Der Geruch des Krieges [Kriegsvorbereitungen]

Gast

Beitrag von Gast »

Der Krieg forderte seinen Tribut ein. Die ersten Kameraden waren zeitweise vom Dienst befreit. Größere oder äußerst ungünstig platzierte Verletzungen hindereten sie daran, zuverlässig weiterkämpfen zu können. Umso mehr sahen sich die verbliebenen Soldaten in der Pflicht, die nun unbesetzten Aufgabengebiete noch mit zu übernehmen, damit keine Lücken in der Wachmannschaft entstanden. So übernahm auch Balian immer häufiger doch noch eine oder zumindest eine halbe Wachschicht, bevor er dann endlich schlafen gehen konnte. Das Essen wurde, wenn man dazu kam, während dem Wachestehen zu sich genommen. In der Regel tatsächlich auch im Stehen. Die Nächte waren kurz und wurden des öfteren unterbrochen. Der Feind suchte sich stellenweise unmenschliche Zeiten aus, zu denen er angriff. In den letzten Stundenläufen des letzten Tages war es schließlich ein heftiger Schlag geworden. Die Nordpallisade wurde angezündet, während man zum ebenso brennenden Küstenhof lief und diesen mit Hilfe von Liedwirkerei und Baumfällerei versuchte zu löschen, gab es auch noch Gemetzel mit dem Feind selbst. Etwa ab dem 21. Stundenlauf stand Balian unter Dauerstrom.
In voller Montur, mit gut und gerne 30-40kg auf den ganzen Körper verteilt, lief er hin und her. Den Eimer am Bach füllen, zurück zur Pallisade, dort den Eimer ausleeren und wieder von vorne. Dabei galt es nicht durch den massenhaft entstehenden Wasserdampf und Rauch zu ersticken oder sich von Hustenanfällen noch mehr aus der Puste bringen zu lassen. Gefühlte 12 Mal lief er hin und her, ehe sich im Süden eine riesige Rauchwolke abbildete. Der Küstenhof bei Rittersee stand lichterloh in Flammen. Und so machte sich ein 6 Mann starker Trupp auch noch dahin auf. Unter ihnen auch Balian. Selbiges Vorgehen startete auch dort, bis man merkte, dass man der Flammen so nicht Herr werden konnte. Wachtmeister Salberg hatte sich zur Berichterstattung nach Schwingenstein zurückgezogen und im selben Atemzug das Kommando an Balian abgegeben. Es wurde also sogleich nach einer Wasserfontäne geschrien. Die Liedkundigen im Trupp kümmerten sich darum, während alle Anderen die Bäume und den Zaun des Hofes abrissen, um dem Feuer keine Möglichkeit der Ausbreitung zu geben. Die lederne Gesichtsmaske schützte zwar größtenteils vorm Rauch, aber sie erschwerte das Atmen, was ohnehin schon schwer genug war, unter diesen Anstrengungen. Kaum hatten sie den Brand doch noch unter Kontrolle bekommen, wurden sie von einer gegnerischen Gruppe aus zwei Menschenfrauen und zwei Letharen abgefangen. Es kam viel zu schnell zum Gefecht und nur durch die glücklicherweise bereits heran nahende Verstärkung konnte Balians Trupp sich hinter die Pallisaden Schwingensteins zurückziehen. Auf dem Weg dorthin schaute er sich noch suchend um und sah alle Gesichter, die er sehen wollte. Einzig Nimron von den Eledhrim schien zum weiteren Kampf zurückgeblieben zu sein. Und so steuerte der frisch gebackene Gardist das Gästehaus an. Die Anderen konnten ab Schwingenstein selbst entscheiden, wie es ihnen erging und was sie tun wollten. Die wichtigsten Aufgaben waren erledigt worden.
Kaum hatte er sich aber vollkommen benebelter Sinne zum Gästehaus hoch geschleppt, spielte er nur noch 'Baum fällt'. Haltlos sank er auf seine bepanzerten Knie herunter und stützte sich nur noch mit den Händen am Boden ab. Schweiß lief wie ein Wasserfall über sein gesamtes Gesicht, der halb offene Pferdeschwanz klebte durchnässt von Regen und Schweiß an Stirn und Nacken fest und er zitterte am ganzen Körper. Neralon musste das laute Scheppern gehört haben und war raus gelaufen. Sorgsam kümmerte er sich direkt um ihn und später kam auch noch Eliana hinzu. Während die knallrote Farbe mit dunkel lila blauen Schatten und weißen Kränzen um Mund und Nase nicht aus Balians Gesicht weichen wollte, entledigten seine Helfer ihn von der Rüstung. Plattenteile und Lederrüstung wurden gelöst und abgelegt, ehe man feststellen konnte, dass trotz allen soldatischen Stolzes die Aussage stimmte. Balian war unverletzt geblieben und war einfach nur mehr als erschöpft. Mit Neralons Hilfe konnte er seinen Oberkörper abtrocknen und zog schließlich ein Robe über. Anschließend kümmerte Neralon sich noch um Elianas aufgerissene Naht, welche sie fahrlässig während der Löschaktionen und Kämpfe beansprucht hatte. Als auch das geschafft war, begaben sich die Beiden nach oben zu den Betten. Der Tag endete für sie mit viel Gerde über die jeweils eigene Vorgeschichte und erst zwischen der ersten und zweiten Stunde des neuen Tages sanken sie in einen tiefen Schlaf voller Erschöpfung.
Ja, Temora beschützt ewig...
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Keylon von Salberg
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Keylon von Salberg »

