Das schwarze Nichts

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Gast

Das schwarze Nichts

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Schwarze schlieren
Nebelfetzen

Unbändiger Schmerz.
Die Luft zum Atmen geraubt.

Was genau passiert war….?
Keine Ahnung!

Ich hatte Unterricht, mit Jaryan‘dolor, Kampfunterricht. Das letzte was mir im Kopf geblieben war, war irgendwas von Innereien. Dann wurde es schwarz.

Als ich erwachte, verursachte der penetrante, metallische Geschmack von Blut einen Würgereiz den ich gerade noch so unterdrücken konnte.
Der Arm schmerzte, feurige Pein, lieblich und doch quälend.
Was in Kra’thors Namen ist hier passiert?
Mir wurden nur vier Hände gewahr, die mich griffen und hoch zerrten. Wieder ein durchzuckender Schmerz…
Der gebrochene Arm hing herab, ohne dass ich ihn auf irgendeine Art und Weise unter Kontrolle hatte.
Dröhnender Kopfschmerz, das schwarzhäutige Gesicht, das in seinem Wahn deutlich zeigte, wie herzlich egal ihm die Situation war.
Meine Klinge trug Blut.
War das meins? Nein….
Die Robe des Mentors hatte ein Loch an der Seite, und eines unter dem Arm. Da war etwas dunkles, feuchtes.
Blut?
Blut!



„Jaaa…. Zeig ihm, wer du bist, behalte die Oberhand“, fauchte die leise Stimme, drängte das kleine Mädchen immer weiter zurück.
Tief vergraben in die hinterste Ecke des eigenen Verstandes, konnte sie nur zusehen, nicht mehr agieren, nicht mehr Reagieren.
Zusehen, wie ihr Körper misshandelt wurde und Gefallen fand.
Die schnelle Schlagfolge der Letharischen Hände setzten dem Schulter- und Brustbereich zu, schunden das Gesicht, brachten die kränklich-blasse Haut zum Platzen, so das heißes Blut aus dem Mundwinkel und der immer blauer werdenden Schläfe sickerte.
„Glaub nicht, dass du uns klein kriegst, irgendwann komme ich dich holen und dann werde ich dir zeigen, wer hier wen schindet…..“
Auch wenn kein Ton die Lippen verließ, so tobte er im inneren herum, während der kleine, dürre Körper einfach nachgab, und der Stimme den Handlungsspielraum nahm.
Zuletzt geändert von Gast am Mittwoch 15. April 2015, 18:05, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

[img]http://www11.pic-upload.de/24.04.15/4wfdtudunty.jpg[/img]

Sie hörte das eigene, seltene, leise Lachen, welches sich mit Allhinas unterdrücktem Kichern vermischte und ein beinahe silbrig klares Geräusch ergab, noch eine ganze Weile im Ohr nachhallen. Für wenige Stunden würden sie beide das sein können, was die Natur irgendwann für sie vorgesehen hatte: muntere, alberne Gänschen - Mädchen eben.
Nicht unbedingt gerecht, wenn man das Gebilde um diesen Lichtblick genauer betrachtete. Wenn man nach dem "Warum?" fragte und den Sinn mit dem Satz "Wie kam es denn dazu?" ergründen wollte.

Allhina musste vor Ungewissheit geradezu innerlich beben und war im Grunde hier eingesperrt wie ein wildes Tier. Irgendeine hauchende Stimme flüsterte Worte mitten in den Kopf hinein - ein beinahe vergessenes Gedicht, welches sie einmal gelesen hatte, in welchem eine Raubkatze hinter Gittern beschrieben wurde.

"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt..."


Flackernd huschte ihr kohlefarbenes Augenmerk in Richtung Allhina und betastete deren Antlitz kurz prüfend. Nein, in ihrem Gesicht war noch nichts von ermüdender Rastlosigkeit oder - ganz konträr - pochender Panik zu sehen. Sie lachte erneut auf, griff nach der Schüssel mit dem Rührkuchenteig und löffelte kostend von der Masse. Auch Mios Lippen schmeckten noch die süße Butter-Zucker-Mehl-Ei-Mischung. Sie beide waren augenscheinlich aufgedrehte Gören, die eine gemeinsame Übernachtung feierten und webten doch um diese Lichtblickillusion jeweils die eigenen Netze, welche all die schrillenden Alarmglöckchen dahinter für wenige Zeit verstummen ließen.

"Du schuldest mir auch noch eine unheimliche Mär...", hörte sie sich selbst sagen, stibitzte die beinahe leere Teigschüssel zurück und kuschelte sich wieder in die Daunendecke hinein. Für einen Momente schwieg Allhina, doch als sie ihre Stimme fand, schwang dieser unbezahlbar zauberhafte Geschichtenerzählerunterton darin mit, dass Mio schon nach dem "Es war einmal..." die Augen schloß.
Sie versuchte den gemalten Bildern zu folgen, ließ sie hinter den Lidern wahrhaftig werden und bewunderte deren Farbenpracht, jedes Detail bis hin zu...
"Du schläfst... Kindchen!"

Es war nur ein Schlafzucken und damit verbunden ein scheppernder Knall, der sie jäh aufschrecken ließ. Sie brauchte einige Momente, bis sie sich soweit wieder zurechtfand und eine belustig lachende Allhina versuchte ihr unter Bauchhalten und Luftschnappen zu erzählen, dass sie sich im Schlaf gedreht und die Schüssel hinabgestoßen hatte, welche nun unter das Bett gerollt war und dabei den Inhalt kleckernd auf den Fliesen verteilt hatte. Diese verdammte, alte Rührschüssel hatte ihr gerade den Kragen gerettet und sie gerade noch aus den Klauen... den Pfoten, Tatzen, Pranken gerissen. Das muntere Lachen war verebbt und sie spürte Allhinas irritierten Blick. Rasch zwang sie sich zu einem weiten Grinsen und erhob sich blinzelnd.
"Ich werde die Sauerei wegwischen und mich dann auf den Weg machen. Ist wohl Zeit, dass ich tatsächlich ins Bett komme. Doch keine Sorge am Abend bin ich wieder zurück - versprochen!"

Das Versprechen galt nur dem ersten Teil der scheinbar unbekümmert gesprochenen Worte, denn an Schlaf war nicht zu denken, nein, durfte man nicht denken! Die Arbeiten über den Tag hinweg lenkten sie halbwegs ab und auch wenn sich über die Welt ein seltsam träger, grauer Film gelegt zu haben schien, welcher trotz Sonnenschein Farben verblassen ließ, so war es die Mischung aus Bewegung und frischer Luft, die sie auch diesen weiteren Tag ausreichend ablenkte.
Drei Tage und drei Nächte ohne Schlaf - wie lange konnte sie noch aushalten?
Offensichtlich weitaus weniger lange, als erhofft!

Sie war gleichermaßen angespannt als auch entkräftet, als sie Allhina am Abend sah. Wieder das Ritual: sie dirrigierte die Freundin in die Schlafkammer, schloß die Türe und suchte ein Versteck für den Schlüssel. Diesmal sollte es das Wasserfass werden...
Wenige Momente später versuchten sie beide die Stimmung vom vorangegangenen Tage wieder aufleben zu lassen und versagten gleichermaßen kläglich. Das Lachen klang erzwungen und erstarb recht rasch, Hunger hatte keines der Mädchen und so suchte man verzweifelt nach einigen Gesprächsknoten, die es möglichst lange zu entwirren galt.
Belanglosigkeiten über anstehende Termine, über gemeinsame Bekannte und irgendwann war auch das erschöpft. Fieberhaft suchte Mio in der grauen Welt hinter den schieferfarbenen Augen nach einem neuen Gesprächsstoff... einer Anmerkung... einer... Fra... ge...

