Alatarische Ritter und das Wüstenvolk

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Gast

Alatarische Ritter und das Wüstenvolk

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Zusammen mit dem Knappen Goldblum brach Ritterin Mertas von der Feste der Bruderschaft auf. Ihr Weg sollte die beiden an die Grenze zum Wüstenreich führen, um die dortigen Zustände in Augenschein zu nehmen. Die Übergriffe der Wüstenflöhe nahmen Überhand, kündeten von der verdorbenen Gemütsart des menekanischen Volkes und forderten das heilige alatarische Reich zu entsprechenden Gegenmaßnahmen auf. Mit dem Bau der Mauer den ersten Schritt getan, konnte sie währen der Inspektion nicht an dem Gedanken vorbei, dass es einfach nicht genug war. Nachdem die beiden den Verlauf der Grenze entlangritten, fand man sich nach der Inspektion der einzelnen Abschnitte am offenen Verlauf des Passes wieder. Der menekanische Wachposten eilte los um Meldung zu machen und brachte kurz darauf auch die Wüstenflöhe auf den Plan.

Ganz zuvorderst baute sich in dreister Manier ein Liedwirker auf und faselte davon, dass sein Zahltag gekommen wäre und er den Verlust seines Auges einfordern wolle. Das Weib daneben, welches das Zeichen des Skorpions an der Rüstung trug, wollte sich nicht einmischen, obwohl es die Ritterin eher danach verlangte an dieser Stelle Tribut zu fordern.
Dem höhnischen Gebaren des Wüstenflohs nachgebend, wurde das Schild vom Rücken genommen, die Klinge gezogen und der Schritt führte sie sicher auf ihn zu. Im Inneren brannte heiß der Zorn des Vaters, der heilige Wegweiser zu seinem Reich und ein lautloses Gebet wurde dem Einen zugesandt.

Der Kampf begann damit, dass dieser menekanische Abschaum ihr aus dem Lied geformte Gesteinsspitzen entgegenwarf, die donnernd auf dem Schild der Ritterin einschlugen. Der Druck warf sie ein Stück nach hinten, ließ sie über den sandigen Untergrund in der felsigen Passage schlittern, bis man rutschend zum Stehen kam. Noch ehe auch nur ein Hieb in seine Richtung erfolgen konnte, warf er ihr den nächsten Fluch entgegen und es begann, in ihren Adern zu brennen. Die kalte Wut im Herzen willkommen heißend, dem Brennen in den Adern den eigenen Zorn entgegenwerfend, stürmte sie voran um mit einem Hagel aus kraftvollen Schlägen auf den Liedwirker einzudringen. Nur mit einem feigen Feuerball vermochte er sich Luft zu verschaffen, während Schlag um Schlag auf seine Deckung eindrang und der Schild nachzugeben drohte. Die Hitze fraß sich durch das Metall, flackerte kochend über den darunter ruhenden Leib, doch wie das Brennen wurde auch dieser Schmerz nur genutzt um die eigene Aggressivität zu fördern. Der nächste Schwertstreich, der von oben auf den Liedwirker herabsauste, wurde abgefangen. Mutig warf dieser sich voraus und prallte mit der Schulter gegen die Ritterin, sie einen Schritt zurückwerfend. Die Antwort war ein zorniges Brüllen, gepaart mit roher Gewalt, als der eigene Schild als Rammbock eingesetzt wurde und der Liedwirker von dem Stoß zurückgeworfen auf die Felsen traf. Ein deutliches Knacken ertönte, grimmige Befriedigung auf der alatarischen Seite auslösend, obwohl im gleichen Zug der Fluch verstärkt wurde und ein neues Eingreifen in das Lied das Brennen in ihren Adern verstärkte. Die Arme wurden schwer, der Atem brannte in der Lunge, fast selbst zu einem Feind geworden, während Gift durch das eigene Blut pulsierte. Der menekanische Liedwirker kroch zur Seite fort als der nächste Schlag ihn verfehlte. Funken sprühten, als Metall auf den Fels traf, an dem er sich noch eben beinahe das Rückgrat gebrochen hatte. Das eine Auge starrte ihr entgegen, auf der Suche nach einer neuen Schwäche, nach einer Chance, die eigene Existenz zu verlängern. Verzweifelt warf er ihr seine Axt entgegen, die nahezu unwirsch mit dem Schild abgelenkt wurde, um über ihren Kopf zu segeln und in den Staub zu fallen. Damit die Ablenkung erreicht die er suchte, traf der sofort danach gewirkte Energieball sie unvorbereitet und ließ sie in die Knie gehen. Blitze leckten über die Rüstung, die Luft knisterte und zischte. Die Muskeln verkrampften sich unter dem Ansturm der Energie, die vom dem Gift bereits schrien. Als unbeirrt, aber zugleich mühselig weitere Schwerthiebe auf ihn eindrangen, verschanzte der Menekaner sich hinter seinem lädierten Schild. Unter dem nächsten donnernden Schlag brach ein weiteres Stück und in seiner Verzweiflung blieb ihm kaum mehr als einen kleinen Dolch als letzte Verteidigung dazuzunehmen, nachdem die Axt sonst wo gelandet war.

