Ein Herz für ein Hauslosenviertel (Teilnahme erwünscht)

Moderator: Menekaner [Mod]

Gast

Ein Herz für ein Hauslosenviertel (Teilnahme erwünscht)

Beitrag von Gast »

Ich erinnerte mich daran, wie ich, als ich hier ankam, jeden Wochenlauf eine Kiste mit Nahrung in das Hauslosenviertel trug. Wir hatten im Haus der Yazir so viel und bis heute war es Sahid nicht aufgefallen oder aber er hatte es bemerkt und meine Naivität gegenüber der Gutmütigkeit einfach hingenommen. So vergingen also die Wochen, ich versuchte mich darin ein wenig Konversation mit den Hauslosen zu führen, beschaffte hier und da etwas Essen, was mehr als Brot und Wasser war und konnte sonst nicht sonderlich viel ausrichten. Für mich gehörten sie zum Volke wie jeder Andere auch. Ob ausgestoßen oder ohne Familienname war mir recht gleich. So das ausgestoßene Leben nur bis zum Hauslosenviertel führte, war das Vergehen wohl nicht so groß und alle die, die eben keinen Namen hatten, haben sich das sicherlich vor ihrer Geburt nicht aussuchen dürfen. Also wuchsen sie mir ans Herz und plante bereits in meinem jugendlichen Leichtsinn, ihre Retterin zu sein.

Nun, Monde später, Hochzeiten später, Naturkatastrophen später, war es endlich so weit. Ich hatte Gold gesammelt, durch eine Festivität, durch Mithilfe des Volkes und wir hatten Sand, so viel Sand, der sofort einen Tag später zu Stein verarbeitet wurde. Das rege Treiben der Handwerker konnte man über Tage hören und manch einen Langschläfer hatte es wohl bereits den Verstand gekostet. Aber es hatte sich gelohnt. Denn am ersten Tage dieser Woche zogen die Wagen und die Seelen los, bepackt mit Holz, Stein und kräftigen Armen, um etwas zu verändern. Nicht etwa um perfekten Wohlstand zu den Armen zu bringen, aber sie zumindest zu schützen, vor Stürmen, Vieh und dergleichen. Denn sie waren genauso Volk wie jeder Andere auch, so sollten sie nicht um ihr Leben fürchten müssen, weil die Natur einmal einen Groll hegte.

Ich verbrachte so die Tage damit, einfach nur dazustehen und zu beobachten. Mein Mann hatte mir eine extra Palastwache zugeteilt, die explizit darauf achtete, dass ich nicht mit anpacken würde. Jene war auch nötig, immer wieder hatte ich das Bedürfnis irgendwas zu tun und immer wieder hielt sie mich zurück. So sah ich einfach zu und war durch diese übertriebenen Emotionen immer kurz vor den Tränen stehend. Denn das war einer meiner Lebensträume und ich versuchte den Gedanken erst einmal zu verdrängen, was denn dann der Nächste wäre, wenn das hier abgeschlossen sei.

Wenn ich aber nicht anpacken konnte, bewegte ich jeden Vorbeilaufenden mit anzupacken. Ich erklärte ihnen wie wichtig jeder Einzelne unseres geliebten Volkes ist, wie schlecht es den Hauslosen ginge und wie viel einfacher es wäre, würde man ab und an mit anpacken. Ich versuchte das Volk dazu zu bewegen zu helfen, da zu sein, auch für einen Sohn oder eine Tochter der Durrah, die nichts hatten, außer ihren Vornamen. Denn unser Blut war rot und unser Herz schlug stetig.
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Jala Taj
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Registriert: Sonntag 7. September 2014, 16:45

Beitrag von Jala Taj »

Natürlich war es nicht besonders schwer, Jala für dieses Unterfangen zu gewinnen. Sie hatte selbst lange im Viertel gelebt, hatte selbst Wasser für die Nachbarn erschaffen - und Brot für die, die nichts hatten. Man half sich eben untereinander. Jetz war sie satt und reich und verheiratet und die Probleme im Sand waren weiter weg denn je. Noelanis Erinnerung rief sie allerdings wieder wach und so würde auch die Shoka an ihrer Seite stehen. Sie rief Kreaturen aus Sand und Wind und würde jene speisen, die dort arbeiteten. Dass die natürliche, gottgegebene Ordnung sich nicht so einfach durch guten Willen umgehen ließ, war kaum mehr als ein Funken in ihrem Hinterkopf - und auch das Schicksal des Ifrey, der einst dem ausgetrockneten Brunnen zu neuem Leben verhelfen wollte...
Ali
Beiträge: 124
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:19