Sie bemerkte den Schritt über die Schwelle nicht.
Erst als sie die Kälte an den Wangen spürte, begriff sie, was geschehen war und diesmal mischte sich ein verzweifeltes Aufschluchzen mit sehr dunklem, leisem Gelächter. Irgendetwas strich ihr mit verspottender Geste über das rabenschwarze Haar und eine bekannte Stimme raunte ihr höhnend ins Ohr:
"Na, na, kein Grund zu weinen. Du hast eben versagt, doch was hast du erwartet? Dass du dieser Welt nun einfach ewig fernbleiben kannst? Sicherlich nicht - du gehörst mittlerweile genauso hierher, wie dorthin. Deine amüsante, dämliche Trotzaktion hat nun nur ebenfalls dafür gesorgt, dass deine herzallerliebste, junge Freundin den Schlüssel suchen und finden wird."
"Lass mich zurück zu ihr, bitte - ich muss sie bewachen, beschützen, bitte." Ein jämmerliches Flehen und doch hoffte sie entgegengesetzt dessen, was der Verstand längst wusste. Deshalb nur schmetterte die Antwort sie dermaßen nieder.
"Hah, bestimmt nicht! Es kümmert mich reichlich wenig, was mit dem Mädchen geschieht, es ist deinem Fehlverhalten zuzuschreiben. Hättest du dich nicht so lange versucht zu verstecken, wärst du wach geblieben. Aber gut, nun haben wir viel Zeit... Mio, einen Rat gleich zu Beginn:
Versuche nie das Unausweichliche zu umgehen, das rächt sich. Immer."


Sie hasste es, wenn er Recht hatte.
Zuletzt geändert von Gast am Sonntag 26. April 2015, 22:50, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Ein aufgeregtes Gurren erklingt.
Rascheln und Flügelschlagen.
Aufgeregtes hin- und hergeflattere von einem, wohl gemerkt, viel zu dünnen Ast, bis zum nächsten.
Der Ast gab nach, bog sich, mit dem dicken Fliegetier auf sich, nach unten, verweigerte den Halt.
Das zweite dicke Fliegetier sah aber nicht die Notwendigkeit, dem anderen seinen unsicheren Platz zu lassen. So fing ein neuerlicher Kampf an.
Dein Ast ist mein Ast, frei nach dem Motto.
Dumm nur, das die arme Tanne gerade am oberen Ende fast nur dünne Äste besaß und keine der beiden Tauben die Oberhand behalten würde.
Sondern der letztliche Sieger war die Tanne, denn sie hatte sich nicht als Sitz- und Streitplatz für die beiden Tiere hergegeben.

Eine einzelne kleine, hellgraue Feder segelte, vom Wind getragen, und der Schwerkraft folgend, nach unten, landete im grün des Grases und blieb dort liegen.
Als letzte Zeugin eines morgendlichen Rituales, von dem sonst niemand mehr berichten würde.


Ich trat, nach einer wirklich nicht gerade ruhigen Nacht den Weg heim an.
Nur eben….
Nur eben schauen, ob Simoen da ist. Nur eben mit ihr reden.
Nur eben erklären, was da los ist.
Nur eben….


Die zweite Nacht hatte ich jetzt mit Mio als Aufpasserin an meiner Seite in der Kammer verbracht.
Die Gemeinschaft hatte beschlossen, man müsse mich unter Beobachtung stellen.
Eigentlich… nicht ganz unlogisch, ärgerlich trotzdem.


[URL=http://www.directupload.net][img]http://fs2.directupload.net/images/150419/8od2vpss.png[/img][/URL]

Die ganze erste Nacht hatten wir mir reden, Unsinn machen, und allem, was man sich so typisch-untypischer Weise vorstellen konnte verbracht.
Angefangen bei alten Geschichten mit Gänsehaut-Faktor, bis zur morgendlichen Fress - Attacke.
Mio blieb die ganze Zeit über wach.

Der „Wachwechsel“.
Mio ging schlafen (oder was auch immer) und Neor kam zum Unterhalten.
Tja, ein ganzer Tag weiter in dem kleinen Raum, zwischen Bett und Küche waren es nur ein paar Schritte, und irgendwann musste man sich bewegen. Also fing ein unstetes Gelaufe an, das den jungen Mann, dessen Gesicht ich noch immer nicht kannte, irgendwie nervös zu machen schien.
Übernächtigt, genervt, eingesperrt.
Sonst hatte ich nie ein Problem damit, mich vor allen zu verkriechen und meine Bücher zu lesen, oder mal wieder etwas zu schreiben. Aber kaum der Möglichkeit des Rausgehens beraubt, fing mein Verstand an, mir Streiche zu spielen.
Irgendwas machte mich nervös, unruhig. Ohne das ich erklären konnte, warum das so ist.
Die Zeit zog sich hin, wie zäher Honig.

Als Mio zurückkehrte, freute ich mich einerseits, immerhin konnte ich gut mit ihr reden, andererseits… es war einfach frustrierend.
Mio schien müde zu sein, hatte sie etwa nicht geschlafen?
Die sonst so bleiche Gestalt schien noch dunklere Augenränder bekommen zu haben, und es entpuppte sich als nahezu faszinierendes Spiegelbild, wenn ich in ihre Augen sah.
So wie sie aussah, so fühlte ich mich.
Nicht, das es bei meiner Hautfarbe anders aussehen würde. Aber gut, das lassen wir einfach so dahingestellt.
Am zweiten Abend, weiß man schon gar nicht mehr so recht, was man nach dem ersten Abend alles machen soll. Manche Dinge sind einfach unnötig, und auch wenn ich mir hatte massenhaft Bücher, Pergamente und Tinte hatte mitbringen lassen, so brachte all das keine wirkliche Befriedigung.
Eingesperrt….
Verfluchter Mist!

Ich saß auf dem Bett, schweigen war zwar nicht unangenehm in ihrer Gegenwart, aber ab und an musste man sich auch etwas anderem widmen.
Der Impuls, zum Nachbarbett zu gucken kam… aus heiterem Himmel.
Sie lag auf dem Bett, ruhig, gleichmäßig atmend.
Schlief sie?
Sie…..schlief!

Ich schüttelte den Kopf und wendete den Blick wieder meinem Buch zu.
Eine unbändige Energie schoss durch meinen Körper, als wäre der Blitz eingeschlagen. Mein Blick, auch wenn ich es nicht wollte, ruckte wieder zur Seite.
Nein, nein, Buch… wo war ich?
Achja, Kreaturen, was war noch mal...?

Ich legte das Buch zur Seite.
Aufgeklappt, mit dem Buchdeckel nach oben (schändlich, das arme Buch).
Mein Körper erhob sich, ohne dass ich etwas dagegen tun konnte.
Ruhiges, gleichmäßiges Atmen. Weiterhin.

Schlüssel….
Wo in Dreiteufelsnamen war der Schlüssel?
Oh, Küche… Ja, sie hatte in der Küche herum gekruschelt. Zittrige Finger begannen, in allen Schubladen zu wühlen, über alle Regalböden zu streichen, selbst im Wasserbecken fischten meine Hände-
Da!
Garstige kleine Mio, dachte, ich würde ihn nicht finden….

Mit einem seeligen Lächeln verließ ich das Gefängnis.



Leises trippeln, verborgen in der Dunkelheit. Die schnellen Schritte wurden durch die kleinen Gassen Rahals gelenkt, fern ab, von den großen Straßen, wo man befürchten musste, jemanden zu treffen.
Aber natürlich kam es, wie es kommen musste.
„Aha, da ist sie ja, die erbärmliche Made…“, die Stimme des Letharfen brachte ein Schaudern mit sich, und gleichzeitig ein genervtes, frustriertes Schnaufen.
Von allen Lebewesen, die ich am wenigsten sehen wollte, musste ausgerechnet ER da stehen?
Im Rahmen des Konventes hatte jeder seine Rolle zu spielen und seine Aufgaben zu übernehmen, und ich musste gestehen, dass er in der Rolle des sklaventreibenden Mentors für den Kampfbereich eine gute Besetzung war.
Mit der Arroganz und Überheblichkeit eines typischen Letharen gesegnet, kommandierte er herum, und im Zweifel folgten den Worten Taten.
Irgendwas an ihm war…. Ich weiß nicht mal, wie ich das Ausdrücken soll.
Irgendwas an ihm provozierte mich, lies mich um Haltung kämpfen. Was genau er sagte, und wie genau er mich beleidigte, war mir relativ gleich, aber es passierte so häufig in seiner Gegenwart, das ich am Ende gar nichts mehr wusste.
Der gebrochene Arm und die Faustgroßen Flecken, die aufgeplatzte Haut, zeigten, was mein Verstand nicht verarbeiten konnte.
Er provozierte meine Aussetzer. Ich wusste nur nicht wie und wieso.

