Kinderschritte
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Amalie
Kinderschritte
Eisig kalt war der Wind, der die schwarze Nacht aufheulen ließ und unerbitterlich an den hölzernen Fensterläden des kleinen Hauses rüttelte. Ohne Weiteres konnte das schrille Pfeifen des luftigen Elementes mit den schmerzerfüllten Schreien der Frau im Inneren des Gebäudes mithalten. Die plötzlich einsetzenden Wehen waren eine große Überraschung für die werdende Mutter, hatte ihr die Amme die Geburt doch erst in einigen Wochen prophezeit. So war es unumagänglich, dass die Niederkunft hektisch und mehr oder minder provisorisch verlief. Handtücher wurden eiligst herbeigeholt, der Gebärenden notdürftig ein Kissen in den Rücken gestopft. Es war zu spät, um die helfende Amme herbeizuholen, abgesehen davon, dass es niemanden gab, der sich hätte auf den Weg machen können. Den künftigen Vater wollte die Mutter nicht ziehen lassen, panisch und unter Tränen wehrte sie sich dagegen, in diesem schweren Moment alleine sein zu müssen. So blieb er, die Hand seiner geliebten Frau drückend, während diese unter heftigen Pressversuchen das Kind aus ihrem Leib trieb.
Der nüchterne Anblick des hölzernen Fußbodens war das Erste, was Amalie in ihrem Leben zu Sehen bekam. Mit lautem Geplärre aus vollen und gesunden Lungen tat die kleine Neugeborene ihren Protest darüber kund und wurde auch augenblicklich davon erlöst. Große aber sanfte Hände wickelten ihren blutverschmierten und gebrechlichen Körper in weiche Handtücher. Dann spürte Amalie den sich hebenden und senkenden Brustkorb ihrer Mutter unter sich. Sie konnte das Herz hören, welches in schnellen Schlägen noch von der Anstrengung der Geburt zeugte. Amalie liebte den Herzschlag ihrer Mutter. Ganze acht Monate lang war er ein treuer Begleiter gewesen. Das kleine Mädchen spürte weiche Lippen auf ihrer noch runzeligen Stirn. Eine Hand strich ihr liebevoll über den blonden Flaum auf ihrem Kopf. Sie schloss ihre kleinen Augen, die Liebe ihrer Eltern geniessend. Eine leise, aber deutliche Stimme schlich sich an ihr Gehör. Sie kannte diese Stimme, sie hatte immer wieder zu ihr gesprochen in den letzten Monaten. Doch nun, wo keine Bauchwand mehr den Klang dämpfte, erschien sie Amalie noch schöner und reiner als je zuvor. Mehr als an alle anderen Worte sollte sich Amalie an diese erinnern. "Mein Kind der Nacht".
Es folgten einfache aber glückliche Jahre für das Mädchen. Im Schoß ihrer liebenden Eltern wuchs Amalie in dem kleinen Haus am Stadtrand Varunas heran. Aus dem hellen Flaum auf ihrem Kopf hatten sich längst goldene Locken gebildet, die ihr Gesicht in einer wilden Mähne umrahmten. Die Augen erstrahlten in einem Blau, das mit dem wolkenlosen Himmel wetteifern konnte. Es gab kaum Kinder in der Nachbarschaft, so dass Amalie schnell lernte sich selbst zu beschäftigen. Mit ihrem kleinen Bären aus Stoff und gefüllt mit weicher Wolle spielte sie Verstecken, natürlich hocherfreut darüber immer zu gewinnen. Ihr Vater hatte ihr ein Puzzle aus Holzteilen gefertigt, mit dem sie sich stundenlang auseinander setzen konnte. Und im Sommer hielt sie sich den ganzen Tag in dem kleinen Vorgarten auf, eingehend die Farbenpracht der dort wachsenden Blumen beäugend und sich über die surrenden Bienen und Hummeln freuend.
Doch wurde die heile Welt des kleinen Mädchens jäh zerstört. Als sie gerade den fünften Sommer auf ihren Händen zählen konnte, brach Krieg über Varuna herein. Es waren die Schergen Rahals, die die Heimatstadt Amalies in Schutt und Asche legten. Ein Flammenmeer brach über die kleine Siedlung am Stadtrand herein, fraß sich begierig durch die Mauerwerke, setzte Möbel in Brand. Zu lebendigen Fackeln gewandelte Menschen rannten schreiend und flehend umher. Schreie, die Amalie noch Jahre später in ihren Träumen heimsuchen sollten. Die Versuche mancher Bürger das Feuer mit Wasserkübeln unter Kontrolle zu bringen, scheiterte kläglich. Die Flammen nährten sich von der Panik der Menschen, wütend tobten sie über die Menge hinweg, einen nach dem anderen zu sich nehmend. Es war Amalies Vater, der sie mit grobem Griff packte. Wie einen Sack Mehl warf er das Kind über seine Schultern, um mit ihr dem Flammenmeer zu entfliehen. In jenem Augenblick wußte Amalie, dass sie ihre Mutter nie wieder sehen würde, dass auch sie zu einer lodernden Fackel geworden war. Den kleinen Bären fest an sich gedrückt, schrie sie ihren Schmerz aus sich heraus. Immer weiter trugen die Hände ihres Vaters sie, immer weiter weg von der zerstörerischen Feuersbrunst. Doch auch als sie sich in der Sicherheit eines Kellers wiegte, zusammengepfercht mit zig' anderen Menschen, schrie sie noch immer.
Als Amalie Tage später von einem Mann aus den starren Armen ihres Vaters getrennt wurde, wußte sie, dass sie ihre Familie verloren hatte. Man wickelte sie in eine wollene Decke und brachte sie aus der Stadt heraus, welche nur noch aus verkohlten Überresten bestand. Der Geruch von Verwesung und Verbranntem hing über der ehemals glanzvollen Hauptstadt des Reiches. Nach einiger Zeit zu Pferde übergab man Amalie den Armen einer fremden Frau. Das Alter zeichnete deutlich deren Gesicht und das Haar war von silbrigem Grau durchwoben. In dem Versuch Trost zu spenden fuhren Fingerspitzen durch das rußgeschwärzte Haar. Die großen Tore schlossen sich hinter ihr und die Kühle starker Mauen umfing sie. Aus ihrem Inneren heraus fühlte Amalie, dass sie hier sicher war. Sie ließ das Bad mit warmem Wasser über sich ergehen, ließ sich in neue Kleidung packen und ließ sich in einem viel zu großem Bett niederlegen. Sie spürte die Hände der alten Frau auf ihrer Stirn. Hände, die sie in einen traumlosen Schlaf wiegen sollten.
Es war das Kloster der Temora, in welchem das kleine Mädchen aufgenommen wurde. Während außerhalb der Mauern der Wiederaufbau Varunas voranging, verlor sich Amalie innerhalb dieser Klostermauern in ihrer Trauer. Wochen vergingen, ehe Alyssa ihr endlich leise Worte entlocken konnte. Stets ihren Bären an sich gedrückt, fasste Amalie langsam Vertrauen zu der alternden Frau. Von ihr lernte sie wieder zu Lachen. Von ihr lernte sie wieder zu Leben, wieder ein Kind zu sein. Und Alyssa war es auch, die Amalie Monate später zum Waisenhaus Varunas brachte. Die Gesellschaft anderer Kinder waren wichtig für Amalie, sagte Alyssa. Doch sie gab dem kleinen Mädchen das Versprechen, dass ihre Türen immer für sie geöffnet seien.
So begann ein neuer Abschnitt in Amalies Leben. Die Zeit würde zeigen, was er dem kleinen Mädchen bringen würde.
Der nüchterne Anblick des hölzernen Fußbodens war das Erste, was Amalie in ihrem Leben zu Sehen bekam. Mit lautem Geplärre aus vollen und gesunden Lungen tat die kleine Neugeborene ihren Protest darüber kund und wurde auch augenblicklich davon erlöst. Große aber sanfte Hände wickelten ihren blutverschmierten und gebrechlichen Körper in weiche Handtücher. Dann spürte Amalie den sich hebenden und senkenden Brustkorb ihrer Mutter unter sich. Sie konnte das Herz hören, welches in schnellen Schlägen noch von der Anstrengung der Geburt zeugte. Amalie liebte den Herzschlag ihrer Mutter. Ganze acht Monate lang war er ein treuer Begleiter gewesen. Das kleine Mädchen spürte weiche Lippen auf ihrer noch runzeligen Stirn. Eine Hand strich ihr liebevoll über den blonden Flaum auf ihrem Kopf. Sie schloss ihre kleinen Augen, die Liebe ihrer Eltern geniessend. Eine leise, aber deutliche Stimme schlich sich an ihr Gehör. Sie kannte diese Stimme, sie hatte immer wieder zu ihr gesprochen in den letzten Monaten. Doch nun, wo keine Bauchwand mehr den Klang dämpfte, erschien sie Amalie noch schöner und reiner als je zuvor. Mehr als an alle anderen Worte sollte sich Amalie an diese erinnern. "Mein Kind der Nacht".