Schlaf ... was war Schlaf ?
Höchstens mal ein zwei Stunden... sicherlich hätte er sich einige Zeit mehr gönnen können, aber er fühlte sich zu sehr in der Pflicht. Die Wachtürme mussten besetzt sein,
Zum Teil übernahmen das jetzt schon Zivilisten weil Regimentler überall gebraucht wurden oder auch mal von den Heilern aus den Verkehr gezogen wurden um zu schlafen oder ihre Wunden zu pflegen.
Keylon wusste warum er diesen aus dem Wege ging.
Seine Nahrung selber bestand zumeist aus Kaffee oder starkem Mocca.
Er wunderte sich wie der Nachschub bei diesem Konsum überhaupt noch nachkam.
Aber was den Nachschub anging vollbrachte Heinrick wahrhafte Meisterleistungen.
Ein jeder ging hier bis und über seine Grenzen.
Immer wieder begegnete er Kameraden die er sofort in ein Bett schicken würde, aber er wusste, ihnen ging es genauso wie ihm und er sah wahrscheinlich nicht besser aus.
Jeder würde gerne ein oder zwei Mützen Schlaf nehmen wollen, aber keiner würde es tun, weil sie ihre Aufgaben viel zu Ernst nahmen, und kam es mal zu einem Einsatz war ein jeder auch trotz Müdigkeit zu 150 Prozent dabei.
Ja, sie waren schon ein besonderer Haufen und Keylon war froh nein .. fast Stolz ein teil davon zu sein.
Es gab auch wohl kaum jemanden der bisher keine Blessouren abbekommen hatte.
Da machte es keinen Unterschied ob Rekrut, Gardist oder Offizier.

Der heutige Tag hatte mit Regen und Schneefall begonnen.
Kaum mehr spürten sie die Gewichte der Rüstungen, da man sie eigentlich Tag und Nacht trug.
Keylon hatte sich zwei Stunden Schlaf gegönnt, und saß am Feuer als er sich aus seiner Tasche ein Tuch herausholte um sich das Haar einmal wieder trocken zu rubbeln, als sein Blick auf den Brief fiel den er eigentlich fast immer mit sich herumtrug.
Seine Familie schrieb ihm auch immer wieder und das gab ihm ebenso Kraft.
Dieser Brief jedoch war etwas besonderes für ihn.
Alleine zu wissen das er da war, die Worte nachspürend die darauf standen ließen sein Herz höher schlagen und träumen.
Träumen davon was sein würe nach dem Krieg. Er berührte ihn fast zärtlich mit dem Daumen bevor er ihn vorsichtig wieder fortsteckte. Wie einen Schatz den er nicht verlieren wollte.
So fing der Tag für ihn, trotz des Wetters eigentlich wieder gut an.

