Zu Beginn war ich der Wüstensturm im heißen Sommer.
Ungestüm über die Dünen laufend, so schnell mich meine Beine trugen,
Wild alles aufwühlend, was um mich herum stand
Und erst zur Ruhe kommend, wenn sich mir etwas direkt in den Weg stellte.
Aber was sollte sich mir schon in den Weg stellen?
War ich doch vor lauter Verachtung durch die Ehrenhaften freier, als es eine Blüte je sein konnte.
Nur die goldene Stadt, die sollte ich meiden,
Denn das war ihr Reich. Ein Reich, zu dem ich nie gehören würde.
Jede Bewegung folgt einem Antrieb.
Ist der Antrieb weg, versiegt die Bewegung und es kommt zum Stillstand.
Mein Antrieb war seither immer meine Mutter gewesen.
War sie doch die Person, der ich am meisten vertraut hatte.
Sie rief mich zurück, wenn ich zu weit ging,
Lief an meiner Seite, wenn es sie zu Selbigem trieb,
Beschützte mich, wenn ich in Gefahr war
und ließ sich beschützen, wenn es ihr schlecht ging.
Ich fühlte mich unbesiegbar,
stark wie eine Löwin,
schnell wie eine Gepardin
und giftig wie eine Skorpionsdame.
Wer an uns ran wollte,
Einen eingeschworen Trupp Verstoßener,
Der musste erst einen Willen brechen,
Einen Willen, welcher der Härte des ewigen Gesteins der Wüste nah kam. Verdammt nah.
Aber es gibt immer etwas, das stärker ist.
So formt der stetige Wind emsig den Stein,
Er schleift ihn unweigerlich mit den eigenen Waffen
und macht etwas völlig Neues aus ihm.
So erfuhr auch ich irgendwann, dass ich nicht unbesiegbar war.
Genauso wenig wie der Wüstensturm,
noch weniger waren es die Löwin, die Gepardin oder gar der Skorpion.
Wir folgen alle dem Gesetz des Stärkeren...
Las emociones de una mujer joven (Gefühle einer jungen Frau)
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Gast
Las emociones de una mujer joven (Gefühle einer jungen Frau)
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 24. Dezember 2015, 23:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Gast
"NEIN!" Jener Schrei riss Nala in einer warmen Winternacht keuchend und Schweiß gebadet aus dem Schlaf. Sie hatte sich ruckartig aufgesetzt und stierte nun gegen die leicht modrige Wand des Ladens, den sie nie eröffnet hatte. Als sie sich dessen gewahr wurde, dass es sie gewesen war, die geschrien hatte und dass sie unverändert auf La Cabeza, in ihren gewohnten vier Wänden war, beruhigte sie sich wieder etwas und schaute sich um. Nameha war mal wieder nicht da. Gut so, für heute. Somit hatte sie die Wohnungsherrin auch nicht wecken können. Doch diese Albträume mussten ein Ende finden. Es musste endlich aufhören, dass ihr altes Leben sie des Nachts heimsuchte und ihr jegliche Erholung, die sie in ihrem neuen Leben auf der Pirateninsel erfuhr zunichte machte. Tief durchatmend schloss die junge Südländerin ihre Augen und erst dann richtete sie sich auf. Sie zog ihr rotes Kleid an. Jenes, was sie ursprünglich einmal für besondere Anlässe im Sinne von Feiern gekauft hatte. Aber war das Erlangen von Freiheit und Unabhängigkeit -nicht nur physisch, sondern auch geistig- keine Feier? Sie würde es mit einem feierlichen Schuss besiegeln. Und jener Schuss würde gleichzeitig ihre Unschuld vernichten. Die weiße Weste, die sie 18 Jahre lang getragen hatte beschmutzen und aus ihr eine echte Piratin machen, die sich nicht zu schade war, sich die Hände schmutzig zu machen. Weg mit der alten Nala Adamina Adiell, die immer brav die Beine für einen Mann breit machte, der nur ihre Schönheit zu schätzen wusste und sie bewusst dumm gehalten hatte. Sie konnte nun lesen, rechnen, schreiben und vor allem selbst entscheiden, was sie tat und was nicht. Er würde nie wieder auch nur eine Sache für sie entscheiden. Nicht einmal in ihren Träumen! Entschlossen steckte sie die Pistole ein, die sie von Jacqueline erhalten hatte. In jeden Stiefel wanderte ein flaches Messer und dann legte sie ihren ebenso roten Mantel über all das.
