Feloidea - Der Weg der Hyäne

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Saajid Tamam
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Feloidea - Der Weg der Hyäne

Beitrag von Saajid Tamam »

الاجتماع
"...und ich rufe die stolzen und ehrbaren Töchter und Söhne der Azeezah zum Aufbruch in die goldene Stadt. Auf dass sie in der Familie ihre Arbeit aufnehmen um dem Volk und Erhabenen unter dem liebenden Antlitz der Mara, als Vorbild in Tugend und Einigkeit ihre Dienste zu erweisen..."
die Worte des Shojen waren im ganzen Reich zu hören, jeder kleinste Winkel der Durrah, jedes kleinste nomadische Zelt wurde mit der Kunde betraut.
Und die Worte blieben nicht ungehört... beinahe Täglich fanden Cousinen und Cousins ihren Weg in die geöffneten Arme des Menekaners. Das es noch immer so viele Kinder des Hauses gab, verwunderte wohl nicht zuletzt den viel zu stolzen Magier...



Ghaazi - Die Pranke - stark und stolz wie der Säbel den er führt

Majdy Ghaalib - Das Rückrad - erfahren und fest im Glauben

Qamara Rifa - Das Herz - unbeschwert und voller reinster Güte

Samija Tijen - Der Wille - Durchsetzungsvermögen und Tatendrang

Farasha - Die Oase - der Rückzugsort, das Nest, die gute Seele der Familie

Rahim Nahir - Der Glaube - kühlen Kopfes das Sinnbild der Wurzel des Volkes


Manche Welpen... die anderen ausgewachsene Jäger von gefestigtem Gedankengut und stolz erhobenem Haupt. Oberhaupt... diese undankbare Aufgabe hatte er zuvor gemeistert. Es war klar, dass eben diese Persönlichkeiten nur in einer streng zusammengehaltenen Gemeinschaft zu wahrer Stärke erwachsen konnten.
Du wirst dein Oberhaupt nicht lieben,
Du wirst meine Entscheidungen hinterfragen,

Aber Du wirst mein Wort achten und Du wirst folgen.
Wie oft er schon in kürzester Zeit Tadel über die jungen Cousinen legen musste... es war ihm zuwider. Er liebte jeden Menekaner, erstrecht die Kinder der eigenen Linie - von einem Blut. Doch mit Liebe und Nachsicht gewinnt man keinen Kampf...

und ein Kampf war es, täglich in der Durrah...
Täglich um das Überleben...
Täglich im Glaube an die Mara und im Ringen um das Wohlergehen des Volkes.

Wer nichts hat, der kann nichts verlieren.
Beispiele für Fehltritte gab es in all den Jahren mehr als genug um daraus zu lernen. Er wollte es anders machen... Er wollte gelerntes anwenden und umsetzen.
Und je weniger du mich liebst, desto mehr liebe ich dich.
Und so werde ich dich respektieren und achten.
Und so werde ich mein Handeln und Denken an dein Wohlergehen richten.
Und so will ich meine Pranken und meinen Verstand zu deinem Schutz verwenden, täglich und solange Blut durch meine Adern fließt.

So werde ich dir den Weg zeigen, der die Hyäne über den Löwen stellt.

Du bist ein Azeezah

in Gemeinschaft und Einigkeit für das Rudel.


Ich liebe dich, Hazar's Durrah.
[img]http://fs1.directupload.net/images/150526/9tac6wkk.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Saajid Tamam am Dienstag 26. Mai 2015, 19:06, insgesamt 2-mal geändert.
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Valentina Sturmkamm
Beiträge: 205
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:19

Beitrag von Valentina Sturmkamm »

Als sie Saajid kennenlernte und sie sich in der Oase unterhielten, verstand sie nicht gleich was er mit Rudel meinte. Doch es dauerte nicht lange bis sie sich selbst davon überzeugen konnte.

