Ein Leben lang

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Gabriella Mittgenstein

Ein Leben lang

Beitrag von Gabriella Mittgenstein »

Tief durchatmen!

Inzwischen war es schon eine ganze Weile her seit sie dem Orden der Arkorither angehörte. Wochen in denen die Nase in Büchern steckte, Lehrern gelauscht wurde und mit Menschen debattiert wurde. Ihre Übungen mit dem Wind und der Feder waren inzwischen kein Vorgang mehr der gänzlich erschöpfte und kaum zu bewältigen war, sogar diverse Ablenkungen waren nun dabei möglich. Kontrolle der Übung hätte sie sich dennoch dazu gewünscht. War es richtig wie es nun funktioniere oder war vollkommen gleich 'wie' solange es funktionierte? Früher oder später würde man das unweigerlich herausfinden. Aufgaben und Vorkommnisse gab es derweil genug. Die Schatten, vielmehr der Schwarm, beschäftigten wohl jeden Magier auf Alathair.

Ruhig ausatmen!

Babumm, babumm... eine Weile konnte sie dem Geräusch des eigenen Herzschlages folgen ohne das die Gedanken abschweiften. Dann aber spannten sich die Schultern erneut an, der Kopf wurde einmal über den Nacken hin und her gedreht. Diese Übung! Man konnte der Magistra gar nicht dankbar genug dafür sein und dennoch, war es die schwerste Übung von allen Übungen. Kontrolliere deinen Geist, kontrolliere deine Emotionen und hmm ja.. verschlafe vermutlich nicht die halbe Unterrichtsstunde dann ist dir auch klar wie das weitergeht. Kopf leer bekommen, nicht denken, atmen.. K O N T R O L L E. Das war aber auch schwer! Nicht zornig reagieren wenn man zornig war, nicht die Freude mit einfließen lassen wenn einem geistig nach lachen und Tanz der Sinn stand.

Luft holen!

Atemkontrolle, Gedankenkontrolle, Emotionenkontrolle oh und ein Arsch voll anderer Aufgaben die wahrlich interessant waren. Das man durch die Schatten nun beständig alte 'Freunde' traf machte diese Übung zu einer wahren Herausforderung. Uh, Muskelkater! Alleine beim Gedanken an die blonde Hexe und ihre rot, goldenen Freunde verspannte sich der unentspannte Nacken doch gleich wieder erneut. Da wünschte man sich doch die knetenden Hände der roten Hexe zurück. Böse Gedanken! Sicherer und genauso spannend war jedoch der Gedanke daran das die blonde Hexe und ihre Freunde vom Konzil tatsächlich ethische Bedenken über den Haufen geworfen hatten um Antworten zu erhalten. Antworten zu dem Schattenwesen, zu dem Schwarm und die östliche Seite dafür tatsächlich auch noch eine Seele verfügbar hatte die man dem beschworenen Dämonen anbieten konnte. Eine Seele, für eine Antwort – 52 Wörter. Wahrlich...

Wieder ruhig ausatmen!

Gut sie gab es auf! Der Kopf war für Heute einfach nicht leer zu bekommen, zwar war sie nun eine Ecke ruhiger und schläfriger und hatte das lange Stillsitzen hinter sich gebracht, doch so richtig glücklich war sie mit der Übung nicht. Ihre Fortschritte dahingehend waren tatsächlich minimal. Vielleicht sollte sie die restliche Zeit einmal nutzen die anderen Hausaufgaben auf Papier zu bannen. Immerhin hatte man sich am gestrigen Abend getroffen um das einmal anzugehen. Vier Schüler und eine Magistra die ihren Papierkram in der Ecke erledigte und dazwischen die Zeit fand ein, zwei Fragen zu beantworten. Sich flüchtig über den Nasenrücken reibend zog sie dann ihr Buch aus der Tasche und entnahm einige Pergamente, auf die sie die ersten Notizen dazu bannte.

