Matriarchat Crain- Askar

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Enomis Crain

Matriarchat Crain- Askar

Beitrag von Enomis Crain »

Wieder mal sass ich abends am Feuer und sah in die lodernden Flammen, hoffte, das die Tür aufgeht und Tugor einfach wieder in die Stube tritt.
Aber natürlich war die Hoffnung wieder umsonst.

Und wie schon so oft schrieb ich einen Brief an ihn über alles, was mich bewegte, was Yassi gerade machte und das Phee nun das g aussprechen konnte. Dieses Mal allerdings waren es nicht nur meine Worte die ich an ihn richtete, auch Phee hatte mir vor ein paar Tagen schon ein gerolltes Pergament gegeben, mit dem Wunsch es an meinen nächsten Brief anzuhängen. Die Farbkleckse auf der Rolle ließen deutlich auf ein weiteres Kunstwerkschließen, allerdings waren neuerdings auch immer wieder Tintenkleckse dabei. Das besorgte Kindergesicht , das mir dabei entgegenblickte, versetzte meinem Herz einen weiteren Stoß, den es eigentlich nicht brauchte um zu wissen, dass es mein letzter unbeantworteter Brief an ihn sein würde.


Es schien ewig her zu sein, das Phee geboren wurde, er noch ein oder zweimal kurz aufgetaucht war und dann auf einmal wieder ohne Nachricht oder Gruß verschwunden war. Selbst wenn er auf dem Festland im Namen des All-Einen kämpfte, ein kurzer Gruß oder ein Bote wäre doch nicht zuviel verlangt.

Unschlüssig drehte ich den Stift in der Hand , trank einen Schluck Saft und sah zum Keller, wo die Kinder schliefen.
Phee, die inzwischen bald 5 Jahre alt wurde, energiegeladen und von entschiedener Art und einen Vater schmerzlich vermisste.
Yassi, die nun bald selbstständig war und erwachsen wurde.


Dann rollte ich Brief und Zeichnung zusammen, steckte sie in die leere Flasche, verkorkte sie und ließ Siegelwachs drauf tropfen, öffnete langsam die Haustür, lief die paar Schritte bis ans Meer und warf die Flasche weit ins dunkel schimmernde Wasser.
Najar Ruver
Beiträge: 47
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Najar Ruver »

{falscher Threat}
Zuletzt geändert von Najar Ruver am Samstag 21. November 2015, 04:25, insgesamt 1-mal geändert.
Najar Ruver
Beiträge: 47
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Najar Ruver »

falscher Threat
Zuletzt geändert von Najar Ruver am Samstag 21. November 2015, 15:10, insgesamt 1-mal geändert.
Yasccara Askar
Beiträge: 154
Registriert: Freitag 19. Mai 2006, 13:44

Beitrag von Yasccara Askar »

Sie verstand es zwar nie so ganz was die beiden in ihm gesehen haben. Er war bestimmt kein schlechter Mensch. Doch was alles geschehen war hatte Yasccara abstumpfen lassen, gar kühl werden lassen wenn es um ihren Vater ging.
Und die Tage kam er öfters zu Sprache, ob nun in Fragen, Bemerkungen oder Anschuldigungen.
Eins war klar, Phreya fehlt genau so jemand wie Tugor es ist. Und Enomis hatte es einfach nur verdient jemanden zu haben der sie auf die gleiche Art und Weise schätze und wohl gar liebte.

Seit der Taufe von Phreya wo es Yasccara besonders aufgefallen war das etwas nicht stimmte so, etwas fehlte, hatte sie allen geschrieben bei denen sie nicht befürchten musste irgendjemand der Familie in Gefahr zu bringen. Viele waren in den Jahren aufs Festland weiter gezogen, manche weil sie von dort gekommen waren, andere weil sie dort ihre Berufung gefunden haben. Auch in Rahal und Bajard gab es noch ein paar Leute mit Kontakten aufs Festland welche sie höchst persönlich befragen ging.

Jeden Tag überprüfte sie unzählige male den Postkasten, fragte bei Forbes nach und ging so manchem auch mal auf die Nerven wenn sie mit den Fragen ankam die zwar nicht so direkt aber in grosser Zahl gestellt wurden.
Mit jedem Tag und den folgenden Ereignissen wünsche sie sich gar selbst mehr dass er zurückkäme. Doch niemand konnte ihr etwas sagen und keine Nachricht mit einem auch nur winzigen Hinweis fand den Weg zu ihr.