Es war lange her, dass sie so in mitten einer Familie saß. Überall Gerede, es wurde gegessen und getrunken und alle samt waren sie freundlich zu ihr gewesen. Sie halfen einander, so wie es sein sollte und waren weit mehr als einfach nur eine Familie. Wie sie sie beobachtete kamen ihr Erinnerungen zurück, wie es einst war, als sie in Menek'ur ankam. Wie leer das Haus oft war und so still. Von Stille war hier keine Spur aber es störte sie nicht, im Gegenteil. Es war schön endlich mal wieder andere Stimmen zu hören als das Gebrabbel von Kadir oder das Reden ihrer Wache und der Naadja, die hin und wieder auf Kadir aufpasste.

Farasha... diese herzensgute Blüte, die sie binnen weniger Tage tief in ihr Herz geschlossen hatte. Wann immer Aalissay sie sah, schlich sich ein Lächeln auf ihre Lippen. Sie war gerne in ihrer Nähe und verbrachte ihre Zeit mit ihr. Es tat gut mal wieder mit einer Natifah einfach nur zu reden und nicht nur über Bananenbrei oder die Schlafenszeiten von ihrem Sohn. Sie hatte das Gefühl sie könne ihr alles erzählen, fast wie bei Nazeeya damals, mit dem Unterschied das sie reifer geworden war und nicht mehr ganz so verschüchtert und zurück haltend.

Ob Saajid sich bewusst war wie sehr es Aalissay half, wenn sie des Nachts gemeinsam los zogen um die verstecke, jener alten Karten zu finden? Es war ganz egal ob es nur sie und Saajid waren oder ob Farasha, Ghaazi und selbst Ali sie begleitet hatten. Keine Zeit zum nachdenken, höchste Konsentration denn hier musste einer auf den anderen acht geben, ein Moment hätte ein jeden sein Leben kosten können. Zusammenhalt wurde in dieser Familie groß geschrieben und das bewunderte die kleine Blüte so sehr.

Es spielt keine Rolle ob eine hohe Familie, eine Familie niedrigen Standes oder ob es hauslose waren. Sie alle waren Menekaner, sie alle glaubten an Eluive und verehrten ihren Emir und vielleicht war es gerade hier draussen in der Durrah noch wichtiger zusammen zu halten und aufeinander zu achten.

Aalissay verbrachte gerne ihre Zeit dort und auch Kadir fühlte sich wohl. Schmunzelnd musste sie an den gestrigen Abend denken, als sie mit Farasha diese staubigen Teppiche ausgeklopft hatte. Sie wusste, dass sie ihr nicht hätte helfen müssen aber sie war froh wenn sie irgendwie zurück geben konnte, was sie für sie getan hatten.

Azeezah... Aalissay war sich sicher, dass man diesen Namen noch oft hören würde und es erfüllte sie mit Stolz, sie ihre Freunde nennen zu dürfen. Irgendwann, wenn Kadir einige Jahre älter ist, würde sie ihm von den Hyänen erzählen und ihr Sohn hat die Ehre mit zu erleben, wie es diese Familie zu großem bringen würde. Eluive wachte über sie...
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Saajid Tamam
Beiträge: 149
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Saajid Tamam »

وباء
Eine Schlange würde ein verdammt gutes Wappentier abgeben, wäre sie nur nicht so behaftet mit allem unrühmlichen und schlechtem.

Die Hyäne dagegen ist unscheinbar und nur im Rudel eine ernste Gefahr. Das grauenvolle Grinsen gepaart mit dem grässlichen Kichern im Dunkeln der Nacht lassen auf Intrigen und Hinterhalt vermuten.


Die Mara möge mir verzeihen, doch mein Sinnbild für eine menekanische Familie ist, was die Hyäne verkörpert. In schwierigen Stunden werden wir zusammengeschweißt, aus Tränen, Blut und schlaflosen Nächten. Wir kommen nicht unsterblich zur Welt, doch für einen Jeden und seine Belange bedingungslos einzustehen wird unser Vermächtnis niemals in Vergessenheit geraten lassen.

