Biester!
In ihrer kleinen Steinhöhle raschelte es leise, als die junge Magierin in ihren Unterlagen blätterte. Mehre lederne Mappen lagen gestapelt herum und ein paar waren nun aufgeschlagen und Lilja überflog die enthaltenen Notizen.
Manchmal suchten die Luchsaugen den Blick in die Ferne zu einer anderen Höhle in den Steinen. Und das mit den Luchsaugen war Wortwörtlich gemeint, denn es war eigentlich Dunkel und unter normalen Bedingungen wäre an lesen gar nicht zu denken gewesen. Aber die Magierin wusste sich eben zu helfen, und hatte eine Teil Verwandlung angewendet um Nachts zu sehen.
Doch auch die besten Augen nutzten nichts, wenn nicht etwas passierte das man Beobachten konnte.
In der anderen Steinhöhle blieb es ruhig, „es“ war wohl am schlafen. Leise schnaubend stiess Lilja die Luft aus der Nase und senkte den Blick wieder auf ihre Notizen.
Die junge Frau hatte sich schon fast häuslich eingerichtet in ihrer kleinen Steinhöhle, hatte eine kleine Kiste mit Nahrung, hauptsächlich Trockenfleisch und ein paar doch schon schrumpelige Äpfel, und ihre Notizen und natürlich genug Schreibfedern und Tinte.
Wie lange sie wohl schon hier herum hockte? Tage, wenn nicht sogar Wochen, doch sie war eben eine Masson und die waren ausserordentlich Stur. Und wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, war sie auch nicht so leicht davon abzubringen. Doch diese „Dinger“ waren wirklich ein Knackpunkt in ihrer Ausbildung.
Auszug aus den Notizen:
Emotionen sind für den Magier Segen und Fluch zu gleich. Zuviel von einer
Emotion lässt uns scheitern, zu wenig ebenfalls. Emotionale Kontrolle ist der
Schlüssel zum Erfolg. Sich nicht von den Gefühlen leiten lassen. Sich mit
dem Element Feuer zu beschäftigen, kann uns Wut bringen oder uns
Impulsiv werden lassen. Die Macht der Wut zu nutzen um einen
grossflächigen Schaden anzurichten, kann manchmal von Nutzen sein.
Doch uns Menschen ist es nicht möglich, reine Elemente zu nutzen, so das
wir uns, um einen Zauber zu stärken, zweier Elemente bedienen können um
eine Starke Reaktion herbei zu führen.
Beliebte Kombinationen sind zum Beispiel, Feuer und Luft welche zu einem
Feuerball geformt werden. Wasser und Feuer können einen Nebel ergeben,
genau so wie Wasser und Luft, wenn die Luft erwärmt wird, wird diese
abgekühlt kann die Kombination aus Wasser und Luft, Eis ergeben.
Es gibt auch Beispiele, die aus mehr als zwei Elementen bestehen, als Beispiel
der Blitz der aus Wasser, Luft und Feuer besteht. Wenn Wasser und Luftelementarteilchen
unterschiedlicher Temperaturen sich an einander reiben, entsteht eine Energie
die sich als Blitz entladen kann.
Es war schon spät und sie war müde. Überzeugt davon das heute nichts mehr passieren würde, legte sie sich zurück auf ihr Bett aus Moos und trockenen Blättern über die eine Decke ausgebreitet war.
Sie hoffte sie wäre Müde genug um einzuschlafen, es war nicht das Bett das sie vermisste, sondern die Arme die sie sonst umfingen, die lieben Worte und danach das gleichmässige Atmen neben ihr.
Oh ja sie vermisste Armand doch sie würde nie eine Maga werden, wenn sie sich nicht ihren Ängsten stellte.
Ein paar wenige Stunden schlaf waren ihr dann doch vergönnt, ehe die ersten Sonnenstrahlen ihre Nase kitzelten und sie erwachte.
Als sie sich etwas hergerichtet hatte, griff sie ins Lied ein und wandelte ihre Augen in die eines Adlers. Mittlerweile gelang ihr das schon recht gut und auch sehr schnell, nicht so wie am Anfang als das Wirken nicht so ganz klappen wollte. Teilverwandlungen waren anspruchsvoller, aber auch unglaublich praktisch.
Sie ersetzte die Klangstrukturen ihrer Augen durch die des Adlers und verband sie mit den richtigen Punkten in ihrem Geistesenergienetzwerk. Schon hatte sie einen scharfen Blick in die Höhle des Biestes etwas weiter unten in den Klippen.
Das Vieh war immer noch in seine Höhle verkrochen und das schon 2 Tage. Wie lange konnte es sich von dem Reh ernähren das es vor 2 Tagen angeschleppt hatte?
