09. Eisbruch 258
Viele Mondläufe ist es nun her, dass Dwarosch zu dieser Expedition aufgebrochen ist. Sein Haus wurde mittlerweile geräumt und neu vermietet. Das scheint wohl ein Schicksal aller Felshammer zu sein, dass sie plötzlich zu irgendwelchen Expeditionen aufbrechen müssen. Aber für ein solches Schicksal bin ich nicht gemacht. Die Graik, das ist meine Aufgabe. Dort will ich mich verwirklichen und einbringen und so Cirmias dienen.
Vorgestern machte sich auch Grokax auf den Weg, Dwarosch zu suchen. Ich hoffe er wird Erfolg haben.
In den letzten Wochen habe ich viel in der Mine geschürft und somit meine Kraft um einiges steigern können. Wohl ausreichend um in den nächsten Wochen konzentriert auf den Patroulliengängen durch die Frostklamm und den Unheilsberg die Riesen und den anderen Abschaum zurück zu drängen.
So wie es viele aus meiner Ahnen taten. Die Felshammersippe hat nicht umsonst viele ehrenvolle und glorreiche Krieger und Wühler hervorgebracht. Mrâ, viele Wühler und Schlachtenwühler waren es gewesen, die in den Kriegen mit Adoran und den anderen Verbündeten Seite an Seite standen und sich den Horden Abschaums entgegenstellten, die der Panther schickte. Wie viele waren bei der Verteidigung des Tors gefallen? Was macht das schon aus? Sie haben ein Vielfaches mehr mitgenommen. Somit treu ihren Dienst für Cirmias geleistet, wie auch ich dem Bergvater diene.
Nicht umsonst habe ich mich in den Dienst der Graik gestellt. Das ist meine Bestimmung, der Kampf gegen den Panther, die Verteidigung des Berges, die Perfektionierung des Waffenkampfes um eines Tages in den Ruhmeshallen neben meinen Ahnen zu stehen. Doch als einfache Hammergraik wird mir dieser verwehrt bleiben. Es gibt nur einen Weg - den Weg des Wühlers. Eine Ausbildung muss ich anstreben. Das wurde mir aber wohl erst in den tiefen Gängen der Mine klar. Mrâ, die Gedanken dort sind um einiges fruchtbarer als an anderer Stelle. So nah an Cirmias, beim verrichten seiner Aufgaben - dem Graben nach seinen Schätzen, die er uns hinterlassen hat - reifte in mir der Gedanke, diesen Beschwerlichen und wohl auch mühsamen Weg auf mich zu nehmen.
Möge der Vater tief im Berge mich bei dieser Aufgabe leiten. Möge er mir die nötige Kraft und den nötigen Ehrgeiz geben, diesen ruhmreichen Weg zu gehen. Möge er den Samen des unerbittlichen Willens in mir pflanzen, sodass das Ziel erreichbar wird.
Ich werde wohl um eine Unterredung mit dem Kal-Khazad bitten und ihn von meinem Vorhaben berichten. Ich hoffe er wird mir die Möglichkeit geben, unter seiner Führung alles zu lernen, was es zu lernen gibt. Mein nächstes Ziel: der Rang eines Offiziers!
*Abschliessend betrachtete sie noch einmal die geschriebenen Runen. Gedankenversunken vergingen wohl noch einige Stunden ehe sie den Deckel schloss und sich entkleidete um ins Bett zu gehen. Leise ihre Ideen murmelnd schlief sie dann ein um im Morgengrauen in voller Rüstung ihre Wachpatroullie anzutreten.*