[URL=http://www.directupload.net][img]http://fs5.directupload.net/images/160517/oknlwyvl.jpg[/img][/URL]
Ruhend und faul liegen unsere Körper in der mittäglichen Sonne der Durrah, nur um mit dem Einbruch der Dunkelheit zur gemeinsamen Jagd aufzubrechen. Der Falke der unseren Körper im Sterben vermutet, begeht den selben Fehler wie jeder Käfer zuvor, der unseren gutmütigen Frieden nicht zu deuten vermochte.

Und so sind wir Fluch und Segen gleichermaßen, Bewahrer des Gleichgewichts, auf der Fährte der Gerechtigkeit.

Ich werde eure felligen Körper vom Schmutz der Lethargie säubern.
Ich werde euch am Nacken auf die Pranken heben, um den ersten Schritt in eine ungewisse Zukunft zu gehen.

Und wer mir noch immer folgt, dem verspreche ich nichts als den Ursprünglichen Sinn unserer Existenz....

Ein Blut, eine Familie, hundert Bürden, ein Schicksal.
Zuletzt geändert von Saajid Tamam am Dienstag 17. Mai 2016, 03:17, insgesamt 1-mal geändert.
Samija Tijen Azeezah

Beitrag von Samija Tijen Azeezah »

  • […]
    deine Familie, 
    eine ausgestorbene Linie? 
    Neda! Neda! 
    Du bist ein Azeezah. 


Die schweren Wimpernfächer schlossen sich erneut. Ein Dröhnen breitete sich in ihrem Geist aus. Den Aushang las sie durch, vier.. fünfmal. Raniya. Sie drehte sich unter einem langen Seufzen in den seidenen Decken herum. Ihre Lockenpracht lag ausgebreitet auf der Liegefläche des Harems. Der Vogelgesang ebbte schon längst ab. Raniya. Ihr Herz krampfte sich zusammen. Ihre beste Freundin, ihre Vertraute, ihr Vögelchen.

„Der Moment bevor die Sonne aufgeht ist der Dunkelste, wusstest du dies?“, erklang Taishas Stimme in ihrem schwermütigen Geist.

„Ein Bote für die Palastdame Samija.“, erklang die Stimme einer Palastwache vor dem Harem in diesen hinein, ohne hinein zu kommen oder zu sehen. Sie griff nach einen der Seidentücher und band es sich um den Kopf, eine Hand samt Tuch über ihre Nase haltend trat sie aus dem Bereich heraus. Der Bote war dreckig. Von Kopf bis zu den nackten Füßen. Die Dienerinnen würden sich gewiss freuen, dachte Samija mit einem innerlichen seufzen. Er erzählte ihr hastig, fast überschlagen in seiner Botschaft von .. Saajid.

„Der Moment bevor die Sonne aufgeht ist der Dunkelste..“

Der Brief war schnell geschrieben. Ebenso rasch schickte sie in der Nacht noch einen Boten zum Sanjak los. Ihr Herz pochte. Einerseits war da Freude.. unendliche Freude. Andererseits.. Sie sank auf die Liegefläche nieder und schloss ihre Augenlider erneut. Ihre Finger verkrampften sich ineinander. Diese Nacht schlief sie nicht, sie ging hinüber in viele wirre Gedanken und schemenhafte Träume. Zu sehr hetzten die Ereignisse durch ihren Geist..



Bisher schliefen die Hyänen noch. Die pralle Sonnenhitze ließ sie ruhen. Schlafend in der schwülen Hitze ausharren. Doch nun war ihr Oberhaupt zurück und mit ihm, kamen mehr.. Das Rudel, bis auf den Kern zusammen geschrumpft, würde wieder wachsen. Das Mitleid war vergessen. Niemand rammte einen Dolch so listig in den Rücken einer Hyäne.

So wurde das schlafende Rudel sehr unsanft geweckt. Die Zähne fletschten sich im ersten Moment. Das Kichern erklang im Zweiten.


>>><<<


Du mein Kind, willst dich gegen ein Rudel voller Hyänen stellen? Erinnere dich an den Löwen.. selbst der König der Savanne stellt sich nicht gegen ein solch festes Gefüge. Er ist klüger als du.

Du willst einer Hyäne schaden, mein Liebes? Dann sieh her, wie die Zähne sich in deinem Fleisch verbeißen. Sie her, wie der Eine für den Anderen stirbt ohne nur einen Gedanken daran zu verschwenden.

