lerne junger Fenek..

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Aaminah Faghira Ifrey

lerne junger Fenek..

Beitrag von Aaminah Faghira Ifrey »

Mit gerunzelter Stirn lauscht sie dem gespräch der Wachen, die farbe wich ihrem Gesicht und für einige Wimpernschläge schien es als würde ihr Atem aussetzten. Keinerlei Reaktion ging von ihr aus, kein zucken der Mundwinkel kein lenken der Augäpfel. Allein eine starre hielt in ihrem Körper inne, es war als würde sie alleinig nur dem Gespräch der Männer lauschen, nur das war es worauf sie sich konzentrierte.

"Der Brunnen ist eingestürzt............."
"Er war scheinbar dort, man sagt ...... vergraben unter Stein....."

Ihr Herz verkrampft sich, ohne weiter auf die Wachen zu achten löst sich die kleine Nathifa aus der starre und schreitet stillschweigen zum Haus, hinauf in ihre Zimmer.

Ich werde ihn suchen....meine Finger werden den Sand und den Dreck berühren....bis ich ihn finde.

Die Hände wühlen in der Kiste herum, schnell schlüpft sie in kleidung hinein welche bequem genug war und machte sich auf den Weg.
Zuletzt geändert von Aaminah Faghira Ifrey am Samstag 18. Mai 2013, 14:01, insgesamt 1-mal geändert.
Aaminah Faghira Ifrey

Beitrag von Aaminah Faghira Ifrey »


Sie wollte nichts sagen ehe sie nicht selbst gesehen hat und vorallem gesucht hat.
Wollte nicht fühlen ehe nicht sicher war das dies Gefühl der Wahrheit entsprach.


Die Schritte waren hart, die Füße schwer, je näher sie zum Hauslosenviertel vordrang umso dicker fühlte sich die Luft zum Atmen an...um so schwerer und schleppender trugen die Füße sie vorran. Es glich einer Wand welche versuchte sie vor all dem wegzudrücken und einem Kampf, für sie, näher an die Stelle zu kommen.

Als das Auge die eingestürtzen und rußigen Steine und Hölzer sieht weitet sich der Blick.
"Fadrim...." dringt es leise hauchend über ihre Lippen.
Die Finger schlossen sich um die Schaufel, mit aller Kraft begann sie die Hölzer und Steine zur Seite zu hieven, die zierlichen kleinen Finger schlossen sich krampfhaft um jedes einzelne Teil.
Der Blick jedoch....war weiter starr nach vorn gerichtet, dem tuen folgend...

Wenn er dort unten ist Aaminah dann lebt er nicht mehr, sicher nicht...schau was hier alles eingestürzt ist!
Den Gedanken alleine zu hören verkrampfte ihr Herz aufs neue. Die Hände gruben sich nun noch schneller vorran, immer wieder einen Stein oder ein Holz nehmend um den Weg zum Brunnen frei zu bekommen.
Sei froh das dich keiner sieht, wie du dich krampfhaft durch Dreck wühlst um zu etwas zu gelangen was dem Tode sicher schon gefolgt ist. Es ist arbeit für Männer die du hier tust, du beschmutzt deine Hände!
Wieder ein leichtes Kopfschütteln zu den Worten welche sich in ihre Sinne drücken.

Endlich war ein Weg frei gelegt, der eingestürzte Brunnen war fast vollends wieder mit Schutt gefüllt, der Ruß der explosion ziert das ein oder andere Mauerstück welches noch standhaft stehen geblieben ist. Ein schmerzhaftes Schlucken als sie den Anblick des aufeinander gehäuften Dreckes wahrnimmt.
'so viel Fadrim....wie soll ich das alles mit den Händen wegtragen? Dennoch, ich verspreche dir, ich werde dich suchen bis ich dich gefunden habe'
Die Lippen pressen sich aufeinander wie in Trance beginnt sie die Schaufel in das Gemisch aus Dreck und Sand zu stecken und jene dann gehäufte Schaufen hinter sich über dem Brunnen Rand abzuladen.

Kennt ihr das Gefühl wenn ihr spürt das etwas fehlt?
Wenn ihr bemerkt das etwas gegangen ist ohne sich zu verabschieden?
Ohne das man selbst auch nur abschied nehmen konnte?
Es ist beklemmend, es schnürrt dich ein wie ein paket...es lässt dich erst los wenn du abgeschlossen hast...und abgeschlossen hast du erst wenn keine Zweifel mehr im Wege stehen und keinerlei Hoffnung mehr keimen kann.


Die Schaufel wird noch hunderte male in den Dreck dringen bis die Nathifa Kraftlos zusammen bricht und auf dem Fleck Dreck tiefen schlaf finden wird.
Malaika Leyla Ifrey

Beitrag von Malaika Leyla Ifrey »

Die Gerüchte drangen recht schnell an ihr Ohr. Sie konnte und wollte dem keinen Glauben schenken. Yamaal war doch Magier, er hätte doch sicherlich etwas tun können.

Oh bei Eluive. Aaaminah.. Wie schlimm musste es für sie sein.
Malaika sah zu ihrer Tochter, drückte sie einer Wache in die Hand und verschwand. Sie rannte in Richtung des Familienviertels, bis es in ihren Gedanken pochte: Wo würdest du an Aaminahs Stelle sein?

Sie kehrte an Ort und Stelle um und verließ sich auf ihre Intuition. Sie rannte zum Viertel der Hauslosen. Schon von Weitem sah sie den Kleiderhaufen im Dreck liegen. Und egal, ob ihre Lunge bereits zu stechen begann, sie rannte weiter, bis sie bei Aaminah war.

Vor Erschöpfung war sie eingeschlafen, das Rütteln vernahm sie nicht. Malaika rannte zurück zur Stadt, um einige der Wachen mit sich zu nehmen. "Bringt sie nach Hause, hudad. Dort soll sich jemand um sie kümmern.."
Eine der Wachen nahm sie behutsam auf den Arm und trug die Schlafende zurück ins Ifreyviertel. Die zweite Wache sah zu Malaika. "Wenn er da drunter begraben wurde, dann gibt es keine Chance mehr."

Malaika nickte und sah zu dem Geröll und all den Steinen. Sie presste die Lippen aufeinander und ließ sich in den Sand sinken. Sie konnte Aaminah die Hoffnung nicht nehmen, auch, wenn sie selbst kaum Hoffnung hatte. Von Yamaal war keine Spur mehr, nirgendwo. Keiner hatte ihn mehr gesehen, zuletzt nur hier. Wie, bei Eluive wie sollte man der jungen Natifah erklären, was das bedeutete. Malaika grub ihre Hände in den Sand. Wirbelte den Sand auf und einige Tränen rannten über ihre Wange.