  • Elementarer Funke
  • Hausaufgabe des Maestro
    - gestellt nach dem Unterricht: Einführung in das Lied/Elementarmagie
    - Was ist der elementare Funke?
    - Wie entsteht er?
    - Was bewirkt er?
    - Wie nutzen wir ihn?
These I – Studiosa Eska

Ein Elementarer Funke ist das kleinste Teilchen in das wir ein Element zerlegen können.

Er entsteht indem wir unseren Willen nutzen und die überall um uns herum vorkommenden Elemente zerlegen bis wir das erreicht haben was wir wollen.

Er bewirkt daß wir bestimmte Eigenschaften eines Elementes nutzen und stärker hervor bringen
können als wenn wir das 'ganze große' Element nutzen. Wie der Stab der leuchtet aber nicht brennt.

Wir können es nutzen um daraus unterschiedliche Applikationen zu formen indem wir die elementaren Funken in einem bestimmten Muster anordnen.
These II – Studiosa Rhona

Der elmentare Funke ist ein Funke aus Elementen der in unterschiedlicher Zusammensetzung in verschiedenen Formen auftritt. Zum Beispiel als Feuerfunke, Giftfunke, Energiefunke, Steingeist, Wasserfunke usw.

Liedkundige erschaffen ihn für ihre Zwecke abgestimmt. Somit entspricht die Zusammenstellung der Elemente am Ende dann auch dem was man damit geplant hat. Ausgehend vom Unterricht würde man einen Erdfunken oder Steingeist vermutlich dazu benutzen die Gegner auf Abstand zu halten und mit dem Funken zu binden während man ihnen so, in der Konzentration durch den Kampf ungestört, einfacher mit weiteren Applikationen zusetzen kann.

Der elmentare Funke folgt einfachen Befehlen wie 'Beschützen' 'Verteidigen' 'Angriff' komplexere Aufgaben, hier wurde als Beispiel genannt: hole mir ein Glas wasser, sind nicht möglich.

Wir können ihn zur Unterstützung im Kampf nutzen.

Weitere Thesen dazu wurden an dem Abend nicht aufgestellt. Nach ca. zweieinhalb Stundenläufen beschlossen alle die Hausaufgabe an einem anderen Tag weiter zu führen. Jetzt da sie die Worte auf dem Pergament betrachtete erschien ihr das Ergebnis doch sehr gebündelt. Ob tatsächlich noch jemand eine These zu den Blitzfunken, Funkenregen, Funken aufstellen würde? So oder so, sie war gespannt und nahm sich gleich mal noch ein weiteres Pergament heran um einige weitere Notizen festzuhalten.
  • Federübung
  • Übung von Magistra Bagosh
    - gestellt nach der Aufnahme in den Orden
    - Feder bewegt sich nicht - Schweissausbrüche
    - Feder bekommt einen Schwall Wasser ab
    - Feder sinkt noch immer trudelnd zu Boden
    - Federkiel sticht fast ein Auge aus
    - Feder lässt sich endlich in der Luft halten – unsauber
    - Feder wird nach weiteren Übungen mit Eska endlich sauberer hin und herbewegt
    - Feder hat langsam tanzen gelernt
  • Wasser zu Eis zurück zu Wasser
  • Hausaufgabe von Studiosa Eska an mich weitergegeben.
    - Wasserkrug beschafft
    - Wasser irgendwann ausgetrunken, neues beschafft
    - Schnee geschmolzen, Schwierigkeit erhöht?
    - Wasser noch weiter abgekühlt, Feuerpartikel entzogen, Eis im Krug
    - kalte Getränke im Sommer wären praktisch.
    - Wasser hat sich durch den Vorgang ausgedehnt.
    - Feuerpartikel wieder hinzugefügt, dummerweise zu viele: Wasser ist restlos verdampft.
    - neues Wasser besorgen Übung erneut durchführen.
  • Feuerball werfen
  • Hausaufgabe von Studiosa Eska an mich weitergegeben.
    - Feuerkugel erschaffen, Feuer ging direkt aus
    - Feuer braucht auch in der Applikation 'Nahrung'
    - 'Nahrung' zugeführt, Feuerball gehalten
    - Applikation mit und ohne emotionelle Unterstützung ausgeführt, Unterschiede bemerklich
    - Vaughainpuppe angezündet, zielen geht
    - Vaughainpuppe mit Wasser durchtränkt, darf alleine trocknen
    - üben, üben, üben, K O N T R O L L E
  • Staubschild
  • Hausaufgabe von Studiosa Eska an mich weitergegeben.
    - komplexe Idee mit Platten, oben fest unten weich, beweglich
    - Platten viel zu groß, Idee flüchtig verworfen
    - bewegungslos mit Erdpartikeln bedeckt ausgeharrt
    - Plattenidee wieder aufgegriffen, ähnlich dem Netzwerk für den Leuchtzauber am Stab
    - Übungen ausstehend, Platten noch immer zu groß
    - Körperstudien dazu wieder aufgenommen
Gabriella Mittgenstein

