Assamaril lag im sterben, sie war schwer verletzt und die Person die sie über alles liebte kämpfte mit dem Leben. Und alles was sie die letzten Tage, nein Wochen mit ihr durchlebte war Streit und Distanz. Wann hatte sie ihr das letzte mal gesagt wie sehr sie sie liebte? Und nun? Sie war bewusstlos, sie hörte sie nicht, keines ihrer Worte wurde empfangen. Sie saß den ganzen Abend am Bett an ihrer Seite, hielt ihre Hand und betete zu Eluive. Vor den anderen versuchte sie ihren Schmerz so gut es ging zu schlucken aber den Reaktionen der anderen nach gelang es ihr nicht besonders gut.
Den Anfang der Nachtwache wurde von Dschariya übernommen, Tooru wusste das Assamaril bei ihr in guten Händen war. Sie verbrachte einen Großteil der Nacht im Tempel mit gebeten an die Mara. Nur jene konnte jetzt noch helfen.
In den Morgenstunden würde sie Dschariya wieder ablösen und über ihre Geliebte wachen, sie ansehen und ihr Geschichten erzählen. Geschichten die sie beide zusammen erlebt haben. Geschichten über ihre Zukunft.
Assamaril würde sicher wieder gesund werden, Eluive war bei ihnen dessen war sie sich sicher.
Es musste so sein…denn was sie bei solch einem Verlust tun würde…das wusste sie nicht.
Sie trank keinen Schluck diese Nacht, wenn Assamaril starb wollte sie die letzten Stunden oder Tage völlig klar an ihrer Seite sein. Es ist schon Ironie das es einen solchen Schicksalsschlag brauchte um sie vom trinken abzuhalten.
Weißer Skorpion
- Tooru Weidenhang
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Zuletzt geändert von Tooru Weidenhang am Sonntag 21. September 2014, 03:04, insgesamt 2-mal geändert.
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Eigentlich lief alles bestens dieser Tage, Atiya erholte sich wie durch ein Wunder, Sahid lobte sie für ihre Fortschritte und auch mit den anderen Mitgliedern der Familie lief es eigentlich perfekt. Noelani maßregelte sogar die junge Masari für ihre Respektlosigkeit gegenüber Tooru – das war schon etwas besonderes.
Doch seit einiger Zeit nun war ein neuer Mann im Haus, nun für sie war er neu. Offenbar der Verlobte von Naila und ein Mitglied der Akademie. Sie verbrachten viel Zeit miteinander, Zeit die sie als sehr schön empfand. Sie wusste nicht warum aber sie fühlte sich sicher bei ihm. Es war nicht die Art von Sicherheit das er sie vor Feinden beschützen würde, das brauchte sie auch nicht. Es war eine emotionale Vertrautheit, etwas das sie sich ihm öffnen lies, nicht wie sie es Mariyah gegenüber tun würde aber doch nah dran. Sie erzählten sich viel über ihre Leben, ihre Vergangenheit und Tooru verbarg nur wenig und immer wieder kam ein Thema auf: Amie.
Sie bemerkte erst garnicht wie sehr sie immer wieder selbst auf dieses Thema zurückkam, aber Faruk merkte wohl schnell das dies eine Sache war die Tooru noch lange nicht verwunden hatte. Nun gut er wusste nicht die ganze Wahrheit, aus Scham als Mutter noch schlechter darzustehen und zuzugeben das Amie weggelaufen war erzählte sie nurnoch das sie gestorben sei, das machte es einfach leichter für sie. In Anbetracht dessen das sie von keinem ihrer Kontakte auf Cabeza noch irgendwas über die Kleine hörte war es wohl wirklich so das Amie irgentwo auf der Insel gestorben war, oder entführt…versklavt. Auf jedenfall war sie auch dort von der Bildfläche verschwunden.
Sie erzählte ihm viel von ihr, von den Spielen die sie mit Amie spielte, den Erlebnissen am Strand von Cabeza, den Ausflügen nach Bajard, all sowas. Faruk war stehts interessiert an ihren Geschichten, sie mochte das. Selten kam sie dazu so lange und frei über ihre Vergangenheit zu sprechen. Er hörte nur zu ohne zu urteilen oder nicht für voll zu nehmen.
In einer späten Nacht dann endeten sie auf Cabeza, Tooru sollte ihm ihre alten Häuser zeigen, den Strand. Sie trug die ganze Zeit das kleine Spielzeugschiff mit sich das sie Amie damals schenkte.
Dann wurde es seltsam. Sie standen am Strand, schauten auf die Wellen und dann auf einmal? Dunkelheit, sie konnte sich an nichts erinnern nur auf einmal lag sie völlig durchnässt im Sand. Sie hatte diese Blackouts öfter doch dies war wohl eines der ersten male das jemand dabei war. Oft schob sie diese Blackouts auf ihren Alkohol und Krautkonsum doch das konnte sie nicht mehr, immerhin war sie seit nun fast 2 Wochenläufen vollständig trocken.
