Das Ende von Hector Moldarius [Chartod]

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Gast

Das Ende von Hector Moldarius [Chartod]

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Das Ende von Hector Moldarius

Es sind nun schon einige Jahreswechsel vergangen als Hector spät Abends ins Schiff Richtung Süd-Westen segelte. Ohne nur ein Wort an seine ihm ans Herz gewachsenen Kameraden zu richten packte er eiligst seinen Krempel für die doch recht weite Reise und ritt spät nachts los.

Doch was war in den doch recht vernünftigen Kerl gefahren?

Es war der selbe Abend an dem er ein bereits recht mitgenommenes Schriftstück erlangte welches ihn über die schwere Krankheit seiner Schwester unterrichtete. Hector konnte seinen Augen nicht trauen. Seine allerliebste Schwester sollte doch bereits seit Jahrzehnten bei einem Angriff der Barbaren ums Leben gekommen sein. War dies alles nur eine große Täuschung gewesen? Oder wurde sie damals gar entführt? All diese Fragen schossen ihm durch den Kopf ehe er spontan und ohne reiflicher Überlegung seinen Kram packte und gen Süden ritt. Er hatte Glück und fand rasch einen willigen Kapitän der sein Schiff in die von ihn gewünschte Richtung segelte. Die Überfahrt war ansträngend und zäh. Das Ziel wollte und wollte nicht erreicht werden. Der Wind blieb aus und die Reise verzögerte sich um einige Tage ehe er endlich den Aufenthaltsort seiner Schwester erreichen konnte. Eluive meinte es an jenen Tagen wirklich nicht gut mit ihm. Seine Schwester die er nun so lange nicht mehr gesehen hatte verlor am Vortag seiner Anreise ihren Kampf gegen ihre Krankheit. So blieb ihm nur mehr der schmerzhafte Abschied an ihrem leblosen Körper. Er kümmerte sich um eine anständige Beerdigung und ertränkte seinen Kummer in Schnaps und Wein. Auf der Rückreise war er kaum eine Minute bei Sinnen ehe er wieder zur Flasche griff. Seine letzten Münzen forderte das gute Verhandlungsgeschick des Kapitäns welcher ihn nach Bajard zurückbringen sollte. Doch es kam anders als erwartet.

Entgegen seiner ersten Überfahrt zog ein Sturm auf welcher, das Schiff erst vom Kurs abdrängte und Stunden später durch eine monströse Welle kenterte. Einige der Matrosen wurden vor seinen Augen durch einen gewaltigen Schlag von Bord geworfen und andere sprangen freiwillig in den Nassen Tod. Es ging dann plötzlich alles sehr schnell ehe er auch abgeworfen wurde und sich an die Wasseroberfläche zurückkämpfte. Aus Instinkt zu überleben umklammerte er ein Stück schwimmendes Treibgut welches ihn über Wasser halten konnte. Es trieb ihn ebenso wie einige andere Überlebende übers Meer hinweg. Unendlicher Durst stellte sich eine ehe er auch schon sein Bewusstsein verlor.

Er wird unsanft geweckt durch grobe Schläge ins Gesicht. Was war nur passiert, wo bin ich? Diese Frage stelle sich sein schwacher Geist. Deutlich benommen liegt er unter Bananenbäumen im Sand. Die brandheiße Sonne im Genick spürt er wie er hochgezogen und auf einen Karren verladen wird. Leise vernimmt er noch die Stimme: " Arr , Heute ist unser Glückstag! Den Brocken können wir traumhaft verkaufen." Er war auf der Insel La Cabeza gestrandet und durch sein Glück direkt in die Hand eines Sklavenhändlers gefallen. Es folgten Wochen in Gefangenschaft. Eingesperrt wie ein Tier im Käfig wurde er mit dem Minimum versorgt. Am leben sollte er bleiben, mehr nicht. Er hatte genug Zeit um seine dumme Reise Revue passieren zu lassen. Niemals hätte er von seinem ans Herz gewachsenem zu Hause einfach so verschwinden dürfen. Das Gemeinschaftshaus der Kompass und Schwert sowie seine Kameraden die ihn einst so liebevoll aufgenommen hatte. Verschwunden war er wie ein Pfurz im weitem Wald. So vieles hätte er ihnen noch sagen wollen wenn er denn gewusst hätte wie gefährlich die Reise für ihn wäre. Es gar seine letzte Reise wird. Der Gedanken an all jene hielt ihm am Leben. Er würde doch nur noch einmal seine "Einheit" freundschaftlich in den Arm nehmen. Von Xenos einen Hieb verpasst bekommen weil der Schildarm nicht korrekt geführt wurde. Oder mit allen anderen eines der lustigen Spielchen treiben die es Tag ein Tag aus dort gab. Allen voran die Krönung mit den Schränken. Blöd hatte er drein gesehen als er dies das erste mal sah wie alle eine Schrank ihrer Wahl hochhoben damit herumliefen um sich dann anschließend darin zu verstecken. Niemals hatte er es sich so gewünscht als in jenen Tagen der Gefangenschaft. Doch sein Leid hat noch kein Ende.

Der kräftige Ruck vier starker Männer riss ihn aus dem Schlaf. Sie stemmten seinen Käfig hoch und verluden ihn auf einen er ankernden Schiffe. "Was macht ihr mit mir!" ruft er den Männern zu. Diese sprechen jedoch eine ferne Sprache und palaverten nur etwas von Rahal. Ein Stich führ Hector durch den Körper. Er wusste das würde nicht gut für ihn ausgehen. War er doch stets als Feind des Reiches aufgetreten. Die Überfahrt war wieder gesegnet von perfekten Wetter und einer ruhigen See. Eine Tatsache die ihm nur an Eluive zweifeln lies. Sie müsse ihn verlassen haben.

Es war rasch klar warum man die menschliche Ware nach Rahal transportierte. Es war Markttag. Einige der Sklavenhändler boten ihre Ware an den Höchstbietenden. Sklaven die noch nicht so lange eingesperrt und somit noch bei Kräften waren gingen weg wie des Bäckers frisches Brot. Doch nach Sonnenuntergang verweilten nur noch die Halbtoten in ihrem Käfig. Der Gedanke nach weiteren Wochen auf La Cabeza trieb meine Gedanken in den Wahnsinn. Der Körper hingegen war bereits so schwach das es kaum noch ein Zucken zu sehen gab. Doch es kam anders als gedacht. Es waren Rabendiener die zur späten Stunde den Hafen besuchten um die minderwertige Ware zu einem Spotpreis zu erwerben. Auch Hector war einer von ihnen. Nach weiteren drei Tagen in Gefangenschaft wurde dann sein ohnehin schwacher Körper auf die Schlachtbank begleitet. Sein Leben wurde an jenem Abend , Kra'thors zu Ehren, abgeschlachtet. Hector konnte an jenem Zeitpunkt keinen Widerwillen mehr aufbringen. Er war froh, dass er nun endlich die Schwelle ins Jenseits übertreten durfte. Ein sanftes Lächeln zierte gar sein Gesicht ehe ihm sein Leben genommen wurde. Seine Gedanken waren bei seiner Familie der Gesellschaft zu Kompass und Schwert gewesen.

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