Es folgten einfache aber glückliche Jahre für das Mädchen. Im Schoß ihrer liebenden Eltern wuchs Amalie in dem kleinen Haus am Stadtrand Varunas heran. Aus dem hellen Flaum auf ihrem Kopf hatten sich längst goldene Locken gebildet, die ihr Gesicht in einer wilden Mähne umrahmten. Die Augen erstrahlten in einem Blau, das mit dem wolkenlosen Himmel wetteifern konnte. Es gab kaum Kinder in der Nachbarschaft, so dass Amalie schnell lernte sich selbst zu beschäftigen. Mit ihrem kleinen Bären aus Stoff und gefüllt mit weicher Wolle spielte sie Verstecken, natürlich hocherfreut darüber immer zu gewinnen. Ihr Vater hatte ihr ein Puzzle aus Holzteilen gefertigt, mit dem sie sich stundenlang auseinander setzen konnte. Und im Sommer hielt sie sich den ganzen Tag in dem kleinen Vorgarten auf, eingehend die Farbenpracht der dort wachsenden Blumen beäugend und sich über die surrenden Bienen und Hummeln freuend.
Doch wurde die heile Welt des kleinen Mädchens jäh zerstört. Als sie gerade den fünften Sommer auf ihren Händen zählen konnte, brach Krieg über Varuna herein. Es waren die Schergen Rahals, die die Heimatstadt Amalies in Schutt und Asche legten. Ein Flammenmeer brach über die kleine Siedlung am Stadtrand herein, fraß sich begierig durch die Mauerwerke, setzte Möbel in Brand. Zu lebendigen Fackeln gewandelte Menschen rannten schreiend und flehend umher. Schreie, die Amalie noch Jahre später in ihren Träumen heimsuchen sollten. Die Versuche mancher Bürger das Feuer mit Wasserkübeln unter Kontrolle zu bringen, scheiterte kläglich. Die Flammen nährten sich von der Panik der Menschen, wütend tobten sie über die Menge hinweg, einen nach dem anderen zu sich nehmend. Es war Amalies Vater, der sie mit grobem Griff packte. Wie einen Sack Mehl warf er das Kind über seine Schultern, um mit ihr dem Flammenmeer zu entfliehen. In jenem Augenblick wußte Amalie, dass sie ihre Mutter nie wieder sehen würde, dass auch sie zu einer lodernden Fackel geworden war. Den kleinen Bären fest an sich gedrückt, schrie sie ihren Schmerz aus sich heraus. Immer weiter trugen die Hände ihres Vaters sie, immer weiter weg von der zerstörerischen Feuersbrunst. Doch auch als sie sich in der Sicherheit eines Kellers wiegte, zusammengepfercht mit zig' anderen Menschen, schrie sie noch immer.
Als Amalie Tage später von einem Mann aus den starren Armen ihres Vaters getrennt wurde, wußte sie, dass sie ihre Familie verloren hatte. Man wickelte sie in eine wollene Decke und brachte sie aus der Stadt heraus, welche nur noch aus verkohlten Überresten bestand. Der Geruch von Verwesung und Verbranntem hing über der ehemals glanzvollen Hauptstadt des Reiches. Nach einiger Zeit zu Pferde übergab man Amalie den Armen einer fremden Frau. Das Alter zeichnete deutlich deren Gesicht und das Haar war von silbrigem Grau durchwoben. In dem Versuch Trost zu spenden fuhren Fingerspitzen durch das rußgeschwärzte Haar. Die großen Tore schlossen sich hinter ihr und die Kühle starker Mauen umfing sie. Aus ihrem Inneren heraus fühlte Amalie, dass sie hier sicher war. Sie ließ das Bad mit warmem Wasser über sich ergehen, ließ sich in neue Kleidung packen und ließ sich in einem viel zu großem Bett niederlegen. Sie spürte die Hände der alten Frau auf ihrer Stirn. Hände, die sie in einen traumlosen Schlaf wiegen sollten.
Es war das Kloster der Temora, in welchem das kleine Mädchen aufgenommen wurde. Während außerhalb der Mauern der Wiederaufbau Varunas voranging, verlor sich Amalie innerhalb dieser Klostermauern in ihrer Trauer. Wochen vergingen, ehe Alyssa ihr endlich leise Worte entlocken konnte. Stets ihren Bären an sich gedrückt, fasste Amalie langsam Vertrauen zu der alternden Frau. Von ihr lernte sie wieder zu Lachen. Von ihr lernte sie wieder zu Leben, wieder ein Kind zu sein. Und Alyssa war es auch, die Amalie Monate später zum Waisenhaus Varunas brachte. Die Gesellschaft anderer Kinder waren wichtig für Amalie, sagte Alyssa. Doch sie gab dem kleinen Mädchen das Versprechen, dass ihre Türen immer für sie geöffnet seien.
So begann ein neuer Abschnitt in Amalies Leben. Die Zeit würde zeigen, was er dem kleinen Mädchen bringen würde.
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Amalie
Amalie stand an dem kleinen Fenster im Schlafzimmer und blickte hinaus in die abendliche Dämmerung. Die Ellenbogen waren auf das schmale Sims gestützt und die Hände hielten das Kindergesicht in sanfter Umarmung. Der braune Stoffbär fand seinen Platz zwischen den Armen Amalies und hatte den Blick aus den schwarzen Knopfaugen ebenfalls hinaus gerichtet. Oft stand das kleine Mädchen am Fenster und besah sich die Welt davor. Betrachtete den Wachmann, der scheinbar unermüdlich seine Runden um das Gebäude des Waisenhauses drehte. Beobachtete den Spielsplatz, auf dem sich mehr Tiere als Kinder vergnügten. Faszinierte sich an dem Licht- und Schattenspiel der Sonne, welche das Gras mal in ein saftiges Grün und dann wieder in ein asches Grau tauchte. Und letztlich hoffte sie, die Gestalt Alyssas auszumachen, welche sie von diesem Ort wegbringen würde. Fort von "Schrecklichhaus".
Ein unerwartetes lautes Krachen aus dem Nebenzimmer ließ den zerbrechlichen Kinderkörper zusammenzucken. Aufgeregte, aber durch die Wände gedämpfte Stimmen waren zu hören, das Schlagen von Türen folgte. "Ob wir mal nachsehen gehen?", flüsterte Amalie zu ihrem Stofftier, welchem sie durch die Bewegung ihrer kleinen Finger ein Nicken abringen konnte. Gemeinsam machten sie sich durch die Felle auf zur Türe. Vorsichtig drückte Amalie den Knauf etwas herab und öffnete die Türe damit einen kleinen Spalt, gerade groß genug, damit die Kindernase hindurchpasste und die himmelblauen Augen einen Blick in die Küche erhaschen konnten. "Da ist keiner! Vielleicht waren es Gespenster", nuschelte sie leise wieder zu ihrem treuen Gefährten. "Aber du hast es doch auch gehört, oder?". Wieder wurde der Kopf des Bären zu einem Nicken bewegt, damit Amalies Befürchtung einer Sinnestäuschung zu unterliegen hinfortwischend. Gerade wollte sie noch einmal ihre Nase durch den Spalt stecken, als die Türe mit voller Wucht aufgestoßen wurde. Amalie taumelte einige Schritte zurück, den von den farblosen Lippen umrandeten Mund zu einem lauten Schmerzensschrei geöffnet. Dem kleinen Mädchen war ob des Schlages ein wenig schwarz vor Augen, doch konnte sie die Gestalt Alasseas ausmachen, welche sich scheinbar uninteressiert hinter den Vorhängen verzog. Erst ein weiterer lauter Schrei Amalies lockte die Besitzerin des Waisenhauses wieder hinter dem Stoff hervor. Sich in scheinbarer völliger Unschuld wiegend, streckte sie die Arme nach Amalie aus, sie offensichtlich drücken wollend. Doch Amalie wich aus, sie wollte nicht von Alassea angefasst werden, schliesslich hatte sie jene eben umgeschubst und sich gar nicht darum gekümmert.
