Der Spaziergang durch die heilige Stadt tat ihm gut und gerade die winterliche Kälte sorgte dafür, dass der Kopf klar wurde. Ein anstrengender Tag, obwohl er sich körperlich nur wenig betätigt hatte. Dafür wurde umso mehr gesprochen und er war eigentlich eher der Zuhörer. In diesem Fall aber war es wohl notwendig eine Ausnahme zu machen. Nein, mehrere Ausnahmen! Eigentlich hatte er nicht übel Lust, genau das zu machen, was der Ritter ihm geraten hatte:
Sie selber auf die Schnauze fallen zu lassen!
Doch dieses kleine Biest war nun einmal mehr als nur die blutsverwandte Nichte. Sie war alles, was ihm von seinem Zwilling noch geblieben war und jedes Lächeln, jede Geste, sogar der unreife Trotz erinnerte ihn an Ciasha.
Ein müdes Seufzen verließ die Kehle.
Er hatte ihr einmal versucht zu erklären, warum es ihm schwer fiel, sie "einfach machen zu lassen" und hatte nur Unverständnis geerntet. Sie wies ihn darauf hin, dass Lucia ihrer Mutter so viel ähnlicher sah, stellte sich wieder einmal taub. Dass er nun erfahren musste, dass sie ihren Vormund eher in dem jungen Ritter sah, statt in ihm, störte ihn auch mehr, als es sollte. Es verwunderte ihn ja nicht einmal wirklich. Sie hatte ihn jahrelang nicht gesehen, sowohl seine Eltern als auch Ciasha verweigerten den Kontakt. Er war also nichts weiter, als ein freundlich gesinnter Fremder, der dafür gesorgt hatte, dass sie nach Rahal gekommen war. Hier aber musste sie auch erst einmal alleine Kontakte knüpfen und dies schien gelungen. Nun musste er sich mit diesen um die Betreuungsaufgabe prügeln.
Zum Glück hatte es dann doch keine Prügel gegeben.
Er war sich dessen schon bewusst, dass der Ritter ihn wahrscheinlich zum Frühstück verputzt hätte und obendrein wollte er sich nicht mit einem Streiter des All-Einen schlagen. Unnötig, wo sich die Ziele doch in manchen Bereichen glichen. Niemand wollte dem Mädchen etwas Schlechtes. Beide waren der Meinung, dass sie vernünftiger war, als es äußerlich den Anschein machte aber sehr viel leichter zu durchschauen, als sie dachte.
"Wenn dir das mal nicht zum Verhängnis wird, Nichte."
Auch wenn sich ihrer beider Erziehungsmethoden nicht glichen, konnte er in einigen Bereichen dem Ritter zustimmen. Es blieb abzuwarten, ob und wie er dessen Auflagen einhalten konnte. Von einem Kind würde er sich nicht schlagen lassen aber sollte ihr doch wieder die Hand ausrutschen, so gab es auch noch andere Strafmethoden. Hätte er in diesem Moment in einen Spiegel gesehen, so wäre er selbst über das kalte Lächeln auf seinen Lippen erschrocken.
Wie angenehm zu erfahren, dass sich ein Problem wohl schon gelöst hatte.
Der Kerl, Wissenschaftler hin oder her, war aus dem Spiel, wenn man den Worten des Ritters glauben konnte. Der Andere nur eine Frage der Zeit, denn was wollte sie mit einem Fischer? Die beiden konnten nicht einmal eine gemeinsame Gesprächsbasis haben. Immerhin handelte es sich bei ihr doch um ein gebildetes Mädchen.
Dennoch ein Mädchen.
Ein biestiges, widerspenstiges Gör.
Aber er hatte Geduld und saß auf Dauer am längeren Hebel.
Schmunzelnd hielt er vor dem Tempel inne, senkte das Haupt und betrat die heiligen Hallen, um seinen Geist ganz zu reinigen.
[img]http://photography.usandeep.com/somnathpur-inside-temple.jpg[/img]
Der Widerspenstigen Zähmung
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Gast
Der Widerspenstigen Zähmung
Zuletzt geändert von Gast am Dienstag 2. Dezember 2014, 14:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Gast
"Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser?"
Die Konfrontation war deutlich.
Was verbindet euch denn überhaupt?