Das nächste Schiff brachte sie auch schon in ihre alte Heimat. Sie war nicht all zu weit entfernt. Die Wüste, in der ihr Peiniger lebte und sich für den Größten hielt. Aber sollte er diese letzten Stunden noch genießen. Bald würde ihm nach vielem zu Mute sein, aber nicht mehr nach Selbstverherrlichung und Arroganz. Es vergingen Stunden, die wie ein Film an ihr vorbei zogen. Sie zählte sie nicht, denn das Ziel lag klar vor Augen. Endlich am Hafen angekommen, verließ sie das Schiff und ging zielstrebig in einen bestimmten Viertel rein. Die Ausrede der Fischerhändlerin zog auch hier, angesichts der frühen Morgenstunden. Sie hätte schließlich einfach zum Markt gehen wollen und dort einen Stand anmieten können. Dies war nichts Ungewöhnliches. Doch sie bog irgendwann ab und stand vor einem Ort, dessen Fassade sie in dem ganzen Jahr Flucht nicht vergessen hatte. Der Weg dorthin war wie im Schlaf beschritten worden und nun stand sie da. Ohne zu zögern klopfte sie und recht zügig wurde ihr geöffnet. Glücklicherweise von einer offenbar neuen Angestellten. Sie erkannte Nala zumindest nicht und ließ sie nach ein paar wohl gewählten Worten hinein, zum Herren. Der tiefbraune Blick wanderte immer wieder musternd, fast missbilligend und dennoch bemitleidend an dem 'naiven Weib' rauf und runter. Bis sie nach kurzer Zeit auch schon am Gemach des Herren stand, die Bedienstete klopfte, das Anliegen nannte und Nala hinein gebeten wurde. Hinter ihr schloss sich die Tür und damit auch der Kreis eines oder mehreren Lebens.
Der honigfarbene Blick, der sich leicht genervt und vor allem irritiert auf sie gelegt hatte brauchte nicht lange, bis er sich in Zorn und Abscheu wandelte. Rauh und keine Spur weit freundlich erhob sich die Stimme des Mannes ihr gegenüber: "Warum kommst du zurück?" Stur und doch innerlich bereits wieder mit sich am Hadern legte Nala ihr Augenmerk ebenso nach vorne und versuchte ihre Stimme zu beherrschen, als sie meinte: "Ich hole etwas, was von Anfang an mir gehört hat." Belustigt hoben sich die Mundwinkel des 'Herren' an und er machte sorglos einen Schritt auf sie zu. "Dir hat nie etwas gehört, Adamina. Weder als du mit deiner Hure von Mutter um euer Überleben kämpftest, noch als du es dir verdient hast." "Lass meine Mutter aus dem Spiel!", fauchte Nala ihn da an, zückte in einer zügigen Bewegung die Pistole und richtete sie ziellos auf ihn. "Das wagst du nicht.", war alles, was er in seiner gut versteckten Überraschung heraus bekam, um seine Fassade aufrecht zu erhalten. "Was wenn doch?", klang es nicht provokant, sondern offenkundig interessiert, was die Antwort sein würde und gleichzeitig lud sie die Waffe in ihrer Hand. "Du bist zu schwach, um mich zu töten. Du hast keinen eigenen Willen. Auch nicht jetzt. Dein Willen, dein Körper.. Alles an dir gehört mir. Selbst jetzt noch. Eine Flucht schützt dich nicht vor dem Eid, den du abgelegt hast. Ich habe immer noch die Entscheidungsgewalt, dich töten oder gefangen nehmen zu lassen." "Diese Wahl hast du nicht, pardon.", entgegnete sie nach einem kurzen Moment der Besinnung und als er demonstrativ noch einen Schritt auf sie zu tätigte, fügte sie dem hinzu: "Wer mir das Leben nimmt, entscheide ich. Und es gibt nur zwei Möglichkeiten in diesem Fall: Kra'thor oder ich selbst." Noch einen Schritt hatte er währenddessen an sie heran geschafft, doch statt ihm die Kugel in den Leib zu drücken, wendete sie das Geschoss um 180° und drückte mit einem versteinerten Blick, welchen sie auf ihn gerichtet ließ ab. Seine Brust war etwa einen Kopf tiefer als ihre und so war es der eigene Bauch, den sie traf. Das Letzte was sie sah, war Entsetzen in seinem Blick. Entsetzen darüber, dass er einmal wieder, ein zweites Mal in ihrem Leben, nicht hatte entscheiden können und darüber hinaus nicht hatte verhindern können, dass sie entschied. Wie gelähmt sank sie nur noch auf ihre Knie und im nächsten Moment kippte sie zur Seite um. Die Waffe fiel ihr aus der Hand und rutschte noch ein paar Zentimeter über den Boden, ehe die Besitzerin über die rauhe See hinweg entglitt und bald schon Kra'thor ihre Seele übergeben würde. So, wie es der einzig wahre Eid, der Pakt mit der Toro de la Muerte und dem Seelenfänger besagt...