"Hab' ich dich erschreckt?", kam es aus dem Mund der Frau. "Du hast mich umgestoßen! Du achtest gar nicht auf die kleinen Menschen, nur weil deine Augen höher sind!", brach es weinerlich aus dem Munde Amalies. Über die himmelblauen Augen legte sich ein glänzender Film und in den Augenwinkeln sammelten sich glitzernde Tränchen. "Tante Alyssa hat mich immer beachtet, auch wenn ich so klein war", fügte sie noch an, während sich die erste Träne aus den Winkeln löste und die vor Aufregung gerötete Wange herabrann. "Ich bin aber nicht Alyssa und sie ist auch nicht hier", entgegnete Alassea in einer Kälte, die Amalies Herz schmerzte. Es war nicht das erste Mal, dass Alassea ungehalten reagierte, wenn Tante Alyssa erwähnt wurde. Amalie solle nicht dauernd alle mit Alyssa vergleichen, sie solle sich daran gewöhnen, dass sie nun nicht mehr da ist. Das sei so im Waisenhaus. Ungehindert flossen die Tränen nun über die Wangen des Kindes. "Es wäre aber viel schöner, wenn sie hier wäre", schluchzte sie leise in sich hinein, dabei ihren Bären an sich drückend, ihren einzigen Freund, den sie hier noch hatte. "Dann werde ich Alyssa einen Brief schreiben, damit sie dich ins Kloster wieder zurücknimmt oder du lernst endlich, dass sie nicht hier ist!". Amalie hörte das leise Knacken des sich drehenden Türknaufes. "Ich kann nicht durch Wände sehen, ich kann nicht wissen, das du hinter der Türe stehst". Mit diesen Worten fiel die Türe hinter Alassea ins Schloß und Amalie blieb ihren Tränen und ihrem Kummer überlassen. "So eine gemeine Hexe", wimmerte sie in den Kopf ihres Bären, welcher an ihrem Kinn lehnte. Langsam sank sie in die Felle hinab. Sie sehnte sich so sehr nach einem Bett mit einer Decke und einem Kissen aus weichem Stoff und mit Federn gefüllt. Auch wenn die Felle weich waren, die Härte des Bodens darunter spürte sie des Nachts noch immer. Die kleinen Beine wurden an den Körper gezogen, das Stofftier wurde in großer Zärtlichkeit in dem Zwischenraum zwischen Körper und Beinen platziert. "Wir werden hier gar nicht beachtet und nur geschimpft", murmelte sie zu ihrem Bären, als plötzlich wieder die Türe aufging und die Gestalt eines älteren Mädchens hinter den Vorhang zu Amalie trat. Jene ging in die Knie hinab und fragte forsch, warum sie denn weine. "Geh weg, ich will nicht mit dir reden!", quietschte Amalie unter Tränen hervor und vergrub ihr verschmiertes Gesicht wieder. "Komm doch mit", versuchte das Mädchen es noch einmal und erntete aber lediglich ein heftiges Kopfschütteln. "Dann bleib halt hier und heule", war die Antwort und wieder wurde die Türe von Außen geschlossen. In den himmelblauen Augen des Kindes zeichneten sich rote Äderchen ab und Amalie begann mit dem Körper langsam hin und her zu wippen. Es vermittelte ihr das Gefühl sanft in den Armen gewogen zu werden, wie damals von ihren Eltern oder später von Tante Alyssa.
Und so begann in sich dem blond gelockten Kinderkopf ein Plan zu manifestieren. Weder Shiera noch Alliestra, die Amalie auf eine Art und Weise mochte, da sie sich um sie bemühten und sie nicht immer nur schimpften, würden sie halten können. Auch der Gedanke an die leckere Milch und die liebevoll geschnittenen Apfelschnitzen von Shiera würde sie nicht abhalten, denn es mischte sich die Erinnerung an das eklig riechende Brot mit dem verschmierten Käse von Alassea darunter. Je mehr die Nacht Einzug erhielt, umso mehr nahm der Plan Amalies Gestalt an. Fort von "Schrecklichhaus".
Ein unerwartetes lautes Krachen aus dem Nebenzimmer ließ den zerbrechlichen Kinderkörper zusammenzucken. Aufgeregte, aber durch die Wände gedämpfte Stimmen waren zu hören, das Schlagen von Türen folgte. "Ob wir mal nachsehen gehen?", flüsterte Amalie zu ihrem Stofftier, welchem sie durch die Bewegung ihrer kleinen Finger ein Nicken abringen konnte. Gemeinsam machten sie sich durch die Felle auf zur Türe. Vorsichtig drückte Amalie den Knauf etwas herab und öffnete die Türe damit einen kleinen Spalt, gerade groß genug, damit die Kindernase hindurchpasste und die himmelblauen Augen einen Blick in die Küche erhaschen konnten. "Da ist keiner! Vielleicht waren es Gespenster", nuschelte sie leise wieder zu ihrem treuen Gefährten. "Aber du hast es doch auch gehört, oder?". Wieder wurde der Kopf des Bären zu einem Nicken bewegt, damit Amalies Befürchtung einer Sinnestäuschung zu unterliegen hinfortwischend. Gerade wollte sie noch einmal ihre Nase durch den Spalt stecken, als die Türe mit voller Wucht aufgestoßen wurde. Amalie taumelte einige Schritte zurück, den von den farblosen Lippen umrandeten Mund zu einem lauten Schmerzensschrei geöffnet. Dem kleinen Mädchen war ob des Schlages ein wenig schwarz vor Augen, doch konnte sie die Gestalt Alasseas ausmachen, welche sich scheinbar uninteressiert hinter den Vorhängen verzog. Erst ein weiterer lauter Schrei Amalies lockte die Besitzerin des Waisenhauses wieder hinter dem Stoff hervor. Sich in scheinbarer völliger Unschuld wiegend, streckte sie die Arme nach Amalie aus, sie offensichtlich drücken wollend. Doch Amalie wich aus, sie wollte nicht von Alassea angefasst werden, schliesslich hatte sie jene eben umgeschubst und sich gar nicht darum gekümmert.
"Hab' ich dich erschreckt?", kam es aus dem Mund der Frau. "Du hast mich umgestoßen! Du achtest gar nicht auf die kleinen Menschen, nur weil deine Augen höher sind!", brach es weinerlich aus dem Munde Amalies. Über die himmelblauen Augen legte sich ein glänzender Film und in den Augenwinkeln sammelten sich glitzernde Tränchen. "Tante Alyssa hat mich immer beachtet, auch wenn ich so klein war", fügte sie noch an, während sich die erste Träne aus den Winkeln löste und die vor Aufregung gerötete Wange herabrann. "Ich bin aber nicht Alyssa und sie ist auch nicht hier", entgegnete Alassea in einer Kälte, die Amalies Herz schmerzte. Es war nicht das erste Mal, dass Alassea ungehalten reagierte, wenn Tante Alyssa erwähnt wurde. Amalie solle nicht dauernd alle mit Alyssa vergleichen, sie solle sich daran gewöhnen, dass sie nun nicht mehr da ist. Das sei so im Waisenhaus. Ungehindert flossen die Tränen nun über die Wangen des Kindes. "Es wäre aber viel schöner, wenn sie hier wäre", schluchzte sie leise in sich hinein, dabei ihren Bären an sich drückend, ihren einzigen Freund, den sie hier noch hatte. "Dann werde ich Alyssa einen Brief schreiben, damit sie dich ins Kloster wieder zurücknimmt oder du lernst endlich, dass sie nicht hier ist!". Amalie hörte das leise Knacken des sich drehenden Türknaufes. "Ich kann nicht durch Wände sehen, ich kann nicht wissen, das du hinter der Türe stehst". Mit diesen Worten fiel die Türe hinter Alassea ins Schloß und Amalie blieb ihren Tränen und ihrem Kummer überlassen. "So eine gemeine Hexe", wimmerte sie in den Kopf ihres Bären, welcher an ihrem Kinn lehnte. Langsam sank sie in die Felle hinab. Sie sehnte sich so sehr nach einem Bett mit einer Decke und einem Kissen aus weichem Stoff und mit Federn gefüllt. Auch wenn die Felle weich waren, die Härte des Bodens darunter spürte sie des Nachts noch immer. Die kleinen Beine wurden an den Körper gezogen, das Stofftier wurde in großer Zärtlichkeit in dem Zwischenraum zwischen Körper und Beinen platziert. "Wir werden hier gar nicht beachtet und nur geschimpft", murmelte sie zu ihrem Bären, als plötzlich wieder die Türe aufging und die Gestalt eines älteren Mädchens hinter den Vorhang zu Amalie trat. Jene ging in die Knie hinab und fragte forsch, warum sie denn weine. "Geh weg, ich will nicht mit dir reden!", quietschte Amalie unter Tränen hervor und vergrub ihr verschmiertes Gesicht wieder. "Komm doch mit", versuchte das Mädchen es noch einmal und erntete aber lediglich ein heftiges Kopfschütteln. "Dann bleib halt hier und heule", war die Antwort und wieder wurde die Türe von Außen geschlossen. In den himmelblauen Augen des Kindes zeichneten sich rote Äderchen ab und Amalie begann mit dem Körper langsam hin und her zu wippen. Es vermittelte ihr das Gefühl sanft in den Armen gewogen zu werden, wie damals von ihren Eltern oder später von Tante Alyssa.