Mitten in Rahal, mitten im geschäftigen Morgendlichen Treiben, standen wir uns gegenüber.
Kurzes Geplänkel… mehr wollte ich nicht, mehr schien er auch nicht vor zu haben. Flüchtige Beleidigungen über Körperbau und Haltung meinerseits.
Nichts Neues also. Nichts Interessantes also.
Ich wendete mich zum Gehen, weiter, das Haus, nahe des Friedhofes, ich hatte mein Ziel klar vor Augen, immerhin musste ich bald schon wieder zurück, sonst würde Mio….
‚Irgendwann werde ich mir deine Augen holen… so schöne Augen…. Und dann wirst du nur das sehen was ich dir zeige…..‘, mit einem hochgezogenen Mundwinkel bahnte sich der Gedanke durch meinen Kopf.


Als sich die krallenbesetzte Hand auf meine Schulter legte…
Kälte, die einem das Mark in den Knochen gefrieren lässt.
In einer völlig langsamen und kontrollierten Art, beugte er sich hinter mir vor:


Jaryan'dolor: *aus dem Schutz des Schattens der Kapuze über der Mundschutzmaske hervorleuchten. Folgend mit einem disharmonischen Flüstern, welches vielleicht sogar für Menschenohren ein unerträgliches Gefühl von Leid, Schmerz, Pein und Zorn des wahnsinnigen Irrsinns kombiniert aus des Leder vor seinem Mund hervorstoßen wird*
Jaryan'dolor: [leise] Ich weiß von dir... ich sah es in deinen Augen....
Jaryan'dolor: *krächzend und heiser ertönt es derweil in Ihrem Köpflein*


Allhina Schwarzforst: *Die Augen schließen sich, die Töne sorgen gleichsam für zweierlei. Die Hände beginnen zu zittern, die Fäuste öffnen sich, und schließen sich wieder, in einem regelmäßig-unregelmäßigem Rhythmus. Der Kopf wird gezwungen langsam zur Seite bewegt, damit sie zumindest einen kurzen Blick auf ihn werfen kann. Zum anderen hebt sich ein Mundwinkel, völlig angstbefreit, fast schon provokant und ein leises Raunen erklingt*
Allhina Schwarzforst: [leise] Du weißt gar nichts


Jaryan'dolor: *es scheint sogar ziemlich penetrant und wirklich eindringlich, ein purer Hasssturm erfüllt aus den Sinnen der bösen Leitgedanken aus seinem Munde*
Jaryan'dolor: [leise] ich werde dich finden.... du kannst mir nicht entkommen.....
Jaryan'dolor: *mit den Worten, hebt sich die Disharmonie verbreitende Hand von Ihr wieder ab...*


Allhina Schwarzforst: [leise] Irgendwann fahre ich mit dir auf See *murmelt sie leise, ob das wirklich für ihn gilt oder lediglich einem Hirngespinst oder einer Wahnvorstellung heraus, ist nicht wirklich ersichtlich, und doch, als sie den Kopf wieder anhebt, sieht sie ihn direkt an, die Augen füllen sich mit Flüssigkeit, allerdings keiner Tränen, sondern mit roter Flüssigkeit, ist das etwa Blut? Die wächsernen Züge im krassen Gegensatz, zu dem dunklen Rot. Die Mundwinkel umspielt ein spöttisches lächeln, ganz provokant.*

Jaryan'dolor: *bei dem eisernen Geruch, welche die Sinne Jaryan'dolors nun erreichen folgt eine übertrieben geschickte Bewegung – geführt, voller Drang in jenem Moment - versuchend am nackten Hals zu greifen.*


Allhina Schwarzforst: [leise] Denn Hass wirst du sähen, und Blut werde ich ernten *murmelt sie ihm zu, die Stimmfarbe ist bedeutend eisiger.
Sie weicht nicht, nicht mal der Versuch des Entkommens erfolgt*


Jaryan'dolor: *der Kopf des Letharfen nähert sich Ihrem Gesicht daraufhin verdammt nahe – die einzelnen Finger umgreifen die linke Seite Ihres Halses und der Daumen über die Rechte, damit er schön einen festen Griff hat - grob und ziemlich unvorsichtig. Die Maske zieht sich herunter in jenem Moment mit der freien Hand, welche bis eben neben den Hüftknochen ruhte, heruntergeschlagen wird die Gugel in den Nacken zurück....*

‚Komm raus, komm raus, wo immer du auch steckst….
Du hast es nicht anders gewollt. Du willst mich provozieren?
Nicht heute, mein Freund, nicht heute.
Aber glaube mir… irgendwann…!‘
Der schlaksige Mädchenkörper wendete sich herum, hoch erhobenen Hauptes, aber mit rot-verschleierter Sicht, versuchte er, eine halbwegs stolze Haltung zu zeigen.
Weg von dem Letharen, Drecksding.

Er hatte einen Plan.
Das hässliche Mädchengesicht zeigte ein dreckiges Lächeln.
Wie werde ich sie los… in 10 Schritten….?
Egal wie viele, er würde nicht viel brauchen.
Körper und Seele waren miteinander verbunden. Sie könnte einem guten Zweck dienlich sein.
Es gab nur zwei Varianten.
Jetzt sollte der Spaß erst wirklich losgehen.
Zwei Varianten, beide gefielen ihm, egal, welche sich ergeben würde, er würde das bekommen, was er wollte. Zu lange hatte er geharrt und war der Verdammnis einher gefallen, tatenlos zusehen zu müssen.
Jetzt war seine Zeit.
NUR seine…




Irgendwo, mitten im Wald zwischen Rahal und Bajard, fand sich das Mädchen wieder. Was war nur passiert?


[URL=http://www.directupload.net][img]http://fs1.directupload.net/images/150424/rwqzseek.png[/img][/URL]

Ein aufgeregtes Gurren erklingt.
Rascheln und Flügelschlagen.
Aufgeregtes hin- und hergeflattere von einem, wohl gemerkt, viel zu dünnen Ast, bis zum nächsten.
Der Ast gab nach, bog sich, mit dem dicken Fliegetier auf sich, nach unten, verweigerte den Halt.
Das zweite dicke Fliegetier sah aber nicht die Notwendigkeit, dem anderen seinen unsicheren Platz zu lassen. So fing ein neuerlicher Kampf an.
Dein Ast ist mein Ast, frei nach dem Motto.
Dumm nur, das die arme Tanne gerade am oberen Ende fast nur dünne Äste besaß und keine der beiden Tauben die Oberhand behalten würde.
Sondern der letztliche Sieger war die Tanne, denn sie hatte sich nicht als Sitz- und Streitplatz für die beiden Tiere hergegeben.

Eine einzelne kleine, hellgraue Feder segelte, vom Wind getragen, und der Schwerkraft folgend, nach unten, landete im grün des Grases und blieb dort liegen.
Als letzte Zeugin eines morgendlichen Rituales, von dem sonst niemand mehr berichten würde.


