* Die nachfolgende Beschreibung schildert ein paar Blicke von außen auf Lukas Leben. Der Char war tatsächlich unterwegs und ist in einem Engine-Loch hängen geblieben, kommt also allein da nicht weg. Also habe ich daraus eine Geschichte gemacht. Weiß nicht, ob jemand sich einklinken mag.*
Die kühlen Tage des ausklingenden Winters waren schon eine Weile vergangen und der Frühling hatte mit all seiner Pracht in den Lichtenthaler Landen Einzug gehalten. Die warme Luft im lichten Sonnenschein der Tage, drängte Luka immer wieder dazu sich im Freien aufzuhalten. So oft es ihr möglich war betätigte sie sich im Garten der Freifrau oder, wenn es denn Abend war und ihr Tagwerk bei der Adeligen getan, verschwand sie vom dortigen Anwesen, durchquerte die Stadt und saß schließlich in den lauen Abendstunden im Hafengebiet Adorans an der Küste und angelte. Da ließ sie dann ihre Gedanken schweifen oder dachte mitunter auch an gar nichts, genoss einfach die Ruhe, den Blick auf die Wellen und das süße Nichtstun.
Von Lukas Ausbrüchen vom Nobelviertel ins ärmlichste der Stadt, bekam die Freifrau selbst wohl gar nichts mit. Denn bekanntermaßen sind die Tätigkeiten des Adels vielfältig und von großer Wichtigkeit und nötigen sie auch dazu, an verschiedenen Orten und zu unterschiedlichsten Zeiten ihren Pflichten nachzukommen. Ein Umstand, der dafür sorgt, dass die Freifrau und ihre junge Zofe bisweilen in völlig unterschiedlichem Rhythmus ihr Tagwerk vollbrachten und sich womöglich erst irgendwann im Laufe des nächsten Tages aufs Neue begegneten.
Neben ihren Angelausflügen, war für Luka aber noch etwas anderes von großer Wichtigkeit, nämlich ihr sportliches Training. Sie wollte sich unbedingt für mehr bereit machen! So oft es ihre Zeit erlaubte und auch erst dann, wenn sie genug davon übrig hatte, mühte sie sich, ihren agilen Körper durch weitere Übungen zu stählen. Den Wachen an den Toren der Stadt war sie daher kein unbekannter Anblick, wenn sie in ihrer dunklen Hose und dem flatternden grauen Hemd an ihnen vorbei rannte und ein oder zwei Stunden später erst wieder auftauchte, verschwitzt, abgehetzt, abgekämpft und doch mit einer gewissen Zufriedenheit im Gesicht.
An einem besonders schönen Frühlingstag, noch bevor die Mittagsglocken läuteten, entschwand sie wieder, das graue Etwas, und rannte durch das Westtor nach rechts abbiegend davon. Allerdings kam sie dieses Mal nicht wieder zurück. Das fiel den Wachen nicht auf, denn die hatten zwischenzeitlich Ablösung gehabt und das konnte auch die Freifrau nicht bemerken, denn sie war seit tags zuvor im Palast gebunden. Eigentlich musste es fürs erste überhaupt niemandem auffallen, denn es gab keine Routine, die andere sie hätte vermissen lassen können.
Dies alles trug sich zwei Tage nach Lukas Gespräch mit der Vogtin zu, also genau einen Tag später, nachdem sie besonders schweigsam und in sich gekehrt ihren Pflichten im adeligen Haushalt nachgegangen war.
Alleingänge (gern zum Mitmachen)
-
Luka Ehrenfeld
- Beiträge: 421
- Registriert: Samstag 28. Juni 2014, 14:36
-
Luka Ehrenfeld
- Beiträge: 421
- Registriert: Samstag 28. Juni 2014, 14:36
Nilzadan war eigentlich ihr Ziel gewesen. Falls sie auf ihren Brief an den Kaluren eine Antwort bekommen würde, wollte sie für den Fall eines Besuches die Strecke von Adoran bis dorthin noch einmal erkunden. Also war Luka an besagtem schönen Frühlingsmorgen losgerannt, auf dem Weg rechts abgebogen und wollte einen Bogen schlagen, um schließlich ‚von oben herum‘ beim Volk der Kaluren anzukommen. Es war kein schlechter Plan gewesen, wenn sie denn nicht an entscheidender Stelle, warum auch immer, geradeaus weiter gelaufen wäre. Bis hoch nach Junkersteyn hatte sie ihre Füße dann getragen, als sie ihren Fehler erst bemerkte. Der Bogen würde groß werde, ja viel größer, als sie es überhaupt vorgehabt hatte. Aber noch bevor sie wirklich weiter kam, erweckte eine Brücke ihre Neugierde, die ihr nie zuvor aufgefallen war.