Eine scheinbar freundliche oder wenigstens neutrale Frage.
Schließlich wollte er sie jetzt nicht vergraulen, nachdem sie sich ihm doch erst jetzt zu öffnen begann.
Gut gemacht, junger Ritter, wie auch immer Ihr das angestellt habt!
Sie blieb ruhig und lauschte seinen Worten. Natürlich wich sie manchen Fragen geschickt aus oder beantwortete sie erst gar nicht. Aber sie hörte ihm eben zu und warf ihn auch nicht raus, als seine Fragen unangenehmer wurden.
Wobei unangenehm hier auch Auslegesache blieb.
Immerhin konnte er diese nur als ehrlich bezeichnen und ihm graute eher vor den Antworten... wenn sie denn kamen. Besonders im Bezug auf den Fischer wollte sie sich wirklich nicht aus der Reserve locken lassen. Ärgerlich, höchst ärgerlich! Die Unsicherheit dabei war ihm aber auch nicht entgangen. Entweder wollte sie ihn hinters Licht führen oder aber sie war sich selber nicht über die Art der Beziehung im Klaren. Er hatte den starken Verdacht, dass es sich um Zweites handelte und dies taugte ihm sehr. Wo noch Risse waren, konnte man den Hammer ansetzen und Beziehungsgebilde einreißen.
Jetzt erst stolperte er über den Gedankengang.
Wieso störte ihn diese Angelegenheit eigentlich so sehr?
Der junge Ritter hatte nicht Unrecht mit seinen Worten: sie war ein junges Ding und musste ihre Erfahrungen machen, um Fehler selber zu erkennen und daraus zu lernen. Doch genau in diesem Fall ging es einfach nicht. Seine Nichte kannte ihn kaum und auch er hatte sie erst im späten Frühling zum ersten Mal seit ihrer Geburt gesehen.
Im Frühling, als die Maiglöckchen blühten...
Er konnte die Ansicht des Ritters durchaus nachvollziehen: sie waren einander zu fremd, als dass er irgendein Recht hatte eine im Grund erwachsene Frau zu erziehen und nach seinen Wünschen zu formen. Nein, das wollte er auch nicht. Sie war nicht falsch geraten. Sie war richtig, so wie sie war. Auch da war sein erstes Urteil falsch gewesen. Sie erinnerte ihn wirklich an Ciasha und die Erinnerung schmerzte aber sie hatte hier Recht behalten: sie war eben nicht Ciasha.
Sondern Mio.
Seine Nichte.
Ein eigenes Wesen.
Er hatte sich darauf eingelassen und angefangen nicht mehr das Bild seiner verstorbenen Zwillingsschwester über sie zu decken. Irgendwo wollte er ja einen Zugang finden.
Jetzt entdeckte er Stück für Stück die junge Frau Mio statt die Tochter Ciashas.
Eigentlich hätte er behauptet, dass dieser neue Blickwinkel beiden gut tat. Es bereitete ihm Freude mit dieser „Mio“ zu reden und sie fühlte sich sichtlich wohler mit „Cadijan“ statt dem strengen Onkel. Aber die Fischersache machte ihn umso ruheloser.
Zuerst hatte er zufrieden bemerkt, dass die Hütte geräumt war, nur um zu erfahren, dass er lediglich eine Ecke weitergezogen war.
Immernoch zu nahe!
Zu nahe an Mio, die er weit weg von ihm wissen wollte.
Doch wie heißt es so schön: selbst ist der Mann und geduldig zog er weiter Fäden.
„Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser? Pass auf, Bürschchen, bald steht es dir bis zum Hals und danach, könntest du darin ertrinken. Das wäre ja beinahe ironisch...“
[img]http://4.bp.blogspot.com/_q2KRq72nE14/TOlpFo_eHRI/AAAAAAAAAMU/BiLje2eU7oM/s320/drowningni.jpg[/img]
Die Konfrontation war deutlich.
Was verbindet euch denn überhaupt?
Eine scheinbar freundliche oder wenigstens neutrale Frage.
Schließlich wollte er sie jetzt nicht vergraulen, nachdem sie sich ihm doch erst jetzt zu öffnen begann.
Gut gemacht, junger Ritter, wie auch immer Ihr das angestellt habt!