Beitrag von Ali »

„Die Piraten kommen!“ schoss es Ali sofort durch den Kopf als er draußen, vor, hinter, neben und um sein Haus herum plötzlich Lärm von Fuhrwerken, Tieren und das Geschrei von Männern hörte. Er war umzingelt, hatte keine Chance zu entkommen. Die Piraten würden seinen sehr bescheidenen Besitz rauben, sein kleines Häuschen abbrennen und ihn entweder umbringen oder entführen. Er war sich nicht sicher was schlimmer wäre, weil entführt zu werden würde bedeuten, dass für ihn ein Lösegeld verlangt würde. Aber wer würde das schon bezahlen wollen? Schließlich hatte er ja keine Familie.
Was sollte er also tun?

Mit seinem Zauberstab versuchen die Piraten wegzuzaubern? Sicher… das wäre schon möglich, immerhin war er ja ein echter Zauberer. Aber, es waren so viele Stimmen da draußen. Mit einer ganzen Armee konnte er sich nicht anlegen. Schließlich hieß er ja nicht Sayid Ifrey!

Doch, was war das? Die Stimmen da draußen, die sprachen ja gar nicht piratisch. Es klang eher nach menekanisch! Vielleicht menekanische Piraten? Gibt es sowas überhaupt?

Ein wenig neugierig geworden spähte er durch eines der vielen kleinen Fensterchen die seine Hauswand zierten und die durch herausgebrochene Sandsteine in der Mauer entstanden. Was er nun sah verblüffte ihn: Menekanische Handwerker aus allen Familien waren gekommen und fingen an zu hämmern, zu sägen und zu graben. Überall standen Packlamas mit Baumaterial herum und eifrige Träger be- und entluden diese. Und mitten in diesem geschäftigem, geradezu chaotischen treiben stand Sie, ruhig wie ein Fels in der Brandung: Noelani Omar, die ehrenwerte Esra, Frau von Imraan Omar, dem erhabenen Emir!

Was sie hier wohl wollte? Man sah nicht oft Angehörige der höchst angesehensten Familie Menekurs hier im Hauslosenviertel. Natürlich erinnerte Ali sich noch daran als Imraan einmal in seinem Haus hier Gast war – noch bevor er Emir wurde. Dies war eine große Ehre. Vermutlich die größte Ehre die Ali jemals zuteilwurde. Aber, was wollte die Esra hier? Und was wollten all die Handwerker hier?
Sollte das Hauslosenviertel etwa abgebaut werden und alle Einwohner in die Wüste vertrieben werden? Ali konnte sich kaum vorstellen, dass die Esra dies wollen würde. Schließlich war sie doch immer so nett und freundlich. Naja, bis auf das eine Mal als sie ihm diese scheußlich saure Limette zum Essen geschenkt hatte. Aber sonst war sie immer freundlich!

Neugierig verließ er also sein kleines Häuschen und beobachtete gespannt das emsige Treiben.
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Thahida Atiika Yazir
Beiträge: 874
Registriert: Mittwoch 21. Mai 2014, 16:36

Beitrag von Thahida Atiika Yazir »

Ich war gerade im Büro des Rais Efendi um die letzten Vorbereitungen für das heutige Treffen zu tätigen, es lag eine längere Reise vor uns und so mussten die Tiere gefüttert und getränkt werden, die Geschenke gepackt werden und alles hergerichtet werden, bevor man sich auf den weg machte.

Als ich dann plötzlich die Stimmen und Tiere hörte welche in Richtung Hauslosenviertel gingen, neugierig folgte ich ihnen und betrachtete ihr erstes tun, man brauchte mich nicht groß bitten. Ich packte sofort mit an, da ich Handwerklich nicht so begabt war aber im Anpacken, tat ich genau das was ich konnte.

Die Materialien zu den Handwerkern zu schleppen, die Tiere zu versorgen mit Tränken und die Handwerker mit Speis und Trank zu versorgen. Einige Stunden vergingen bevor ich mich dann wieder zurück auf den Weg machen musste, bald müssten wir los um zum Viererbund pünktlich zu erscheinen. Ich selber musste mich noch umziehen und Waschen nach der Anstrengung.

