Wiederholtes Versagen - Endgültig (Chartod)

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Gast

Wiederholtes Versagen - Endgültig (Chartod)

Beitrag von Gast »

Es war nur ein anderer grauer Tag in seinem Leben, so wie es die letzten Wochen allgemein waren. Tage die mit zu viel Alkohol begannen und Gefühlt mit zu wenig Alkohol endeten.

Er hatte sich in ein laufendes Wrack verwandelt in den letzten Wochen. Er war blass geworden und hatte abgenommen, seine Geschmeidigkeit war einer seltsamen Trägheit gewichen und er hatte sich vor allen zurückgezogen.
Er hatte auf ganzer Linie versagt und dies bohrte sich in seine Gedanken, ließen ihn wirre Wege auf dem Festland wandeln bis er schlussendlich Helisande begegnete. Eine vielleicht von den Göttern oder von seiner eigenen Unachtsamkeit geprägten Begegnung. Es dauerte einen ganzen Moment bis sich seine Gedanken wieder zu einem funktionierenden Geist geordnet hatten und er erkannte dass es ein Pferd war, welches in der Ferne langsam auf ihn zu trabte. Die Reiterin wirkte am Ende doch gar auch ein wenig überrascht auf ihn zu treffen, erst nach einer längeren Musterung wurde ihr gewahr was für ein Schlag Mensch Dimas sein musste. Sie war nicht begeistert aber dennoch fair, bot sich an ihn nach Bajard zu ‚begleiten‘ um ihn von Lichtenthal fern zu halten. Wo war er dort eigentlich gelandet? War er dem Land schon so nah, war er gar nicht bei Bajard?
Diese Gedanken versumpften jedoch in seiner Resignation und Frustration. Vielleicht konnte sie der Mensch sein der ihm half aus seinem Sumpf, hinein in andere Gefilde – ob diese nun besser oder schlechter wurden war egal.
Er gab sich leichtsinnig und aggressiv, sprach von Verbrechen die er nie begangen hatte und auch nie begehen würde. Feuerte einen Wahnschuss in ihre Richtung ab, ihm wurde schlecht. Er war kein Freund von Konfrontationen ohne Halt und Grund. Aber sie war in diesem Moment sein Werkzeug und er musste eine Maske über sein zerrissenes Gesicht legen, sonst würde sie dahinter blicken und vielleicht anders reagieren.
Der Schuss tat schon sein Übriges und brachte sie in wenigen Sekunden in die Kampfstellung einer geübten Kriegerin, fest auf dem Boden stehend, das Pferd zur Seite trabend.
Er hatte sie im Griff, ein weiterer Schuss in ihren Arm brachte sie auch in die richtige Stimmung welche man braucht um sich seines Lebens zu erwehren. Das ganze brachte ihm einen ordentlichen Tritt gegen das Knie ein, voll Schmerz brachte dieser Tritt ihn zu fall. Es war ein Kampf den er nicht gewinnen wollte, vielleicht auch gar nicht konnte, aber das ist nichts worüber er sich Gedanken machen musste. Sein Körper war taub von seinem Denken und dem Alkohol, betäubt von dem Schmerz in seinem Knie.
Es war ein schöner Kampf, sie war eine gute Gegnerin aber er selber konnte ihr in seiner derzeitigen Fassung keinesfalls die Stirn bieten. Es endete in einem Gerangel, Dreck in der Luft und im Gesicht ehe die Klinge durch seinen Bauch fuhr, sich drehte.
Für kurze Momente erstarrte sein Grinsen, ein Schwall Blut ergoss sich über die Schulter seines Gegenübers, die Hände klammerten sich in den Stoff ihres Überwurfs.
Ein fataler Treffer.
Während ihm das Blut über das Kinn läuft formen seine Lippen ein Wort, zweimal, dreimal formt er es, ehe die laute hinter dem Wort zu ihr durchdringen und die Hände nach unten hin abrutschen. Kniend, die Hände auf den Boden und sie sitzt daneben, ein letztes blinken und ein Gegenstand landet bei ihr während er in den Dreck sackt.
In seinen letzten Atemzügen sieht er vor seinem geistigen Auge zwei Gestalten. Ein Mann mit dreckigem grinsen und ein junges unsicheres Mädchen mit einem Weidenkorb.

