*Kurzschluss!* Ungehalten machte Zahrak den letzten Schritt auf den Mann vor sich zu und drückte ihn ohne Rücksicht auf Verluste gegen die Wand in dessen Rücken. "Er stirbt, verdammt! Der ist erst 8.", brüllte er ihn voller Verzweiflung an und scherte sich zumindest für diesen einen Moment um nichts. Es war ihm egal, was mit dem Mann da geschah, was Tania von ihm dachte oder wie er allgemein nun da stand. Ihn interessierte nur, dass der 'verfluchte Mistkerl' vor ihm meinte, dafür sorgen zu müssen, dass Tius starb. "Weißt du eigentlich, wie scheiße sich das anfühlt, jemanden zu verlieren? He?" Die blanke Angst stand in dem graubraunen Blick des Jüngeren. Tania versuchte verzweifelt mit für Zahrak unverständlichen Worten Ruhe einkehren zu lassen, doch wohlweislich dachte sie gar nicht erst daran, Zahrak nun anzufassen oder gar von seinem 'Gesprächspartner' wegzuzerren. "Weißt du das?", wiederholte Zahrak sich brüllend und verhärtete den Griff an den gegenüberliegenden Schultern. "N..nein.", kam endlich die wohl erlösende Antwort heraus gehaspelt. Es war schon schlimm genug, dass das nur der arme Schlupp war, welcher den Entscheid der Großen zu überbringen hatte. Im Nachhinein würde es dem Salberg sicherlich Leid tun, doch da war aktuell kein Denken dran. "Dann denk verdammt noch mal drüber nach und berichte es deinen Vorgesetzten! Ich kann nicht mehr verhindern, was sie beschlossen haben, aber ich will, dass sie dafür bluten.", knurrte Zahrak den Übremittler an und ließ ihn dann so abrupt los, wie er ihn zuvor angefasst hatte. Völlig überrumpelt davon sackte dieser erst mal etwas gen Boden, bevor er sich fing und eifrig dem Gegnüber zunickte, als dieser sich langsam, Schritt für Schritt rückwärts entfernte. "Tut mir Leid!", waren die letzten Worte, die an das Ohr des angegriffenen Mannes drangen und da wandte Zahrak sich auch schon um und ging. Tania starrte ihm mit sämtlichen Gefühlen hinterher und der Bote haute schließlich nur noch ab.
Am Bett von Tius angekommen standen Zahrak erneut die Tränen in den Augen und der große Mann, der er noch kurz zuvor gewesen war, war nun kleiner, als sein Sohn, der immer noch voller Struheit und Trotz strahlte, als er in seinem Bett lag. Nicht mal mehr in der Lage richtig zu sprechen, weil die Krankheit so weit fortgeschritten war. "Papa..?" "Aye..?" "Versprich mir, jetzt nicht zu weinen!" Die Worte Tius ließen eigentlich keine Widerrede zu, doch Zahrak konnte nicht anders, als kurz verzweifelt lachend den Kopf abzuwenden und die Augen verkrampft zu schließen. "Ich hör das auch so, Papa.", erinnerte Tius ihn fast beleidigt, dass seine insgeheime Bitte nicht erfüllt werden konnte. Also erklärte er, was er meinte: "Du lässt dich auch nicht von den bösen Menschen aus dem Westen unterkriegen. Warum also von denen, die um dich herum sind?" Die Lippen aneinander pressend lenkte Zahrak den verweinten Blick auf seinen Sohn, der die Augen mühevoll geöffnet hatte, um den Blickkontakt zu erwidern. Sogleich lockerte sich die ganze Haltung des Vaters wieder und auflächelnd meinte er: "Ich lass mich nicht unterkriegen! Ich.. tu nur etwas, was ich viel zu lange nicht mehr gemacht hab." Zitternd suchte die Hand des Kindes ihren Weg unter der Decke hervor und drehte sich dabei etwas, um mit dem Handrücken auf dem Bett zu liegen. Sogleich legte sich die kalte Hand Zahraks um jene und drückte sie sanft. "So hätte das auch schon vor 8 Jahren sein sollen.." "So hätte das auch noch in ein paar Jahren sein sollen. Ändern wir daran etwas? .. Du bist mein Papa. Ganz egal, was du in den Jahren gemacht hast, in denen du nicht für mich da warst. ... Ich hab dich lieb." "Sei schön anständig, bis Mama und ich nachkommen, aye?", brachte Zahrak angestrengt heraus, obwohl er lachte. "So anständig, wie du es mir vorgelebt hast, aye?", grinste Tius auf, soweit es seine Gesichtsmuskulatur zuließ. Wieder musste Zahrak lachen und so nickte er nur mehrfach leicht. "Aye.. Bist ein guter Junge."
