Ein bisschen Rot

Geschichten eurer Charaktere
Antworten
Gast

Ein bisschen Rot

Beitrag von Gast »

Sie wusste gar nicht mehr wie viele Gesichter sie mit sich trug. Manchmal trieb sie die Verwirrung gar in ein ungeschicktes Taumeln zwischen den Charakteren. Hier würde Person eins lächeln, Person zwei würde das Ganze monoton hinnehmen, Person drei würde spotten und die Vierte nicht einmal zuhören. Sie konnte allerdings auch nicht nachfragen, was denn nun sie war, die wichtigste Person. Denn die meisten Geschöpfe ließ sie so weit nicht einmal an sich heran, dass es für Verwirrung sorgen könnte. Und so stand sie da, hob die rechte Hand in die Höhe und ein dünnes Lächeln zeichnete sich auf den blassen Zügen. Ein Finger, Eins, zwei Finger, Zwei, drei Finger...

Es gab ein Leben davor, eines danach und eines dazwischen. Drei Leben, in einem Leben und eigentlich nur vorhanden um zu überleben. Aber eigentlich war es lediglich unglaublich viel Bla-bla. Die Fragen zu dem was man tut, was man glaubt, wohin man geht, woher man kommt. Unnötiges Gerede, wo, wenn man wirklich Glück hatte, die Hälfte keine Lüge war, die man erzählt bekam. Die Schwarzhaarige stellte sich nur die Frage, wer lebte eigentlich in dieser Zeit noch sein ehrliches, wahrhaftiges Leben? Wer glaubte wirklich und wer schaffte eine Fassade um in der Masse nicht aufzufallen. Es gab die, die sagten sie würden an den Panther glauben, daran weltlichen Besitz abzuschwören, sich im Kampf, der Sprache und all den anderen Dingen zu schulen. Sich vollkommen aufzugeben. Zeitgleich heirateten sie, sprachen von der Liebe, kauften sich Teddybären und schmückten ihre Wohnungen mit Blumen und Teint, welcher fernab ihrer Gebote lag. Hatten Ehre, wo sich vermutlich selbst Alatar fragte, wo jene her kam.

Dann gab es die andere Seite der Münze. Gerechtigkeit, Ehrgefühl und all diese Dinge, diese guten Dinge, von denen man so wenig merkte, wenn sie in ihren Plattenrüstungen in Bajard einmarschierten. Natürlich im stetigen Wechsel mit der Schattenseite. Direkte Konfrontationen gab es selten. Strebsam wollte man gegen die vorgehen, die sich auf jeder Seite Ketzer schimpften. Doch eigentlich waren es nur Schritte im Kreis, immer und immer wieder und man fragte sich ob sie noch ihren eigenen Kopf sehen konnten, so tief wie die Kuhle bereits gelaufen war. Und so man sich in Rahal fragte wo man seinen Teddy niedersetzte, rühmte man sich in Adoran mit Titeln.

Und in Mitte dieses Konfliktes, wo die Konflikte innerhalb fast schon größer waren als der eigentliche Fakt, stand man, stand sie. An einem Schild, wo sie sich entscheiden musste ob 'Gut' oder 'Böse', 'Weiß' oder 'Schwarz'. Denn die Neutralität starb immer mehr aus, der freie Wille verging und die ehrliche Meinung eines Menschen wurde unterdrückt von dem, was man sein musste um zu überleben. Aber vielleicht war das Ganze einfach wieder unglaublich viel Bla-bla.

Bla-bla, welches man in Bajard aufschnappte, den Ort der Neutralität, der mehr Informationen in sich trug, als irgendein anderes Fleckchen Erde. Sei es drum, dass es eventuell mit Alkohol, Gold oder dergleichen bezahlt werden musste. Fakt war, dass man sich nicht groß von dort weg bewegen musste, um irgendwelche Dinge zu erfahren. Denn zwischen diesen Konflikten und dem Ganzen hin und her, vergaß manch einer die Stelle an welcher er sich befand, wenn er Dinge von sich gab. Die Möglichkeit für Leute wie sie ihr Leben etwas zu bereichern. Aber um so mehr Information kam, um so mehr Wahnsinn trat in ihren Leib.

Denn was war nun wahr und was falsch, was schwarz und was weiß.
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 19. März 2015, 16:00, insgesamt 1-mal geändert.
Antworten