Kinder - Segen oder Alptraum?

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Erik Forstnam

Kinder - Segen oder Alptraum?

Beitrag von Erik Forstnam »

So ernst hatte er das alles eigentlich gar nicht gemeint.

Erik Forstnam, der mit 18 jungen Jahren beim Clan Hinrah strandete und dort das größte Glück auf Erden fand - seine Frau - der sich mit Holz und Möbeln inzwischen trefflich umzugehen verstand und der nun abseits der großen Städte glücklich und zufrieden am Wegeskreuz lebte - nein, so hatte er sich sein Leben niemals vorgestellt, als er Jahre zuvor von Zuhause mehr oder weniger geflohen war. Die junge, keimende Liebe zwischen Luciana und ihm war ihm so unendlich kostbar, denn sie bedeutete für ihn lange Zeit das Glück, dass er sonst nie gespürt hatte. Konnte es wirklich noch besser werden?

Nun waren sie verheiratet und lebten, umgeben von Freunden und Bekannten, in einem stattlichen Holzhaus mit einem kleinen Garten und einigen Tieren. Erik war nun 21 Sommer alt und sein Leben endlich in geregelten Bahnen. Was gab es auf dieser Welt, dass ihm noch fehlen konnte?

Er hatte schon öfters über kleine Kinderchen gescherzt, hin und wieder, um Luciana ein wenig zu ärgern. Er hatte jedoch nie vor gehabt, wirklich welche zu bekommen. Bis eines Tages Sharay zu Besuch kam. Denn die beiden Freundinnen - Sharay und Luciana - machten aus seinem scheinbaren Kinderwunsch ein groß angelegtes Zukunftsbild.

Jede von den beiden wollte 10 Kinder bekommen, jeweils 5 Mädchen und 5 Knaben. Die Knaben sollten dann die Berufe ihrer Väter, die Mädchen die Berufe ihrer Mütter übernehmen. Wartete man also lange genug, so wären das Resultat 5 Schreiner, 5 Schneiderinnen und 10 Krieger gewesen. Und damit ließ sich sicherlich eine Menge anstellen. Dazu kam, dass man noch Alliestra und Thancred mit einbeziehen wollte, denn 5 Feinschmiede und 5 Waffenschmiede sind nie zu verachten.

Es war ein lustiger Tag, und noch lange malte man sich aus, wie diese kleine Privatarmee dann die Berchgarder Mine stürmen und für die Handwerksarmee einnehmen konnte. Natürlich waren das nur spaßhafte Äußerungen, aber man hatte unglaublich viel zu Lachen an diesem Abend.

Und noch gestern scherzte Luciana wieder einmal vor sich hin, die Pläne müssten dringend einmal ausgearbeitet werden. Manchmal fragte Erik sich, ob sie bemerkt hatte, dass er die Grundzüge dieses Planes inzwischen gut fand? Dass er... nun wusste, was ihm zu seinem Glück noch fehlte?
Luciana van Elyn

Beitrag von Luciana van Elyn »

Lang lebte sie glücklich und zufrieden im Clan ... bis der Tag kam, an dem sie zusammen mit ihrem Liebsten beschlossen hatte, von dort zu gehen. Anscheinend interessierte es keinen, dass sie von dort gegangen waren. Sie waren schliesslich doch nur einfache Menschen "Stätter" wie wir immer genannt wurden. Von wegen Familie, war es überhaupt je eine Familie, wenn man nicht aus deren Blut stammte. Die Zweifel lagen aber schon lange im Hintergrund, und eigentlich machte sie sich gar keine Gedanken mehr darüber. Denn wäre sie nicht dort gewesen, hätte sie ihr Glück .. ihren Liebsten, ihren jetzigen Ehemann vielleicht gar nicht gefunden. Konnte man gefunden sagen? Nein ... war es doch fiel mehr, als ihn nur "gefunden" zu haben. Er brachte ihr Herz zum lachen, machte sie glücklich und trug sie auf Händen. Erik ließ sie das Bild ihrer Vergangenheit vergessen, die schrecklichen Bilder die früher einmal auf ihr lasteten, die Gedanken und Sorgen die darum kreisten, alle schienen vergessen zu sein.