Noch immer trieben die beiden sich gegenseitig durch die Felspassage. Einem Abdrängen in die Schlucht vermochte er nur knapp entgehen und ließ seine lächerlich kleine Waffe vorstoßen, die wirkungslos an dem Metall der voll Gerüsteten abprallte. Wieder warf ihr die feige Wüstenratte eine Veränderung des Liedes entgegen. Der Boden explodierte in einem Hagel aus Steinen und Erde. Staub wirbelte auf und hüllte sie ein, so dass ihr der Ansturm des Menekaners entging und sie beide vom dem Aufprall auf dem Boden landeten. Die Ritterin auf dem Rücken, das Schild zwischen ihnen eingeklemmt, der Menekaner als wütendes Frettchen obenauf...

Das Schwert ruhte noch in ihrer Hand, doch ob der Nähe wirkungslos, ließ sie es los. Stattdessen richtete sich ein brutaler Faustschlag mit dem gepanzerten Handschuh nach oben. Knackend brach die Nase des Menekaners. Blut lief ihm sogleich als Schwall aus der zertrümmerten Miene und erbarmungslos schloss sich die freie Hand um dessen Hals. Rohe Gewalt schnürte ihm den Atem ab, ließ nur noch Röcheln von oben erklingen, so dass grimmige Befriedigung auf der Seite der Ritterin herrschte, obgleich das Gift ihre Kräfte zu schwächen wünschte. Verzweifelt fuchtelte der Liedwirker herum, die Hände fanden den Helm der Ritterin und drückten diesen in wilden Bemühungen zur Seite. Das volle Gewicht hineinwerfend, als im gleichen Atemzug die Ritterin sich aufbäumte um das Dreckspack von sich runterzuwerfen, zuckte der vergessene Dolch im dem Gerangel vor und drang wie eine zuckende Schlange in die kleine Lücke zwischen Helm und Halsschutz und tief in das darunterliegende Gewebe. Als der Lebenssaft aus der Wunde schoss und begann sich als Lache unter ihr auszubreiten, bäumte sich der Zorn ein letztes Mal in ihr auf, der Hass auf die Ketzer schwappte empor und drückte dem Menekaner im Todeskampf die Kehle fester zu. Doch das Blut verließ sie schneller als sie ihm die Luft abzuschnüren vermochte und so sackte schließlich die Hand hinab und schenkte ihm weitere kostbare Atemzüge. Sie spürte wie mit jedem weiteren pulsierenden Schlag ihres Herzens das Ende näher kam. Das Sichtfeld verschwamm allmählich, graue Schlieren die ihren Blick trübten.


- Dir zu dienen heißt sich völlig aufzugeben –

Würden ihre Wege sie nun nach Nileth Azhur führen … ?

(Autor: Aleleya Mertas)

Gast

Beitrag von Gast »

Ein Satz. „Ah, wenn ich das gerade richtig gehört habe … Ritterin Mertas scheint gefallen zu sein.“ Ein einfacher Satz, der mit dem Verklingen der letzten Silbe bedeutungsschwer in der Luft hing. Es war, als würde mit dieser Neuigkeit ein weiterer Teil Ihrer Vergangenheit wegbrechen. Etwas, das dem Gefüge von Veränderung und Neuanfang Zusammenhalt durch die vielen gemeinsamen Erinnerungen und Erfahrungen geboten hatte.