Sie blieb ruhig und lauschte seinen Worten. Natürlich wich sie manchen Fragen geschickt aus oder beantwortete sie erst gar nicht. Aber sie hörte ihm eben zu und warf ihn auch nicht raus, als seine Fragen unangenehmer wurden.
Wobei unangenehm hier auch Auslegesache blieb.
Immerhin konnte er diese nur als ehrlich bezeichnen und ihm graute eher vor den Antworten... wenn sie denn kamen. Besonders im Bezug auf den Fischer wollte sie sich wirklich nicht aus der Reserve locken lassen. Ärgerlich, höchst ärgerlich! Die Unsicherheit dabei war ihm aber auch nicht entgangen. Entweder wollte sie ihn hinters Licht führen oder aber sie war sich selber nicht über die Art der Beziehung im Klaren. Er hatte den starken Verdacht, dass es sich um Zweites handelte und dies taugte ihm sehr. Wo noch Risse waren, konnte man den Hammer ansetzen und Beziehungsgebilde einreißen.
Jetzt erst stolperte er über den Gedankengang.
Wieso störte ihn diese Angelegenheit eigentlich so sehr?
Der junge Ritter hatte nicht Unrecht mit seinen Worten: sie war ein junges Ding und musste ihre Erfahrungen machen, um Fehler selber zu erkennen und daraus zu lernen. Doch genau in diesem Fall ging es einfach nicht. Seine Nichte kannte ihn kaum und auch er hatte sie erst im späten Frühling zum ersten Mal seit ihrer Geburt gesehen.
Im Frühling, als die Maiglöckchen blühten...
Er konnte die Ansicht des Ritters durchaus nachvollziehen: sie waren einander zu fremd, als dass er irgendein Recht hatte eine im Grund erwachsene Frau zu erziehen und nach seinen Wünschen zu formen. Nein, das wollte er auch nicht. Sie war nicht falsch geraten. Sie war richtig, so wie sie war. Auch da war sein erstes Urteil falsch gewesen. Sie erinnerte ihn wirklich an Ciasha und die Erinnerung schmerzte aber sie hatte hier Recht behalten: sie war eben nicht Ciasha.
Sondern Mio.
Seine Nichte.
Ein eigenes Wesen.
Er hatte sich darauf eingelassen und angefangen nicht mehr das Bild seiner verstorbenen Zwillingsschwester über sie zu decken. Irgendwo wollte er ja einen Zugang finden.
Jetzt entdeckte er Stück für Stück die junge Frau Mio statt die Tochter Ciashas.
Eigentlich hätte er behauptet, dass dieser neue Blickwinkel beiden gut tat. Es bereitete ihm Freude mit dieser „Mio“ zu reden und sie fühlte sich sichtlich wohler mit „Cadijan“ statt dem strengen Onkel. Aber die Fischersache machte ihn umso ruheloser.
Zuerst hatte er zufrieden bemerkt, dass die Hütte geräumt war, nur um zu erfahren, dass er lediglich eine Ecke weitergezogen war.
Immernoch zu nahe!
Zu nahe an Mio, die er weit weg von ihm wissen wollte.
Doch wie heißt es so schön: selbst ist der Mann und geduldig zog er weiter Fäden.
„Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser? Pass auf, Bürschchen, bald steht es dir bis zum Hals und danach, könntest du darin ertrinken. Das wäre ja beinahe ironisch...“
[img]http://4.bp.blogspot.com/_q2KRq72nE14/TOlpFo_eHRI/AAAAAAAAAMU/BiLje2eU7oM/s320/drowningni.jpg[/img]
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Gast
Ziellos, das war der richtige Ausdruck. Er lief wirklich ziellos durch die Straßen, sah nicht, hörte niemanden. Im Inneren kochte sie immernoch, diese enorme Wut. Wenn es denn nur Wut war, was er rückblickend eigentlich verneinen musste. Viel zu viel war am Ausgan der "Tat" an sich beteiligt gewesen und dabei hatte der Tag so gut angefangen.