Beitrag von Gabriella Mittgenstein »

Soviel Zeit war vergangen, soviel hatte man gelernt und soviel gab es noch zu lernen! Voller Elan wurden die blonden Locken aus der Stirn gestrichen und sie zog sich die schöne Rabenfeder heran, ebenso ein wenig Tinte und das Pergament. Wohlwollend fuhren die Augen über die Feder, noch immer freute sie sich daran wenn sie mit dieser Schreiben konnte. Für den Moment waren alle Seltsamkeiten, Drohungen und Freuden vollkommen gleich. Es war egal das Magistra Tangran ihr mit dem Tode drohte sollte sie einem Letharen in irgendeiner Form helfen oder ihn auch nur anlächeln, es war egal das der Maestro sie gerne mit dem Lethrixoren üben sehen wollte, es war egal das es alten Freunden schlecht ging und das eng geglaubte Freunde ohne ein Wort von Heute auf Morgen nicht mehr ihr Heim bewohnten, es war egal.... Im Augenblick, zählten nur Feder und Papier, ebenso wie die Momente in denen sie sich einfach einmal eine Weile den eigenen Dingen zuwenden konnte. Kratzend fuhr sodann die Feder über das Pergament um für sich selbst einige Überpunkte festzuhalten:

  • Hauptfächer Studiosi:
  • - Geschichte des Ordens am 4. Eisbruch 258 bei Magister Nassis,
    - Einführung in die Magie am 28. Eisbruch 258 bei Maestro Cithago
    - Kreaturenkunde I am 8. Lenzing 258 bei Elegida Taruval
    - Sphärenmagie I am 8. Lenzing 258 bei Magister Nassis
    - Elementarmagie I am 9. Lenzing 258 bei Magister Vylen
    - Verwandlung I am 17. Lenzing 258 bei Magistra Bagosh
    - Schattenmagie I am 19. Lenzing 258 bei Magistra Bagosh

  • Nebenfächer Studiosi:
  • - Anatomie des menschlichen Körpers, gelernt bei Flode, aufgefrischt bei Feldscher F.
    - Meditation am 7. Eisbruch 258 bei Magistra Tangran
    - Anatomie eines Steinbeißers (Sezierung von Ferrlika)
    - Kampfmagie am 11. Lenzig 258 bei Magistra Tangran

  • Sonstiges:
  • - Übungsstunden unter Studiosi hauptsächlich mit: Eska, Axorn
    - Schülerdiskussionen im größeren Kreis
    - Steinbeisser ohne die Lehrer studiert.
    - Zwergin mit Stiefeln und Wasser am Leben erhalten. Anmerkung: Zwergenbärte bergen interessante Eigenschaften.
    - Aufnahmerituale um weitere Studiosi dem Orden zuzuführen.
    - Angriffe der Schatten
    - Rituale gegen die Schatten
    - diverse Aufgaben der Lehrerschaft und Referate zu Verwandlung und Kreaturenkunde
    - Aufgabe und Rückeroberung der schwarzen Burg nachdem sie von den Schatten überfallen worden war. Streiter aus Rahal halfen bei dem Unterfangen mit wenngleich die Bedrohung nicht mehr vorhanden war als man die Burg betrat.
    - mentale Übungen zusammen mit..