Aleleya Mertas. Eine Frau, die sie von Anfang an auf dem wahren, rechten Pfad des Herrn begleitet hatte. Ihre Ausbilderin. Eine Kämpferin, deren Ideale in ständiger Vorbildfunktion fungierten und den Weg für Ihre eigenen Schritte pflasterten.

Das Rad, welches sich seit über fünf Jahren drehte, hatte vor Kurzem erst eine und nun, mit dem Tod Ihrer Ausbilderin, Ihrer Vertrauten, eine zweite entscheidende Speiche verloren. Die Drehungen waren nicht mehr rund – schon lange nicht mehr. War es tatsächlich alles eine Prüfung des Herrn? Es waren diese Zweifel, die seit Ihrer Rückkehr an Ihr nagten. Wäre es nur das eigene Rad, dessen Drehungen nicht mehr rund liefen … doch seit Ihrer Rückkehr ist es viel mehr das große Ganze, dessen Drehungen nicht einmal mehr vollständig zu bezeichnen sind. Sie teilte diese Meinung. Sah all die Veränderungen, all die Probleme und Differenzen, die damit einher gingen. War es auch Ihr Zweifel, der sie vor die Pforten Nileth Azhurs trieb? Ließ Alatar sie aus diesem Grund zu sich rufen?

Die Parallelen waren schon immer vorhanden. Teilweise waren es ganze Lebensabschnitte, die sich zumindest von Ihrer Art her deckten. Das Leben und Streben in Rahal. Die Ausbildung in Rahal. Die Zusammenarbeit mit dem Schwarzen Marschall, mit der Schwarzen Armee. Der Ruf Alatars. Das Leben als Ritter des Herrn. Das Leben als Mensch hinter diesem Titel. Die Pflicht außerhalb der Stadt. Außerhalb des Reiches. Die Rückkehr. Die Steine, die hiernach Ihre Wege pflasterten. Pläne, um Missstände aufzudecken. Die Zweifel,...

Und so stand sie hier seit Stunden vor dem Sarg, aufgebahrt im Tempel Düstersees. „Für den Herrn. Ein Leben lang.“. Es war eine Form Ihre ganz eigene Totenwache. Ganz so, wie die Ritterin es gewollt hätte.

Klack. Klack. Klack. Für diesen Moment drehte sich das Rad, ohne Störung, ohne Unregelmäßigkeiten … „Heil Alatar.“

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[OG: Danke, Aleleya, für die vielen RP-Stunden im Laufe der letzten fünf Jahre. Ich habe all die Jahre mit Dir wirklich immer Spaß gehabt. Danke für die Ausbildung, für den Beistand, die Ratschläge und all die anderen tollen Erinnerungen. Du wirst fehlen. Mach's gut!]
Althan Vylen

Beitrag von Althan Vylen »

Eine Nachricht die ihn bis in sein Innerstes erschütterte. Nicht ganz so unbewegt wie er wollte lauschte er Joshs Worten über den Tod der Ritterin. Er hatte sie gemocht, einige der Wenigen hier die er lange kannte, die er schätzte, respektierte und wirklich gemocht hatte.
Er erinnere sich an ihre letzten Gespräche, ihr Lachen, das Blitzen in den Augen, das angenehme Gefühl in ihrer Nähe zu sein und zu lauschen, zu lernen, Ja sie hatte ihn ohne es wohl zu wissen mehr gelehrt als die alte Geschichte des Reiches.
Sie war ein Urgestein gewesen, er hatte sie Freund genannt. Er hatte ihr versprochen das Buch zu Ende zu schreiben, doch diese Aufgabe wurde ihm gerade zuviel.

Selten trauerte er, selten traf ihn etwas so tief, dass es ihm den Atem nahm und jeder Atemzug eine Qual wurde. Er würde seinen Teil dazu beitragen, dass sie nicht vergessen sein würde. Ihr Name, ihr Leben und ihr Wirken würden weiterleben in den Geschichten um Rahal.