"Pass auf deine kleine Fidah auf. Ganz egal, wo du bist. Und ich werde mein Bestes hier tun. Das bin ich ihr, wie auch dir schuldig."

Malaika stand nach einer Weile wieder auf und wischte sich die Tränen aus den Augen. Sie machte sich wieder auf den Heimweg, nahm ihre Tochter und verschwand ohne ein weiteres Wort in ihrem Haus. Sie nahm sich die Zeit für ihre Trauer. Trauer um einen Menekaner, der Großes leisten wollte und für seine Gutmütigkeit vermutlich mit seinem Leben zahlen musste.
Jala Yazir

Beitrag von Jala Yazir »

Aaminah war bei ihrer Arbeit vom Balkon einer der Ruinen aus beobachtet worden. Ein dunkles Augenpaar hinter den Schleiern mit einer Mischung aus Mitleid und Scham sah ihr zu, wie sie im Dreck nach einer Leiche wühlte. Auch als Malaika kam, um sie nach Hause zu bringen, wurde das im Viertel der Hauslosen sicher bemerkt. So hoher Besuch war schließlich selten.
Doch erst als die beiden fort waren, erst als niemand mehr hinsah, kam die Gestalt aus dem Haus und setzte Aminahs mühselige Arbeit fort, auch wenn es mehr als fraglich war, ob das Mädchen den Anblick dessen, was sie dort finden könnte, ertragen würde. Wenn das Feuer von Yaamal gekommen war, wie die grabende Gestalt inzwischen glaubte, dann würde das Haus Ifrey bestenfalls ein leeres Grab mit Asche füllen. Diesen Frieden hätte er sich allerdings verdient. Zwischen Sand und Steinbrocken fand die Gestalt immer wieder Glastropfen auf der Schaufel - ein makabres Detail ihrer Arbeit das den entstehenden Berg neben dem Brunnen im Licht funkeln ließ.

Sollte Aaminah später an die Stelle treten, wäre das Loch wohl ein Stück tiefer, als sie es zurücklassen hatte, auch wenn sich sicher niemand dafür verantwortlich zeichnen würde.
Zuletzt geändert von Jala Yazir am Samstag 18. Mai 2013, 20:01, insgesamt 3-mal geändert.
Rasha Naima Omar

Beitrag von Rasha Naima Omar »

Die Sonne thronte weit oben am Horizont, gebrochen tanzten die einzelnen Strahlen durch die Fenster des Palastes. Rasha war gerade aufgestanden und hatte ihr Zimmer verlassen, um sich weiter um ihre musikalische Entwicklung zu kümmern.

“Hast du von dem Unglück am Hauslosenviertel schon gehört?“
Die ersten beiden Bediensteten gingen an ihr vorbei. Rasha runzelte die Stirn und sah den beiden Natifahs nach. Noch ahnte sie nichts. Zwei weitere Bedienstete kamen irgendwann ihres Weges und irgendwann hatte Rasha genügend Wortfetzen aufgenommen, so dass sie begriff, was passiert war. Ihre Füße trugen sie nach oben auf den großen Balkon des Palastes. Von hier aus konnte man über all die Viertel sehen – auch ein Blick auf das Hauslosenviertel wurde einem zuteil.

Sie blieb lange auf dem Balkon stehen und sah in die Ferne. Sie sah jemanden zum Viertel der Hauslosen rennen. Rasha konnte nur vermuten, dass es Aaminah war. Oder Sabeena. Die Shilouette war weiblich.
Nachdenklich strich Rasha über das Geländer des Balkons. Dann richtete sie sich auf und ließ ihren Schellenkranz zurück. Ihr Weg führte sie zum Tempel, dort würde sie ein Gebet für Yamaal und für seine Familie zu Eluive sprechen. Sie hatte nicht viel von ihm gekannt, aber er war ein höflicher und gutherziger Menekaner gewesen. Als sie mit ihrem Gebet fertig war, entzündete sie eine Kerze und stellte sie an eines ihrer Fenster im Palast. Leise trugen ihre Füße sie wieder durch die Korridore des Palastes. Sie nahm wieder an der üblichen Stelle Platz und nahm die Laute auf den Schoß. Die sonst so fröhlichen Klänge hatten dieses Mal einen bedrückenden, gar traurigen Klang. Was auch immer geschehen war, die junge Omar war sich ziemlich sicher, dass kein Menekaner diesen Vorfall hätte überleben können.


[img]http://fc01.deviantart.net/fs8/i/2005/344/9/8/If_I_touch_a_Burning_Candle_by_SongDancer.jpg[/img]

Diese Nacht ist kalt und der Wind,
der bläst durch unser Land.
Und wer jetzt noch geht ist ein armer Tor
oder auf Weg zu der Liebsten,
die jede Reise lohnt.

Ohhh, öffne mir, lass mich hinein,
dein Liebster steht im Mondenschein.
Diese Nacht ist so kalt, so öffne mir,
denn morgen wird's zu spät sein.


In Gedanken war sie den ganzen Tag bei Yamaal, bei Aaminah und bei der gesamten Familie. Auch, wenn sie keinen Ton darüber verlauten ließ, man sah ihr die Trauer an. Sie hätte sich gewünscht, mehr von dem Menekaner "Yamaal" gekannt zu haben.
Zafer Asim

Beitrag von Zafer Asim »

Nachdem Jala ihm die Botschaft überbracht hatte, taumelte Zafer erst mal in die Küche, Halt an der Küchentheke suchend. Durch den zum Scheitern veruteilten Versuch wurde also noch mehr Unheil heraufbeschworen, als hätte von der Strafe der Omar ausgehen können. Ein geschätzter Menekaner, ein Sohn der Ifrey war verschollen. Eine Tragödie, die schmerzvolle Erinnerungen hervorrufen, alte Wunden wieder aufreißen könnte.

Seine nächsten Gedanken galten Aaminah, wie würde sie reagieren?
Als sie sich vorhin mit einer Schaufel auf den Weg machte, hatte er sich nur gefragt warum. Zu sehr kreisten seine Gedanken um die Ereignisse der letzten Tage und die Pflichten, die das neue Amt mit sich brachte. Eine Sekunde strafte er sich selbst, so unaufmerksam gewesen zu sein.