Sie wusste nicht was passiert war aber Faruks Gesichtsausdrucks nach zu urteilen hatte sie wieder Mist gebaut, gewaltigen Mist. Noch nie sah sie ihn so dreinschauen und sie sorgte sich. Der Heimweg kam ihr wie eine Ewigkeit vor, wohl auch weil beide die gesamte Strecke über schwiegen. Zuhause tranken sie noch etwas, was wusste sie nichtmehr. Sie war zu verwirrt um wirklich viel von ihrer Umgebung mitzukriegen. Sie entschuldigte sich bei Faruk und ging ins Frauenzimmer- Schlafen, sie musste unbedingt schlafen. Dort angekommen begegnete ihr Mariyah welche verwundert auf den immernoch nassen Sari schaute und sie sogleich fragte was geschehen sei. Tooru wusste nichts zu antworten und Mariyah reagierte mit Unverständnis, wohl berechtigt in anbetracht dessen das sie den Teppich hier ohne ersichtlichen Grund volltropfte. Sie holte Faruk zu Hilfe doch viel von dem Gespräch bekam sie nicht mit. Wenig später lag sie in den Kissen, Mariyah an sie gekuschelt und sie wärmend, beruhigend. Genau das was sie grade brauchte.
Sie war unendlich dankbar für diese Familie die sich so um sie kümmerte trotz aller Schwierigkeiten, trotz ihrer Eigenarten.
Doch seit einiger Zeit nun war ein neuer Mann im Haus, nun für sie war er neu. Offenbar der Verlobte von Naila und ein Mitglied der Akademie. Sie verbrachten viel Zeit miteinander, Zeit die sie als sehr schön empfand. Sie wusste nicht warum aber sie fühlte sich sicher bei ihm. Es war nicht die Art von Sicherheit das er sie vor Feinden beschützen würde, das brauchte sie auch nicht. Es war eine emotionale Vertrautheit, etwas das sie sich ihm öffnen lies, nicht wie sie es Mariyah gegenüber tun würde aber doch nah dran. Sie erzählten sich viel über ihre Leben, ihre Vergangenheit und Tooru verbarg nur wenig und immer wieder kam ein Thema auf: Amie.
Sie bemerkte erst garnicht wie sehr sie immer wieder selbst auf dieses Thema zurückkam, aber Faruk merkte wohl schnell das dies eine Sache war die Tooru noch lange nicht verwunden hatte. Nun gut er wusste nicht die ganze Wahrheit, aus Scham als Mutter noch schlechter darzustehen und zuzugeben das Amie weggelaufen war erzählte sie nurnoch das sie gestorben sei, das machte es einfach leichter für sie. In Anbetracht dessen das sie von keinem ihrer Kontakte auf Cabeza noch irgendwas über die Kleine hörte war es wohl wirklich so das Amie irgentwo auf der Insel gestorben war, oder entführt…versklavt. Auf jedenfall war sie auch dort von der Bildfläche verschwunden.
Sie erzählte ihm viel von ihr, von den Spielen die sie mit Amie spielte, den Erlebnissen am Strand von Cabeza, den Ausflügen nach Bajard, all sowas. Faruk war stehts interessiert an ihren Geschichten, sie mochte das. Selten kam sie dazu so lange und frei über ihre Vergangenheit zu sprechen. Er hörte nur zu ohne zu urteilen oder nicht für voll zu nehmen.
In einer späten Nacht dann endeten sie auf Cabeza, Tooru sollte ihm ihre alten Häuser zeigen, den Strand. Sie trug die ganze Zeit das kleine Spielzeugschiff mit sich das sie Amie damals schenkte.
Dann wurde es seltsam. Sie standen am Strand, schauten auf die Wellen und dann auf einmal? Dunkelheit, sie konnte sich an nichts erinnern nur auf einmal lag sie völlig durchnässt im Sand. Sie hatte diese Blackouts öfter doch dies war wohl eines der ersten male das jemand dabei war. Oft schob sie diese Blackouts auf ihren Alkohol und Krautkonsum doch das konnte sie nicht mehr, immerhin war sie seit nun fast 2 Wochenläufen vollständig trocken.
Sie wusste nicht was passiert war aber Faruks Gesichtsausdrucks nach zu urteilen hatte sie wieder Mist gebaut, gewaltigen Mist. Noch nie sah sie ihn so dreinschauen und sie sorgte sich. Der Heimweg kam ihr wie eine Ewigkeit vor, wohl auch weil beide die gesamte Strecke über schwiegen. Zuhause tranken sie noch etwas, was wusste sie nichtmehr. Sie war zu verwirrt um wirklich viel von ihrer Umgebung mitzukriegen. Sie entschuldigte sich bei Faruk und ging ins Frauenzimmer- Schlafen, sie musste unbedingt schlafen. Dort angekommen begegnete ihr Mariyah welche verwundert auf den immernoch nassen Sari schaute und sie sogleich fragte was geschehen sei. Tooru wusste nichts zu antworten und Mariyah reagierte mit Unverständnis, wohl berechtigt in anbetracht dessen das sie den Teppich hier ohne ersichtlichen Grund volltropfte. Sie holte Faruk zu Hilfe doch viel von dem Gespräch bekam sie nicht mit. Wenig später lag sie in den Kissen, Mariyah an sie gekuschelt und sie wärmend, beruhigend. Genau das was sie grade brauchte.
Sie war unendlich dankbar für diese Familie die sich so um sie kümmerte trotz aller Schwierigkeiten, trotz ihrer Eigenarten.
Zuletzt geändert von Tooru Weidenhang am Mittwoch 1. Oktober 2014, 15:10, insgesamt 2-mal geändert.
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- Tooru Weidenhang
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Sie lebte nun weit über ein Jahr hier. Es kam ihr vor wie eine Ewigkeit, aber es war eine gute Ewigkeit. Innerhalb kürzester Zeit hatte sie so viel erreicht wie wohl vor ihr noch nie eine Wilde in diesen Landen erreicht hatte und vielleicht auch nie wieder erreichen würde.