Am Nachmittag war es so ruhig das sie sich immer wieder ausruhen konnten.
Oft saßen sie am Feuer. Kaffee... Mocca machten die Runden und wohl ein jeder fragte sich was noch kommen würde.
Gegen Abend dann traten sie wieder an.
Frau Oberstleutnant gab die nächsten Befehle aus.
Sie Fässer geweihtes Wasser musste an den See gebracht werden. Dort geöffnet werden und von den Magiern wurde das Wasser dann so erhitzt das es als Rauch aufsteigen um als Regen wieder niederschlagen würde.
Das sollte den nahen Wald von den Untoten reinigen, und die Regimentler sollten dabei die Magier schützen.
Zu Keylons Überraschung ging Helisande nicht mit und übertrug ihm die Befehlsgewalt.
Es war wohl das erste Mal das Key dabei nicht nervös war.
Heinrick kümmerte sich um die Fässser und die Fässerträger, und Keylon teilte die Formation ein.
Zaedrael und Agnes übernahmen vorne. Drachstein und Answehr die rechte Flanke, Balian die Nachhut under die linke Flanke.
6 Magier waren es, und 6 Regimentler, so konnte Keylon jedem Gardisten einen Magier zuordnen, wobei es Agnes am schlimmsten traf.
Sie hatte den Feuermagier Lohengrinn bekommen, der herumlief wie ein aufgescheuchtes Huhn, und damit wohl schwerer zu hüten war, als ein Sack Flöhe.

Die Aktion verlief ohne Probleme und Keylon befahl das Kloster auf dem Weg zurück weit zu umgehen und zum Südtor wieder herein zu gehen.
Denn der Feind war im Orden und würde er wissen das sie da draussen waren, was natürlich sicher war, wäre es möglich das er schon auf sie warten würde, und so kamen sie alle ohne Feindkontakte wieder heil zurück.

Dachte Keylon der Abend wäre nun gelaufen, dachte er fehl.
Rauch stieg auf.
Jemand, oder wie sich dann herausstellte, Lohengrinn, hatte die Strohballen vor der Palisade angezündet, und mit ihm begann auch die Palisade Feuer zu fangen.
Erneut herrschte Aufregung, und ein jeder begann beim löschen zu helfen, und gemeinsam erneuerten sie auch gleich die angesengten Palisadenstücke.
Keylon befahl heraus zu finden wer für das Feuer zuständig war und als Lohengrinns Name fiel, befahl er sofort den Magister fest zu nehmen.
Ihm war es egal ob er damit Grenzen seiner Zuständigkeit überschritt.
Der Magier hatte damit die Sicherheit des Klosters und damit den darin lebenden Menschen, Thyren, Zwerge, Elfen gefährdet.
Dennoch wollte er sich absichern durch das Okay eines Offizieres.
Das Okay, kam dann von Helisande, doch noch bevor er weiteres unternehmen konnte, stieg im Süden Rauch auf.
Keylons erster Gedanke war „Nicht schon wieder Lohengrinn.“
Aber diesmal war der Magier unschuldig.

Der Feind hatte den Hof am Rittersee in Brand gesetzt.
Keylon schickte gleich zwei Regimentler als Spähtrupp los. Jedoch mit dem striktem Befehl jeglichen Feindkonntakt zu vermeiden.
Als der Bericht kam das keinerlei Feinde in der Nähe waren, befahl Keylon die Regimentler zum löschen hin und bat auch die Magier um Hilfe.
Viele Zivilisten schlossen sich ihnen an und am Hof angekommen tat jeder was er konnte.
Damit das Feuer nicht übergreifen konnte, schlugen sie die Bäume in direkter Nähe um.
Wenn der Wald noch Feuer fangen würde, wäre das Katastrophal.
Der Hof jedoch war nichtmehr zu retten.
Als sich das herauskristallisierte übergab er Balian das Kommando und begab sich zurück zum Kloster um Meldung zu machen.