Aye, sie hatten jetzt eine gemeinsame Zukunft, die Vergangenheit liegt zurück und sie wollte jene vergessen, um nur noch nach Vorne sehen zu können. Alberten sie doch letztens, als Sharay zu Besuch war herum ... Kinderwünsche .. 10 Kinder ... zuerst schockierte er sie mit dieser Nachricht, wollte sie doch nie Kinder. Es war ihr ein graus, allein schon der Gedanke daran, Kinder zu kriegen, diese Bälger dann aufzuziehen und für nichts anderes mehr Zeit zu haben. War es nicht einfach nur egoistisch von ihr, so zu denken?

Sie drehte den Spieß um, witzelte und schmiedete Pläne mit Sharay über die Bande vieler Kinder, es wurde viel gelacht, es war ein fröhlicher Tag.
Doch stimmte sie der Gedanke an Kinder nachdenklich.
"Wollte sie vielleicht doch Kinder? Fehlten jene nicht noch zu ihrem Glück?"
Aber wusste sie, ob Erik es ernst meinte ... sicher sprach er öfter davon, aber wohl mehr um sie damit zu ärgern und aufzuziehen, wo er doch wusste das sie eine Abneigung hegte ... aber war es wirklich noch so?
Sie liebte ihn, sie liebte ihr Leben sowie es jetzt ist.

Ein sanftes Lächeln schob sich in ihr Gesicht ... die Pläne mussten ausgearbeitet werden. Doch mussten sie zuerst Platz und Räumlichkeiten schaffen, um den Kinderwunsch gewahr werden zu lassen. Noch hatten sie Zeit ... doch wurde es eng, schliesslich nahte der Nachwuchs ...
Erik Forstnam

Beitrag von Erik Forstnam »

Der Tag, an dem der fleißige Architekt endlich die letzten Baumaßnahmen an dem großen Keller unter dem Heim der beiden Forstnams beendet hatte, war für Erik ein sehr zwiegespaltener. Auf der einen Seite freute er sich wahnsinnig, dass das neue Bauprojekt endlich vollendet worden war. Nun befand sich endlich ein richtiges Bad im Haus, der kleine See vor dem Grundstück blieb in Zukunft rein. Auch ein Lager fand sich nun im Haus und man konnte endlich darüber nachdenken, die ganzen Lagerkisten aus dem Wohnbereich zu entfernen.

Auf der anderen Seite wuchs damit auch die Bedrohung, die von Luciana und den dummen Sprüchen, die sie damals gemacht hatten, ausgehen konnte. Sie hatte zwar schon lange nicht mehr davon gesprochen und auch er vermied dieses Thema wie einen Sack mit heißen Kohlen - woher er diesen Vergleich hatte, konnte er sich auch nicht erklären. Heiße Kohlen bleiben im Normalfall nicht lange in einem Sack stecken... - um nicht unversehens ein Problem herbei zu schaffen.
Zwar hatte Erik sich wirklich in letzter Zeit immer mehr eine hübsche kleine Familie gewünscht, aber er wusste, wie Luciana zu diesem Thema stand. Und vor allem wusste er, wieviel Arbeit und Nerven ein kleines Balg kosten mochte. Was blieb ihm also?

Er verdrängte das Thema, so gut es ging, sprach es nicht mehr an, war häufig und vor allem früh am Morgen und spät in der Nacht im Wald unterwegs, um Holz herbei zu schaffen und stürzte sich selbst in einen gewaltigen Berg mit Arbeit. Seine Schreinerkünste wurden immer ausgefeilter, und nur noch wenige seiner Zunft waren in der Lage, seine Arbeiten zu übertreffen oder wenigstens mit ihm gleich zu ziehen. Arbeit war der perfekte Grund, so wenig mit Luciana zu sprechen - vor allem über jenes unglückselige Thema. Wieso hatte er es nur je angesprochen...
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