Ich trat, nach einer wirklich nicht gerade ruhigen Nacht den Weg heim an.
Nur eben….
Nur eben schauen, ob Simoen da ist. Nur eben mit ihr reden.
Nur eben erklären, was da los ist.
Nur eben…?
Gast

Beitrag von Gast »

Der Geist ist eine Welt für sich, in der die Hölle zum Himmel und der Himmel zur Hölle werden kann
-John Milton, Das verlorene Paradies


Zu Hause!
Ein befreiendes Gefühl, auf gewisse Art und Weise.
Nicht mehr die schwarzen Gemäuer anstarren, sondern ein weiches Bett unter dem Rücken, sanfter Kerzenschein und ein Geruch der einem das Gefühl gibt, nicht irgendwie doch fehl am Platze zu sein. Zumindest wenn man auf die Dauer der Zeit sieht, die ich dort unten verbracht habe.
Irgendwann schlich ich mich aber dann doch hoch. Setzte mich an den Küchenthresen, und fischte das Tigelchen hervor.
Eine halbe Messerspitze.
Jeden Tag.
Scheiss Zeug. Ich wusste nicht, was genau schlimmer daran war, die Tatsache, dass mein Körper begann zu streiken oder das sich meine körperliche Schwäche auf meinen Verstand auswirkte.
Denn das eine konnte ich definitiv sagen, irgendwas hatte sich verändert.

[URL=http://www.directupload.net][img]http://fs1.directupload.net/images/150509/cftbm7vx.jpg[/img][/URL]



Irgendwas war verschwommen, ganz arg verschwommen.
Mio, Lafayette, Nyel, Jary….
Verflucht, irgendwas hatte ich vergessen. Irgendwas war in einem meiner Zeitlosen Phasen unter gegangen. Aber was genau?
Zeitlose Phase, eine nette Phrase für diesen Umstand. Aber immerhin war ich dieses Mal ohne erkennenswerten Blessuren davon gekommen. Jary war nicht in meiner Nähe…. Oder?

Es pochte, als würde irgendwas in meinem Verstand, sich darüber freuen, dass ich mich versuchte, so zu konzentrieren, um mich zu erinnern.
Mein Schädel brummte, bohrender Schmerz, den nicht mal meine üblichen Tricks besiegen konnte.

Ich tigerte durchs Haus. Simoen hatte sich verabschiedet, die befreiende Ruhe war verschwunden. Mio hatte eine Notiz geschrieben für die anderen.
Und ich saß hier. Mit dem Tigelchen in der Hand!
Wohin würde mich das alles bringen?
Mein Magen rebellierte, es fühlte sich an, wie ein stechender Brechreiz, der beständig um meine Beherrschung kämpfte.
Meine Muskeln fühlten sich an, wie Stahlbänder, Unnachgiebig und bei jedem Schritt ein Kampf.
Zwischendurch glaubte ich, Dinge im Schatten zu sehen, ob das allerdings an der Müdigkeit lag oder an irgendwas anderem, sei dahin gestellt.

Nur noch ein paar Tage!
Dann würde ich das Tigelchen zurückgeben, mit dem Rest des Inhaltes.
Gast

Beitrag von Gast »

~ Das Gift jenes in deinen Adern pulsiert ist verschwindend gegen das Gift jenes wir in dein Herz bringen ~

Sie mochte es wenn sich die Hülle gegen die Schwäche auflehnte die man ihr auferlegte. Beeindruckend das es dieses magere Weibchen, mit dem Gift in den Venen, geschafft hatte nach der lindernden Phiole zu greifen. Interessiert hatten ihre giftgrünen Augen jede Bewegung beobachtet und für sich studiert. Menschen, so weit entfernt von der Perfektion, so kurzlebig und vergänglich und dennoch, sie hatten einen ausgeprägten Willen. Menschenwesen waren .. nutzbar, formbar. Durchaus geeignete Studienobjekte von denen man immer wieder einmal etwas neues erfahren konnte. Sehr langsam zog sie die Oberlippe zurück, gönnte sich nach dem Abschied ein raubtierhaftes lächeln und kehrte der Stadt erst einmal den Rücken. Das Weibchen würde sehr viel mit sich zu kämpfen haben bis zum zweiten Treffen. Vielleicht würde sie den Kampf aber auch schlicht verlieren und unter Schmerzen sterben. Man würde sehen wie sich die Vergängliche dem Einfluss stellen würde. Langsam fuhr die Zunge über die salzige Unterlippe und befeuchtete sie erneut während flüchtige Bilder in ihren Gedanken aufzuckten.


Schmerzen ohne Wunde.

Bewegungen in den Schatten.

Geräusche in den Wänden.

Hitze... oh diese Hitze!

Nadelstiche, Ameisenbisse, Säure... kaum zu vergleichen und doch am ehesten zutreffend.

Mehr Bewegungen in den Schatten, deutlicher... bewusster.

Bin das.. ich?



Tief durchatmend riss sie die giftgrünen Augen auf und straffte die Haltung. An dem Menschenweibchen würde viel weniger soviel mehr bewirken, es versprach interessant zu werden. Sorgsam begann sie das Axorn zu durchstreifen, immer dem schwefeligen Geruch nach bis hin zu den Quellen und dem was sich dort für sie fand. Zufrieden fuhr sie erneut mit der Zunge über die trockenen Lippen und verschmolz zwischen den Dämpfen umhertänzelnd mit den Schatten während sie immer wieder einmal den Dolch hervorblitzen ließ und scheinbar etwas vom Untergrund abtrennte um es mit zu nehmen.
Gast

Beitrag von Gast »

Ein Buch….
Das Buch, das ich schon zu Beginn meiner, doch so grandiosen, Laufbahn geschenkt bekommen hatte, fand nun endlich eine Sinnvolle Verwendung.
Es sollte mir dienen, als… erschreckenderweise…Tagebuch.

Ob Mio voraus gesehen hatte, wie wichtig mal ein geschriebenes Wort für mich sein könnte?



Venenum – der Tanz auf des Messers Schneide

16. Eluviar 258


Ich habe mich heute mit Bruder Neor in der Kammer getroffen.
Dies hier wird ein Bericht, über die Auswirkungen, die verschiedenste (denn das befürchte ich) Gifte auf den menschlichen Körper haben.

Vor 11 Tagen habe ich begonnen, unter den Lehren der Letherxiae Nyel'nyxul, meinen eigenen Körper zu vergiften.
Ich möchte gerade gar nicht auf Gründe und Erklärungen eingehen, sondern das hier soll letztlich nur dem dienen, was später wirklich wichtig ist.
Vielleicht werde ich das Ganze nicht Schadenfrei überleben, aber das bleibt abzuwarten.

½ Messerspitze jeden Morgen zum Frühstück, unter mein Essen oder das Getränk gemischt.
Die Wirkung entfaltet sich nach und nach, wobei zu Beginn meines Experimentes alles viel langsamer von statten gegangen ist.
Die ganzen 11 Tage Revue passieren zu lassen, ist müßig, so schreibe ich nur die Wirkungen auf.

Die Anfänglichen Anzeichen der Wirkung waren:

*Muskelkrämpfe (schmerzhaft)
*Übelkeit
*Erbrechen
*Wechselspiel zwischen Rigor und Tremor
*Herzrasen
*Kaltschweißigkeit

Zwischenzeitige Syncopen sind zu vermelden, die allerdings im Gesamtkontext der Situation nicht wirklich dem Gift zu zu schreiben ist.

Die Wirkung entfaltete sich innerhalb eines halben Stundenlaufes und hielten ungefähr zehn Stunden an.
Je häufiger ich das Gift anwendete, desto schneller war der Spiegel der Dosis erreicht, die Wirkung entfaltete sich schneller.
Nach den erlebten 11 Tagen spüre ich keinen Unterschied mehr zwischen den Einnahmen.