Kurz darauf machte sich Zafer auf die Suche nach Talib, um ihm davon zu berichten. Erfolglos fasste er den Entschluss, alle auffindbaren Familienmitglieder einzusammeln und mit Schaufeln und Spitzhacken suchen zu lassen. Wenn er unter dem Schutt begraben noch am Leben war, durften sie keine Zeit verlieren. Angesichts Jalas Bericht hatte er jedoch wenig Hoffnung, dort lebende Überreste vorzufinden.

Und so machten sie sich auf den Weg, um am Ort des Brunnens zu graben. Ohne weiter darüber nachzudenken, warum die Stelle schon ein wenig ausgehoben war, machten sich die Männer an die Arbeit. Mit vollem Einsatz und viel Mühe kamen sie dennoch passabel voran, trotz der verschütteten Trümmer. Welch Tragik doch in dieser Situation lag, wie viel hätte erreicht werden können, wenn man vor dem großen Unglück zusammengearbeitet hätte. Der Eifer zu graben, ließ den Gedanken aber schnell wieder in einer hinteren Sphere von Zafers Gedanken verschwinden.

Man grub bis es dunkel wurde, und die zuerst noch reichlich vorhandenen Glassplitter immer seltener wurden. Völlig erschöpft machte sich die Truppe wieder auf den Weg zurück. Ob es sich lohnt zurückzukehren und weiterzugraben; eine gute Frage, die es morgen zu klären galt.

Auf dem Heimweg wanderten seine Gedanken wieder zu den Fußspuren, von denen Jala erzählt hatte. Man müsste den Kaluren ausfindig machen, vielleicht ließe sich so heraus finden was geschehen war. Vielleicht könnten auch die Liedkundigen etwas spüren, ob es Sinn machte dort weiterzugraben, oder was sich zugetragen hatte , schließlich verbarg sich doch sonst auch so wenig vor denen, die ihre Gabe richtig einzusetzen wussten.

Wieder im Haus angekommen, schlich er ins Zimmer von Aaminah, um nach ihr zu sehen. Er wollte für sie da sein in dieser schwierigen Stunde. Eine weile sah er sie schweigend an, wie sie da lag und schlief, bevor er so leise wie möglich die Tür wieder hinter sich schloss.
Zuletzt geändert von Zafer Asim am Samstag 18. Mai 2013, 23:24, insgesamt 1-mal geändert.
Zahra Asifa Ifrey

Beitrag von Zahra Asifa Ifrey »

Sie war den ganzen Tag schon auf den Beinen, schließlich musste sie
nun, da Yaamal am Brunnen beschäftigt war, all die Erze von der fernen
Miene der Thyren allein zurück zum Familienhaus schaffen.

Er war ihr immer eine so große Hilfe gewesen. Immer wandelte er sich
in dieses geflügelte Wesen und nutzte seine Gabe um ihr ein wenig der
schweren körperlichen Last zu nehmen. Sie erinnerte sich noch gut
daran, wie Soraya, Yaamal und sie so lange Zeit in der Wüste
verbrachten um Sand zu schaufeln. Muscheln hatten sie gefunden und
manches mal sogar eine kleine Schatulle in der sich, so hoffte sie immer,
ein großer Schatz verbergen mochte.


Es waren schöne Momente und sein Lachen würde sie vermissen,
wo auch immer er nun sein mochte. Es sind seine letzten Worte ...
nur leise gemurmelt... welche ihr nun immer wieder durch den Kopf gingen ....


"wie könnte man nur so eine Natifah vergessen"


Einen Schatz wollten sie finden, nach einer Karte die sie bekommen
hatte... und nun stand sie hier ... die Karte glitt aus ihren Fingern und
verschwand zwischen den Trümmern.


Ein Schatz auf ewig begraben ...
Tränen die nun vergossen wurden ...
ein Abschied ...
sie würde ihn niemals vergessen ...
wie könnte sie auch ....
Aaminah Faghira Ifrey

Beitrag von Aaminah Faghira Ifrey »

Wie jeden Morgen stand sie auf, wusch sich, kleidete sich an und nahm ihre Aufträge entgegen.
Nicht wirklich darauf achtend weshalb dreckige Kleidung in der Ecke lag, weshalb hier und da noch Sand in ihrem Haar klebte. Auf dem Bett im Schneidersitzt sitzend laß sie sich die Briefe von Malaika durch, nebenbei lässt sie die Hände durch das Haar gleiten und summt leise vor sich her.

An und für sich ein Tag wie jeder, die warme Briese des Windes welche durch die offene Türe streicht holt sie aus ihrer Gedankenwelt heraus.

Auf dem Weg zu der Salztruhe begegnete sie Zahra, Yaamal mag Zahra, sie sah es immer an seinem Blick wenn Zahra in der nähe ist. Umso mehr freute es sie die Nathifa zu sehen. Doch schien diese nicht allzu begeistert zu sein....viel mehr schien sie etwas zu bedrücken.

"Yaamal ist tot Aaminah, er wird nie wieder zu uns sprechen!"

Solch gerede...und das am frühen morgen. Von Humor war zu der Uhrzeit wirklich noch nicht die Rede. Sie hatte doch erst gestern ihren Fadrim besucht, ihm ging es gut, weshalb nun hier solch Scherze gerissen werden konnte sie sich absolut nicht erklären.
So schnappte sie sich das Salz und schreitete alleinig mit einem Kopfschütteln Richtung Kuzco.

Auf nach Adoran, die Arbeit wartet.
Aaminah Faghira Ifrey

Beitrag von Aaminah Faghira Ifrey »

Abschied ist immer ein wenig Sterben.


Zuhause angekommen gehen ihr immer wieder die Worte von Zahra durch den Kopf, immer wieder der selbe Satz "Yaamal ist tot Aaminah, er wird nie wieder zu uns sprechen!" wie eine Dauerschleife zieht er die Kreise durch ihre Gedanken.

War es so? War er weg? Hatte sie alles nur geträumt? Hatte man sie ihres geliebten Fadrim's beraubt? Hatte Eluive ihren Preis gefordert für das helfen bei den Hauslosen?

Sie hatte so gut es geht versucht allen anderen Familienmitgliedern auszuweichen...warum eigentlich? Was führte dazu das sie die Gesellschaft anderer mied. Verschloss sie sich vor etwas?

Die Hände strecken sich zu der Kleidung aus welche noch immer unangetastet in der Ecke lagen, der trockene Sand rießelt an der kleidung herab und der geruch von Ruß hing in ihr. Ein Zucken geht durch ihren Körper, der Stoff gleitet von ihrer Hand und fällt zu Boden. Der harte Fall auf die Knie sollte sich mit einem schmerzenden Stechen in diesen bemerkbar machen, doch der Schmerz im Herz saß viel tiefer.



