letzten Tagen für die, die dem Vieh zu nahe kamen, nur Depressionen waren, Missmut und negative Empfindungen, wirkt sich das Ganze mittlerweile mehr auf Psyche aus. Halluzinationen sind es mittlerweile, die sich in den Geist schleichen wollen. So sieht man statt dem engen Freund eventuell den Feind direkt vor der Nase stehen, eine Blauhaut, mit erhobener Klinge, die sich nur danach verzerrt das Blut des Gegenübers zu lecken. Oder aber man fühlt sich verfolgt, kommt sich vor als wäre man in einem fremden Körper und alles um einen herum frisst einen auf, wie ein Parasit. Eingeengt, uneinig mit sich selbst. Doch ist jeder Geist unterschiedlich, so wird sich das Gift, was sich lautlos verteilt und in Lungen, Herz und Seele schleicht, bei jedem einen anderen Effekt hervorrufen. Fakt ist allerdings, dass es nur ein Atemzug ist der ausreichen hätte können, in Beisein der Echse, der einem zu etwas vollkommen anderen formt - im Kopf. Denn abgesehen vom Verstand scheint nichts angegriffen zu werden.
Zuletzt geändert von Gast am Sonntag 7. Februar 2016, 19:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Gast
Gemütlichen und doch, wie wohl stetig anhaftend mechanisch anmutend ging er jeden Morgen in der Kommandantur 'nach dem Rechten schauen'. Natürlich gab es nichts, was ihn wieder in den Dienst hätte rufen können. Außer vielleicht eine erneute Schlacht, die so gar keiner vorher gesehen hatte. Aber das war wahrlich unwahrscheinlich und so blieb es bei einer oblegatorischen Routine. Doch in den letzten zwei, drei Tagen wurde Balian immer stutziger. Manche Kollegen waren von einer Laune erfasst, die toppte jeden Kaluren auf Bierentzug. Heute war dann offenbar schon der Höhepunkt erreicht. Als er gerade etwa auf Höhe der Stallungen ankam, schrickte der Gardist Effert dort zusammen, als hätte er des Panthers Pranken selbst auf dem Steinboden vernommen. "STURMTHAL!", keuchte dieser laut aus, als er sich umdrehte. "So heiße ich, Gardist. Alles in Ordnung?" "Nein, nichts ist in Ordnung, Kamerad." Er wank ihn näher zu sich und als Balian dieser nonverbalen Aufforderung gefolgt war, redete er geheimnisvoll leise weiter: "Wir werden beobachtet. Von überall!!" Ein bedeutungsschwangeres Nicken untermalte seine von Balian liebevoll als 'geistloser Stuss' abgestempelte Worte und er schien es wirklich ernst zu mein. Der war nicht nur zu Scherzen aufgelegt. "Seid Ihr sicher, dass es Euch gut geht, Effert?" "Natürlich, wieso sollte dem nicht so sein, Kamerad?" "Weil Ihr so tut, als wäre der Panther persönlich hinter Euch her." "Ihr habt es erfasst, schlauer Junge!" Eine Braue zuckte im prompt angespannten Gesicht des Gardisten hoch. Es wurde einmal tief durchgeatmet, dann meinte er: "Sucht die Feldheilerin van Erskine auf, Ihr seid nicht normal." "Hm. War das ein Befehl?" Verwundert blickte Effert dem sich bereits wieder wendenden Sturmthal hinterher und dieser antwortete nur noch im Gehen: "Das war ein gut gemeinter Rat."
Und erst da bemerkte er auch den ungewohnten Geruch vom Lazarett aus. Das war gar kein Dung oder Pferdemist oder.. verbranntes Zeug von irgendwelchen alchemistischen Vorhaben. Verdutzt blieb er stehen und blickte zur schweren Metalltüre. Eklig schrill und laut wurde da auch schon der allübliche Hunger der Echse verkündet und es schien gar nicht mehr aufzuhören. Als startete es den Versuch, den Regimentlern so dermaßen penetrant auf die Nerven zu gehen, bis sie ihm was zu essen gaben. Vorsichtig drückte er die Türe auf und blickte fragenden Blickes in den Raum hinein. Schließlich staunte er nicht schlecht und murmelte etwas von "Warum bei der Herrin weiß ich noch nichts davon..?" vor sich hin, während er das Vieh anstarrte, welches natürlich genauso zurück starrte. Wieder dieses undefinierbare Geräusch und da stellte Balian direkt einmal die Fronten zwischen den Beiden klar: "Ich weiß nicht, wieso du hier bist und um ehrlich zu sein, sehe ich auch noch nicht den großen Sinn, dass du hier rum stänkerst, aber glaube ja nicht, dass ich dir außerhalb meines Dienstes und ohne Anweisung dazu nur irgend etwas Gutes tu!" Logischerweise verstand das Echsen artige Tier seine Worte nicht und maulte einfach weiter vor sich her. Auch noch, als der Lichtenthaler schon wieder raus war und die Tür hinter sich zugezogen hatte. Verrücktes Vieh...
