Der Tag hätte ein guter werden können, wäre da nicht dieser Aushang am schwarzen Brett im Kesselbüro gewesen. Er blieb wie gewohnt stehen und las ihn sich in Ruhe durch. Doch mitten im lesen sanken die zuvor leicht freudig angehobenen Mundwinkel rasch tiefer. Die Mimik verfinsterte sich mit jeder Zeile mehr. Nach dem er es gelesen hatte, blieb er noch eine ganze Weile lang regungslos davor stehen und starrte ins Leere.
Dann wendete er sich um und ging in die Schmiedeecke und öffnete seine Lagertruhe. Die noch nicht ganz fertiggestellte Brustplatte nahm er heraus und begann sie zu bearbeiten. Jeder Griff schien wie immer routiniert und gezielt.
Doch die Schläge mit dem Hammer auf dem Metall wurden mit jedem mal härter und auch ungezielter. Es dauerte nicht all zu lange und der kräftige Schmied schlug mit einer enormen Brachialgewalt auf die Brustplatte ein, bis er den Hammer in einer umdrehenden bewegung in den großen leeren Raum hinter sich warf. Die Brustplatte wurde direkt im Anschluss ergriffen und mit Wucht gegen die massieve Steinwand geworfen. Leute die sich auf dem Gelände aufhielten und auch jene unmittelbar drumherum könnten diesen Lärm und den anschliessenden Wutentbrannten Aufschrei hören.
Er ging dann gezielt und ohne sich von irgendwas aufhalten zu lassen, zum Regimentslazarett um die dort aufgebarte Taliana sehen zu wollen.
Das Ende einer guten Freundin
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Zahrak Salberg
Zugegeben: Er hatte nie viel mit Talianna zu tun gehabt. Man kannte sich, arbeitete zusammen und zwischendurch wechselte man auch ein paar freundliche Worte zwischen Tür und Angel. Man sagt, der persönliche Verlust geht einem immer näher, als der eines Anderen. Aber wie war es mit Verlusten, die man mit eigenen, vergangenen assoziierte?
Zu Beginn, als Heinrik das Gehen der letzten Kundin für diesen Abend abgewartet und ihm dann stellvertretend für den ganzen Kessel mitgeteilt hatte, dass Talianna tot wäre, setzte der Schneider eine jahrelang antrainierte Fassade auf. Um vor allem nicht die hinzukommende Nathelia zu verunsichern.
Als er dann nach Berchgard, an den Ort des Geschehens ging, verschaffte es ihm zumindest Sicherheit und so ließ er sich auch anstandslos wieder wegschicken. Doch das anschließende Gespräch mit einer kindlich naiven Nichte und einer zu dem Zeitpunkt noch unwissenden Heilerin wurde allmälig zu anstrengend. Also zog er sich zurück und verfasste irgendwann des nachts den Aushang am schwarzen Brett des bunten Kessels.
Der Anblick am nächsten Morgen.. Tarek wutentbrannt und außer sich, ohne Halt.. Das machte ihm nicht nur im ersten Moment Angst, als er nichts ahnend an der Schmiede vorbei kam und den Harnisch gefühlte zwei Schritt vor seiner Nase gen Wand fliegen sah. Es verursachte einen stechenden Schmerz in Herz- und Bauchgegend. Diesen Wutausbruch kannte er und er wusste genau, dass reden gerade nicht helfen würde.
Tarek und auch Tarya hatten mit Talianna letzten Abend eine langjährige Freundin verloren und auch für alle Anderen war es ein Verlust, den man nicht ignorieren konnte. Die Zeit würde erfordern, dass Leute wie Zahrak wieder aufdrehen, um den Anderen Kraft zu spenden, aber für diesen Morgen ging er einfach nur nach Berchgard und ließ sich nahe des Tatorts auf den Rasen plumpsen. Dort sitzend gedenkte er auf seine eigene Art Talianna und gönnte Tarek, der Richtung Adoran gegangen war die nötige Ruhe...
Zu Beginn, als Heinrik das Gehen der letzten Kundin für diesen Abend abgewartet und ihm dann stellvertretend für den ganzen Kessel mitgeteilt hatte, dass Talianna tot wäre, setzte der Schneider eine jahrelang antrainierte Fassade auf. Um vor allem nicht die hinzukommende Nathelia zu verunsichern.
Als er dann nach Berchgard, an den Ort des Geschehens ging, verschaffte es ihm zumindest Sicherheit und so ließ er sich auch anstandslos wieder wegschicken. Doch das anschließende Gespräch mit einer kindlich naiven Nichte und einer zu dem Zeitpunkt noch unwissenden Heilerin wurde allmälig zu anstrengend. Also zog er sich zurück und verfasste irgendwann des nachts den Aushang am schwarzen Brett des bunten Kessels.