[oc: Lieber PO Aleleya Mertas, du machst mich sehr traurig damit doch ich kanns nachvollziehen. Danke für die vielen Stunden schönes RP, sie wird für Althan unvergessen sein, diese Ritterin hatte seinen Respekt allein durch ihr Wirken, Spiel und Auftreten. Ich werde sie vermissen. :(
Zuletzt geändert von Althan Vylen am Montag 6. April 2015, 22:38, insgesamt 1-mal geändert.
Dazen Wolfseiche

Beitrag von Dazen Wolfseiche »

  • Der Tod kennt viele Gestalten.
    Jüdisches Sprichwort

Diese Gestalt war eine der hässlichsten. Es brauchte einige Momente, bis ich begriff, dass der Knappe mich zu einer Toten geführt hatte. Danach benötigte mein Verstand noch einige Momente mehr, bis mir die Tragweite dessen bewusst wurde, was er berichtete. Innerlich fluchte ich auf, nicht nur allein deshalb, weil wir eine wertvolle Stütze innerhalb der Bruderschaft verloren hatten, sondern weil ich nur zu genau vor Augen sah, was für Folgen das haben würde.
Ich befahl dem Knappen zunächst Stillschweigen über den Tathergang, auch wenn mir klar war, dass sich das nicht lange verschweigen ließ. Zudem hatten sie ja ein Anrecht darauf es zu erfahren. Trotzdem wollte ich dem damit ganz gewiss aufkommenden Zorn einen Aufschub geben, zum einen, um dem Abschied von unserer Waffenschwester nicht zu schmälern dadurch, zum anderen, um tatsächlich Zeit zu gewinnen.

Menos und ich bereiteten sie für die Totenwache vor und brachten sie, ihren Schild und ihr Schwert schließlich zum Tempel in Düstersee. Dort bahrten wir sie auf. Alsbald standen Weihrauchschwenker bereit, die stetig in Gang gehalten wurden, um den süßlichen Geruch des Todes etwas zu übertünchen. Als alles getan war, gab ich Menos die Aufgabe mit, mit Korlay zusammen die Bestattung vorzubereiten und schickte ihn los, die Ritter zu informieren, dass unsere Waffenschwester gefallen war. Ich mahnte ihn noch einmal, nur dies zu übermitteln und nichts über das „wie“ zu erläutern, dann war ich alleine mit der Toten, zumindest für eine kleine Weile.
Letztlich musste ich selbst bald aufbrechen, einige Dinge erledigen, noch weitere Leute informieren, Fann eine Notiz hinterlassen…
„Verflucht seist du, Khalida“, murmelte ich vor mich hin. Auch wenn der Knappe sagte, sie hätte sich nicht eingemischt, ich wusste nicht mit Sicherheit, ob es der Liedwirker war, den ich dahinter vermutete. Also musste sie eben namentlich herhalten. Letztlich spielte es nicht einmal eine Rolle, welcher Menekaner es war. Die Quintessenz des Ganzen würde der Krieg gegen das Wüstenvolk sein. Das war mir schon jetzt mehr als klar. „Verflucht seist du und dein gesamtes Haus. Möge eure Göttin euch den letzten Rest an Verstand weichkochen und eure Knochen in der verdammten Wüste verkohlen lassen. Möge Sie danach an Ihrem Schmerz verrecken und zugrunde gehen.“
Alatar, steh uns bei, fügte ich still in Gedanken hinzu.
Es fiel mir äußerst schwer meine Gedanken auf gemeinsame Erinnerungen mit der vor mir Liegenden zu richten. Viele waren es nicht, und ich hatte auch nie den rechten Zugang zu ihr gefunden. Geschätzt hatte ich sie trotzdem, vielleicht eben weil sie zu der stillen Sorte unter einem Haufen balgender Kerlen zählte, genauso wie unsere zweite Waffenschwester. Wobei, nein, genauso war nicht richtig. Da stand wohl jede für sich und galt auch für sich betrachtet zu werden.
  • Du hinterlässt uns eine Bürde, Schwester.
    Ich weiß, es klingt wie ein Vorwurf. Ich hege den Verdacht,
    der Herr wird dich genau für diese Bürde Willkommen heißen.
    Dankbar dafür bin ich nicht. Aber ich hoffe dennoch,
    du findest einen angemessenen Platz in seinen Hallen.
    Wir werden uns ganz gewiss wiedersehen.
    Dann werde ich dir berichten, welches Erbe du uns hinterlassen hast.
    Möge Ihm gefallen, was Er sieht.
Eine Weile haftete mein Blick noch auf dem Leichnam, dann legte ich den Sargdeckel oben auf und kniete mich noch einmal vor dem Altar nieder, dem Allmächtigen meinen Respekt und meine Ehrfurcht bekundend, bevor ich den Tempel verließ und mich in die unselige Aufgabe flüchtete, Betroffene, Freunde und Bekannte zu informieren – und nahm einiges später dankbar Muirealls Angebot an, das Ableben öffentlich bekannt zu geben, um wirklich alle zu erreichen, die es anging.