Und erst da bemerkte er auch den ungewohnten Geruch vom Lazarett aus. Das war gar kein Dung oder Pferdemist oder.. verbranntes Zeug von irgendwelchen alchemistischen Vorhaben. Verdutzt blieb er stehen und blickte zur schweren Metalltüre. Eklig schrill und laut wurde da auch schon der allübliche Hunger der Echse verkündet und es schien gar nicht mehr aufzuhören. Als startete es den Versuch, den Regimentlern so dermaßen penetrant auf die Nerven zu gehen, bis sie ihm was zu essen gaben. Vorsichtig drückte er die Türe auf und blickte fragenden Blickes in den Raum hinein. Schließlich staunte er nicht schlecht und murmelte etwas von "Warum bei der Herrin weiß ich noch nichts davon..?" vor sich hin, während er das Vieh anstarrte, welches natürlich genauso zurück starrte. Wieder dieses undefinierbare Geräusch und da stellte Balian direkt einmal die Fronten zwischen den Beiden klar: "Ich weiß nicht, wieso du hier bist und um ehrlich zu sein, sehe ich auch noch nicht den großen Sinn, dass du hier rum stänkerst, aber glaube ja nicht, dass ich dir außerhalb meines Dienstes und ohne Anweisung dazu nur irgend etwas Gutes tu!" Logischerweise verstand das Echsen artige Tier seine Worte nicht und maulte einfach weiter vor sich her. Auch noch, als der Lichtenthaler schon wieder raus war und die Tür hinter sich zugezogen hatte. Verrücktes Vieh...
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Gast
Ich stand wie angewurzelt auf unserem Teppich, in unserem Heim und starrte ihn an. Erst ihn, dann die Klinge in seiner Hand, die er in meine Richtung streckte. Es kam mir vor als würde die Zeit an mir vorbei rauschen und als würde ich alles nochmal vor mir sehen, was wir je gemeinsam erlebt hatten. Ziemlich seltsam wenn man bedenkt, dass ich natürlich wusste das er mich damit vermutlich nicht töten könnte. Also wenn er gewollt hätte sicherlich, aber dazu hätte er hier schon andere Dinge mit einbeziehen müssen, der kleine Dolch würde wohl nur für kleine Wunden sorgen. Zum Abschrecken eben. Und doch rauschte die Zeit, in einem Ohr hinein, aus dem Anderen wieder hinaus. Und es war eine Unterhaltung die sich penetrant in meinen Kopf presste und für wenige Sekunden alles Andere wegdrückte.
"Denkst du ich würde dich schlagen?"
"Nein, Nathaniel, du würdest mich nie verletzen."
"Ja."
Und nun stand er da, mit dem Dolch und sprach mit mir, als wäre ich irgendein Fremder, der sich in unser Haus geschlichen hat und uns schaden wollte. Er erkannte mich nicht mehr und ich verstand nicht wieso. Ich hatte nur gefragt was er zu Essen haben wollte und nun befanden wir uns in einer Situation, die ich nicht einmal in meinen Träumen erwartet hätte. Ich versuchte ihn zu Vernunft zu rufen, erklärte ihm wer ich bin und hoffte er könnte die Verzweiflung hören. Das tat er auch, er war verwirrt, überrannt von Gefühlen und wirkte so, als hätte er die letzten Momente nicht einmal mitbekommen. Ich starrte ihn einfach nur an, nahm es hin und versuchte ruhig zu bleiben. So ging ich auf ihn zu und griff nach dem Dolch, nahm ihn von ihm fort und verließ das Haus. Ich untersagte ihm das Mitführen von Waffen hier in diesem Haus, er sollte sie ablegen an der Tür. Sicher wäre ich bei einem weiteren Aussetzer nicht, allerdings hätte ich dann zumindest mehr Zeit. Ich lächelte ihm dünn zu und brauchte Luft. Draußen, in der Nacht angekommen, fragte ich mich was das Regiment mit ihm machte. Was passierte dort, dass er so anders wurde. Ich dachte immer, dass die Nachtschichten ruhig wären. Doch ich irrte wohl? Hatte er bereits Leid erfahren?
"Denkst du ich würde dich schlagen?"
"Nein, Nathaniel, du würdest mich nie verletzen."
"Ja."
Und nun stand er da, mit dem Dolch und sprach mit mir, als wäre ich irgendein Fremder, der sich in unser Haus geschlichen hat und uns schaden wollte. Er erkannte mich nicht mehr und ich verstand nicht wieso. Ich hatte nur gefragt was er zu Essen haben wollte und nun befanden wir uns in einer Situation, die ich nicht einmal in meinen Träumen erwartet hätte. Ich versuchte ihn zu Vernunft zu rufen, erklärte ihm wer ich bin und hoffte er könnte die Verzweiflung hören. Das tat er auch, er war verwirrt, überrannt von Gefühlen und wirkte so, als hätte er die letzten Momente nicht einmal mitbekommen. Ich starrte ihn einfach nur an, nahm es hin und versuchte ruhig zu bleiben. So ging ich auf ihn zu und griff nach dem Dolch, nahm ihn von ihm fort und verließ das Haus. Ich untersagte ihm das Mitführen von Waffen hier in diesem Haus, er sollte sie ablegen an der Tür. Sicher wäre ich bei einem weiteren Aussetzer nicht, allerdings hätte ich dann zumindest mehr Zeit. Ich lächelte ihm dünn zu und brauchte Luft. Draußen, in der Nacht angekommen, fragte ich mich was das Regiment mit ihm machte. Was passierte dort, dass er so anders wurde. Ich dachte immer, dass die Nachtschichten ruhig wären. Doch ich irrte wohl? Hatte er bereits Leid erfahren?
Zuletzt geändert von Gast am Montag 8. Februar 2016, 23:00, insgesamt 1-mal geändert.