Und so begann in sich dem blond gelockten Kinderkopf ein Plan zu manifestieren. Weder Shiera noch Alliestra, die Amalie auf eine Art und Weise mochte, da sie sich um sie bemühten und sie nicht immer nur schimpften, würden sie halten können. Auch der Gedanke an die leckere Milch und die liebevoll geschnittenen Apfelschnitzen von Shiera würde sie nicht abhalten, denn es mischte sich die Erinnerung an das eklig riechende Brot mit dem verschmierten Käse von Alassea darunter. Je mehr die Nacht Einzug erhielt, umso mehr nahm der Plan Amalies Gestalt an. Fort von "Schrecklichhaus".
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Amalie
Der frische Sommermorgen löste schon bald die unruhige und von dunklen Gedanken geprägte Nacht ab. Gewaschen in reinster Unschuld tasteten sich die ersten Sonnenstrahlen über das taubedeckte Gras und der wolkenlose Himmel erstrahlte in zartem Rosa. In den Baumwipfeln erwachten die Vögel und sangen fröhlich ihre Begrüßung gen des beginnenden Tages. Die Natur hatte die Trauer des Vorabends vergessen und verlor sich in der neu erwachten Schönheit.
Doch Amalies Schmerz und Trauer waren nicht vergessen. Die Nacht hatte ihr kaum eine Minute Schlaf gegönnt, leise wimmernd hatte sie die dunklen Stunden in den Fellen verbracht. Als die Augen mit Beginn des Morgens keine Tränen mehr übrig hatten, zeugten geschwollene Lieder und rot geäderte Augäpfel von dem Leid der Nacht. Die Wangen waren verschmiert und die Haut darauf leicht aufgerieben. Doch neben den Ereignissen des Vorabends hatte Amalie auch ihr Vorhaben nicht vergessen. Fort von "Schrecklichhaus", weit weg und ohne Wiederkehr. So nahm das kleine Mädchen ihren treuen Gefährten aus den Fellen und verstaute ihn in einer Seitentasche ihres Kleides, so dass nur noch der Bärenkopf herauslugte. "Bald darfst du da wieder heraus", flüsterte sie leise zu ihrem Stofftier herab. Dann schlüpfte sie vorsichtig in ihre kleinen Kinderschuhe. Ihre wenigen Kleidchen, die in dem Schrank lagen, beließ sie an diesem Ort. Sie wollte sie nicht haben, sie würden sie stets an "Schrecklichhaus" erinnern. Außerdem hätte das Knarzen der Schranktür jemanden wecken können und das wollte sie vermeiden. Auf keinen Fall wollte sie noch einmal von Alassea geschimpft werden. Nein, nur schnell fort.
Die kleine Kommode auf der anderen Seite des Zimmers war es, die Amalie letztlich zum Ausbruch aus "Schrecklichhaus" verhalf. Indem sie auf sie hinaufkletterte, konnte sie den Griff des Fensters erreichen und jenes öffnen. Ein frischer Windstoß blies in das Zimmer hinein und hätte das Kind um ein Haar umgefegt. Doch mit aller Kraft stemmte sie sich gegen den Hauch, der sich zum Glück nur wenige Augenblicke später wieder legte. So setzte sie zuerst das linke Bein über den Fenstersims und ließ dann das Zweite folgen. Bis ganz an den Rand des Simses rutschte sie, den blond gelockten Schopf vorstreckend und die Umgebung in Augenschein nehmend. Niemand war zu sehen und auch in dem Zimmer hinter ihr vermochte noch niemand ihr Tun bemerkt haben. Lediglich die zwei Katzen beobachteten sie, jedoch nicht sonderlich interessiert. Der Blick aus den runden Kinderaugen glitt gen Boden. Huh, war der Abstand groß! Amalie zog die Nase kraus, sie hatte Angst hinabzuspringen. Aus Erwachsenenaugen mochte die Höhe lächerlich erscheinen, doch für ein kleines Mädchen wie Amalie war sie enorm. Doch der Gedanke an einen weiteren Verbleib in "Schrecklichhaus" veranlasste sie dann sich vom Sims herabrutschen zu lassen. Schlimmer konnte es sicher nicht kommen. Dumpf plumpste sie auf dem nassen taubesetzten Gras auf, nur die beiden Hände verhinderten, dass sie auf der Nase gelandet wäre. Schnell rappelte sie sich wieder auf und sah sogleich in ihre Kleidchentasche. "Geht es dir gut?", raunte sie zu ihrem Stofftier herab und ließ sich selbst ein Kopfnicken von diesem ernten.
So bewegte Amalie ihre kleinen Füße so schnell sie nur konnte. Schritt für Schritt fort vom Waisenhaus, ohne zu wissen wohin.
Doch Amalies Schmerz und Trauer waren nicht vergessen. Die Nacht hatte ihr kaum eine Minute Schlaf gegönnt, leise wimmernd hatte sie die dunklen Stunden in den Fellen verbracht. Als die Augen mit Beginn des Morgens keine Tränen mehr übrig hatten, zeugten geschwollene Lieder und rot geäderte Augäpfel von dem Leid der Nacht. Die Wangen waren verschmiert und die Haut darauf leicht aufgerieben. Doch neben den Ereignissen des Vorabends hatte Amalie auch ihr Vorhaben nicht vergessen. Fort von "Schrecklichhaus", weit weg und ohne Wiederkehr. So nahm das kleine Mädchen ihren treuen Gefährten aus den Fellen und verstaute ihn in einer Seitentasche ihres Kleides, so dass nur noch der Bärenkopf herauslugte. "Bald darfst du da wieder heraus", flüsterte sie leise zu ihrem Stofftier herab. Dann schlüpfte sie vorsichtig in ihre kleinen Kinderschuhe. Ihre wenigen Kleidchen, die in dem Schrank lagen, beließ sie an diesem Ort. Sie wollte sie nicht haben, sie würden sie stets an "Schrecklichhaus" erinnern. Außerdem hätte das Knarzen der Schranktür jemanden wecken können und das wollte sie vermeiden. Auf keinen Fall wollte sie noch einmal von Alassea geschimpft werden. Nein, nur schnell fort.
Die kleine Kommode auf der anderen Seite des Zimmers war es, die Amalie letztlich zum Ausbruch aus "Schrecklichhaus" verhalf. Indem sie auf sie hinaufkletterte, konnte sie den Griff des Fensters erreichen und jenes öffnen. Ein frischer Windstoß blies in das Zimmer hinein und hätte das Kind um ein Haar umgefegt. Doch mit aller Kraft stemmte sie sich gegen den Hauch, der sich zum Glück nur wenige Augenblicke später wieder legte. So setzte sie zuerst das linke Bein über den Fenstersims und ließ dann das Zweite folgen. Bis ganz an den Rand des Simses rutschte sie, den blond gelockten Schopf vorstreckend und die Umgebung in Augenschein nehmend. Niemand war zu sehen und auch in dem Zimmer hinter ihr vermochte noch niemand ihr Tun bemerkt haben. Lediglich die zwei Katzen beobachteten sie, jedoch nicht sonderlich interessiert. Der Blick aus den runden Kinderaugen glitt gen Boden. Huh, war der Abstand groß! Amalie zog die Nase kraus, sie hatte Angst hinabzuspringen. Aus Erwachsenenaugen mochte die Höhe lächerlich erscheinen, doch für ein kleines Mädchen wie Amalie war sie enorm. Doch der Gedanke an einen weiteren Verbleib in "Schrecklichhaus" veranlasste sie dann sich vom Sims herabrutschen zu lassen. Schlimmer konnte es sicher nicht kommen. Dumpf plumpste sie auf dem nassen taubesetzten Gras auf, nur die beiden Hände verhinderten, dass sie auf der Nase gelandet wäre. Schnell rappelte sie sich wieder auf und sah sogleich in ihre Kleidchentasche. "Geht es dir gut?", raunte sie zu ihrem Stofftier herab und ließ sich selbst ein Kopfnicken von diesem ernten.
So bewegte Amalie ihre kleinen Füße so schnell sie nur konnte. Schritt für Schritt fort vom Waisenhaus, ohne zu wissen wohin.