Hier war es dann wohl doch besser aufzuhören anstatt unliebsame Erinnerungen hinauf zu beschwören. Zudem die wichtigen Eindrücke inzwischen ohnehin Bücher füllten und in der Burg immer wieder nachgeschlagen werden konnten. Manche der Stunden hatte sie bei anderen Lehrer nochmal erlebt, einige Stunden sogar drei oder viermal, manche sicher eher als sie das nun festgehalten hatte. Immer hatte man noch etwas Neues entnehmen können. Zeit festzuhalten was derweil geschah:

  • Nebenfächer Adepti:
  • - Praktische Teil- und Komplettverwandlung bei Magistra Tangran am 12. Eluviar
    - Kampfmagie (Nahkampfübungen) am 22. Eluiviar mit Lethrixor Jaryan'dolor unter Aufsicht des Maestro und der Magister
    - Kampfmagie (Kampfübungen) am 27 Eluviar mit Adepta Rhona unter Anleitung von Magister Vylen
    - Artefaktkunde am 30. Eluviar bei Maestro Cithago


Artefaktkunde... das war wirklich eine spannende Thematik. Lächelnd hoben sich die Mundwinkel an. Natürlich hatte sie auf ihre Frage nur ein schlichtes ''finde es heraus'' erhalten. Im Grunde hatte sie schon damit gerechnet und so zog es sie nach der Stunde nach Bajard. Die freundliche Bäuerin auf dem Hof erschien ihr genau richtig. Weit fort von Rahal und scheinbar aufrichtig. Nebst einigen, notwendigen Besorgungen bat sie dann um die Kristalle. Einige Splitter um weiteres Versuchsmaterial zur Hand zu haben, sollten die Versuche in den Töpfen scheitern wurden ebenfalls mitgenommen. Der Heimweg war eine wahre Herausforderung, keine zu starken Erschütterungen, möglichst das salzige Wasser mit der wachstumsanregenden Mixtur nicht verschütten und puh.. ja.. einen Ort finden wo man diesen Versuch in Ruhe tätigen konnte. Eine Weile hatte sie in der Burg nach einer passenden Ecke gesucht. Allerdings erschien ihr der Einfluss dem die Kristalle dort ausgesetzt waren am Ende doch nicht dienlich. Somit landete am Ende die ganze Zucht erst einmal mitten im Wohnzimmer des Gemeinschaftshauses. Sorgsam kontrollierte sie die Töpfe, legte die restlichen Splitter bei Seite und machte sich ihre Gedanken. War zuvor nicht Licht im Rathaus gewesen? Schon zuvor hatte die Idee sie dorthin geführt, doch war sie wieder gegangen als ihr das Warten zu lange wurde.
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Nun jedoch beeilte sie sich und tatsächlich, es war noch Licht. Die Wache hielt sie zuverlässig an, doch musste die Arkoritherin nicht lange warten. Bald schon saß sie in der Kammer des Statthalters und erkundigte sich nach der Information die ihr weiterhelfen würde. Keiner der Namen war ihr unbekannt doch im Grunde, hatte sie nach einem neuen Namen gesucht. Grübelnd senkte sich der Blick auf dem Heimweg ab. Eine Frau wäre ihr am liebsten gewesen doch die gedankliche Liste bot die Möglichkeit nicht. Derweil schien es im Reich niemanden zu geben der solch filigranes Werk zu Stande brachte. Nach einer Weile hatte sie sich entschieden. Melvic könnte es sein. Waren es nicht seine Flaschen gewesen die ihr vor geraumer Zeit durchaus zugesagt hatten? So ganz hatte sie es nicht mehr im Kopf, also würde sie fragen müssen – wenn er aufzutreiben war.
Gabriella Mittgenstein

Beitrag von Gabriella Mittgenstein »