Du warst so töricht.. Sie schenkten dir Liebe, Vertrauen und ein Rudel. Und du? Du hast sie hintergangen. Du hast sie alle hintergangen.

Sei gewarnt mein Kind, die Nacht bricht herein.. und wenn die Vögel in der Oase aufhören zu singen, lachen die Hyänen.

Wer bist du, dass du glaubst gegen dieses Rudel zu bestehen? Allein auf weiter Flur, wird kein Skorpion, kein Wüstenfuchs, keine Schlange und kein Falke dir helfen. Du bist alleine.. im Gelächter der Hyänen.

Lausche. Kannst du uns lachen hören? Sei froh, denn wenn das Kichern verstummt, beißen wir zu.

>>><<<

[img]http://fs5.directupload.net/images/160517/agfsdexx.jpg[/img]


Neda! Neda! 
Du bist ein Azeezah.
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Saajid Tamam
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Beitrag von Saajid Tamam »

انتقام
Das Geräusch der rollenden Murmeln wäre in den Ohren eines unbeteiligten maximal eine Erinnerung an eine vergangene Kindheit. In ihm jedoch erschütterte es Mark und Bein, die geschliffene Oberfläche des Steines auf dem hölzernen Untergrund der kleinen Schale. Er wusste welche Bedeutung nun jede einzelne Stimme der Familienmitglieder hatte.

Schweigsam verfolgte das Rudel in voller Stärke die Abstimmung. Das Augenmerk des Shojen ließ keine Sekunde von den fallenden Murmeln ab. Lediglich ab und an hob er den Blick um jeder einzelnen Hyäne eine Gefühlsregung abzugewinnen während sie ihre sicherlich schwere Entscheidung trafen.
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Blutrache - Die Selbstjustiz des einfachen Volkes. In der Ehre und dem Stolz gekränkt, im Familienverbund gebilligt, durch das Oberhaupt gefordert. Wie könnte er diese Entscheidung treffen... so schwerwiegend, dass es einen jeden Azeezah das Leben kosten könnte? Neda, er musste sich des Rückhaltes wie der Meinungen sicher sein. Vom kleinsten Welpen bis zum gestandenen Mann, ohne Sie bedeutete das Rudel nichts.


Das kleine samtene Säckchen wurde geöffnet, das Ergebnis der Abstimmung sorgsam in selbigem verschlossen. Von nun an wäre es seine Bürde, die Stimme des Rudels mit sich zu führen, wie auch immer er seine Entscheidung treffen mochte.

Ein zweites Mal wurde die Schale in die Mitte des Tisches geschoben, einen jeden Einzelnen in der Runde bedachte er mit einem festen wie entschlossenen Blick.
[img]http://fs5.directupload.net/images/160518/iuvitwpv.png[/img]
"Und wenngleich ich eure Stimme hören möchte, so bin ich es, der die Geschicke der Familie lenkt und lenkte. Ich kann euch nicht versprechen das wir in einem Mond noch im Innern der Stadt weilen... aber heute wie damals vor dem Erhabenen und dem Volke schwöre ich, meine Entscheidungen im Wohle der Familie zu treffen.

Ob ihr nach meiner Rückkehr noch bedingungslos folgt, ist die Frage, geliebtes Rudel. Welche Entscheidungen auch immer fallen, vertreten wir sie als Familie?"


Diesmal fielen die Kugeln schneller...
und als das letzte Licht im Haus gelöscht wurde war es das hämische Grinsen der Hyäne das inmitten der Nacht verblieb.

[img]http://fs5.directupload.net/images/160518/653c3prx.png[/img]
die Stärke einer Gemeinschaft misst sich an ihrem Zusammenhalt.
Ihr schwächstes Glied muss in der Lage sein, alle Entscheidungen zu schultern.
Meine Liebe zum Rudel steht über allem.
Zuletzt geändert von Saajid Tamam am Mittwoch 18. Mai 2016, 12:26, insgesamt 1-mal geändert.
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