Sie war mittlerweile so sehr in diese Familie gewachsen das selbst Sahid, ihr Oberhaupt, sie als nordländische Cousine bezeichnete (natürlich nur wenn außer ihr niemand zuhörte). Innerhalb der Familie genoß sie mittlerweile eigentlich alle Privilegien die eine aus menekanischem Blute geborene Natifah inne hatte, ausgenommen der Heirat natürlich. In der Armee diente sie weiterhin als Jemaat, dies war der höchste Rang der ihr mit ihrer Hautfarbe zu stand aber außerdem war sie nun zur Schreiberin der Streitkräfte befördert worden. Eine Position die ein enormes Vertrauen vorraussetzt schließlich bekam sie selbst die geheimsten Dokumente zu lesen, auch für die Familie Yazir war sie nun die Schriftführerin und durfte in Sahids Namen die Korrespondenz betreiben, natürlich in mittlerweile flüssigem Menek.
Die größte Ehre von allen war jedoch ihre Waffe, ein nur für sie gefertigter Wüstenskorpion. Sie war die einzige Nordländerin die solch eine Waffe besaß und dann war sie noch ein Geschenk ihrer Familie und überreicht von der Cousine der ihr wohl am nahesten Stand, Khalida. Der Griff war sogar nach dem Wappentier der Familie geformt. Es gab nichts besseres, nichts wertvolleres als zu zeigen welchen Stand und Respekt sie mittlerweile innerhalb des Reichs hatte als diese so sehr besondere Auszeichnung.
Soviel hatte sie nun und doch fehlte etwas.
Sie vermisste das Heilen, das Helfen und Pflegen von Kranken und Verwundeten. Hin und wieder hatte sie sich auch nach der Abkehr aus ihrem Beruf um Verletzungen und Krankheiten gekümmert so kein anderer Hakim zur Verfügung stand. Sie wollte jenen die sich diesem Handwerk voll und ganz widmeten niemals den Vortritt nehmen. Aber grade diese seltenen male in denen sie eine Wunde versorgte oder eine Medizin anrührte fühlte sie sich glücklich, hilfreich, zu etwas nutze. Diese Tätigkeiten gaben ihrem Leben erst einen wirklichen Sinn.
Immer wieder dachte sie an ihre Ansprache damals bei der Versammlung des adoraner Hospitals. "Jeder kann etwas zerstören, aber etwas zu schaffen und zu erhalten ist eine besondere Gabe."
So in etwa waren ihre Worte und sie stand weiterhin zu diesen doch lange Zeit nun war ihr Lebensinhalt nur die Zerstörung wenngleich es auch dem Schutze Menekurs und ihrer Familie diente. Und lange Zeit war dieser totale Wechsel ihres Fokus wichtig, bereits damals auf Cabeza erlangte der Kampf gegenüber dem heilen Priorität ohne das sie etwas dagegen tun konnte. Doch nun nach so langer Zeit musste sie nichtmehr so sehr kämpfen wie einst, Sahid war mit Sicherheit genauso wie ihr selbst klar das die Familie keine Haras braucht und diese "Anstellung" nunmehr lediglich eine Farce war ihre Anwesenheit weiter vor den ihr gegenüber kritisch eingestellten Familien zu rechtfertigen. Immerhin stellte die Familie beinah die gesamte Armee.
Sie würde mit der Familie sprechen über ihren Wunsch ihre alte Arbeit wieder aufzunehmen, diesmal innerhalb des Reichs. Ebenso war es Zeit ihre alten Fachbücher zu entstauben und auch neue anzuschaffen. Es galt ihre Kenntnisse aufzufrischen und zu erweitern. Sie war sich sicher schon bald würde sie wieder das tun können was ihr am meisten am Herzen lag.
Sie war mittlerweile so sehr in diese Familie gewachsen das selbst Sahid, ihr Oberhaupt, sie als nordländische Cousine bezeichnete (natürlich nur wenn außer ihr niemand zuhörte). Innerhalb der Familie genoß sie mittlerweile eigentlich alle Privilegien die eine aus menekanischem Blute geborene Natifah inne hatte, ausgenommen der Heirat natürlich. In der Armee diente sie weiterhin als Jemaat, dies war der höchste Rang der ihr mit ihrer Hautfarbe zu stand aber außerdem war sie nun zur Schreiberin der Streitkräfte befördert worden. Eine Position die ein enormes Vertrauen vorraussetzt schließlich bekam sie selbst die geheimsten Dokumente zu lesen, auch für die Familie Yazir war sie nun die Schriftführerin und durfte in Sahids Namen die Korrespondenz betreiben, natürlich in mittlerweile flüssigem Menek.
Die größte Ehre von allen war jedoch ihre Waffe, ein nur für sie gefertigter Wüstenskorpion. Sie war die einzige Nordländerin die solch eine Waffe besaß und dann war sie noch ein Geschenk ihrer Familie und überreicht von der Cousine der ihr wohl am nahesten Stand, Khalida. Der Griff war sogar nach dem Wappentier der Familie geformt. Es gab nichts besseres, nichts wertvolleres als zu zeigen welchen Stand und Respekt sie mittlerweile innerhalb des Reichs hatte als diese so sehr besondere Auszeichnung.
Soviel hatte sie nun und doch fehlte etwas.
Sie vermisste das Heilen, das Helfen und Pflegen von Kranken und Verwundeten. Hin und wieder hatte sie sich auch nach der Abkehr aus ihrem Beruf um Verletzungen und Krankheiten gekümmert so kein anderer Hakim zur Verfügung stand. Sie wollte jenen die sich diesem Handwerk voll und ganz widmeten niemals den Vortritt nehmen. Aber grade diese seltenen male in denen sie eine Wunde versorgte oder eine Medizin anrührte fühlte sie sich glücklich, hilfreich, zu etwas nutze. Diese Tätigkeiten gaben ihrem Leben erst einen wirklichen Sinn.