Es ist besser, für das, was man ist, gehasst, als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden.
André Gide
Bei Alatar! Dieser Abend war doch eine unerwartete Prüfung. Dein Kerl.. DEIN KERL... schnaufend und augenrollend sah sie die Decke für einige Momente ungnädig an, als trüge diese die Schuld. Dieses, zähe, blonde Energiebündel das sein Herz auf der Zunge trug! Energisch folgte eine Drehung und die Wanderung durch ihr Zimmer ging weiter. Fauchend stoben die schwarzen Katzen zur Seite als sie unter den Robensaum gerieten und so hielt die Arkoritherin eben diesen beiden Tieren einen Vortrag. ''Und wie nennst du das denn sonst wenn jemand dich zu ner Hochzeit begleitet und dir den Arm reicht..? Wenn nich deinen Kerl?'' ''Gute Erziehung?'' Daran glaubte sie tatsächlich, warum auch nicht? Musste man immer gleich irgendwo sonst etwas sehen oder erwarten, wenn sich zwei Menschen sehr gut verstanden? ''Wer wäre ich wenn ich euch nicht meinen Schild und mein Schwert schützend zur Seite stellen bei diesem Unterfangen?'' Diese Erinnerung jedoch lies sie innehalten und unweigerlich hoben sich die Mundwinkel an. Zugegeben, sie mochte es wenn sie in Begleitung eines Nahkämpfers die Grotten durchstreifen konnte. Dieser hier war ihr mit der Liebste, er beherrschte sein Handwerk und strapazierte ihre Nerven nicht, sie vertraute ihm ihr Leben an wie er ihr ab und an das Seine. Natürlich schätzte sie seine Gesellschaft und band ihn ab und an auch in andere Unterfangen ein aber von einem 'mein Kerl' war sie weit entfernt und dachte auch nicht sonderlich darüber nach derlei zu fokussieren. Für solche Ablenkungen hatte sie gar keine Zeit.

Die kleine Expedition war erfolgversprechend verlaufen und sie hatten den Abend über einige Proben gesammelt. Flink huschte sie die Treppen empor und nahm am Tisch mit der Kristallzucht platz. Noch befanden sich die Proben sorgsam verschlossen in ihren Gläsern. Feuchtigkeit zeichnete sich nahe der Deckel ab und die Brocken die von dem Kristallelementar stammten noch immer eine gewisse Leuchtkraft. Nachdenklich wanderte ihr Kopf in eine schräg liegende Position. Einfache Berg oder Höhlenkristalle zu züchten war einfach aber was ihr vorschwebte.. hmmhm, ob das überhaupt möglich war? Für die Bäuerin wollte sie ebenfalls einige Zeilen festhalten, Zeilen die unverfänglicher waren als ihre privaten Notizen und sich mit den gängigen Zutaten befassten. Erst einmal jedoch musste sie sich in Erinnerung rufen das es hier nicht um schlichte Salz oder Zuckerkristalle an Wollfäden oder Holzstäbchen für den geliebten Tee ging. Hier ging es um rekonstruierte Kristalle und Edelsteine die aus gemörsertem oder gesplitterten Ausgangsmaterial der gewünschten Sorte in entsprechende Form gezüchtet wurden. Eine wahre Herausforderung. Hitze und Kälte standen nun immerhin einfacher zur Verfügung als bei bisherigen, schlichteren Züchtungen. Sich ein Pergament heranziehend begann sie dann, mit etwas kundigerer Hilfe, erst einmal die größten Proben zu beschriften.

Quarzkristalle
Amethystsplitter
Blaustein
Kristallelementarsplitter
Blutkristall
Citrin
Rubin
Mondstein

Nachdenklich blieb der Blick auf der Probe mit dem Blaustein hängen. Der weiße Abrieb wurde mit ein wenig Flüssigkeit sofort wieder dunkelblau. Giftig und in Wasser aufgelöst eine sichere Methode unliebsame Feinde mit geringem Aufwand zu töten. Derlei konnte sie jedoch wohl kaum für die Allgemeinheit festhalten. Zudem würde sich wohl auch kaum jemand für verändertes Kupfer erwärmen lassen. Die restlichen Edelsteine und Splitter blieben erst einmal unbeschriftet, für den Moment erschienen sie ihr recht uninteressant. Schmunzelnd hoben sich die Lippen an und sie begann den kleineren, Behältern mit den Zuchtkristallen einige Tropfen der wachstumsfördernden Tinktur beizumischen. In wenigen Tagen sollte man bereits etwas erkennen können. Bis dahin sollte sie sich entschieden haben welche Variante nun genau sie versuchen wollte. Einen der Splitter des Kristallelementares zerrieb sie in stundenlanger Mörserarbeit zu einem feinen Pulver. Drei Gläser mit der üblichen Lösung bekamen dieses Pulver dann zugeführt, ebenfalls bekam jedes davon einen Tropfen verschiedener Flüssigkeiten. Sodann färbte sich die Lösung kaum merklich in der jeweiligen Farbe ein. Eines erschien rot, eines schwarz und das dritte Gläschen wirkte einen Moment lang grünlich.