Jeder Tag ist eine Qual, ich höre mein Blut in meinen Ohren rauschen, jeder gang, und sei er noch so klein, ist eine Tortur.
Essen und Trinken fällt zwischendurch sehr schwer, entweder ich verschütte alles, weil meine Hände zittern, oder ich bekomme das Glas nicht gehalten, es fühlt sich an, wie ein Stein, Zentnerschwer.
Ich glaube, ich habe schon wieder abgenommen.
Beständige Kopfschmerzen sind mein Begleiter geworden, ich vermute allerdings, dass dieses mehr auf der Tatsache begründet ist, das ich weniger Flüssigkeit und weniger Nahrung zu mir nehme, als sonst schon.
Ich esse übrigens immer noch kein Fleisch. Vielleicht sollte ich es mal anfangen, auch wenn ich es nicht sonderlich mag. Aber wie sagt man so schön? Ein gesunder Körper birgt einen gesunden Geist?
Unzutreffend in meiner Lage.
Gast

Beitrag von Gast »

Kleine freche Gören…
Nicht mal alt genug, um zu wissen, was sie da tun, gerade den Windeln entwachsen, und der Zeit, in denen man sich noch in die Hose macht, und nun wollen sie mich aufhalten?
Mich?
Ausgerechnet?
Dieses kleine Weibsbild, das immer wieder an die Vernunft dieses hässlichen Dinges appelliert, in dem ich gefangen bin. Und dann dieser Kerl, dieser kleine, schleimige, garstige…


Alle Kraft zog er zusammen, die in dem ausgemergelten Körper steckte, alle Kraft die er dank seines Geistes hatte, gab sich selber her, um einen einzigen, aber sehr wohl gezielten Angriff auf das kleine Weibchen.
Angst… Leb damit…. Koste sie aus…..
Der Schatten, der sich aus den Fingern gebildet hatte, war zwar nur klein, aber er verfehlte die Wirkung nicht.
Mio drängte sich selber in die Ecke, sie hatte Angst, er konnte die Angst förmlich riechen.

Spieglein, Spieglein an der Wand…

Vertraue niemandem, denn sogar der Schatten
einer weißen Rose ist schwarz.


Du willst beobachten? Du willst studieren?
Wenn ich nur mit euch allen dreien fertig bin…



Hochmut kommt allerdings bekanntlich vor dem Fall und so kam es das die Geschwister sich in der Überheblichkeit der Existenz doch sammeln und berappen konnten.
Sie lockten, erst den Schatten, und als sie ihn kennen gelernt hatten, lockten sie Allhina hervor…
Ein Wechselspiel, das dafür sorgte, dass die Ausuferungen und Schäden des Körpers noch größer waren.
Blut quoll aus Mund, Nase, Ohren und Augen, als der kleine, giftgeschädigte Körper auf dem Boden zusammen sackte.
Im letzten Moment konnte er sie noch auffangen, ehe der Kopf auf den harten Boden knallte.
Sanft, fast zärtlich strich der junge Mann über das Haupt, versuchte zu beruhigen, während sie sich im Hintergrund erholte.


Als ich aufwachte, lag mein Kopf an seiner Schulter, es musste unbequem für ihn sei. Kopfschmerzen, gellend, Übelkeit, allumfassend….
Panisch suchte ich Halt, fand ihn, an einem viel zu großen Hemd, an dem ich mich klammern konnte. Der dünne Leib des Mannes gab den nötigen Rückhalt, gab das Gefühl, doch nicht zu fallen.
Ruhe…
Was war passiert?
Beide sahen erschöpft und erschrocken aus.
Was war geschehen?
Sie lebten, sie hatten keine Verletzungen. Ich aber auch nicht.
Keine gebrochenen Arme, keine Flecken…
Ohweh…. Lehne ich da wirklich gerade an…
„Ssschhh, alles gut, Allhina“, leise Stimme, beruhigend, unvertraut, aber freundlich.
Er versuchte das Blut von meinem Gesicht zu wischen… mit seinem Ärmel.
Verschmiertes rot klebte an seinem Ärmel.
Es tat gut… So gut.

Keine Lavendelaugen. Kein Schmerz. Kein Hass.
Keine Lavendelaugen…
Dafür er.
In einer Hilfsbereiten Art, die ich nicht mehr gewohnt war. Und sie, sie holte sofort weitere Sachen. Lies uns alleine. Und doch nur, weil sie helfen wollte.
Kein Schmerz…
Keine Lavendelaugen.
Irgendwie… Schade…!
Gast

Beitrag von Gast »

***
Drei kleine Raben in einem alten Haus,
spielen mit den Schlingen
um ihre schwarzen Schwingen
kommen aus der Falle nimmermehr heraus.
***
Wann nur war das alles so unglaublich hässlich aus dem Runder gelaufen? Sie hatte nicht einmal damit gerechnet, das Ding... diesen seltsamen, dunklen Zwilling im Inneren Allhinas zu wecken, als sie die lavendelfarbenen Augen des Letharen ansprach. Sein Name war gefallen und mit diesem wiederum verband sie ein höchst eigenwilliges Mitternachtsgespräch in den eigenen vier Wänden. Irgendwie erschien es ihr, angesichts der erdrückenden Schwere der jetzigen Situation, mittlerweile dezent klamaukhaft.
Themeninhalte "Simt", "Snaps" und "Absut"...

Vielleicht waren es jene ungewöhnliche Gesprächsthemen, die ihr die Frage entlockten, ob sich denn dabei um just jenen Letharen handeln würde, dessen Augen Allhina sich holen wollen würde. In genau dem Augenblick, da die Lippen die letzte Silbe geformt und von sich gestoßen hatten, fiel ihr siedendheiß ein, dass dies nicht Allhinas Wunschziel, sondern das des... der? Anderen war.
Zu spät, denn die boshaft amüsierte, feingeistig klingende Stimme erinnerte nur noch hinsichtlich der Klangfärbung vage an die Freundin.

"Soooo schöne Augen..."

Scharf zog sie die Luft ein und hielt den Atem einen Moment an, als die Situation sie im ersten Augenblick gänzlich zu überfordern schien. Es war Pademian, der den weitaus kühleren Kopf behielt und in vollkommener Ruhe das Gespräch zu suchen begann.
Macht - das Wörtchen fiel mehrfach und sie kam nicht umhin ihren Bruder dafür zu bewundern, dass er es so nach und nach schaffte das Etwas nicht nur in eine kleine Diskussion zu verwickeln, sondern ihr gleichermaßen die Möglichkeit verschaffte still zu beobachten, zu lauschen, zu analysieren und mithilfe der alten Logik einen Plan zusammen zu zimmern.
Rasch und mit bestenfalls temporärer Lösung, doch besser als nichts...?

Da drehte Allhina, oder es, nein - vermutlich beide, den Kopf und der Blick in den brackwasserfarbenen Augen zeugte zwar von gerissener Intelligenz, doch statt dem besonnenen Glimmen Vernunft, loderte der Wahn darin.

"Und du glaubst, du kannst einfach nur beobachten, kleine Träumerin?!"

Ertappt rutschte sie auf der Bank etwas zur Seite und realisierte auch diesen Fehler erst in der Bewegung:

Keine Angst zeigen, besonders nicht vor Wesen, welche dich und deine Ängste kennen!

Wieder lag der Kerngrund des Fauxpas in Allhinas Erinnerungen. Sie hatte die Ängste nicht nur studiert, sondern mehrfach mitbekommen, was Mio die nackte Panik aufs bleiche Gesicht zauberte. Doch, wie von deren dunklen Zwilling erst wenige Momente zuvor lachend bestätigt: Was Allhina sah, vernahm, roch, fühlte und schmeckte war der "Anderen" ganz genauso bekannt und so war es wohl nicht einmal wirklich verwunderlich, dass sie damit die Aufmerksamkeit vorerst unfreiwillig zurückgepachtet hatte.

In auskostender Geste striff "die Andere" den feinen Handschuh von der Rechten und streckte die Handfläche nach oben. Zuerst erschien es wie dünner, wabernder, schwarzer Rauch, welcher aus den Fingerspitzen drang und langsam an Eigenleben gewann, doch zuletzt waren es eher schattenhafte, lange Bänder, die sich tentakelartig schlenkernd, doch zielgerichtet auf die vermeintliche Beobachterin zubewegten.
Fieberhaft suchte selbige geistig nach auch nur irgendeiner Rettung und begann eher verzweifelt den schwarzbeschwingten König aller Seelen anzurufen.
Doch mit Verzweiflung allein begnügte sich "die Andere" nun nicht mehr und jäher Schrecken durchfuhr Mios Brust, als sie realisierte, zu welcher Gestalt sich die Schattententakelgebilde verbanden.

Ein Wolfskopf... ein verdammter, weit grinsender Wolfskopf!

