Der wohl schwerste Part
Tief in der Nacht saß sie bei der Totenwache in der Kapelle vor ihrer verstorbenen Freundin und verfasste ein Schreiben an die Hinterbliebenen.
Der Schwertmaid zum Gruße
Mein Name ist Janarey und ich bin eine Kamaradin und beste Freundin eurer Tochter Saphira Nojah. Mit tiefem Bedauern schreibe ich euch die folgenden Zeilen und wünschte, ich könnte euch schönere Nachricht kund tun. Viele Schlachten durfte ich mit ihr gegen das Unrecht auf dieser Welt bestreiten und Siegreich schlagen. Doch tut es mir aus tiefstem Herzen leid, ihr bei ihrer letzten Schlacht nicht beistehen zu können. Sie schlug sich Tapfer wie es sich für eine Gottesfürchtige Streiterin gehört und musste dennoch ihr Leben im Kampf lassen. In unseren herzen jedoch wird sie immer einen Platz haben und so werden wir sie Temoragefällig zu Grabe tragen und ihr die letzte Ehre erweisen.
ergebenst um verzeihung bittend: Janarey
Der Brief wird mit ihren Rangabzeichen in eine Schatulle gelegt und am nächsten Morgen einem zuverlässigem Botenjungen mit einem ordentlichen batzen Gold auf die Reise in Saphiras heimat geschickt.
Mein Kampf mit mir
-
Gast
Der Bote hatte gesucht wie ein Wahnsinniger, aber dann wurde er endlich fündig und überreichte einer älteren Dame den Brief. Als diese ihn verwundert öffnete, las sie die Zeilen. Die braungelben Augen wanderten immer wieder von links nach rechts und füllten sich zügig mit kleinen Tränen. Ihre Hände begannen leicht zu zittern und ihr stockte der Atem. Reflexartig ließ sie sich nach hinten auf die Stadtbank nieder sinken und der Bote stützte sie dabei hilfsbereit. "Das darf nicht wahr sein.. Sie.. war doch so ein.. Nein! Meine kleine Saphira..", stammelte die Frau und ließ ihren Tränen freien Lauf. Dann blickte sie schließlich zum jungen Mann hoch und meinte etwas gefasster: "Mein Junge.. Wie weit ist es denn bis nach 'Berchgard'?" "Ein halber Tagesmarsch..", antwortete jener und bewirkte damit ein entschlossenes Nicken der Dame. "Dann bitte ich Euch, mich auf dem Rückweg mitzunehmen. Ich werde mir ein Pferd leihen, um uns nicht auszubremsen." "Selbstverständlich. Wollt Ihr noch jemandem Bescheid geben?" Die ältere Frau schüttelte nur den Kopf und erklärte sogleich: "Sie sind alle am Arbeiten. Ich werde ihnen berichten, wenn ich zurück bin. Wenn sie die Arbeit jetzt liegen lassen, treiben sie die Familie in den Ruin. Wir brauchen das Gold und die Bleibeerlaubnis." "Ich verstehe. Dann wollen wir also aufbrechen." "Ja, bitte."
Und so geschah es, dass sich Miranda eine Stute vom nächstgelegenen Gestüt auslieh und mit dem Boten Richtung Adoran reiste. Es würde knapp werden und sie würden lange durchreiten müssen, aber das Begräbnis ihrer geliebten Enkelin würde es ihr wert sein. Und doch gingen ihr so viele schmerzhafte Gedanken durch den Kopf...
"Kindchen, der Tod gehört zum Leben dazu. Irgendwann ereilt er uns alle und man kann nicht vorher sehen, wann."
"Eine Mutter sollte niemals ihren eigenen Sohn zu Grabe tragen müssen. .. Mirko, es tut weh. So weh!"
"Ich wünsche dir alles Glück der Welt, Saphira Liebes! Aber verlasse dich niemals auf die Gunst des Glücks! Sei stets wachsam und halte fest an dem, was dir Kraft gibt!"
"Wenn du liebst, kannst du stark sein. .. Hast du eine Liebe verloren, so kannst du ebenso stark sein. Es liegt immer an dir und deinem Willen gegen den Schmerz und die Angst verletzt zu werden anzugehen."
Saphira war immer herzlich gewesen und man konnte nicht behaupten, dass sie in irgendeiner Angelegenheit nicht bemüht gewesen wäre, ihr Bestes zu geben. Aber in ihr wohnten immer Selbstzweifel. Teils durch ihre Vorgeschichte bedingt, teils durch ihren großen Eifer, es allen recht zu machen. War es ihr am Ende tatsächlich zum Nachteil geworden? Ihre Hilfsbereitschaft ihr eigener Tod? ... Miranda würde diese Janarey fragen.
Und so geschah es, dass sich Miranda eine Stute vom nächstgelegenen Gestüt auslieh und mit dem Boten Richtung Adoran reiste. Es würde knapp werden und sie würden lange durchreiten müssen, aber das Begräbnis ihrer geliebten Enkelin würde es ihr wert sein. Und doch gingen ihr so viele schmerzhafte Gedanken durch den Kopf...
"Kindchen, der Tod gehört zum Leben dazu. Irgendwann ereilt er uns alle und man kann nicht vorher sehen, wann."
"Eine Mutter sollte niemals ihren eigenen Sohn zu Grabe tragen müssen. .. Mirko, es tut weh. So weh!"
"Ich wünsche dir alles Glück der Welt, Saphira Liebes! Aber verlasse dich niemals auf die Gunst des Glücks! Sei stets wachsam und halte fest an dem, was dir Kraft gibt!"
"Wenn du liebst, kannst du stark sein. .. Hast du eine Liebe verloren, so kannst du ebenso stark sein. Es liegt immer an dir und deinem Willen gegen den Schmerz und die Angst verletzt zu werden anzugehen."
Saphira war immer herzlich gewesen und man konnte nicht behaupten, dass sie in irgendeiner Angelegenheit nicht bemüht gewesen wäre, ihr Bestes zu geben. Aber in ihr wohnten immer Selbstzweifel. Teils durch ihre Vorgeschichte bedingt, teils durch ihren großen Eifer, es allen recht zu machen. War es ihr am Ende tatsächlich zum Nachteil geworden? Ihre Hilfsbereitschaft ihr eigener Tod? ... Miranda würde diese Janarey fragen.
Zuletzt geändert von Gast am Sonntag 2. August 2015, 16:56, insgesamt 1-mal geändert.