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Zuletzt geändert von Gabriella Mittgenstein am Freitag 3. Juli 2015, 23:01, insgesamt 1-mal geändert.
Gabriella Mittgenstein

Beitrag von Gabriella Mittgenstein »

Tage später glitten die graublauen Augen besorgt über die drei Kristallsteine. Natürlich hatte sie sich nicht entscheiden können. Typisch Frau hatte sie beschlossen es mit allen drei Kristallen zu versuchen. Der Standort wäre gut gewesen, wenn... ja wenn nicht genau in diesen Tagen immer wieder und wieder die Erde gebebt hätte. Inzwischen raubte ihr jede Erschütterung ein gewaltiges Stück ihrer Nerven. Heilende Hände hatte es eine alte Freundin einst genannt, dummerweise schienen diese nicht bei sich selbst zu funktionieren. Ihre Kopfschmerzen zumindest, ebbten nicht ab. Was hatte sie sich da eigentlich gedacht? Nur weil man einen Magister bei etwas beobachtete von dem man sich fernzuhalten hatte, bedeutete dies noch längst nicht das man es in abgewandelten Form für sich selbst nutzen konnte. Allerdings, bedeutete es ja auch nicht das man es nicht versuchen konnte, oder?

Da standen sie also, ihre drei kostbareren Züchtungen. Inzwischen hatte sie das Buch in Bajard abgegeben und ein zweites, detaillierteres mit den heikleren Aufzeichnungen bei sich verwahrt. Links stand der dunkle Nachtstein, daneben ein Glas mit Blutegeln und etwas das ein flüchtiger Betrachter als Ziegenhaar betitelt hätte. War gar nicht so einfach gewesen die kleinen, vollgesogenen Biester dem Dämonenbock in der Arena wieder abzunehmen. Ein bisschen Hilfe und Einfallsreichtum hatten hier wahre Wunder gewirkt. So oder so, wuchs der Kristall mit dieser Beigabe heran. Seltsamerweise jedoch blieb die nachtschwarze Färbung nicht, er wurde heller, bläulich und nach weiteren Tagen erinnerte er an einen milchigen Mondstein. Mittig wuchs der dunkelrote Blutrubin. Seine Farbe war wirklich schön anzusehen und die Arbeit mit diesem Stein viel ihr wesentlich leichter als mit den anderen Beiden. Sie schrieb es dem eigenen Blut zu das hier immer wieder und wieder mit den wachstumsfördernden Nährstoffen beigefügt worden war. Es war fast als hätte sie hier etwas Lebendiges vor sich, der Stein war immer handwarm egal wo sie ihn deponierte Etwas ganz anderes dagegen war der grüne, grellere Stein den sie ob seiner Beschaffenheit schlicht Schlangenjade nannte.