Keiner wird gefragt, wann es ihm recht ist, Abschied zu nehmen von Menschen, Gewohnheiten, sich selbst.

Irgendwann plötzlich heißt es damit umgehen, ihn aushalten, annehmen, diesen Abschied, diesen Schmerz des Sterbens, dieses Zusammenbrechen, um neu aufzubrechen.



Die Hände legen sich auf das Gesicht und die Tränen rinnen über ihre Wangen, Tränen der Trauer, der Hilflosigkeit des nicht verstehens....Tränen die irgendwann versiegen würden. Aber der Verlust würde bleiben, sie hatten sich alle geschworen aufeinander aufzupassen, einander zu helfen.

Sie wollte da sein, sie hätte mit ihm die Strafe angetreten aber er hatte es ihr verboten, sicher wäre niemals etwas geschehen wenn sie dabei gewesen wäre. Hätte sie ihn doch nur davon abgehalten, aber sie wusste wie gut seine Seele war und wie gerne er anderen half. Ein so großes Herz hatte er, für jeden und wenn es der letzte Abschaum der Menschheit war, Yaamal sah immer das Gute in jedem Lebewesen.
Endlich ließ sie die Gedanken, die Trauer zu, endlich ließ sie das Herz weinen. Sie wollte nicht das er nicht mehr da ist, aber ändern konnte sie es auch nicht. So musste sie akzeptieren und ihn, alle Gedanken, Erinnerungen, Zeiten, Erlebnisse....in ihrem Herzen weiter tragen.


Es ist der Tod der wie ein Stern unverhofft vom Himmel fällt und irgendwo
am Horizont lautlos im Meer versinkt.
Wenn er kommt hab keine Angst jedes Ende ist ein Neuanfang,
um zu Sterben leben wir ein Leben lang, alles ist eins und gehört zusammen.
Unsere Zeit ist immerzu nur auf der Flucht vor uns,
holen wir sie ein wird das unser Ende sein
und wenn es kommt hab keine Angst es ist nur ein Neuanfang.
Was wäre ein Leben ohne Tod?
Was wär die Sonne ohne Mond?
Das Leben und der Tod sind ein Liebespaar! Was wäre der Tag ohne Nacht?
Alles ist eins und gehört zusammen, denn es gibt immer wieder einen Neuanfang.



Noch eine lange Zeit saß sie in ihrem Zimmer, der Blick hinaus aus dem Fenster auf den klaren blauen Himmel gerichtet. Keinerlei Regung, nur das ab und an zierliche Aufschlagen der Wimpern erinnerte an eine lebende Silhouette. Irgenwann erhebt sie sich, die Hände ziehen die reinsten und hellsten Kleider heraus welche sie in ihrer Truhe hat. Es war an der Zeit alles für ihren Fadrim vorzubereiten er soll eine Trauerfeier bekommen welche ihm angemessen ist.
Zuletzt geändert von Aaminah Faghira Ifrey am Dienstag 21. Mai 2013, 09:07, insgesamt 1-mal geändert.
Zahra Asifa Ifrey

Beitrag von Zahra Asifa Ifrey »

Aaminah hatte sie ausgeschimpft, sie ihrer Worte gescholten.
Zahra war auf die Knie gesunken nach Luft ringend und sah der
jungen Frau nach, wie sie vor der Wahrheit davon lief.

Als sie später Zafer traf bat sie ihn innigst darum auf die junge Aaminah
aufzupassen. Man müsse für sie da sein, auf die eine odere andere Weise.
Gedanken raßten durch ihren Kopf, Sorge um Aaminah, was ist mit Sabeena
und wer würde es der kleinen Soraya erzählen. Oh die kleine Soraya.
Sie kleidete sich um, die Zeremonie für den neuen Emir war nah.
Sie musste für ihr Haus an Zafers Seite zu dieser Zeremonie.
Sie musste die Fassung wahren und Freude zeigen für dieses große Ereignis.
Alles rauschte an ihr Vorbei. Gesichter, Gespräche, sie wusste nicht einmal
welchen Weg sie grade nahmen.

Auf einmal sah sie sich um und erkannte dass sie wohl in einem Festzelt saß.
Um sie herum so viele Menschen. Sie führte nichtssagende Gespräche und
war froh, dass sie sich zu Kadir und Suraya setzen durfte.
Als sich dessen Cousin Amir noch dazu gesellte, schweifte das Gespräch
scheinbar in eine seltsame Richtung ab. Sie hörte wie er Andeutungen
machte, die darauf abzielten sie mit Amir zu verkuppeln.

Da war es vorbei. Sie musste hier fort. Sie würde nicht länger an sich
halten können! Und so entschuldigte sie sich und eilte den Weg zurück
zum Viertel der Yazir. Sie wollte sich verkriechen und suchte nach Shaymaa,
welche bei ihrem Haus stand. Schnell wurde sie hinein gebeten und dort
auf den Kissen ruhend, brach sie nun vollends zusammen. Sie weinte.
So bitterlich wie noch nie zuvor. Sie rang um Luft konnte kaum mehr
aufrecht sitzen. Doch Shaymaa hörte zu. Lies sie reden und entgegnete
ihr tröstende Worte. Es war der einzige Moment indem sie einfach loslassen konnte.

Shaymaa schaffte es sie mit einer Führung durch das Viertel ein wenig
abzulenken und als sie dann mti Amar am Tisch saßen und den Abend bei
einem Tee ausklingen ließen, fühlte sie sich endlich besser.
Es tat gut solch Freunde in der Nähe zu wissen.

Auf dem Heimweg legte sich wieder ihre Hand an das Amulett.
In diesem ruhte ein kleines gefaltetes Stück der Schatzkarte.

Ein Symbol welches sie auf ewig an den Versunkenen Schatz in der
weiten Wüste Menekurs erinnern würde.
Zuletzt geändert von Zahra Asifa Ifrey am Montag 20. Mai 2013, 15:43, insgesamt 1-mal geändert.
Aaminah Faghira Ifrey

Beitrag von Aaminah Faghira Ifrey »

Der Wind presst sich in ihr Gesicht, die Sandkörner prallen wie leichte Regentropfen an ihre Haut. Der weiße Stoff umspielt den zierlichen Körper der jungen Nathifa, flatternd wird die feine Seide von dem Wind hin und hergetragen. Die Mandelförmigen Augen schließen sich und ein tiefes Einatmen folgt, das leise Pochen des Herzes ist zu spüren und weit in der Ferne erklingt das Trampeln von Hufen.