Seufzend öffnete Lilja eine Mappe aus Leder und betrachtete die Zeichnungen darin die sie von dem Wesen gemacht hatte.
Durch ihre Studien hatte sie so einiges herausgefunden. Die Biester jagten gerne in der Dämmerung und ernährten sich ausschliesslich von Fleisch. Sie hatten spitze Zähne und ihre Augen wirkten etwas hohl und waren dunkel. Die Flügel waren flugtauglich und sie flogen ähnlich wie eine Fledermaus. Und das Wesen war sehr Lied affin.
Die Magierin musste immer aufpassen wenn sie ins Lied eingriff und das Biest in der Nähe war, so hatte sie sich vor ein paar Tagen fast verraten.
Lilja wollte sich verwandelt in eine kleine Fledermaus um dem Wesen zu folgen und es zu beobachten, doch als sie ins Lied eingriff kehrte das Vieh um und flog direkt auf sie zu. In Panik flüchtete sie halb verwandelt in ihre Höhle und brach dann die Verwandlung ab und tat etwas das sie noch Stunden lang bereut hatte; sie liess eine unkontrollierte Rückverwandlung zu.
Diese unsäglichen Schmerzen, die würde sie nicht so schnell wieder vergessen. Kein Wunder das die Matriarchin davor ausdrücklich warnte.
Sorgsam vollführte sie die Rückverwandlung der Augen und erneut seufzte sie tief. Wem wollte sie hier etwas vormachen? Wohl nur sich selbst. Sie hatte den Flügelgnom mehr als genug studiert, gezeichnet und analysiert. Trotzdem hatte sie immer noch eine unerklärliche Angst davor sich in ein solches Wesen zu verwandeln.
Sie hatte genug und wollte zurück zu ihren Freunden, zurück nach Bajard und zu Armand. Ja sie hatte Heimweh und irgendwie machte sie dieses Gefühl glücklich. Endlich hatte sie wieder einen Ort an dem sie sich zuhause fühlte.
So packte sie ihre Mappen ein und die wenigen Habseeligkeiten die sie dabei hatte zusammen und kroch aus ihrer Steinhöhle, nicht ohne sich vorher zu vergewissern das der Flügelgnom nicht in Sichtweite war.
Kurze Zeit später erhob sich eine kleine Fledermaus aus dem Dickicht empor, welches sich Nahe an der Steinklippe befand und flog in der Morgendämmerung nach Norden, Richtung Bajard davon.
Biester!
-
Gast
Der Mond glitzerte immer noch durch die Wasseroberfläche bis hinunter zum Bauch des Hausbootes und Lilja lag noch immer wach im Bett. Alleine, wie sie war schien ihr das Doppelbett einfach zu gross. Immer noch fehlten ihr die Arme die sie fest hielten. Wieder die Feststellung; er war nicht da.
Die Magierin krabbelte aus dem Bett, streifte eine Robe über den Kopf und ihre Füsse trugen sie zielsicher an den Ort an dem sie die meiste Zeit verbrachte, seit sie wieder in Bajard war.
Morgen würden die Umzugsleute kommen, doch sie wollte es verdrängen. Was sich als etwas schwieriger herausstellte, als gedacht. Es standen überall Kisten herum und die Bücherregale die sonst gefüllt waren mit einer bunten Mischung von Themen starrten nun leer zurück als Lilja sie anblickte.
Beschäftige dich! Befahl sie sich selbst und griff nach einer der Mappen, von denen sie so viele besass. Diese enthielt keine Aufzeichnungen über Flügelgnome, sondern beschäftigte sich mit dem Gehirn des Menschen. Genauer mit dem Geistnetzwerk des Menschen.
Die Zeichnung die Lilja gerade herauszog, war eine Skizze eines Gehirns, überzogen mit einem, auf den ersten Blick, chaotischen Netzwerk aus roten Punkten und Linien. Betrachtete man das Bild länger konnte man mit etwas Wissen, ein plastisches Netz erkennen.
Die Punkte hatten Nummern und es gab zu fast jeder eine zusätzliche Seite mit Forschungsergebnissen.
Die meisten dieser Forschungsergebnisse waren durch Beobachtung entstanden, an sich selbst oder an Mitmenschen, aber es gab auch welche für deren Erforschung ein Leben in Gefahr gebracht werden musste. Opfer dafür waren Wegelagerer im Wald, Abschaum den niemand vermissen würde. Die Magierin hatte anfangs einigen Skrupel gehabt, für ihre Forschung Menschen zu Opfern. Doch die Neugier war stärker und der Drang nach Wissen wollte gestillt werden.