Der Anblick am nächsten Morgen.. Tarek wutentbrannt und außer sich, ohne Halt.. Das machte ihm nicht nur im ersten Moment Angst, als er nichts ahnend an der Schmiede vorbei kam und den Harnisch gefühlte zwei Schritt vor seiner Nase gen Wand fliegen sah. Es verursachte einen stechenden Schmerz in Herz- und Bauchgegend. Diesen Wutausbruch kannte er und er wusste genau, dass reden gerade nicht helfen würde.
Tarek und auch Tarya hatten mit Talianna letzten Abend eine langjährige Freundin verloren und auch für alle Anderen war es ein Verlust, den man nicht ignorieren konnte. Die Zeit würde erfordern, dass Leute wie Zahrak wieder aufdrehen, um den Anderen Kraft zu spenden, aber für diesen Morgen ging er einfach nur nach Berchgard und ließ sich nahe des Tatorts auf den Rasen plumpsen. Dort sitzend gedenkte er auf seine eigene Art Talianna und gönnte Tarek, der Richtung Adoran gegangen war die nötige Ruhe...
Zuletzt geändert von Zahrak Salberg am Sonntag 23. August 2015, 11:07, insgesamt 1-mal geändert.
- Keylon von Salberg
- Beiträge: 1801
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
"Es ist noch Gutes in ihr ..."
hatte ER gesagt.
"Was würdest du tun wenn ich mich mit ihr treffen würde? Natürlich nicht auf
La Cabeza, und sie würde mich verletzen?"
"Ich würde ihr sehr weh tun." hatte Keylon geantwortet mit Wut in der Stimme.
Wie konnte jemand auch nur so vermessen sein zu glauben das da wirklich noch Gutes in dieser Frau steckte und mit ihr reden? Keylon schnaubte auf.
Er hatte früher schon nicht daran geglaubt und nun hatte sie es auch noch bewiesen.
Sie hatte Talianna getötet.
Noch Gutes? Ja... Auch in einem Wolf steckte durchaus Gutes wenn er gezähmt war, aber selbst dann blieb er unberechenbar.
Genau wie diese Piratin.
Gutes hin oder her. Das war so tief hinter ihrer dunklen Seele vergraben.
Ihr gehörte das Handwerk gelegt und nicht ein versucht mitfühlendes Herz, das glaubte sie noch retten zu können.
Nichts und niemand konnte sie noch retten... nichts außer der gnädige Tod der sie von ihrem ... LEIDEN erlösen würde.
Das was sie Talianna angetan hatte.
Wie sehr bereute es Keylon jetzt das er sie damals nicht hatte festgenommen als er sie niedergeschlagen hatte, oder gar in diesem Kampf getötet.
Talianna könnte heute noch leben.
Immer noch die Wut in sich spürend nahm er Abschied von der toten Kameradin.
Er hatte sie ehrlich gemocht.
Sie würde im Regiment und im Kessel fehlen.
hatte ER gesagt.
"Was würdest du tun wenn ich mich mit ihr treffen würde? Natürlich nicht auf
La Cabeza, und sie würde mich verletzen?"
"Ich würde ihr sehr weh tun." hatte Keylon geantwortet mit Wut in der Stimme.
Wie konnte jemand auch nur so vermessen sein zu glauben das da wirklich noch Gutes in dieser Frau steckte und mit ihr reden? Keylon schnaubte auf.
Er hatte früher schon nicht daran geglaubt und nun hatte sie es auch noch bewiesen.
Sie hatte Talianna getötet.
Noch Gutes? Ja... Auch in einem Wolf steckte durchaus Gutes wenn er gezähmt war, aber selbst dann blieb er unberechenbar.
Genau wie diese Piratin.
Gutes hin oder her. Das war so tief hinter ihrer dunklen Seele vergraben.
Ihr gehörte das Handwerk gelegt und nicht ein versucht mitfühlendes Herz, das glaubte sie noch retten zu können.
Nichts und niemand konnte sie noch retten... nichts außer der gnädige Tod der sie von ihrem ... LEIDEN erlösen würde.
Das was sie Talianna angetan hatte.
Wie sehr bereute es Keylon jetzt das er sie damals nicht hatte festgenommen als er sie niedergeschlagen hatte, oder gar in diesem Kampf getötet.
Talianna könnte heute noch leben.
Immer noch die Wut in sich spürend nahm er Abschied von der toten Kameradin.
