Mein Leben-Alystra's Erinnerungen

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Alystra Sethquen
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41

Mein Leben-Alystra's Erinnerungen

Beitrag von Alystra Sethquen »

I. Sehnsucht
  • "Süße Wehmut ist der eigentliche Charakter einer echten Liebe - das Element der Sehnsucht und Vereinigung‘‘ (Novalis)

22. Lenzing 258

Vier Tage hatte ich ihn nicht gesehen und schon spürte ich die Sehnsucht. Ich fühlte mich unvollständig, als hätte ein wichtiger Teil von mir gefehlt. "Laonel", hörte ich mich des nachts murmeln und lag stundenlang wach, starrte die Stelle an, auf der er normalerweise neben mir lag und die Stunden der Zweisamkeit mit mir genoss. Meine Hand fuhr über die leere, weiche Stelle des Feldbetts und ich hörte mich seufzen. Natürlich wusste ich, dass er als Waldläufer auch außerhalb des Regiments seine Pflichten hatte. Aber ich dachte nicht daran, dass es dermaßen mühsam werden würde, auch nur wenige Tage von ihm getrennt zu sein. "Komm bitte wieder bald nach Hause, Liebster", flüsterte ich leise, in der Hoffnung, meine Worte würden ihn erreichen. Daraufhin musste ich kurz schmunzeln - tatsächlich vermisste ich selbst die albernen, neckischen Kosenamen, die er mir gab.

Plötzlich. Ein Klopfen an der Tür, sofort huscht mein Blick in die Richtung des Geräusches. Ich erhebe mich vom Stuhl, eile und werfe meine Arme um ihn. "Wehe, du lässt mich nochmals so lange warten", ermahne ich ihn, aber die Hand, die sich streichelnd über meinen Hinterkopf bewegt, lässt mich allen Unmut der letzten Tage vergessen, wo er nicht bei mir sein konnte. Endlich atme ich wieder seinen Duft ein, spüre seine Nähe, vernehme den Klang seiner tiefen Stimme und fühle mich in seinen Armen geborgen. Er ist ein Mann, auf den ich mich verlassen, an dessen Seite ich kämpfen und wissen kann, dass er mich auffangen wird, wenn ich falle.

Er ist mein Mann.

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Gast

Beitrag von Gast »

Die Verwaltung war ein eigenartiges Wesen, das manches mal seltsame Blüten trieb. Akten mussten angelegt werden, Berichte verfasst, Listen geführt und Tabellen verwaltet werden. All das brauchte viel Zeit, Konzentration und Pergament.
Und vorallem brauchte es gewissenhafte Menschen, die wussten, worauf es ankam.

Reinhard Meingold war solch ein Mann. Wie schon sein Vater , und dessen Vater vor ihm, war er früh in die Verwaltung des Herzogtums eingetreten und war einer jener unauffälligen, aber zweifelsohne notwendigen, Bestandteile des Verwaltungsapparats, ohne den nichts seinen gewohnten Lauf nehmen konnte.

Betraut damit, die Namen der Bürger und Bewohner des Herzogtums in Listen zu führen, war es auch seine Aufgabe, die Namen der Verstorbenen zu tilgen und in anderen Listen nieder zu legen.
Zumeist war das keine aufregende Aufgabe. Zumeist war nich viel daran.

Aber ab und an geschahen Fehler und so war es eben, dass der Name dieses einen sozusagen in der Schublade verschütt gegangen war und erst deutlich später wieder zu Tage kam.

Welch ein Versagen! Aber dennoch tat Meingold seine Pflicht, gleich, wieviel Zeit verstrichen war.

So wurde der Name also , 'Laonel Dajo' , aus den Listen des Herzogtums gestrichen, Zeit, Ort und Umstände seines Todes , soweit bekannt, nieder geschrieben und eine entsprechende Nachricht an die nächsten Verwandten verfasst.

Oder, in diesem Fall, an jene, die ihn am ehesten vermissen würden. Das Regiment.

Dort eingetroffen, dauerte es wieder ein wenig, bis ein pflichtbewusster Regimentsschreiber die Benachrichtigung aufgenommen und weiter gegeben hatte.

Letzten Endes aber landet ein Schreiben in Alystras Truhe, schlicht und zweifelsohne aus bekannter Hand.


Ehre der Krone und dem Reich,
Der Lichten Herrin Segen,

Gardistin Sethquen,

ich bedauere, euch schreiben zu müssen, dass der vermisste Soldat 'Laonel Dajo' , tot auf dem Sandstrand zu Adoran aufgefunden wurde. Die Ursache seines Verscheidens ließ sich nicht mehr herleiten. Dennoch seid versichert, dass die entsprechenden Riten vollzogen wurden und der Verstorbene seine letzte Ruhe auf dem Friedhof zu Adoran gefunden hat.

Mein herzliches Beileid.


*gezeichnet*

V.v.N
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Alystra Sethquen
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41

Beitrag von Alystra Sethquen »

Am boden zerstört,die Augen gefüllt mit tränen,las Alystra immer und immer wieder die Zeilen,ein ums andere mal schüttelte sie ungläubig den Kopf.Anschliessend rannte sie zurück zu ihrem Haus schmiss sich aufs Bett und weinte einige Tage allein und zurück gezogen in ihrem Heim....
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