Der weiße Hengst galoppiert durch den Sand, hinter ihm wird der Staub empor gewirbelt, nacheinander bohren sich die Hufen in den trockenen Boden hinein. Der lange Schopf des Pferdes weht wellenartig mit dem Windstrom. Ein klangvolles und kräftiges Wiehern erklingt. Immer schneller galoppiert er auf die Wüstenblume zu, keinerlei Scheu prägt seine Haltung. Vor ihr hält er abrupt inne und hebt die Forderhufen empor das komplette Gewicht dabei auf die Hinterhufen gestützt. Die Muskeln des Hengstes spannen sich hierbei an und das weiße, reine Fell glänzt funkelnd wie Diamanten in der Sonne.

[img]http://up.picr.de/14633548zw.jpg[/img]

Langsam öffnet die junge Nathifa die Augen, ein sanftes Lächeln legt sich auf ihre Lippen und die Hand streckt sich leicht aus. Der Hengst geht wieder nieder, die Nüstern blasen sich auf und die Muskeln an den Gamaschen spannen sich für einen Moment an. Aufmerksam mustern die dunklen fast schwarzen Augen das für ihn doch recht kleine Mädchen. Die Nüstern bewegen sich langsam Richtung ihrer Hand welche noch immer ruhig, sich nicht bewegend, ausgestreckt in seine Richtung zeigt. Der Atem des Tieres bläst gegen die Hand, keinerlei Regung ergeht von ihr, sie verweilt einfach nur dort stehend, nur der Brustkorb vermag sich leicht heben und senken. Langsam hebt sich das Augenpaar der Nathifa an, es blickt direkt in das des Hengstes, etwas vertrautes und doch wildes spiegelt sich in jenem Blicke wieder. Ein plötzliches aufkreischen eines Tieres zerreißt die verbindung und lässt den Hengst schreckhaft davon gallopieren. Als das Kreischen immer lauter wird wendet sie sich, Harpien unmengen von Harpien raßen in einer unaufhörlichen geschwindigkeit auf sie zu. Kaum zeit zu fliehen.....lauf...lauf Aaminah...lauf....



Ein Aufschrei ist aus dem Zimmer der Nathifa zu vernehmen. Wiedereinmal ein Albtraum...wiedereinmal eine Nacht in welcher man sie ihres Schlafes beraubte. Wie lange sollte das so weitergehen? Immer wieder der gleiche Traum, seit Tagen. Immernoch pochte ihr Herz und die wärme in ihrem Zimmer ließ ihr das Atmen schwerfallen. Sich langsam erhebend schreitet sie in Richtung Türe und öffnet diese, die Laterne auf der Terasse hatte sie vergessen auszumachen und hüllte den Platz, mit den bunten Kissen, in ein warmes angenehmes Licht. Die kühle Nachtluft legt sich auf ihre Haut und lässt die sich langsam angesammelten Schweißperlen langsam wieder verschwinden. Die Hand gleitet durch das lange Braune gewellte Haar, mit seichten und sanften Bewegungen beginnt sie diese in drei gleichmäßige Strähnenbündel zu teilen und einen Zopf zur Seite zu flechten. Die Beine tragen sie währenddessen zu einem der Kissen, in einer filigranen Bewegung lässt sie sich auf jenem nieder. Die eigenwillig gesprenkelten Augen blicken hinaus zum Sternenhimmel, suchend nach dem hellsten Stern ausschau haltend, der Morgenstern.


In tiefster Nacht erhellt er hell und klar
den Sand der Wüste das ganze Jahr.
Sein Strahlen belebt die dunkle Nacht,
doch schöner wenn der Morgen lacht.
Zeigt er am großen blauen Meer,
hüllt in Flammenkleid hoch und hehr,
sich alles Lichtes reinster Kern,
Mein Hoffnungsstrahl, der Morgenstern!


Ein seichtes kaum merkliches Schmunzeln ziert die Lippen, die Hand greift zu einer der Decken welche sie rechts in der Ecke zu einem kuscheligen Platz mit Kissen stabelten. Langsam lässt sie ihren Körper in die Kissen gleiten und ein zufriedenes langgezogenes Seufzen vermag zu hören sein. Die Augen richten sich wieder in Richtung des Himmels und verweilen dort während sie ihren Gedanken nachhängt.

Wieviel Tage waren vergangen? Ich hatte vergessen sie zu zählen, doch was bringt es auch über die vielen Tage nachzudenken in welchen er mir fehlt. Viel mehr habe ich doch davon über jene meine Gedanken zu verlieren in welchen er eben hier war. Tage an denen er lachend mit der Familie am Tisch saß, er sie mit ihren ständigen Träumereien aufzog. Das war es was wichtig war, das war es woran man sich erinnern sollte, an die Tage die man miteinander erlebt hatte. An denen man gemeinsam gelacht, gemeinsam geweint hat und gemeinsam voller Spannung etwas abwartete. Er hat sich immer um sie gesorgt, war immer da, auch als das mit Issam einem Sohn der Yazir war, er hatte sie gewarnt. Er war jener der gegen die Verlobung war, doch sie in ihrer jugendlichen gar kindlichen verliebtheit einfach zu blind um es zu sehen. Nachdem sich Issam einfach aus dem Staub machte wusste ich warum mein Bruder mich gewarnt hatte...nichts als Verachtung konnte ich mehr für ihn empfinden. So wieder Sand, so rießelt auch die Zeit, das Schicksal hat ab und an merkwürdige Wege gewählt um Erfahrungen zu sammeln. Manche schmerzten und andere wiederrum brachten einen zum Lachen, manche rissen einen zum Boden nieder und andere ließen einen fliegen und nach Sternen greifen. Höhen und Tiefen...überall.

Ich lebte in die Tage hinein, hatte meinen Zorn über die Tage und Wochen vergessen einzig alleine was blieb war die Verachtung gegenüber eines Menschen der mich hatte sitzten lassen, der mich hat da stehen lassen als wäre ich ein Paket welches unwichtig wäre es abzuholen. Neue Verwandschaft fand damals den Weg in das Haus, anfangs interessierte es mich nicht all zu sehr, ich ging meinen Arbeiten nach und half stetig wo ich auch nur helfen konnte, doch eine Person wuchs mir von Tag zu Tag immer mehr ans Herz. Bei ihm fühlte ich mich frei, ich konnte sein wie ich bin und lachte endlich wieder von ganzem Herzen. Ich freute mich sobald ich ihn auch nur sah, freute mich über jede Sekunde, jede Minute und Stunde die ich mit ihm verbringen konnte. Ich bin froh das ich ihn noch immer habe, das er noch immer an meiner Seite steht, er mir durch die Höhen und Tiefen folgt und er zulässt das ich bei ihm gleiches tun darf. Er war es auch dem mein Fadrim ein Lächeln schenkte und ich danke ihm dafür. Denn im Nachhinein würde ich es sehr schade finden hätten sie einander gehasst.

