Ankunft in Rahal

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Gast

Ankunft in Rahal

Beitrag von Gast »

Endlich war sie von diesem Kahn runter, die Überfahrt hatte tatsächlich die letzten Münzen verschlungen. Zu Anfang konnte sie sich ihr Brot ohne weiteres leisten, man zahlte gut für ihre Dienste und lud sie öfter einmal ein die Kabinen auch privat zu besuchen was noch ein paar Münzen mehr einbrachte. Nach der Zeit jedoch schien sie ihren Reiz zu verlieren und die Menschen wurden geizig und ihr Brot rar. Kein Blick zurück zu dem Kutter als sie endlich den ersten Fuß nach Bajard setzte und sich fröstelnd über die Arme rieb. Na toll, die letzten anständigen Kleider versetzt und kaum mehr etwas am Leibe um in den Tavernen aufzuschlagen. Nervös biss die junge Frau die Zähne zusammen, ging noch etwas unsicher auf und ab um den Seegang aus dem Schritt zu bekommen und sah sich dann erst einmal um. Informationen gab es zu genüge und schon hatte sie einen Hinweis bekommen wie sie ein paar Münzen klar machen konnte. Also ab in die Wälder.

Durch Strauch und Busch ging es in keine bestimmte Richtung. Hier und da blieb sie stehen, schob Pflanzen bei Seite und schnitt die sich verbergenden Pilze nah dem Waldboden ab. Flink mit einem Tuch gesäubert landeten diese dann in dem abgerissenen Korb. Drei Schritt weiter stand sie dann plötzlich vor einem unglaublichen großen Gebäude dessen Schild bezeugte das gerade geöffnet war. Schulterzuckend ging sie hinein und bliebt an der Türe stehen. Herje sie war eigentlich viel zu dreckig dafür, viel, viel zu dreckig! Der junge Mann erklärte ihr die Hausordnung, bestand darauf das sie Schuhe der Bibliothek anzog um den Dreck nicht herein zu bringen und hatte sie dann tatsächlich auf die Bücher losgelassen. Die schmalen Schuhe an ihren Füßen waren nun wohl das Einzige was an ihr sauber und ordentlich war. Zwar hatte sie die Hände abgewischt doch war sie sicher in den ersten Büchern dunkle Spuren hinterlassen zu haben.

Nervös biss sie sich auf der Unterlippe herum. Was würde Mama nur sagen? Gespannt schritt sie die Regale entlang, steckte hier und da die Nase in ein Buch und fuhr zusammen als hinter ihr ein Geräusch aufklang. Sich wendend sah sie dem Mann entgegen und hatte nichts besseres zu tun als anzukreiden das er keine Schuhe trug wie es die Hausordnung verlangte. Wie kann man nur so dämlich sein? Stehend vor Dreck einen Herren in Rüste.. herje... sofort senkte sich der Blick auf die Dielen und sie war seinen Fragen ausgesetzt. Arbeit bot er an? Der Blick hob sich und sie sah hinauf zu dem Ritter, ein solcher war er nämlich, und stimmte am Ende zu seinen Auftrag zu übernehmen. So also kam sie nach Rahal, in der Schuld eines Ritters stehend einen Kopf voller Anweisungen und eine Aufgabe die es zu bewältigen galt. Du hattest unrecht Mama! Grinsend schrieb sie ihr den ersten Brief.

Gegeben am 23 Rabenmond, 257 Rahal

Liebe Mama,

inzwischen hast du ja bereits gemerkt das ich euch fort gelaufen bin. Kreide es nicht meiner Ziehmama an, sie trägt nun wirklich keine Schuld und fürchte dich nicht um deinen Namen. Mir ist nicht nach Rache oder einem Käfig in den man mich sperrt bis ich keine Gefahr mehr darstelle. Sei versichert das es mir gut geht, ich habe meine erste Arbeit gefunden und werde alsbald meinen Träumen nachgehen. Wo ich bin werde ich dich erst einmal nicht wissen lassen.

Elona

Ein Bote der diesen Brief dann zum Haus von Belerian und Ashary Nymori brachte war schnell gefunden. Einer jedoch der bereit war auch wirklich darauf zu achten das dieser Brief nur von Ashary entgegen genommen wurde und schwörte nicht zu verraten woher der Auftrag kam, dann schon nicht ganz so leicht. Der Vorschuss des Ritters musste daran glauben und dann endlich schlief ich ein. Es galt viel zu bewältigen wenn ich seine Prüfung bestehen wollte und die Tage waren ohnehin schon kurz.
Gabriella Mittgenstein

Beitrag von Gabriella Mittgenstein »

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Zuletzt geändert von Gabriella Mittgenstein am Montag 8. Dezember 2014, 11:03, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