Das Land dahinter war grün und sehr dicht bewachsen und es schien ihr, als ob die Geräusche von dort noch anders klängen als in anderen Waldstücken. Das wollte Luka erkunden. Die halb morsche Brücke knarzte und ächzte unter ihren vorsichtigen Schritten und sie gelangte in ein teilweise sumpfiges Gebiet, eine wundersame Gegend mit bisweilen abnormem Pflanzenwuchs. Das Haus, das sie dort entdeckte, war leer und schien seit einer Weile schon unbewohnt zu sein. Auch sonst sah und hörte sie keine Menschenseele. Aber gerade durch die Pflanzen war die Gegend für sie überaus interessant und so stapfte sie eilig durch das Unterholz um mehr zu sehen. Die großen Pilze lockten ihre besondere Aufmerksamkeit und sie wollte sie unbedingt näher untersuchen. Wer konnte schon wissen, welche Kräfte in diesen riesigen Pilzen steckten? Würde vielleicht mit diesen Prachtexemplaren ihre mühsame Pilzsucherei nach den kleinen, vergleichsweise krüppeligen Dingern unnötig werden? Während sie mit immer schneller werdenden Schritten zu den Riesenpilzen eilte, explodierte förmlich ihre Fantasie bezüglich Ernte, Transport, Verkaufspreis und Riesengewinnen. Je näher sie zu den Gewächsen gelangte, um so schneller wurde ihr Lauf – und endete jäh mit einem Loch, in das Luka stolperte.
Schmerz schoss von ihrem Fuß ausgehend wie ein Pfeil durch ihren Leib und ließ sie schrill aufschreien, während sie auf den Boden aufschlug. Für einige Momente war Luka nur Schreck und Schmerz und Tränen kullerten über ihre Wangen. Heulend und benommen schaute sie sich um, rappelte sich zittrig auf und tastete nach ihrem Bein, das in dem Loch steckte. Dann erst kam sie einigermaßen wieder zu sich. Was für ein Drecksviech hatte hier nur seinen Gang gegraben?!, grolle Luka und zog ganz vorsichtig und sacht das Bein wieder hoch. Das fest geschnürte Schuhwerk hatte ihren Knöchel sicher gut geschützt. Aber spurlos würde dieser Fehltritt nicht an ihr vorüber gehen. Langsam beruhigte sie sich wieder und rappelte sich auf und wie geahnt, wurde es ein langer, ein wirklich sehr langer Heimweg.
Das Land dahinter war grün und sehr dicht bewachsen und es schien ihr, als ob die Geräusche von dort noch anders klängen als in anderen Waldstücken. Das wollte Luka erkunden. Die halb morsche Brücke knarzte und ächzte unter ihren vorsichtigen Schritten und sie gelangte in ein teilweise sumpfiges Gebiet, eine wundersame Gegend mit bisweilen abnormem Pflanzenwuchs. Das Haus, das sie dort entdeckte, war leer und schien seit einer Weile schon unbewohnt zu sein. Auch sonst sah und hörte sie keine Menschenseele. Aber gerade durch die Pflanzen war die Gegend für sie überaus interessant und so stapfte sie eilig durch das Unterholz um mehr zu sehen. Die großen Pilze lockten ihre besondere Aufmerksamkeit und sie wollte sie unbedingt näher untersuchen. Wer konnte schon wissen, welche Kräfte in diesen riesigen Pilzen steckten? Würde vielleicht mit diesen Prachtexemplaren ihre mühsame Pilzsucherei nach den kleinen, vergleichsweise krüppeligen Dingern unnötig werden? Während sie mit immer schneller werdenden Schritten zu den Riesenpilzen eilte, explodierte förmlich ihre Fantasie bezüglich Ernte, Transport, Verkaufspreis und Riesengewinnen. Je näher sie zu den Gewächsen gelangte, um so schneller wurde ihr Lauf – und endete jäh mit einem Loch, in das Luka stolperte.