Gerade als er da war kam ihm ein Reiter nach der meldete das es Feindkonntakt gegeben habe, und die Truppe geschlagen wurde.
Geistesgegenwärtig machte er noch Meldung um dann zurück zum Ort des Geschehens zu eilen wo der Feind noch vor Ort war.
4 Magier ... Akoriten... was auch immer.
Keylon konnte nichts mehr ausrichten, er befahl den Rückzug und verfluchte sich das er nicht da geblieben war.
Gemeinsam mit den Anderen sorgte er dafür das die Verletzten zurück gebracht wurden, während ein weiterer Trupp unter dem Kommando von Frau Oberstleutnant ausrückte.
Dieser Trupp vermochte es den Gegner zurück zu schlagen, denn als Keylon wieder dazu kam war die Schlacht vorbei, und Heinrick hatte eine Gefangene nehmen können.
Gemeinsam brachten sie jene in Gewahrsam.

Keylon selber ging noch einmal durchs Lager um sich zu vergewissern das es seinen Kameraden gut ging, oder jedenfalls einigermaßen gut.
Dann erst erlaubt er sich selber in den Schlafsaal zu gehen.
Ohne die Rüstung ab zu legen legte er sich auf einen der Betten, und noch bevor sein Kopf das Kissen berührt hatte,war er auch schon eingeschlafen.
Gast

Beitrag von Gast »

Eisig kalt heulte der Wind durch jede Ritze des Klostergemäuers. Erbarmungslos peitschte er Schnee und Eis all jenen entgegen, die zurückgeblieben waren, um das Kloster im Notfall zu schützen. Sicherlich, das taten auch jene, die nun aller Voraussicht nach an der Ordensburg standen und versuchten, sie wieder in rechtmäßige Hände zu übergeben. In die Hände des Ordens der Temora.
Doch noch mehr, als eine angespannte Stimmung im Gemisch aus freudiger Erwartung, Zuversicht und Angst die Soldaten und freiwilligen Kämpfer in ihren Bann nimmt, nahm dieses absolut unbekannte und vor allem unangenehme Gefühl der Ungewissheit zunehmend Platz im Herzen Balians ein. Er, als Soldat hatte zurueckzubleiben und darauf zu hoffen, dass möglichst viele wohlbehalten zurückkehren würden. Und das nur wegen dieser Wunde am Rücken. Oder war es vielleicht doch auch ein gewisser Übermut, welcher Grund dafür war, dass die Edle van Drachenfels ihm diese Schlacht verboten hatte?
Als die Stille unnachgiebig einen Mantel um das Kloster und seinen Vorplatz bildete, schweiften die Gedanken des Kriegers ab. Der ritterliche Kodex besagt, dass die Ausübung aller Tugenden der Herrin stets im Gleichgewicht stattfinden muss. Wahrlich, anderen gab es Zuversicht, wenn sie jemanden reden hörten, der von Tapferkeit nur so strotzte. Doch gebot es die Tugend der Demut im Besonderen, auch mal einen Gang runterzuschalten und sich der eigenen Grenzen gewahr zu werden. Hochmut kommt stets vor dem Fall und die Herrin wusste genau, wann sie einem selbst die Chance zum Profilieren geben wollte und wann nicht. Vielleicht sollte es genau heute einmal nicht so sein, dass Balian für sie in die Schlacht zog und sein Leben riskierte. Das bedeutete ja nicht, dass er nichts tun konnte. Und so verfiel er in ein Gebet, während er weiter am Kloster Eingang stand und nur Befugte hinein ließ.
"Herrin Temora, Lichtbringerin an solchen Tagen! Es liegt heute nicht in meiner Macht, einen Teil zum Entscheid zwischen Sieg und Niederlage beizusteuern. Kameraden und Freunde, Streiter deines Lichts übernehmen dies nun, während ich hier verweile. Ich mag mich nicht beklagen über den zugegebenermaßen ungewohnten Zustand. Aber ich möchte dich, meine Herrin in aller Fürsorge um viele mir lieb gewonnenen um deinen Segen bitten! Gib ihnen die Chance, auch in Zukunft noch einmal für dich zu streiten, so wie du mir diese Chance zu geben scheinst."
In Gedanken an jene Worte und in Sorge um gewisse Personen, die sich nur teils dessen bewusst waren, verweilte er und harrte der Dinge, die in jener Nacht noch kommen würden. Der Rücken war nunmehr zu einem weniger großen Belang geworden...
Gast

Beitrag von Gast »

(falscher Thread)
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 3. Dezember 2015, 10:24, insgesamt 3-mal geändert.
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