Natürlich wusste Lilja, dass das Nutzen von Mentalmagie ihre Grenzen hatte. Sie war schon öfters während ihrer Forschung an dieses Phänomen gestossen; Dass das Lied jedes Leben im innersten schützt. So konnte man zum Beispiel den Atem eines Opfers nicht einfach stoppen, denn irgendwann kam der Reflex des Opfers doch zu Atmen und der Zauber war gebrochen.
Man konnte jemandem das Augenlicht nehmen und ihn auf einen Abgrund zuführen, doch den letzten Schritt zum Sturz und dem Tod des Opfers, hatte sie noch nie zustande gebracht.
Lilja blätterte in ihren Unterlagen und überflog die Zeilen. Sie hatte schon mit dem Gefühl der Angst gearbeitet. Bis jetzt hatte sie jedoch, wie ihr gerade auffiel, immer nur Bilder von Ungeheuern benutzt die es gab. Der Gedanke nahm sie gefangen und sie brütete einige Zeit darüber nach, doch war sie sich nicht ganz schlüssig. Sie würde es ausprobieren! Doch nicht heute denn über ihrem brüten war die Zeit vergangen und es war schon Morgen, Zeit das Hausboot zu räumen.
Den ganzen Morgen hatte sie kaum Zeit, ihren Gedanken nach zu hängen, Entscheidungen mussten getroffen werden, sie musste alles überwachen denn sie hatte keine Hilfe.
Er war nicht da, war schon einige Zeit verschwunden und liess sie allein.
Jetzt ist keine Zeit zu jammern! Schimpfte sie mit sich selbst und dirigierte weiter den Umzug ins neue Heim.
Es war kein Hausboot mehr, sondern ein kleines Häuschen in Bajard selbst, mit einem Steg aufs Wasser hinaus. Sie würde sich sicher bald hier zu Hause fühlen, und alleine, fügte sie in Gedanken still dazu.
Die nächsten Tage vergingen ziemlich schnell, Möbel bestellen, diese einrichten und die Kisten auspacken und einräumen. Abends fiel sie müde in einen Schlaf der Erschöpfung.
Doch dann war ihr Häuschen eingerichtet, alles ausgepackt und nun? Die Tage wurden zäher die Nächte noch schlimmer.
Sie musste sich beschäftigen, konnte nicht in Trauer versinken. Nein er würde zu ihr zurück kehren, davon war sie überzeugt.
Wo waren nur ihre Notizen? Sie ging die beschrifteten Mappen durch und zog die richtige heraus. Ein Untier das es so nicht gab, gut sie brauchte aber ein Bild. Mit dem Kohlestift in der Hand machte sie sich eine Zeichnung und dann fing der wirklich schwierige Teil an. Sie musste das Wesen das sie sich vorgenommen hatte im Liedgefüge erstellen. Manche Teile konnte sie aus bekannten Melodien herausnehmen aber sie musste dann alles zusammen passen, damit es auch funktionierte.
Sie werkelte einige Stunden daran, sie sprürte kaum wie die Zeit verging, so sehr war sie gefangen in ihrem Tun. Als sie das Gefühl hatte sie wäre so weit, schlüpfte sie in ihre Lederrüstung und machte sich auf. Sie schlicht durch die Strassen von Bajard zum Tor, es wurde gerade Dunkel.
Das Stück der Strasse entlang, rechts führte ein Weg zum hübschen Teich...
Nicht drann denken! Schalt sie sich und konzentierte sich wieder auf das was sie sich vorgenommen hatte. Sie verschwand dann nach links in den Wald, wo sie wusste das sie auf ein Räuberlager treffen würde. Dort würde sie sich ein Opfer suchen für ihren Versuch.
Da etwas abseits der Anderen war einer, ihr Opfer für diesen Versuch. Sie lockte ihn noch etwas weiter weg, in dem sie leise Geräusche machte, und sie hatte Glück, er tappte genau in die Falle.
Dann ging alles sehr schnell:
Sie versuchte das Bild in seinen Kopf zu projizieren.
Er bliebt stehen, sie konnte seine Knie schlottern sehen.
Weiter..
Das Ungetüm in seinen Gedanken schoss auf ihn zu.
Dann..
Plötzlich hatte Lilja das Bild eines Flügelgnomes vor den Augen.
Es brannte sich regelrecht in ihr Hirn, wie sehr war der Magierin jetzt noch nicht klar.
Angst und ekel krochen in ihr hoch.
Ein Schrei!
Verwirrung machte sich in der jungen Frau breit, denn der Schrei kam von ihr selbst.