Doch es war sehr schön zu sehen wie alle anpackten und das glückliche Gesicht von Noelani dafür gab es kein Gold und kein Edelstein welcher das in ihrem Gesicht auslöste.
Abbas Wakur Omar

Beitrag von Abbas Wakur Omar »

Nachdem er sein morgendliches Ritual, bestehend aus einem Gang zum Tempel, um dort ein Gebet gen der Mara zu sprechen. Einigen Übungen zur körperlichen Ertüchtigung und einen Gang zu seinem Büro, um neue Schriftstücke zu sichten abgeschlossen hatte. Fiel ihm der Lärm auf, der vom Viertel der Hauslosen stammte.

Er erinnerte sich kurz an Noelanis frommen Wunsch den Hauslosen etwas mehr Schutz zu bieten. Ein Gedanke, der ihm keineswegs missfiel, da die meisten im Hauslosenviertel wohl dort geboren waren und nicht dort lebten, weil sie in Ungnade gefallen waren. Doch fehlte ihm selbst der Ansporn, wie auch die Zeit, ein solches Unterfangen in die Wege zu leiten oder zu beaufsichtigen. Trotz allem zog es seine Neugier auf sich und so führte ihn sein Weg in einer freien Minute dorthin.

Die meisten Menekaner schienen sehr geschäftig, auch wenn er es nicht vermutete, packen viele Menekaner mit an, die sich sonst nicht sonderlich für die Hauslosen interessierten. Ein Fakt der ihn durchaus erfreute. So ging er durch das Viertel und schaute sich hier und dort um, ehe er Noelani umgeben von einigen Wachen erblickte. Er ging so dann zu ihr und erkundigte sich wie Dinge von statten gehen würden.

Erfreut über die Fortschritte verließ er wieder das Hauslosenviertel, ohne einen Handschlag getätigt zu haben.
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Tooru Weidenhang
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Wohnort: Hamburg

Beitrag von Tooru Weidenhang »

Natürlich packte sie mit an, wie konnte sie auch nicht?

Mehrere Hauslose nannte sie ihre Freunde, darunter auch die nun in ihrer Position wieder aufgestiegenen Masari oder Jazmyn...und auch Ayasha und Yasmeen schienen liebenswerte Personen zu sein. Schon vor einiger Zeit wollte Tooru bei Mariyah sowie Noelani nachfragen eine Spendentruhe für das Hauslosenviertel am Basar aufstellen lassen doch dann kam die Flut und weitere Ablenkungen dazu, sehr zu ihrem bedauern.

Doch der Umstand das sie sich aufgrund jenes Verzögern ihres Plans schlecht fühlte ließ sie Noelani nur umso motivierter helfen. Sie trug zusammen was sie hatte, einige alte Kleidungsstücke, Essen das sie reichlich in ihrem Haus hatte, ebenso würde sie ohne zu zögern helfen eingefallene Mauern und andere Beschädigungen im Viertel mit zu reparieren.

Auch die anderen Helfer bemühte sie sich nach bestem können zu versorgen, mit Wasser und leckeren Früchten. Vielleicht würde ja bald schon jenes Viertel kaum mehr vom Rest Menekurs zu unterscheiden sein? Sie hoffte es denn jeder Menekaner verdiente es in Würde zu leben. Glücklicherweise hatte sie die Tage nicht soviel Dienst so das sie auch bis tief in die Nacht arbeiten konnte.

Endlich konnte sie etwas tun für jene, die selbst weniger Glück hatten als eine weiße Blüte in der Durrah.
Zuletzt geändert von Tooru Weidenhang am Dienstag 3. März 2015, 16:21, insgesamt 3-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Auf der Baustelle angekommen lässt sie erstmal alles fallen und atmet durch, beschaut sich die Lage und lenkt den Blick auf Alis Haus, irgendetwas daran machte sie neugierig. Durch eins der vielen Löcher wollte sie ins Innere blicken und da schreckte der Kopf leicht zurück, als ihr Ali schon entgegen starrte. "Salam" kams nach einigen Momenten des wortlosen Starrens ehe sie verstohlen grinsen musste und einen der herausgebröckelten Sandsteine schnappte, um das natürlich entstandene Bullauge zu schließen. "Ma'salema Ali!" und mit der flachen, behandschuhten Hand wird noch auf des gestopfte Loch geklopft.