Erst ein oder zwei Stunden später kehrte ich im Tempel zurück. Zusammen mit Frau Swynedd, meinem Knappen und auch meiner Frau sollte die lange erste Nacht der Totenwache dann beginnen.

Ich war dankbar für Xen’draxol, der sich erbot für ein wenig Wasser und Brot für die Wachenden zu sorgen und wenig später auch tatsächlich Landsknecht Tjsofin mit dieser Verpflegung eintraf. Ich war dankbar für meine Frau, die ebenfalls daran dachte, dass wir nicht verhungerten und verdursteten. Beide Körbe fanden ihren Platz etwas abseits und für die Zwischenmahlzeiten wurde der Tempel verlassen, um die Totenruhe nicht zu stören und die üblichen Regularien des Tempels nicht zu verletzen.

In den frühen Morgenstunden fand unsere Ablösung statt und Muireall übernahm die Totenwache.
  • Ohne Abschied gibt’s kein Wiedersehen.
    Walter Ludin
Gast

Beitrag von Gast »

Einmal Ritter(in)-Sport Blut-Metallspäne, bitte!

Und so gingen beide Parteien das Wagnis des eigenen Lebens ein. Jeder nahm dabei in Kauf das eigene Leben zu geben, um das des Anderen zu beenden. Dieser Kampf um Anerkennung sollte zeigen, wessen Willenskraft die stärkere war.

„Ich bin bereit!“ sagte er mit fester Stimme. Doch innerlich spürte er sein Unbehagen und seine Zweifel, schien sein Gegenüber in diesem Moment doch schier übermächtig.

Er musterte sie in ihrer furchteinflößenden Kampfausrüstung. Sie trug einen aufwendig gearbeiteten Schaller mit klappbarem Visier, der ihre weiblichen Gesichtszüge zur Gänze verdeckte. Die beiden kompletten Beinteile mit Kniekacheln und Unterbeinröhren, bildeten einen fast nahtlosen Übergang zum Harnisch der sich aus einem mächtigen Brust- und Rückenpanzer, verziert mit prächtigen alatarischen Runen, zusammensetzte. Zum Kopfe hin bildeten zweiteilige, klappbare Halsberge, die ihrem Genick den nötigen Schutz boten, den Abschluss dieser eindrucksvollen Rüstung. Er wusste mit voller Gewissheit, das dies ein harter und blutiger Kampf werden würde.

Der Einäugige ließ die trockene aber klare Luft dieser felsigen Landschaft tief in seine Lunge strömen. Er besann sich seiner Stärken und bündelte seine Gedanken. So schaffte er es, dass ein kleiner Hoffnungschimmer seine bange Seele erreichte. Er war schon immer sehr bewandert im Erfassen von Gefahrensituationen, fleißig und akribisch suchte er nach Lücken - ein Plan musste her!