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Amalie
Der sonnengetrocknete Staub des Feldweges wirbelte Amalie entgegen und brachte sie mehr als einmal zu einem kräftigen Husten. Mit jedem ihrer kleinen Schrittchen näherte sie sich ein Stück weit mehr der aufgehenden Sonne, die mit ihren sanften morgendlichen Strahlen die Wangen des Kindes liebkoste und ihre blonden Locken leuchten ließ. Der braune Stoffbär war inzwischen aus der viel zu engen Kleidchentasche befreit worden und hatte nun einen deutlich angenehmeren Platz auf Amalies rechtem Arm erhalten. Von dort betrachtete auch er aus seinen rabenschwarzen Knopfaugen die Welt vor sich und er hatte einen wahrlich fabelhaften Ausblick von seinem Hochsitz.
Amalie hatte nicht damit gerechnet, dass ihr zu dieser frühen Tagesstunde schon eine Menschenseele begegnen würde. Noch mehr überraschte es sie, dass es ausgerechnet diese eine war. Das kleine Mädchen hatte die Frau schon bemerkt, als diese noch eifrig dabei war die Früchte von den reichlich behangenen Bäumen zu klauben. Amalie stoppte ihre Schritte mitten auf dem Weg und betrachtete die fremde Gestalt. Durch die sich reckenden Bewegungen wirkte der schlanke Körper fast schon mager, doch auf den Wangen lag ein gesundes Rot. Doch viel mehr als alles andere an dieser Frau, faszinierten Amalie die glänzenden tiefbraunen Haare, die zu einem losen Pferdeschwanz zusammengebunden waren. Einzelne Strähnen lösten sich immer wieder frech aus dem Bund heraus und wurden von der Frau wieder zurückgewiesen. "Mama", perlte es leise von den farblosen Kinderlippen, als die Fremde die kleine Gestalt auch schon bemerkte. Für einige Sekunden betrachtete sie den blonden Lockenkopf, dann klopfte sie ihre Hände an der Schürze ab, die sie um die zierliche Hüfte gebunden hatte und machte sie auf in Richtung Amalies. Noch ehe sich in dem Kinderkopf der Gedanke des Fortrennens manifestieren konnte, war die Unbekannte schon vor ihr in die Hocke gegangen, so dass beider Augen auf gleicher Höhe waren. Unschwer waren die Spuren der verweinten Nacht noch auf dem Gesicht des Kindes zu erkennen, geschwollene Lieder und aufgeriebene rote Wangen.
"Was machst du denn zu solch' früher Stund schon auf? Und das ganz allein'?", erklang es weich und freundlich aus dem fremden Mund, der zu einem liebevollen Lächeln geformt war. Der Blick der Frau schien auf das Stofftier Amalies zu fallen, denn nur wenige Augenblicke später korrigierte sie sich, dass Amalie ja doch nicht so alleine sei. Das kleine Mädchen nickte nur schwach, doch war ihren zusammen gepressten Lippen kein Wort abzuringen. Hin und her gerissen zwischen der Faszination und Erinnerung an ihre eigene Mutter und den Drang davon zu laufen, aus Angst wieder in die Hand einer gemeinen Frau zu fallen, wußte sie schlichtweg nicht, was sie tun sollte. So zog sie es vor zu schweigen.
"Du magst nicht mit mir sprechen?", fragte die Unbekannte, nicht minder freundlich und liebevoll. "Vielleicht mag dein kleiner Beschützer für dich reden?". Amalie drehte ihren kleinen Gefährten so, dass sie ihm in die rabenschwarzen Augen blicken konnte. Sag' es ihr ruhig, bildeten sich die Gedanken, die Amalie ihrem Bären zuschrieb. Also drehte sie ihn wieder so, dass er nun gen der Unbekannten blickte. "Deine Haare sehen aus wie die von unserer Mama", kam es leise aus dem Mund Amalies, jedoch bewegte sie mit ihren kleinen Fingern den Kopf des Bären so, dass es wirkte als spreche er die Worte. "Magst du denn erzählen wo eure Mama ist?", wurde die Frage nun direkt an das Stofftier gerichtet und ein heftiges Kopfschütteln war die Antwort. "Aber sicher ist sie doch ganz traurig und weint viel, wenn ihr nicht daheim seid". Wieder ein Kopfschütteln, sowohl vom Bären als auch von Amalie. Schnell rieb sich das Mädchen mit der freien Hand die roten Augen, als sie merkte dass die Tränen wieder kamen. Sie wollte nicht vor der fremden Frau weinen. Mit der anderen Hand drückte sie ihr Stofftier noch ein wenig mehr an sich.
"Schau einmal", sprach die Frau erneut, wieder mehr zu dem Bären gewandt. "Dort hinten wohne ich". Die Worte unterstrich sie mit einer ausladenden Bewegung gen des Gebäudes hinter sich. "Wollt ihr zwei nicht dort etwas mit mir essen? Ihr habt sicher noch nicht gefrühstückt. Ich habe ganz leckeres frisches Obst."
Mit ziemlicher Sicherheit war es der sanfte Glanz der Haare der Fremden gewesen, welcher Amalie bewegte mit ihr zu gehen. Die Ähnlichkeit der Frau mit ihrer eigenen Mutter übertraf den Argwohn und die Angst. Doch trotzdem wog sich das kleine Mädchen in Vorsicht, ließ lieber ihren Bären sprechen als selbst die Lippen zu öffnen.
Das Frühstück war für die zwei kleinen Gefährten ein Festessen. Viel frische Milch, liebevolle geschnittene Äpfel und einen Topf Honig für das Stofftier. Ja, so war es bei Tante Alyssa auch gewesen. Tante Alyssa hatte sich auch um den tapferen Beschützer gekümmert und nicht nur um Amalie selbst. Ein freudiges Lächeln lag auf den Lippen der Fremden, die sich als Emma vorgestellt hatte. Während Amalie und ihr Bär aßen, nahm sie kein einziges Mal den Blick von dem Paar. Und sie versuchte auch nicht weiter das Mädchen zum Sprechen zu bewegen. Vielleicht ahnte sie, dass das junge Kinderherz noch nicht bereit dazu war und respektierte es.
Nach dem ausgiebigen Frühstück überkam Amalie eine bleiernde Müdigkeit, hatte sie die Nacht zuvor schließlich kaum geschlafen. So ließ sie es zu, dass Emma sie in das obere Stockwerk des Hauses führte, wo sie sich ein Bett aussuchen durfte. Ein richtiges Bett, mit Federkissen und einer warmen Decke. Es brauchte keine vielen Augenblicke, da hatte sich Amalie unter der Decke verkrochen, so dass nur noch die Nasenspitze herauslugte. Hier geht es dir gut, klang es in ihren Gedanken, während sie ihren kleinen Gefährten an sich drückte.
Amalie hatte nicht damit gerechnet, dass ihr zu dieser frühen Tagesstunde schon eine Menschenseele begegnen würde. Noch mehr überraschte es sie, dass es ausgerechnet diese eine war. Das kleine Mädchen hatte die Frau schon bemerkt, als diese noch eifrig dabei war die Früchte von den reichlich behangenen Bäumen zu klauben. Amalie stoppte ihre Schritte mitten auf dem Weg und betrachtete die fremde Gestalt. Durch die sich reckenden Bewegungen wirkte der schlanke Körper fast schon mager, doch auf den Wangen lag ein gesundes Rot. Doch viel mehr als alles andere an dieser Frau, faszinierten Amalie die glänzenden tiefbraunen Haare, die zu einem losen Pferdeschwanz zusammengebunden waren. Einzelne Strähnen lösten sich immer wieder frech aus dem Bund heraus und wurden von der Frau wieder zurückgewiesen. "Mama", perlte es leise von den farblosen Kinderlippen, als die Fremde die kleine Gestalt auch schon bemerkte. Für einige Sekunden betrachtete sie den blonden Lockenkopf, dann klopfte sie ihre Hände an der Schürze ab, die sie um die zierliche Hüfte gebunden hatte und machte sie auf in Richtung Amalies. Noch ehe sich in dem Kinderkopf der Gedanke des Fortrennens manifestieren konnte, war die Unbekannte schon vor ihr in die Hocke gegangen, so dass beider Augen auf gleicher Höhe waren. Unschwer waren die Spuren der verweinten Nacht noch auf dem Gesicht des Kindes zu erkennen, geschwollene Lieder und aufgeriebene rote Wangen.