Er hatte sie ehrlich gemocht.
Sie würde im Regiment und im Kessel fehlen.
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Jhywin Vannae
- Beiträge: 91
- Registriert: Dienstag 12. August 2014, 20:36
Heinrik holte sie... Ab nach Berchgard, um zu gucken ob es noch etwas zu tun gab. Die Verstorbene wurde ins Lazarett nach Adoran gebracht, dort entsprechend versorgt. Nach der Versorgung lehnte sich Fin erstmal ans Wasserbecken, sich erstmal von dem ganzen Blut befreien, frustriert blieb sie mit abgestützten Händen tropfend stehen. Bis Heinrik dazu kam...
Etwas später am Abend übernahm sie die Mahnwache, stand den Rest der Nacht an Taliannas Bettende und betete
Etwas später am Abend übernahm sie die Mahnwache, stand den Rest der Nacht an Taliannas Bettende und betete
Zuletzt geändert von Jhywin Vannae am Sonntag 23. August 2015, 14:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Gast
Alles war ein Nebel. Alarmglocken, raus aus der Mine, rein in die Uniform, sprinten und hetzen zum Tor. Eine steife Oberstleutnant. Zwei Gardisten emsig beschäftigt und der erste Blick. Das zerschossene Gesicht und die blutige Uniform.
"Sagt im Kessel bescheid, Rekrut" kam der Befehl und er sprintete wieder weg. Weg von diesem Anblick, weg von der Oberstleutnant, den Gardisten und der Toten. Den ersten klaren Moment ohne mechanische Befehlsausführung bekam er erst wieder im Keller des Regiments. Ein Ort der Ruhe im Trank- und Heilerraum. Doch nicht allein. Fin. Arme Fin.
Er ließ sich an der Heilerwanne zu Boden sinken und lehnte sich an das Holz an. Blickte zu Fin und schwieg. Gedanken an Korporal Selten und schweigen.
Ihr Gesang als er seine ersten Tanzschritte in Adoran tätigte. Lächeln. Ihr Blick als er die Klappe zu weit aufriss. Zusammenzucken. Ihr Gestikulieren als sie den Rekruten erklärte was, wie wann und wo. Bewunderung.
Wieder eine weniger. Wieder ein Grab mehr. Er kam wohl damit klar wie er immer mit Verlust klar kam. Dicht machen, nichts ranlassen und weitermachen. Nur nicht denken für die nächsten Tage. Trauerzeit ist immer später.
Wieder blickt er auf zu der jungen Gardistin, welche als Feldheilerin direkt an der Sache dran war. Er raffte sich innerlich auf, sprach Worte ohne zu wissen was er eigentlich sagte. Hoffentlich hörte sie aufbauendes aus seinem Gewäsch.
Aufstehen, Kapelle, Luninara ging, er hinterher. Zurück in der Kapelle. Nebel, welcher das zerschossene Gesicht umwabert.
"Sagt im Kessel bescheid, Rekrut" kam der Befehl und er sprintete wieder weg. Weg von diesem Anblick, weg von der Oberstleutnant, den Gardisten und der Toten. Den ersten klaren Moment ohne mechanische Befehlsausführung bekam er erst wieder im Keller des Regiments. Ein Ort der Ruhe im Trank- und Heilerraum. Doch nicht allein. Fin. Arme Fin.
Er ließ sich an der Heilerwanne zu Boden sinken und lehnte sich an das Holz an. Blickte zu Fin und schwieg. Gedanken an Korporal Selten und schweigen.
Ihr Gesang als er seine ersten Tanzschritte in Adoran tätigte. Lächeln. Ihr Blick als er die Klappe zu weit aufriss. Zusammenzucken. Ihr Gestikulieren als sie den Rekruten erklärte was, wie wann und wo. Bewunderung.
Wieder eine weniger. Wieder ein Grab mehr. Er kam wohl damit klar wie er immer mit Verlust klar kam. Dicht machen, nichts ranlassen und weitermachen. Nur nicht denken für die nächsten Tage. Trauerzeit ist immer später.
Wieder blickt er auf zu der jungen Gardistin, welche als Feldheilerin direkt an der Sache dran war. Er raffte sich innerlich auf, sprach Worte ohne zu wissen was er eigentlich sagte. Hoffentlich hörte sie aufbauendes aus seinem Gewäsch.
Aufstehen, Kapelle, Luninara ging, er hinterher. Zurück in der Kapelle. Nebel, welcher das zerschossene Gesicht umwabert.
Zuletzt geändert von Gast am Sonntag 23. August 2015, 15:07, insgesamt 2-mal geändert.