Und schnappen konnte er obendrein, entlockte ihr ein verängstigtes Quieksen, wie das einer gefangenen Maus oder Ratte. A propos Ratte - irgendeine winzige Schattengestalt huschte schützend auf sie zu und auch wenn diese Geste eher dem Kampf Zwergkaninchen gegen Würgeschlange glich, so lenkte Pademians Rattenschemen den Fokus des dunklen Zwillings wieder auf sich.
Zeit, er verschaffte ihr schon wieder Zeit und diesmal war sie bereit jene zu nutzen.
Es galt einen besonders dunklen Schatten im Inneren Allhinas zu durchdringen, um mit SEINER Kraft den Funken der Schwester wieder zu finden, ihn zu wecken, aus den schlingernden Tentakeln zu reißen...
***

Drei kleine Raben waren gar nicht dumm,
knüpften mit der Kralle
selber eine Falle
und drehten so den Spieß rasch um!

***
Bild
Gast

Beitrag von Gast »

Dumpfes dröhnen, dass sich als eigener Puls heraus stellt. Schwere Schritte, schwere Glieder, der Blick ist leicht verschleiert.
Aber keine Aggressionen.
Das ekelhafte Zeug hatte sich doch als nützlicher erwiesen, als sie gedacht hatte.
Piratisches Geblubber war nur zum kleinsten aller Teile wirklich glaubbar, aber in diesem Falle musste sie neidlos eingestehen…. Es stimmte!

Das Wildkraut brachte ihr Ruhe. Ruhe, die sie lange gesucht hatte, gut, seine Nebenwirkungen waren nicht von der Hand zu weisen, aber sie war froh, am heutigen Abend 2 Glimmstängel geraucht zu haben. Wer weiß, was passiert wäre, hätte sie es nicht getan.
Es half, das stottern abzuschalten, es half, ruhig zu bleiben.



„Ihr verhaltet euch wie zwei Magnetenden, während die eine all die Gefühle so
grell und wahnsinnig um sich herum sammelt und damit spielt, wird die andere blasser und emotionsloser. Ich bezweifle langsam, dass es sinnvoll ist einen von euch beiden ganz auszusperren.
Nicht ohne zuvor die beiden Individuen wieder zusammengefügt zu haben“


„In deine mickrigen Gebeine muss ich auch wieder Stärke reinbringen. Siehst du... schwächlich... du brauchst viel mehr Übung. Hast du das verstanden?“


„Du hast zwei Fehler begangen, für einen kann ich dich nicht strafen, den anderen vergebe ich dir… ein allerletztes Mal“



Des Mondes silbrige Fäden zeugen von einer Welt, fern ab der unseren. Fern und doch so nah, die Frage ist, was man davon wirklich sehen will und vor was man die Augen verschließt.
So langsam war die Zeit gekommen, die Augen nicht mehr verschließen zu können.
Auch Blut gerinnt, wenn es nicht bearbeitet wird, und keiner will das kostbare Elixier verschwenden.
Für tumbe Geister wird Blut immer nur Blut sein, für die Seher, für die Wissenden ist es viel mehr als das.
Tropfen für Tropfen bildet es Grundlagen, bildet es Existenz, bildet es sein.
Und doch geht es auch ohne. Ohne Blut, süßer-metallischer Geschmack bleibt verwehrt, Kraft wird entzogen….
Trau dich nur ins Zwielicht, trau dich nur.
Willst du sehen, was ich dir zeigen kann? Weißt du, was ich mit dir anstellen könnte?
Gib nach, hör auf zu kämpfen, und hör auf dich an das Blut zu klammern. Es geht auch ohne, ich verspreche es dir.
Gib nach, spüre was Freiheit bedeutet. Nein, nicht das bisschen Freiheit dass man Entscheidung und eigener Wille nennt, sondern wahre… Freiheit.
Rede dir nicht ein, du könntest es alleine. Versuch es erst gar nicht.
Du weißt, das du mich nicht mehr los wirst, warum ergibst du dich dem nicht, und wir fangen neu an? Mit mir an vorderster Front, mit mir als Leitwolf…



Trotz der Situation, oder gerade wegen ihr, legte sich ein Lächeln auf die bleichen Züge der Frau.
Langsame, schlurfende Schritte führten sie von einer Ruine in die Nächste. Aber dort war wenigstens ein Platz, an dem sie Ruhen konnte.
Schwere Glieder, so unendlich schwer.
Sie streifte nur die Schuhe von den Füßen und lies sich auf das Lager nieder.
Die dröhnenden Stimmen im Kopf wurden blasser, wurden zu einem Flüstern, das klang wie eine Gischt aus Worten, wenn der Wind das Meer mit sanfter Bestimmung bewegt.
So schlief sie ein, mit dem Duft von frischem Blut in der Nase…
Gast

Beitrag von Gast »

Nachmittags:

Jeder Knochen schmerzt, wobei die Knochen im eigentlichen Sinne ja nicht wehtun können, sondern eben alles drum herum.
Wieder einmal waren Kampfübungen angesagt. Der Lethrixor forderte viel, jetzt wo er wieder an die Oberfläche kam.
Wie zu erwarten, war er weder zufrieden zu stellen, noch auf andere Art und Weise irgendwie zu besänftigen. Sein Kampfstil war schon beeindruckend, so viel Hass und Zorn den er gelernt hatte, so zu kanalisieren, dass seine Gegner schneller fielen, als man so manches Mal zusehen konnte.
Sie selbst war nicht im Mindesten so gut im Kampf, aber das ein oder andere konnte sie sich mittlerweile abgucken.
Kreaturen aus Eis, in einer Höhle die nur schummrig beleuchtet war, die Kälte zerrte ebenfalls an den Kräften, auch wenn die körperliche Bewegung einen nicht auskühlen lies.

Das Diamantschild war schwer, der Waffenarm wurde langsam kraftloser, kostete es sie pure Willenskraft und viel Energie, nicht einfach alles hin zu schmeißen und einfach zu gehen.

Egal was sie tat, er würde sie leiden lassen. Zumindest versuchte er sie mit abfälligen Bemerkungen, wie es so seine Art war, heraus zu fordern.
Aber Worte taten nur weh, wenn man sie zu nah an sich heran lies, also war keines davon der Pfeil, als das es gedacht war.
Es war ihr schlichtweg gleichgültig, was er sagte, sie ließ das über sich ergehen, weil sie davon profitierte.
Ein schnöder, profaner Grund, aber Grund genug, um die Ohren Sprichwörtlich auf Durchzug zu schalten.

Mitten in der Höhle, mitten im Kampfgeschehen, mitten in Blut, Eis, und Waffenklirren mischte sich das Geräusch von mächtigen Flügelschlägen.
Ohne eine Ursache des Geräusches ausmachen zu können, sah sie durch die Höhle, der Blick tastete die Decke ab, und doch war im ersten Moment nichts zu sehen.

Nur langsam wurde ein Schemen sichtbar, der Schnee wirbelte um die beiden gerüsteten herum, während die Geräusche von Kampf und Klingen verklangen, und nun das laute Schreien einer dämonischen Kreatur die Oberhand in den Ohren gewann. Der Wind den die Flügel produzierten, sorgte nicht nur dafür, dass feinste Schneepartikelchen glitzernd aufstoben, sondern auch dafür, dass der Blutduft für kurze Momente sehr intensiv wurde.
Der Lethrixor machte sich, wie sie es nicht anders erwartet hatte, Kampfbereit. Sie selbst war für den Moment zu gebannt, wenngleich sie wusste, wie gefährlich diese Situation werden konnte.

Aber zum langen Nachdenken blieb keine Zeit, wie zu erwarten war der Lethrixor schneller, agiler… nein, einfach aggressiver.
Kurze Worte waren gesprochen, die Frage nach dem Grund der Anwesenheit schien dem Letharfen genauso wenig zu gefallen, wie dem Dämon die Antwort, dass er da sei, um ‚Vaters Hass und Zorn zu verbreiten‘.
Mehr als einen Satz sprach keiner von beiden, ehe Jaryan zum Angriff wechselte und der Fürst der Eisdämonen den heranstürmenden mit einer scheinbar für ihn winzigen Geste einfach zur Seite schmetterte, so dass er in die Stalagmiten krachte.