"Die größte Offenbarung ist die Stille."


Ja das ist sie wohl, die Stille in der einfach keine Worte zurück kommen, Meinung auf die ich zählte nicht mehr an meine Ohren dringen. Doch wirst du immer in meinem Herzen verweilen, ich werde dich einfach niemals vergessen. Mein Bruder, ich vermisse dich und liebe dich, als deine Schwester, von ganzem Herzen.

"Es kommt ein Augenblick, beim Abschiednehmen, wo in der Vorwegnahme des Schmerzes der geliebte Mensch schon nicht mehr bei einem ist."
Zuletzt geändert von Aaminah Faghira Ifrey am Montag 27. Mai 2013, 18:37, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Ruhe. Dieses Wort beschreibt den momentanen Zustand gut. Innerliche Leere.

Seit 2 Tagen schaufelte sie fast ununterbrochen. Ohne Erfolg. Wie tief muss er gegraben haben?
Auch wenn Jala erwähnte das sie ihn suchen wird und zurückbringt, es war ihr egal. Sie konnte einfach nicht glauben das ihr Bruder, ihr eigenes Fleisch und Blut nun begraben unter der Erde liegt.
"Ich weiß das er lebt. Er wartet nur."
Diese Worte gehen ihr ständig durch den Kopf. Doch waren es auch Jala's Worte die sie nicht in Ruhe liesen:
"Er ist im Lied aber es wird immer schwächer. Du machst dich selbst mit deinen Hoffnungen kaputt."
Und wenn schon! So hatte sich die Menekanerin selbst noch nie erlebt. So viel Energie, die ihren Körper durchströmt. Sie hatte die letzten Tage oft mit dem Gedanken gespielt, das er möglicherweiße doch tod sein könnte, doch das würde sie erst glauben wenn sie ihn sehen würde.
Aaminah. Noch nie hatte sie ihre Schwester so gesehen. Die Trauer sah man ihr deutlich an. Sie leidet wahrscheinlich mehr. Klar, sie hatte wohl schon abgeschlossen.
Noch hatte Sabeena keine einzige Träne vergossen, seitdem sie vom Tod ihres Bruders erfahren hatte. Sie war schokiert. Immer wieder wenn sie mit diesem Thema konfrintiert wurde, blockte sie ab. Auch bei dem Thema Beerdigung, kam in ihr die Wut hoch. Wie konnten alle schon daran denken ihn zu gebraben ohne seine Leiche gesehen zu haben? Solange es keinen Beweiß gibt, ist er auch nicht tot.
Saahir sollte ihr helfen beizustehen, ihr das Lied erklären und ob er noch zu hören ist. Aber wo war Saahir? Der Gedanke daran ihn nie bei sich zu haben zerbrach ihr immer wieder das Herz.
Auch die nächsten Tage wird man sie durchgehend am Brunnen finden und sehen wie sie krampfhaft, verzweifelt nach ihrem Fadrim schaufelt...
Gast

Beitrag von Gast »

        • Wenn Tränen den Sand berühren
Es gibt Momente im Leben die anders verlaufen als sie eigentlich geplant waren. Momente in denen unbedacht gehandelt wird und somit die Zukunft in gänzlich andere Bahnen gelenkt wird.

Es gibt Momente die uns entzürnen, weil sie für unser kleines Weltbild nicht ersichtlich sind, wir nicht in andere Köpfe blicken können. Nicht weiter sehen, als unser eigener Tellerrand es zulässt.

Es gibt Momente in denen wir gemeinsam lachen, gemeinsam weinen, Emotionen teilen mit Menschen, die uns zuvor noch fremd waren.

Es gibt Momente in denen wir vergeben, füreinander einstehen, Hand in Hand schwere Zeiten gemeinsam gehen.

Es gibt Momente in denen man Fehler macht und Momente, in denen man Fehler anderer vergibt.

Es gibt Momente im Leben die uns überrumpeln, die uns zu Boden reißen, die uns die Tränen in die Augen treiben und den Atem stocken lassen.

Es gibt Momente im Leben die uns voller Trauer alleine zurück lassen, die uns in einer Schleife der gefühlten Unendlichkeit festhalten....gefangen nehmen.



Das Leben besteht nicht aus einer Geraden. Das Leben besteht aus Berg und Talfahrten, Irrwegen, Kurven, Hügeln...das Leben ist eine Landschaft die in ihrer Vielfältigkeit keinerlei Grenzen kennt.
Doch was tun wenn wir selbst an unsere Grenzen geraten? Wenn wir selbst uns eingestehen müssen das wir der Belastung des Weges einfach nicht mehr standhalten können? Was ist wenn unsere Innere Kraft langsam aufgebraucht ist und sich eine gewisse Taubheit eingeschlichen hat? Das Gefühl abgestumpft zu sein, keine Emotionen mehr leben zu können...das soll Leben sein? Nein! Es ist nur noch ein kläglicher Rest von Energie welche lediglich die Hülle des Körpers aufrecht hält weil die Seele sich so tief verschlossen hat, dass sie nur selten einen Sonnenstrahl bis hin zu sich kommen lässt. Wenn das Gefühl soweit abgestumpft ist, die Emotionen keinen Funken mehr haben um sich zu erheben, dann ist das Leben aus dem Menschen ausgehaucht. Zumindest jenes, was den Menschen an sich ausmacht.

In so einer Situation denkt man nicht darüber nach wie die anderen fühlen, weil man selbst das Fühlen verlernt hat. Man hat sich abgekapselt von all dem was um einen herum geschieht. Demnach war es nur ein dumpfes Pochen welches sich in mir ausbreitete als die Nachricht an meine Ohren drang. Es fühlte sich an als wäre ich in Watte gehüllt, fern ab von allem was um mich herum verweilt.
Die Stimmen klangen nicht real, als würden sie von fernen Galaxien gesprochen werden, weit weg von mir und dem Ort wo ich verweilte. Erst nach einer Weile, als man mich zu schütteln begann, erst dann schien es als würde man mich aus der weiten Ferne zurück in die Gegenwart ziehen. Erst jetzt bekam ich langsam mit was man da sprach, was man mir versuchte zu erzählen. Ich nickte lediglich, sie gingen wieder, ich blieb stehen. Ich kann nicht sagen wie lange ich dort stand, ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Erst als die Nacht einbrach setzte ich mich langsam in Bewegung, erledigte meine Arbeit....ging meinen gewohnten Tätigkeiten nach....so wie jeden Abend...als wäre nichts geschehen.