Und da schlossen sich auch schon die Augen des Jungen ruhig wieder. Man hätte meinen können, er schlafe friedlich, doch Zahrak spürte, dass das der Abschied war. Tief versuchte er durchzuatmen, aber er zitterte am ganzen Körper. "Bis bald, Tius.."
Ein viel zu frühes Ende (Teilnahme erwünscht)
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Zahrak Salberg
Ein viel zu frühes Ende (Teilnahme erwünscht)
Zuletzt geändert von Zahrak Salberg am Sonntag 9. Juni 2019, 22:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Zahrak Salberg
Jeder nimmt auf seine eigene Weise Abschied, aber abschließen müssen alle gleichermaßen...
"Es sollte Süßes für alle geben."
"Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass jemand kein Süß mag. Kuchen ist doch das Beste, was die Köchinnen erfunden haben."
"Papa? Magst du eigentlich Kuchen?"
Wieso zu Kra'thor kam ihm das jetzt in den Kopf, wo er doch am Grab von Tius stand? Moment! Er stand nicht wirklich am - Was?
Zahrak blinzelte und fand sich im Zimmer wieder, wo er eingeschlafen war. Die Sonne krabbelte gerade den Horizont hoch und ihre ersten Strahlen schlichen sich über die Stadtmauern hinterm Fenster. Es war ein recht angenehmer Morgen. Immerhin ging es mit großen Schritten auf den Sommer zu. "Süßes...", murmelte der Salberg noch ein wenig heiser vor sich hin und blinzelte die Zimmerdecke an. "Enid!", fiel ihm dann etwas ein. So wirkte es zumindest. Tatsächlich war es in dem Moment noch wirres Zeug, was er von sich gab, aber der merkwürdige Traum entwickelte sich mit jedem Augenblick, den er dafür nutzte, um ihn zu verstehen in eine Vison. Enid würde helfen können und so wusch er sich, zog sich an, bändigte die Locken auf dem Kopf und ging aus dem Haus. Süßes musste her.
...
"Es sollte Süßes für alle geben."
"Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass jemand kein Süß mag. Kuchen ist doch das Beste, was die Köchinnen erfunden haben."
"Papa? Magst du eigentlich Kuchen?"
Wieso zu Kra'thor kam ihm das jetzt in den Kopf, wo er doch am Grab von Tius stand? Moment! Er stand nicht wirklich am - Was?
Zahrak blinzelte und fand sich im Zimmer wieder, wo er eingeschlafen war. Die Sonne krabbelte gerade den Horizont hoch und ihre ersten Strahlen schlichen sich über die Stadtmauern hinterm Fenster. Es war ein recht angenehmer Morgen. Immerhin ging es mit großen Schritten auf den Sommer zu. "Süßes...", murmelte der Salberg noch ein wenig heiser vor sich hin und blinzelte die Zimmerdecke an. "Enid!", fiel ihm dann etwas ein. So wirkte es zumindest. Tatsächlich war es in dem Moment noch wirres Zeug, was er von sich gab, aber der merkwürdige Traum entwickelte sich mit jedem Augenblick, den er dafür nutzte, um ihn zu verstehen in eine Vison. Enid würde helfen können und so wusch er sich, zog sich an, bändigte die Locken auf dem Kopf und ging aus dem Haus. Süßes musste her.
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Zahrak Salberg
Und es kam auch Süßes her. Etwa eineinhalb Wochen, nachdem der Plan gefasst wurde, holte Zahrak schließlich das Süß bei Enid auf dem Hof ab und verteilte es willkürlich an Leute und Institutionen. "Welches Pferd mich auch immer dabei geritten hat, aber gut.. Süßes für alle, hm?" Und so wurde weiter verteilt, bis der riesige Beutel leer war. Einzig allein die Regenbogentorte zu Ehren von Tius war geblieben und die würde in den nächsten Tagen durch die Familie ihren Zweck erfüllen. Ganz sicherlich...
Zuletzt geändert von Zahrak Salberg am Samstag 13. Juni 2015, 20:41, insgesamt 1-mal geändert.