Immer wieder dachte sie an ihre Ansprache damals bei der Versammlung des adoraner Hospitals. "Jeder kann etwas zerstören, aber etwas zu schaffen und zu erhalten ist eine besondere Gabe."
So in etwa waren ihre Worte und sie stand weiterhin zu diesen doch lange Zeit nun war ihr Lebensinhalt nur die Zerstörung wenngleich es auch dem Schutze Menekurs und ihrer Familie diente. Und lange Zeit war dieser totale Wechsel ihres Fokus wichtig, bereits damals auf Cabeza erlangte der Kampf gegenüber dem heilen Priorität ohne das sie etwas dagegen tun konnte. Doch nun nach so langer Zeit musste sie nichtmehr so sehr kämpfen wie einst, Sahid war mit Sicherheit genauso wie ihr selbst klar das die Familie keine Haras braucht und diese "Anstellung" nunmehr lediglich eine Farce war ihre Anwesenheit weiter vor den ihr gegenüber kritisch eingestellten Familien zu rechtfertigen. Immerhin stellte die Familie beinah die gesamte Armee.
Sie würde mit der Familie sprechen über ihren Wunsch ihre alte Arbeit wieder aufzunehmen, diesmal innerhalb des Reichs. Ebenso war es Zeit ihre alten Fachbücher zu entstauben und auch neue anzuschaffen. Es galt ihre Kenntnisse aufzufrischen und zu erweitern. Sie war sich sicher schon bald würde sie wieder das tun können was ihr am meisten am Herzen lag.
Zuletzt geändert von Tooru Weidenhang am Montag 2. November 2015, 14:48, insgesamt 1-mal geändert.
- Tooru Weidenhang
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Sie hatte mit allen geredet.
Von Sahid hatte sie die Zustimmung ihren alten Beruf wieder auszuüben. Er verlangte zwar die bestmöglichsten Tränke dafür aber das war ohnehin selbstverständlich für sie der Familie damit zu helfen.
Beim Emir hatte sie sich rückversichert das es ihm nichts ausmachte würde sie Natifahs des Reiches behandeln wo sie doch eine Nordländerin war.
Auch bei Callista fragte sie nach ob sie zum Martisanstreffen zum Ende der Woche erscheinen dürfe, auch von ihr gab es keine Absage.
Sogar Latifa warnte sie vor das es im Labor nun wohl etwas enger werden würde.
Somit war der Grundstein gelegt von dem sie aus anfangen konnte sich wieder in alles einzuarbeiten. Sie würde wieder Hakim sein.
Von Sahid hatte sie die Zustimmung ihren alten Beruf wieder auszuüben. Er verlangte zwar die bestmöglichsten Tränke dafür aber das war ohnehin selbstverständlich für sie der Familie damit zu helfen.
Beim Emir hatte sie sich rückversichert das es ihm nichts ausmachte würde sie Natifahs des Reiches behandeln wo sie doch eine Nordländerin war.
Auch bei Callista fragte sie nach ob sie zum Martisanstreffen zum Ende der Woche erscheinen dürfe, auch von ihr gab es keine Absage.
Sogar Latifa warnte sie vor das es im Labor nun wohl etwas enger werden würde.
Somit war der Grundstein gelegt von dem sie aus anfangen konnte sich wieder in alles einzuarbeiten. Sie würde wieder Hakim sein.
- Tooru Weidenhang
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Der 12. Rabenmond des Jahres 258, ein Tag der nie aus ihrem Gedächtnis schwinden würde. Es war ein schwarzer Tag, für sie ebenso wie für Menek'ur selbst.
Der Morgen verlief noch friedlich ehe zum Mittag hin die Eilbotschaft in der Kaserne eintraf das der Sanjak angegriffen worden sei. Umgehend wurde sie angewiesen einen Haftbefehl auszuschreiben auf das alle Janitschare bei Sichtung der Gesuchten ihn auszuführen haben und sie selbst eilte nachdem dies erledigt war ins Martisan. Zum einen wollte sie nachsehen ob ein Hakim gebraucht würde aber vor allem auch um Wache zu halten um weitere Übergriffe zu verhindern.
Im Martisan selbst stellte sich heraus das es dem Sanjak seinen Verletzungen zum Trotz recht gut ging, zumindest konnte sie dies den wenigen Worten entnehmen welche sie ihn durch den Vorhang des Krankenzimmers sagen hörte. Vielmehr war es die sanfte Samija die vor dem Krankenzimmer saß die Trost und Fürsorge brauchte und so bemühte Tooru sich ihr Mut zu machen und ihre Laune aufzubessern. So ein Angriff mitzuerleben war für eine Natifah ausserhalb der Armee sicher eine traumatische Sache doch all das sollte noch schlimmer kommen.
Samija wurde nach Hause eskortiert mit der Anweisung niemandem die Türe zu öffnen der sich nicht Identifizieren konnte und Tooru kehrte zu ihrem Posten am Martisan zurück wo sie auf den Emir und den Sajneen traf. Ihr war klar das die Verhaftung durchgeführt werden sollte und sie bat darum dem Trupp folgen zu dürfen als zusätzliche Verstärkung. So machten sich Abbas, Imraan, Akram, Sahid und sie sich auf zum Hausviertel der Ifrey, sie selbst rechnete nicht mit Problemen immer würde sich doch niemand gegen den Emir stellen vor allem nicht wenn dieser einen Gesichtsausdruck aufgelegt hatte der jeden Verhandlungsversuch ausschliessen würde.