Schmerz schoss von ihrem Fuß ausgehend wie ein Pfeil durch ihren Leib und ließ sie schrill aufschreien, während sie auf den Boden aufschlug. Für einige Momente war Luka nur Schreck und Schmerz und Tränen kullerten über ihre Wangen. Heulend und benommen schaute sie sich um, rappelte sich zittrig auf und tastete nach ihrem Bein, das in dem Loch steckte. Dann erst kam sie einigermaßen wieder zu sich. Was für ein Drecksviech hatte hier nur seinen Gang gegraben?!, grolle Luka und zog ganz vorsichtig und sacht das Bein wieder hoch. Das fest geschnürte Schuhwerk hatte ihren Knöchel sicher gut geschützt. Aber spurlos würde dieser Fehltritt nicht an ihr vorüber gehen. Langsam beruhigte sie sich wieder und rappelte sich auf und wie geahnt, wurde es ein langer, ein wirklich sehr langer Heimweg.
- Garrett Ryvaendl
- Beiträge: 38
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Aufgewühlte Erde, umgeknickte Sträucher, eine Spur der er folgte. Leise und geduckt bewegte er sich durch das Dickicht des Waldes, darauf bedacht so wenig Aufmerksamkeit wie nur möglich auf sich zu ziehen. Der Tanz war eröffnet. Kampf glich in seinen Augen einem Tanz, einem Tanz an dessen Ende erst sich herausstellen würde wer ihn führt. Ein Knacken aus dem Unterholz drang an sein Ohr, er wendete den Oberkörper und erblickte sein Ziel. Noch blieb er unbemerkt, noch hat es ihn noch nicht entdeckt, seine Augen ihn im Meer aus Grün noch ausgemacht. Tief zog er die Luft in seine Lungen, griff nach der Armbrust und spannte den Bolzen ein. Und als die Luft seiner Lungen sich mit dem warmen Frühlingswind vermischte schoss er den Bolzen in das Fleisch seines Zieles. Ein Aufschrei, gurgelnd, quiekend, schließlich verstummend gefolgt von einem dumpfen Aufprall auf dem Boden. Heute Nacht würde es Wildschweinbraten geben. Langsam schnitt das Messer durch den Bauch des Tieres, öffnete ihn wie einen Briefkuvert. Tief griff er hinein und zog die Gedärme aus dem Keiler. Dann begann er das Fleisch von den Knochen zu schneiden.
Obwohl er nun wieder eine Bleibe, ein Haus hatte so verbrachte er seine Tage und Nächte noch immer eher auf den Straßen und in den Wäldern des Umlandes als im eigenen Heim. Die Unruhe und Hast in seinem inneren, in seinem Herzen ließ sich nur schlecht bändigen. Hier draußen
unter den dichten Blättern alter Bäume kam er ein wenig zur Ruhe. Hier war er allein. Niemand urteilt, niemand beratschlagte und niemand verurteilte. Einsamkeit, oft bevorzugte er Sie. Sinnierte über sein Sein und seine Vergangenheit.
Als die Arbeit endlich getan und das Tier zerteilt war, ließ er sich etwas abseits des erlegten Tieres auf einem alten, moosbewachsenen Baumstumpf nieder, warf seinen Rucksack neben sich ins Gras und begann einige Äste zu einem Lagerfeuer aufzuschichten. Er würde eine Weile hier verweilen und das Fleisch zubereiten.
Obwohl er nun wieder eine Bleibe, ein Haus hatte so verbrachte er seine Tage und Nächte noch immer eher auf den Straßen und in den Wäldern des Umlandes als im eigenen Heim. Die Unruhe und Hast in seinem inneren, in seinem Herzen ließ sich nur schlecht bändigen. Hier draußen
unter den dichten Blättern alter Bäume kam er ein wenig zur Ruhe. Hier war er allein. Niemand urteilt, niemand beratschlagte und niemand verurteilte. Einsamkeit, oft bevorzugte er Sie. Sinnierte über sein Sein und seine Vergangenheit.
Als die Arbeit endlich getan und das Tier zerteilt war, ließ er sich etwas abseits des erlegten Tieres auf einem alten, moosbewachsenen Baumstumpf nieder, warf seinen Rucksack neben sich ins Gras und begann einige Äste zu einem Lagerfeuer aufzuschichten. Er würde eine Weile hier verweilen und das Fleisch zubereiten.
Zuletzt geändert von Garrett Ryvaendl am Dienstag 28. April 2015, 15:37, insgesamt 5-mal geändert.