Das nächste Schiff brachte sie auch schon in ihre alte Heimat. Sie war nicht all zu weit entfernt. Die Wüste, in der ihr Peiniger lebte und sich für den Größten hielt. Aber sollte er diese letzten Stunden noch genießen. Bald würde ihm nach vielem zu Mute sein, aber nicht mehr nach Selbstverherrlichung und Arroganz. Es vergingen Stunden, die wie ein Film an ihr vorbei zogen. Sie zählte sie nicht, denn das Ziel lag klar vor Augen. Endlich am Hafen angekommen, verließ sie das Schiff und ging zielstrebig in einen bestimmten Viertel rein. Die Ausrede der Fischerhändlerin zog auch hier, angesichts der frühen Morgenstunden. Sie hätte schließlich einfach zum Markt gehen wollen und dort einen Stand anmieten können. Dies war nichts Ungewöhnliches. Doch sie bog irgendwann ab und stand vor einem Ort, dessen Fassade sie in dem ganzen Jahr Flucht nicht vergessen hatte. Der Weg dorthin war wie im Schlaf beschritten worden und nun stand sie da. Ohne zu zögern klopfte sie und recht zügig wurde ihr geöffnet. Glücklicherweise von einer offenbar neuen Angestellten. Sie erkannte Nala zumindest nicht und ließ sie nach ein paar wohl gewählten Worten hinein, zum Herren. Der tiefbraune Blick wanderte immer wieder musternd, fast missbilligend und dennoch bemitleidend an dem 'naiven Weib' rauf und runter. Bis sie nach kurzer Zeit auch schon am Gemach des Herren stand, die Bedienstete klopfte, das Anliegen nannte und Nala hinein gebeten wurde. Hinter ihr schloss sich die Tür und damit auch der Kreis eines oder mehreren Lebens.
Der honigfarbene Blick, der sich leicht genervt und vor allem irritiert auf sie gelegt hatte brauchte nicht lange, bis er sich in Zorn und Abscheu wandelte. Rauh und keine Spur weit freundlich erhob sich die Stimme des Mannes ihr gegenüber: "Warum kommst du zurück?" Stur und doch innerlich bereits wieder mit sich am Hadern legte Nala ihr Augenmerk ebenso nach vorne und versuchte ihre Stimme zu beherrschen, als sie meinte: "Ich hole etwas, was von Anfang an mir gehört hat." Belustigt hoben sich die Mundwinkel des 'Herren' an und er machte sorglos einen Schritt auf sie zu. "Dir hat nie etwas gehört, Adamina. Weder als du mit deiner Hure von Mutter um euer Überleben kämpftest, noch als du es dir verdient hast." "Lass meine Mutter aus dem Spiel!", fauchte Nala ihn da an, zückte in einer zügigen Bewegung die Pistole und richtete sie ziellos auf ihn. "Das wagst du nicht.", war alles, was er in seiner gut versteckten Überraschung heraus bekam, um seine Fassade aufrecht zu erhalten. "Was wenn doch?", klang es nicht provokant, sondern offenkundig interessiert, was die Antwort sein würde und gleichzeitig lud sie die Waffe in ihrer Hand. "Du bist zu schwach, um mich zu töten. Du hast keinen eigenen Willen. Auch nicht jetzt. Dein Willen, dein Körper.. Alles an dir gehört mir. Selbst jetzt noch. Eine Flucht schützt dich nicht vor dem Eid, den du abgelegt hast. Ich habe immer noch die Entscheidungsgewalt, dich töten oder gefangen nehmen zu lassen." "Diese Wahl hast du nicht, pardon.", entgegnete sie nach einem kurzen Moment der Besinnung und als er demonstrativ noch einen Schritt auf sie zu tätigte, fügte sie dem hinzu: "Wer mir das Leben nimmt, entscheide ich. Und es gibt nur zwei Möglichkeiten in diesem Fall: Kra'thor oder ich selbst." Noch einen Schritt hatte er währenddessen an sie heran geschafft, doch statt ihm die Kugel in den Leib zu drücken, wendete sie das Geschoss um 180° und drückte mit einem versteinerten Blick, welchen sie auf ihn gerichtet ließ ab. Seine Brust war etwa einen Kopf tiefer als ihre und so war es der eigene Bauch, den sie traf. Das Letzte was sie sah, war Entsetzen in seinem Blick. Entsetzen darüber, dass er einmal wieder, ein zweites Mal in ihrem Leben, nicht hatte entscheiden können und darüber hinaus nicht hatte verhindern können, dass sie entschied. Wie gelähmt sank sie nur noch auf ihre Knie und im nächsten Moment kippte sie zur Seite um. Die Waffe fiel ihr aus der Hand und rutschte noch ein paar Zentimeter über den Boden, ehe die Besitzerin über die rauhe See hinweg entglitt und bald schon Kra'thor ihre Seele übergeben würde. So, wie es der einzig wahre Eid, der Pakt mit der Toro de la Muerte und dem Seelenfänger besagt...
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 24. Dezember 2015, 23:29, insgesamt 1-mal geändert.