"Was machst du denn zu solch' früher Stund schon auf? Und das ganz allein'?", erklang es weich und freundlich aus dem fremden Mund, der zu einem liebevollen Lächeln geformt war. Der Blick der Frau schien auf das Stofftier Amalies zu fallen, denn nur wenige Augenblicke später korrigierte sie sich, dass Amalie ja doch nicht so alleine sei. Das kleine Mädchen nickte nur schwach, doch war ihren zusammen gepressten Lippen kein Wort abzuringen. Hin und her gerissen zwischen der Faszination und Erinnerung an ihre eigene Mutter und den Drang davon zu laufen, aus Angst wieder in die Hand einer gemeinen Frau zu fallen, wußte sie schlichtweg nicht, was sie tun sollte. So zog sie es vor zu schweigen.
"Du magst nicht mit mir sprechen?", fragte die Unbekannte, nicht minder freundlich und liebevoll. "Vielleicht mag dein kleiner Beschützer für dich reden?". Amalie drehte ihren kleinen Gefährten so, dass sie ihm in die rabenschwarzen Augen blicken konnte. Sag' es ihr ruhig, bildeten sich die Gedanken, die Amalie ihrem Bären zuschrieb. Also drehte sie ihn wieder so, dass er nun gen der Unbekannten blickte. "Deine Haare sehen aus wie die von unserer Mama", kam es leise aus dem Mund Amalies, jedoch bewegte sie mit ihren kleinen Fingern den Kopf des Bären so, dass es wirkte als spreche er die Worte. "Magst du denn erzählen wo eure Mama ist?", wurde die Frage nun direkt an das Stofftier gerichtet und ein heftiges Kopfschütteln war die Antwort. "Aber sicher ist sie doch ganz traurig und weint viel, wenn ihr nicht daheim seid". Wieder ein Kopfschütteln, sowohl vom Bären als auch von Amalie. Schnell rieb sich das Mädchen mit der freien Hand die roten Augen, als sie merkte dass die Tränen wieder kamen. Sie wollte nicht vor der fremden Frau weinen. Mit der anderen Hand drückte sie ihr Stofftier noch ein wenig mehr an sich.
"Schau einmal", sprach die Frau erneut, wieder mehr zu dem Bären gewandt. "Dort hinten wohne ich". Die Worte unterstrich sie mit einer ausladenden Bewegung gen des Gebäudes hinter sich. "Wollt ihr zwei nicht dort etwas mit mir essen? Ihr habt sicher noch nicht gefrühstückt. Ich habe ganz leckeres frisches Obst."
Mit ziemlicher Sicherheit war es der sanfte Glanz der Haare der Fremden gewesen, welcher Amalie bewegte mit ihr zu gehen. Die Ähnlichkeit der Frau mit ihrer eigenen Mutter übertraf den Argwohn und die Angst. Doch trotzdem wog sich das kleine Mädchen in Vorsicht, ließ lieber ihren Bären sprechen als selbst die Lippen zu öffnen.
Das Frühstück war für die zwei kleinen Gefährten ein Festessen. Viel frische Milch, liebevolle geschnittene Äpfel und einen Topf Honig für das Stofftier. Ja, so war es bei Tante Alyssa auch gewesen. Tante Alyssa hatte sich auch um den tapferen Beschützer gekümmert und nicht nur um Amalie selbst. Ein freudiges Lächeln lag auf den Lippen der Fremden, die sich als Emma vorgestellt hatte. Während Amalie und ihr Bär aßen, nahm sie kein einziges Mal den Blick von dem Paar. Und sie versuchte auch nicht weiter das Mädchen zum Sprechen zu bewegen. Vielleicht ahnte sie, dass das junge Kinderherz noch nicht bereit dazu war und respektierte es.
Nach dem ausgiebigen Frühstück überkam Amalie eine bleiernde Müdigkeit, hatte sie die Nacht zuvor schließlich kaum geschlafen. So ließ sie es zu, dass Emma sie in das obere Stockwerk des Hauses führte, wo sie sich ein Bett aussuchen durfte. Ein richtiges Bett, mit Federkissen und einer warmen Decke. Es brauchte keine vielen Augenblicke, da hatte sich Amalie unter der Decke verkrochen, so dass nur noch die Nasenspitze herauslugte. Hier geht es dir gut, klang es in ihren Gedanken, während sie ihren kleinen Gefährten an sich drückte.
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Emma <> kann geloescht we
In einer Mischung aus Verzücktheit über dieses wirklich niedliche Kind, dessen Goldlocken unter der Decke hervorlukten und leichter Sorge blickte sie auf das Bett. Nur wenige Stunden nachdem sie die kleine während der Morgenernte auf dem Weg entdeckt hatte, wusste sie bereits, woher sie kam. Das Waisenhaus... Erinnerungen wurden wach. Sicher man liess dort die Kinder nicht arbeiten und prügelte sie, sowie es ihr damals im Waisenheim bei der dicken Erna ergangen war. Aber sie konnte nachempfinden, fühlte man sich in einem Waisenhaus unwohl. Die Tränenspuren bei der kleinen Amalie, die ihr niedliches Gesicht heut morgen noch so deutlich gezeichnet hatten, sprachen hierbei Bände. Es wirkte als hätte sie die ganze Nacht durchgeweint, ohne dass man ihr hatte Trost spenden können.
Tränenspuren hatte sie damals so oft gesehen. Als Magd auf dem Hof der alten Erna verbleibend, unwissend wo sie sonst hätte hingehen können und willens den dort verweilenden Kindern wenigstens eine liebende Hand im Haus der Schläge zu sein. Sie wäre vielleicht heut noch dort, wären Nefi und Burgi nicht fortgelaufen und hätten die Umstände dort ans Licht gebracht. Möglicherweise war das Goldlöckchen dort im Bett sodann heute eines dieser Kinder dort gewesen. Sie entsann sich an die zwei Schwüre die sie sich einst gegeben hatte. Zum einen sollte auf ihrem jetzt nun eigenen Hof niemals jemand hungern, so wie sie und die anderen Kinder es damals mussten. Zum anderen sollte sich ein Kind hier niemals ängstigen müssen. Langsam entstand der deutliche Entschluss, sollte Amalie sich hier einleben und sich wohlfühlen, würde sie die Kleine mit aller Liebe und Fürsorge aufnehmen.
Sicherlich musste einiges mit diesen Herrschern aus Varuna geklärt werden. Sie hoffte nur, dass jene genug Verstand hätten, ein verängstigtes Mädchen wie Amalie nun nicht auch noch mehrfach hin- und herzuzerren. Ruhe und Geduld brauchte sie jetzt am ehesten. Ihre Scheu und Ängstlichkeit waren deutlich zu erkennen. Sie konnte nur hoffen, dass man ihr die Zeit liess, die es brauchen würde, das kleine Kinderherz zu erreichen. Ein Lächeln legte sich nun auf ihre Lippen, als sie wieder zum Bett blickte. Ein Stück Himmel würde es jetzt vielleicht brauchen für sie, waren die Worte die sie der Waisenhausleiterin geschenkt hatte, als diese meinte sie könne der Kleinen nicht den Himmel herunterholen, musste sie 14 Kinder versorgen. Ein Stück Himmel, dass sie hier vielleicht schaffen konnte. Es musste sich erweisen.
Tränenspuren hatte sie damals so oft gesehen. Als Magd auf dem Hof der alten Erna verbleibend, unwissend wo sie sonst hätte hingehen können und willens den dort verweilenden Kindern wenigstens eine liebende Hand im Haus der Schläge zu sein. Sie wäre vielleicht heut noch dort, wären Nefi und Burgi nicht fortgelaufen und hätten die Umstände dort ans Licht gebracht. Möglicherweise war das Goldlöckchen dort im Bett sodann heute eines dieser Kinder dort gewesen. Sie entsann sich an die zwei Schwüre die sie sich einst gegeben hatte. Zum einen sollte auf ihrem jetzt nun eigenen Hof niemals jemand hungern, so wie sie und die anderen Kinder es damals mussten. Zum anderen sollte sich ein Kind hier niemals ängstigen müssen. Langsam entstand der deutliche Entschluss, sollte Amalie sich hier einleben und sich wohlfühlen, würde sie die Kleine mit aller Liebe und Fürsorge aufnehmen.
Sicherlich musste einiges mit diesen Herrschern aus Varuna geklärt werden. Sie hoffte nur, dass jene genug Verstand hätten, ein verängstigtes Mädchen wie Amalie nun nicht auch noch mehrfach hin- und herzuzerren. Ruhe und Geduld brauchte sie jetzt am ehesten. Ihre Scheu und Ängstlichkeit waren deutlich zu erkennen. Sie konnte nur hoffen, dass man ihr die Zeit liess, die es brauchen würde, das kleine Kinderherz zu erreichen. Ein Lächeln legte sich nun auf ihre Lippen, als sie wieder zum Bett blickte. Ein Stück Himmel würde es jetzt vielleicht brauchen für sie, waren die Worte die sie der Waisenhausleiterin geschenkt hatte, als diese meinte sie könne der Kleinen nicht den Himmel herunterholen, musste sie 14 Kinder versorgen. Ein Stück Himmel, dass sie hier vielleicht schaffen konnte. Es musste sich erweisen.
