Gedanken eines Degen

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Graulist Eisenjam
Beiträge: 196
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Gedanken eines Degen

Beitrag von Graulist Eisenjam »

*Die Sonne scheint schon am mitten Tag, ein Degen liegt zu Bette. Plötzlich reißt er die Augen weit auf und sieht sich panisch um*

"Oh Weh! Ich hab mich verlegen, heute, als Degen!
Schnell, muss mich bewegen, muss emsig mich regen, bin doch ein Degen!
Doch müsst mich noch pflegen - will Sauberkeit hegen, nicht Ekel erregen!
Ins Bad? Unterwegen! Ich hab ja, welch Segen, noch Deo-Sprühregen!"

*Er besprüht sich hektisch aus einem kleinen Flakon mit Zerstäuber und rennt sogleich aus dem Hause*
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Graulist Eisenjam
Beiträge: 196
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Karlmann das Krokodil

Beitrag von Graulist Eisenjam »

Ihr kennet all die Märe wie Phönix neugeborn /
Ihr fürchtet alle gleichsam des Krokodiles Zorn /
Ihr wisset um des Draken feuerächzend Kehl /
ei'm jeden ist bekannt wie weich des Greifen Fell /
wie sich geschmeidig machet des Salamanders Haut /
wirft man ihn in das Feuer, ihr habt alle geschaut /
wie die Viper wird geboren, sich die Chimär zerteilt /
ihr alle bei dem Rätsel der klugen Sphinx verweilt /
Es wissen schon die Kinder, dass der Strauß auch Eier legt /
Doch nicht einmal die Weisen, ob er sie dann ausheckt /
Das größte aller Wunder ist nicht des Graulist Sang /
und auch nicht seiner Trommel kaiserlicher Klang /
Sonne, Mond und Sterne haben durchaus ihren Reiz /
doch müssen sie erblassen vor Herrn Karlmanns Geiz /
was anbelangt die Sünde: er meidet jede Schand /
Heiltums ein hübsches Sümmchen man allzeit bei ihm fand /
Er ist ein Löw' an Tugend, ein Lamm an Lauterkeit /
beständig seine Mannheit, sein Schwert ist stets bereit /
gewaltig groß vor allem ist seine Manneskraft /
und höher noch als alles ragt steil sein Ritterschaft /
vor seiner roten Lanze sah man schon manchen fliehn /
er hat es nie vermieden, vor Rittern blank zu ziehn /
Er schießt noch immer weiter als jeder junge Mann /
Das größte aller Wunder: Karlmann, der immer kann.
Rahelle Calamahr

Meine kleine Anmerkung, Herr Direktor.

Beitrag von Rahelle Calamahr »

*Im Briefkasten des Herrn Eisenjam findet sich eine kleine Schriftrolle. Die ist etwas schmutzig, aber sehr ordentlich bepinselt*

Verkennt Ihr auch den Gaul, den feuerrot-geborenen,
In seinem Schuppen-Fell, dem angefrorenen,
Wisst doch Ihr von Kükenkehlen,
Die warm, scharf, lieb und unerkannt - nicht stehlen,
sondern hehlern - eisern, unverbaut und wohlvertraut, ganz wie
Die Zeile wird geboren: Sich jede Silbe teilt
In alle ihre Stücke, doch: Was gründlich keilt
Und kittet, ist ein Wort, das heilt?

Die Monde und die Ferne sind nicht ohne Geiz
Doch fernab dreister Zoten - wo bleibt der Reiz?
Was anbelangt die Pfunde, wer sucht da schon nach Ehr'?
Des Tags ein graues Aufgeld - dem Hunger nachts zur Wehr!
Sie ist ein Lamm von Liebreiz, ein Fuchs von Ehrlichkeit,
Verfahren ihre Frauheit, ihr Schild schon längst verfreit.
Armselig klein vor allem ist die Frauen-Schwäche
Und tiefer siegen: Frauen-Bäche.
Vor ihrem grünen Schilde sah man schon manchen singen
Sie hat es nie vermieden, die Reiter abzuziehen.
Sie lacht noch immer voller - als jedes andre Weib,
Als allertiefster Abgrund: Als Kind, das nicht verzeiht.


Meinen lieben Gruß, Herr Direktor. Lest Ihr meine Gegen-Variante Eurer Komposition? Ich warte auf einen Austausch!

Die Eure.

Rahelle.

(das Tinten-Weg-Pferdchen)
Graulist Eisenjam

Beitrag von Graulist Eisenjam »

*ein Brief geht zurück*

Liebstes Fräulein Calamahr,

Begierig lese ich jedes Eurer Worte!
Sobald mich die Eingebung trifft, werde ich Eure Herausforderung annehmen!