Er machte stattdessen zwei Schritte auf sie zu….
Angst? Nein! Ihr Weg war vorbestimmt. Ganz bestimmt. Außerdem wusste sie ja nicht, ob Freund oder Feind ihr gegenüber stand.


[16:18:42] Allhina Schwarzforst: Was erwartest du?
[16:19:15] Fuerst der Eisdaemonen: Mehr als diese Lächerlichkeit
[16:19:41] Jaryan'dolor: *ein Aufstöhnen - als sei es eine Erleichterung diesen Schmerz zu empfangen - es kommt hier aus der Ecke nun heraus. Knurren, klackernd und schnatternd einer Raspel gleichend, über der ein Stock seinen Weg ziehen wird. Aus der Dunkelheit des Höhlenganges tritt er wieder hervor.*
[16:19:49] Allhina Schwarzforst: *nun wandert der Blick in Richtung Letharen, dann wieder hoch zu dem Fürsten*
[16:20:01] Allhina Schwarzforst: Ich habe nicht vor, dich anzugreifen

[16:20:07] Fuerst der Eisdaemonen: Ein Leben für das Eindringen in meine Gefilde. Die Wahl liegt bei euch.
[16:21:13] Allhina Schwarzforst: *der Kopf neigt sich zur Seite, ein leises glucksen erklingt*
[16:21:31] Allhina Schwarzforst: Ich kann also gehen, ja?

[16:22:07] Fuerst der Eisdaemonen: Ist das deine Entscheidung, Mensch? Sein Leben gegen deins?
[16:22:23] Jaryan'dolor: *unter dem Schlangenhelm der Letharenkünste, blicken aus den Augenhöhlen die Lavendelfarben zu Ihr. Danach hinauf zu dem Wesen.*
[16:22:42] Allhina Schwarzforst: *ein tiefes einatmen folgt*
[16:22:58] Allhina Schwarzforst: Es besteht nicht zufällig die Möglichkeit, seine Augen zu bekommen?






[URL=http://www.directupload.net][img]http://fs1.directupload.net/images/150726/frpvq59y.png[/img][/URL]



Statt einer wirklichen Antwort zu geben (nicht das sie eine erwartet hätte), rief er einen seiner Lakaien herbei und setzte sie diesem zum Fraß vor.
Eines war jedoch in der ganzen Zeit, wo sie offiziell seine Kampfschülerin war, gewachsen. Im Kampf, so erschreckend das sein mochte, waren sie sich einig.
Der Dämon fiel, der Fürst verschwand unter erneutem, lauten, Flügelschlagen.
Zurück blieb die Stille des Momentes, der Atem beider Kämpfenden bildete kristallisierende, kleine Wölkchen.
Lediglich ein nicken. Nicht mehr. Beide zogen weiter.


Abend:

Grenzwarth, irgendwo am Bauernhof, auf einer Treppe…

Nachdem der Lethrixor sich verabschiedet hatte, war es Zeit für die nächste Dröhnung ihres neuen Gleichgültigmachers.
Ein Glimmstängel, versetzt mit Wildkraut, es half, ihre Gefühle im Zaum zu halten. Gefühle… unnützes Zeug, das einen nur schwach machte. Keine gültige Entscheidung konnte unter Einfluss von starken Gefühlen getroffen werden.
Außerdem half es, die andere weg zu sperren. Oder wie Mio sie nahezu liebevoll nannte: Die dunkle Schwester.
Fast hätte sie den sitzenden Magier übersehen, wäre an ihm vorbei geschlurft, wenn er nicht die Stimme erhoben, und sie gegrüßt hätte.
Seine gesamte Art wirkte verändert, dazu musste man nicht feinfühlig sein (und Feinfühligkeit war keine sonderliche Stärke von ihr, gerade in letzter Zeit nicht), um das zu erkennen.

Das Gespräch verlief, wie man es sich vorstellen könnte. Ein weiteres taxieren des anderen, aufgrund der letzten Veränderungen.
Es war für beide interessant, und sie machten beide kein großes Geheimnis daraus. Ein beidseitiges stummes einvernehmen, das besagte, dass sie einander irgendwie als Studienobjekt nutzen würden. Jeder wollte seine Erkenntnisse weiter tragen, weiter führen.

Themen waren wohl einige da, auch wenn die Zeit, mal wieder, viel zu knapp war. Aber es war viel zu interessant, als das sie dieses untergehen lassen wollen würde.
Sie würde es wieder aufnehmen. Ein neues Forschungsobjekt, dieses Mal ein negatives. Negativ… naja, für sie jedenfalls. Sicherlich nicht zwangsläufig generell, aber es zeigte sich gut. Zu gut, um diese Möglichkeit verstreichen zu lassen.
Sie hatte mehrere ‚Objekte‘ die sie beobachtete, und Reaktionen auslas, und auch das würde sie niederschreiben, dokumentieren und analysieren.



Konventstreffen…

Sie hatte sich aus vielem heraus gehalten. Vielleicht aus zu vielem. Irgendwie war es seltsam, wie sich die Gruppe verhielt. Vielleicht war sie zu wenig präsent gewesen, vielleicht hatte sie ein falsches Bild der Situation, aber auch hier würde sie wieder und wieder neu Beobachten müssen.
Gruppendynamik, auch ein interessantes Thema. Sicher würden sich viele Gegebenheiten bieten, viele Gelegenheiten warten, ausgenutzt zu werden.
Die Themengebiete des Gespräches waren dabei irrelevant, auch wenn sie sich ihre Meinung zu den gesprochenen Worten bilden konnte, so war es wieder wichtiger zu sehen, wie die Reaktionen auf die Worte waren.
Sie wusste, Althan hatte es bemerkt, ihr war klar, dass er genau wusste, was sie tat und warum, aber letztlich war es ihr egal. Sie war keine große Rednerin, schon gar nicht in einer solchen Gruppe.

Das Prinzip war Abwarten. Gruppendynamik ist spannend…. Und oft so schnell und wechselhaft.



Mitternächtliche Übungen…

Vor den Toren Düstersee’s…
Eigentlich wollte sie nur nach Hause. Jeder Muskel schmerzte, jede Bewegung war pure Anstrengung, körperlich war es ein langer, harter Tag gewesen.
Sie schlenderte.. nein.. schlurfte weg von der Stadt, dem Dorf, wie auch immer man Düstersee nennen sollte.
Weg von alldem, weg und einfach nach Hause, wo sie das Bett förmlich rufen hörte.

„Schülerin…..“, die fiese Stimme, krächtzend, unangenehm in den Ohren. Nicht schon wieder der Lethrixor. Wurde man den eigentlich nie los? Mussten Letharen nicht schlafen? Sicher mussten sie, aber warum musste er sie immer wieder finden?
Und immer wieder fiel ihm etwas ein. Und gerade heute war er Zorngeladen, alleine ihr Versuch, ihn an den Fürsten zu verschachern, hatte dafür gesorgt, dass er sich noch viel schrecklicher benahm als sonst schon. Ihr war klar, dadurch das er weiter leben würde, er sie noch einfach ein Quäntchen mehr Quälen würde. Zumindest würde er das versuchen.
„Es ist nicht jedem gegönnt, von einem Letharen ausgebildet zu werden“, klang Althans Stimme noch immer in ihren Ohren. Konnte nur sie den Hohn hören?
Und doch war eine Frage noch immer offen. Wie würde sie es schaffen, ihn jemals zu korrumpieren?
Ein Prozess, keine Frage. Ein langer….. schwieriger….. Prozess.
Aber immerhin war es einen Versuch wert. Und Zeit hatte sie, er war zäher als jedes Unkraut, das die Natur so hervor bringen konnte, und giftiger als jedes Tier, dass sie kannte. Herausforderung angenommen.