So stand sie also da, am Fuß des Berges mitten im Schnee, den Kopf in den Nacken gelegt und sah hinauf zur Spitze. Es war gespenstisch still doch das Gatter mit dem Vieh ein wenig weiter fort zeigte das hier etwas großes gefüttert wurde. Fest drückte sie das Buch an sich, geschrieben von Clericus Althan der ja inzwischen Magister Althan war, wie sie sich die Tage hatte sagen lassen. Viel stand da nicht doch konnte es sicher helfen die Aufgabe des Ritters zu erfüllen. Immer wieder und wieder sah sie die Zeilen durch und dann wieder am Berg entlang. Rot, silber, glutorange, doch irgendetwas fehlte ihr, irgendwas hielt sie ab. Vielleicht war der Tage einfach zuviel passiert? Immerhin hatte sie inzwischen ihren Herrn Papa kennengelernt, zugegeben er war erst einmal aus den Latschen gekippt doch dann, verstand man sich doch eigentlich ganz gut? Seine Gefährtin zumindest war umgänglich und auch der Herr Onkel kein Untier. Sie würde mit dem Teil der Familie sicherlich klar kommen, ob sie es Mama wissen lassen sollte?

Grübelnd strich sie wieder eine Strähne des dunklen Haares unter die Gugel. In Bajard hatte ihr die gnädige Frau Cara sehr geholfen, an diesem Tag hatte sie noch kaum etwas gehabt und war wirklich froh gewesen die Erträge des Waldes verkaufen zu können. Danach hatte sie Ailidias Schneiderei aufgesucht und für die Münzen tatsächlich eine sehr anständige Ausstattung bekommen. Somit waren die ersten Tage wirklich gut gelaufen. Inzwischen waren die Bänder wieder bunt, der Stoff warm und dem Wetter gewachsen und sie hatte sogar die Aufgabe von diesem Seefahrer erfüllt und der schönen Magistra des Ordens die beorderte Minne vorgetragen. Ein wenig irritiert waren die Zuhörer ja schon aber was sollts? Der Kerl schien sie zu mögen und nun gehörten die Münzen ganz ihr und sie konnte den Auftrag vergessen. Der Auftrag des Ritters jedoch, der spunkte durch ihren Kopf und es wurde wahrlich Zeit ihrem geliebten Buch ein weiteres Stück hinzuzufügen. Ob das jedoch passierte war fraglich solange sie hier nur herum stand und die Bergspitzen anstarrte. Also ging sie etwas auf und ab, zog eine sichtliche Spur durch den Schnee und betrachtete die Berge nun eben während des Laufens. Langsam gewann eine Melodie in ihren Gedanken an Form und sie griff nach der kleinen Laute um sie zu erproben.

Nach nur wenigen Minuten war das Bild der auf und ab gehenden Frau verschwunden und man sah ein junges Ding zu ihren Lautenklängen über den Schnee tänzeln. Warm wurde ihr dabei sicher wieder. Seltsam war nur das sie sich irgendwann gen der Bergspitzen verneigte und dann die Laute auf den Rücken, unter den Umhang schob um rasch etwas in einem Buch zu notieren.

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Ob der Ritter damit zufrieden sein würde? Es würd sich zeigen. Erst einmal zurück in die Taverne und warten. Ob die Dienerin sie vergessen hatte? Schnaufend zog sie die Schultern hoch, manches war schon komisch hier in Rahal. Wie letzt als sie sich bei der Garde informieren wollte und einfach auf der Straße abgehandelt wurde und fort geschickt wurde. Man müsste Bürger sein um etwas über die Garde zu erfahren. Das sie auch nach den aktuellen Gesetzen gefragt hatte schien dem schwarzhaarigen Gardisten mit den Zöpfen dabei egal zu sein. Was taten denen denn ein paar Informationen weh, ihr Interesse dort Teil sein zu wollen war auf alle Fälle schlagartig gesunken. Vermutlich hatte man ohnehin keine Verwendung für sie also konnte sie sich auch erst einmal darauf konzentrieren die ganzen Informationen nachzulesen. Das schien hier tatsächlich so üblich. Lese, lerne, werde schlauer aber frag blos nicht nach ehe du Bürger bist. Freundliche Ecke. Immerhin hatte ihr die adrette Yvette gezeigt wo sie alles finden konnte und ihr gleich mal noch einen zweiten Herren Ritter vorgestellt den sie auch fragen konnte. Das war tatsächlich ein großer Lichtblick, vielleicht war die Ecke doch nicht so unfreundlich.

Eine Weile sprach sie auch mit ihm und war eingeladen am nächsten Abend auf dem Markt zu warten und sich zu einem weiteren Gespräch abholen zu lassen. Sie freute sich wirklich darauf, auch weil dort eine Dame von der Garde anwesend sein sollte. Dummerweise nur wurde sie an dem kommenden Abend aufgehalten und war erst viel zu spät auf dem Marktplatz um dem Himmel einen ungnädigen Blick zuzuwerfen. Mist aber auch, da hatte sie zumindest diese Chance vertan. Na hoffentlich würd es weitere geben, im Moment hatte sie genug Aufgaben und vergrub sich wieder in den Büchern des Rathauses ehe sie ihre Schritte, wie der Tage so oft, zum Tempel in Rahal lenkte. Vielleicht war sie ja wieder da und es gab weitere Lektionen?
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