Am Familienhaus der Ifrey angekommen gab es erst Probleme bei der Forderung um Einlass doch am Ende verschaffte sie die Gruppe dann doch Zutritt in den Garten der Ifrey. Dort geschah das unfassbare. Die Ifrey widersetzten sich der Verhaftung, schlimmer noch sie griffen die Gruppe an, sie griffen den Emir und seine Familie an! Es blieb keine Zeit zum nachdenken, der Speer wurde fallengelassen und der Wüstenskorpion gezogen. Es war ein chaotischer Kampf welcher sich durch den Garten und durch das Familienhaus selbst verteilte und welcher damit endete das die 3 Ifrey die den Angriff begannen ihr Leben ließen.
Sie hatte keine Zeit sich über die Tragweite von dem was hier grade passiert war Gedanken zu machen, der Sajneen hatte einen bösen Schlag abbekommen und im Haus stellte sich heraus das auch der Kalif eine Verletzung erlitten hatte. Während Sahids Verletzungen größtenteils angesengte Haare und ein verschmorrter Turban waren so blutete der Omar und Tooru rannte sogleich in die Küche wo jener zu Boden ging.
"Erhabener?!", rief sie. Sie war bereit umgehend zu helfen aber sie war eine Natifah und er ein Mann, ein Sohn der Omar dazu. Sie brauchte die Erlaubnis hier helfen zu dürfen dies verlangte Tradition und Recht. Natürlich sprach sie nicht offen aus das sie darauf bestand hier nun helfen zu wollen, als Hakim konnte sie nicht anders als diesen Willen zu haben, doch bat sie sehr eindringlich darum und sollte damit auch Erfolg haben.
Schnell war die Feldtasche ausgepackt und die Wunde an der Seite des Kalifen gereinigt. Eine offene Wunde mit verbranntem Wundrand, entweder eine Pyrianwaffe oder irgendein Hokuspokus. Auf jedenfall war sie erleichtert als nach dem reinigen nicht überdurchschnittlich viel Blut nachfloss. Sie versprach nur provisorisch zu versorgen aufgrund des Umstands das sie eine Frau war und Akram danach sofort ins Martisan sollte und sie hielt dieses Versprechen. Die Wunde wurde grob aber fest zugenäht und mit Heilsalbe bedeckt. Die Brandränder erfuhren eine Behandlung einer weiteren Salbe welche vor allem erstmal kühlend und schmerzlindernd wirken sollte. Ein Verband bildete den Abschluss ihrer Behandlung und sie packte ihre Tasche zusammen. Hatte sie grad wirklich einen Omar geheilt? Und dann noch den Kalifen? Würde nicht immer noch das Adrenalin durch sie pumpen und hätte sie die Situation weitreichender erfasst würde sie sich unglaublich geehrt fühlen aber so richtete sie sich nur wieder auf und stellte sicher das auch den anderen nichts fehlte.
Und tatsächlich lief die Aktion für die Omar und Yazir verdammt glimpflich ab, körperlich zumindest. Den Blicken der Männer konnte sie deutlich ablesen was sie fühlten und wie sie es immer Tat versuchte sie die Situation ein wenig aufzulockern. Es mag unpassend gewesen sein aber wenn nur die geringste Chance bestand diese unglaublich schwere Situation für alle zu erleichtern würde sie es versuchen.
Die Leichen wurden geborgen und sie musste noch das Schloss des Haustores knacken welches in diesem Moment Stunden zu dauern schien. Langsam machte sich die Gruppe auf zum Tempel die Toten dort aufzubarren ehe sie auf Thahida stießen. Sie war sichtlich überrascht von dem was hier vorging und Tooru wurde mit der Anweisung Akram ins Martisan zu geleiten zurückgelassen. Akram machte sich dann wiederrum allein zum Martisan auf und wies Tooru an Thahida über den Vorfall aufzuklären.
Als dies erledigt war machten sie sich auch auf zum Martisan wo sie wieder auf Samija trafen die dort stand. Auch ihr wurde die Geschichte erzählt von dem was vorgefallen war. Beinah ging sie zu Boden so traf sie das passierte. Tooru führte sie schnell zu einer Bank und gab ihr etwas zu trinken, versuchte sie aufzumuntern. Unterdessen versorgte der Hakim des Martisan, Orcem Erol Azeezah, nun gründlicher die Wunden des Kalifen.
Bis hierhin ließ sich Tooru nichts anmerken, wohl merkte sie es bisher sogar selbst nicht aber als Samija das Martisan verließ und sie mit Thahida allein war gaben ihre Beine nach so dass sie auf den Hintern fiel. Jetzt nachdem es niemanden mehr zu heilen, aufzumuntern und trösten gab, jetzt wo abgesehen von Thahida alle weg waren vor der sie ihre Fassung wahren musste drangen die Gedanken zu ihr durch über all das was da grade in der letzten Stunde passiert war. Sie hatte ihr Schwert gegen Menekaner erhoben, sie wollte das nie. Hätte nie für möglich gehalten das dies jemals passieren würde. Thahida hatte sich inzwischen zu ihr gesetzt und versuchte sie wohl aufzumuntern doch gegen die nun auf sie einprasselnden Gedanken konnte sie nichts tun. Dann ging die Tür auf, Tooru sprang auf als sei nichts geschehen, stramm stand sie da und sah zu wie Orcem neue Verbände holte. "Du hast gute Arbeit geleistet bei der Wunde", sagte er zu ihr. Sicher war dies ein großes Lob doch in Anbetracht dessen was ihr durch den Kopf ging nur ein kleiner Trost. Sie versicherte sich bei Thahida das diese allein zurecht kommen würde und machte sich auf den Weg nach Hause. Vor dem Martisan atmete die tief durch ehe sie an sich hinabschaute. Erst hier bemerkte sie das ihre Uniform noch voll vom Blut der Ifrey war...