Obwohl das Wetter zu wünschen übrig ließ, so hatte der Herr seine Waffe an diesem Morgen mit vernichtender Kraft gesegnet und er wiederum hatte ihm gedient, in dem er Ketzer konfrontierte, sie in seinem Namen richtete. Ein Hochgefühl hatte ihn beflügelt und seine Schritte wieder einmal zur kleineren Hütte am Hafenviertelrand gelockt. Da erst war alles Stück für Stück seinem Griff entglitten. Angefangen von seiner guten Laune über sein Verständnis, bis hin zu seiner Fassung.
Sie hatte ihn schon erstaunt, weil sie ihn ungewöhnlich lange hatte warten lassen, nur um dann doch abgehetzt an der Türe zu erscheinen. Obwohl sie sich bemüht hatte diese bierenste Miene zu ziehen, die sie gern zur Schau trug, war ihm die kurze Enttäuschung in den dunklen Augen nicht entgangen. Sie hatte den Besuch eines Anderen erhofft und er ahnte nur zu genau, wer der Ersehnte war. Die gute Laune erlitt eine erste Eisdusche. Doch noch schien alles halbwegs im lot. Sie bat ihn herein und verwirrte ihn eine ganze Weile mit untypischem Verhalten. Misstrauen erwachte und kitzelte im Nacken. Statt der sonstigen, kühlen Ablehnung bot sie ihm Speis und Trank an. Ihre Freundlichkeit aber wirkte aufgesetzt, nervös und müde.
Ein verdammter Eiertanz. Er hasste so etwas.
Die Konfrontation schien unausweichlich, doch statt der erhofften, hitzigen Reibung zwischen den beiden, wich sie ihm vollkommen aus. Sie so einknicken zu sehen, zündete den Zorn. Sie verhielt sich untypisch und auch das hasste er. Nicht zuletzt, weil der Grund schon wieder der Gleiche war.
"Dein Fischer und ich haben langsam ein ernstes Problem!"
Erst da kam sie, die Reaktion.
Und auch diese hasste er, denn sie traf ihn unangenehm. Statt Verleugnung ein offenes Zugeständnis und die müde Bitte ihn in Ruhe zu lassen. Er beherrschte sich, leierte wieder einmal seine Litanei herab, was ihm an der Sache nicht gefiel und stockte, als sein Kopf viel zu spät die ungewöhnliche Beobachtung meldete.
"Sag einmal, warum trägst du eigentlich einen bis zum Hals zugeknöpften Mantel, wenn du in deiner eigenen Hütte direkt am Herd stehst... Nichte?"
Dann ging es schnell, sehr schnell. Sie senkte den Blick, wich zurück, versuchte zu entgleiten. Er setzte nach, vergaß die guten Vorsätze und pfiff auf sein Versprechen...
Nun beflügelte ihn die Ziellosigkeit, etwas Anderes blieb ihm auch nicht. Die Selbstachtung schwand bei jedem Rückblick und der Schmerz im Unterleib tat sein Übriges. Widerspenstiges Biest! Aufkeimende Gewissensbisse ließen auc keine wirkliche Entschuldigung zu.
"Entschuldigen wofür? Für Ehrlichkeit? Wohl kaum! Sie hatte ihn wissen lassen, wie es um ihr Empfinden stand, also hatte er wohl das gleiche Recht. Er war einfach kein Mann der Worte, sondern der Taten.
Für Worte war es jetzt auch zu spät, obwohl ihn die Konfrontation unter den Nägeln brannte und noch mehr!
"Dann greif ihn dir!" Flüsterte eine innere Stimme. "Er ist an allem schuld. An ALLEM!"
Der schnelle Gang stockte und er machte auf den Hacken kehrt. Es ging zurück ins Hafenviertel, das Ziel war endlich gefunden und gnade ihm der All-Eine, wenn er ihn gleich jetzt in die Finger bekommen sollte.
[img]http://31.media.tumblr.com/tumblr_lq6zhysMO21qe2z3zo1_250.jpg[/img]
Obwohl das Wetter zu wünschen übrig ließ, so hatte der Herr seine Waffe an diesem Morgen mit vernichtender Kraft gesegnet und er wiederum hatte ihm gedient, in dem er Ketzer konfrontierte, sie in seinem Namen richtete. Ein Hochgefühl hatte ihn beflügelt und seine Schritte wieder einmal zur kleineren Hütte am Hafenviertelrand gelockt. Da erst war alles Stück für Stück seinem Griff entglitten. Angefangen von seiner guten Laune über sein Verständnis, bis hin zu seiner Fassung.