Anschließend wird sich ein Bild vor Ort gemacht und mit den Bauplänen verglichen, die Werkzeuge ausgepackt und sich tatkräftig am Bau beteiligt. Zu allererst wird sich darum gekümmert Ali sämtliche Spählöcher zu verweigern um im Anschluss, mit der Unterstützung einiger anderer, die Wände zu verstärken.

In den Pausen werden auch die anderen Baustellen interessiert betrachtet, vorallem der werdende kleine Wall.
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Corakas
Beiträge: 24
Registriert: Montag 16. Februar 2015, 23:24

Beitrag von Corakas »

Es war noch recht früh, als Corakas einiges Volk und Bewegung auf den Sandpfaden vor seiner Schlafstätte bemerkte.
"Njach... qué pasa allí ..."
Langsam rappelte sich der Kerl auf, aus dem Eck in dem kleinen Zimmer über den Stallungen vor der Stadt und schaute aus dem großen Fenster hinaus, nur ein liederhaftes langes blaues Hemd tragend, das ungegürtet schlaff an ihm herabhing und das wichtigste bedeckte.
Gähnend kratzte er er sich am Bauch und beobachtete die Prozession an Volk nach Norden ziehen. Sich den etwas in Ordnung geratenen Schnurbart glattstreichend, griff er nach einem alten, verbeulten Fernrohr, das er von irgendwoher mit sich genommen hatte und nahm die ruinösen Häuser weiter nördlich in Augenschein.


"Was zum... transportieren sie Gold?..."
Suchend ging er mit dem Fernrohr die Kolonne ab.
"Hm..no, sieht nicht danach aus. Früchte?", weiter ließ er das Fernrohr wandern und schließlich formte sich ein dreckiges, aber auch irgendwie sehr vergnügtes Grinsen auf seinem Gesicht. Es war das vergnügte Grinsen eines Halunken. Er strich sich über sein stoppeliges, verschwitztes Kinn und leckte sich die durch den Schweiß leicht salzig gewordene Oberlippe.
Auch eines gewissen zufriedenen Lachens in sich hinein konnte er sich nicht enthalten.

"hehehe... sieh an, sieh an.. das ist doch diese kleine Widerspenstige aus dem Yazirhaus"
Schon beinah unbewusst ging er einen Schritt vor und setzte sich auf die Fensterbank um die hart schuftende junge Blondine bei ihrer harten, körperlichen Arbeit in der glutheißen Wüstenhitze besser in Augenschein nehmen zu können, woran er freilich so manch Vergnügen und Befriedigung fand, so dass er noch lange Zeit dort blieb und sie beobachtete.

So leistete auch Corakas seinen Beitrag zur Hilfe im Hauslosenviertel.
Gast

Beitrag von Gast »

Im Hauslosen Viertel werden fleißige Natifah's herum rennen und Essen verteilen, überall da wo gearbeitet wird als auch an den Haustüren der Hauslosen wird geklopft und verteilt. Ebenso laufen jene herum und haben frisches Wasser bei sich und herrlich duftenden Mocca welchen sie weiterreichen. Wenn man fragt woher das Essen und trinken kommt, so wird man keine rechte Antwort bekommen, es wird eher ein nettes Lächeln sein, ein liebevoller und freundlicher Blick, während das Haupt tief geneigt wird und jene weiter schreiten so das keiner Durstig oder Hungrig ist. Unter all den Natifah's wird auch Aaminah herum rennen und hier und da aufmunternde Worte den dort lauschenden Ohren schenken.
Gast

Ein Schreiben an Yasmeen

Beitrag von Gast »

Salam Aleikum meine Liebe,

ich hoffe es geht dir gut, ich habe von den Bauarbeiten gehört und möchte dich herzlich dazu einladen in jener Zeit bei uns im Hause zu Speisen, zu Trinken, zu essen...einfach dich wohl zu fühlen. Falls du danach etwas benötigen solltest, lass es mich wissen, ich bin für dich da und freue mich wenn wir wieder einen gemeinsamen Abend vollbringen können.