Bis zum Abend saß sie allein, es gab keine Assamaril mehr zu der sie konnte und ihrer Familie wollte sie so nicht begegnen. Die doch kurz stattfindende Begegnung mit Khalida und Majeeda bereitete ihr Unbehagen in diesem Moment. So hatte sie nur ihren Rum um sich daran festzuhalten ehe sie im Familienhaus einschlief.
Doch lange währte der Schlaf nicht, die erwarteten Alpträume überfielen sie. Die Bilder des Familienhauses, zertrümmerte Möbel, Blut im Gras des Gartens, Blut auf den Teppichen. Nur war es nicht das Haus der Ifrey, es war das Haus der Yazir und die Leichen am Boden waren ihre Cousins und Cousinen. Sie schreckte hoch. Das Natifahzimmer das noch leer war als sie einschlief war nun gefüllt mit schlummernden Natifahs und sie hatte einige Mühe leise aus dem Haus zu schleichen doch sie schaffte es und wanderte leeren Blickes hinüber zu ihrem Haus. Sie ging hinauf in ihr Studienzimmer, setzte sich und starrte im dunkeln sitzend an die leere Wand vor ihr.
Sie war den Tod gewohnt, als Hakim wie als Soldatin. Sie hatte nie ein Problem damit Leichen zu sehen und noch weniger mit Blut, im Gegenteil. Doch das was an diesem Tag passierte war anders. Es waren Menekaner, auch wenn die Drei sicher nicht zu ihren liebsten gehörten so waren es Angehörige dieses Volkes was sie so sehr liebte. Was würde nun aus der Familie Ifrey werden? Sie würden nun in diesem Chaos aus Trümmern und Blut sauber machen müssen, ohne Oberhaupt, ohne Cousin. Sie fühlte sich als hätte sie einhändig die halbe Familie dezimiert. Ihr war schlecht, unendlich schlecht. Sie stellte sich vor was wäre und wie sie sich fühlen würde wäre es ihre Familie die solch einen Schicksalsschlag erlitten hätte...und ihr wurde noch schlechter.
Sie wollte doch wieder Hakim sein und stattdessen war sie nun heute in diesen Vorfall verwickelt. Ihre Gedanken kreisten und der Schmerz wurde irgendwann abgelöst von tiefster innerer Leere. Sie begann wieder einmal sich selbst, ihre Existenz und das Recht darauf zu hinterfragen. Den Sinn warum es sie gab. Sie fühlte sich wertlos, nutzlos und endlos schuldig - für alles schlechte dieser Welt, eine für sie unumgängliche Denkweise die noch von der Gefangenschaft im Haus ihres Vaters her stammte. Düstere Gedanken von Selbstzweifel über Selbsthass gingen wieder durch ihren Geist wie so viele Nächte zuvor. Auf die innere Leere folgte eine schwere Depression. Es wurde doch grade erst alles besser, diese Gedanken weniger, endlich hatte sie gedacht ihre Vergangenheit, ihre eigenen Missetaten und die anderer welche sie erlebt hatte endlich hinter sich zu lassen, und nun? Nun dieser Rückschlag.
Wildkraut fand den Weg in ihre Pfeife, sie musste sich mit aller Kraft wieder abschotten von dem was tief in ihrem Inneren war. Morgen müsse sie wieder die Tooru sein wie die Familie sie kennt. Die fast immer gut gelaunte, kindische doch stehts pflichtbewusste, aktive, fürsorgliche und immer Unsinn im Kopf habende Tooru die ebenso viele in ihrer Familie zum schmunzeln wie zum Kopfschütteln brachte. Khalida war die einzige die einen gewissen Einblick in ihr Seelenleben hatte und dabei sollte es auch bleiben. Die Familie musste Menek'Ur beschützen, sie hatte keine Zeit sich um sie zu sorgen.
Morgen würde sie wieder versuchen das zu vollbringen was sie bei sich selbst nicht schaffte.
Andere zu heilen, zu beschützen und zu umsorgen.
"Mir geht es gut.", murmelte sie zu sich selbst als sie nach Sonnenaufgang das Haus verließ.
Der Morgen verlief noch friedlich ehe zum Mittag hin die Eilbotschaft in der Kaserne eintraf das der Sanjak angegriffen worden sei. Umgehend wurde sie angewiesen einen Haftbefehl auszuschreiben auf das alle Janitschare bei Sichtung der Gesuchten ihn auszuführen haben und sie selbst eilte nachdem dies erledigt war ins Martisan. Zum einen wollte sie nachsehen ob ein Hakim gebraucht würde aber vor allem auch um Wache zu halten um weitere Übergriffe zu verhindern.
Im Martisan selbst stellte sich heraus das es dem Sanjak seinen Verletzungen zum Trotz recht gut ging, zumindest konnte sie dies den wenigen Worten entnehmen welche sie ihn durch den Vorhang des Krankenzimmers sagen hörte. Vielmehr war es die sanfte Samija die vor dem Krankenzimmer saß die Trost und Fürsorge brauchte und so bemühte Tooru sich ihr Mut zu machen und ihre Laune aufzubessern. So ein Angriff mitzuerleben war für eine Natifah ausserhalb der Armee sicher eine traumatische Sache doch all das sollte noch schlimmer kommen.