Plötzlich rissen ihn laute Geräusche aus seinen Gedanken - er hörte ein mechanisches Klicken, es waren Schritte...schwere Schritte, die immer näher kamen. Seine Gegnerin fackelte nicht lange und Faruk musste sich mit seinen Steingeschossen erstmal die benötigte Luft verschaffen, um seine erdachten Pläne in die Tat umsetzen zu können. Die nun gewonnene Zeit nutzte er um seine Gegnerin schnell mit dem Lied des Giftes zu verfluchen. Er wusste - einen Sieg würde er durch Gerissenheit, Schwächung und Ablenkung erringen nicht in einem Frontalkampf, diesen musste er mit allen Mitteln vermeiden. Jedoch wusste dies natürlich auch seine Widersacherin und setzte zu einer wilden von Wut getriebenen Schlagkombination an. Faruk gelang es nur bedingt den Angriffen auszuweichen, einige Hiebe rissen ihm grobe Wunden in die Haut und nur durch einen flink gewirkten Feuerball vermochte er sich eine kleine Pause zu verschaffen. Trotz dieses erbitterten Gefechtes und den Schmerzen seiner Wunden wusste er, dass der Kampf noch lange nicht verloren ist. Ein solch ungestümer Wutangriff so früh im Kampf? Seine Flüche schienen Wirkung zu zeigen - so musste es einfach sein.
Den nächsten Hieb vermochte er mit dem Schild abzufangen und nutzte dies zu einem explosionsartigen Gegenangriff indem er sich mit der Schulter gegen die Ritterin warf. Damit hatte sie sicherlich nicht gerechnet, doch war es schlau sich so nah an sie heran zu wagen? Faruk konnte den Gedanken kaum zu Ende denken, schon merkte er, dass er einen fatalen Fehler begangen haben könnte. Er spürte nur noch wie ihn der Schild der Ritterin traf und er im
Gast

Beitrag von Gast »

hohen Bogen durch die Luft flog. Dem Gefühl von kurzer Schwerelosigkeit folgte das von stechendem Schmerz als er krachend auf einem Felsen aufprallte. Er spürte wie mit dem Aufprall eine Rippe an seinem Brustkorb krachend zerbarst. Die Sicht verschwamm vor seinen Augen und er dachte zu sich selbst: “Halt durch, Faruk!”.

Noch benommen vom Aufprall, war es ihm dennoch klar: Er brauchte Zeit für seinen nächsten Zug - schon wieder! Dieser Kampf verlangte ihm wirklich alles ab und er war viel häufiger gezwungen auf das Unerwartete zu reagieren als er dies gewohnt war. War es doch sonst immer sein Vorteil im Kopfe schneller zu sein als seine Gegner, so stellte ihn der Mut und die wilde Aggression der Ritterin vor eine gewaltige Probe.

Faruk’s Blick klärte sich und er griff nach seiner Axt um sie auf die Ritterin zu schleudern, ob sie treffen würde oder nicht war ihm gleichgültig, wichtig war, dass sie darauf reagieren musste und das tat sie. In dem Moment als das Schild zur Seite wich um den fast schon kraftlosen Axtwurf abzulenken schleuderte er ihr einen Energieball auf den nun nur bedingt geschützten Körper, das Material schien die Ladungen zwar zu einem Teil abzufangen, doch auch die Ritterin sah aus als würde sie die Wirkung spüren. Doch so schnell wie sie auf die Knie gefallen war sprang sie wieder empor und zielte Hieb auf Hieb auf seine gerade erst wieder aufgebaute Deckung. Der Schild hatte bereits vorher im Kampf Schaden genommen und drohte unter den immer noch kräftigen Schlägen zu zerbersten. Diesmal spürte Faruk, dass sie ihm zu nahe war und ihn zu unterschätzen schien, so elendig wie er dort auf dem Felsboden lag. Er griff nach seinem Dolch und trieb ihn ihr in Richtung des Leibes. Sein Gesichtsausdruck wirkte leer, als er erneut feststellen musste, dass seine offensichtlichen Angriffe überhaupt keinen Schaden anrichteten. Er sah das der Dolch einfach an der Rüstung abprallte und seiner Hand entglitt. Dennoch - genau wie der verzweifelte Axtwurf zuvor war es ihm gelungen die Aufmerksamkeit der Ritterin auf etwas zu lenken, was zwar für den Bruchteil eines Moments relevant schien aber in Faruks Plan doch nur nebensächlich war. Ehe sich die seine Gegnerin besinnen konnte was geschah hüllte sie Faruk in eine dichte Gesteinswolke und nutzte den Augenblick der Überraschung um sich auf sie zu werfen. Plötzlich war er wieder obenauf, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Ritterin lag unter ihm, den Bauch auf der Erde, die Hände nach vorn ausgestreckt, das Schwert lag zwar in Griffdistanz, jedoch würde er es sofort bemerken, wenn sie Anstalten machen würde dies zu greifen und wirklich Schwung holen konnte sie auch nicht. Das Schild der Ritterin war auf rätselhafte Art zwischen die beiden Widersacher geraten und bot ihr, obwohl es nicht mehr in ihrer Gewalt war so trotzdem noch Schutz von dieser Seite. Während er aus dem Augenwinkel versuchte festzustellen, ob die Ritterin das Schwert ergreifen wollte schnellte sein Blick über den Anblick der sich ihm bot. Kaum glaubte er eine Bewegung ihrer Hand feststellen zu können krachte mit gewaltiger Wucht ihr gepanzerter Handschuh in sein Gesicht. Knirschend broch Faruks Nase. Wieder hatte ihn die Ritterin mit ihren unorthodoxen und impulsiven und damit so gefährlichen Reaktionen kalt erwischt.