Der Räuber hatte sich aus seiner Panik befreit und sie mit einem Dolch angegriffen.
Sie blutete.
Er sah sie grimmig an.
Sie versuchte sich zu konzentrieren, doch war sie zu verwirrt.
Weg hier!
Und dann rannte sie davon, so schnell ihre Beine sie trugen.
Als sie am Hausboot ankam, wurde ihr bewusst das sie da nicht mehr wohnte, ein Schlag in die Magengegend, kein physischer Schlag, trotzdem traf es sie hart.
Endlich in ihrem Häuschen angekommen, entledigte sie sich ihrer Rüstung und begutachtete ihre Wunde. Mieser Kerl, er hatte genau zwischen Brustteil und Armschützer in die Schulter getroffen.
Sie war noch nicht im Stande sich zu konzentrieren also verband sie die Wunde provisorisch mit einem Verband, so das die Blutung langsam stoppte. Jetzt erst einmal alles aufschreiben, bevor sie Details vergass.
Einige Zeit später kuschelte sich die Magierin in ihr Bett, umgeben von Kissen. Die Verletzung war mit einem Zauber aus der Elementarmagie verschwunden, und damit auch die Schmerzen.
Die Erschöpfung übermannte sie und Lilja fiel in einen tiefen Schlaf.
Was die Magierin jedoch nicht bemerkte war, das sie zwar schlief, doch ihr Gehirn hatte anderes vor. Was, das würden sicher bald schon einige Menschen bemerken.
Die Magierin krabbelte aus dem Bett, streifte eine Robe über den Kopf und ihre Füsse trugen sie zielsicher an den Ort an dem sie die meiste Zeit verbrachte, seit sie wieder in Bajard war.
Morgen würden die Umzugsleute kommen, doch sie wollte es verdrängen. Was sich als etwas schwieriger herausstellte, als gedacht. Es standen überall Kisten herum und die Bücherregale die sonst gefüllt waren mit einer bunten Mischung von Themen starrten nun leer zurück als Lilja sie anblickte.
Beschäftige dich! Befahl sie sich selbst und griff nach einer der Mappen, von denen sie so viele besass. Diese enthielt keine Aufzeichnungen über Flügelgnome, sondern beschäftigte sich mit dem Gehirn des Menschen. Genauer mit dem Geistnetzwerk des Menschen.
Die Zeichnung die Lilja gerade herauszog, war eine Skizze eines Gehirns, überzogen mit einem, auf den ersten Blick, chaotischen Netzwerk aus roten Punkten und Linien. Betrachtete man das Bild länger konnte man mit etwas Wissen, ein plastisches Netz erkennen.
Die Punkte hatten Nummern und es gab zu fast jeder eine zusätzliche Seite mit Forschungsergebnissen.
Die meisten dieser Forschungsergebnisse waren durch Beobachtung entstanden, an sich selbst oder an Mitmenschen, aber es gab auch welche für deren Erforschung ein Leben in Gefahr gebracht werden musste. Opfer dafür waren Wegelagerer im Wald, Abschaum den niemand vermissen würde. Die Magierin hatte anfangs einigen Skrupel gehabt, für ihre Forschung Menschen zu Opfern. Doch die Neugier war stärker und der Drang nach Wissen wollte gestillt werden.
Natürlich wusste Lilja, dass das Nutzen von Mentalmagie ihre Grenzen hatte. Sie war schon öfters während ihrer Forschung an dieses Phänomen gestossen; Dass das Lied jedes Leben im innersten schützt. So konnte man zum Beispiel den Atem eines Opfers nicht einfach stoppen, denn irgendwann kam der Reflex des Opfers doch zu Atmen und der Zauber war gebrochen.
Man konnte jemandem das Augenlicht nehmen und ihn auf einen Abgrund zuführen, doch den letzten Schritt zum Sturz und dem Tod des Opfers, hatte sie noch nie zustande gebracht.
Lilja blätterte in ihren Unterlagen und überflog die Zeilen. Sie hatte schon mit dem Gefühl der Angst gearbeitet. Bis jetzt hatte sie jedoch, wie ihr gerade auffiel, immer nur Bilder von Ungeheuern benutzt die es gab. Der Gedanke nahm sie gefangen und sie brütete einige Zeit darüber nach, doch war sie sich nicht ganz schlüssig. Sie würde es ausprobieren! Doch nicht heute denn über ihrem brüten war die Zeit vergangen und es war schon Morgen, Zeit das Hausboot zu räumen.
Den ganzen Morgen hatte sie kaum Zeit, ihren Gedanken nach zu hängen, Entscheidungen mussten getroffen werden, sie musste alles überwachen denn sie hatte keine Hilfe.