Samija wurde nach Hause eskortiert mit der Anweisung niemandem die Türe zu öffnen der sich nicht Identifizieren konnte und Tooru kehrte zu ihrem Posten am Martisan zurück wo sie auf den Emir und den Sajneen traf. Ihr war klar das die Verhaftung durchgeführt werden sollte und sie bat darum dem Trupp folgen zu dürfen als zusätzliche Verstärkung. So machten sich Abbas, Imraan, Akram, Sahid und sie sich auf zum Hausviertel der Ifrey, sie selbst rechnete nicht mit Problemen immer würde sich doch niemand gegen den Emir stellen vor allem nicht wenn dieser einen Gesichtsausdruck aufgelegt hatte der jeden Verhandlungsversuch ausschliessen würde.
Am Familienhaus der Ifrey angekommen gab es erst Probleme bei der Forderung um Einlass doch am Ende verschaffte sie die Gruppe dann doch Zutritt in den Garten der Ifrey. Dort geschah das unfassbare. Die Ifrey widersetzten sich der Verhaftung, schlimmer noch sie griffen die Gruppe an, sie griffen den Emir und seine Familie an! Es blieb keine Zeit zum nachdenken, der Speer wurde fallengelassen und der Wüstenskorpion gezogen. Es war ein chaotischer Kampf welcher sich durch den Garten und durch das Familienhaus selbst verteilte und welcher damit endete das die 3 Ifrey die den Angriff begannen ihr Leben ließen.
Sie hatte keine Zeit sich über die Tragweite von dem was hier grade passiert war Gedanken zu machen, der Sajneen hatte einen bösen Schlag abbekommen und im Haus stellte sich heraus das auch der Kalif eine Verletzung erlitten hatte. Während Sahids Verletzungen größtenteils angesengte Haare und ein verschmorrter Turban waren so blutete der Omar und Tooru rannte sogleich in die Küche wo jener zu Boden ging.
"Erhabener?!", rief sie. Sie war bereit umgehend zu helfen aber sie war eine Natifah und er ein Mann, ein Sohn der Omar dazu. Sie brauchte die Erlaubnis hier helfen zu dürfen dies verlangte Tradition und Recht. Natürlich sprach sie nicht offen aus das sie darauf bestand hier nun helfen zu wollen, als Hakim konnte sie nicht anders als diesen Willen zu haben, doch bat sie sehr eindringlich darum und sollte damit auch Erfolg haben.
Schnell war die Feldtasche ausgepackt und die Wunde an der Seite des Kalifen gereinigt. Eine offene Wunde mit verbranntem Wundrand, entweder eine Pyrianwaffe oder irgendein Hokuspokus. Auf jedenfall war sie erleichtert als nach dem reinigen nicht überdurchschnittlich viel Blut nachfloss. Sie versprach nur provisorisch zu versorgen aufgrund des Umstands das sie eine Frau war und Akram danach sofort ins Martisan sollte und sie hielt dieses Versprechen. Die Wunde wurde grob aber fest zugenäht und mit Heilsalbe bedeckt. Die Brandränder erfuhren eine Behandlung einer weiteren Salbe welche vor allem erstmal kühlend und schmerzlindernd wirken sollte. Ein Verband bildete den Abschluss ihrer Behandlung und sie packte ihre Tasche zusammen. Hatte sie grad wirklich einen Omar geheilt? Und dann noch den Kalifen? Würde nicht immer noch das Adrenalin durch sie pumpen und hätte sie die Situation weitreichender erfasst würde sie sich unglaublich geehrt fühlen aber so richtete sie sich nur wieder auf und stellte sicher das auch den anderen nichts fehlte.
Und tatsächlich lief die Aktion für die Omar und Yazir verdammt glimpflich ab, körperlich zumindest. Den Blicken der Männer konnte sie deutlich ablesen was sie fühlten und wie sie es immer Tat versuchte sie die Situation ein wenig aufzulockern. Es mag unpassend gewesen sein aber wenn nur die geringste Chance bestand diese unglaublich schwere Situation für alle zu erleichtern würde sie es versuchen.
Die Leichen wurden geborgen und sie musste noch das Schloss des Haustores knacken welches in diesem Moment Stunden zu dauern schien. Langsam machte sich die Gruppe auf zum Tempel die Toten dort aufzubarren ehe sie auf Thahida stießen. Sie war sichtlich überrascht von dem was hier vorging und Tooru wurde mit der Anweisung Akram ins Martisan zu geleiten zurückgelassen. Akram machte sich dann wiederrum allein zum Martisan auf und wies Tooru an Thahida über den Vorfall aufzuklären.
Als dies erledigt war machten sie sich auch auf zum Martisan wo sie wieder auf Samija trafen die dort stand. Auch ihr wurde die Geschichte erzählt von dem was vorgefallen war. Beinah ging sie zu Boden so traf sie das passierte. Tooru führte sie schnell zu einer Bank und gab ihr etwas zu trinken, versuchte sie aufzumuntern. Unterdessen versorgte der Hakim des Martisan, Orcem Erol Azeezah, nun gründlicher die Wunden des Kalifen.