Aber ich stand bei all jenen Tätigkeiten nicht bei mir, sondern neben mir, zumindest fühlte es sich genau so an. Ich fühlte nichts, meine Hände waren von einem stetigen kribbeln durchzogen, mein ganzer Körper fühlte sich so an, Taub. Ist es möglich das man neben sich her lebt? Das man sich nicht mehr als etwas wahrnimmt? Erst langsam drangen die Erinnerungen an die Worte wieder in mein Gedächtnis, der Bericht darüber was geschehen war. Erst jetzt bemerkte ich das ich schon gestern mit Imraan und Akram gesprochen hatte, mir fiel auf das keinerlei böse Worte fielen trotz der vergangenen Tat. Sie wussten das es nicht sie selbst waren, nein, das konnten sie nicht gewesen sein. So verhielten sich nicht ihre Cousin's oder etwa doch?
Nun wir Ifrey, ja wir haben unseren eigenen Kopf, unseren Willen und unsere Vorstellungen und manch einmal so vermag es wie beim Scarabaeus der dicke Panzer sein welcher mit seiner Sturheit die Wand durchstoßen möchte. Das dies nicht immer gänzlich funktionieren mag, ist ein jedem ihrer Familie bewusst. Dennoch würde keiner ihrer geliebten Familie ohne einen triftigen Grund das Haus Omar angreifen. Aber es war geschehen, genau dies war geschehen, es hatte einen Angriff auf drei des Hauses Omar gegeben. Ein Angriff gegen den Emir persönlich, jenem welchen wir ewige Treue geschworen hatten. Es grenzte fast an einer Schizophrenie wenn man jenes Geschehen durchdachte. Doch egal wie oft ich es drehte und wendete, ich liebte sie dennoch, sie waren nicht nur meine Familie, sie waren Freunde und einer von jenen Männern sollte nach meiner Ausbildung mein Ehemann werden. Ein Mann mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen wollte, mit dem ich lachen wollte, weinen, dem ich beiseite stehen wollte egal in welchen Phasen des Lebens wir uns befinden würden. Allein der Gedanke daran zerriss mich innerlich wieder...ich würde so gerne weinen, so gerne schreien...aber ich kann nicht. Meine Kehle ist Trocken und meine Tränen verebbt. So sollte dies einfach enden? Kein auf Wiedersehen? Kein Lebe wohl? Kein Abschied...nichts? Man bekam einfach eine Tatsache mit welcher man sich nun abfinden müsste ob man wolle oder nicht.
Es war noch nicht lange her da gab es eine Hochzeit zwischen einem Mann und einer Frau, welche sich die Ewige Liebe schworen bis das der Tod sie scheidet..Nahlah und Razyr. Oh, ich kann mich noch genau daran erinnern wie aufgeregt Razyr war, wie oft er verträumt an mir vorbei schritt und leise Gedichte über sein Herzblatt säuselte. Sein schelmisches Grinsen wenn seine Gedanken abschweiften zu der Frau die er liebte.
Faruk, ein Mann welcher das Wort Ehre nicht nur aussprach sondern auch lebte, selbst als Hausloser. Er war stolz, freundlich, lachte gerne und genoss die Zeit bei uns, er war wie ein Kind aus unserem Blute, er gehörte dazu, er war Familie geworden. Wenn man das Gespräch mit ihm suchte so waren sie nie von einer Oberflächlichkeit, nein, sie waren tiefsinnig.
All jene drei Menekaner wie ich sie vor meinem inneren Auge sehe, waren keine Personen welche eine solche Tat einfach aus Herzenslust verbrachten. Was auch immer ihr Fehlleiten hervorbrachte, was auch immer ihre Gedanken zu einer solchen Tat zwang....es muss etwas abgrundtief böses gewesen sein. Was auch immer es war was sie dazu zwang diese Schritte zu gehen, was auch immer sie . Ich habe nicht die Kraft das alles von unten zu beginnen. Ich will zu dem Rest meiner Familie, jene welche schon so lange vor mir die Reise zur heiligen Mara gegangen ist.


        • Trennung ist wohl Tod zu nennen,
          Denn wer weiß, wohin wir gehn,
          Tod ist nur ein kurzes Trennen
          Auf ein baldig Wiedersehn.

In aller Ruhe wird sie beginnen ihr Eigentum zu ordnen, das wegzugeben, was sie nicht mit auf den nächsten Weg nehmen kann. Lediglich Callista und Nahlah wird sie einen Brief beilegen welcher säuberlicht geschrieben und gerollt wurde, vollendend mit dem Siegel der Ifrey.
Meine liebste Cousine,


liest du diese Zeilen so bin ich auf dem Weg zum Rest unserer Familie und sei dir sicher ich werde ihnen allen die besten Grüße ausrichten. Ich habe dir einige Kleinigkeiten zusammengepakt und ich hoffe du kannst sie nicht nur als Erinnerung bei dir tragen sondern auch mit stolz und einem freudigen Lächeln auf den Lippen. Ich habe soviel versucht aber ich werde diesen letzten Verlust nicht überwinden können, mir fehlt dir Kraft und vor allem der Wille dazu. Ich habe jedoch eine Bitte, falls du jemals dazu kommen solltest und du es als passend empfindest, lies doch hudad diese Zeilen dem menekanischen Volk vor, in der Hoffnung das sie einander nie wieder verlieren.

Deine dich liebende Aaminah, möge die heilige Mara deine Wege auf ewig segnen.

Meine letzten Gedanken,

ich bin Aaminah Faghira aus dem Hause der Ifrey, die meisten von euch kennen mich, die einen gut, die anderen weniger gut. Meine letzten Worte möchte ich an das menekanische Volk richten welches das stolzeste und ehrbarste Volk auf dem Boden Eluives ist. Ein jeder von euch welcher hier verweilt hat seinen Stolz und seine Ehre, seine Liebe, seine Freuden, seine Trauer, seine Vergangenheit. Ein jeder von euch hat sein eigenes kleines Päckchen auf dem Rücken zu tragen und keiner ist von Schuld und Unschuld befreit, wir alle sind Lebewesen welche ihre Fehlleitungen haben, die einen mehr, die anderen weniger. Doch vergesst nie, wir werden geliebt, ein jeder von uns. So sollte ein jeder von uns auch lieben. Vergebt einander, liebt einander, helft einander und vor allem erfreut euch aneinander. Da auch ich einen Teil meines Lebens mit ein jedem von euch teilen durfte, so möchte ich doch versuchen euch die Nächstenliebe noch einmal in die Gedanken zu rufen. Steht füreinander ein, verzeiht einander und vor allem und das wünsche ich mir besonders, redet miteinander. Es ist viel zu selten passiert und viel zu oft war man mit sich selbst zu streng oder zu stolz und so glaubt ich spreche von ein jedem auch von mir.