Er war nicht da, war schon einige Zeit verschwunden und liess sie allein.
Jetzt ist keine Zeit zu jammern! Schimpfte sie mit sich selbst und dirigierte weiter den Umzug ins neue Heim.
Es war kein Hausboot mehr, sondern ein kleines Häuschen in Bajard selbst, mit einem Steg aufs Wasser hinaus. Sie würde sich sicher bald hier zu Hause fühlen, und alleine, fügte sie in Gedanken still dazu.
Die nächsten Tage vergingen ziemlich schnell, Möbel bestellen, diese einrichten und die Kisten auspacken und einräumen. Abends fiel sie müde in einen Schlaf der Erschöpfung.
Doch dann war ihr Häuschen eingerichtet, alles ausgepackt und nun? Die Tage wurden zäher die Nächte noch schlimmer.
Sie musste sich beschäftigen, konnte nicht in Trauer versinken. Nein er würde zu ihr zurück kehren, davon war sie überzeugt.
Wo waren nur ihre Notizen? Sie ging die beschrifteten Mappen durch und zog die richtige heraus. Ein Untier das es so nicht gab, gut sie brauchte aber ein Bild. Mit dem Kohlestift in der Hand machte sie sich eine Zeichnung und dann fing der wirklich schwierige Teil an. Sie musste das Wesen das sie sich vorgenommen hatte im Liedgefüge erstellen. Manche Teile konnte sie aus bekannten Melodien herausnehmen aber sie musste dann alles zusammen passen, damit es auch funktionierte.
Sie werkelte einige Stunden daran, sie sprürte kaum wie die Zeit verging, so sehr war sie gefangen in ihrem Tun. Als sie das Gefühl hatte sie wäre so weit, schlüpfte sie in ihre Lederrüstung und machte sich auf. Sie schlicht durch die Strassen von Bajard zum Tor, es wurde gerade Dunkel.
Das Stück der Strasse entlang, rechts führte ein Weg zum hübschen Teich...
Nicht drann denken! Schalt sie sich und konzentierte sich wieder auf das was sie sich vorgenommen hatte. Sie verschwand dann nach links in den Wald, wo sie wusste das sie auf ein Räuberlager treffen würde. Dort würde sie sich ein Opfer suchen für ihren Versuch.
Da etwas abseits der Anderen war einer, ihr Opfer für diesen Versuch. Sie lockte ihn noch etwas weiter weg, in dem sie leise Geräusche machte, und sie hatte Glück, er tappte genau in die Falle.
Dann ging alles sehr schnell:
Sie versuchte das Bild in seinen Kopf zu projizieren.
Er bliebt stehen, sie konnte seine Knie schlottern sehen.
Weiter..
Das Ungetüm in seinen Gedanken schoss auf ihn zu.
Dann..
Plötzlich hatte Lilja das Bild eines Flügelgnomes vor den Augen.
Es brannte sich regelrecht in ihr Hirn, wie sehr war der Magierin jetzt noch nicht klar.
Angst und ekel krochen in ihr hoch.
Ein Schrei!
Verwirrung machte sich in der jungen Frau breit, denn der Schrei kam von ihr selbst.
Der Räuber hatte sich aus seiner Panik befreit und sie mit einem Dolch angegriffen.
Sie blutete.
Er sah sie grimmig an.
Sie versuchte sich zu konzentrieren, doch war sie zu verwirrt.
Weg hier!
Und dann rannte sie davon, so schnell ihre Beine sie trugen.
Als sie am Hausboot ankam, wurde ihr bewusst das sie da nicht mehr wohnte, ein Schlag in die Magengegend, kein physischer Schlag, trotzdem traf es sie hart.
Endlich in ihrem Häuschen angekommen, entledigte sie sich ihrer Rüstung und begutachtete ihre Wunde. Mieser Kerl, er hatte genau zwischen Brustteil und Armschützer in die Schulter getroffen.
Sie war noch nicht im Stande sich zu konzentrieren also verband sie die Wunde provisorisch mit einem Verband, so das die Blutung langsam stoppte. Jetzt erst einmal alles aufschreiben, bevor sie Details vergass.
Einige Zeit später kuschelte sich die Magierin in ihr Bett, umgeben von Kissen. Die Verletzung war mit einem Zauber aus der Elementarmagie verschwunden, und damit auch die Schmerzen.
Die Erschöpfung übermannte sie und Lilja fiel in einen tiefen Schlaf.
Was die Magierin jedoch nicht bemerkte war, das sie zwar schlief, doch ihr Gehirn hatte anderes vor. Was, das würden sicher bald schon einige Menschen bemerken.