Ganz und gar Euer
Degen
Richard Lohengrinn

Beitrag von Richard Lohengrinn »

Direkt unter der Calamahri-Botschaft ist ein weiterer Zettel zu finden.
Seidenpapier, süßlich-schwanger, parfümiert:

Graul' und der schwarze Berg

Sprecht ihr auch mal von Wundern, so ist eins wohlbekannt,
"der Graul' " war sein Speername, gerufen durch's Kronland.
Kein Weibes frommen Segen, nahm er jemals an,
selbst ihre Rosenlippen, durften ihm nie ran.
An seinem Herz nur einer, den er sich gern erwählt',
war's doch der schwarze Berg, dem er die Hüllen schält.
Er bohrt in seiner Tiefe, und dringt in dieses Loch,
von schlammig brauner Erde, worin er herzlich kroch,
zu rauben ihm ne Ader, aus mannig reinem Gold,
mehr rot noch als Kirschblüte, der war er dort so hold.
Mit weit gesenkten Stößen, reißt er die Mauer ein,
ihm war vor hohem Jubel, als müsste er laut schrei'n.
Da ist es Graul' geschehen, die Mauer war ein Damm,
heiß rauscht ihm aus Brackwasser, als es geschossen kam.
Seht aber Graul' den Helden, ' kennt weder Rast noch Ruh'n,
wirft seine Brust in Schale, um einen Schluck zu tun.
Es schäumet ihm die Gurgel, es drücket ihm der Hahn,
doch selbst des Flusses Größe, muss hier in ihm vergahn.
Zu End ist Graul' gesättigt, drum legt er sich darhin,
wovon er heut nur träumet, von seinem Magedin?
Zuletzt geändert von Richard Lohengrinn am Samstag 24. August 2013, 02:10, insgesamt 2-mal geändert.
Rahelle Calamahr

Mahríme und das goldene Ei

Beitrag von Rahelle Calamahr »

Mahríme und das goldene Ei

Schweigt sie auch kaum vom Alltag, bleibt doch viel unbekannt,
Sie heißt "Mahríme - Unreine": Gebor'n im Morgenland.
Kein's Mannes schmutz'gen Regen schlug sie noch jemals aus,
An ihren Rosenlippen find't sich noch manche Laus!
An ihrer Fut fiel'n viele, die nie sie sich erwählt',
Die Seelen waren gräulich - und zu wenig gestählt.
Sie schwingt den Geist zum Himmel, von allen Lanzen fort,
In unsagbare Höhen, und sucht sich ein Abort,
Und legt hinein ein Goldei aus reiner Herzenslust,
Mehr braun-gold als ein Holzei, ganz frei von jedem Frust.
Mit weichgekämmtem Stimmchen ruft sie den Stallbursch' rein,
Ihr's Edelweiß zu reichen - sie lässt ihn förmlich ein.
Da ist's Mahríme geschehen: Der Stallbursch gibt's ihr dann,
Obschon sie nicht mehr glaubte, dass sowas - doch sein kann!
Seht "zuzo", die Allreine, sie findet ihre Ruh,
Hält an der Brust die Flasche und sieht dem Morgen zu -
Es gurgelt ihr der Schaumhals, pressieren tut die Flut,
Zum Glück, dass doch hier drinnen die Reinheit mehr als gut!
Im Spiegel, wohlen Mutes - beschminkt sie sich den Mund,
Verriet Ihr doch das Edelweiß: Sie sei heut' nicht fekund!


Die Eure und die Eures Freundes.

Rahelle.
Zuletzt geändert von Rahelle Calamahr am Montag 26. August 2013, 06:31, insgesamt 2-mal geändert.
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Daz Getwergelyn
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Beitrag von Daz Getwergelyn »

*verklickt, bitte löschen*
Zuletzt geändert von Daz Getwergelyn am Freitag 23. Januar 2015, 14:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Graulist Eisenjam
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Beitrag von Graulist Eisenjam »

Früher Nachmittag.

Nassgeschwitzt und von unterschiedlichen Drogen berauscht, wälzt sich der Degen in seinem Bajarder Herbergenbett stöhnend hin und her.

Er hat einen wirren Fiebertraum:


[url=http://postimg.org/image/eyimgglrn/][img]http://s13.postimg.org/eyimgglrn/wirrer_degentraum.jpg[/img][/url]
Zuletzt geändert von Graulist Eisenjam am Freitag 23. Januar 2015, 14:22, insgesamt 2-mal geändert.
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