Sie hatte ihn schon erstaunt, weil sie ihn ungewöhnlich lange hatte warten lassen, nur um dann doch abgehetzt an der Türe zu erscheinen. Obwohl sie sich bemüht hatte diese bierenste Miene zu ziehen, die sie gern zur Schau trug, war ihm die kurze Enttäuschung in den dunklen Augen nicht entgangen. Sie hatte den Besuch eines Anderen erhofft und er ahnte nur zu genau, wer der Ersehnte war. Die gute Laune erlitt eine erste Eisdusche. Doch noch schien alles halbwegs im lot. Sie bat ihn herein und verwirrte ihn eine ganze Weile mit untypischem Verhalten. Misstrauen erwachte und kitzelte im Nacken. Statt der sonstigen, kühlen Ablehnung bot sie ihm Speis und Trank an. Ihre Freundlichkeit aber wirkte aufgesetzt, nervös und müde.
Ein verdammter Eiertanz. Er hasste so etwas.
Die Konfrontation schien unausweichlich, doch statt der erhofften, hitzigen Reibung zwischen den beiden, wich sie ihm vollkommen aus. Sie so einknicken zu sehen, zündete den Zorn. Sie verhielt sich untypisch und auch das hasste er. Nicht zuletzt, weil der Grund schon wieder der Gleiche war.
"Dein Fischer und ich haben langsam ein ernstes Problem!"
Erst da kam sie, die Reaktion.
Und auch diese hasste er, denn sie traf ihn unangenehm. Statt Verleugnung ein offenes Zugeständnis und die müde Bitte ihn in Ruhe zu lassen. Er beherrschte sich, leierte wieder einmal seine Litanei herab, was ihm an der Sache nicht gefiel und stockte, als sein Kopf viel zu spät die ungewöhnliche Beobachtung meldete.
"Sag einmal, warum trägst du eigentlich einen bis zum Hals zugeknöpften Mantel, wenn du in deiner eigenen Hütte direkt am Herd stehst... Nichte?"
Dann ging es schnell, sehr schnell. Sie senkte den Blick, wich zurück, versuchte zu entgleiten. Er setzte nach, vergaß die guten Vorsätze und pfiff auf sein Versprechen...
Nun beflügelte ihn die Ziellosigkeit, etwas Anderes blieb ihm auch nicht. Die Selbstachtung schwand bei jedem Rückblick und der Schmerz im Unterleib tat sein Übriges. Widerspenstiges Biest! Aufkeimende Gewissensbisse ließen auc keine wirkliche Entschuldigung zu.
"Entschuldigen wofür? Für Ehrlichkeit? Wohl kaum! Sie hatte ihn wissen lassen, wie es um ihr Empfinden stand, also hatte er wohl das gleiche Recht. Er war einfach kein Mann der Worte, sondern der Taten.
Für Worte war es jetzt auch zu spät, obwohl ihn die Konfrontation unter den Nägeln brannte und noch mehr!
"Dann greif ihn dir!" Flüsterte eine innere Stimme. "Er ist an allem schuld. An ALLEM!"
Der schnelle Gang stockte und er machte auf den Hacken kehrt. Es ging zurück ins Hafenviertel, das Ziel war endlich gefunden und gnade ihm der All-Eine, wenn er ihn gleich jetzt in die Finger bekommen sollte.
[img]http://31.media.tumblr.com/tumblr_lq6zhysMO21qe2z3zo1_250.jpg[/img]
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Gast
Der Krug geht bekanntlich so lange zum Brunnen, bis er bricht...
... oder aber er fliegt einfach mit vollem Karacho segelnd an die nächstbeste Wand und verbreitet zumindest einen Hauch Genugtuung, indem er lärmend scheppert, kreischend klirrt und berstend zerschellt. Die Wut entlud sich trotz der Sinnlosigkeit ihrer Tat - oder vielleicht gerade eben weil sie so dermaßen stupide dämlich erschien und weil sie darauf so getrost pfiff! - mit dem nächsten, hellen Krach ein weiteres Mal.
Tontöpferkunst gegen Steinwand - Steinwand gewinnt!