Ich wünsche euch allen nur das beste und möge die heilige Mara ein jeden von euch segnen so, dass ihr all eure Ziele erreicht welche ihr euch im Leben setzt.
Wasser und Schatten mit euch

Aaminah Faghira Ifrey.
Salam meine liebste Nahlah,


für dich habe ich etwas besonderes, ich wollte das du es erhältst weil ich weiß wie sehr du Lebewesen liebst. Ein jedes Stück ist eine Besonderheit in sich und hat eine Geschichte. Ein jede Perle kommt von einem anderen Ort und dennoch sind sie an einem Band vereint und geben ein wunderschönes Bild ab. Das Zaumzeug ist da um das Pferd zu zügeln, es ist wie ein weicher Käfig der sich um die Haut lenkt und so das Pferd nicht nur lenkbarer macht sondern gleichsam auch noch schmückt. Du solltest wissen das Bluetenasche ein ganz besonderes Wesen ist, du wirst dieses Ross lieben. Der Rosenduft ist von einer ganz bestimmten Rose aus dem Lichtenthal, ein sehr alter Freund hat mir damals jenen mitgebracht. Die Kette hat eine besondere Inschrift.
Meine liebe Nahlah, verkrieche dich keinesfalls, sei tapfer und hebe dein Kinn empor um das Gesicht in den Sandsturm zu drücken. Ich weiß es zehrt und ich weiß es ist schmerzhaft, aber es wird langsam abebben und danach wenn du irgendwann wieder zur Ruhe gekommen bist, wirst du wissen welch harten Weg du hinter dich gebracht hast. Ich kann mir vorstellen was du denkst, du fragst dich sicher warum nicht auch ich jenen Weg genommen habe. Ich gehe ungern zum gefühlten hundertsten Mal den selben Weg entlang.


Möge die heilige Mara dir die Wege stets ebnen und dich schützen vor allen schlechten Einflüssen. Wasser und Schatten soll dich auf all deinen Wegen begleiten.

Lebe wohl

Aaminah
Für mich war es immer wichtig mit etwas gänzlich abschließen zu können, das Gefühl alleine gelassen zu werden ohne ein Wort des Abschieds ist schlimm genug. Also ging ich den Weg zum Ahnengrab, ich hielt inne und überlegte....ich überlegte lange und stand dort sicher eine ganze Weile herum. Irgendwann jedoch drehte ich einfach um, ich wollte sie nicht dort hängen sehen, halb verbrannt, halb verwest, stinkend...mit Schildern wie auf einem Basar. Nein ich wollte sie in Erinnerung behalten wie sie waren. Es sind meine Erinnerungen an all das Vergangene, all die schönen Zeiten, ich werde sie nicht vergessen... ich werde sie mir aufbewahren.

So führte mich mein Weg in den Tempel, ich wollte mein letztes Gebet sprechen, meine letzten Worte an unsere heilige Mutter richten. Eine Art der Klärung schaffen, um mich vielleicht ein Stück weit auch gänzlich rein zu waschen, oder wenigstens das ein oder andere Gefühl für diesen Moment in mir auszulöschen. Im Nachhinein betrachtet war das Gebet länger als es geplant war, erst als die ersten Sonnenstrahlen über den Rand der Wüste empor krochen, fiel mir auf wie viel Zeit verronnen war. Ich musste aufbrechen sonst war es zu spät....
Ehe ich dort ankam, an dem Ifreyhaus, welches so leer dort stand, so unbewohnt aussah, hatte ich das kleine Fläschchen aus meiner Tasche gezogen. Ein Gift, eines welches sämtliche Nerven und Muskeln lähmt, ein Gift welches ein langsames und vor allem, schmerzfreies und sauberes Ableben ermöglicht. Keine Ehrenvolle Art zu sterben, wohl wahr, nicht im Kampf oder bei einer sonstigen Heldentat. Nein, manchmal muss man sich selbst die Möglichkeit geben können sich von etwas loszusagen....auch wenn es dabei um das Leben selbst geht. Friede, das ist es was ich suche, der Friede mit mir und dem um mich herum, nicht mehr und nicht weniger. Ich wünsche mich nichts sehnlicheres als meine Familie wieder um mich zu haben, vereint mit meinen Geschwistern, meinen Cousins und meinen Cousinen. Und ich muss lächeln, genau in jenem Moment muss ich lächeln...die Flasche öffnet sich gefolgt von einem leisen 'plop', genau jener Ton vermag in der morgendlichen Stille recht laut zu wirken. Für einen Moment habe ich das Gefühl das man mich beobachtet. Das kalte Glas berührt meine Unterlippe, ich spüre wie die bitter schmeckende Flüssigkeit über meine Zunge hinab in den Hals wandert. Nur wenige Augenblicke später, es reicht mir gerade noch um mich in die Mitte unserer kleinen Oase zu legen, den Blick gen Himmel gerichtet, verspüre ich wie meine Gliedmaßen taub werden. Der Anblick ist atemberaubend, man sieht wie die Strahlen der Sonne sich immer mehr durch die wenigen Wolken drücken und den Nachthimmel in ihre Co Existenz vertreiben. All die Sterne welche nun dem strahlenden Leben des Tages den Rücken kehren, unsere Ahnen...ihr Bruder hatte ihr stets davon erzählt und mit Zafer hatte sie unheimlich gerne über die Sterne sinniert. Es sind soviele Gedanken von so viele Menschen die einem in jenen Momenten durch den Kopf gehen und ein jeder ist eine Besonderheit für sich. Ein jeder hatte seinen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Es dreht sich alles, mein Brustkorb fühlt sich an als würden tausend Steine darauf lasten......meine Augen fallen zu.....mein Herz schlägt langsam....und hört auf. -Stille, Tod-



        • Gluecklich ist wer Glueck schenkt. Wir leben alle nur einmal, in den Gedanken und den Herzen jener die einen Liebten, jedoch eine Ewigkeit.
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