Ma'salema


Minchen
*der 'i-Punkt' wurde mit einem Miniaturen Herzchen verziert*
Zuletzt geändert von Gast am Montag 9. März 2015, 14:52, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Ein Schreiben an Ali

Beitrag von Gast »

Salam Aleikum Ali,

ich lade dich herzlich dazu ein während den Bauarbeiten deine freie Zeit bei uns zu verbringen so dass das Haus Ifrey ein Ruheort für dich ist. Auch wird für Speis und Trank gesorgt. So du also das Bedürfnis hegst fühle dich in unserem Haus willkommen.

Ma'salema

Möge die heilige Mutter stets über dich wachen,


Aaminah Faghira Ifrey
Ali
Beiträge: 124
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:19

Beitrag von Ali »

Schockiert, geradezu gelähmt vor Angst starrte er auf den noch verschlossenen Brief vor seiner Haustüre. Was, bei Eluive, war das? Ein Brief, für ihn?
Unmöglich, wer würde ihm schon einen Brief schreiben. Das konnte nicht gutes bedeuten. Vielleicht wurde er zwangsrekrutiert um in der Armee zu dienen? Oder vielleicht war das ein Brief von der Leitung der Akademie um ihm mitzuteilen, dass er dort nicht mehr arbeiten dürfte? Oder vielleicht ein Brief von den Piraten, indem sie ihm mitteilten, dass sie nun wussten wo er wohnt und, dass Ali nun bald Besuch von ihnen bekommen würde?
Oder, konnten Drachen auch Briefe schreiben? Vielleicht war der Brief von einem Drachen und er schrieb, dass er bald käme um Ali zu fressen?

All diese Gedanken und Fragen schossen Ali durch den Kopf als er wie versteinert auf den Brief blickte. Langsam, wie in Zeitlupe nahm er ihn dann doch in die Hand und öffnete ihn vorsichtig. Schließlich musste er ja wissen woher ihm denn nun genau etwas Schlimmes drohte.
Doch mit jedem Wort das er las, hellte sich seine Miene auf. Der Inhalt war keine Horrornachricht, im Gegenteil! Aaminah, die immer freundliche Teppichweberin und vorzügliche Köchin lud ihn ein einige Zeit im Hause Ifrey zu verbringen! Das war eine wirklich gute Nachricht!

Sofort nahm er sich vor, der Einladung in den nächsten Tagen nachzukommen.
Der Erzähler

Beitrag von Der Erzähler »

Auch wenn das Verständnis des Einzelnen nicht immer vorhanden ist,
gibt es Dinge die sein müssen wie sie eben sind.
Wie sollen wir wissen was Glück ist, wenn wir Pech nicht kennen?
Woher wissen wir was gesund bedeutet, wenn wir nie krank waren?
Was ist schon Armut, wenn man nie reich war?
Wie sollen wir hassen, wenn wir nicht einmal die Bedeutung der Liebe kennen?
Was ist Licht und Schatten?



Der gute Wille wurde erkannt. Das gute Herz jedes Einzelnen, welcher darum bemüht war dem Hauslosenviertel zu helfen. Jede helfende Hand, jeder Atemzug und jede Schweißperle, die vergossen wurde, wurde gesehen. Was war es anderes als die Gutmütigkeit der Geschöpfe, die unter dem Zeichen der Schöpfungsmutter wandelten? Und doch gab es nie eine Münze ohne zwei Seiten, nie ein helles Licht ohne den Schatten, den alles warf. Diese bittere Erfahrung mussten auch die Helfer machen, welche versuchten aus den Ruinen und den Wohnverhältnissen des Ortes, an welchem die Ausgestoßenen weilten, einen besseren Lebensraum erwachsen zu lassen. Denn all die Mühen schienen umsonst gewesen zu sein, all das Gold, welches in die Arbeit geflossen war, rann so wertlos durch die Finger wie der Wüstensand. Denn das Schicksal meinte es nicht so gut wie diejenigen, welche sich bemühten, anpackten, Dinge schufen und ihr Herz in die Arbeit steckten.