Ein Glück, dass es sich dabei um das Mauerwerk eines malerisch märchenhaften Kellergewölbes handelte, so dass die Scherben zwar bis ins Weinregal geschleudert wurden, das Getöse und Getobe aber nur gedämpft aus der Hütte drangen, wenn überhaupt...
Getobe? Achja, Getobe aus dem Munde eines sonst so artigen, nüchternen Fräuleins, welches sich meist vor allem durch Desinteresse und Teilnahmslosigkeit ausweisen konnte. In diesem Moment aber klang die Furie von nicht einmal anderthalb Metern in etwa so:
"WIDER... LING!" - bitte setzen Sie hier, lieber Leser geistig das Geräusch eines weiteren, tragisch verendenden Tonkrugs ein - "UNGE... HEUER!" - und da ist der nächste Tumult! - "DRECKIGES... AAS!" - diesmal war sie kreativ genug, um zur Abwechslung eine Glasphiole zu zerdeppern -
"ICH WERDE... WERDE..."
Die Hand sank herab und der flammende Blick aus geweiteten, schieferfarbenen Kohleaugen striff eher unschlüssig schweifend umher, bohrte sich dann aber in ein argloses, unschuldiges Tellerchen mit einem Reststück Kuchen. Offensichtlich galten die folgenden, leise gezischten Worte wohl aber eher nicht dem Backwerk...
"Sind sie denn alle plötzlich wahnsinnig geworden? Mondsüchtige? Irre? Oder liegt es an mir?", ein kurzes, zögerliches Stocken nur, "Ich werde ihn umbringen, wenn er noch ein einziges Mal..."
Dann erst hastete sie trocken würgend in das Bad hinauf, um sich den Mund mit Seife auszuwaschen.
Zurück blieb ein Kuchenteller, der sich vielleicht klammheimlich seines (Über-)Lebens freute.
... oder aber er fliegt einfach mit vollem Karacho segelnd an die nächstbeste Wand und verbreitet zumindest einen Hauch Genugtuung, indem er lärmend scheppert, kreischend klirrt und berstend zerschellt. Die Wut entlud sich trotz der Sinnlosigkeit ihrer Tat - oder vielleicht gerade eben weil sie so dermaßen stupide dämlich erschien und weil sie darauf so getrost pfiff! - mit dem nächsten, hellen Krach ein weiteres Mal.
Tontöpferkunst gegen Steinwand - Steinwand gewinnt!
Ein Glück, dass es sich dabei um das Mauerwerk eines malerisch märchenhaften Kellergewölbes handelte, so dass die Scherben zwar bis ins Weinregal geschleudert wurden, das Getöse und Getobe aber nur gedämpft aus der Hütte drangen, wenn überhaupt...
Getobe? Achja, Getobe aus dem Munde eines sonst so artigen, nüchternen Fräuleins, welches sich meist vor allem durch Desinteresse und Teilnahmslosigkeit ausweisen konnte. In diesem Moment aber klang die Furie von nicht einmal anderthalb Metern in etwa so:
"WIDER... LING!" - bitte setzen Sie hier, lieber Leser geistig das Geräusch eines weiteren, tragisch verendenden Tonkrugs ein - "UNGE... HEUER!" - und da ist der nächste Tumult! - "DRECKIGES... AAS!" - diesmal war sie kreativ genug, um zur Abwechslung eine Glasphiole zu zerdeppern -
"ICH WERDE... WERDE..."
Die Hand sank herab und der flammende Blick aus geweiteten, schieferfarbenen Kohleaugen striff eher unschlüssig schweifend umher, bohrte sich dann aber in ein argloses, unschuldiges Tellerchen mit einem Reststück Kuchen. Offensichtlich galten die folgenden, leise gezischten Worte wohl aber eher nicht dem Backwerk...
"Sind sie denn alle plötzlich wahnsinnig geworden? Mondsüchtige? Irre? Oder liegt es an mir?", ein kurzes, zögerliches Stocken nur, "Ich werde ihn umbringen, wenn er noch ein einziges Mal..."
Dann erst hastete sie trocken würgend in das Bad hinauf, um sich den Mund mit Seife auszuwaschen.
Zurück blieb ein Kuchenteller, der sich vielleicht klammheimlich seines (Über-)Lebens freute.
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 8. Januar 2015, 21:59, insgesamt 1-mal geändert.