Bis hierhin ließ sich Tooru nichts anmerken, wohl merkte sie es bisher sogar selbst nicht aber als Samija das Martisan verließ und sie mit Thahida allein war gaben ihre Beine nach so dass sie auf den Hintern fiel. Jetzt nachdem es niemanden mehr zu heilen, aufzumuntern und trösten gab, jetzt wo abgesehen von Thahida alle weg waren vor der sie ihre Fassung wahren musste drangen die Gedanken zu ihr durch über all das was da grade in der letzten Stunde passiert war. Sie hatte ihr Schwert gegen Menekaner erhoben, sie wollte das nie. Hätte nie für möglich gehalten das dies jemals passieren würde. Thahida hatte sich inzwischen zu ihr gesetzt und versuchte sie wohl aufzumuntern doch gegen die nun auf sie einprasselnden Gedanken konnte sie nichts tun. Dann ging die Tür auf, Tooru sprang auf als sei nichts geschehen, stramm stand sie da und sah zu wie Orcem neue Verbände holte. "Du hast gute Arbeit geleistet bei der Wunde", sagte er zu ihr. Sicher war dies ein großes Lob doch in Anbetracht dessen was ihr durch den Kopf ging nur ein kleiner Trost. Sie versicherte sich bei Thahida das diese allein zurecht kommen würde und machte sich auf den Weg nach Hause. Vor dem Martisan atmete die tief durch ehe sie an sich hinabschaute. Erst hier bemerkte sie das ihre Uniform noch voll vom Blut der Ifrey war...
Bis zum Abend saß sie allein, es gab keine Assamaril mehr zu der sie konnte und ihrer Familie wollte sie so nicht begegnen. Die doch kurz stattfindende Begegnung mit Khalida und Majeeda bereitete ihr Unbehagen in diesem Moment. So hatte sie nur ihren Rum um sich daran festzuhalten ehe sie im Familienhaus einschlief.
Doch lange währte der Schlaf nicht, die erwarteten Alpträume überfielen sie. Die Bilder des Familienhauses, zertrümmerte Möbel, Blut im Gras des Gartens, Blut auf den Teppichen. Nur war es nicht das Haus der Ifrey, es war das Haus der Yazir und die Leichen am Boden waren ihre Cousins und Cousinen. Sie schreckte hoch. Das Natifahzimmer das noch leer war als sie einschlief war nun gefüllt mit schlummernden Natifahs und sie hatte einige Mühe leise aus dem Haus zu schleichen doch sie schaffte es und wanderte leeren Blickes hinüber zu ihrem Haus. Sie ging hinauf in ihr Studienzimmer, setzte sich und starrte im dunkeln sitzend an die leere Wand vor ihr.
Sie war den Tod gewohnt, als Hakim wie als Soldatin. Sie hatte nie ein Problem damit Leichen zu sehen und noch weniger mit Blut, im Gegenteil. Doch das was an diesem Tag passierte war anders. Es waren Menekaner, auch wenn die Drei sicher nicht zu ihren liebsten gehörten so waren es Angehörige dieses Volkes was sie so sehr liebte. Was würde nun aus der Familie Ifrey werden? Sie würden nun in diesem Chaos aus Trümmern und Blut sauber machen müssen, ohne Oberhaupt, ohne Cousin. Sie fühlte sich als hätte sie einhändig die halbe Familie dezimiert. Ihr war schlecht, unendlich schlecht. Sie stellte sich vor was wäre und wie sie sich fühlen würde wäre es ihre Familie die solch einen Schicksalsschlag erlitten hätte...und ihr wurde noch schlechter.
Sie wollte doch wieder Hakim sein und stattdessen war sie nun heute in diesen Vorfall verwickelt. Ihre Gedanken kreisten und der Schmerz wurde irgendwann abgelöst von tiefster innerer Leere. Sie begann wieder einmal sich selbst, ihre Existenz und das Recht darauf zu hinterfragen. Den Sinn warum es sie gab. Sie fühlte sich wertlos, nutzlos und endlos schuldig - für alles schlechte dieser Welt, eine für sie unumgängliche Denkweise die noch von der Gefangenschaft im Haus ihres Vaters her stammte. Düstere Gedanken von Selbstzweifel über Selbsthass gingen wieder durch ihren Geist wie so viele Nächte zuvor. Auf die innere Leere folgte eine schwere Depression. Es wurde doch grade erst alles besser, diese Gedanken weniger, endlich hatte sie gedacht ihre Vergangenheit, ihre eigenen Missetaten und die anderer welche sie erlebt hatte endlich hinter sich zu lassen, und nun? Nun dieser Rückschlag.
Wildkraut fand den Weg in ihre Pfeife, sie musste sich mit aller Kraft wieder abschotten von dem was tief in ihrem Inneren war. Morgen müsse sie wieder die Tooru sein wie die Familie sie kennt. Die fast immer gut gelaunte, kindische doch stehts pflichtbewusste, aktive, fürsorgliche und immer Unsinn im Kopf habende Tooru die ebenso viele in ihrer Familie zum schmunzeln wie zum Kopfschütteln brachte. Khalida war die einzige die einen gewissen Einblick in ihr Seelenleben hatte und dabei sollte es auch bleiben. Die Familie musste Menek'Ur beschützen, sie hatte keine Zeit sich um sie zu sorgen.
Morgen würde sie wieder versuchen das zu vollbringen was sie bei sich selbst nicht schaffte.
Andere zu heilen, zu beschützen und zu umsorgen.
"Mir geht es gut.", murmelte sie zu sich selbst als sie nach Sonnenaufgang das Haus verließ.
Zuletzt geändert von Tooru Weidenhang am Freitag 13. November 2015, 06:53, insgesamt 2-mal geändert.