Nach einigen Tagen der Arbeit legte sich erneut die samtene Nacht über die Häuser und Wüste. Eine vollkommene Stille herrschte in dieser Dunkelheit, sebst die Zykaden schwiegen als ahnten sie von dem Umglück, das über die Dünen heranzog. Ein kräftiges Sausen und Rauschen war die erste Ankündigung, doch rasch wich es einem Rattern und Klirren. Der Sturm erreichte das Viertel der Hauslosen und in wenigen Herzschlägen wischte er fort, was in Stundenläufen der Arbeit von den vielen Händen errichtet worden war. Gnadenlos riss der Sturm die Wände aus Holz heraus und verstreute sie in der Umgebung, der Putz bröckelte wieder herab und wurde von einer Schicht Sand überdeckt. Steine fielen aus den Wänden, die vor einiger Zeit noch dort platziert worden waren, um Löcher zu stopfen. Der Sand, jener unnachgiebige, stetige Begleiter der Menekaner, verschluckte Baumaterialien wie Pflanzen gleichermaßen und hinterließ, als der Sturm abgeflaut war, lediglich eine Einöde, aus der nur noch die alten Wände wie bleiche Zähne in den Himmel ragten.



Es war wie ein Fluch, der auf diesen Gebäuden lag. Als am nächsten Morgen die Arbeiten fortgesetzt werden sollten, stand man vor einem zerstörten Viertel. Nichts unübliches, wären es nicht die Stunden an Gutmütigkeit, Aufopferung und Arbeit gewesen, welche sich dadurch in Luft auflösten. Es war als wäre jeder Handschlag ausgelöscht worden. Das Werk des guten Herzens war zunichte gemacht und zurück blieb genau das, was es eben sein sollte. Ein heruntergekommenes Viertel mit ein paar kleinen Häuschen für die Ausgestoßenen. Es blieb nur die Hoffnung, dass der gute Wille dahinter gesehen worden war, selbst wenn es in einem kurzen Blinzeln zerstört worden war. Offenbar sollte es nicht sein. Und jeder würde begreifen, dass dieses Unterfangen ein weiteres Mal unter keinem guten Stern stand.
Ali
Beiträge: 124
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:19

Beitrag von Ali »

Tränen quollen Ali aus den Augen als er an diesem Morgen vor sein kleines Häuschen trat und sich umsah. Alles war wieder kaputt, wie vorher. Der Wind trug wieder Sand durch die vielen kleinen Löcher in seiner Wand und der Weg von seinem Haus zur Straße war wieder zugeschüttet. Da hatte sich auch ein kleiner Sandberg an seiner Hauswand angesammelt. Doch was war das? Etwas bewegte sich in diesem Sandberg. Bei genauerem hin sehen erkannte er den Kopf seines treuen Alilamas in dieser Düne. Hastig versuchte Ali sein Alilama aus dem Sandberg zu befreien was ihm dankbar mit einem feuchten Zungenschlecker quittiert wurde.

Traurig stapfte Ali durch sein Viertel und seufzte beim Anblick der Schäden schwer. Noch trauriger als die Schäden selbst machte ihn aber die aufkeimende Hoffnungslosigkeit. Es war wie verhext, kaum hatte er einmal in seinem Leben ein schönes Haus… schon war es wieder kaputt.

Alles was er jetzt noch tun konnte war zu Eluive zu beten, dass sie ihm beistehen und Kraft schenken konnte seine Armut zu ertragen.
Gast

Beitrag von Gast »

Als die Menekanerin am Morgen von zwei Wachen zum Hauslosenviertel begleitet wurde, konnte man regelrecht sehen wie in ihr alles zerbrach. Sie verlor die Farbe in ihren Zügen und das Glück in ihrem Gesicht fiel zu Boden, wie all die Arbeit, die man sich die letzten Tage machte. Einer der Wachen rannte dabei durch das Viertel, kontrollierte den Zustand der Bewohner, während die Andere regelrecht überfordert war mit dem Zustand der Omar. Die Braunhaarige schnappte immer wieder nach Luft und verlor nach einer Weile den Stand, sackte auf die Knie und ließ es auf sich wirken, wie einer ihrer Lebensträume in Schutt und Geröll zurück blieb.

So konnte man an diesem Tage eine Esra erblicken, welche weinend im Hauslosenviertel auf dem Boden saß, sich immer wieder mit den Händen über die Augen rieb und einen Wachmann, der überfordert neben ihr stand und immer wieder die Strenge in seinen Zügen verlor und mitleidig zu ihr hinab blickte. Der andere Wachmann machte sich, sobald er sich der Sicherheit der Bewohner gewiss war, in die Richtung des Palastes auf, um die Informationen weiter zu tragen. Danach führten seine Wege zum Tempel, wohl um einen Priester zu kontaktieren.
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 12. März 2015, 12:48, insgesamt 2-mal geändert.
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