Versagen. Wieder einmal.

Als sein letzter Hauch den Körper verlässt schlägt ein Blitz neben der Toro ein. Ein Mitglied hatte die Crew verlassen, vielleicht konnten die anderen Mitglieder es sogar spüren…
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Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 30. Juli 2015, 18:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Helisande von Alsted
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Beitrag von Helisande von Alsted »

Gracias.

"Gracias, das heißt 'Danke' chica." Des Gouverneurs Worte nachdem man sich ausgetauscht hatte.

Sie hatte nur ein wenig ihr Pferd bewegen wollen, es hatte sich zu lange im Stall und auf der Weide gelangweilt. Mocca war froh über die Bewegung und nachdem er sich ausgetobt hatte, begannen beide mit den gewohnten Übungen. Eine Runde noch am Kloster vorbei und nachfragen ob Hochwürden inzwischen zurück sei und ihr Schreiben erhalten hatte. Nur eine kurze Runde.
Nur.
Da stand ein Mann mitten auf dem Weg, offensichtlich recht orientierungslos und nicht im besten Zustand. Sie grüßte freundlich und fasste ihn näher in Augenschein. Waffen, Pistole, Zigarren und viel Gold zierten den Kerl. Er hatte offensichtlich Schwierigkeiten sich auszudrücken und auf sie zu fokussieren. Ein Auge fehlte, Narben, offenbar fehlten auch Zähne. Keine Gestalt, die sie auf lichtenthaler Boden wissen wollte. Das Kloster wäre eine Möglichkeit um ihn zu läutern, falls es da noch etwas zu läutern gab. Ein Ruck ging durch ihren Körper, Mocca antwortete mit einem Schnauben. Freundlich und ohne die Fähigkeit wirklich zu fluchen oder ausfallend zu werden, bot sie ihm an ihn nach Bajard zu begleiten. Er gehörte auf die Insel und sie würde nich zulassen, dass er seinen Weg hier fortsetzte.

Ein Schuss.
In gewohnten Abläufen, ohne vollständig gerüstet zu sein machte sie sich kampfbereit. Ihr Pferd lenkte ab, sie rannte vor. Noch ein Schuss. Treffer im rechten Oberarm, Stofffetzen und Kettenhemdglieder bohrten sich mit der Kugel ins Fleisch.
Schmerz.
Der Rest versank in einem diffusen Nebel aus Blut, Schmerz, dem Gestank des abgebrannten Schwarzpulvers und dem eigenen Willen nicht zu sterben. Die Bewegungen waren geübt, flüssig und saßen. Die Rosthaarige musste nicht denken, sie agierte ohne die Verzögerung, die das bewusste Nachdenken und Planen mit sich bringt. Im Grunde war sie selbst eine Waffe, Soldatin, Knappin, eine Kämpferin des Reiches.
Die Waffe wurde gedreht im Körper des Mannes. Noch mehr Blut.
Stimmen. Ihre Hochgeboren von Nebelpass und Frau Demarkes standen ihr bei und überallem schwebte immer noch der Geruch des Blutes, das in wilden Schwällen ihren Körper bedeckte.

Gracias.



Sie hatte also einen Mann getötet und war angeschossen worden. Die Wunde wurde versorgt. Herr Torjan hatte viel Erfahrung mit Schusswunden und war deswegen herbeigerufen worden. Er und Janarey traktierten sie mit einem Bad, Tee und brachten sie ins Bett.

Sie war Knappin und Offizierin, gebadet in Blut und erschüttert von nur einem Wort.

Gracias.


"Friede deiner Seele, Kerl. Temoras Gnade möge dich finden und notfalls gegen deinen Willen behüten."
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