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Tim Mc´Murphy
Tim ging nachdem er von Viconias Weinen wach wurde rasch mit ihr nach unten um Laurie nicht zu wecken. Unten angekommen wusch er sie erst einmal und wickelte sie in saubere Tücher. Kurz danach verstummte auch ihr Weinen und schon gluckste sie vergnügt als Tim sie leicht kitzelte.
Dann gingen sie rüber zu Emma, Tim hatte Hunger, wollte aber Laurie nicht wecken. Emma hatte mit Tim schon am Vorabend über das kleine Mädchen gesprochen, daß sie aufgenommen hatte. Er wußte daß diese sehr schweigsam war und abgöttisch an einem Bären hing, mit dem sie auch redete. Auch hatte Emma ihr mit einem Zwinkern erzählt daß man von dem Bären schon mal ehr eine Auskunft bekommen würde als von ihr selber. Als die dann bei Emma eintrafen warf Viconia begehrliche Blicke auf den Bären, so daß Tim sie erst mal ablenken mußte.
Danach wurde dann genüßlich gefrühstückt und Viconia probierte sogar vom süßen Apfelmus, den sie zur Überaschung von Tim sogar zu mögen schien.
Dann gingen sie rüber zu Emma, Tim hatte Hunger, wollte aber Laurie nicht wecken. Emma hatte mit Tim schon am Vorabend über das kleine Mädchen gesprochen, daß sie aufgenommen hatte. Er wußte daß diese sehr schweigsam war und abgöttisch an einem Bären hing, mit dem sie auch redete. Auch hatte Emma ihr mit einem Zwinkern erzählt daß man von dem Bären schon mal ehr eine Auskunft bekommen würde als von ihr selber. Als die dann bei Emma eintrafen warf Viconia begehrliche Blicke auf den Bären, so daß Tim sie erst mal ablenken mußte.
Danach wurde dann genüßlich gefrühstückt und Viconia probierte sogar vom süßen Apfelmus, den sie zur Überaschung von Tim sogar zu mögen schien.
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Zascha de Pre
Im ersten moment schaute Zascha etwas verdutz dann aber auch gleich besorgt als Emma ihr von der kleinen erzählte und vor allem dem zustand der kleinen, machte sich nicht nur Emma sorgen auch Zascha konnte nicht glauben was sie da hörte.
Als sie von dem Bären hörte steckte sie gleich etwas Honig in ihre Tasche, immerhin war Zascha auf einem Bauernhof aufgewachsen und wusste auch durch ihre Geschwister das Kinder Honig und Milch mögen, nachdem Emma hoch ging folgte ihr Zascha gleich, leise setzte sie sich ans Ende des Bettes und verhielt sich erstmal ruhig, sie wollte die kleine nicht erschrecken und erst als sie merkte das Emma gut auf sie einwirkte erhob Zascha die Stimme und hieß sie auch hier willkommen.
Sie reichte den Honig zum Bären und zum Glück hatte der Bär grossen Hunger, da Emma schon gut mit der kleinen zurechtkam und sie nach Milch frage ging Zascha diese holen denn sie wollte nicht das Amilie sich fürchtete immerhin war Zascha für sie noch eine Fremde.
Einige Zeit später unterhielten sich Zascha und Emma über die kleine und sie sagte deutlich das die kleine sehr verängstig rüber kam und sie viel Zeit brauchen würde doch auf dem Hof wird es ihr bald besser gehen sie würde spüren das sie hier geliebt wird, so sprach Zascha bestätigend zu Emma denn sie wusste das Emma ein grossen und gutes Herz hatte. Denn sie hatte auch Zascha aufgenommen und ihr bis jetzt sehr viel vertrauen entgegen gebracht, so wollte sie Emma so gut es ging unterstützen und sich noch mehr um den Hof kümmern.
Zascha hoffte innerlich sehr das die kleine Amalie sich bald zuhause fühlen würde und man bald das Kinder Gelache über den ganzen Hof hören konnte.
Als sie von dem Bären hörte steckte sie gleich etwas Honig in ihre Tasche, immerhin war Zascha auf einem Bauernhof aufgewachsen und wusste auch durch ihre Geschwister das Kinder Honig und Milch mögen, nachdem Emma hoch ging folgte ihr Zascha gleich, leise setzte sie sich ans Ende des Bettes und verhielt sich erstmal ruhig, sie wollte die kleine nicht erschrecken und erst als sie merkte das Emma gut auf sie einwirkte erhob Zascha die Stimme und hieß sie auch hier willkommen.
Sie reichte den Honig zum Bären und zum Glück hatte der Bär grossen Hunger, da Emma schon gut mit der kleinen zurechtkam und sie nach Milch frage ging Zascha diese holen denn sie wollte nicht das Amilie sich fürchtete immerhin war Zascha für sie noch eine Fremde.
Einige Zeit später unterhielten sich Zascha und Emma über die kleine und sie sagte deutlich das die kleine sehr verängstig rüber kam und sie viel Zeit brauchen würde doch auf dem Hof wird es ihr bald besser gehen sie würde spüren das sie hier geliebt wird, so sprach Zascha bestätigend zu Emma denn sie wusste das Emma ein grossen und gutes Herz hatte. Denn sie hatte auch Zascha aufgenommen und ihr bis jetzt sehr viel vertrauen entgegen gebracht, so wollte sie Emma so gut es ging unterstützen und sich noch mehr um den Hof kümmern.
Zascha hoffte innerlich sehr das die kleine Amalie sich bald zuhause fühlen würde und man bald das Kinder Gelache über den ganzen Hof hören konnte.
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Amalie
Es war mitten in der Nacht als Amalie sich aus ihrer warmen und weichen Decke schälte und aus dem Bett krabbelte. Der silbrige Schein des Mondes, welcher wachend durch das geöffnete Fenster lugte, spendete ihr genug Licht um ihre Umgebung wahrzunehmen. Über dem Gut Uhlenhoff lag friedliche Ruhe, welche nur ab und an von dem leisen Rascheln der Baumkronen im Wind unterbrochen wurde. Mit ihrem braunen Stoffbären auf dem Arm wanderte das kleine Mädchen auf nackten Füßen hinüber zu dem Bett, in dem Emma friedlich schlummerte. Im Schneidersitz ließ sich Amalie auf dem weichen Teppich vor dem Bett nieder und positionierte ihren Gefährten auf ihrem Schoß, so dass auch sein Blick auf Emma gerichtet war.
Emma hatte an diesem Tage den Stoffbären gerettet. Er war in das Wasserbecken im Waschraum gefallen, als Amalie einen Augenblick nicht hingesehen hatte. Dabei hatte sie ihn so oft gewarnt, sich nicht zu weit über den Rand des Beckens zu beugen! Triefend hatte sie ihn aus dem kalten Nass ziehen müssen, regungslos war er in ihren Armen gelegen. Alles Schütteln und Drücken hatte nichts helfen wollen, so dass sie ihn schon als verloren angesehen hatte und dicke Kullertränen ihre Wangen hinabgelaufen waren. Doch dann war Emma gekommen und hatte ihn bäuchlings auf ihren Arm gelegt, während sie ihm mit der Hand auf den Rücken geklopft hatte. Und da, da war ein Husten gewesen! Kräftig hatte sich der Bär geschüttelt, er war wieder bei ihr! Voller Erleichterung hatte Amalie ihn an sich gedrückt und gleich in ein dickes Handtuch gewickelt, dass er sich auch ja keine Erkältung einfing.
Dieses tragische Ereignis war es, welches das Kind in dieser Nacht nicht zur Ruhe kommen ließ. Immer wieder spielte sich Emmas Heldentat in ihren Gedanken ab. Amalie mochte Emma, ebenso ging es ihrem stoffenen Gefährten. In den Wochen, die sie nun schon bei ihr verbrachte, hatte sie viel Spaß gehabt und auch viel lernen können. Emma hatte ihr gezeigt, wie man Kühe füttert und sie durfte die großen Tiere sogar streicheln! Aber die lange Zunge der Tiere war dem Mädchen unheimlich, die eine Kuh hatte ihr sogar über die Hand geleckt. Die war danach ganz nass gewesen. Aber Emma hatte gesagt, dass die Kuh einen mag, wenn sie das tut. Deswegen war Amalie dem Tier auch nicht böse gewesen für die Schleckerei. Trotzdem hielt sie sich seitdem in sicherer Entfernung. Außerdem hatte sie mithelfen dürfen beim Kuchen backen und die Teigschüssel durfte sie am Schluß auch noch ausschlecken. Und Tim, der Freund von Emma, hatte ihr gezeigt wie man Bananenmilch herstellte. Das war ein Gepansche gewesen, die vielen Bananen zu zerdrücken! Aber lustig gequarkt hatte es. Und lecker geschmeckt, die Bananenreste von den Fingern zu lecken!