Und was wenn er nie mehr wieder kommt? Wie nur um Alatars Willen sollte sie den Schmerz von der Familie abwenden können?
Phreya Crain
Beiträge: 137
Registriert: Montag 4. Mai 2015, 08:51

Beitrag von Phreya Crain »

Noma schrieb ja immer mal wieder Briefe und auch Yassi brachte oft etwas zu Fopps, aber in der letzten Zeit waren sie dabei immer trauriger und es dauerte länger bis eine weitere Flaschenpost, für welche sie eifrig ausgeschüttete Rumflaschen spendete, oder ein Brief sich auf den Weg machte.

Auch Phee kamen in letzter Zeit ganz seltsame Gedanken an ihren Tupa in den Sinn. Gemeine Gedanken, welche sie nicht schlafen ließen oder gar weinend aus verwirrenden Träumen rissen.

Es gab sooo viel was sie ihrem Tupa erzählen wollte. Von Ean, von Tudor, von ihrer Taufe, was sie alles lernte um irgendwann ein großer Ritter wie er sein zu können, von so vielen Geheimnissen die sie nur mit ihrem Ahad Tupa teilen wollte.

Aber er war nicht da.

Was sie zuerst stets mit Stolz erfüllt hatte, ihr Tupa an der Front im Kampf gegen die Feinde des All-Einen, das fraß in ruhigen Momenten ein grummelndes und Schimpfworte werfendes Loch in ihren Bauch, wenn sie zum Beispiel die Geschehnisse des Tages in ihr Nachtebuch malte.

Denn desto älter sie wurde, immerhin war sie bald fast im nächsten Jahr schon Fünf, umso mehr verstand sie warum Noma nicht mehr so doll strahlte wenn ihre kleine Katze erzählte, wie sie später Tupas Rüstung tragen wollte oder ihn anderweitig anhimmelte.

Sie hatte während der vielen Stunden die sie im Tempel verbrachte, so sehr darum gebetet, dass Alatar ihren Tupa nur für ein paar Tage nach Hause ließ.

Damit Noma wieder lachte wie die hübschen Sonnenblumen auf den Spätsommerfeldern oder Yassi ihm zeigen konnte, dass sie bald schon beinahe, aber auch nur ein ganz kleines bisschen, zu den Großen gehörte.

Am meisten jedoch hatte sie darauf gehofft, dass er zusah, wie sie tapfer da stand und ihr Blut gab um Alatar ihre Treue zu schwören, denn sie wollte dass er auch stolz auf sie sein konnte und ihm damit Kraft für den Kampf gegen die Ketzer verleihen.

Und dennoch war sein Platz im Tempel leer geblieben.

Sein Platz...

Phee versuchte sich oft vorzustellen wie das Leben ihrer Familie aussähe wenn er daheim bei ihnen wäre, aber das fiel ihr unglaublich schwer, denn es gab kein 'so wie früher' an das sie sich erinnern konnte. Kaum war sie aufgestanden und gelaufen, war neugierig ihm hinterher zu wuseln und seine Welt zu entdecken, da war er schon fort gezogen.

Wenn sie sich ganz besonders nach ihm sehnte, ging sie zur Statue ihrer Eltern und der Rose die immer noch für ihn blühte. In letzter Zeit half aber auch das nicht, wenn sie das Bild von seinem Gesicht vor ihrem inneren Auge aufrufen wollte. Vor ein paar Tagen hatte Phee sogar sehr geweint, denn selbst im Traumland, wo sie sich oft ihre Portion Tupa geholt hatte, war sein Gesicht nun verschwommen.

Man kann zwar wirklich nicht behaupten Phreya wäre ein grüblerisches und trübsinniges Kind, aber es piekste doch schon, da, seitlich über dem Bauchnabel, wenn sie sich wünschte auch mal auf SEINEN Schoß zu krabbeln oder SEINE Beine mit einem Sturmangriff zu begrüßen.

Immer häufiger wurde das, seitdem sie mit dem Watspuhlermeister über das Wort Vater und dessen Bedeutung gesprochen hatte. Warum gab es so viele Menschen um sie herum, allen voran ihren "Arbeitgeber", der die beschriebene Rolle in ihrem Leben, in der Familie Crain, besser einnahm, als jener der ja wohl mit voller Absicht von Noma das Nähen gelernt hatte?

Mittlerweile war Phee soweit, dass sie ihren Tupa, so hatte sie es sich ausgemalt, mit in die Seiten gestützen Armen zur Rede stellen wollte. Immerhin gab es hier Krieg UND Familie....