Blut schoss auf seine Knie, überall um seine Nase herum fühlte er noch den dumpfen Schmerz des Faustschlags. Kaum konnte er sich besinnen spürte er schon, wie ihre Hand seine Kehle umschlang - er bekam kaum Luft. Faruk wusste, würde er jetzt nicht handeln, würde er hier sein
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Beitrag von Gast »

Ende finden. Es gab ihm Hoffnung, dass die Ritterin in ihrer unbehaglichen liegenden Position nicht ihre volle Kraft ausüben konnte, seine am Anfang des Kampfes gewirkten Flüche taten ihr übriges. Er mobilisierte das Maximum seiner noch vorhandenen Kräfte und versuchte der Ritterin den Helm vom Haupt zu reißen. Es gelang nicht vollends aber eine ungeschützte Stelle lag nun frei. Sein immer mehr verschwimmender Blick vermochte etwas metallisches funkelnd neben ihm auf dem Boden zu erkennen. Faruk griff danach, seine Hand mit dem Dolch, den er so fest umschloss wie es seine kaum noch vorhandene Lebenskraft zuließ, schnellte in Richtung Hals der Ritterin, die einzige Stelle wo sie nicht mehr geschützt war. Doch genau in diesem Moment verließ ihn sein Bewusstsein. Schlagartig war es totenstill.

Faruk bereitete sich innerlich auf den Tod vor. Er fühlte sich als habe er als Sohn der Wüste seine Ahnen im Stich gelassen und enttäuscht. Er bedauerte zutiefst, dass dies seine letzten Gedanken sein würden. Doch irgendetwas passte nicht. Er erwartete schon längst ins Reich der ewigen Träume entglitten zu sein - verschonte ihn die Ritterin etwa?

Scheppernd krachte der gerüstete Arm seiner Widersacherin auf dem Boden und riss Faruk aus seinem Wahn. Als sein Auge sich langsam öffnete, wurde es ihm schlagartig klar: Er hatte überlebt. Blutüberströmt lag die Ritterin unter ihm, der Dolch steckte noch in ihrem Hals.
Faruk stützte sich auf sie um auf zu stehen und Luft zu holen, doch brach direkt wieder auf seine Knie zusammen. Zu sehr schmerzte die eingedrückte Kehle und zu knapp war er dem Tod entkommen.

Faruk Amaru hatte ungeachtet seiner eigenen Sicherheit die Wüste, das Leben und seine Liebe verteidigt. Er ging als Sieger hervor - sein Drang zum Überleben war größer. Sein Körper aber wies unzählige Spuren des Kampfes auf, ein Haufen gebrochene Knochen und Fleischwunden waren Zeuge, dass ihm der Kampf alles abverlangte. Dieser Kampf würde ihm lange im Gedächtnis bleiben. Es war eine Lehrstunde, die ihm eine Vielzahl wertvoller Erfahrungen gab und ihn ein Stück näher zum Mann-sein brachte.

Nie wieder würde er sein Gegenüber unterschätzen und an seiner Arroganz nahezu verenden.
Nie wieder würde er den Fehler wiederholen, unvorbereitet zu sein.

Müde schleppte sich Faruk hinfort, er wusste das ihm dieser Sieg eine Menge Ruhm einbringen würde, ob er jedoch jemals selber dafür Stolz empfinden würde, daran zweifelte er in diesem Moment stark.
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