Ja, Amalie fühlte sich wohl hier auf dem Gut Uhlenhoff. Vielleicht würde sie sich bald überwinden können, dies Emma selbst zu sagen und nicht immer über ihren Bären zu sprechen. Der letzte Vertrauensbeweis war nahe, aber noch nicht gekommen.
Unter dem Rascheln ihres Nachthemdes erhob sich Amalie aus ihrem Schneidersitz. Vorsichtig beugte sie sich ein wenig vornüber und hauchte der schlafenden Emma einen Kuss auf die Wange. Und auch ihr Stofftier drückte seine Nase auf die Emmas. Dann tappsten beide wieder zurück in das warme einladende Bettchen. Mit dem festen Vorhaben ihrer Tante Alyssa zu berichten wie gut es ihr hier ging, schlief sie dann endlich ein.
Emma hatte an diesem Tage den Stoffbären gerettet. Er war in das Wasserbecken im Waschraum gefallen, als Amalie einen Augenblick nicht hingesehen hatte. Dabei hatte sie ihn so oft gewarnt, sich nicht zu weit über den Rand des Beckens zu beugen! Triefend hatte sie ihn aus dem kalten Nass ziehen müssen, regungslos war er in ihren Armen gelegen. Alles Schütteln und Drücken hatte nichts helfen wollen, so dass sie ihn schon als verloren angesehen hatte und dicke Kullertränen ihre Wangen hinabgelaufen waren. Doch dann war Emma gekommen und hatte ihn bäuchlings auf ihren Arm gelegt, während sie ihm mit der Hand auf den Rücken geklopft hatte. Und da, da war ein Husten gewesen! Kräftig hatte sich der Bär geschüttelt, er war wieder bei ihr! Voller Erleichterung hatte Amalie ihn an sich gedrückt und gleich in ein dickes Handtuch gewickelt, dass er sich auch ja keine Erkältung einfing.
Dieses tragische Ereignis war es, welches das Kind in dieser Nacht nicht zur Ruhe kommen ließ. Immer wieder spielte sich Emmas Heldentat in ihren Gedanken ab. Amalie mochte Emma, ebenso ging es ihrem stoffenen Gefährten. In den Wochen, die sie nun schon bei ihr verbrachte, hatte sie viel Spaß gehabt und auch viel lernen können. Emma hatte ihr gezeigt, wie man Kühe füttert und sie durfte die großen Tiere sogar streicheln! Aber die lange Zunge der Tiere war dem Mädchen unheimlich, die eine Kuh hatte ihr sogar über die Hand geleckt. Die war danach ganz nass gewesen. Aber Emma hatte gesagt, dass die Kuh einen mag, wenn sie das tut. Deswegen war Amalie dem Tier auch nicht böse gewesen für die Schleckerei. Trotzdem hielt sie sich seitdem in sicherer Entfernung. Außerdem hatte sie mithelfen dürfen beim Kuchen backen und die Teigschüssel durfte sie am Schluß auch noch ausschlecken. Und Tim, der Freund von Emma, hatte ihr gezeigt wie man Bananenmilch herstellte. Das war ein Gepansche gewesen, die vielen Bananen zu zerdrücken! Aber lustig gequarkt hatte es. Und lecker geschmeckt, die Bananenreste von den Fingern zu lecken!
Ja, Amalie fühlte sich wohl hier auf dem Gut Uhlenhoff. Vielleicht würde sie sich bald überwinden können, dies Emma selbst zu sagen und nicht immer über ihren Bären zu sprechen. Der letzte Vertrauensbeweis war nahe, aber noch nicht gekommen.
Unter dem Rascheln ihres Nachthemdes erhob sich Amalie aus ihrem Schneidersitz. Vorsichtig beugte sie sich ein wenig vornüber und hauchte der schlafenden Emma einen Kuss auf die Wange. Und auch ihr Stofftier drückte seine Nase auf die Emmas. Dann tappsten beide wieder zurück in das warme einladende Bettchen. Mit dem festen Vorhaben ihrer Tante Alyssa zu berichten wie gut es ihr hier ging, schlief sie dann endlich ein.
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Amalie
Ein Lächeln lag auf den bleichen Lippen des eingefallenen Kindergesichtes. Eingewickelt
in eine dicke wollene Decke lugte nur der Kopf eines stoffenen Bären heraus, die schwarzen
Knopfaugen von den goldenen Locken seiner menschlichen Freundin verdeckt. Dürre Kinderfinger
hielten den weichen Leib des Stofftieres umschlungen. Obwohl der junge Mädchenkörper in
regelmäßigen Abständen von schüttelnden und schmerzhaften Attacken heimgesucht wurde, konnte
nichts das Strahlen in den himmelblauen Augen vertreiben.
Von Emmas Wangen tropften silbrige Tränen, die Hände um das Gesicht ihres Kindes
geschlossen, die heissen Bäckchen streichelnd. In einer Ecke des Zimmers, abseits des
Geschehens stand der Heiler, ratlos der Blick, die Schultern hängen lassend. Er hatte
sein Bestes gegeben, doch das Kind war bereits auf dem Weg aus dieser jenseitigen Welt
hinaus. Ein Leben voller kleiner Schicksalsschläge für ein kleines Herz. Verloren die
Eltern beim Angriff auf Varuna, aufgefangen von Tante Alyssa im Kloster, einsame Tage
und Nächte im "Schrecklichhaus", dem ehemaligen Waisenhaus Varunas. Und dann, endlich.
Der Lichtblick im so jungen Kinderleben. Eine liebende Emma, voller Geduld für das
verstummte Kind, voller Freude und Glück als das Vertrauen soweit gediehen war, dass das
erste Wort die Lippen Amalies verlassen hatte. Amalie hatte Trauer und Glück erfahren
müssen. Doch in ihren Erinnerungen strahlte nur das Glück der letzten Zeit, es strahlte
so sehr, dass es in ihren Augen schimmerte, während sie sie schloß.
Arm in Arm mit ihrem Bären, dem wohl treusten Begleiter in ihrem Leben, trat sie auch
den letzten Weg an. Und auch hier liess er sie nicht allein, so, wie er es immer getan
hatte.
in eine dicke wollene Decke lugte nur der Kopf eines stoffenen Bären heraus, die schwarzen
Knopfaugen von den goldenen Locken seiner menschlichen Freundin verdeckt. Dürre Kinderfinger
hielten den weichen Leib des Stofftieres umschlungen. Obwohl der junge Mädchenkörper in
regelmäßigen Abständen von schüttelnden und schmerzhaften Attacken heimgesucht wurde, konnte
nichts das Strahlen in den himmelblauen Augen vertreiben.
Von Emmas Wangen tropften silbrige Tränen, die Hände um das Gesicht ihres Kindes
geschlossen, die heissen Bäckchen streichelnd. In einer Ecke des Zimmers, abseits des
Geschehens stand der Heiler, ratlos der Blick, die Schultern hängen lassend. Er hatte
sein Bestes gegeben, doch das Kind war bereits auf dem Weg aus dieser jenseitigen Welt
hinaus. Ein Leben voller kleiner Schicksalsschläge für ein kleines Herz. Verloren die
Eltern beim Angriff auf Varuna, aufgefangen von Tante Alyssa im Kloster, einsame Tage
und Nächte im "Schrecklichhaus", dem ehemaligen Waisenhaus Varunas. Und dann, endlich.
Der Lichtblick im so jungen Kinderleben. Eine liebende Emma, voller Geduld für das
verstummte Kind, voller Freude und Glück als das Vertrauen soweit gediehen war, dass das
erste Wort die Lippen Amalies verlassen hatte. Amalie hatte Trauer und Glück erfahren
müssen. Doch in ihren Erinnerungen strahlte nur das Glück der letzten Zeit, es strahlte
so sehr, dass es in ihren Augen schimmerte, während sie sie schloß.
Arm in Arm mit ihrem Bären, dem wohl treusten Begleiter in ihrem Leben, trat sie auch
den letzten Weg an. Und auch hier liess er sie nicht allein, so, wie er es immer getan
hatte.