Die Beben allerdings, machten ihr mehr und mehr zu schaffen und irgendwann war es soweit, sie musste eingreifen wenn sie die Kristalle bewahren wollte. Energisch wob sie eine schützende Blase um die Behälter, sorgte dafür das sie, umschlossen davon nicht erschüttert wurden. Das Konstrukt erforderte einen stetigen Energiefluss und beim ersten Beben hatte sie Glück das es nicht lange andauerte. Zwei, drei Herzschläge länger und die Erschütterung wäre durchgekommen als die Blase und die damit verbundene Hoffnung zusammen fiel. So funktionierte es nicht. Dann aber erinnerte sie sich zurück. Das Verbot, der Reiz des Verbotenen und nunja.. Aufmerksamkeit. Er hatte den Kristall benutzt um nicht unmittelbar selbst immer wieder Energie zuführen zu müssen. Was wo und wie waren damals noch so fremdartig und fern erschienen, jetzt jedoch konnte sie sich vorstellen 'wie'. Nachdenklich legte sie den Kopf zurück, drehte den Nacken hin und her und entspannte die Nackenmuskeln ehe sie abermals eine schützende Blase um die Kristalle herum wob. Diesmal jedoch erhielten auch die Kristalle ihren Anteil an Energie, verwoben mit dem Schild um sich war diese Applikation mit dem Blutstein fast schon vertraut erschienen. Den Rest, verdrängte sie für den Moment.

Es war, anstrengend, ermüdend und verdammt nochmal wirklich etwas das sie sich gerne erspart hätte. Es dauerte vier Tage bis sie sich sicher war in welchen Zeitabständen es einer Erneuerung der Energiezufuhr bedurfte. Augenringe, lila Schatten, eine ungesunde Blässe und wahrlich ekelhafte Laune brachte der Schlafentzug zur Folge. Ihre Hände zitterten unkontrolliert, dann war sie wieder so müde das sie kaum ein Glied heben konnte. Es war ein Graus und sie hätte gerne mit irgendwem getauscht. Sturer als jeder Ochse jedoch gab sie nicht auf und so konnten die Kristalle weiter wachsen.

Während die Kristallzucht ihren Lauf nahm, machte sie sich inzwischen intensivere Gedanken über die restlichen Bestandteile des Artefaktes. Sicherlich, sie kannte sich mit Metallen ein wenig aus, hatte bei diversen Schmieden schon einmal nachgefragt und sich belehren lassen. Dennoch war es vermutlich der richtige Zug sich dies einmal zu viel denn zu wenig anzuhören. Nach etwas Schlaf nutzte sie die ruhigen Stunden um die Energie der Kristalle nochmal zu füllen ehe sie sich verkleidete und dann aus dem Haus schlich. Wo konnte man besser etwas über Metalle lernen als von den Kaluren? Vermutlich nirgendwo und so war das Ziel dieser Unternehmung schnell klar. Sie hielt sich dort eine ganze Weile auf, studierte die Kristalwucherungen und notierte sich hier und da etwas. Der Mithriledelstein hatte einen bleibenden Eindruck hinterlassen, dann jedoch näherte sie sich abermals dem Haus dessen Ladensschild darauf aufmerksam machte das geöffnet ist.

Den Rest der Nacht verbrachte sie an einem wuchtigen Basalttisch in einem bequemen Sessel und hörte zu. Der Zwerg erzählte flüssig, mit angenehmer Stimme und ging auf ihre Fragen ein. Seine Erklärungen waren gut und sie konnte hier und da einige, neue Erkenntnisse mitnehmen. Gerade die Worte über Mithril und Coelium ließen ihre Gedanken kreisen. Noch während sie dort am Tisch saß hatte sie ihre Entscheidung getroffen. Coelium würde es sein, vielleicht nicht in der reinsten Form aber nahe daran. Doch auch danach ging sie nicht fort, hörte sich bis spät in die Nacht an was der Kalure zu erzählen hatte. Trank ein Bier nach dem Anderen und sagte.. einigen Zwergen gute Nacht. Am Ende war sie sich gar nicht mehr sicher wie viele nun eigentlich in anderen Teilen des Hauses verschwunden waren. Diese Familie schien wirklich groß. Der Morgen graute als der Lehrvortrag beendet war und sie den Heimweg antreten musste. Dem Zwergen durchaus dankbar waren die Lippen sacht gehoben und sie kontrollierte zu Hause ihre Züchtung ehe sie auf dem Sofa im Raum einschlief. Der Weg zum Bett war wohl doch zu weit gewesen.


[img]http://oi61.tinypic.com/folhj8.jpg[/img]

ooc: danke an den Kaluren der sich hier spontan solange Zeit dafür genommen hat, war super euch so überfallen zu können :)
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