Sie sinnierte, während er sich mit Benjamin stritt, im Stillen vor sich hin. Bis… Sie die alberne, kleinkindliche Aussprache einer quietschenden Stimme vernahm. Das war doch nicht etwa….?
Ein Kind. Enomis Kind….
Sie hasste den Umgang mit Kindern, taxierte das unterentwickelte Menschlein mit distanziertem Blick, aber loswerden konnte sie es nicht. Im Gegenteil. Enomis gab ihre Tochter auch noch in die Hände des Lethrixors.
Unfassbar. Und sie sollte das Kind auf den Arm nehmen und tragen? Sah sie aus wie ein Kindermädchen? Immerhin war sie sauber und keine Schokoladen- oder Dreckverschmierten Hände, kein schmutziges Gesicht vom Spielen oder sonst was.
Nein, sie wollte das Kind so wenig wie möglich anfassen.
Geduld… auch keine ihrer Stärken. Keine, die sie unbedingt fördern musste.

Kinder waren wertvoll… jaja, rein und unberührt. Rein… und….
Sie konnte nicht anders als seufzten, während die Kleine sich an ihre Hand klammerte und neben ihr her watschelte, ein viel zu großes Holzschwert in der anderen Hand haltend.

Stell dich ins Wasser…
Schlag mit der Waffe in die Luft….
Zieh die Waffe zurück…
Sieh dabei nicht so aus, als würdest du dich dabei selbst umbringen wollen…


Steh im Wasser…
Schlag mit der Waffe in die Luft…
Gleichzeitig setz einen Fuß vor…
Zieh die Waffe zurück…
Zieh gleichzeitig den Fuß zurück…
Sieh dabei aus, als wäre deine Hand-Auge Koordination gut…
Sieh dabei so aus, als würden Koordination zwischen Händen und Fuß zusammen harmonieren…


Niemals!
Nicht ganz so ungeschickt wie das Kind (immerhin war sie ein paar Jahre älter und größer), aber weniger elegant als der Lethrixor.
Muskeln… jeder… einzelne… im…. Körper…

Sie hatte nicht einmal mehr die Kraft, den Lethrixor in diesem Moment zu hassen.
Keine Kraft, sich perfide Pläne auszudenken, wie man ihn loswerden könnte…

Schlaf!
Nur noch schlafen!
Morgen würde ein neuer Tag sein. Morgen…
Gast

Beitrag von Gast »

Eis färbt die Haare blau; Eis lässt sie glitzern und funkeln wie Tausendundein Sternkristall; Eis bleicht die Haut so weiß wie Schnee; Eis färbt die Lippen in der Farbe des wolkenleeren Winterhimmels; Eis dringt durch die Haut tief in die Adern und verändert das Rauschen darin; Eis gibt dem Geist kühle und berechnende Gedanken; Eis ist die Essenz, die den Funken Mitternacht in den Kohleaugen zündet... bläulicher Frost und Zauber einer anderen Ebene.

Sie, die Andere, der dunkle Zwilling der Puppenspielerin, sorgte nun indirekt dafür, dass die, die sonst die Fäden zog, zuließ, dass Drogen ihren Geist benebelten und sie ausreichend in Watte packten, um Emotionen abstumpfen und sie selbst wie eine Marionette wandeln zu lassen. Der Umstand alleine brachte das das unwirkliche Feuer im Eis zum Glühen. Doch schlimmer war der Umstand, dass sie sich schon einmal gegenüberstanden, die Träumerin und der dunke Zwilling, der mit seinen Schatten zu weben begonnen hatte, der aus dem Zwielicht Formen kneten konnte.
Damals war sie dieser Anderen unterlegen, war eben nur das Traumkind, die Essenz, alleine - doch nun...

Mitternachtfarbe ließ die Kohle ungewohnt kalt erglühen, die Macht der schwarzen Schwingen umhüllte sie und wogte kitzelnd, einer kleinen Extase gleich, rauschend durch den Körper.

Nun war sie nicht mehr ganz alleine, denn dort, auf ihrem Platz, saß das eigene alter Ego und jenes war nur optisch ein ewiges Kind, doch innerlich der Traum, das facettenreiche Glitzern der Schleier hinter dem Bewusstsein, das süße Flüstern der Märchenfantasie... die Nachtmär...

... und jene machte sich zum Krieg gegen eine Schattenspielerin bereit!

[img]http://99px.ru/sstorage/53/2015/01/tmb_121380_8514.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Gast am Montag 27. Juli 2015, 21:26, insgesamt 2-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Ein kleiner Tropfen roter Wehmut mischte sich in das sonst so düstere Nichts, als das leise, helle klirren erklang, das der Schlüssel hervor rief den sie durch den kleinen Schlitz des Briefkastens geworfen hatte.

„Keine Zeit, keine Zeit, viel zu tun, viel zu tun….“

Sie war dem weissen Kaninchen hinterher gejagt und hatte es nun endgültig verloren.
Die letzten Sprichwörtlichen Sieben-Sachen in einer Tasche über der Schulter tragend, sah sie ein letztes Mal auf das Heim der 1000 Rosen.


"Es war einmal ein kleines Krokodil, das ging spazieren am Nil, das Wasser war ihm viel zu viel, da setzt es sich auf einen Stiel. Ohje! Ohje! Ohjemine, das war der Zeh, das Tierchen spreizt die Kralle. Die winzig kleinen Fischchen die, die geh‘n ihm in die Falle."


Sie hatte so gerne rote Haare gehabt.
Das war kein Plötzlicher Entschluss, nichts, was von heute auf morgen gekommen war, sondern schleichend, wie die Nacht, die jeden Abend herein bricht, hätte sie es vorher sehen sollen.
Alles brach irgendwann, aber sie hatte keine Verantwortung mehr zu tragen.

Auch an anderer Stelle war es Zeit, nicht mehr alles vor sich hin dümpeln zu lassen. So brachte sie einen kleinen, eher krakelig geschriebenen Zettel, der irgendwo aus einem Buch gerissen wurde (jedenfalls lassen die zerfransten Ränder das vermuten).

Keine Begrüßung, keine Floskeln, nur die reine Information, die wichtig war. Sie konnte keinen Schnickschnack mehr sehen.
So würde ein gewisser Jemand, der das ein oder andere Mal über genau diesem Weg einen Zettel gefunden hatte, noch mal einen finden. Gut versteckt, und für jeden anderen völlig nichtssagend.


Das Spiel ist aus
Ich fordere, was mein ist


Welches Ziel sie sich als nächstes stecken wollte?
Eine gute Frage.
Auf den Grafen konnte man sicher gut zurückgreifen.
Der Wolf tobte sicher noch immer und ließ Federn…. Oder eben Fell.
Federn… sie wollte schon lange eine rote Feder.



"So irre und so Geist gestört,
der Uhu schreit,
der Hirsch der röhrt....“


Na mein kleines, hässliches Entlein?
Hättest du mal direkt auf mich gehört hm?
Und versuchs erst gar nicht weiter mit diesem Zeug, es bringt nur marginal etwas. Letztlich wirst du verlieren, wie lange predige ich dir das schon?
Es wäre alles so einfach, wenn du einfach nachgeben würdest.
Dein Vater konnte es…


Ein dreckiges, gehässiges Lachen erklang in ihren Ohren. Sie wurde ausgelacht…

„Ach, halt den Mund“, schalt sie die Stimme, was der gerade passierende Mann in Rahal deutlich mehr auf sich, als auf etwas anderes bezog, und ihr einen entzürnten Blick hinterher warf.
Letztlich war ihr das egal, über sie konnte jeder denken, was er wollte.
Es gab nur wenige Personen, die ihr wichtig waren, und das nicht aus Gründen wie Melancholie oder Zuneigung, eine gut gepflegte Nutznießerschaft.

Im Laufe des nächsten Tages würde ein anderer eine Nachricht bekommen, unter einer Türe im Hafenvirtel geschoben, ohne dass sie sicher sein konnte, dass er ankommen würde, ohne zu wissen, wer noch alles las.


Der Pfau musste sein Federkleid wieder verstecken,
und die Katze geht leer aus.

Die Nacht bricht herein, und so kann das Meer aus Rosen keine Schatten mehr werfen.
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