Also setzte sie sich an ihr Malpapier, feuchtete Tante Garas geliebte Tusche an und wollte Tupa ein Bild malen über seine Verfehlungen. Doch schon während sie begann ein strafend dreinschauendes Kätzchenexemplar als Selbstbildnis zu pinseln, wusste sie nicht wie sie ein sooo grimmiges Gesicht malen sollte, nichtmal die Vorbilder unter Ritterschaft, Magier-Onkeln und Barden wollten genügen, so wurde es halt eine Aufzählung von den wichtigsten Dingen der letzten Wochen. Die die sie hatte unbedingt mit ihm an ihrer Seite erleben wollen.

Sie ließ ihr Briefbild trocknen und reichte es ihrer Noma mit dem Wunsch, es doch bitte an Tupa zu addressieren und ihrer Post hinzuzufügen.

[img]http://abload.de/img/letzterbriefantupakvslf.gif[/img]

Dann saß sie da...

Sie glaube Noma bemerkte es nichtmal, dass sie am Fenster nebenan, wie sie, aufs Meer starrte, in der Hoffnung ein Segel mit dem Hauswappen der Crains zu sehen.
Yasccara Askar
Beiträge: 154
Registriert: Freitag 19. Mai 2006, 13:44

Beitrag von Yasccara Askar »

Auch wenn die Gefechte gar nicht so weit weg statt fanden so war der Krieg doch noch immer recht weit weg. Nur die verletzten die zurück kamen lösten ganz andere Konflikte aus. Das grummeln in ihr schwoll langsam zu einem leisen brodelnden Kochen an. Wäre er, und die ganzen andern, hier gäbe es bestimmt viel weniger verletzte Freunde.
Kriege gab es immer mal wieder und nie war er dabei an ihrer Seite gewesen. Doch immer wusste sie wofür er kämpfte, doch nun schien nicht einmal die Erhabene zu wissen wo und ob er überhaupt noch kämpfte.
Bisher suchte sie in solchen Zeiten besonders häufig Halt und Schutz in den geweihten Räumen und genau das hätte sie auch gern ihrer geliebten kleinen Schwester mit gegeben, doch der Tempel war verschlossen. Als würde Alatar selbst sich vor ihr versperren. Und dann kam der Brief. Ein Geheimnis mehr. Sehr wohl ein wichtiger Auftrag! Doch auch eine Zerreissprobe mehr.
Ein letzter Brief an Tugor schickte sie auf die Reise an einen unbekannten Ort. Nur wenig stand drin, die Tränen die mit geschickt wurden sollten die letzten sein die sie für ihn gab.

"Mich hattest du schon einmal vergessen. Doch was du MEINER Familie antust werde ich dir nie verzeihen! Y"
Zuletzt geändert von Yasccara Askar am Dienstag 24. November 2015, 06:54, insgesamt 1-mal geändert.
Enomis Crain

Beitrag von Enomis Crain »

Nun war Krieg hier und Tugor war wieder nicht erschienen. Sie spürte, wie sein Bild langsam in ihr verblasste, dabei wollte sie es so gern festhalten.
Erinnerungen flogen an ihr vorbei, die erste Begegnung in Bajard.. , das erste eigene Heim in Düstersee , Heiratsantrag, die Hochzeit und dann seine Freude, als sie schwanger war.
Und dann die Geburt alleine ohne ihn , das Glück über eine gesunde kleine Tochter und dass Yassi ihr zur Seite stand und blieb, obwohl ihr Vater verschwunden war.
Und immer mehr Erinnerungen drängten sich vor, in denen er nicht mehr vorkam. Geburtstage, die Taufe, Phee mit dem ersten Schwert und blutend nach dem Schnitt mit dem Dolch. Yassi stolz mit ihrer neuen Laute.

Dann schüttelte sie die Erinnerungen ab ,raffte sich auf und ging zu ihrem Postkasten, um zu sehen, ob die ausgeschickten Boten endlich Erfolg hatten und ihr eine Nachricht über seinen Verbleib geschickt haben.
Phreya Crain
Beiträge: 137
Registriert: Montag 4. Mai 2015, 08:51

Beitrag von Phreya Crain »

Enomis Crain

Beitrag von Enomis Crain »

Die Boten kamen ohne Nachricht wieder und Tugor war auch zum Krieg im eigenen Land nicht heimgekommen.

Der Krieg war nun vorbei und nun sollte oder musste wohl eine Entscheidung fallen. Sie war es sich selber schuldig und wohl auch ihm, der einfach in ihr beschauliches Leben geplatzt war und alles durcheinander gewirbelt hatte.
Eigentlich hatte sie schon viel zu lange gezögert und geschwankt, alles in die Länge gezogen und doch keinem damit genützt.

Sie zog sich fertig an und machte sich auf den Weg in den Tempel.
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